Ist Wissenschaft für Nachhaltigkeit normativ?

Die Diskussion über eine „transformative Wissenschaft“ löst in Diskussionen immer wieder eine Reihe von Sorgen und Bedenken sowie Fehlwahrnehmungen aus. 12 der wichtigsten Fehlwahrnehmungen greifen wir auf dem Blog sowie im Buch „Transformative Wissenschaft“ (S. 377 f.) auf.

„Ein Grund der Ablehnung transdisziplinärer und gesellschaftsorientierter Wissenschaft basiert auf ihrer vermeintlichen „Normativität“. Eine „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ beschränkte sich z.B. nicht auf wertneutrale Aussagen, sondern umfasse selber Werturteile, die nur in der Sphäre von Politik und Gesellschaft erfolgen sollten.

Transdisziplinäre Wissenschaft umfasst explizit „Zielwissen“, d.h. Wissen über wünschenswerte Zustände und Zukünfte. Zielwissen beinhaltet Werturteile von betroffenen und gestaltenden Akteuren. Indem Zielwissen explizit gemacht wird, wird es einer wissenschaftlichen Perspektive zugänglich. Es kann z.B. mit systemischem Szenario-Wissen genauso wie mit Begründungswissen für Werturteile verknüpft werden. In transdisziplinären Forschungsprozessen passiert genau das. Zielwissen wird dort von wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Akteuren reflektiert und weiterentwickelt. Vermeintlich wertfreie Forschung z.B. zu Technologien oder ökonomischen Instrumenten enthält eine große Zahl impliziter Werturteile, insbesondere wenn sie in der Gesellschaft zu Anwendung kommt. Dies ist die eigentlich kritische Form einer normativen Wissenschaft. (Vgl. zur Vertiefung: „Erweiterte Wissensformen: Vom System- zum Ziel- und Transformationswissens“: S. 69 f.)“

Weitere der 12 Fehwahrnehmungen finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“ auf den Seiten 377 ff.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.

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