BUND legt wissenschaftspolitisches Positionspapier vor – Forderung nach einer „Nachhaltigkeitsmilliarde“

Der größte deutsche Umweltverband BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hat heute in Berlin ein wissenschaftspolitisches Positionspapier vorgelegt. Passend zum Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ bringen sich damit die Umweltverbände aktiv in die Debatte über die künftige Forschungs- und Wissenschaftspolitik ein.

Seine Forderung bringt der BUND dabei auf die prägnante Formel einer „Nachhaltigkeitsmilliarde“, d.h. das Ziel, eine Milliarde Euro für eine gesellschaftsorientierte Forschung zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen umzuwidmen. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger griff in der heutigen Pressekonferenz die Engführung im Wissenschaftssystem durch die zu starke Drittmittel-, Technik- und disziplinäre Exzellenzorientierung auf und machte deutlich, dass es hier eine konsequente Umsteuerung braucht.

Das Positionspapier des BUND ist in mehrfacher Hinsicht beachtenswert:

o Es liefert eine sehr gute Analyse der aktuellen Defizite im Wissenschaftssystem und schließt dabei u.a. an die bestehenden Kritiken z.B. des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) aus dem letzten Jahr an.

o Mit diesem Schritt des BUND tritt ein weiterer wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur in der wissenschaftspolitischen Debatte auf. Dies nährt die Hoffnung einer künftig breiteren und pluralistischer getragenen Wissenschaftspolitik.

o Die Formel der „Nachhaltigkeitsmilliarde“ ist im Positionspapier mit eine Reihe an innovativen Vorschlägen hinterlegt. Es wird deutlich, dass die auf den ersten Blick ehrgeizig wirkende Größenordnung durchaus erreichbar ist.

Die Pressemeldung des BUND findet sich hier.

Das Positionspapier des BUND kann heruntergeladen werden unter: www.bund.net/pdf/nachhaltige_wissenschaft

2 Gedanken zu „BUND legt wissenschaftspolitisches Positionspapier vor – Forderung nach einer „Nachhaltigkeitsmilliarde““

  1. Eine gute Initiative ! Gratuliere.
    Wir müssen uns europäisch mit diesem Anliegen vernetzen.
    Die Bildungskoalition NGO der Schweiz (www.bildungskoalition.ch) ist interessiert,
    dieses Anliegen auch in die schweizerische Bildungs-und Forschungspolitik hineinzutragen.
    Kontakt:
    Ueli Bernhard, Geschäftsführer Bildungskoalition NGO
    Bollwerk 35, 3011 Bern. Schweiz
    0041 – 31 311 16 02.
    info@bildungskoalition.ch

    1. Dem ist zwar zuzustimmen, aber Europa geht bis an den Ural. Davor herrschen andere Zustände. Trotzdem wollen Initiativen dabei sein.
      Wir versuche eine Brücke zu bauen, z.B. zum Umwelt Kinder-/Jugendkongress Russlands im Mai in Nischni Nowgorod. Ausländische Gruppen sehr erwünscht!
      Möglich durch deutsch-russischen Jugendaustausch(Stiftung).
      Hartmut Wolter, Geschäftsführer NGO Initiativ- und Planungsgruppe Kesselberg e.V.
      Flakenstrasse 28, 15537 Erkner bei Berlin

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