Interkolloquium der Reallabore Stadt in Baden-Württemberg

Am 6. Juli fand an der Universität Stuttgart ein Interkolloquium für die zweite Förderreihe „Reallabore Stadt“ in Baden-Württemberger statt.
Auf dem Interkolloquium stand der Austausch zwischen den Reallaboren sowie die Diskussion und Weiterentwicklung der methodischen Reallabor-Forschung gemeinsam mit internationalen Expertinnen und Experten auf der Agenda.
Theresia Bauer, die Baden-Württembergische Wissenschaftsministerin eröffnete persönlich das Interkolloquium und unterstrich die Bedeutung des innovativen Forschungs- und Transformationsformats für eine nachhaltige Entwicklung. Das Ministerium wolle und werde das ambitionierte Format der Reallabore auch in den nächsten Jahre weiterhin nach Kräften unterstützen.

Mit dabei waren neben einer Reihe der Projekte aus der ersten Förderlinie alle sechs Reallabore der zweiten Förderlinie, die zunächst Ministerin Theresia Bauer und den anwesenden Expert_innen den aktuellen Stand ihrer Vorhaben präsentierten. Eine Übersicht über alle Reallabore in Baden-Württemberg bietet inzwischen auch ein Wikipedia-Artikel „Reallabor„.

Neben Impulsen zum Forschungsmodus der nah verwandten urbanen Living Labs durch Prof. Dr. James Evan (Manchester) und den Herausforderung von „Real-world labs“ durch Prof. Dr. Andrew Karvonen (Stockholm) wurde in Workshops und einer abschließenden Fish-Bowl-Diskussion an Perspektiven für die Reallaborforschung gearbeitet.
In den Workshops wurde ausgiebig zur vielfältigen und oft herausfordernden Rolle von Forschung in den neuen Formaten diskutiert. Ebenfalls wurden die Herausforderungen der konkreten Interventionen, gemeinsame Lernprozesse und insgesamt die Bedeutung von transformativer Forschung erörtert.

In der abschließenden Fishbowl-Diskussion wurde deutlich, dass die Community an der Verknüpfung von Erfahrungen aus über 20 Jahren transdisziplinärer Forschung und dem an vielen Stellen verwandten Konzept der Reallabore arbeitet. Dieser Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen und sollte immer wieder fruchtbar fortgeführt werden, wie Prof. Dr. Martina Schäfer betonte. Auch der Anspruch an ein echtes gemeinsames Co-Design zwischen Wissenschaft und Praxis wurde diskutiert und unterstrichen. Prof. Dr. Michael Stauffacher fand zum Ende diesbezüglich nachdenkliche Worte: einerseits sei es natürlich zu begrüßen, wenn das Format der Reallabore finanziell umfangreich unterstützt werde, gleichzeitig dürfe dies nicht dazu führen, dass neue Akteure aus primärem Interesse an den Fördertöpfen und geringem Bezug zur transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung das Feld übernähmen.

Eine große Abschlusskonferenz der Förderlinien ist für April 2018 geplant.

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