Diskussionsbeitrag: Veröffentlichung der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung – von Steffi Ober

„Gründungsgesellschafter (des Hauses der Zukunft) sind neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung die Wissenschaftsorganisationen Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz. Aus der Wirtschaft beteiligen sich bisher die Unternehmen BASF, Bayer, Boehringer Ingelheim Pharma, Siemens und Infineon. Auch die Deutsche Telekom-Stiftung ist von Anfang an mit dabei. Weitere Gesellschafter sind eingeladen mitzuwirken“

Auch hier lässt sich nur konstatieren – schade, eine verpasste Chance des Dialoges und der Kommunikation im Sinne von Co-Design, Co-Production und Co-Kommunikation. Die etablierte, gut eingespielte Allianz zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bespielt das Feld, die viel umworbene Gesellschaft sitzt auf den Zuschauerplätzen. Ärgerlich, wenn man sich vorstellt, was sich mit den Steuergeldern mit wirklich neuen Akteuren aus den vielfältigen neuen Verbänden und Initiativen aus der Wissenschaft und Zivilgesellschaft gestalten ließe.

 

Positiv fällt auf, dass die Technikfolgenabschätzung stärker gewichtet wird, sie soll in Zukunft partizipativer und intensiver in den Ministerien geführt werden „unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern“.

Die Umsetzung der Hightech Strategie wird auch diesmal von einem Expertengremium, der Forschungsunion, begleitet. Diese soll schlanker werden und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einbeziehen. Man darf gespannt sein, wer hier vertreten sein wird. In den Vorgängergremien war an gesellschaftlichen Akteuren nur die Gewerkschaft vertreten.

 

Partizipation wird groß geschrieben und zieht sich durch alle Bereiche der Hightech-Strategie. Partizipation braucht jedoch Formate und Konzepte, eine Idee, wer warum wann mit welchem Ergebnis partizipieren soll. Die Gefahr besteht, dass sich Bürgerdialoge erschöpfen, wenn die Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass ihre Ideen und Bedenken im politischen Alltag keine Umsetzung finden. Das 8. europäische Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 zeigt, wie man es besser machen kann. Bereits im 7. FPR wurden Forschungsaufträge ausgeschrieben, um zu prüfen, wie das public engagement ausgestaltet werden kann. Auf welcher Ebene werden besser zivilgesellschaftliche Organisationen einbezogen, die Interessen bündeln und langfristig verfolgen können, wo passt besser Citicen Science oder ein Bürgerdialog? Hier liegen in Consider oder Engage 2020 Daten und Analysen mit wertvolle Erkenntnissen vor, die auch zum Gelingen der  Hightech-Strategie der Bundesregierung beitragen könnten.“