Mecklenburg-Vorpommern: Meer und Ökosystemforschung in schwierigem Umfeld

Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in keiner leichten hochschulpolitischen Situation: Bei einem äußerst angespannten Landeshaushalt besitzt es mit Greifswald und Rostock zwei der traditionsreichsten deutschen Universitäten in räumlicher Nähe, die beide zudem über eine eigene Universitätsmedizin verfügen.

In den letzten Jahren ist es in Greifwald und Rostock gelungen, den Anspruch, breit aufgestellte Volluniversität zu sein, abzuschwächen zugunsten einer Herausbildung von übergreifenden Schwerpunkten. Nachhaltigkeits-orientierte Themen spielen dabei eine wichtige Rolle. So hat die Universität Rostock ihre gesamte Forschung in drei interdisziplinären „Profillinien“ organisiert, von denen die Linien „Maritime Systems“ sowie „Aging Science and Humanities“ viele Nachhaltigkeitsbezüge aufweisen. In Greifswald ist die Ökosystemforschung in hohem Maße interdisziplinär aufgestellt und vereint z.B. das „Institut für Botanik und Landschaftsökologie“ Arbeitsgruppen aus der Biologie, der Ökonomie und der Umweltethik.

Die Leitfunktion, die der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug bei der Herausbildung von universitätsweiten Schwerpunkten an den Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern hat, gilt es durchaus noch deutlicher bundesweit herauszustellen und damit die entsprechenden Prozesse an den Universitäten selber zu stärken.

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3 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Meer und Ökosystemforschung in schwierigem Umfeld“

  1. Prof. Dr. Konrad Ott schrieb:

    Lieber Herr Kollege Schneidewind,
    herzlichen Dank erst einmal dafür, dass Sie unser Institut erwähnen. Noch mehr hätte es mich natürlich gefreut, wenn nicht nur die Nachhaltigkeitsbezüge der Rostocker Kollegen erwähnt worden wären, sondern auch, dass mein Team und ich in interdisziplinärer Kooperation mit den anderen Gruppen am Institut für Botanik und Landschaftsökologie _direkt_ zum Thema arbeiten, d.h. seit Jahren eine bestimmte Konzeption von Nachhaltigkeit theoretisch ausarbeitet und in verschiedenen Publikationen und Forschungsprojekten umzusetzen versucht. Ich halte auch eine Vorlesung und Seminare zum Thema. Das alles findet sich auf der Homepage. Wir haben übrigens auch eine neue thematische Buchreihe in dem Verlag gestartet, in dem auch Ihr Buch erschienen ist (S. 63 ff in den Neuerscheinungen 2009). Das alles wäre vielleicht mehr „wert“ gewesen als nur einen recht dürren Hinweis.

    Mit besten Grüßen
    Konrad Ott

  2. Lieber Kollege Schneidewind,

    FHs fehlen im Überblick. An der „eigenen“ FH sehe ich folgenden Widerspruch: Die z.B. in „Nachhaltige Wissenschaft“ thematisierten Forschungs- und Lehrprofile in Richtung Nachhaltigkeit sind bei den Ingenieuren seit jeher vertreten, im FB Wirtschaft zwar sehr radikal (im wörtlichen Sinne) und interdisziplinär (wie sllte es sonst klappen?), aber „mangels Masse“ nur am Rande. Das ist aber eher ein kleiner, im Lauf der Jahre behhebbarer Widerspruch. Der größere besteht darin, daß – vom Bürostuhl über die Energieverteilung bei der Heizung bis zur ganzen Konzeption von Neubauten – das z.T. im Verhältnis zum Stand der Technik oder gar der Forschung recht „vorsintflutliche“ Sein wenig dazu beiträgt, ein nachhaltiges Bewußtsein zu unterstützen. Auch über M-V hinaus deshalb die Anregung, so scheinbar banale Gebiete wie die Praxis der Ergonomie oder Technischen Gebäusdeaustattung (pardon, des Facility Management) als Basis einer nachhaltigen Hochschule zu fördern (und zu fordern).

    MfG

    Prof. Dr. Harald Wilde, FH Stralsund
    BWL, insbes. Operatives Controlling
    und Nachhaltigkeitsmanagement

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