Reformvorschlag 1: Mut zu hochschulpolitischen Leitbildern

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Mut zu hochschulpolitischen Leitbildern bei möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen

Gesellschaftliche Gruppen sollten Mut zu selbständigen hochschulpolitischen Entwürfen aufbringen und sich dabei von vergangenheitsorientierten ideologischen Barrieren lösen. Es bedarf hochschulpolitischer Entwürfe von Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbänden, aber auch allen politischen Parteien, die über das Postulat reiner Hochschulfreiheit hinausgehen.

Um die Entwicklung solcher Leitbilder zu fördern, sollten in regelmäßigen Abständen Tagungen stattfinden, in denen sich Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs wie u.a. Umweltverbänden) mit Vertretern aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen treffen, um mögliche Forschungsthemen und -agenden abzustimmen. In einer weiteren Ausbaustufe sollte ein spezifischer Fonds für die Forschungsförderung (z.B. zur Nachhaltigkeitsforschung) aufgelegt werden, über dessen zu beforschende Themen von Seiten der NGOs entschieden wird.

 

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Das Engagement der Zivilgesellschaft im Bereich der Hochschul- und Wissenschaftspolitik hat erfreulich an Dynamik gewonnen. Wichtige Meilensteine waren umfassende wissenschafts- und hochschulpolitische Positionen aus dem Bereich der Gewerkschaften und der Umweltverbände seit 2010 sowie die Gründung der zivilgesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“ im Jahr 2012. Die Forderungen der zivilgesellschaftlichen Organisationen gewinnen zunehmend an Kontur.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.