„Lost in the Anthropocene? – Nachhaltige Wissenschaft in der Epoche der Menschheit“ – Tagung des ISOE am 21.11.14 in Frankfurt am Main

Die Menschheit formt die Natur in einem Ausmaß, sodass nicht länger natürliche, sondern gesellschaftliche Prozesse die treibende Kraft auf unserem Planeten sind – so lautet kurzgefasst die These vom Anthropozän. In den Geowissenschaften steht sie für nicht weniger als einen Epochenwechsel und wird hier entsprechend intensiv diskutiert. Welche Bedeutung und welche Folgen die Diagnose von der „Epoche der Menschheit“ außerhalb dieses Diskurses hat, zeichnet sich dagegen erst in Ansätzen ab. Dabei beschreibt die Zeitdiagnose des Anthropozän einen der wichtigsten Perspektivwechsel der vergangenen 100 Jahre: Gesellschaft und Natur sind so eng verwoben, dass sie nicht mehr unabhängig voneinander untersucht werden können. Eine fundierte Rezeption dieser Erkenntnis fehlt bislang vor allem dort, wo zu Übergängen in eine nachhaltige Entwicklung geforscht wird. Unklar ist zum Beispiel, ob aus dem Blickwinkel des „Anthropozän“ ein neues Grundverständnis der Beziehungen zwischen Natur und Gesellschaft erkennbar wird und welche Rückwirkungen diese Zeitdiagnose für die Gestaltung einer Nachhaltigen Entwicklung hat. Und nicht zuletzt: Ändern sich Rolle und Verantwortung von Wissenschaft bei der Entwicklung von Zukunftsvisionen? Muss gesellschaftliche Partizipation am wissenschaftlichen Erkenntnisprozess neu gedacht werden? Mit der Tagung wollen die OrganisatorInnen des Instituts für sozial-ökologische Forschung der Suche nach Antworten auf diese und weitere Fragen Raum geben. Kurze Fachvorträge und unterschiedliche Dialogformate sollen zum Austausch, zum Nachdenken und zur Positionsbestimmung anregen.
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