Gutachtenausschreibung: Strukturelle und programmatische Hindernisse für eine Partizipation der Umweltverbände in der staatlichen Forschungspolitik

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderten Projektes „Voraussetzungen und Ziele zivilgesellschaftlicher Partizipation an der nationalen Forschungsagenda“ (Laufzeit 8/2012 bis 7/2014) wird hiermit ein Gutachten ausgeschrieben.

Um die Partizipationsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft angemessen zu erfassen, wird eine Potenzialanalyse zu den institutionellen Rahmenbedingungen der öffentlichen Forschungsförderung hinsichtlich Transparenz und Partizipationsmöglichkeiten benötigt. Dieses Gutachten sollte die gegenwärtigen Debatten und Veränderungen im Wissenschaftsbetrieb mit aufnehmen und mögliche Ansatzpunkte für Veränderungen identifizieren. Ein Schwerpunkt der Analyse soll sich auf die Frage richten, wo im Wissenschaftssystem Abläufe und Strukturen erkennbar sind, die eine effektive Partizipation ermöglichen.

Gegenstand der Gutachten

Die Gutachten sollen an Hand der Themenfelder ‚Bio‐Ökonomie‘ oder ‚Energiewende‘ strukturelle und programmatische Hindernisse für eine qualifizierte und wirksame Partizipation der Umweltverbände in der staatlichen Forschungspolitik untersuchen. Dabei soll der Stand des Wissens repräsentativ erfasst werden. Der Schwerpunkt soll auf der Untersuchung der staatlichen Forschungsstrukturen (Agenda-­‐Setting, Finanzierung, Programm-­‐Entwicklung, Evaluation) liegen einschließlich der bestehenden Partizipationen von externen Akteuren, die nicht Umweltverbände sind. Der zu erfassende Zeitraum sind etwa die Jahre ab 2000. Jüngere Entwicklungen und Veränderungen sind zu berücksichtigen. Es ist erwünscht, dass aus der Analyse auch begründete Ansatzpunkte und Optionen für eine Partizipation von Zivilgesellschaftlichen Organisationen abgeleitet werden, ggf. unter Einbeziehung schon erprobter Beispiele.

Die Gutachten sollen so abgefasst sein, dass sie auch für die inner-­ und zwischenverbandlichen Diskussionen der Umweltverbände geeignet sind. Zu diesem Zweck sollen sie auch Literatur übersichtlich ausweisen, die für vertiefende Lektüre im Sinne der Zielsetzung geeignet ist.

Ansatzpunkte der Analyse sind u.a.:

  • Betrachtung der institutionellen Forschungsförderung, die seitens BMBF, BMU, BMWi einschließlich der Ressortforschung betrieben wird. Dazu kommen die mit staatlichen Mitteln geförderten Großforschungseinrichtungen und die DFG.
  • Partizipationsfragen der Zivilgesellschaft sollen auch in Bezug auf Gremien wie Kuratorien, Senate, Hochschulräte usw. analysiert werden, in denen neben den Wissenschaften und der
  • Wissenschaftsadministration auch andere gesellschaftliche Gruppen oder Bereiche repräsentiert sind.
  • Zudem sollen die Evaluierungs-­‐ und Vergabekriterien sowie Beteiligungspflichten im Blick auf partizipative Prozesse beleuchtet werden.
  • Die Rolle des Wissenschaftsrates als übergreifendes, gesamtstaatliches und standardsetzendes Gremium des Hochschul-­ und Wissenschaftsbetriebes soll in die Analyse einbezogen werden, insbesondere mit der Frage, inwieweit Ansätze für eine stärkere programmatische Ausrichtung der Förderung an transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung erkennbar sind.
  • Das Gutachten zielt nicht allein darauf ab, den Status Quo zu erfassen, sondern ebenso die inneren Widersprüche in den Institutionen und sich daraus abzeichnenden Ansatzpunkte für Handlungsmöglichkeiten zu beschreiben.
  • Das Gutachten 2011 des WBGU soll in die Analyse einbezogen werden.