„Zeitdiagnose Anthropozän – Konsequenzen für die Wissenschaft“ – Rückschau auf die 25 Jahresfeier des ISOE

Die 25 Jahresfeier des ISOE –  Instituts für sozial-ökologische Forschung Frankfurt Lost in the Anthropocene? Nachhaltige Wissenschaft in der Epoche der Menschheit stellte die Frage nach der Rolle der Wissenschaft im Zeitalter der Menschheit (Anthropozän) in den Mittelpunkt. Rund 130 TeilnehmerInnen hörten und diskutierten unter anderem Vorträge von Dr. Thomas Kluge, Mitbegründer des ISOE,  Prof. Dr. Heike Egner, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Prof Dr. Harald Welzer, Mitbegründer und Direktor der gemeinnützigen Stiftung FUTURZWEI.  Die Frage nach der Zukunft der Wissenschaft hatte am Vorabend der Tagung auch Helga Nowotny, frühere Präsidentin des Europäischen Forschungsrates ERC aufgegriffen. In ihrem Festvortrag „Die Welt von Morgen“ im Frankfurter Museum Angewandte Kunst anlässlich des 25-jährigen Bestehens des ISOE zeigte sie sich überzeugt, dass eine disziplinäre Abgrenzung nicht zeitgemäß und nicht hilfreich sei, um Herausforderungen zu begegnen, die ihrer Art nach ja auch nicht disziplinär seien. Nowotny betonte die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Sichtweise, die Komplexität erfassen kann, um die unbeabsichtigten Folgen menschlichen Handelns besser verstehen zu können: „Alle zukünftige Geschichte wird auf dem Verständnis von gesellschaftlichen Naturverhältnissen und auf einer adäquaten Umsetzung in Handeln beruhen, oder es wird sie nicht geben.“ Auch Thomas Jahn, Mitbegründer des ISOE und Sprecher der Institutsleitung, griff den Gedanken einer sich verändernden Wissenschaft auf. „Die Idee vom Anthropozän wird die Diskussion um Nachhaltigkeit und auch die Wissenschaft verändern“, sagte Jahn. Er gehe davon aus, dass die Notwendigkeit von Transformationen noch deutlicher erkennbar werde. Ein geeigneter Wissenschaftsmodus sei hierfür die Transdisziplinarität, eine problemorientierte Herangehensweise, die nicht nur Disziplinen überschreitet, sondern neben dem wissenschaftlichen Wissen auch das Praxiswissen gesellschaftlicher Akteure in den Forschungsprozess einbezieht. Diese Herangehensweise werde in Zukunft zum „Referenzrahmen für eine Wissenschaft, die sich mit Fragen nachhaltiger Entwicklungen beschäftigt.“

Das ISOE gehört zum Netzwerk der unabhängigen Nachhaltigkeitsforschungsinsitute, Ecornet, und feiert aktuell sein 25 jähriges Bestehen. Eine detailliertere Rückschau auf die Tagung erhalten Sie hier.

Ein Gedanke zu „„Zeitdiagnose Anthropozän – Konsequenzen für die Wissenschaft“ – Rückschau auf die 25 Jahresfeier des ISOE“

  1. Hallo alle

    ich will auf ein kleines Medienexperiment hinweisen, das ich mit Beginn des neuen Jahres 2015 gestartet habe.
    Kein minutiös geplantes Projekt, sondern mehr eine journalistische Fingerübung. Aber mit Potenzial, wie ich denke. DTA wird sich von selbst entwickeln.

    Das tägliche Anthropozän – Bisherige Ausgaben :

    1.1.2015 – Ein Editorial: Warum dieses
    https://www.facebook.com/manfred.ronzheimer/posts/844778355574215

    2.1.2015 – taz-Sonderausgabe: „Wie andere die Welt sehen“
    https://www.facebook.com/manfred.ronzheimer/posts/845220562196661

    3.1.2015 – Der Katalog zur Münchener Ausstellung
    https://www.facebook.com/manfred.ronzheimer/posts/846043422114375

    4.1.2015 – Die Schwachstellen des IASS Potsdam
    https://www.facebook.com/manfred.ronzheimer/posts/846877968697587

    Ich teile das auch deshalb an dieser Stelle mit, weil zu meiner Überraschung das „Anthropozän“ auf dem NaWis-Blog so gut wie garnicht vorkommt. Nur drei Treffer für vier Jahre! Ich werde die gründe recherchieren. Auf jeden Fall kommt von mir noch eine ausführliche Auswertung der ISOE-Konferenz.

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