Aktuelle GAIA Ausgabe mit Beiträgen zum Thema „Transformation“

Die Zeitschrift GAIA – Ökologische Perspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft enthält in ihrer neuesten Ausgabe einige Beiträge zum Thema Transformation. Dies zeigt, dass das Konzept der „großen Transformation“, wie es vom WBGU im letzten Hauptgutachten in die Debatte eingebracht wurde, von immer mehr WissenschaftlerInnen – zum Teil auch sehr kritisch – als Bezugspunkt der eigenen Arbeit genutzt wird. Die NaWis Runde unterstützt durch eine Mitträgerschaft die GAIA als eine der wichtigsten deutschsprachigen Zeitschriften mit peer-review im Feld der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung.

Adelheid Biesecker und Uta von Winterfeld diskutieren die Frage, ob der Staat oder der Markt der Hauptakteur im Prozess einer „Großen Transformation“ der Gesellschaft sein soll? Und: Welcher Staat und welcher Markt? Sie sind der Meinung, dass eine Transformation Richtung Nachhaltigkeit nicht gelingen kann, wenn alte Rationalitätsmuster – wie die vom starken Staat und vom selbstregulierenden Markt – fortbestehen. Dagegen muss ein demokratischer Prozess stehen, der auf den Fähigkeiten der Bürger(innen) basiert und der emanzipatorische und herrschaftskritische Bewegungen stärkt.

Alte Rationalitätsmuster und neue Beharrlichkeiten. Impulse zu blinden Flecken der Transformationsdebatte (Leseprobe)
Adelheid Biesecker, Uta von Winterfeld
GAIA 22/3 (2013):160-165.
Frank Betker beschäftigt sich mit städtischen Gewerbegebieten und wie hier im Kontext der „Großen Transformation“ Nachhaltigkeit dauerhaft institutionalisiert werden kann. Viele Gewerbegebiete aus den 1960er- und 1970er-Jahren sind heute sanierungsbedürftig. Gleichzeitig schlummert in ihnen ein großes Potenzial für den Klimaschutz. Um sie erfolgreich zu revitalisieren, braucht es nach Betker neue Governance-Modelle – Gewerbegebietsmanagment und standortbezogene Kooperation der Unternehmen.
Nachhaltigkeit institutionalisieren: ein neuer Gesellschaftsvertrag für städtische Gewerbegebiete (open access)
Frank Betker
GAIA 22/3 (2013):178-186.
Schließlich gibt es einen englischsprachigen Beitrag, der die Wirkung des Filme Machens auf eine nachhaltige Konsumorientierung untersucht:
Harald A. Mieg, Judith Bauer and Stephan Bedenk conducted a field experiment to examine whether filmmaking about sustainable consumption can serve as educational tool and will have an effect on students‘ personal behavior. The answer is twofold. Yes, making a topical short film about sustainable consumption subsequently influenced personal behavior. However, it is easier to increase political commitment than to change personal consumption patterns.
Being Moved by Moving Images: The Influence of Filmmaking on Sustainable Consumption Patterns
Harald A. Mieg, Judith Bauer, Stephan Bedenk
GAIA 22/3 (2013):187-194.

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