Diskussionsbeitrag: Zur Gründung des „Haus der Zukunft“ – Kommentar von Reinhold Leinfelder zum Diskussionsbeitrag von Steffi Ober

leinfelderNov2012 Prof. Dr. Reinhold Leinfelder

Gründungsdirektor des „Haus der Zukunft“

Steffi Ober schreibt in ihrem Beitrag vom 9.9. im Hinblick auf die Vorstellung der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung u.a.:

„Deshalb solle die Gesellschaft „Technologieaufgeschlossener“ werden. Man könnte es auch anders formulieren: sie solle weniger technologiekritisch sein.“ …. „Leider zieht sich im gesamten (Anm:letzten) Kapitel (Anm.: der Hightechstrategie) der überholte Ansatz durch, dass Wissenschaft nur gut aufbereitet und erklärt werden muss, damit das ‚von den Menschen verstanden, angenommen und angewendet wird‘. Dies trifft auch für das Haus der Zukunft zu …“  
Da Frau Obers Einschätzung nach dieser Ansatz also auch auf das Projekt Haus der Zukunft zutrifft, erlaube ich mir hier eine Stellungnahme. Ich sehe zum einen ein gewisses Missverständnis – so ist eine grundsätzliche Technologieaufgeschlossenheit meines Erachtens nicht automatisch gleichzusetzen mit „weniger technologiekritisch“. Zum anderen ist es natürlich legitim und notwendig, die kommunikativen Aufgaben des Haus der Zukunft  zu hinterfragen. Es wäre auch aus meiner Sicht tatsächlich völlig falsch, wenn Wissenschaftskommunikation für die Zukunft nur in einer aufbereitenden und didaktischen Weise „von oben herab“ betrieben würde. Natürlich geht es nun darum, das Haus der Zukunft, bei dem ja gerade erst die Trägergesellschaft gegründet wurde und ich als Gründungsdirektor erst seit einigen Tagen (d.h. seit 1.9.2014) im Amt bin, sukzessive mit Inhalt und Leben zu erfüllen. Hier ein paar erste Gedanken dazu: Beim Haus der Zukunft ist es mir als Gründungsdirektor selbstverständlich ganz besonders wichtig, ALLE, d.h. insbesondere auch die Zivilgesellschaft intensiv mit einzubinden. „Die“ Politik, aber auch „die“ Wissenschaft, „die“ Wirtschaft oder „die“ NGOs/Initiativen werden eine Transformation in die Zukunft nicht jeweils alleine, sondern nur im Zusammenspiel  mit der gesamten Zivilgesellschaft hinbekommen, so wie dies auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen in seinem Gutachten „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ auf den Punkt gebracht hat. (An diesem sowie weiteren Gutachten habe ich als damaliges WBGU-Mitglied selbst mitgearbeitet, natürlich sehe ich es damit auch für mein Wirken als verpflichtend an).