Helmholtz-Gemeinschaft: Transformative Forschung als Großforschung?

Die Helmholtz-Gemeinschaft verfügt über ein gut ausgebautes Netzwerk an interdisziplinären Instituten, die in den Forschungsbereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr aufgestellt sind. In ihrem Strategiepapier „Helmholtz 2020“ reklamierte sie ihren Führungsanspruch in der Koordination der Erforschung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Studie Transformative Wissenschaft zeigt, warum dieser Anspruch kontrovers diskutiert werden sollte.

„Das Papier hat (…) bei der Hochschulrektorenkonferenz und anderen großen Forschungsgemeinschaften erhebliche Kritik ausgelöst – sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf die möglichen finanziellen Konsequenzen und Verteilungsmuster, die eine solche Schlüsselstellung der Helmholtz-Gemeinschaft in der Wissenschaftsfinanzierung ab 2017 auslösen könnte. (…) Durch ihren primär naturwissenschaftlich-technischen Charakter und durch die über die „Großforschung“ definierte Ausrichtung gibt es ausgeprägte Pfadabhängigkeiten in der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Arbeit der Institute der Helmholtz-Gemeinschaft ist stark über die in ihr vorhandenen Großgeräte und die in ihr über teilweise Jahrzehnte herausgebildeten Kompetenzen geprägt. Ein umfassendes Umschwenken auf völlig neue Forschungsausrichtungen, wie es eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung darstellt, wird dadurch automatisch erschwert“. (S. 171f.)

Eine ausführliche Darstellung der Helmholtz-Gemeinschaft und eine Diskussion ihres Strategiepapiers findet sich im Buch auf den Seiten 168-173.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.