Nachhaltige Lehre! oder wie lassen sich die berechtigten Bologna-Anliegen der Studierenden nachhaltig ins Jahr 2010 tragen?

Die aktuellen Studierendenproteste wenden sich gegen die vielfältigen Auswüchse des Bologna-Systems: gegen Verschulung, gegen die Stofffülle, gegen überbordende Prüfungsbelastungen, gegen fehlende Freiräume für selbstbestimmtes Lernen und studentisches Engagement.

Grundsätzlich geben Hochschulleitungen und Hochschulpolitik den Protestierenden Recht und ein baldiger „Bologna-Gipfel“ soll Abhilfe schaffen. Doch angesichts der aktuell zu beobachtenden gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Hochschulpolitik („Die richtige Umsetzung der Studienreformen obliegt der Autonomie der Hochschulen“) und Hochschulleitungen („Ohne ausreichende Finanzierung der Hochschulen durch die Landesregierungen ist eine vernünftige Umsetzung nicht möglich“) ist die Gefahr groß, dass die nötigen Änderungen nur halbherzig angepackt werden.

Was ist den Studierenden zu empfehlen, damit ihre Proteste auch nach der Weihnachtspause weiter mit Elan vorgetragen werden? Was sich anbietet, ist die Fokussierung auf einige Kernfelder, die dann als Katalysator für die Veränderung des Gesamtsystems wirken können.

Fünf solcher Felder seien im folgenden kurz skizziert werden – sie bieten sich auch für die idealtypische Umsetzung einer Nachhaltigen Hochschule an:
1. Fokus: Transdisziplinäre Lehre einfordern – zur Wiederbelebung des Projektstudiums
2. Fokus: General Studies und Professionalisierungsbereiche nutzen
3. Fokus: Freiräume für studentisches Engagement erkämpfen
4. Fokus: Neue Studiengänge
5. Fokus: Über Web 2.0 die Hochschule demokratisieren und das Lehrangebot verbreitern

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