Nachhaltige Wissenschaft – Wie kommen wir voran? Dokumentation zur Veröffentlichung des Memorandums der Deutschen UNESCO Kommission

Zuerst erschienen bei: www.unesco.de

Memorandum Forschung für nachhaltige Entwicklung in Berlin vorgestellt

Der Vorstand der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) hat das Memorandum „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ aus Anlass des Wissenschaftsjahres 2012 verabschiedet und am 14. Juni in Berlin vorgestellt. Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden und Politik diskutierten über die Forderungen ( begleitende Broschüre).

Prof. Dr. Gerd Michelsen, Vorsitzender des Fachausschusses Wissenschaft der Deutschen Wissenschaft und einer der Autoren des Memorandums, stellte die Forderungen des Memorandums zusammenfassend vor. Anschließend diskutierten auf dem Podium Dr. Thomas Jahn, Prof. Dr. Thomas Lang und Dr. Lutz Möller über die Forderungen. Daniel Lang hat den ersten deutschen Lehrstuhl für transdisziplinäre Forschung an der Uni Lüneburg inne, Thomas Jahn ist Sprecher der Institutsleitung am ISOE in Frankfurt und leitet dort den Forschungsschwerpunkt „Transdisziplinäre Konzepte und Methoden“. Lutz Möller ist Fachbereichsleiter der DUK. Trotz kurzfristiger Absagen aus Ministerien und Bundestag entwickelte sich eine äußerst lebhafte, kenntnisreiche und neue Bezüge eröffnende Diskussion mit dem Publikum. Heike Leitschuh moderierte die Veranstaltung in der „Denkerei“ in Berlin-Kreuzberg gewohnt gekonnt.

Worüber sprechen wir?

Ausgangspunkt der Wissenschaft für Nachhaltigkeit ist, dass trotz gegenteiliger Vermutung ganz grundlegende Fragen der Wechselwirkung von menschlichem Handeln und natürlichen Systemen und den entsprechenden Transformationsprozessen bislang nicht verstanden sind – es geht also um wissenschaftliche und nicht nur um gesellschaftliche Herausforderungen. Ein Beispiel ist die Frage warum die steigende Umweltwahrnehmung nicht zu anderen Verhaltensarten führt. Ein anderes Beispiel lautet, wie Transformationsprozesse überhaupt funktionieren. Transdisziplinäre und sozial-ökologische Forschung forscht gerade oft auch über die Forschung selbst, was anders und besser geforscht hätte werden können.


Transdisziplinäre Wissenschaft zielt ab auf die Etablierung neuer Organisations- und Bewertungsformen der Forschung, neuer Karrieremöglichkeiten und einer neuen Bewertung des gesellschaftlichen Nutzens. Es geht nicht um eine „systemsprengende Revolution“, sondern um die bewusste Gestaltung eines bereits laufenden, eher zufällig oder ungerichtet stattfindenden Transformationsprozesses des Wissenschaftssystems selbst.

Ein Gedanke zu „Nachhaltige Wissenschaft – Wie kommen wir voran? Dokumentation zur Veröffentlichung des Memorandums der Deutschen UNESCO Kommission“

  1. „Ein Beispiel ist die Frage warum die steigende Umweltwahrnehmung nicht zu anderen Verhaltensarten führt.“
    In ihrem Buch „Die emotionale Matrix. Grundlagen für gesellschaftlichen Wandel und Innovation“ haben Maik Hosang, Stefan Fränzle und Bernd A. Markert zu dieser Frage schon wichtige wichtige Antworten geliefert. Denken und Handeln – auch von Wissenschaftlern – sind maßgeblich von Emotionen beeinflusst.

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