Impressionen der Tagung „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“

Mandy Singer-Brodowski Mandy Singer-Brodowski

Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt

Am 17. und 18. Juni 2014 veranstaltete die Stiftung Mercator in Berlin die Tagung „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“. Mit vielen hoch-karätigen und internationalen ReferentInnen und knapp 200 TeilnehmerInnen war die Tagung ein Ort des inspirierenden Austauschs. Der vorliegende Bericht bietet eine knappe und notwendigerweise reduzierte Zusammenfassung der komplexen und vielschichtigen Impulse und Diskussionen der Tagung aus Sicht der Autorin.
In seiner Begrüßungsredeerläuterte Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, den Hintergrund des Engagements der Stiftung und machte deutlich, dass mit den internationalen Tagungsgästen ein neues Niveau in die Diskussion gebracht wurde. Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Universität Bonn, zeigte in seinem kurzen Statement, aus der Perspektive eines Universitäts-Rektors auf, dass die Schnittstelle von Wissenschaft und Politik auch für eine einzelne Hochschule ein komplexes Phänomen im Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz sei.
1. Analysing linkages between science and politics
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, zeichnete in seinem Impulsvortrag als Ziel der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik eine Kartographie verschiedener politischer Pfade, die aufgrund wissenschaftlichen Wissens skizziert werden können. Am Beispiel des letzten IPPC, in dem er die Leitung einer Arbeitsgruppe verantwortete, verdeutlichte er warum die Arbeit in solch einem Gremium medial und politisch so sensibel ist. Besonders wichtig schien ihm daher eine Modellierung, Berechnung und Bewertung verschiedener Zukunftszenarien mit ihren jeweiligen Folgekosten und Implikationen (beispielsweise für die verschiedenen Annahmen über eine Erhöhung des Weltklimas von 2°, 3° und 5° Celsius). Dann können PolitikerInnen unter den Bedingungen unsicherer Wissensbestände mithilfe einer Karte unterschiedlicher wissenschaftlicher Expertise manövrieren.
Prof. Sir Peter Gluckmann, Chief Science Advisor des Neuseeländischen Ministerpräsidenten, erläuterte in seinem Vortrag die Rolle eines Chief Science Advisors als konkretes, angelsächsisch geprägtes Modell die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik zu gestalten. Als knowledge broker müssen die Science Adivors sehr genau zwischen wissenschaftlich produziertem Wissen und (politischen) Werten unterscheiden und Vertrauen zwischen Netzwerken der verschiedenen Stakeholder schaffen. In den vergangenen Jahren lässt sich nach Peter Gluckmann international die Tendenz beobachten, dass sich ein utilitaristischeres Verständnis von Wissenschaft im Sinne der Förderung nationaler Interessen und gesellschaftlich eingeforderter Forschung durchsetzt. Vor diesem Hintergrund sei es für die Glaubwürdigkeit des Wissenschaftssystems zentral, dass WissenschaftlerInnen sich nicht als Anwälte spezieller Positionen verkaufen.

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