„Pioniere des Wandels – Transformationsforschung für eine Kultur der Nachhaltigkeit“ – Veranstaltungsbericht

Den Veranstaltern gelang es durch die Limitierung der Teilnehmer und eine beeindruckende, innovative Methodenauswahl (z.B. durch Formate wie World Cafés, Diskussionspanels, interaktives Theater und Forschungswerkstätten) wirkliche Partizipation zu gewährleisten, um der Problematik der fehlenden konkreten Umsetzung zu begegnen.
Und scheinbar ganz nebenbei wurde kultureller Wandel vorgelebt, ohne ihn explizit thematisieren zu müssen (Beispiele: Kinderbetreuung, Besetzung der Podien und fleischfreies sowie saisonales Catering). Dank hochkarätigem inhaltlichen Input, einer ergebnisorientierten Haltung und ebenso viel Raum für Diskussionen, Vernetzung und Reflexion hatte die Veranstaltung ein konsistentes Format.
Die Forumtheatergruppe Act Back aus Zürich lud auf spielerische Weise dazu ein, den wissens-basierten Teil durch interaktive Theaterszenen, die zu einer tieferen Reflexion anregten, aufzufrischen und so einen persönlicheren Bezug zu den großen abstrakten Fragen des gesellschaftlichen Wandels herzustellen. Improvisierte Theaterszenen dienten dazu, den Teilnehmern ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie so eine Transformation von statten gehen könnte und mit welchen Widerständen zu rechnen sei, zu entlocken („Katalysator-Funktion“).
Ebenso wurde durch die vehemente Abwehr einiger Teilnehmer gegen die, auf einer Konkurrenzidee basierende, Preisverleihung gezeigt, dass der Wunsch, gemeinsam den Mut zu haben, die Transformation zu gestalten, stärker war, als sich mit einzelnen Pilot-Projekten zu profilieren. Problematisch bleibt, wie das Wissensmanagement gestaltet werden kann, damit die Pioniere des Wandels sich austauschen, verbinden und dadurch eine neue, gesellschaftlich anschlussfähige Kultur der gelebten Nachhaltigkeit etablieren können. Dazu müssen die Barrieren, die die Akteure voneinander trennen ebenso wie die bereits bestehenden Gemeinsamkeiten identifiziert werden. Doch allein der kulturelle Wandel von „unten“ wird nicht ausreichen, solange er nicht durch starken, mutigen politischen Willen gerahmt wird, indem beispielsweise der Aufbau einer Transformationsplattform Wissensaustausch und Vernetzung von Pionieren des Wandels gefördert wird.

Einen weiteren Konferenzbericht finden Sie auch unter: http://transformationszeitung.wordpress.com/