Tagungsbericht: „Zukunftsfähige Entwicklung und Generative Organisationskulturen“ (ZEGO)

Am 12. und 13. Februar 2015 fand an der Hochschule Bochum beim Institut für Bildung, Kultur und Nachhaltige Entwicklung (IBKN) das Symposium „Zukunftsfähige Entwicklung und Generative Organisationskulturen“ statt. Ein ausführlicher Bericht über das Symposium mit Links zu den einzelnen Vorträgen ist nun von Matthias Reeg (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Technische Thermodynamik, Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung) erstellt worden.

Der wissenschaftliche, politische und soziale Diskurs, warum unser Gesellschaftssystem mit seinen heterogenen Akteursstrukturen und organisationalen Institutionen wie Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen sowie den politischen und zivilgesellschaftlichen Betrieb die Transformation hin zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Entwicklung bewerkstelligen muss, wurde in den letzten beiden Jahrzehnten in inter- und transdisziplinären Untersuchungen ausführlich analysiert sowie Handlungsbedarf identifiziert.

Auf welche Art und Weise diese Transformation jedoch gelingen kann und vor allem welche Voraussetzungen und Handlungskompetenzen in den verschiedenen Organisationskulturen dafür von Nöten sind, ist bis heute in vielen teilgesellschaftlichen Bereichen recht unklar und diffus. Diesen „Nebel“ zumindest etwas zu lichten und Organisationen zu befähigen, gestörte interne Abläufe sowie Fehlentwicklungen entgegen zu wirken, war Schwerpunkt des hochkarätig besetzten Symposiums „Zukunftsfähige Entwicklung und generative Organisationskulturen“ am 12. und 13. Februar 2015 an der Hochschule Bochum.

Als Organisator der Veranstaltung gab Prof. Andreas Metzner-Szigeth zu Beginn eine Einführung in die Thematik, nebst Problemaufriss und Überblick bisheriger Forschungsansätze. Die zentrale These seines Vortrags, von der ausgegangen werde, ist die Behauptung, dass Nachhaltige oder Zukunftsfähige Entwicklung mehr als jedes andere Fortschrittsparadigma auf (funktionierende) Kommunikation und (gelingende) Verständigung angewiesen sei. Ausgehend davon ergab sich die forschungsleitende Fragestellung des Symposions: Was passiert, wenn diese beträchtlichen Bedarfe an Kommunikation und Verständigung manifest und akut werden? Es also darum geht,  von der Organisation definierte Ziele bezüglich der Umsetzung nachhaltigen Handels praktisch umzusetzen? Hier bieten sich nach Ansicht von Prof. Andreas Metzner-Szigeth drei Anknüpfungspunkte: der Theorie- und Forschungsansatz der Organisationskultur aus dem HSE-Management, der integrative Nachhaltigkeits-Ansatz der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren, sowie die IWÖ/IFOKStudie, die sich mit den institutionellen Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung auseinander setzt. Von dieser These ausgehend wurde im Folgenden in insgesamt zwölf Vorträgen von hochrangigen Vertretern unterschiedlichster Forschungsbereiche die Problemlage aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Dabei wurden Grundprinzipien und Interventionsvorschläge dargelegt, wie sich Organisationen hin zu einem stärkeren nachhaltigen Handeln, (sozialen) Innovationen sowie neuen Kommunikationsformen und Managementsystemen entwickeln können.