Aktuelle Artikel zum Wandel des Wissenschaftssystems und Forschungslücken zum Rebound-Effekt

In den aktuellen Ausgaben der Zeitschriften des oekom-Verlags finden sich einige Artikel von wissenschaftspolischer Relevanz.  In dem Artikel „Wandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem“ der aktuellen Ausgabe „Ökologisches Wirtschaften“ argumentiert Hellmuth Lange, Mitarbeiter am artec-Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen, dass eine gesellschaftliche Transformation in Richtung Nachhaltigkeit auch eine verstärkte Forschung zum Umsetzen dieser Transformation, besonders hinsichtlich steuerungspolitischer und institutioneller Innovationen benötigt. Wenn sich die WissenschaftlerInnen und vor allem die Förderorganisationen nicht stärker engagieren, bleiben vor allem die Fragen nach dem Wie der Nachhaltigkeitstransformation unterbeleuchtet (vgl. Lange 2014, S. 10) .

Deutlich wird dies am aktuellen Defizit in der Forschung zu Rebound-Effekten, die Tillman Santarius in seinem aktuellen GAIA-Artikel „Der Rebound-Effekt: ein blinder Fleck der sozial-ökologischen Gesellschaftstransformation“ in den Blick nimmt. Während die Rebound-Effekte auf Ebene der KosumentInnen empirisch mittlerweile relativ gut belegt sind, bestehen weiterhin große Forschungslücken in der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion über den makro-ökonomischen Rebound-Effekt, also „ein „energieproduktivitätsbedingtes Wirtschaftswachstum“ , infolgedessen sich die Energienachfrage vergrößert (Santarius 2014, S. 113). Dessen Rolle wird bis heute kontrovers diskutiert und in den wirtschaftswissenschaftlichen Modellrechnungen unterschätzt. In den Nachhaltigkeitsstrategien daher allein auf Effizienz-Strategien zu setzen, reicht nach Santarius nicht aus und es müssen die Effizienzpolitiken durch Suffizienz- und Lebensstilpolitiken (vgl. ebd. S.116) ergänzt werden. Diese neuen Politikstrategien müssen wiederum wissenschaftlich untersucht werden.