IZT stärkt nachhaltige Zukunftsforschung im Ecological Research Network

Das Netzwerk führender außeruniversitärer, gemeinnütziger Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland (Ecornet) heißt sein achtes Mitglied willkommen: Das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung aus Berlin. Seit 1981 zeigt das Institut ökologische, soziale und wirtschaftliche Chancen und Risiken neuer Technologien auf und bringt darüber hinaus Expertise in beteiligungsorientierten Methoden der Zukunftsforschung mit. „Wir freuen uns, mit dem IZT einen neuen Partner im Ecornet zu haben, dessen Impulse aus der Zukunftsforschung unser Netzwerk stärken werden“, heben die beiden Ecornet-Sprecher Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), und Andreas Kraemer, Direktor des Ecologic Instituts, hervor.

Das IZT arbeitet anwendungsorientiert und forscht – ähnlich wie die anderen Ecornet-Partner – in interdisziplinären Teams eng mit Ministerien, Stiftungen, Branchenverbänden, Unternehmen und Zivilgesellschaft zusammen. In das Netzwerk einbringen will das IZT auch seine Erfahrungen aus der Konsortialträgerschaft des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, in dem das IZT Dialogprozesse und Diskursanalysen entwickelt.

Dr. Roland Nolte, Geschäftsführer des IZT: „Wir freuen uns sehr auf den Austausch und die enge Kooperation mit den anderen Pionieren der Nachhaltigkeitsforschung.“ Auch Prof. Dr. Michael Opielka, Wissenschaftlicher Direktor des IZT, ist optimistisch: „Der schwarz-rote Koalitionsvertrag sieht ausdrücklich mehr vorausschauende Kompetenz in den Ministerien vor und fordert mehr Wirkungsanalysen. Wir freuen uns darauf, hier unsere Expertise einzubringen.“

www.ecornet.eu

Weitere Aktivitäten von Vorreiter-Instituten und Pilothochschulen finden Sie hier.

Anschluss an die Praxis: Leitlinien für die Nachhaltigkeitsforschung

Es gehört zu den Aufgaben der Forschung, Politik in Fragen nachhaltiger Entwicklung mit anschlussfähigem Wissen zu unterstützen. Damit die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Projekten aber auch tatsächlich in die politische Praxis einfließen können, sind anerkannte und verbindliche Leitlinien notwendig. Dies ist ein Ergebnis der Fachtagung „Politikrelevante Forschung für eine nachhaltige Entwicklung – Herausforderungen und Lösungsansätze“ des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts am 18. Juni 2013 in Berlin. Die Tagung war Teil des vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung koordinierten Projekts „Wirkungsvolle Politikberatung durch Nachhaltigkeitsforschung“. In Zusammenarbeit mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) der Freien Universität Berlin haben die beteiligten Expert/innen Anforderungsprofile für eine politikrelevante Nachhaltigkeitsforschung entwickelt.

Verbindliche Leitlinien für Wissenstransfer

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Wolfang Marquardt, betonte in seiner Keynote, dass verbindliche Leitlinien vor allem den Wissenstransfer zwischen Forschung und Politik adressieren müssen. „Dieser Transfer ist als Dialog zu gestalten, und er beginnt bereits bei der Problembeschreibung und Zielbestimmung von Forschung“, so Marquardt. Als Ergänzung zu den etablierten wissenschaftlichen Gütestandards könnten entsprechende Leitlinien zur Verbesserung und Sicherung der Qualität von Nachhaltigkeitsforschung beitragen – eine Funktion, so Marquardt, die auch die vom ISOE mitentwickelten Anforderungsprofile erfüllen.

Partizipatives „Agenda-Setting“ und Referenzprojekte für „gute Nachhaltigkeitsforschung“

Auf der Tagung diskutierten 70 Expertinnen und Experten aus Forschungsförderung, Politik, Verwaltung, Beratungsgremien, Akademien und Forschung darüber, wie Nachhaltigkeitsforschung besser auf den jeweils aktuellen politischen Wissens- und Beratungsbedarf ausgerichtet werden kann. Lösungsvorschläge zielten dabei zum einen auf die Stärkung des partizipativen „Agenda-Setting“ der Forschung, zum anderen auf die Etablierung von Referenzprojekten für „gute Nachhaltigkeitsforschung“. Auch die konsequente Förderung von Dialogaktivitäten sowie die engere Abstimmung zwischen Forschungsförderung und dem politischen Programm innerhalb der Ressorts könnten den Anschluss von Forschungsergebnissen an politisches Handeln optimieren.

Die Ergebnisse der Tagung werden im Abschlussbericht des Projekts dokumentiert, der im Spätsommer veröffentlicht werden wird.

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Mehr zum Projekt

Download (pdf): Politikrelevante Nachhaltigkeitsforschung
Anforderungsprofil für Forschungsförderer, Forschende und Praxispartner aus der Politik zur Verbesserung und Sicherung von Forschungsqualität – Ein Wegweiser

Forschungskonferenz: Klimarobustes und nachhaltiges Deutschland – Wie gestalten wir die Transformation?

Zur Diskussion künftiger Forschungsschwerpunkte lädt das Umweltbundesamt Akteure der Klimaanpassungs- und Nachhaltigkeitsforschung sowie der Forschungsförderung am 11. und 12. Juni 2013 nach Dessau ein.

Dreiklang aus Nachhaltigkeits-, Transformations- und Anpassungsforschung

Die deutsche Klimapolitik zielt sowohl auf die Vermeidung von Treibhausgasen als auch auf die Anpassung an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels. Zudem sind die sozialen und ökologischen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung weiterhin Treiber für zukunftsorientierte Politik und Forschung.

Die diesjährige Forschungskonferenz des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt stellt die Forschung zur Anpassung an den Klimawandel in Bezug zu Zielen und Konzepten einer nachhaltigen Entwicklung und sozial-ökologischen Transformationsprozessen. Im Fokus stehen Verbindungen von Anpassungsforschung, Nachhaltigkeitsforschung und der Forschung für eine „Große Transformation“ (WBGU).

Klimaschutz, Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Transformation – Wie können diese Forschungsfelder zukünftig noch stärker verschränkt werden, um Impulse für ein nachhaltiges und klimarobustes Deutschland zu entwickeln?

Die Konferenz bietet einen Rahmen, um u. a. folgende Fragen zu diskutieren und weiter zu entwickeln:
► Wie lassen sich Erkenntnisse aus der Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung stärker in der Anpassungsforschung berücksichtigen?
► Was ergibt sich aus der Anpassungsforschung für die Gestaltung nachhaltiger Zukünfte?
► Welche Erkenntnisse lassen sich für erfolgreiche Forschungs- und Politikansätze weiterentwickeln?
► Wie lassen sich Anstöße zur Veränderung der Forschungslandschaft entwickeln?

Interaktives Format – neue Forschungsthemen gemeinsam entwickeln

Diskussion und Austausch sowie die gemeinsame Entwicklung innovativer Forschungsthemen und -fragen stehen im Mittelpunkt der Konferenz. Akteure der Forschung und der Forschungsförderung sind dazu eingeladen, ihr Wissen und ihre Expertise einzubringen, um die zentralen Themen und Fragen für eine nachhaltige und klimarobuste Gesellschaft zu identifizieren.

Die Diskussionen erfolgen in parallelen Arbeitsgruppen. Für die Identifikation der Themen und Leitfragen der Arbeitsgruppen werden die Teilnehmenden bereits bei der Anmeldung aktiv im Rahmen einer Befragung mit einbezogen. Die Ergebnisse der Befragung werden in die Konzeption der Arbeitsgruppen und die Entwicklung von Leitfragen einfließen.

Veranstalter: Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt

Konzeption und Durchführung: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)


Weitere Informationen und Anmeldung

IÖW stellt Grundzüge der „transformativen Forschung“ im Wissenschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vor

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung war am 13. März 2013 zu einer Anhörung im Wissenschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses eingeladen, um die Grundvorstellungen der „transformativen Forschung“ darzustellen. Die Grünen im Abgeordnetenhaus hatten die Einladung durch den Ausschuss initiiert. Der Wissenschaftliche Geschäftsführer des IÖW Thomas Korbun ist seit langem wissenschaftspolitisch aktiv und hatte nahegelegt, das Thema in den Ausschuss einzubringen. Die Präsentation vom Leiter des IÖW-Forschungsfeldes Umweltpolitik und Umweltökonomie Ulrich Petschow zum Tagesordnungspunkt „Transformative Wissenschaften – ein zukunftsorientierter Schwerpunkt in Berlin?“ wurde im Ausschuss mit Interesse aufgenommen.

Praxisbeispiele zeigen Relevanz des Themas

Es gab eine Reihe von Nachfragen von den verschiedenen Fraktionen. Die Relevanz des Themas erläuterte Petschow vor allem über Praxisbeispiele sowie über Aktivitäten aus anderen Bundesländern. Ein sehr aktuelles Beispiel aus dem Themenspektrum mit lokalem Bezug ist etwa das Projekt „Klimaneutrales Berlin“. Wie kann die Stadt es schaffen, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden? Diese Frage, die derzeit von einem Projektkonsortium unter Beteiligung des IÖW im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt untersucht wird, sei ein Paradebeispiel für transformative Forschung, so Petschow. Ein Good-Practice-Beispiel auf Länderebene stelle z. B. die neue NRW-Forschungsstrategie „Fortschritt NRW“ dar, die Transformationsherausforderungen benennt und Ansatzpunkte für die transformative Forschung aufzeigt.

Senatorin Scheeres: „Transformative Forschung“ soll auf die Berliner Agenda

Die Grünen im Wissenschaftsausschuss verwiesen auf die hohe Relevanz dieses Ansatzes. Die Piraten-Fraktion stellte die Themen Transformation und transformative Forschung in Bezug zu ihren Kernvorhaben, wie etwa dem bedingungslosen Grundeinkommen oder der sogenannten „Share Economy“. Die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft Sandra Scheeres von der SPD bekundete ihr Interesse an dem Ansatz und verwies darauf, dass man das Thema auf die Agenda für die Berliner Wissenschaftspolitik nehmen wolle.

Mehr Informationen zum Ausschuss für Wissenschaft des Berliner Abgeordnetenhauses