Lesetipps im Kontext einer Transformativen Wissenschaft

Die Diskussion um einen „Klimawandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem“ berührt viele allgemeine hochschul- und wissenschaftspolitische Themen: eine Bürgerwissenschaft, das zivilgesellschaftliche Engagement von Hochschulen oder neue Ansätze zur Governance der Wissenschaft. An dieser Stelle stellen wir Ihnen aktuelle Veröffentlichungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft vor.

Ein Gedanke zu „Lesetipps im Kontext einer Transformativen Wissenschaft“

  1. Buchvorstellung: Holger Rogall. 100 %-Versorgung mit erneuerbaren Energien. Bedingungen für eine globale, nationale und kommunale Umsetzung. Metropolis-Verlag

    Summary: Auf gut 500 Seiten gelingt es Holger Rogall, eine überzeugende Darstellung von Grundlagen zur möglichen energetischen Selbstversorgung der globalen Gemeinschaft innerhalb der planetarischen Leitplanken zu offerieren, entsprechende Entwicklungspfade offenzulegen und möglichen wie notwendigen Akteuren mit dieser Publikation ein wesentliches Rüstzeug für neue Wege zu bieten.
    Ein beachtenswertes Grundlagenwerk zur Freisetzung von gesellschaftlichem Aktionspotential für nachhaltige Entwicklung, das verantwortlichen Akteuren für erneuerbare Energien auf den verschiedensten Ebenen als Grundlagenmaterial dienen sollte.

    Es zählt zu den großen Herausforderungen, sich in Zeiten kontroverser Diskussionen zur Problematik zukünftiger Energieversorgung mit eigenen bahnbrechenden Ideen und Analysen zu Wort zu melden.
    Holger Rogall und sein Team können vor diesem Hintergrund mit ihrer neuesten Veröffentlichung und den darin gebotenen Problemlösungsansätzen jenseits des Mainstream überzeugen. Ihrem selbst gestellten Anspruch, für die 100%-Versorgung aus erneuerbaren Energien entsprechende wirtschaftliche, technische und politische Strategiepfade darzulegen, können die Verfasser inhaltlich sowie durch gute methodisch-didaktische Grundanlage des Werkes standhalten.
    Dass jenes für die nächsten 30 Jahre angestrebte Ziel nur jenseits bisheriger ökonomischer Theorien und Grundannahmen möglich werden kann, sollte bei diesem Autor nicht verwundern: Zählt Holger Rogall doch seit Jahren u. a. als Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, als aktiver Netzwerker und als Autor eines Lehrbuches zur „Ökonomischen Theorie und Praxis einer nachhaltigen Entwicklung“ zu den Vorreiteren einer neuen Ökonomie, die strenge Nachhaltigkeit weniger als Theorem, wohl aber als die einzige Möglichkeit des Überlebens der Menschheit antizipiert.
    Rogall überwindet tradierte Ansichten der vorherrschenden, immer weniger aktuellen und sich zunehmend selbst entmäntelnden Wirtschaftswissenschaft, die sich noch immer an ihrem idealisierten Bild des „idealen Marktes“ zu laben versucht.

    Das vorliegende Buch soll sich sowohl an einen fachlich versierteren „inner circle“ von Ökonomie- und Energie(sach-)verständigen wie auch an öffentlichere Interessentenkreise richten, die sich mit der Energieproblematik im Kontext nachhaltiger Entwicklung anfreunden konnten oder möchten. Genau da liegen die Stärken des Buches. Aber auch zugleich kleinere Schwächen: Durch die grundlegende Form der Abhandlung relevanter Themenfelder zwischen nachhaltiger Entwicklung, erneuerbarer Energie und Zukunftsanforderungen ist die Lektüre insbesondere Lehrkräften an solchen Bildungseinrichtungen, die Verantwortung für Entwicklungsprozesse wahrnehmen, unbedingt zu empfehlen. Und auf eben diese Zielgruppe könnten zukünftige Auflagen dieses Buches noch konkreter zugeschnitten werden.
    Neben einem vervollständigten Abkürzungsverzeichnis, einem (möglichen) Verzeichnis von Größen und Einheiten und einem konkordanten Sachwortverzeichnis wäre ein separates Personenverzeichnis dem beschriebenen Personenkreis sicherlich sehr hilfreich.
    Methodisch und didaktisch sind Argumentationsstränge und Einschätzungen durch Autor und Team dafür schon bestens aufbereitet, ohne dadurch vom Ziel abzukommen: Multidimensional werden die grundlegenden (theoretisch-technischen) Fragen sowie gesamtgesellschaftliche Gelingensbedingungen für eine 100 %-Versorgung mit erneuerbaren Energien in den Industrie- und Schwellenländern bis etwa zum Jahr 2050 gestellt und zugleich schlüssig beantwortet.
    Die Herausstellung der direkten und indirekten Akteure sowie deren Handlungsmöglichkeiten in diesem Prozess stellen eine wesentliche Bereicherung für das Themenfeld der „erneuerbaren Energien“ im unmittelbaren-, lokalen oder globalen Kontext dar.
    Möglichen Akteuren im Feld nachhaltiger Energieversorgung (von der Pro-Akteursgruppe bis hin zur Kommune oder dem klassischen Energiekonzern) oder solchen, die es werden wollen, werden wesentliche Impulse für gelingende Vorhaben geboten: Diese erzeugen beim Leser deutlich mehr Motivation zum Handeln, als es viele Leitfäden verschiedenster Organisationen erreichen könnten.
    Die in diesem Werk skizzierten Erkenntnisse, Optionen und Handlungsaufforderungen bieten für Multiplikatoren – insbesondere im höheren Bildungsbereich – sowie in Politik und auf kleinteiliger Akteursebene eine wesentliche Grundlage für die Auseinandersetzung mit verkrusteten Entwicklungs-, Wirtschafts-, und Energieversorgungsmodellen.

    Quelle: http://www.joerg-asshoff.de/nachhaltige-entwicklung/rezensionen/

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