„Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“ – Fachgespräch im Deutschen Bundestag am 14.10.

Am Mittwoch, den 14. Oktober 2015, fand im Deutschen Bundestag als 43. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung um 09:30 Uhr, ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“ statt. Eingeladen waren sieben ExpertInnen:

  • Prof. Dr. Antje Boetius (Professorin für Geomikrobiologie, Universität Bremen, Vorsitzende des Lenkungsausschusses von Wissenschaft im Dialog (WiD))
  • Thomas Korbun (Wissenschaftlicher Geschäftsführer Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH, Berlin, Sprecher des Ecological Research Network (Ecornet))
  • Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (Direktor Haus der Zukunft gGmbH, Berlin)
  • Dr. Volker Meyer Guckel (Stellvertretender Generalsekretär Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V., Berlin)
  • Dr. Steffi Ober (Projektleiterin der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende; VDW e.V., Berlin
  • Julia Wandt (Vorsitzende des Bundesverbandes Hochschulkommunikation Universität Konstanz, Leiterin der Stabsstelle, Pressesprecherin Kommunikation und Marketing)
  • Jan-Martin Wiarda (Journalist für Bildung und Wissenschaft, Teltow)

Das komplette Fachgespräch ist als Video durch den deutschen Bundestag aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt worden.

Tenor des Fachgesprächs war, dass sich der Wissenschaftsjournalimus u.a. aufgrund der sinkenden Zahl der kritisch berichtenden Wissenschaftsjournalisten in einer Krise befinde (siehe dazu auch der kritische Kommentar zum Fachgespräch von Manfred Ronzheimer, sowie der taz Artikel vom 16.10.). Im Kontrast dazu stehe die Wissenschaftskommunikation, die mithilfe einer Fülle an Formaten und Kommunikationskanälen einen zunehmenden Stellenwert im Wissenschaftssystem erreicht hat (Stichwort Wissenschafts-PR). Als dritter Schwerpunkt der Wissenschaftskommunikation wurde die Kommunikation der Wissenschaft mit der Gesellschaft und außerwissenschaftlichen Akteuren durch Partizipation und Einbindung im Kontext transdisziplinärer Forschung zu großen Gesellschaftlichen Herausforderungen diskutiert. Die Sachverständigen stimmten darin überein, dass die Wissenschaftskommunikation nicht mehr nur als einseitige Kommunikationsbotschaft von der Wissenschaft in die Gesellschaft gerahmt werden kann, sondern partizipative Formate eingesetzt und (weiter-)entwickelt werden müssen. Diese Partizipation von BürgerInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen würde dann, so zumindest einige Sachverständige, auch in Teilen für Forschungsagenden und Forschungsprozesse gelten. Wichtig dabei sei jedoch, dass die Ergebnisse partizipativer Formate in der Wissenschaft auch reale Folgen für Forschung und Forschungsagenden haben. Hier wurde der Vorschlag unterbreitet an dem Programm für Sozial-ökologische Forschung anzusetzen, in dem bereits transdisziplinäre Projekte zu Themen wie Nachhaltiges Wirtschaften, Transformation des Energiesystems oder Nachhaltiger Konsum gefördert werden. Da in diesem Programm die Methodenentwicklung für die transdisziplinäre Kooperation und die Wissenschaftskommunikation kein Schwerpunkt darstelle, könnten zusätzliche Vorhaben dort eine partizipative Wissenschaftskommunikation unterstützen.

Die Stellungnahmen der ExpertInnen inklusive ihrer zentralen Thesen sind auf der Seite des Bundestags als PDFs verfügbar.

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