Bewertung hochwertiger transdisziplinärer Forschungsarbeit

Wie messe und bewerte ich hochwertige transdiszipinäre Forschungsarbeit? Wo steht die Kriteriendebatte und Qualtitätssicherung? An welchen Publikationen und Beispielen läßt sich die Einhaltung entsprechender Kriterien besonders gut beobachten und erlernen?

Nennen Sie uns unter „Kommentar schreiben“ Beispiele und Publikationen, die für Sie im Hinblick auf die Kriterien von transdisziplinärer Forschung von zentraler Bedeutung sind!

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Ein Gedanke zu „Bewertung hochwertiger transdisziplinärer Forschungsarbeit“

  1. Publikationen, die sich explizit mit Kriterien und Verfahren der Qualitätssicherung und Evaluation transdisziplinärer Forschung befassen gibt es wenige. Erste ernst zu nehmende Texte dazu wurden im Kontext mit dem Schweizer ‚SPP Umwelt‘ Ende der Neunziger Jahre publiziert:
    Defila, R./A. Di Giulio (1999): Evaluationskriterien für inter- und transdisziplinäre
    Forschung. Projektbericht. In: Transdisziplinarität evaluieren – aber wie? Panorama, Sondernummer 99, Bern.

    Eine ausführliche und grundlegende Studie zum Identifizieren von Qualitätskriterien in der Forschungspraxis wurde am Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE, Frankfurt a.M:) 2001 – 2006 durchgeführt. Daraus entstanden:
    Bergmann, M./B. Brohmann/E. Hoffmann/M.C. Loibl/R. Rehaag/E. Schramm/J.-P. Voß (2005): Qualitätskriterien transdisziplinärer Forschung. Ein Leitfaden für die formative Evaluation von Forschungsprojekten. ISOE-Studientexte, Nr. 13. Frankfurt am Main
    sowie
    Bergmann, M. (2006): Transdisziplinäre Forschung erfolgreich fördern. Eine Handreichung für die Konzeption, Begutachtung und Begleitung neuer Initiativen zur Förderung transdisziplinärer Forschung. Berlin
    sowie
    Bergmann, M./Th. Jahn (2008): Intendierte Lerneffekte: Formative Evaluation inter- und transdisziplinärer Forschung. In: H. Matthies/D. Simon (Hg.): Wissenschaft
    unter Beobachtung – Effekte und Defekte von Evaluationen. Leviathan, Sonderheft 24/2007. Wiesbaden

    Die Studie verfolgte das Ziel, im Sinne einer „Demokratisierung“ von Evaluationskriterien und -verfahren, wie Michael Power sie (im selben Leviathan-Band) fordert, solche Kriterien zu formulieren und Verfahren vorzuschlagen, die für die spezifischen Bedingungen von Transdisziplinarität angemessen sind und nicht allein disziplinären, wissenschaftsinternen Standards folgen. Stichwort für das Verfahren ist die „formative und diskursive Evaluation“. In der Studie wurden die Kriterien im Zuge der Auswertung konkreter Forschungsvorhaben identifiziert und in einem iterativen Verfahren verifiziert, an dem insgesamt 80 Forschende und Experten/Expertinnen teilnahmen.
    Insofern liegt ein konkreter, schon vielfach genutzter Vorschlag zur „Bewertung hochwertiger transdisziplinärer Forschungsarbeit“ vor.
    Deutlich wird darin auch, dass es insbesondere die Aufgaben der Integration des Wissens und der Methoden zwischen verschiedenen Fächern sowie zwischen Wissenschaft und Experten/Expertinnen der gesellschaftlichen Praxis im untersuchten Problemfeld sind, die über die Qualität der Forschungsarbeit bestimmen. Siehe hierzu auch:
    Bergmann, M./E.Schramm (Hg.) (2008): Trabnsdiszipölinäre Forschung. Integrative Forschungsprozesse verstehen und bewerten. Frankfurt a.M./New York: Campus

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