Niedersachsen: Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration?

Niedersachsen kann aktuell als das Zentrum einer Nachhaltigkeitsorientierung im deutschen Wissenschaftssystem betrachtet werden. Es verfügt mit der Universität Oldenburg und insbesondere der Universität Lüneburg über zwei Universitäten, die sich in den letzten Jahren gezielt strategisch im Hinblick auf eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung hin ausgerichtet haben. Zudem bestehen umfassende Zentren einer interdisziplinären Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung auch an anderen Hochschulen wie der Universität Göttingen (Öko-Systemforschung, Klimafolgenforschung), der Universität Osnabrück (Umwelt-Systemanalyse), der TU Clausthal, der Universität Hannover (regenerative Energieforschung) oder der TU Braunschweig (Verkehrs- und Mobilitätsforschung).

Hinzu kommt, dass die Themenfelder „Regenerative Energien, insb. Windenergie“ sowie „Klimaschutz- und Anpassung“ für Niedersachsen als Küstenland von zentraler Bedeutung für die weitere (ökonomische) Landesentwicklung sind. Mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) und der VW-Stiftung (Hannover) ist Niedersachsen zudem Sitzland zwei der potentesten Wissenschaftsstiftungen, die gleichzeitig zentrale Schwerpunkte im Bereich der umweltbezogenen Forschungsförderung (insb. DBU) besitzen.

Trotz dieser herausragenden Ausgangsbedingungen ist die Nachhaltigkeitsorientierung kein dominantes Moment der niedersächsischen Wissenschaftsstrategie. Dabei würde gerade hierin eine gewaltige Positionierungschance gegenüber den wissenschafltlich und wirtschaftlich starken „Südländern“ liegen – getreu der Perspektive: der Norden forscht und lehrt schon fürs „Übermorgen“.

Im Kontext der unterschiedlichen politischen Klima- und Nachhaltigkeitsaktivitäten des Landes (Regierungskommission Klimaschutz, Nachhaltigkeitsallianz) ließe sich evtl. eine „Lower Saxony Sustainable Science Center“ initiieren, das die hervorragenden Potenziale des Landes noch besser koordiniert.

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Ein Gedanke zu „Niedersachsen: Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration?“

  1. Ich bin allgemein dafür mehr Geld in die Forschung zu stecken und dafür weniger Geld für Subventionen auszugeben. Wie wäre es wenn Nidersachsen ein Website erstellt, die alle Forschungseinrichtungen bündelt und Entscheidungen per Leser Voting ermöglicht. So könnte jeder Bürger bei wichtigen Entscheidungen in diesem Bereich mitentscheiden. Einige Kritiker würde jetzt sagen, dass wir hier nicht in der Schweiz seien. Trotzdem: In diesem Bereich könnte eine derartige Abstimmung sicherlich sinnvoll erscheinen.

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