Helmholtz-Gemeinschaft verkündet Moratorium für umstrittene Ölsand-Forschung in Kanada

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat sich in ihrem Forschungs-Projekt „Helmholtz-Alberta-Initiative“ selbst ein Moratorium auferlegt. Das Kooperations-Projekt zielt auf die Erforschung umweltverträglicher und energieeffizienter Abbaumethoden von Teersand – eine Ressource, die in der kanadischen Partnerregion in großen Mengen verfügbar ist. Die Förderung und Verarbeitung der Ölsande erzeugt jedoch erheblich mehr klimaschädliche Emmissionen als die Förderung konventionellen Öls – ein Punkt, warum das Projekt von Anfang an in der Kritik von Umweltverbänden stand. Hauptlinie der Kritik war, dass über die Grundfinanzierung der Helmholtz-Allianz durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung deutsche Steuergelder unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit indirekt zur Förderung von umweltschädlichen Abbaumethoden der Ölsande eingesetzt werden – immerhin sollten für das Projekt bis 2016 mehr als sechs Millionen Euro ausgegeben werden. Die Gelder würden jedoch nicht nur zur Forschung über den umweltverträglichen Teersand-Abbau sondern für die Erforschung anderer innovativer Energiegewinnungs-Technologien und die Reinigung bereits verschmutzter Abbaugebiete ausgegeben – so die Replik der Helmholtz-Gemeinschaft.

Jetzt verkündete das beteiligte Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig (UFZ) ein Moratorium für ein Teilprojekt der Helmholtz-Alberta-Initiative. Mit diesem Schritt soll dem Verlust von Reputation der wissenschaftlichen Organisation vorgebeugt werden. „As an environmental research centre we have an independent role as an honest broker and doing research in this constellation could have had reputational problems for us, especially after Canada’s withdrawal from the Kyoto Protocol,“ sagt Dr. Frank Messner, Leiter der wissenschaflichen Stäbe des UFZ in der internationalen Presse. Das nun verkündete Moratorium zeigt daher die Wirksamkeit der Kritik von Umweltverbänden, Oppositionsparteien und anderer Wissenschaftsorganisationen. Es macht gleichzeitig eine stärkere Sensibilität für die gesellschaftliche Verantwortung von Forschung innherhalb der Helmholtz- Gemeinschaft deutlich.

Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/wissen/helmholtz-alberta-initiative-raus-aus-dem-oelsand/7960668.html
http://www.euractiv.com/science-policymaking/german-research-institute-pulls-news-518608
http://business.financialpost.com/2013/03/20/german-scientists-quit-oil-sands-research-over-public-climate-concerns/