Hessen: Ein Ökosystem spannender Davids

Das wissenschaftliche Machtzentrum Hessens pocht in seinem Süden: Das bundesweit beachtete Autonomiemodell „TU Darmstadt“ und das Projekt der „Stiftungsuniversität Frankfurt“ haben die wissenschaftspolitische Kulisse Hessens in den letzten Jahren geprägt. Von den anderen hessischen Universitäten beeindruckte insbesondere die Universität Giessen in der Exzellenzinitiative mit dem Gewinn eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule (und war damit ähnlich erfolgreich wie Frankfurt und Darmstadt). Zudem erregte hier die Zusammenlegung und Privatisierung der Universitätskliniken Giessen und Marburg Aufsehen.

In dieser Kulisse klassisch wissenschaftlicher Goliaths hat sich eine aus Nachhaltigkeitsperspektive erfreuliche kleine Schar von „Davids“ herausgebildet. Bei den Universitäten gehört dazu an vorderster Front die Universität Kassel, die seit 2004 eine prononcierte Umweltstrategie verfolgt und dafür sogar eine eigene Vizepräsidentenposition geschaffen hat. Zudem verfügt Hessen über bundesweit führende freie Forschungsinstitute im Feld: dazu gehören neben dem Öko-Institut Darmstadt insbesondere das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) – eine der Vordenker-Institutionen für die Standards transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland.

Auch wenn eine Nachhaltigkeitsausrichtung (trotz einiger interessanter Potenziale gerade an der TU Darmstadt und der Universität Frankfurt) auch mittelfristig keine dominante Strategie für Hessen werden wird, so wäre es in jedem Fall eine Chance, die interessanten Pionier-Institutionen in Hessen auch im Rahmen der prononcierten Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung im Blick zu behalten.

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