Veranstaltungsdokumentation „Schafft Wissenschaft die große Transformation?“ online

Mit knapp 200 TeilnehmerInnen in der Baden-Württembergische Landesvertretung bildete die Veranstaltung „Schafft Wissenschaft die große Transformation?“ einen erfolgreichen Abschluss der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“. Veranstalter waren das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen, der Runde für Nachhaltige Wissenschaft (NaWis) und dem Ecological Research Network (Ecornet). Die Veranstaltungsdokumentation besteht aus einer schriftlichen Dokumentation (erstellt durch das MWK Baden-Württemberg) und einer multimedialen Dokumentation.


Impressionen der Abschlussveranstaltung und Stimmen zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“

„Wissenschaft für Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg“ – Eröffnung der Veranstaltung durch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer/Baden Württemberg

Die besondere Rolle der Wissenschaft, so die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, liege zum einen darin, Wege für eine Transformation zu erarbeiten, und zum anderen müsse sich die Wissenschaft auch selbst verändern. Schlussendlich gehe es um eine gute Balance: Die Freiheitsrechte der Wissenschaft seien wichtig, würden sie doch nicht zuletzt für Ergebnisoffenheit und Vielfalt sorgen, doch trage die Wissenschaft auch eine Verantwortung in der und für die Gesellschaft. Zur Rolle der Wirtschaftswissenschaften erklärte Bauer, es bedürfe dringend sozialer Innovationen, die in die Gesellschaft hineinwirken. So müsse neu gefragt werden, was Wohlstand und Gerechtigkeit heute und in Zukunft heißt, in einem Bewusstsein um die Endlichkeit der Ressourcen und die enormen Herausforderungen globaler Veränderungen. Schulze stimmte bei, die Wissenschaft müsse sich auf die berechtigen Erwartungen der Gesellschaft einstellen und das Wohlergehen der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Es brauche Systeminnovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette nach sozialen und ökologischen Maßgaben. Dafür sei Kooperation über nationale Grenzen und akademische Disziplinen hinweg zentral. Es sei Aufgabe der Politik, hierfür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Dem Konzept der Nachhaltigkeit wies Bauer klar eine ökologische Kerndimension zu, die aber mit einer wirtschaftlichen, sozialen, globalen und zeitlichen Dimension verbunden sei. In Baden-Württemberg habe sich die gesamte Regierung das Ziel der Nachhaltigkeit gesetzt, so Bauer. Sie verwies auf den vom Ministerpräsidenten einberufenen Nachhaltigkeitsbeirat, der ressortübergreifend Lösungsansätze erarbeiten soll. Das Wissenschaftsministerium habe seit April 2012 eine Expertengruppe zu Nachhaltigkeit eingesetzt, die im kommenden Jahr Ergebnisse vorlegen werde. Eine Verordnung von oben hält Bauer für den falschen Weg. Vielmehr setze man darauf, dass die Wissenschaft sich selbst den dringenden Fragen unserer Zeit zuwendet, und dies umso mehr tut, wenn die Politik den Rahmen dafür stärkt. In Baden-Württemberg arbeite man thematisch konkret an den Themen Mobilität, vor allem Elektro-Mobilität, Energiewende, Leichtbau, Bioökonomie und Ressourcenschutz. Nachhaltigkeit sei aber auch eine Herausforderung für das Hochschulsystem. Im Rahmen einer Ausschreibung zu der Thematik seien zahlreiche Anträge mit Ideen eingegangen, die derzeit ausgewertet würden. Die hochschulpolitischen und universitären Strukturen müssten von einer guten Balance aus sichernder Grundfinanzierung und wichtigen Impulsen durch Projektförderung und Drittmittel geprägt sein, an der man gemeinsam mit Bund und Ländern arbeiten wolle. Mit Blick auf 2013 skizzierte Bauer einen umfänglichen Mehrebenenansatz, bei dem Initiativen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen heraus gefördert, Impulse vom Land ausgehen, und auch Studierende aktiv in die Transformation einbezogen werden sollen. Es brauche im Sinne der Perspektivenvielfalt mehrere Orte des Austauschs, nicht nur unter universitären Akteuren sondern auch mit Kommunen, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Akteuren.