Abschluss des Projekts „Wohlstands-Transformation Wuppertal“

Am Dienstag den 06.03. ging das Forschungsprojekt „Wohlstands-Transformation Wuppertal – ein urbanes Transformationslabor für nachhaltiges Wirtschaften (kurz: WTW)“ mit der Präsentation der Ergebnisse und einer Abschlussveranstaltung in der City-Kirche Elberfeld zu Ende. In den drei Jahren des Projektes untersuchten das Wuppertal Institut, das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit und die Bergische Universität Wuppertal, wie Wissenschaft gemeinsam mit Zivilbevölkerung, Stadtverwaltung und lokalen Unternehmen die Lebensqualität einer Großstadt im Strukturwandel verbessern können. Finanziert wurde es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der „Forschung für nachhaltige Entwicklung„.

Inhaltlich gliederte sich das gesamte Projekt in drei Eckpfeiler:

Wohlstand:
Im Zentrum stand die Reflexion und Erweiterung eines eng auf materielle Aspekte beschränkten Verständnisses von Wohlstand. Ausgehend von den Dimensionen des Guten Lebens des Better-Life-Index der OECD sollen zur Messung des gesellschaftlichen Wohlstandes neben ökonomischen auch soziale, ökologische und kulturelle Merkmale erfasst werden, um die unpräzise Gleichsetzung von Wohlstand und Wirtschaftswachstum aufzulösen. Am Ende wurden die 12 Wuppertaler Dimensionen des Guten Lebens erstellt und in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren mit Bürgerinnen und Bürgern überprüft und erweitert. Die Dimensionen umfassen: „Einkommen / Arbeit / Wohnen / Infrastruktur / Sicherheit / Bildung / Freiheit & Kultur / Umwelt / Gesundheit / Engagement / Gemeinschaft / Zufriedenheit“.

Wissenschaft:
Das Projekt wurde geprägt durch das Leitbild der Transformationsforschung, also dem beschreiben und erklären von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, sowie der transformativen Forschung, die selbst Veränderungen initiiert und unterstützt.
Daher waren einzelne Projekte in den Stadtteilen und im gesamten Stadtgebiet zentraler Forschungsgegenstand des Projektes. Einige dieser Projekte waren bereits vor Beginn der Forschung aktiv und wurden dann durch die Forschenden begleitet und beraten, andere Projekte wurden erst durch die Mitarbeit der Forschenden ins Leben gerufen. Das Reallabor war dabei das zentrale Forschungskonzept, da Reallabore häufig Stadtquartiere als räumlichen Bezugspunkt haben, eigneten sie sich besonders im Kontext des WTW-Projektes.

Wuppertal:
Den räumlichen Rahmen der Teilprojekte bildeten drei städtische Quartiere:
Im Quartier am Arrenberg initiierte der Verein „Aufbruch am Arrenberg“ Maßnahmen im Bereich der Ernährung, im Mirker Quartier wurde vor allem der Austausch zwischen dem interessierten Publikum und den beteiligten Akteuren im „Forum Mirke“ ermöglicht und eine Gruppe zur Betreuung von Forschungsarbeiten rund um das WTW-Projekt gegründet, im Stadtteil Wichlinghausen-Oberbarmen initiierten die Forschenden zusammen mit dem Wuppertaler Büro für Quartierentwicklung und aktiven Bürger*innen die Initiative  „Hauhüten“ zur niederschwelligen Belebung leerstehender Wohnung. Hinzu kam die Untersuchung der Bundesstraße 7, die zentrale Verkehrsader Wuppertals, die während des Projektzeitraums für umfassende Umbaumaßnahmen gesperrt war.

Eine übersichtliche Abschlussbroschüre der Ergebnisse ist online verfügbar.