Reallabor Symposium am 27.04.2018 in Karlsruhe

Am 27. April 2018 fand im Bürgerzentrum Südstadt in Karlsruhe das Reallabor Symposium statt. Die Reallabore, ihre Ergebnisse und Erfahrungen aus über 3 Jahren Reallabor-Forschung in Baden-Württemberg bildeten den Mittelpunkt der Veranstaltung flankiert von Inputs und Reflexionen aus Wissenschaft und Politik, interaktiven Elementen und einem festlichen Abendprogramm. Neben einer Reflexion des Erreichten gab es auch einen forschungspolitischen Ausblick zur Zukunft einer nachhaltigen Wissenschaft.

Der Tag startete mit einem Nachhaltigkeitsspaziergang des Reallabors 131 als Vorprogramm. Den Beginn des Symposiums bildete eine Einführung zur Wissenschaft für Nachhaltigkeit und der Reallabor Förderlinien von Dr. Felix Wagner gefolgt von eine Keynote von Prof. Dr. Lucia Reisch (Zeppelin Universität) mit dem Titel „Reallabore als Motor der Weiterentwicklung einer nachhaltigkeitsbezogenen Transformationsforschung und -Praxis?“. Die BaWü Labs und die Begleitforschungsteams präsentierten hiernach ihre Ergebnisse und Teams auf einer Messe den Besucherinnen und Besuchern des Symposiums.

Der zweite Teil der Veranstaltung startete mit Grußworten der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, dem Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe Dr. Frank Mentrup und dem Vizepräsident des KIT Prof. Dr. Thomas Hirth. Es folgten fachliche Inputs zur Entwicklung des transformativen Formates Reallabor der Begleitforschungsteams, der BaWü-Labs – Dr. Oliver Parodi für die Reallabore aus Baden-Württemberg – und von Prof. Dr. Uwe Schneidewind in Namen der Expertenkommission Wissenschaft für Nachhaltigkeit.

Den Abschluss des Symposiums bildete eine hochrangig besetzte Fishbowl-Podiumsdiskussion zum Thema „Reallabor Forschung: Wohin gehst Du ?“. Teilnehmende Gäste waren unter anderem Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Dr. Eugen Huthmacher (BMBF) und Prof. Dr. Armin Grunwald (KIT/ITAS) sowie Dr. Regina Rhodius (Wissenschaftsdialog Nordschwarzwald) und Dr. Walter Vogt (Future City Lab Stuttgart).
Die Veranstaltung war sehr gut besucht mit Teilnehmenden aus den Bereichen interessierte Öffentlichkeit, Reallabor-Forschende und Praktiker, Fördermittelgeber und Kommunen, Unternehmen und NGOs bis hin zu Studierenden.

Eine Auflistung aller Reallabore der Förderlinien sowie in Kürze eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Call for Papers: GAIA-Ausgabe Forschung zu den Sustainable Development Goals (SDGs)

Die GAIA  – Ecological Perspectives for Science and Society lädt bis zum 21. Mai 2018 zur Einreichung von Abstracts für ihre nächste Thematic Issue zum Thema „Forschung für Sustainable Development Goals (SDGs)“ ein.

Vor dem Hintergrund der Verabschiedung durch die General Assembly der Vereinten Nationen in 2015, stellen die SDGs erstmalig eine globale Agenda der geteilten Wertdimensionen und Zielwissen für nachhaltige Entwicklung dar. Dabei bringt der gesetzte Zeitrahmen bis 2030 eine hohe Dringlichkeit mit sich, die sich innerhalb unserer Wissensgesellschaft insbesondere auch an Wissenschaft und Forschung richtet. So ist insbesondere Transformationswissen gefragt, dass den multidimensionalen und gesellschaftlichen Kontext nachhaltiger Entwicklung mit einbezieht.

In der Ausgabe möchte GAIA daher die SDGs aus einer breiten Auswahl von Forschungsvorhaben beleuchten, die einen Fokus auf die Erreichung der Sustainable Development Goals legen. Dies soll das gegenseitige Lernen und den Diskurs um eine Erneuerung von Wissenschaft und Forschung für nachhaltige Entwicklung fördern.

Unterschiedliche Formate sind vorgesehen, darunter insbesondere Forum Contributions und Research articles unter anderem zu folgenden Themen:

  • Reflexion der institutionellen und methodischen Herausforderungen für Forschung und Wissenschaftssystem und die Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft sowie Wissenschaft und Politik.
  • Reflexion und der Rolle von Wissenschaft und Forschung in der Bewerbung der SDGs und dem Schließen von Wissenslücken in Bezug auf die SDGs und ihre Zusammenhänge untereinander.
  • Erfahrungen aus konkreten Forschungsvorhaben, die auf Erreichung eines oder mehrerer SDGs ausgerichtet sind.
  • Erkenntnisse oder Empirische Ergebnisse zu Trade-offs und Co-benefits der SDGs generell oder in konkreten Kontexten, sowie Ergebnisse wie Zielkonflikte reduziert bzw. ein Zusammenwirken verstärkt werden könnte.

Die Ausgabe wird peer-reviewed und unter Open Acess-Lizenz veröffentlicht. Es fallen keine Publikationsgebühren an. Die Publikationssprache ist englisch. Weitere Hinweise zur Publikation finden Sie in den Submission Guidelines.
Englischsprachige Extended Abstracts (500-1000 Wörter) können noch bis zum 21. Mai per Mail an urs.wiesmann@cde.unibe.ch und gaia@oekom.de eingereicht werden. Die Ausgabe soll dann im Frühjahr 2019 erscheinen.

Alle weiteren Informationen zu Themenschwerpunkten und Zeitplan sowie den gesamten Ausschreibungstext für die Ausgabe finden Sie hier.

Lesetipp – Transdisziplinär und transformativ forschen

Defila, Rico; Di Giulio, Antonietta (Hrsg.) 2018: Transdisziplinär und transformativ forschen – Eine Methodensammlung.  Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß. Wiesbaden, Springer VS, 406 Seiten.

Nachdem bereits 2016 das Überblickswerk: „Transdisziplinär forschen – zwischen Ideal und gelebter Praxis“ von Defila und Di Giulio erschienen ist und großes Interesse wie positive Resonanz erzeugte (die Publikation ist hier zu finden), folgt nun eine stärker methodisch orientierte Arbeit zu transdisziplinärer und transformativer Forschung und Wissenschaft. Die Arbeit speist sich aus den Erkenntnissen der baden-württembergischen Reallabore und wurde gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und ist daher frei zum Download verfügbar.

Es werden Methoden der Wissenserzeugung, Wissensintegration und Transformation ausführlich beschrieben. Dabei wird der Blick geweitet, um sowohl transformative wie nicht-transformative Forschung miteinander in Bezug zu setzen und die Forschung innerhalb wie außerhalb von Reallaboren methodisch analysieren und bewerten zu können. Die Ergebnisse haben dabei einen klaren Praxisbezug und sind für die wissenschaftliche Umsetzung zukünftiger Forschungsvorhaben gedacht und geeignet. Schwerpunkte der Publikation sind die Reflexion über den Stellenwert der Partizipation in der Reallaborforschung und anderer partizipativer Forschungsdesigns sowie die Rolle von Praxisakteuren und praxisrelevantem Wissen im wissenschaftlichen Prozess. Die Erkenntnisse, die aus der Reallaborforschung gewonnen wurden, sind dabei auch über dieses Forschungsformat hin anwendbar und bereichern damit den methodologischen und wissenschaftlichen Diskurs insgesamt.

Der Inhalt gliedert sich in zwei Teile:
  • Worauf achten: Kriterien, Prinzipien, Fragen für Planung und Reflexion
  • Wie vorgehen: Methoden für Co-Design und Co-Produktion
Die Zielgruppen sind vor allem:
  • Forschende, Dozierende und Studierende aus allen Disziplinen, die transdisziplinär und/oder transformativ forschen
  • Praxisakteure, die sich an transdisziplinärer und/oder transformativer Forschung beteiligen
Der Herausgeber, die Herausgeberin
Fürspr. Rico Defila und Dr. Antonietta Di Giulio leiten die Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität, Programm MGU (Mensch Gesellschaft Umwelt), Universität Basel.
Sofern nicht anderweitig angegeben, wird dieses Buch unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht.

The World as a Lab – GAIA special issue on experimental formats for transdisciplinary sustainability research

A detailed and deep insight in the work and effects of real-world laboratories is given in the latest GAIA special issue with the title „Labs in the Real World“. Questions on transdisciplinarity and different dimensions of learning are addressed, as well as the transformative potential of real-world laboratories as research concept regarding empirical and theoretical aspects of the sustainability studies.

How can processes of societal transformation in the direction of a sustainable development be understood and enhanced using experimental methods? To explain this, scientists work together with local stakeholders from business, politics, administration and civil society on specific social ecological changes. Since 2015, the Ministry for Science, Research and Art of the state Baden-Württemberg is funding the work of the 14 real-world laboratories, out of which many experiences are incorporated in this special issue. The aim is to establish so called „learning spaces“, in which the social attitude, questions and needs of all participants and stakeholders can be addressed. With the wishes and the insider knowledge of these local people effective and accepted solutions for transformation processes, from urban redevelopment of a neighbourhood to sustainable mobility systems, can be found.

The articles are written in English and were compiled by the scientists of the accompanying research team for the real-world laboratories in Baden-Württemberg, consisting of the Institute for Social-Ecological Research (ISOE), the Leuphana University Lüneburg and the Wuppertal Institute. In addition to concrete application references on site, the conditions of success of real-world laboratories are described, as well as their scientific and methodological potential as a whole.  Editor for GAIA, Ortwin Renn, summarizes it as follows:

Real-world labs are a viable and promising concept for realizing the vision of transdisciplinary research.

All contributions of the special issue are open access and can be found on Ingenta.

Die Welt als Labor – GAIA-Sonderheft über experimentelle Formate der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung

Einen detailierten und tiefen Einblick in die Arbeits- und Wirkungsweise von Reallaboren gibt die aktuelle Ausgabe der GAIA in Form eines kompakten und umfassenden Sonderheftes unter dem Titel „Labs in the Real World“. Beleuchtet werden Fragen, nach Transdisziplinarität und verschiedenen Dimensionen des Lernens sowie nach dem transformativen Potential der Reallabore als Forschungskonzept für die Vielfalt an Empirie und Theorie in den Nachhaltigkeitswissenschaften.

Wie können gesellschaftliche Transformationsprozesse in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung auf experimentelle Weise besser verstanden und beschleunigt werden? Um das zu klären, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft jeweils vor Ort an konkreten sozial-ökologischen Veränderungen. Seit 2015 fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Arbeit der 14 Reallabor-Projekte, deren Erfahrungen in die Sonderausgabe eingeflossen sind. Es sollen sogenannte „Lernräume“ etabliert werden, in denen gezielt auf die Haltungen, Fragestellungen und Bedürfnisse aller Beteiligten eingegangen werden kann. So können mit den Wünschen und dem Insider-Wissen der Menschen vor Ort wirkungsvollere und akzeptierte Lösungen für Transformationsprozesse, von der Stadtteilsanierung bis zum nachhaltigen Mobilitätssystem, gefunden werden.

Die englischsprachigen Artikel wurden zusammengestellt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Begleitforschungsteams der baden-württembergischen Reallabore, bestehend aus dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), der Leuphana Universität Lüneburg und dem Wuppertal Institut. Neben konkreten Anwendungsbezügen vor Ort werden auch die Erfolgsbedingungen von Reallaboren beschrieben oder das wissenschaftliche und methodische Potential von Reallaboren insgesamt.
Redakteur der GAIA, Ortwin Renn, fasst es folgendermaßen zusammen:

Reallabore sind ein praktikables und vielversprechendes Konzept zur Umsetzung der Vision einer transdisziplinären Forschung„.

Alle Beiträge des Sonderhefts sind Open-Access und auf Ingenta zu finden.

Abschluss des Projekts „Wohlstands-Transformation Wuppertal“

Am Dienstag den 06.03. ging das Forschungsprojekt „Wohlstands-Transformation Wuppertal – ein urbanes Transformationslabor für nachhaltiges Wirtschaften (kurz: WTW)“ mit der Präsentation der Ergebnisse und einer Abschlussveranstaltung in der City-Kirche Elberfeld zu Ende. In den drei Jahren des Projektes untersuchten das Wuppertal Institut, das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit und die Bergische Universität Wuppertal, wie Wissenschaft gemeinsam mit Zivilbevölkerung, Stadtverwaltung und lokalen Unternehmen die Lebensqualität einer Großstadt im Strukturwandel verbessern können. Finanziert wurde es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der „Forschung für nachhaltige Entwicklung„.

Inhaltlich gliederte sich das gesamte Projekt in drei Eckpfeiler:

Wohlstand:
Im Zentrum stand die Reflexion und Erweiterung eines eng auf materielle Aspekte beschränkten Verständnisses von Wohlstand. Ausgehend von den Dimensionen des Guten Lebens des Better-Life-Index der OECD sollen zur Messung des gesellschaftlichen Wohlstandes neben ökonomischen auch soziale, ökologische und kulturelle Merkmale erfasst werden, um die unpräzise Gleichsetzung von Wohlstand und Wirtschaftswachstum aufzulösen. Am Ende wurden die 12 Wuppertaler Dimensionen des Guten Lebens erstellt und in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren mit Bürgerinnen und Bürgern überprüft und erweitert. Die Dimensionen umfassen: „Einkommen / Arbeit / Wohnen / Infrastruktur / Sicherheit / Bildung / Freiheit & Kultur / Umwelt / Gesundheit / Engagement / Gemeinschaft / Zufriedenheit“.

Wissenschaft:
Das Projekt wurde geprägt durch das Leitbild der Transformationsforschung, also dem beschreiben und erklären von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, sowie der transformativen Forschung, die selbst Veränderungen initiiert und unterstützt.
Daher waren einzelne Projekte in den Stadtteilen und im gesamten Stadtgebiet zentraler Forschungsgegenstand des Projektes. Einige dieser Projekte waren bereits vor Beginn der Forschung aktiv und wurden dann durch die Forschenden begleitet und beraten, andere Projekte wurden erst durch die Mitarbeit der Forschenden ins Leben gerufen. Das Reallabor war dabei das zentrale Forschungskonzept, da Reallabore häufig Stadtquartiere als räumlichen Bezugspunkt haben, eigneten sie sich besonders im Kontext des WTW-Projektes.

Wuppertal:
Den räumlichen Rahmen der Teilprojekte bildeten drei städtische Quartiere:
Im Quartier am Arrenberg initiierte der Verein „Aufbruch am Arrenberg“ Maßnahmen im Bereich der Ernährung, im Mirker Quartier wurde vor allem der Austausch zwischen dem interessierten Publikum und den beteiligten Akteuren im „Forum Mirke“ ermöglicht und eine Gruppe zur Betreuung von Forschungsarbeiten rund um das WTW-Projekt gegründet, im Stadtteil Wichlinghausen-Oberbarmen initiierten die Forschenden zusammen mit dem Wuppertaler Büro für Quartierentwicklung und aktiven Bürger*innen die Initiative  „Hauhüten“ zur niederschwelligen Belebung leerstehender Wohnung. Hinzu kam die Untersuchung der Bundesstraße 7, die zentrale Verkehrsader Wuppertals, die während des Projektzeitraums für umfassende Umbaumaßnahmen gesperrt war.

Eine übersichtliche Abschlussbroschüre der Ergebnisse ist online verfügbar.

„OLD SCHOOL – Neues Lernen, Vol. 4“ am 15.-16.03.18 im Rathaus Stuttgart

Am Donnerstag den 15. und Freitag den 16.  März 2018 findet das Symposium „OLD SCHOOL – Neues Lernen, Vol. 4“ des Reallabor STADT-RAUM-BILDUNG der Baden-Württemberger Reallabore im Stuttgarter Rathaus statt. Zusammen mit Frau Bürgermeisterin Isabel Fezer, dem Referat Jugend und Bildung sowie dem interessierten Publikum wird über das Zusammenspiel von Schulgebäuden, Schulalltag und der stärkeren Einbindung der Nachbarschaft und der Schülerinnen & Schüler diskutiert.

Beide Tage werden von Impulsvorträgen eingeleitet und in den anschließenden Werkstattgesprächen wird mit allen Anwesenden die Fragen und mögliche Antworten diskutiert. Am Donnerstag liegt der Schwerpunkt auf dem Zusammenhang von Pädagogik und Architektur der Schuldgebäude mit besonderem Blick auf die Synergien zwischen Schule und Nachbarschaft. Am Freitag geht es vor allem um die Einbindung von Jugendlichen in den Planungsprozess, wobei besonders Schülerinnen und Schüler in den Diskussionen zu Wort kommen sollen. Die Ergebnisse beider Tage werden im Rahmen des Forschungsprojekts ausgewertet, zusammengefasst und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt.
Einen Überblick zum gesamten Programm finden Sie hier (pdf).

Interessant ist die Veranstaltung vor allem für Personen aus den Bereichen Pädagogik und Schulbauprozessen, sowie allen, die im Stuttgarter Schulalltag eingebunden sind. Ebenfalls eingeladen sind alle Interessierte.

Anmeldungen erfolgen mit Nennung von Name, Institution und einer Kontaktemail an: stadt-raum-bildung@si.uni-stuttgart.de. Ansprechpartnerin für alle weiteren Fragen ist Charlotte Eller.

Ausschreibung Forschungspreis Transformative Wissenschaft 2018

Nachdem das Wuppertal Institut 2017 zum ersten mal den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ der Zempelin Stiftung des Stifterverbandes verliehen hat, geht der mit 25.000€ dotierte Preis nun in die zweite Runde -diesmal mit einem Fokus auf Forschung in Reallaboren.

Dazu werden Personen gesucht, die im Rahmen wissenschaftlich konstruierte Räume Transformationsprozesse anstoßen oder auch aktiv begleiten. Die Spannbreite reicht von Interventionen mit Randomisierung und Kontrollgruppen, über Quasi- und Feldexperimente bis zum Aufbau von Transformationsräumen mit kontinuierlichen Interventionen. Dabei sind neben Reallaboren auch ähnliche Formate wie Sustainable Living Labs, Urban Transition Labs und Innovation Labs angesprochen. Das Preisgeld soll der Schaffung von Freiräumen und Ressourcen für die Durchführung zukünftiger Projektideen dienen.

Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen als auch Forschungsteams von Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie aus der Zivilgesellschaft. Die Nominierung erfolgt auf Vorschlag, Selbstbewerbungen sind möglich. Eine unabhängige Jury wählt anschließend die Preisträger aus.

Kriterien für die Auswahl der Preisträgerin/des Preisträgers sind die gesellschaftliche Relevanz, Qualität und Innovativität der Arbeit/Projekte sowie die transformativen Wirkungen der Forschung in Reallaboren sowie die Form und Qualität der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung.

Die Bewerbung sollte ein Motivationsschreiben, eine Darstellung der bisherigen transformativen Forschung sowie einen Lebenslauf umfassen und bis zum 14. Mai 2018 bei franziska.stelzer@wuppertinst.org eingegangen sein. Alle weiteren Details zur Bewerbung finden Sie in der Ausschreibung.

 

Lesetipp – Zehn wesentliche Punkte für eine wirkungsvollere Klimawandel- und Nachhaltigkeitsforschung

Um zu erklären, wie wir eine sich wandelnde Welt besser verstehen und uns in ihr effektiver zurecht finden können und gleichzeitig sicher zu stellen, dass die Wissensproduktion gezielter gesellschaftliche Bedürfnisse adressiert, haben 40 Wissenschaftler*innen und Praktier*innen zu diesen frei verfügbaren Forschungsartikel beigetragen “Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change researchund dabei verschiedene Einsichten aus einer reichen und vielfältigen Tradition anwendungsorientierter Forschung zusammengebracht.

Diese Arbeit hebt hervor, dass Wissenschaft vorrangig Ansätze nutzt, die nicht genug  auf das Lernen und Verstehen eines transformativen Wandels fokusiert sind und zu wenig dazu beitragen, diesen zu erreichen. Meist bezieht sich die Forschung eher darauf Probleme zu verstehen, als Lösungen und deren Umsetzung zu identifizieren und zu bewerten. Das kann auf die Tendenz konventioneller Wissenschaft und Forschung zurück geführt werden, sich auf abstraktes Wissen zu konzentrieren, dass man lehren kann, als auf praktisches Wissen, dass man anwenden kann.

Zum Beispiel wissen wir bereits viel über die Probleme des Klimawandels. Die kritische Frage ist jetzt aber, wie innovative, transformative Lösungen entwickelt und Wissen zu deren erfolgreichen Implementierung gefunden werden. Die benötigte Forschung zur Erlanung dieser Art des Wissen benötigt eine andere Art des Lernens. Das involviert Versuch und Irrtum und die praktische Einbindung in das, was in der realen Welt geschieht. Um das zu erreichen müssen Forscher*innen anerkennen, dass sie Teil der Systeme (und der Probleme) sind, die einer Veränderung bedürfen. Wissenschaftliche Ansätze, die das erkennen, können auf eine viel größere Auswahl und auf vielfältigere Arten von Wissen zugreifen und dadurch zu einem tieferen und anderen Verständnis der transformativen Prozesse kommen, von denen die Forscher*innen ein Teil sind.

In diesem Forschungsartikel werden zehn wesentliche Punkte herausgearbeitet, die man beachten sollte für Forschung und Wissenschaft die darauf abzielt einen größeren Einfluss auf Wandel und Nachhaltigkeit zu erreichen. Diese wesentliche Punkte sind:
1 Fokus auf Transformationen für CO2-arme, resiliente Lebensführung;
2 Fokus auf Lösungsprozesse;
3 Fokus auf praktisches Wissen;
4 Begreifen von Forschung als aus dem System entspringend, in das eingegriffen wird;
5 Arbeit mit normativen Aspekten;
6 Versuch zur Überschreitung des aktuellen Denkens;
7 Auswahl facettenreicher Ansätze um Wandel zu verstehen und zu gestalten;
8 Anerkennen des Wertes alternativer Rollen für Forscher*innen
9 Weiterführenden Experimenten ermutigen; und
10 Reflektiert sein.

Es wird gezeigt, dass diese Punkte bei einer kombinierten Anwendung, eine Beschleunigung dieser Arten des Lernens bewirken, die benötigt wird, um eine Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu stärken. Aber ein Wandel wird auch gebraucht in den Forschungsinstitutionen, den fest verwurzelten Disziplinen und den Wegen in welchen Wissen generiert und genutzt wird.

Bibliographische Angaben:
Fazey, I., Schäpke, N., Caniglia, G., Patterson, J., Hultman, J., van Mierlo, B., Säwe, F., Wiek, A., Wittmayer, J., Aldunce, P., Al Waer, H., Battacharya, N., Bradbury, H., Carmen, E., Colvin, J., Cvitanovic, C., D’Souza, M., Gopel, M., Goldstein, B., Hämäläinen, T., Harper, G., Henfry, T., Hodgson, A., Howden, M.S., Kerr, A., Klaes, M., Lyon, C., Midgley, G., Moser, S., Mukherjee, N., Müller, K., O’Brien, K., O’Connell, D.A., Olsson, P., Page, G., Reed, M.S., Searle, B., Silvestri, G., Spaiser, V., Strasser, T., Tschakert, P., Uribe-Calvo, N., Waddell, S., Rao-Williams, J., Wise, R., Wolstenholme, R., Woods, M., Wyborn, C. (2018) Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change research. Energy Research and Social Science 40, 54-70.

Recommended reading: Ten essentials for more impactful climate change and sustainability-related research

To explain how we can understand and navigate our way through a world of change more effectively and ensure knowledge production contributes more directly to societal needs 40 researchers and professionals have contributed to this freely accessible research paper “Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change research” and brought together different insights from the rich and diverse traditions of action-oriented research.

This work highlights that science is predominantly using approaches that do not sufficiently focus on, and contribute to, learning and understanding about how to achieve transformative change. Mostly, research focuses on understanding problems rather than identifying and examining solutions or their implementation. This can be traced back to the tendency of conventional science and research focuses on abstract knowledge that is teachable, rather than practical know how that is applicable.

For instance, we already know a lot about the problems of climate change. The critical question now, however, is about how to develop innovative, transformative solutions and the knowledge to implement them successfully. The research needed to attain this kind of knowledge requires a different kind of learning. It involves trial and error and practical involvement in actions happening in the real world. To do that, researchers have to acknowledge they are part of the systems (and problems) that need chaining. Scientific approaches that recognize this can access a much wider range and more diverse kinds of knowledge and therefore lead to a deeper and different understanding of the transformative processes that the researchers are indeed part of.

In this research paper ten essentials are highlighted that need to be considered for research and science that aims at a greater impact towards achieving change and sustainability. These essentials are:
1. Focus on transformations to low-carbon, resilient living;
2. Focus on solution processes;
3. Focus on ‘how to’ practical knowledge;
4. Approach research as occurring from within the system being intervened;
5. Work with normative aspects;
6. Seek to transcend current thinking;
7. Take a multi-faceted approach to understand and shape change;
8. Acknowledge the value of alternative roles of researchers;
9. Encourage second-order experimentation; and
10. Be reflexive

The paper shows how these essentials, when to be applied combined, can ultimately accelerate the kinds of learning needed to enhance transformations for sustainability in society. But changes will also be required in the research institutions, the entrenched disciplines and the ways in which knowledge is produced and used.

 

Bibliographical indication:
Fazey, I., Schäpke, N., Caniglia, G., Patterson, J., Hultman, J., van Mierlo, B., Säwe, F., Wiek, A., Wittmayer, J., Aldunce, P., Al Waer, H., Battacharya, N., Bradbury, H., Carmen, E., Colvin, J., Cvitanovic, C., D’Souza, M., Gopel, M., Goldstein, B., Hämäläinen, T., Harper, G., Henfry, T., Hodgson, A., Howden, M.S., Kerr, A., Klaes, M., Lyon, C., Midgley, G., Moser, S., Mukherjee, N., Müller, K., O’Brien, K., O’Connell, D.A., Olsson, P., Page, G., Reed, M.S., Searle, B., Silvestri, G., Spaiser, V., Strasser, T., Tschakert, P., Uribe-Calvo, N., Waddell, S., Rao-Williams, J., Wise, R., Wolstenholme, R., Woods, M., Wyborn, C. (2018) Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change research. Energy Research and Social Science 40, 54-70.

Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ verliehen

Am 5. Dezember wurde der Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ in Berlin an Frau Dr. Laura Woltersdorf verliehen. Sie überzeugte die Jury mit ihrem Konzept, in der sie ein integriertes Bewertungskonzept über die Nachhaltigkeit eines Wasserressourcen-Managements entwarf, umsetzte und verstetigte.

Innerhalb des am Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE durchgeführten Forschungsprojektes CuveWaters entwickelte Dr. Laura Woltersdorf ein integriertes Bewertungssystem für ein nachhaltiges Wassermanagement in Namibia. Die Jury war sich einig, dass die Arbeit von Laura Woltersdorf ein herausragendes Beispiel für ein transdisziplinäres Forschungsprojekt im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit ist.

Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Marquardt und einer Laudatio durch Herrn Prof. Roland Scholz bekam die Preisträgerin neben ihrem Preisgeld eine Skulptur, die eigens von Hand aus Schienen der Wuppertaler Schwebebahn geschmiedet wurde, überreicht. Das Preisgeld in Höhe von 25.000€ will sie für ihre transdisziplinäre Forschung einsetzen:

„Das Preisgeld nutze ich für meine Forschung, insbesondere die Weiterentwicklung meiner integrativen Methoden. Meine Ergebnisse möchte ich zudem der internationalen Forschungscommunity näher bringen und mein Netzwerk entsprechend erweitern“ sagt Dr. Woltersdorf.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier. Weitere Informationen zum Forschungspreis „Nachhaltige Wissenschaft“ finden Sie hier.

Save the Date: Reallabor Symposium am 27.04.2018 in Karlsruhe

Am Freitag, den 27.04.2018 sind die Reallabore der beiden Förderlinien der Reallabore Baden-Württembergs in Karlsruhe zu Gast und bieten die Möglichkeit, sich konkret über die Reallaborforschung aus den letzten drei Jahren zu informieren und mit den Forschenden aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen.

Das Symposium stellt somit die Reallabore in Baden-Württemberg und Ihre Arbeit in den Mittelpunkt, flankiert von Inputs und Reflexionen aus Wissenschaft und Politik, interaktiven Elementen und einem festlichen Abendprogramm.

Die Veranstaltung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit, von Reallabor-Forschenden und Praktiker, über Fördermittelgeber und Kommunen, Unternehmen und NGOs bis hin zu Studierenden sind alle Interessierten eingeladen, sich durch interaktive Formate in die Reflexion des erreichten Entwicklungsstandes des Formates Reallabor sowie bei einen forschungspolitischen Ausblick einzubringen.

Weitere Informationen folgen in Kürze, für Rückfragen können Sie sich an Dr. Felix Wagner des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Baden-Württemberg wenden. Eine Auflistung aller Reallabore der Förderlinien finden Sie hier.

Preisverleihung des Forschungspreises „Transformative Wissenschaft“

Achtung: Verlängerte Anmeldefrist bis zum 27.11.2017.

Am 05. Dezember 2017 findet die Preisverleihung des Forschungspreises „Transformative Wissenschaft“ im Haus Zwingli in Berlin statt. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Der Forschungspreis zielt auf Formen von Forschung, die gesellschaftliche Impulse auslöst und fördert und dabei die Zivilgesellschaft einbezieht. Das Wuppertal Institut vergibt dieses Jahr erstmals den Forschungspreis gefördert durch die Zempelin Stiftung im Stifterverband.
Die Gewinnerin des diesjährigen Forschungspreises ist Dr. Laura Woltersdorf (Goethe-Universität Frankfurt): Sie überzeugte die Jury mit ihrem integrierten Bewertungskonzept für ein nachhaltiges Wassermanagement in Namibia, das in einem aufwändigen transdisziplinären Prozess entwickelt wurde. Weitere Informationen zum Forschungspreis finden Sie hier.

Im Rahmen der Preisverleihung wird in einem kurzweiligen Programm neben Laudatio und Impulsvortrag durch die Nominierte auch zum Austausch über die Herausforderungen transdisziplinärer und transformativer Forschung angeregt.

Das Programm der Preisverleihung finden Sie hier. Bitte melden Sie sich bis zum 27. November 2017 verbindlich per Email unter forschungspreis@wupperinst.org an.

Abschlusspräsentation und UBA-Fachtagung des Reallabors für nachhaltige Verkehrskultur in Stuttgart

Vom 21.-23. September 2017 werden in Stuttgart die Ergebnisse des im Rahmen der Reallabore Baden-Württembergs geförderten „Reallabors für nachhaltige Mobilitätskultur“ präsentiert und der Abschluss des Forschungsvorhabens gefeiert.

Am 22. September wurde die UBA-Fachtagung „Neue Wege in der transformativen Umweltpolitik. Sozial-ökologische Perspektiven einer Transformationskultur am Beispiel nachhaltiger Alltagsmobilität“ in den Projektabschluss eingebettet:
Auf der Tagung sollen die im Forschungsprojekt gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Wirkungspotenziale transformativer Umweltpolitik beleuchtet und mögliche Übergänge von der (transformativen) Reallaborforschung in die gelebte Praxis mit Forscher*innen und Praktiker*innen diskutiert werden. Dazu wurden u.a. internationale Expert*innen der Living-Lab Forschung eingeladen.

Das vollständige Programm finden Sie hier. Eine Anmeldung zur Tagung ist noch bis zum 15. September unter anmeldung@r-n-m.net möglich.

Am Vorabend der UBA-Fachtagung findet bereits eine Abendveranstaltung zur Eröffnung der Ausstellung „Stuttgart in Bewegung“ statt, zu der auch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer erwartet wird.

Zum Abschluss der Veranstaltung findet dann am Samstag, den 23.09. ein interaktiver Aktionstag mit Realexperiment-Workshops zu Mobilität sowie Aktionen wie einer Schnippeldisko und einem Lastenradrennen mit anschließender Party statt.

Den Programmflyer finden Sie hier, alle weiteren Informationen finden Sie auf der Homepage des Reallabors.

Internationales Mentor*innenprogramm für Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das ESD Expert Net bietet ab Oktober 2018 ein von Engagement Global  gefördertes internationales Mentor*innenprogramm für Bildung für nachhaltige Entwicklung an, welches sich an junge Berufstätige und Hochschulabsolvent*innen aus Deutschland, Indien, Mexiko und Südafrika richtet, die im BNE-Bereich tätig sind oder tätig sein möchten.

Kern des Programms ist neben der fachlichen Weiterbildung vor allem die Begleitung durch nationale und internationale Mentoren bei der Verwirklichung eigener Praxisideen im Themenfeld von BNE. Neben einem Online-Trainingsprogramm findet vom 11.-18. November ein Treffen aller Mentees in Bonn zum Thema „Leadership through Sustainability“ statt, auf dem die Teilnehmer*innen ihre Mentor*innen kennenlernen und Kontakte knüpfen können. Bis zum Mai 2018 finden dann weitere Gespräche und Workshops statt.

Interessierte können sich noch bis zum 20.08.2017 für das Programm bewerben. Alle weiteren Informationen zur Bewerbung sowie zum Programm finden Sie hier.

Interkolloquium der Reallabore Stadt in Baden-Württemberg

Am 6. Juli fand an der Universität Stuttgart ein Interkolloquium für die zweite Förderreihe „Reallabore Stadt“ in Baden-Württemberger statt.
Auf dem Interkolloquium stand der Austausch zwischen den Reallaboren sowie die Diskussion und Weiterentwicklung der methodischen Reallabor-Forschung gemeinsam mit internationalen Expertinnen und Experten auf der Agenda.
Theresia Bauer, die Baden-Württembergische Wissenschaftsministerin eröffnete persönlich das Interkolloquium und unterstrich die Bedeutung des innovativen Forschungs- und Transformationsformats für eine nachhaltige Entwicklung. Das Ministerium wolle und werde das ambitionierte Format der Reallabore auch in den nächsten Jahre weiterhin nach Kräften unterstützen.

Mit dabei waren neben einer Reihe der Projekte aus der ersten Förderlinie alle sechs Reallabore der zweiten Förderlinie, die zunächst Ministerin Theresia Bauer und den anwesenden Expert_innen den aktuellen Stand ihrer Vorhaben präsentierten. Eine Übersicht über alle Reallabore in Baden-Württemberg bietet inzwischen auch ein Wikipedia-Artikel „Reallabor„.

Neben Impulsen zum Forschungsmodus der nah verwandten urbanen Living Labs durch Prof. Dr. James Evan (Manchester) und den Herausforderung von „Real-world labs“ durch Prof. Dr. Andrew Karvonen (Stockholm) wurde in Workshops und einer abschließenden Fish-Bowl-Diskussion an Perspektiven für die Reallaborforschung gearbeitet.
In den Workshops wurde ausgiebig zur vielfältigen und oft herausfordernden Rolle von Forschung in den neuen Formaten diskutiert. Ebenfalls wurden die Herausforderungen der konkreten Interventionen, gemeinsame Lernprozesse und insgesamt die Bedeutung von transformativer Forschung erörtert.

In der abschließenden Fishbowl-Diskussion wurde deutlich, dass die Community an der Verknüpfung von Erfahrungen aus über 20 Jahren transdisziplinärer Forschung und dem an vielen Stellen verwandten Konzept der Reallabore arbeitet. Dieser Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen und sollte immer wieder fruchtbar fortgeführt werden, wie Prof. Dr. Martina Schäfer betonte. Auch der Anspruch an ein echtes gemeinsames Co-Design zwischen Wissenschaft und Praxis wurde diskutiert und unterstrichen. Prof. Dr. Michael Stauffacher fand zum Ende diesbezüglich nachdenkliche Worte: einerseits sei es natürlich zu begrüßen, wenn das Format der Reallabore finanziell umfangreich unterstützt werde, gleichzeitig dürfe dies nicht dazu führen, dass neue Akteure aus primärem Interesse an den Fördertöpfen und geringem Bezug zur transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung das Feld übernähmen.

Eine große Abschlusskonferenz der Förderlinien ist für April 2018 geplant.

Projekt Nachhaltigkeit 2017 – Auszeichnungen für das Reallabor 131: KIT findet Stadt

Das Reallabor 131: KIT findet Stadt aus der Förderlinie der Reallabore Baden Württembergs wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierun (RNE) mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2017“ (früher Wekstatt N) ausgezeichnet und hat als eines von vier Projekten eine zusätzliche Auszeichnung zum „Transformationsprojekt“ erhalten.

Das „Reallabor 131: KIT findet Stadt“ des Karlsruher Instituts für Technologie versucht alle Akteure der Wirtschafts- und Stadtentwicklung auf Basis des Quartier Zukunft in fünf Realxperimenten zusammenzubringen, um zu einer nachhaltigen Entwicklung auf Quartiersebene beizutragen. Dabei stehen insbesondere ein Energiekonzept im Quartier Oststadt, die Themen (nachhaltige) Mobilität und Beratung, Soziales und Raum als auch nachhaltiger Konsum, bspw. in Form eines verpackungsfreien Ladens, im Fokus.

Von 240 Einreichungen wurden im Rahmen der Auszeichnung 67 Projekte geehrt. Mit dem Qualitätssiegel möchte der RNE Projekte aus der Gesellschaft sichtbar machen, die einen besonderen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung Deutschlands und der Welt leisten. Mit der zusätzlichen Auszeichnung „Transformationsprojekt“ werden langfristig angelegte Projekten mit besonders großem Potenzial, die Welt nachhaltiger zu gestalten, geehrt.

Die Auszeichnungen werden im Rahmen der 17. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 29. Mai 2017 in Berlin öffentlich überreicht. Im Hochschulbereich wurden in 2017 darüber hinaus u.a. die Projekte Studentisches Nachhaltigkeitsbüro Humboldt Universität,  die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit, das KNE Thübingen und das Netzwerk LeNa ausgezeichnet. Eine Übersicht aller ausgezeichneten Projekte ist hier zu finden.

 

Call for Papers: GAIA Sonderausgabe zu Reallaborforschung

Für eine Sonderausgabe ruft die GAIA als inter- und transdisziplinäre Fachzeitschrift für Umwelt- und Nachhaltigkeitsprobleme sowie -lösungen zur Einreichung von Beiträgen zum Themenschwerpunkt „Reallabore als transformativer Forschungsmodus“ auf.

Aufbauend auf den Erfahrungen der Reallabore Baden-Württembergs und Konferenzen und Workshops zum Forschungsmodus soll die Sonderausgabe empirische Beobachtungen aus verschiedenen Projekten systematisch mit der konzeptuellen Arbeit und komparativen Analyse zusammenbringen.

Dabei stehen insbesondere die Erfahrungen hinsichtlich des Potenzials aber auch der Probleme und Grenzen der Reallaborforschung im Vordergrund, um Best-Practices und Einblicke in den besonderen Mehrwert von Reallaboren gegenüber anderen transdisziplinären und transformativen Forschungsansätzen zu geben. Dabei sind Einbindungen in den internationalen Kontext, kritische oder epistemologische Reflexionen ebenso wie Politikstrategien und Beiträge aus praktischer Perspektive zu einer Bandbreite an Unterthemen willkommen.

Englischsprachige und in Ausnahmefällen auch deutsche Beiträge zu den Themen sind in den üblichen GAIA-Formaten möglich. Abstracts (500-1000 Wörter) zu geplanten Beiträgen sind bis zum 11. April 2017 einzureichen. Die Sonderausgabe soll im Frühjahr 2018 erscheinen.

Weitere Informationen zur Sonderausgabe finden Sie hier oder im Call for Papers.

International Transdisciplinary Conference 2017 vom 11.-15.09. an der Leuphana Universität Lüneburg

Vom 11.-15. September 2017 findet an der Leuphana Universität Lüneburg die International Transdisciplinarity Conference 2017, organisiert von der Leuphana und dem TD-Net der Schweizer Akademie der Wissenschaften, statt. Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz sind Aspekte von Interkulturalität im Themenkomplex transdisziplinärer Bildung und Forschung.

Durch die Konferenz soll die internationale Community transdisziplinärer Bildung und Forschung gestärkt werden, indem deren Fortschritte in theoretischer, empirischer und transformativer Hinsicht sichtbar gemacht und im Sinne einer Kultur der Interkulturalität auch auf der Konferenz selber verschiedene Regionen, Institutionen, Kulturen und Gemeinschaften zusammengebracht werden.
Im Themenschwerpunkt soll Transdisziplinarität in seiner (inter)kulturellen Dimension betrachtet werden, um das Potenzial von Transdisziplinarität im Umgang mit Heterogenität und sozialen, epistemologischen, als auch regionalen Unterschieden zu beleuchten.

Beiträge in den Kategorien Theorien, Methoden und Case-Studies, als auch didaktische Konzepte können noch bis Freitag, den 10. März in Form von Abstracts eingereicht werden. Den ausführlichen Call können Sie hier herunterladen. Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier.

Lesetipp: Reallabore im Kontext transformativer Forschung

Im Rahmen der Begleitforschung der geförderten Reallabore in Baden-Württemberg ist ein neues Diskussionspapier „Reallabore im Kontext transformativer Forschung“ mit Ansatzpunkten zur Konzeption und Einbettung von Reallaboren in den internationalen Forschungsstand erschienen. Der Beitrag steht hier zum Download.

Das Projektteam von Wuppertal Institut, Leuphana Universität und ISOE möchte mit dem Beitrag durch Herausarbeitung eines Begriffsverständnis sowie charakteristischer Merkmale von Reallaboren deren Beitrag zu Transformationsprozessen herausarbeiten. Dazu beschäftigen sie sich in dem Beitrag mit dem Experiment als Forschungsmethode und transdisziplinärem Forschungsmodus sowie der Übertragbarkeit und Skalierbarkeit der Erkenntnisse aus der Reallaborforschung; jeweils unter Berücksichtigung einschlägiger Fachliteratur und den im Rahmen der Begleitforschung zahlreich geführten Gesprächen.

Um eine Einordnung und Abgrenzung im internationalen Kontext zu schaffen, erfolgt ein Vergleich mit den ähnlichen Ansätzen der „Living Labs“, „Urban transitions Labs“ und „Niche Experiments“, um Forschenden und Praktikern der Reallaborforschung eine theoretische Orientierung zu ermöglichen und im Sinne eines Diskussionspapiers zur konzeptionellen Diskussion des Forschungsmodus beizutragen.

Bibliographische Angabe:

Schäpke, N., Stelzer, F., Bergmann, M., Singer-Brodowski, M., Wanner, M., Caniglia, G., Lang, D.J. (2017). Reallabore im Kontext transformativer Forschung. Ansatzpunkte zur Konzeption und Einbettung in den internationalen Forschungsstand. (No. 1/2017) Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Ethik und Transdisziplinäre Nachhaltig- keitsforschung. doi:10.13140/RG.2.2.28604.23687
Download: Reallabore im Kontext transformativer Forschung.

Lesetipp: Reallaborforschung für nachhaltige Entwicklung an Hochschulen

In einer Case Study im kürzlich erschienen Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education (Filho et al., 2017), stellt das Reallabor EnSign (Zweite Förderlinie der Reallabore Baden-Württemberg) an der HfT Stuttgart seinen Ansatz vor, die nachhaltige Entwicklung der Hochschule im Rahmen eines Reallabor-Forschungsprojektes  zu übertragbaren Konzepten für einen klimaneutralen Hochschulbetrieb voranzutreiben.

Das Buchkapitel präsentiert die Entwicklung eines iterativen und integrativen Projekt- und Wissensmanagements zur Einbindung interner und externer Stakeholdern, welches im Zentrum des Forschungsvorhabens steht. Ziel ist es, die Transformation des Campus durch ein Maßnahmenbündel u.a. von angepasstem Benutzerverhalten, höherer Enenergieeffizienz durch neue Gebäudeverwaltungskonzepte, neuen Finanzierungsmodellen für Gebäuderenovierungen, die Integration von Stakeholdern sowie institutionelle Managementstrukturen zu fördern.

„While the technical project results will be of transferable to other public buildings, the study of the transformation process catalyzed by EnSign, including the definition of development scenarios, methods, indicators, and assessment protocols, is perhaps of greater value to the societal SD transition than singular energy efficiency achievements.“ (Filho et al., S. 85)

Nach einer Einordung und Reflexion der Relevanz des Forschungsmodus werden anhand von ersten Ergebnissen die angewandte Kommunikationsstrategie und Wege der partizipativen Ausgestaltung des Projektes, verbunden mit einer Einschätzung des institutionellen Transformationspotenzials diskutiert. Bis zum Projektabschluss bleibt noch die weitere Bündelung des Engagements in einem möglichen Green Office offen, sowie eine Ergänzung von Nachhaltigkeitskriterien und EMAS, um neben der ökologischen auch der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Das Kapitel sowie das Handbuch sind über den Springer-Verlag erhältlich:

Botero, Lisa, Michael Bossert, Ursula Eicker, Jan Cremers, Nansi Palla, und Christiane Schoch. „A Real-World Lab Approach to the Carbon Neutral Campus Transition: A Case Study.“ Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education World Sustainability Series (2016): 73-88. doi:10.1007/978-3-319-47895-1_5

in: Filho, Walter Leal. et al. Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education. Volume 3. Springer, 2017. http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-319-47895-1

Zum weiterlesen: Die Folien einer ersten Zwischenpräsentation des Reallabors EnSign im Juni 2016 stehen hier zum Nachlesen zu Verfügung.

Ausstellung des Reallabors Asyl

Das „Reallabor Asyl„, Teil der Zweiten Förderlinie der Reallabore Baden-Württembergs, präsentiert sich noch bis zum 28.02. im Rathaus Wiesloch in einer Poster-Ausstellung mit praxisorientierten Lösungsvorschlägen zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt der Kommunen der Rhein-Neckar-Region.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Reallaborprojektes gemeinsam von Wissenschaftlern der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) entwickelt und bietet der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit sich über die aktuelle Forschung, regionale Konzepte und Integrationsmaßnahmen zu informieren. Einige Poster finden Sie hier auch online.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wird erprobt, welche Faktoren die wirtschaftliche und soziale Integration von Flüchtlingen in den Bereichen Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und Wohnen fördern, mit dem Ziel Best-Practice-Beispiele herauszuarbeiten. Neben der wissenschaftlichen Arbeit ist auch der Austausch mit Praktizierenden und der Fachöffentlichkeit integraler Projektbestandteil.

Die Posterausstellung stellt die einzelnen Teilprojekte des Reallabors vor. Sie beschäftigen sich mit aktuellen Fragestellung wie der Kopplung von Sprach- und Kompetenzerwerb in der beruflichen Bildung, der Entwicklung von Beschäftigungsfähigkeit von Flüchtlingen nach ihrer Ankunft in Hinsicht auf Unterstützungsangebote, Faktoren der Unterbringung für eine echte Integration in die Stadtquartiere oder politische Ansätze für die kommunale Politik.

Weitere Einlicke in die Arbeit des Reallabors liefert die Studie „Integrating Refugees in the Rhine-Neckar-Region: Initial Evidence from an Inclusive Soccer Project„, welche im Dezember veröffentlicht wurde. Die Studie können Sie hier herunterladen.

 

Lesetipp: Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“

Im Dezember ist das Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“ der Zeitschrift Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis des KIT erschienen, welches neben konzeptionellen Beiträgen auch erste Ergebnisse aus vier Reallaboren der Förderlinien Baden-Württembergs vorstellt.

Im Schwerpunkt wird durch zwei einführende Beiträge mit konzeptionellen Überlegungen zum Forschungsformat und einer Diskussion der Schlüsselbegriffe des Forschungsmodus der Kontext für die Vorstellung der 4 Reallabor Case-Studys gegeben, wodurch wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reallaborprojekte deutlich werden.

In den vier Case-Studies stellen dann die Reallabore „Wissensdialog Schwarzwald„, „Urban Office – Nachhaltige Stadtenwicklung in der Wissensgesellschaft„, „Quartier Zukunft – Reallabor 113“ und „Energielabor Tübingen – Gemeinsam zur Energiewende“ ihre jeweiligen Forschungsdesigns und erste gewonnene Erkenntnisse aus der partizipativen Zusammenarbeit in den Reallaboren vor Ort vor.

Abschließend stellt das Begleitforschungsteam ForReal konzeptuelle, praxisorientierte und reflexive Thesen zur Diskussion, welche sich auf die Bedeutung zielorientierter Methodennutzung und das Thematisieren von Lernprozessen als Kerncharakteristiken von Reallaboren stützen.

Das Heft (Open-Access) kann hier heruntergeladen werden.

Factsheet des WBGU zur „Forschung für die Transformation der Städte zu Nachhaltigkeit“

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat in einem neuen Factsheet die wichtigsten wissenschaftspolitischen Empfehlungen des WBGU-Städtegutachens „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ (2016) zusammengefasst.

Bereits im Hauptgutachten kommt Forschung eine bedeutende Rolle als Mittler zu, einen gesellschaftlichen Lern- und Suchprozess zu unterstützen. Die Empfehlungen zielen dabei darauf ab, sowohl die Datenlage für Stadtforschung durch bessere Rahmenbedingungen und Kooperation mit gesellschaftlichen Schlüsselakteuren, als auch global mit anderen Städten und Organisationen zu verbessern. Auch soll Stadtforschung in Reallaboren selbst zur nachhaltigen Entwicklung der Städte beitragen. Dabei macht das Gutachten nicht bei der Nord-Süd Grenze halt sondern fordert auch hier eine globale Perspektive.

Kernforderungen stellen ein „Max-Planck-Institut für urbane Transformation“, „50 urbane Reallabore für 50 Jahre“, sowie die gezieltere Erfassung sozialer, politischer und ökonomischer Indikatoren dar.

„Nachhaltigkeit sollte querschnittsmäßig in allen Programmen der Bundesregierung mit Stadtfokus verpflichtend aufgenommen werden, ohne dabei zur Floskel oder Worthülse degradiert zu werden.“

Der Factsheet steht hier zum Download.

Forschungspreis für nachhaltige Entwicklung des BUND

Der BUND schreibt in 2017 erstmals einen Preis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Nachhaltige Entwicklung in den zwei Kategorien Studentische Abschlussarbeiten und Forschungsarbeiten aus.

Der Preis soll zur Beschäftigung mit dem Thema anregen und dazu beitragen, das Wissenschaftssystem für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu sensibilisieren.
Dabei können Arbeiten aus allen Fachdisziplinen eingereicht werden, mit besonderer Berücksichtigung von interdisziplinär angelegten Arbeiten.
Der Preis ist für studentische Arbeiten (Bachelor- oder Masterthesen) mit 1.000€, für Forschungsarbeiten (Dissertationen oder Forschungsberichte) auf 3.000€ dotiert. Es können noch bis zum 15. März 2017 seit Januar 2015 fertig gestellte Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.

Die feierliche Preisverleihung erfolgt im Juni 2017. Die prämierten Arbeiten werden anschließend auf der Homepage des BUND veröffentlicht. Alle weiteren Informationen zur Bewerbung finden Sie hier.

Jahresrückblick 2016: Aktivitäten in der Reallaborforschung

Das Jahr 2016 war ein erfolgreiches in Sachen Reallaborforschung. Der nachfolgende Überblickbeitrag soll die wichtigsten Meilensteine aus der deutschen Reallaborforschung aufzählen um den aktuellen Stand der Forschung und Forschungsförderung von transformativer Forschung im Rahmen von Reallaborprojekten in Deutschland zu geben.
Dabei möchten wir lediglich den Überblick über den großen Rahmen bieten; details was in den einzelnen Projekten passiert ist finden Sie auf den Webseiten der einzelnen Reallabore.

Zweite Reallabor-Förderlinie BaWü gestartet

Ein größerer Meilenstein in der Reallaborförderung war der Start der zweiten großen Förderlinie des Wissenschaftsministeriums in Baden-Württemberg. Im Rahmen der Förderung werden sieben weitere Reallaborprojekte eingerichtet, mit einem Gesamtfördervolumen von rund 8 Mio. Euro über drei Jahre. Thematischer Schwerpunkt ist nach der ersten, breiter ausgelegten Förderrichtlinie nun insbesondere das Themenfeld „Stadt“. Weitere Infos im Beitrag.

Interkolloquium: Erste Zwischenbilanz der ersten Förderlinie BaWü

Im April 2016 fand ein erstes großes Interkolloquium statt, bei dem die Reallabore der ersten Förderlinie des Baden-Württembergischen Reallabor-Förderprogramms aus ihrem ersten Förderjahr berichtet haben. So wurden erste Ergebnisse und Erfahrungen präsentiert und mit internationalen Erxpertinnen und Experten diskutiert.
Weitere Informationen zum Interkolloquium finden Sie im Beitrag.

Reallabore Baden-Wüttemberg in der GAIA

Neben den Kurzberichten auf dem NaWis-Blog werden die Reallabor-Projekte künftig auch auf den GAIA-Mitteilungsseiten einen festen Platz erhalten. Dort soll künftig regelmäßig über Entwicklungen, Neuigkeiten und Ergebnisse aus den Reallaborprojekten sowie der Begleitforschung berichtet werden.

Die aktuelle Ausgabe der GAIA (4/2016) hat außerdem die Reallaborforschung als Themenschwerpunkt. Beiträge zu Reallaboren im Kontext transdisziplinärer Forschung mit konzeptionellen Überlegungen ebenso wie Case Studies aus der Forschungspraxis, darunter die Reallabore Baden-Württembergs, sind vertreten. Die Beiträge finden Sie hier.

Reallabore auf der IST

Auf der International Sustainable Transitions-Konferenz in Wuppertal mit über 400 internationalen Gästen haben sich auch die Reallabore aus Deutschland präsentiert: In zwei eigenen Sessions ging es speziell um die Baden-Württembergischen Reallaborprojekte, von denen Projekte der ersten und zweiten Förderlinie in Dialog und Poster-Sessions näher vorgestellt und diskutiert wurden. Näheres dazu im Beitrag.

Im Rahmen der Konferenz wurde darüber hinaus auch das Reallaborprojekt „Wohstandstranformation Wuppertal (WTW)“ in zwei Sessions präsentiert und im Rahmen eines Side-Events auch vor Ort begutachtet und diskutiert.

Gemeinsames Kick-off der Begleitforschung BaWü-Labs ‚Stadt‘

In einem gemeinsamen Kick-Off am 27. September 2016 wurde das Begleitforschungsprogramm für die zweite Reallabor-Förderlinie in Baden-Württemberg gestartet. Die Begleitforschung bietet unter anderem Unterstützung in Form einer externen Beratung oder Trainings zu inter-/transdisziplinärer Arbeit für die Projektteams der Reallabore.
Weitere Informationen finden Sie im Beitrag.

Relevante Publikationen

Im vergangenen Jahr wurde eine Anzahl relevanter Fachbeiträge zum Thema Reallaborforschung publiziert. Eine Auswahl finden Sie im Folgenden:

Schäpke, N., Singer-Brodowski, M., Stelzer, F., Bergmann, M. , & Lang, D. J. (2015). Creating Space for Change: Real-world Laboratories for Sustainability Transformations: The Case of Baden-Württemberg. Gaia, 24(4), 281-283.

Felix Wagner et al.: BaWü-labs on Their Way – Progress of Real-world Laboratories in Baden-Württemberg. zur Webseite

Uwe Schneidewind, Karoline Augenstein, Franziska Stelzer, Dorle Riechert, Luisa Lucas. “The Woodstock of Sustainability Science”. Impulses from the Wuppertal Making Utopia Possible Conference Week. GAIA 25/3 (2016): 207 – 209

Luederitz, C., et al., Learning through evaluation – A tentative evaluative scheme for sustainability transition experiments, Journal of Cleaner Production (2016), http://dx.doi.org/10.1016/j.jclepro.2016.09.005.

Uwe Schneidewind, Mandy Singer-Brodowski, Karoline Augenstein, Franziska Stelzer: Pledge for a Transformative Science: A Conceptual Framework. Wuppertal Paper Nr. 191 (Juli 2016).

Der konzeptionelle Rahmen einer transformativen Wissenschaft, die nicht nur beobachtet sondern selber aktiv wird und sich forschender Weise einmischt, wird im folgenden Beitrag auch der internationalen Fachwelt zugänglich gemacht. zum Download

Workshop „Reallabore als transformative Methode in der Nachhaltigkeitsbildung“ vom 24.-25.01.17 in Wuppertal

Vom 24.-25. Januar 2017 veranstalten das Wuppertal Institut und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen gemeinamen Workshop zum Thema „Reallabore als transformative Methode in der Nachhaltigkeitsbildung“ in Wuppertal.

Der Workshop richtet sich an FachexpertInnen aus Wissenschaft und Praxis und soll den Austausch zwischen Reallabor-Forschung und dem Bereich der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) fördern. So sollen gemeinsam Ideen entwickelt werden, wie sich im Zusammenspiel didaktische Erkenntnisse aus dem Bereich der BNE mit den Praxiserfahrungen der Reallabor-Forschung verknüpfen lassen.

Als Referentinnen und Referenten werden u.a. Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Instituts), Dr. Heinrich Bottermann (Generalsekretär der DBU), Prof. Dr. Ilka Parchmann (Vizepräsidentin der Uni Kiel) sowie Dr. Mandy Singer-Brodowski (Institut Futur Berlin) dabei sein.

Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Es wird um Anmeldung bis zum 17.01.2017 bei karoline.augenstein@wupperinst.org gebeten.

Reallabore Baden-Württemberg:
Reallabor Schorndorf

Im Februar 2016 startete das Baden-Württemberger „Reallabor Schorndorf: Zukunftsweisender Öffentlicher Verkehr – Bürgerorientierte Optimierung der Leistungsfähigkeit, Effizienz und Attraktivität im Nahverkehr (BOOLEAN)“ sowie die ergänzende Begleitforschung mit dem Vorhaben, ein ergänzendes Buskonzept zu entwickeln, das individuell abrufbar ist und den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort in den schwächer ausgelasteten Nebenzeiten flexible Mobilität gewährleistet. Jetzt konnte mit Mercedes Benz Vans ein neuer Praxispartner dazugewonnen werden.

Die Besonderheiten des Projekts, das von einem vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) angeführten Konsortium durchgeführt wird, liegen in der Nutzung von Kleinbussen, die effizienter und ressourcenschonender als normale Linienbusse sind, sowie im Verzicht auf feste Haltepunkte. Dazu wird an einem digitalen Bedienkonzept geforscht, welches den Nahverkehr auf die individuellen Ansprüche der Nutzenden anpassen soll.

Im Rahmen der Projektentwicklung ist dann ein weiterer Schwerpunkt die umfangreiche Partizipation der Bürgerinnen und Bürger, für die seit Februar ein Konzept erarbeitet wurde, welches mit ersten Projektpräsentationen auf dem Schorndorfer Bürgermarkt nun in die Umsetzungsphase gegangen ist. Weitere Schwerpunkte des Beteiligungsprozesses liegen in vertiefenden Diskussions- und Experimentierrunden zur Fahrzeugentwicklung und der Erprobung des Bedienkonzeptes.

Als neuer Kooperationspartner konnte nun Mercedes-Benz Vans für die technische Entwicklung der Fahrzeuge gewonnen werden. u.a. für die Bereitstellung von Minibussen, als auch für die Bereitstellung von „Know-how“ zur Entwicklung des Bedienkonzeptes sowie der Informationsschnittstelle zwischen Leitstelle, Fahrpersonal und Nutzenden. Darüber hinaus möchte das Unternehmen das Beteiligungsverfahren unterstützen.

Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung

Im Rahmen eines Expertenworkshops am 14. Juni 2016 in Berlin zum Thema „Transformation Research – Goals, Contents, Methods“, organisiert vom Dutch Research Institute for Transition (DRIFT) und Ecologic, haben 25 führende Forscherinnen und Forscher über Ansätze, Ziele, Inhalte und Ergebnisse transformativer Forschung diskutiert. Ein besonderer Fokus lag auf geeigneten Methoden und Praktiken aus den Sozialwissenschaften, welche die Erforschung von Prozessen und der Dynamik von Transformationen aus verschiedenen Perspektiven ermöglichen.

Zum Workshop wurde nun von Julia Wittmayer und Katharina Hölscher ein abschließender Bericht veröffentlicht. Dieser fasst die Hauptargumente aus den Debatten zusammen und formuliert Fragestellungen für zukünftige Forschungsarbeiten zur Analyse und Unterstützung von Nachhaltigkeitstransformationen. Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Transformationsforschung hat sich in den letzten Jahren schnell als Forschungsperspektive entwickelt, um gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Dabei verbindet sie verschiedene Forschungsfelder und Ansätze, kombiniert theoretische Konzepte und Rahmenbedingungen und bedient sich unter anderem transdisziplinärer
Daraus ist eine intensive Debatte über die Legitimität, die gesellschaftlichen und institutionellen Auswirkungen sowie den Bedarf für entfacht.
Bislang fehlen jedoch weitgehend konzeptionelle Arbeiten zur empirischen und theoretischen Untersetzung von Transformationsforschung, ihren Methoden und inhaltlichen Schwerpunkten.

Der Workshop hat sich nun diesen Problemen zugewandt. Dabei wurden fünf wesentliche Diskussionspunkte in Bezug auf zukunftsweisende Forschungsfragen identifiziert, um Transformationsforschung weiterzuentwickeln „DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung“ weiterlesen

Best-Practice Sammlung des netzwerk n veröffentlicht

Das netzwerk n hat am Freitag, den 7. Oktober seine Best-Practice-Sammlung zu Nachhaltigkeitsprojekten im Hochschulbereich im Rahmen des 3. Symposiums Nachhaltigkeit in der Wissenschaft (SISI) in Berlin veröffentlicht.

Die Best-Practice-Sammlung, welche in Kooperation mit der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit produziert wurde, zeigt 27 konkrete Projekte und Strukturen an Hochschulen auf, die bereits heute in den Bereichen Lehre, Governance, Betrieb und Forschung Nachhaltigkeit in der Praxis umsetzen. Die Bandbreite reicht, um einige Beispiele zu nennen, vom Studium Oecologicum in Tübingen, über das Kompetenzzentrum nachhaltige Entwicklung (Wien), die grüne Mensa  „Veggie No. 1“ (Berlin) bis zu einem Student Journal aus Maastricht.

Dabei stellen gerade Studierende und Initiativen an Hochschulen einen wichtigen Faktor im Rahmen des Transformationsprozesses zu Nachhaltigkeit dar. So schaffen diese es, durch ihr ehrenamtliches Engagement starke Veränderungsimpulse in die Institutionen hineinzutragen und sich öffentliches Gehör zu verschaffen, um notwendige Reformen einzufordern.

Die Best-Practice Sammlung können Sie hier herunterladen.
Bei Fragen können Sie sich an Lisa Weinhold vom netzwerk n wenden.

Neuer Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ der Zempelin Stiftung

Die Zempelin Stiftung hat dem Wuppertal Institut Mittel zur jährlichen Vergabe eines Forschungspreises für transformative Wissenschaft gestiftet.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums, welches am 8. September in Wuppertal im Rahmen eines Festaktes unter dem Motto „Making Utopia Possible“ gefeiert wurde, hat der Stifterverband dem Institut den Forschungspreis für „Transformative Wissenschaft“ für die nächsten fünf Jahre übergeben.

Jährlich soll das Institut im Rahmen eines Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens eine Preisträgerin oder einen Preisträger ermitteln, welche/r den mit 25.000€ dotierten Preis erhält. Dazu hat die Stiftung dem Wuppertal Institut insgesamt 250.000€ zur Verfügung gestellt, um die Ehrung im Rahmen eines Symposiums vorzunehmen, welches aktuelle Fragen zu transformativer Forschung adressiert.

Inhaltlich zielt der Forschungspreis auf „alle Formen von Wissenschaft, die Impulse auslösen, die den gesellschaftlichen Fortschritt befördern.“ Vorgeschlagen werden können NachwuchswissenschaftlerInnen, zivilgesellschaftliche Institutionen oder Wissenschaftseinrichtungen, die sich den großen gesellschaftlichen Herausforderungen annehmen und zu einer nachhaltigen Transformation unserer Gesellschaft und Umwelt beitragen, sowie solche, die sich der Nachwuchsförderung in dem Feld verdient machen.

Die offizielle Mitteilung vom Stifterverband finden Sie hier.

Reallabore aus Baden-Württemberg auf der International Sustainable Transitions Konferenz

Die Reallabore der Förderlinien des Landes Baden-Württembergs haben ihre Aktivitäten auf der 7. International Sustainable Transitions (IST) Konferenz, die vom 6.-9. September in Wuppertal stattfand, einem internationalen Fachpublikum präsentiert.

Am Donnerstag, den 8. September diskutierten die Forschenden der Reallabor-Projekte gemeinsam mit den beiden Teams der Begleitforschung und den internationalen Gästen in zwei Dialog-Sessions sowohl „Reallabore als neuen Forschungsmodus“ unter Betrachtung der konzeptionellen Rahmungen und Fallbeispiele aus Baden-Württemberg ebenso wie die „Potenziale und Grenzen von Reallaboren“ aus Sicht von Wissenschaft und Praxis in einer zweiten Session. Dabei präsentierten zunächst Forschende aus den Reallabore-Projekte in Kurzvorträgen ihre Projekte und spezifische Perspektive auf das Thema. Anschließend wurden dann einzelne Aspekte unter Einbeziehung von internationalen ExpertInnen der Transition-Forschung diskutiert.

In einer Speeddating Session sowie einem eigenen Ausstellungsbereich für die Baden-Württemberger Reallabore im Rahmen der nachmittäglichen Poster-Sessions kamen die VerterInnen aus insgesamt sieben Reallaboren dann auch mit den BesucherInnen der Konferenz näher ins Gespräch und konnten Fragen der Gäste aber auch eigene Herausforderungen mit dem Fachpublikum diskutieren.

Folgende Poster und Reallabore haben sich im Rahmen der Konferenz präsentiert:

  • Structure of the “Real-World Laboratory 131: KIT findet Stadt”.
  • Participation on the way to the Real-World Laboratory 131.
  • Reallabor 131 – Overview of the real-world experiments.
  • Co-Design and Co-production in the Real-world Laboratory Knowledge Dialogue Northern Black Forest.
  • SPACESHARING LABORATORY.
  • Future City Lab – “Realworld Laboratory for a Sustainable Mobility Culture”.
  • With public participation to a stopless and timetableless urban quarter bus in the Reality Lab Schorndorf.
  • Rethinking schools in the context of demographic and pedagogic shift: The research agenda of Reallabor STADT-RAUM-BILDUNG.
  • Real-world lab ASYLUM.

Ausweitung der Begleitforschung für die Reallabore Baden-Württembergs

Seit September 2016 wurde die bestehende Begleitforschung der ersten Förderlinie des Landes Baden-Württemberg auch auf die Reallabor-Projekte der zweiten Förderlinie ausgeweitet.

Bereits seit Mitte 2015 hatten sich zwei Projektteams unter Leitung der Leuphana Universität Lüneburg sowie der Universität Basel auf den Weg gemacht, um die Reallabore sowohl zu unterstützen als auch begleitend zu erforschen.

Die Begleitforschung besteht dabei aus zwei Projekten:
Die Projektteam unter Leitung der Universität Lüneburg begleitet unter dem Titel „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren“ die 14 Reallabore praxisnah hinsichtlich deren Prozessgestaltung. Darüber hinaus unterstützt das Team durch die Erfassung übergreifender Ergebnisse und Best-Practices sowie die nationale und internationale Vernetzung der Akteure untereinander.

Das Projektteam der Universität Basel versucht währenddessen unter dem Titel „Reallabore vernetzen, verstehen, verstetigen“ Einsichten in die Prozesse in den Reallaboren selbst, insbesondere hinsichtlich methodischem Vorgehen, Qualitätsmerkmalen sowie der transdisziplinären Wissensintegration zu gewinnen. Dabei bietet es einen (moderierten Rahmen) für das gemeinsame Lernen und die Generalisierung der gewonnenen Erfahrungen.

Die Begleitforschung bietet den Reallaboren so konkrete Unterstützung in Form einer externen Beratung oder Reflexion sowie eine Plattform zur gegenseitigen Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch, welche Methodenkenntnis und Praxiswissen, auch aus den beiden Begleitforschungsteams zusammenbringt. Währenddessen wird gleichzeitig übergreifendes Methodenwissen festgehalten, um die Reallaborforschung insgesamt zu fördern und zu verstetigen.

Einen Überblick über die Begleitforschung können sie diesem Flyer entnehmen.

 

3. BMBF-Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ vom 6.-7. Oktober in Berlin

Am 6. und 7. Oktober 2016 veranstaltet das BMBF im Humboldt-Carré Berlin das 3. Symposium zum Thema „Nachhhaltigkeit in der Wissenschaft„.

Im Rahmen des Agendaprozess „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ (SiSi) wurden in zwei großen Symposien im April 2013 und Mai 2014 sowie in weiteren Fachveranstaltungen von Lehrenden, Forschenden, Studierenden und Hochschulverwaltungen Maßnahmen erarbeitet, um die Hochschulen in ihrer Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Um den Austausch zwischen den Akteuren anzuregen, soll das Symposium die Diskussion zu Facetten der Nachhaltigkeit in Hochschulen und Forschungseinrichtungen anregen. Thematisch geht es dabei insbesondere um Klimaschutz und Energienutzung, nachhaltigen Umgang mit (Bio)Ressourcen, Mobilitätsmanagement, grüne IT und Forschungsinfrastruktur sowie die Rolle von Forschungsräumen für den sozialen Zusammenhalt.

Dazu sind Interessierte eingeladen, ihre konkreten Beiträge und Erfahrungen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Forschung im Rahmen einer moderierten Poster-Session zu präsentieren oder Projekte und Initiativen zur Vorstellung vorzuschlagen. Vorschläge können Sie bis zum 10. August 2016 unter Verwendung dieser Vorlage an sisi@fona.de  senden.

Die Teilnahme am Symposium ist nur mit einer persönlichen Einladung möglich. Alle weiteren Informationen finden Sie in Kürze hier.

Neues Reallabor-Forschungsprogramm „Trafo BW“ des Landes Baden-Württemberg gestartet

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat ein neues Forschungsprogramm „Transformation des Energiesystems in Baden-Württemberg – Trafo BW“ gestartet.

Nachdem das Wissenschaftsministerium Baden-Württembergs bereits seit 2015 zwei Förderlinien für Reallaborforschung unterhält, fördert nun auch das Umweltministerium mit knapp sechs Millionen Euro bis zum Jahr 2021 inter- und transdisziplinäre Reallaborforschung im Kontext der Energiewende Baden-Württembergs.

Thematisch werden Forschungsvorhaben zum Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis für die Themenfelder Sektorkopplung von Strom, Wärme und Mobilität, der Überwindung von Hemnissen für Energieeffizienzmaßnahmen auf Verbraucherseite sowie hinsichtlich Einsatzmöglichkeiten von Solarthermie und Bioenergie (2.0) gefördert.

Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung und Akzeptanz von technologischen Lösungen sondern auch um Innovationen bsp. von Geschäftsmodellen, hinsichtlich gesellschaftlichem Bewusstsein, Verbaucherverhalten oder organisatorischer Einbindung von Akteuren.

Das neue Forschungsprogramm wurde durch eine Empfehlung des wissenschaftlichen Ausschusses des Beirats der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung angestoßen.

Alle weiteren Informationen zur Förderlinie sowie Informationen zur Antragsstellung (Frist 22.08.16) finden Sie hier.

Anhörung „Forschung und Innovation in Deutschland“: Stand der Hightech-Strategie am 6. Juli im Bundestag

Am Mittwoch, den 6. Juli fand um 9.30h eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgen-abschätzung zum Thema „Forschung und Innovation in Deutschland: Stand und Perspektiven – einschließlich Zwischenbilanz der Hightech-Strategie“ statt.

Es waren sieben Experten zur Anhörung eingeladen, darunter Dirk Messner, Vorsitzender des WBGU, der in seiner Stellungnahme eine stärkere Ausrichtung der Forschungspolitik auf globale und gesellschaftliche Herausforderungen, insbesondere auf eine Transformation zur Nachhaltigkeit fordert. Er kritisiert an der aktuellen Hightech-Strategie die starke Ausrichtung auf ökonomische Aspekte, und bemängelt das Fehlen einer systemischen Perspektive. Der WBGU sieht daher eine Weiterentwicklung notwendig, die:

„(1) der Dringlichkeit der Transformation zur Nachhaltigkeit Rechnung trägt, die
(2) systemischen statt isolierten technologischen Innovationen Raum schafft und die
(3) auch die nötigen institutionellen und gesellschaftlich-kulturellen Innovationen umfasst.“

Auch die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) sieht soziale Innovationen bisher kaum gefördert. Daher sollten aus öffentlichen Mitteln geförderte Innovationen künftig vor allem dem Gemeinwohl statt wirtschaftlicher Interessen dienen. Dazu ist aus Sicht des WGBU eine breite gesellschaftliche Beteiligung notwendig, um die gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz der strategischen Ziele zu gewährleisten.

Daher schlägt Messner vor, die Hightech-Strategie neben einer inhaltlichen Neuausrichtung an Nachhaltigkeitsaspekten auch durch einen neuen Namen „Forschungsstrategie für Wohlfahrt, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit in Deutschland“ zu reformieren. Eine Orientierung an den Globalen Nachhaltigkeitszielen der 2030 Agenda, und der derzeit entstehenden neuen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung würde die Bestrebungen dabei sinnvoll miteinander verküpfen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat dazu im Juni einen Antrag mit dem Titel „Innovationspolitik neu ausrichten – Forschen für den Wandel befördern“ in den Bundestag eingebracht, in welchem die Fraktion die Bundesregierung unter anderem dazu auffordert, eine Neuausrichtung der Innovationsstrategie an Nachhaltigkeitskriterien vorzunehmen und dabei auf sukkzessive Beteiligung der Zivilgesellschaft und Reallaborforschung zu setzen. Kleine Fächer und Kleinforschungsprojekte sollen ebenfalls stärker gefördert werden. Eine Steuererleichterung um 15% für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Unternehmen unter 249 Mitarbeitenden soll das auch auf wirtschaftlicher Seite ermöglichen.

Ein Vorbericht zur Anhörung in der taz von Manfred Ronzheimer ist hier zu lesen.

Eine Aufzeichnung der Debatte kann in der Mediathek des Deutschen Bundestages angesehen werden.
Eine kurze Zusammenfassung der Sitzung finden Sie hier.

 

Interkolloquium: Zwischenbilanz der ersten Förderlinie der Reallabore Baden-Württembergs

Am 29. April 2016 fand an der Hochschule für Technik Stuttgart ein Interkolloquium statt, in dessen Rahmen die Reallabore der ersten Förderlinie des Landes Baden-Württembergs aus ihrem ersten Förderjahr berichtet und in themenspezifischen Workshops konkrete Herausforderungen mit internationalen ExpertInnen diskutiert haben.

Im Rahmen des Interkolloquiums wurden erste Ergebnisse und Erfahrungen aus den Projekten im Beisein von Ministerin Theresia Bauer präsentiert und mit internationalen Expertinnen und Experten wie u.a. Dr. Andrew Karvonen (University of Manchester) und Uwe Schneidewind (Wuppertal Insitut, per Videochat) diskutiert.

In sechs Workshops wurden dann spezifische Themen vertieft:

Ein erster Workshop beschäftigte sich mit einem wissenschaftlich fundierten „Versuchsaufbau“ von Reallaboren im Zusammenhang mit der Stakeholder-Einbindung hinsichtlich des Bewirkens von Veränderungen während ein zweiter Workshop die transformative Wirkung von Reallaboren hinsichtlich des Potenzials zivilgesellschaftlicher Initiativen und deren Rolle in „Models of Change“ behandelte. Der dritte Workshop untersuchte die „Integration von Wissen in transdisziplinären Prozessen“ – also wie und wo welche Arten von Wissen in der Interaktion der unterschiedlichen Akteure entstehen während der vierte Workshop Konflikte im Umgang mit Stakeholdern behandelt hat: Von notwendigen Konflikten und Widersprüchen partizipativer Forschung bis hin zu ethischen Fragestellungen. Der fünfte Workshop hingegen beschäftigte sich mit eher wissenschaftstheoretischen Fragestellungen, insbesondere dem Erkenntnisgewinn in Hinblick auf Lernprozesse und ihre forschungspraktische Relevanz, ebenso wie die Übertragbarkeit aus dem ‚Labor‘-Kontext heraus. Im sechsten Workshop ging es dann ganz um den Lernbegriff innerhalb der transformativen Nachhaltigkeitsforschung – welche Umgebungsgestaltung unterstützt welche Arten von Kompetenzerwerb?

In einer abschließenden Paneldiskussion wurden dann Potenziale und Grenzen der Reallaborforschung mit den eingeladenen ExpertInnen zusammengetragen. Insgesamt ging es sowohl um die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen, (wissenschaftliche) Qualitätssicherung in der Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und Institutionen auch hinsichtlich der Professionalität und Routinisierung. Ebenso einen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien der Reallabore. Dabei wurde auch das große Engagement der Beteiligten in dem noch wenig etablierten Forschungsformat deutlich.

Zum Schluss gab Dr. Felix Wagner vom Baden-Württembergischen Ministerium noch einen kurzen Ausblick auf den weiteren Schritte der Begleitforschung und Evaluation der Reallabore Baden-Württembergs.

Hier finden Sie das Programm sowie die Workshopbeschreibungen.
Einen Kurzbericht von Dr. Michael Kalf für die HfT finden Sie hier.

Grünbuch Citizen Science Strategie Deutschland 2020

Im Rahmen des Projekts „BürGEr schaffen WISSen – Wissen schafft Bürger“ (GEWISS) wurde als Teil des GEWISS-Bausteinprogramms eine Citizen Science-Strategie 2020 für Deutschland entwickelt und nun in Form eines Grünbuchs veröffentlicht.

In acht Dialogforen mit einem Thinktank, einer Auftaktveranstaltung sowie zahlreichen weiteren Beiträgen unter der bundesweiten Beteiligung von über 700 an Citizen Science interessierten Personen aus mehr als 350 Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Fachgesellschaften, Vereinen und Verbänden, Stiftungen und Einzelpersonen wurde über Citizen Science diskutiert. Daraus wurden nun Beiträge zur Entwicklung der Visionen und Handlungsoptionen für das Grünbuch zusammengeführt und in einer weiteren umfänglichen Online-Konsultation von Privatpersonen und verschiedenen Organisationen aus Wissenschaft und Gesellschaft erörtert.

Das daraus entstandene Grünbuch für eine Citizen Science Strategie 2020 stellt die Ziele, Potenziale und Herausforderungen von Citizen Science in Deutschland dar und zeigt Handlungsoptionen für die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Wissenschaft auf. Dabei wird der Fokus auf drei Handlungsfelder gelegt: Die Stärkung etablierter Strukturen, die Neuschaffung von Rahmenbedingungen und die weitere Integration von Cititzen Science in bestehende Konzepte durch verschiedene Maßnahmen. Außerdem werden im Grünbuch vor allem auch die Ziele und Möglichkeiten ebenso wie eine Vision für die Rolle von Citizen Science im Jahr 2020, unter anderem in Form von zehn Leitbildern, definiert. Im Vordergrund stehen auch hier die breite Etablierung, Anerkennung und Einbeziehung von Citizen Science in gesellschaftsrelevante Kontexte.

Das Grünbuch steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Eröffnung des „Future City Lab – Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur“ am 03. April in Stuttgart

Am Sonntag, den 03.04.2016 findet die Eröffnungsfeier des „Future City Lab – Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur“, eines der Reallabore der ersten Förderlinie des Landes Baden-Württemberg, in Stuttgart statt.

Im Rahmen der Veranstaltung stellt sich das Projekt der Universität Stuttgart der breiten Öffentlichkeit vor und startet mit einer Karawane der nachhaltigen Fortbewegungsformen durch Stuttgart. Auf einem Markt der Möglichkeiten werden verschiedene Mobilitätsformen, -technologien und -praktiken getestet und gezeigt. Mit weitere Gäste, einer Fish-Bowl-Diskussion sowie einer Ausstellung der geplanten Realexperimente findet nachmittags im Theater Rampe die feierliche Eröffnung statt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage. Das Programm finden Sie hier, die Einladung zur Karawane hier. Anmeldungen für die Diskussion an karten@theaterrampe.de.

EFI zu sozialen Innovationen

Die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) betont nach Veröffentlichung ihres Jahresgutachtens 2016 in einer ergänzenden Pressemitteilung nochmals ausdrücklich die Bedeutung sozialer Innovationen in der Forschungs- und Innovationsförderung.

Die EFI äußert sich damit auch zu der Kritik, ein zu enges soziales Innovationsverständnis zu bedienen, wie sie u.a. von Dirk Messner und Uwe Schneidewind geäußert wurde (siehe Kolumne des DIE).
EFI-Mitglied Prof. Böhringer macht in der Pressemitteilung deutlich: „Wir haben die Sorge, durch die Fokussierung auf ein technologisches Innovationsverständnis in der Förderpolitik wichtige soziale Innovationspotenziale zu vernachlässigen“. Die Expertenkommission fordert daher „von der Bundesregierung nun mutige Schritte ein, um mit neuen Formaten der Partizipation und mit neuen Förderinstrumenten zu experimentieren“.

Die Kommission verweist für eine zukünftige Förderung auf Preisgeld-Wettbewerbe oder Vorreiter-Beispiele wie die Reallaborförderung in Baden-Württemberg.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Workshop „Experimente für gelebte Nachhaltigkeit – Ein Ansatz im Reallabor“ am 11.03. in Berlin

Im Rahmen des Reallabors Future City Lab_Stuttgart Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur findet am Freitag, den 11. März 2016 im Umweltbundesamt in Berlin ein Workshop zum Thema „Experimente für gelebte Nachhaltigkeit  – Ein Ansatz im Reallabor“ statt.
Im Rahmen des Workshops soll die Rolle und Bedeutung von Reallaborexperimenten für soziale Innovationen und gelebte Nachhaltigkeit diskutiert werden. Vor dem Hintergrund erster Erkenntnisse aus dem Future City Lab_Stuttgart geht es dabei um die identifizierung spezifische Chancen und Herausforderungen, die mit der Umsetzung verbunden sind.

Weitere Details können Sie der Einladung entnehmen, das Programm finden Sie hier.

Anmeldungen werden bis spätestens Montag, den 7. März 2016 von Eric Puttrowait entgegen genommen.

Symposium „Reallabor Spacesharing“ am 18.02.16 an der Kunstakademie Stuttgart

Am 18.02. findet von 9-12.30h an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ein Symposium anlässlich der EuroFM Winterschool 2016“  zum Thema „Reallabor Spacesharing“ statt.

Im Rahmen des Symposiums wird das Forschungsprojekt „Reallabor Spacesharing“ vorgestellt und diskutiert, welche Potentiale und Herausforderungen sich bei der Nutzungsintensivierung von Gebäuden durch dynamische Programmierung mit dem Ziel der „24/7-Nutzung“ ergeben.
Das vorgestellte Reallabor ist eines der in der ersten Förderrunde des Landes Baden-Württemberg geförderten Projekte.

Das Symposium findet in englischer Sprache statt. Das Programm sowie alle weiteren Informationen zum Symposium finden Sie hier.

Lesetipp: Transdisziplinär forschen – zwischen Ideal und gelebter Praxis. Hotspots, Geschichten, Wirkungen.

Defila, Rico, Di Giulio Antonietta (Hrsg.) (2016): Transdisziplinär forschen – zwischen Ideal und gelebter Praxis. Hotspots, Geschichten, Wirkungen. Frankfurt a.M., New York: Campus Verlag, 344 Seiten.

Die gelebte Praxis transdisziplinärer Forschung steht im Mittelpunkt der Analysen und Reflexionen dieser Teilsynthese aus dem BMBF-Themenschwerpunkt „Vom Wissen zum Handeln – Neue Wege zum nachhaltigen Konsum“. Den Erfahrungshintergrund bilden Projekte, in denen die Kooperation zwischen den Partnern aus Forschung und Praxis aus Sicht aller Beteiligten erfolgreich verlief. Dabei zeigt sich, dass es unterschiedliche Wege zum Erfolg gibt, die nicht alle ‚lehrbuchkonform‘ sind und sein müssen. Das Buch ermuntert dazu, transdisziplinäre Prozesse pragmatisch-kreativ anzugehen, ohne dabei den Qualitätsanspruch an transdisziplinäre Forschung aufzugeben. Es richtet sich an Forschende, die transdisziplinär forschen, aber auch an Fördergeber, die transdisziplinäre Projekte fördern, und schließlich an Forschende, die über transdisziplinäre Projekte forschen. Zur Veröffentlichung.

Die Einführung steht auch als kostenfreier Download zu Verfügung: Defila_Di Giulio_2016_Wie_es_begann

(Quelle: SÖF-Konsum-BF)

„The Future of Sustainable Food Business“ Sommeruniversität im August 2016 in Emmendingen

Vom 31. Juli bis zum 14. August 2016 findet die zweite Sommeruniversität
„The Future of Sustainable Food Business“ der Deutschen Gesellschaft für Humanökologie in Kooperation mit dem College of the Atlantic in Emmendingen (nähe Freiburg im Breisgau) statt.

Die Sommeruniversität richtet sich an (angehende) Abiturienten und Bachelor-Studierende, die in Gruppen selbstgewählte Projekte bei Unternehmen aus der Region durchführen und dabei von erfahrenden Lehrenden angeleitet werden. Dabei werden relevante Inhalte, theoretische Konzepte und Forschungsmethoden in einem Reallabor, erarbeitet, um das Wissen in einer transdisziplinären, praxisorientierten Gruppenarbeit und der offenen Atmosphäre einer Charrette (einer öffentlichen Projektwerkstatt) anzuwenden, die den Partnerbetrieben und interessierten Bürgerinnen und Bürgern die direkte Beteiligung an den Studienprozessen ermöglicht.

Inhaltlich steht die Diskussion um unser heutiges Ernährungssystem, seiner nachhaltigen Entwicklung und möglicher innovativer Konzepte eines Wandels hin zu einer grünen Ernährungswirtschaft im Vordergrund.

Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie hier. Anmeldeschluss ist der 30. April 2016.

Forum Citizen Science Deutschland am 16. März in Berlin

BürGEr schaffen WISSEN (GEWISS), ein Konsortium verschiedener Leibniz- und Helmholtz-Institute, Universitäten und Wissenschaft im Dialog lädt am Mittwoch den 16.03.2016 nach Berlin zum „Forum Citizen Science Deutschland“ ein.

Als Abschlussveranstaltung des GEWISS-Bausteinprogramms werden dort die Prozessergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt, insbesondere die Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland. Anschließend soll die Anschlussfähigkeit an weitere politische Strategien, unter anderem Nachhaltigkeitsforschung und Innovation, diskutiert werden.

In Storytelling-Sessions sollen Citizen Science Projekte und die darin aktiven Menschen sichtbar gemacht machen. Wer sein eigenes Projekt im Rahmen der Veranstaltung vorstellen möchte, kann sich hier anmelden.

Das Programm finden Sie hier, Informationen zur Anmeldung unter: http://www.buergerschaffenwissen.de/forum-citizen-science

Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen? – Veranstaltung der Plattform Forschungswende am 11.01.16 in Stuttgart

Der BUND, der NABU Baden-Württemberg und die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende laden ein zum Workshop „Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen?“ am
11. Januar 2016 in Stuttgart.

In dem Workshop sollen Ziele, Strukturen und Inhalte der Forschungs- und Innovationsstrategien sowie die Möglichkeiten der Partizipation auf Bundes- und Landesebene vorgestellt und diskutiert werden. Außerdem liegen aus den „Reallaboren für praxisnahe wissenschaftliche Forschung zur Nachhaltigkeit“ erste landesspezifische Erfahrungen für Baden-Württemberg vor, die reflektiert und diskutiert werden sollen. Der Workshop wendet sich insbesondere an die Akteure der Gesellschaft sowie der transformativen Wissenschaft.

Ausführliche Informationen zum Workshop finden Sie in der Einladung.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 05.01.2016 unter Angabe von Institution und Funktion an hello(at)forschungswende.de
Bitte beachten Sie, dass die Plätze begrenzt sind.

Neuer BMBF-Förderschwerpunkt „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ zielt auf umsetzungsorientierte Lösungen im Umgang mit der Ressource Land

Land wird weltweit zusehends knapper. In Deutschland erhöhen der Umbau der Energieversorgung, wachsende Wohn- und Gewerbegebiete sowie zunehmender Verkehr die Nachfrage nach Flächen. Auch der Klimawandel erfordert eine tiefgreifende Anpassung in Stadt und Land. Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert – nachhaltige Lösungen werden benötigt.  Der nachhaltigere Umgang mit Land ist ein Themenbereich, der im Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA) durch das Deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Da die Nachfrage nach und die Ansprüche an Land weltweit steigen und daher zunehmend Nutzungskonflikte auftreten, ist das Ziel einer nachhaltigen Landnutzung, laut Hauptgutachten des WBGU aus dem Jahr 2011, eines der zentralen Handlungsfelder für eine zukünftige Gesellschaftstransformation.

Um dem politischen Ziel einer nachhaltigen Landnutzung stärker Rechnung zu tragen, werden bereits seit 2009 vom BMBF Forschungsvorhaben zum Thema gefördert. Bei der Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wurden sowohl in internationalen wie in nationalen Projekten an Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen den Themenfeldern Klimawandel, Landmanagement und Ökosystemdienstleistungen – als auch an innovativen und umsetzungsorientierten Systemlösungen geforscht. Alle Forschungsvorhaben verfolgten dezidiert transdisziplinäre Forschungsansätze. Die Fördermaßnahme befindet sich gegenwärtig in der finalen Phase des Projektzyklus. Ausführliche Ergebnissynthesen nebst Transferveranstaltungen sind für das Jahr 2016 geplant.

Das BMBF setzt in der anwendungsbezogenen Nachhaltigkeitsforschung nun weitere Akzente. Seit dem letzten Jahr werden mit der Initiierung des Förderschwerpunktes „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ bis zum Jahr 2019 neun Wissenschafts-Praxis-Teams gefördert, die sich zu transdisziplinär forschenden „Innovationsgruppen“ zusammengetan haben. Mit dem neuen Förderinstrument der Innovationsgruppe verfolgt das BMBF eine noch stärkere Akzentuierung auf umsetzungsorientierte Lösungen für konkrete, gesellschaftsrelevante Probleme des Landmanagements. Dazu zählen u.a. der regionale Umgang mit der Energiewende, Fragen der integrierten Stadt-Land-Kooperation, Erhalt der Biodiversität sowie der Kulturlandschaft. Ähnlich wie beim „Reallabor-Ansatz“ sollen exemplarische Vorhaben in Modellregionen Deutschlands initiiert und mit lokalen und regionalen Stakeholdern erarbeitet und umgesetzt werden. Innovationen werden auf diesem Wege nicht nur theoretisch angedacht, sondern angestoßen, begleitet und implementiert.

Um dies zu ermöglichen, finden in dem neuen Förderschwerpunkt verschiedene Spezifika von Innovationsprozessen Berücksichtigung: So wird besonderes Gewicht auf ein strategisches Vorgehen beim prozesshaften Erarbeiten eines Innovationskonzeptes gelegt. Außerdem werden die oft unterschätzten prozessbezogenen Lerneffekte innerhalb der Forschungsverbünde durch spezifische Maßnahmen des capacity building gestärkt. Im Mittelpunkt der Forschung stehen nun nicht mehr ausschließlich technologische Innovationen – soziale Innovationen sollen stattdessen stärker in den Vordergrund rücken.

Wie bei der Vorgängermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wird den Innovationsgruppen ein wissenschaftliches Begleitvorhaben an die Seite gestellt, das den Forschungsprozess begleitet und aus zwei Partnerinstitutionen besteht. Während das Berliner inter 3-Institut für Ressourcenmanagement langjährige Erfahrungen aus der Innovationsforschung und dem Innovationsmanagement in das Begleitvorhaben einbringt, ergänzt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), das bereits die Vorgängermaßnahme wissenschaftlich begleitet hat, die Kompetenzen in den Bereichen Landmanagement und Governance.

Nähere Informationen zu den Innovationsgruppen finden Sie hier. Kontakt: innovationsgruppen(at)zalf.de

Zweite Förderlinie der Reallabore Baden-Württemberg gestartet

Nach erfolgter Ausschreibung der zweiten Förderlinie für „Forschung für Nachhaltigkeit“ hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg nun sieben weitere Reallaborprojekte ausgewählt, die neben den bestehenden sieben Reallaborprojekten für drei Jahre mit weiteren 8 Millionen Euro gefördert werden.

Die Projekte mit Bezug zum Thema „Städte als Zukunftslabore der modernen Gesellschaft“ sollen dabei das Zusammenspiel von Wissenschaft, Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft stärken. Sie decken dabei thematisch verschiedene Felder einer zukünftigen Stadtentwicklung ab, die sich vor dem Hintergrund der großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen: Von Einwanderung und demographischem Wandel, über klimaverträgliches Wohnen hin zu nachhaltiger Mobilität und den Herausforderungen digitaler Lösungen.

Die Projekte wurden dabei aus 27 Anträgen auf Grundlage der Begutachtung durch eine unabhängige Expertenkommission ausgewählt. Hier ein Überblick über die sieben geförderten Reallaborprojekte:

  • Reallabor BUGA:log in Heilbronn
    Im Reallaborprojekt BUGA:log der Hochschule Heilbronn sollen selbstfahrende Transportfahrzeuge für die Nahversorgung im Stadtraum eingesetzt werden, sodass das Verkehrsaufkommen insgesamt reduziert wird. Dazu sollen erstmals Fahrzeuge im Rahmen der Anlieferung und Entsorgung für die Bundesgartenschau 2019 im öffentlichen Bereich getestet werden. Besucher der Bundesgartenschau können dann mit einer eigens entwickelten App den Transportern kleine Aufträge erteilen – dabei sollen gemeinsam Vorbehalte und Herausforderungen für den bürgernahen Einsatz von autonomen Fahrzeugen aufgespürt werden.
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  • Reallabor Schorndorf – Zukunftsweisender Öffentlicher Verkehr
    In Schorndorf (nähe Stuttgart) soll ein bedarfsorientiertes, digital gestütztes Konzept für den dortigen öffentlichen Nahverkehr entwickelt werden, das ohne feste Haltestellen auskommt und damit den Nahverkehr ganz an die individuellen Ansprüche der Nutzenden anpasst. Mittels einer App entwickelt das Projektkonsortium um das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum eine flexible Mobilitätslösung für die Nebenverkehrszeiten, welche durch intelligente Nutzung von Kleinbussen zudem noch Ressourcen einsparen soll.
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  • Reallabor „Go Karlsruhe!“
    In Karlsruhe soll mit digitalen Methoden untersucht werden, wie eine Stadt fußgängerfreundlicher gestaltet werden kann. Präferenzen von Fußgängerinnen und Fußgängern sollen gemeinsam mit Forschenden der Hochschule Karlsruhe der Stadtverwaltung und weiteren Verbänden erforscht werden, um im Anschluss Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs in Experimenten auszuprobieren. Dabei setzt das Projekt auf Interaktion über digitale Medien. Und zwar dort, wo sich die Zielgruppe bewegt: An Ampeln und Verkehrsschildern sowie über die Smartphones der Fußgängerinnen und Fußgänger. Nebenbei werden so auch unterschiedliche (digitale) Beteiligungsformen erprobt.
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  • Energielabor Tübingen
    Im Energielabor-Projekt Tübingen erforscht die Universität Tübingen in einem breit aufgestellten Konsortium zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern, wie im Stadtraum Photovoltaik, Solar- und Geothermie, Kleinwindkraft und Biomasse so ergänzt werden können, dass 50 Prozent der Versorgung durch regenerative Energiequellen erfolgt. Auch das Bewusstsein und der persönliche Beitrag der Bürgerinnen und Bürger soll aufgezeigt werden um dem Abbau von Vorbehalten gegenüber regenerativen Energiequellen zu dienen.
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  • Reallabor Stadt:quartiere 4.0 in Stuttgart und Herrenberg
    Im geographisch auf zwei Kommunen angelegten Reallabor der Universität Stuttgart sollen digitale Verfahren und Simulationen erprobt werden, um Bürgerinnen und Bürger in die jeweilige Stadtentwicklung einzubeziehen. Das Projekt dient der Auswahl, Erprobung und Evaluation geeigneter (digitaler) Methoden für die unterschiedlichen Planungphasen. Stadtquartiere sollen auf diese Weise zu „Reallaboren des Wandels“ werden und ein zu entwickelnder Planungsleitfaden die Erkenntnisse für andere Kommunen nutzbar machen.
    Information der Uni Stuttgart
  • Reallabor „STADT-RAUM-BILDUNG“ in Heidelberg
    Im Reallabor der SRH Hochschule Heidelberg untersuchen drei Hochschulen gemeinsam mit Praxispartnern, wie durch Um- und Ausbauten von Schulen Bildungslandschaften geschaffen werden können, die individualisierte und kooperative Lernformen ermöglichen. Auch soll untersucht werden, wie Schulen selber zu Impulsgebern für die Stadtgesellschaft werden können. Im Rahmen des Reallabors soll die Neustrukturierung lokaler Bildungslandschaften zur nachhaltigen Gestaltung der Wissensstadt wissenschaftlich, fachlich und praktisch unterstützt werden. Ein Handbuch zur Schulbau-Typologie soll die Erkenntnisse zu Projektende festhalten und übertragbar machen.
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  • Reallabor „Asylsuchende in der Rhein-Neckar-Region“
    Die Pädagogische Hochschule Heidelberg untersucht gemeinsam mit zahlreichen Praxisakteuren, welche Faktoren die wirtschaftliche und soziale Integration von Flüchtlingen in den Bereichen Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und Wohnen fördern. Darüber hinaus werden Integrationsmaßnahmen der beteiligten Kommunen verglichen, um Best-Practice-Beispiele herauszuarbeiten. Nach den zahlreichen Veränderungen der rechtlichen, strukturellen und sozialen Rahmenbedingungen der Flüchtlingszuwanderung in den letzten Jahren gilt es hier nachhaltige Lösungen innerhalb der veränderten Bedingungen aufzuzeigen.
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Die Ausschreibung vom Juni 2015 kann hier eingesehen werden. Die Pressemitteilung des Ministeriums vom 07.10.15 finden Sie hier.

Hochschultag Transformative Wissenschaft am 17.11. an der Bergischen Universität Wuppertal

Der AStA der Bergischen Universität Wuppertal organisiert am 17.11.15 den öko-sozialen Hochschultag „Transformative Wissenschaft“. Die Studierenden stellen mit dieser Veranstaltung die Frage, wie die Hochschule der Zukunft aussehen kann. Welche Art von Lehre und Forschung soll es an den Hochschulen geben, damit sie einen aktiven Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen der „großen Transformation“ leisten können. Wie kann sich Wissenschaft in Anbetracht von Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit und einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft neu aufstellen?

Auf der Veranstaltung soll die transformative Wissenschaft als Form der Wissenschaft vorgestellt werden, die Ihre Forschungsfragen aus den gesellschaftlichen Herausforderungen ableitet, transdisziplinär und partizipativ arbeitet, außeruniversitäre Akteure miteinbezieht und Veränderungen so selber mit anstößt. Von Reallaborforschung bis hin zu einer Lehre in gesellschaftlichen Verantwortung (Service Learning) soll an dem Hochschultag gezeigt werden, wie eine transformative Wissenschaft in der Praxis ganz konkret aussehen kann. Die daraus entstandenen Ideen sollen anschließend mit dem Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und weiteren Gästen diskutiert werden. Ein offener Ausklang mit Fingerfood und Getränken bietet Raum zum diskutieren und kennenlernen.

Die Veranstaltung findet ganztägig auf der AStA-Ebene statt und ist öffentlich. Für die beiden Workshops „Transformative Lehre“ und „Transformative Forschung“ wird um Anmeldung an oekologie(at)asta.uni-wuppertal.de gebeten.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.asta-wuppertal.de/hochschultag

Der Tag findet in Kooperation mit TransZent und der Initiative ökosoziale Hochschultage statt, und wird von der Stadtsparkasse Wuppertal und der Barmenia gesponsert.

Studentische „konferenz n – Hochschule weiter denken“ und Ausschreibung zum Wandercoaching für studentische Nachhaltigkeitsinitiativen

Am 22.01.2016 findet die „konferenz n – Hochschule weiter denken“ des Netzwerks studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen (netzwerk n) – gefolgt vom Vernetzungstreffen am 23. und 24. 01. – in Berlin statt. Zum Start des Weltaktionsprogrammes legen die Studierenden dieses Jahr den Schwerpunkt auf das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dazu möchten sie eine offene, wertschätzende Atmosphäre schaffen, echten Perspektivwechsel wagen, Interdisziplinarität erlebbar machen und gemeinsam positiv-gestaltend in die Zukunft blicken. Eingeladen sind alle Akteure, die sich für eine nachhaltige Hochschullandschaft engagieren. Alle weiteren Infos dazu finden sich hier.
Weiterhin bietet das netzwerk n studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen eine kostenlose mehrmonatige Begleitung durch zwei sogenannte Wandercoaches an, um sich rund um das Thema nachhaltige Hochschule inhaltlich, methodisch und strategisch weiterbilden und coachen zu lassen. Die Coaches sind ausgebildet und motiviert, die erste Runde an Coachings ist gestartet. Alle interessierten Gruppen und Initiativen (studentisch und gemixt) können sich jetzt bis zum 22.11.15 bewerben. Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen dazu finden sich hier.

Reallabor-Forschungskolloquium am Karsruher Institut für Technologie

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Beteiligten des dort angesiedelten „Reallabor 131 / Quartier Zukunft“ und der „Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit“ (KSN) laden OrganisatorInnen anderer Reallabore, daran beteiligte WissenschaftlerInnen und Stakeholder von Reallaboren, sowie Studierende und Interessierte zu einem öffentlichen Forschungskolloquium jeweils Mittwochs um 11.30Uhr bis 13Uhr ein. Mit dem Forschungskolloquium bieten die OrganisatorInnen einerseits Studierenden erstmals Zugang zu einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Format Reallabor, andererseits auch den interessierten und aktiven WissenschaftlerInnen einen Ort der Reflexion und des Austausches über transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung. Einige Reallabore (BaWüLabs) stellen sich, Ihre Herausforderungen und aktuellen Erfahrungen vor. Das Programm finden Sie ausführlich hier.
Um Anmeldung wird gebeten via Mail an: marius.albiez(at)kit.edu

Online-Konsultation zur Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland

Das GEWISS-Konsortiums lädt zur Beteiligung an der Online-Konsultation des Rahmenpapiers (Green Paper) der Citizen Science-Strategie 2020 für Deutschland ein.
Bürgerinnen und Bürger in Deutschland wünschen sich mehr Beteiligung bei der Entwicklung und Umsetzung von Forschung und Wissenschaft. Die Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland hat das Ziel, die Zusammenarbeit von professioneller und ehrenamtlicher Forschung zu stärken und die Entwicklung neuer Formen von Citizen Science zu fördern. Das Rahmenpapier der Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland steht vom 19. September bis 19. Oktober 2015 öffentlich zur Konsultation:

Alle Akteure der Citizen Science Landschaft in Deutschland sind eingeladen, Maßnahmen zur Stärkung von Citizen Science in Deutschland zu bewerten, zu kommentieren und Vorschläge einzubringen.

Bürger Künste Wissenschaft – Citizen Science Tagung vom 21. bis 23.09. an der Universität Erfurt

Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaft – das ist das Thema einer Tagung vom 21. bis 23. September, die von MitarbeiterInnen der Universität Erfurt und des Kulturmanagement Network organisiert wird und von der Forschungsbibliothek Gotha, den Geschichtsmuseen der Stadt Erfurt, der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte sowie der Plattform „Bürger schaffen Wissen” unterstützt wird.
„Raus aus dem Elfenbeinturm, lautet ein häufig vernommener Ruf – auch an Forscher der „schönen Künste“. Ihre Ergebnisse sollen anwendbarer werden, ihre Arbeit transparenter, ihre Kommunikation offener. Aber wie? Citizen Science ist eine Möglichkeit, eng geknüpft an technische Trends wie Big Data oder gesellschaftliche die digitale, zunehmend dialogische Kommunikation – ein nie dagewesenes Potenzial, um Interessierte und Gleichgesinnte zu treffen, deren Wissen und Ideen der Forschung zugänglich zu machen. Der Weg aus dem Elfenbeinturm ist dabei zugleich jener Zugang hinein in die Welt universitärer oder etwa musealer Forschung, ohne dass diese marginalisiert würde. Doch ist Citizen Science beinahe eine Wissenschaft an sich, ein Bereich, der viele Herausforderungen und noch offene Fragen birgt: Was ist eigentlich das Wissen der Massen? Welche Gefahren und welche Potenziale gehen damit einher, etwa für die Zugänglichmachung von Wissen für Laien und für Wissenschaftler? Wie muss ein gutes Projekt aufgebaut sein? Wie lassen sich große Datenmengen sammeln, auswerten und aufbereiten? Wie kann man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für ein solches wecken? Wie kann Citizen Science bei der Sensibilisierung auch für die Schwierigkeiten wissenschaftlicher Arbeit helfen? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum der Tagung Bürger Künste Wissenschaft. Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften.“ (Aus dem Programm zur Tagung)Die Konferenz wird aus zwei Teilen bestehen: einem Konferenzteil, bei dem die wissenschaftlichen Grundlagen vorgestellt werden, und einem Barcamp-Teil mit intensivem Austausch über die Anwendbarkeit für die verschiedenen Disziplinen und Bereiche.
Zum Programm der Tagung und zur Anmeldung gelangen Sie hier.

Umfrage: Beteiligung von Laien an Forschung – Welcher Mehrwert entsteht für die Bildung?

Citizen Science (‚Bürgerwissenschaft‘) ist auf dem Vormarsch: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich an wissenschaftlicher Forschung und tragen so zu neuen Erkenntnissen bei. Welcher Gewinn ergibt sich in solchen Projekten für die Bildung? Wie können Bildungseinrichtungen im schulischen und außerschulischen Bereich Citizen Science nutzen? Und welche Rahmenbedingungen sind hierfür notwendig – vom Fortbildungsangebot bis zum Fördertopf?
Eine aktuelle Umfrage zu diesen Themen richtet sich an alle, die in den Bereichen Bildung, Citizen Science oder Wissenschaft arbeiten und sich dabei mit Natur-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen – gleich ob mit oder ohne Erfahrung in Citizen Science.
Die Initiatorinnen und Initiatoren der Umfrage kommen aus Einrichtungen der Wissenschaft (UFZ / iDiv, BOKU), Bildung (ANU) und Kommunikation (GEWISS, science et cité) in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit den Ergebnissen der Umfrage möchten sie ein Signal in Richtung Forschungs- und Bildungsförderung setzen.

Zur Teilnahme an der Umfrage bis 05. August 2015  gelangen Sie hier.

Responsible Research and Innovation als Beteiligung auf Augenhöhe – Bericht zum Workshop der Plattform Forschungswende

Rund 40 TeilnehmerInnen kamen am 23.06.2015 in die Bundesgeschäftstelle des NABU zu der Veranstaltung „Welche Werte zählen in der europäischen Forschungspolitik? Responsible Research and Innovation – Verantwortungsvolle Forschung und Innovation in der nationalen Förderpolitik“. Eingeladen hatte die zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende mit dem Ziel gemeinsam mit VertreterInnen aus Wissenschaftseinrichtungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Projektträgern und dem BMBF zu diskutieren, wie Konzepte von Public Engagement und Responsible Research and Innovation im europäischen und nationalen Forschungskontext verstanden und umgesetzt werden. Die Frage nach einer Mitbestimmung von BürgerInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ist dabei von einem hohen öffentlichen Interesse, was nicht zuletzt aktuelle Medienberichte zeigen.

Nach einer Begrüßung durch Dr. Eick von Ruschkowski, Fachbereichsleiter NABU Bundesverband, stellte Norbert Steinhaus vom Wissenschaftsladen Bonn in einem ersten kurzen Impulsvortrag zentrale Ideen des Konzeptes „Responsible Research and Innovation“ (RRI) vor. Er rekurrierte dabei auf eine Beschreibung von RRI als eine „Vision, wissenschaftliche und Innovationsbemühungen hin zu sozialverträglichen Ergebnissen zu lenken und dabei gesellschaftliche Wertvorstellungen, Bedürfnisse und Erwartungen mit einzubeziehen.” Anschließend gab er einen kurzen Überblick über das Projekt RRI-Tools, in dem konkrete Instrumente zur stärkeren Ausrichtung von Forschung und Innovation auf gesellschaftlich relevante Forschungsergebnisse und -prozesse zusammengetragen werden. Diese sind auf verschiedenen Ebenen gelagert (vgl. Abb.1):

Steinhaus

 

 

Abb. 1) Prozess- und Ergebnisanforderungen im Rahmen des Projektes RRI-Tools (Steinhaus 2015)

Neben der Diskussion verschiedener politischer Bestrebungen zur Stärkung von RRI stellte Norbert Steinhaus auch konkrete Instrumente vor, mit denen RRI gefördert wird, z.B. der „European Foundations Award for Responsible Research and Innovation“. Nicht zuletzt beschrieb er den Diffussionprozess von RRI in Europa, der durch das Projekt-Konsortium aktuell intensiv unterstützt wird, etwa durch die Begleitung von HUBs in allen europäischen Ländern (für Deutschland der Wissenschaftsladen Bonn) und der Aufbau einer Community of Practice von RRI, die wiederum mit den konkreten Empfehlungen aus dem Projektkontext unterstützt werden soll.

Campus und Community – Zertifikatskurs Intersektorales Management

Die Akademie des Netzwerks „Bildung durch Verantwortung“ und die Agentur Mehrwert bieten gemeinsam einen Zertifikatskurs „Campus und Community“ an. Der Kurs richtet sich an GestalterInnen aus Hochschule und Zivilgesellschaft, die Prozesse und Kooperationen zur Gesellschaftsorientierung von Wissenschaft an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft managen.
„Intersektorale Kooperationen sind anspruchsvoll und scheitern oft an ungeklärten Erwartungen und unterschiedlichen „Sprachen“. Genau für diese Herausforderung wurde der Zertifikatskurs Campus und Community – CuC entwickelt. Für Gestalterinnen und Gestalter aus Hochschule und Zivilgesellschaft. Das Besondere ist die interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmenden und der Referenten. CuC arbeitet mit innovativen Methoden wie Design Thinking, Muster impliziten Wissens und leitet permanent zu einem Perspektivenwechsel an. Im Zentrum von CuC steht ein eigenes Projekt, das zertifiziert wird.“ (Ausschreibung Zertifikatskurs)
Die 4 Module des Kurses sind über ein Jahr angelegt und starten im September 2015. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen. Nähere Informationen zum Kurs erhalten Sie hier.

Begleitforschung der geförderten Reallabore in Baden-Württemberg

Die Reallabor-Forschung in Baden-Württemberg gewinnt zunehmend an Fahrt. Zum 01.01.2015 nahmen an sieben baden-württembergischen Hochschulen Reallabore zur Transformation von Städten, Regionen oder Sektoren ihre Arbeit auf, finanziert durch Mittel des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Anwendungsbereiche und Zielsetzungen der Reallabore sind divers: Sie wollen beispielsweise Produktionsketten in der Textilindustrie transparenter gestalten und damit Impulse zur Veränderung des Konsums geben oder Visionen einer nachhaltigen Mobilität in Städten gemeinsam mit Beteiligten vor Ort entwickeln.

Auf einer Auftaktveranstaltung „BaWü-Labs Go“ am 30.04.15 in Stuttgart präsentierten die Reallabore erstmals ihre Vorhaben einer breiteren Öffentlichkeit. Bereits auf dieser Veranstaltung zeigte sich eine breite Beteiligung wissenschaftsexterner ProjektpartnerInnen – ihre Einbindung ist ein Ziel der Reallabor-Forschung.

Wie setzen die Reallabore dieses und ihre weiteren Ziele um? Was können sie voneinander oder von ähnlichen Forschungsvorhaben lernen?
Und welche Erkenntnisse hinsichtlich des methodischen Vorgehens oder der konkreten Projektumsetzung sind für andere Forschungssettings interessant?
Diesen Fragen widmet sich die Begleitforschung, die die Reallabore über die Projektlaufzeit bis Ende 2017 unterstützen wird.
Die Begleitforschung besteht aus zwei Teilprojekten. Die beiden Projektteams wirken – in engem Austausch mit den Reallaboren – auf zwei miteinander verschränkte Zielsetzungen hin:

(1) Begleitende Unterstützung und Vernetzung der Reallabore mit Blick auf die Prozessgestaltung, die Erarbeitung übergreifender Ergebnisse sowie die nationale und internationale Vernetzung der Reallabore.
(2) Gewinnen von Einsichten über die Prozesse in den Reallaboren, vor allem hinsichtlich Methoden, Qualitätsmerkmalen und transdisziplinärer Wissensintegration.

Das Team „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren (ForReal)“ (Kooperation aus Leuphana Universität Lüneburg / Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt / Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie) möchte:

  • die BaWü-Labs durch Bereitstellung strukturierter und praxisorientierter Grundlagen zur „Reallaborforschung“, gezielte Inputs und interner/externer Vernetzung unterstützen,
  • die eingesetzten Methoden in den Reallaboren zur Verwirklichung der konzeptionellen Reallabor-Ideen ermitteln, beschreiben und strukturieren,
  • übergreifende Qualitätsmerkmale von Reallaboren als Trans- formationsvorhaben identifizieren,
  • zur Übertragbarkeit von Prozessen und Ergebnissen sowie in der nationalen und internationalen Vernetzung zum Austausch von Good Practices beitragen.

Das Team „Reallabore vernetzen, verstehen und verstetigen“ (Universität Basel) möchte

  • inter- und transdisziplinäre Prozesse in den BaWü-Labs unterstützen,
  • dazu beitragen, dass das übergreifende Erfahrungswissen der BaWü-Labs zu verallgemeinerbaren Aussagen führt, sowie
  • einen moderierten Rahmen bieten für Austausch, gemeinsames Lernen, Vergemeinschaftung und Generalisierung der Erfahrungen und Einsichten.

Bearbeitet werden dabei von dem Projektteam in Basel Themen, die alle BaWü-Labs interessieren können:

  • Verstetigung: Kontextspezifische Stärkung der einzelnen BaWü-Labs
  • Methodologie: Hinweise zur Gestaltung der Prozesse in Reallaboren
  • Förderung: Wissenschaftspolitische Empfehlungen für Reallabore
  • Epistemologie: Erkenntnisse zu „Co-Design“ und „Co-Production“ von Wissen
  • Bildung: Stärkung BaWü-Labs als Lernorte einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Beide Teams der Begleitforschung bauen auf einem reichhaltigen Erfahrungsschatz über Forschungs- und Vernetzungsprozesse in transdisziplinären Projekten mit Beteiligung wissenschaftsexterner Akteure auf.

Über die Arbeit der Reallabore und deren Begleitforschung wird in Zukunft auf den Seiten des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums sowie auf dem Blog Transformative Wissenschaften (Reallabore) berichtet.

Veranstaltungsbericht Buchvorstellung „Freie Bürger – Freie Forschung – Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm“ von und mit Peter Finke u.a.

Am 08.06. fand im ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator die öffentliche Buchvorstellung des neuen Citizen Science Bands von Peter Finke „Freie Bürger-Freie Forschung – Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm“ (erschienen am 04.06. im oekom Verlag) statt. Veranstalter waren die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.), das Wuppertal Institut, der BUND, der NABU, die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende, der oekom Verlag und das Netzwerk Wachstumswende. Rund 70 BesucherInnen aus Wissenschaft, Medien, Politik und Zivilgesellschaft nahmen an der Buchvorstellung teil und repräsentierten damit den Facettenreichtum der Bürgerwissenschaft, die sich auch in dem Sammelband entfaltet.

Nach einer Eröffnung durch Uwe Schneidewind gab Peter Finke Einblicke in die rund 30 Kapitel des Buches und liess die sieben anwesenden Ko-AutorInnen ihre jeweiligen Beiträge vorstellen. Die einzelnen Artikel reichen von einer Darstellung der Citizen Science in einzelnen Bereichen (z.B. dem Artenschutz oder der Oral History) über wissenschaftstheoretische Perspektiven zur Legitimation der Bürgerwissenschaft als wichtiges Element gelebter Demokratie bis hin zu biographischen Erzählungen über die Auseinandersetzung mit dem „Mainstream der Wissenschaft“. In der sich anschließenden Diskussion zeigten sich vor allem auch die Kontroversen, die mit dem Leitbild der Bürgerwissenschaft verknüpft sind. Kritisiert wurde u.a. eine unscharfe Trennlinie zwischen Bürgerwissenschaft und konventioneller Wissenschaft, da diese eine Grenze zwischen beiden Wissenschaftsformen ziehe anstatt Brücken zu bauen. Weiterhin wurde angemerkt, dass klassische Citizen-Science Projekte in spezifischen Disziplinen sehr viel stärker verbreitet sind als in anderen und die Frage gestellt inwieweit Citizen Science ein Programm für alle Disziplinen sein kann. Eine weitere Ausdifferenzierung nach Disziplin-spezifischen Fragestellungen, die auch gemeinsam mit oder selbstorganisiert durch BürgerInnen bearbeitet werden können, scheint hier in Zukunft nötig. Nicht zuletzt thematisierten die Redner aus dem Publikum, dass ein politisches und gesellschaftliches Programm zur weiteren Diffusion einer besonders kritischen und starken Bürgerwissenschaft weitgehend aussteht und die bisherigen Initiativen (beispielsweise die Plattform „Bürger schaffen Wissen“) zu stark den Modus einer einseitigen Kommunikation aus der Wissenschaft in die Gesellschaft darstellten. Der eigentlich emanzipative Charakter einer nicht institutionell angebundenen und durch engagierte Laien vorangetriebenen Forschungspraxis steht erst am Anfang.

Veranstaltungsbericht «BaWü-Labs Go» am 30.04.2015 in Stuttgart

von Mandy Singer-Brodowski (Begleitforschungs-Team „ForReal“ – „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren“

Mit rund 250 BesucherInnen aus Wissenschaft und Praxis war die Auftaktveranstaltung für die baden-württembergischen Reallabore «BaWü-Labs Go!» am 30.04.2015 in der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste ein gelungener und gut besuchter Auftakt.

 

Frau Petra von Olschowski, Rektorin der Akademie der bildenden Künste (ABK), eröffnete die Veranstaltung, in dem sie die verschiedenen Studiengänge der ABK (Architektur, Industrie-Design, Kommunikations-Design etc.) und ihren jeweiligen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit darstellte. Sie zeigte anhand der eigenen Hochschule auf, wie die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Reallaboren sowohl nach innen (mehr Lehrveranstaltungen) als auch nach außen (Wirkung der Hochschule in die Stadt) aktuell eine intensive Dynamik entfaltet.

Reallabore als Ort des gemeinsamen Lernens

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer stellte anschließend dar, warum und wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst das Konzept der Reallabore in die eigene Förderung aufgenommen hat. Ihre Ausführungen begann sie mit einer Beschreibung von Reallaboren. Diese sind aus ihrer Sicht notwendig, weil 1. die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einen umfassenden Veränderungsprozess unserer Gesellschaften in nur kurzer Zeit erforderten, 2. Wissenschaft in der Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren auch neue Wege gehen soll und 3. damit gesellschaftliche Akteure eingeladen werden, in konkreten Forschungs- und forschungsgestützten Veränderungsprozessen zu partizipieren. Etablierte Formen der Grundlagenforschung werden durch eine Forschung in Reallaboren nicht etwa verdrängt, sondern weiterhin notwendig seien. Theresia Bauer wies auf das aktuelle Positionspapier des Wissenschaftsrates zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen hin, das am 24.04.2015 in Stuttgart veröffentlicht wurde und das Grundlagenforschung und Innovationsförderung als zwei wesentliche wissenschaftspolitische Zielvorstellungen darstellt, die durch eine Forschung zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen ergänzt werden. Dazu sollte in Forschungs- und Innovationsprozessen vermehrt mit Akteuren ausserhalb der Wissenschaft zusammengearbeitet werden. Als positive Beispiele solcher Kooperationen nennt der Wissenschaftsrat die Reallabore in Baden-Württemberg.

3 BaWü-Labs Stuttgart_DSC06854 Vortragssaal in der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart

Theresia Bauer machte in ihrem Vortrag weiterhin deutlich, dass die Beteiligung von gesellschaftlichen Akteuren in transdisziplinären Forschungsprozessen von allen Akteuren ein gemeinsames Lernen erfordert, in dessen Rahmen die bisherigen Rollen nicht aufgelöst, sondern aufeinander bezogen werden. Dies kennzeichnet auch das Konzept des Reallabors, in dem durch eine enge Kooperation der Forschenden mit Beteiligten aus Verbänden, Kommunen oder Unternehmen gesellschaftliche Lern- und Veränderungsprozesse vorangetrieben und so wissenschaftliches Wissen und ausserwissenschaftliches Wissen integriert wird.

Eröffnung des „Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft“ des Reallabor 131 in der Karlsruher Oststadt am 13.06.

Am 13. Juni wird der „Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft“ des Reallabor 131 in der Karlsruher Oststadt feierlich eröffnet. Auf Basis des „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ und als Bestandteil des „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“ wird der Zukunftsraum künftig vielen Interessierten als Treffpunkt zum Austausch und als gemeinsamer Arbeitsort für WissenschaftlerInnen und Akteure in der Oststadt zur Verfügung stehen. Neben der Bereitstellung von Beratungsangeboten zu Mobilitäts- und Energiefragen wird hier ein Raum für Ideen und Umsetzungen einer nachhaltigen Entwicklung der Oststadt (und darüber hinaus) entstehen. Die Eröffnung und Etablierung des Zukunftsraums wird in Politik, Wissenschaft und Stadtgesellschaft weithin und prominent wahrgenommen. Das verdeutlicht die Teilnahme von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, KIT-Bereichsleiter Karl-Friedrich Ziegahn und Oberbürgermeister Frank Mentrup, die dem offiziellen Teil der Eröffnung beiwohnen werden.
Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig, für Getränke und einen kleinen Snack ist gesorgt.

Call for Papers für die Herbsttagung des Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung in Frankfurt am Main

Am 25./26. November 2015 findet unter dem Motto „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ die Herbsttagung des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung statt, die sich mit der Initierung von Service Learning befasst. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen fordern Hochschulen und Zivilgesellschaft zu einer aktiven und intersektoralen Zusammenarbeit heraus. Service Learning, Community Based Research und ähnliche Formate stellen mögliche Instrumente dar, diese Zusammenarbeit beidseitig lösungsorientiert und nutzbringend zu gestalten. Bei der diesjährigen Herbsttagung des Hochschulnetzwerks soll der Fokus auf die Frage gelegt werden, wie Partnerschaften zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft erfolgreich initiiert werden, damit diese dauerhaft und für beide Seiten gewinnbringend verlaufen.

„Welche Werte zaehlen in der europaeischen Forschungspolitik?“ – Veranstaltung zu Responsible Research and Innovation am 23. Juni in Berlin

Responsible Research & Innovation (RRI) ist ein Querschnittsthema im „Horizont 2020“ Rahmenprogramm der Europäischen Kommission und bietet hier einen integrativen Ansatz für Forschung und Innovation (F&I), um sicherzustellen, dass gesellschaftliche Akteure während des gesamten Forschungs- und Innovationsprozesses zusammenarbeiten. Ziel ist sowohl den Prozess als auch die Ergebnisse von Forschung und Innovation mit den Wertvorstellungen, den Bedürfnissen und Erwartungen der europäischen Zivilgesellschaft in Einklang zu bringen. Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende und der Wissenschaftsladen Bonn laden ein über die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteure in den europäischen Forschungsförderprogrammen zu diskutieren. Welche Herausforderungen und wessen Bedürfnisse stehen im Zentrum? Wie kann „Responsible Research and Innovation“ konkret aussehen? Was kann man aus Horizon 2020 und RRI für die deutsche Forschungspolitik ableiten?

Die Veranstaltung findet am 23. Juni im NABU Bundesverband, Charitestraße 3, 10117 Berlin von 10.00 – 16.00 Uhr statt.Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.

FW RRI Einladung

Weiter Veranstaltungen finden Sie hier.

Kick-Off Veranstaltung des EnSign Reallabors am 12.06. in Stuttgart

Das EnSign RealLabor erhält als eines von sieben BaWü-Labs die Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg für die Erarbeitung von Antworten auf transdisziplinäre Forschungsfragen rund um das Thema „Nachhaltige Konzepte für einen klimaneutralen Innenstadt-Campus“. Unter dem Motto: „HFT Stuttgart als Nachbar der Region“ soll ein intensiver Austausch mit internen und externen, lokalen und regionalen Partnern entstehen und darauf aufbauend weitere Kooperationsprojekte initiiert werden. Ziel dabei ist, gemeinsam unterschiedlichste Konzepte, Szenarien und Lösungen zu erarbeiten, die eine möglichst hohe Übertragbarkeit auf weitere Liegenschaften aufweisen.
Am 12.06.2015 von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr soll das Reallabor in der Aula der HFT Stuttgart (Schellingsstrasse 24, Bau 1) offiziell eröffnet werden. Eine Anmeldung kann unter diesem Link vorgenommen werden. Um Anmeldung bis zum 08.06.2015 wird gebeten.
Das Programm zur Eröffnungsveranstaltung finden Sie hier:

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Buchneuerscheinung und öffentliche Diskussion: Freie Bürger, freie Forschung. Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm

Mit seinem neuen Buch „Freie Bürger, freie Forschung – Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm“ (Erscheinungstermin 04.06.15, oekom Verlag) gibt Peter Finke, führender Citizen Science-Experte in Deutschland der Debatte um die Bürgerwissenschaft neuen Aufschwung. Die Stimmen, die der Herausgeber in seinem neuen Buch versammelt hat, zeigen exemplarisch, worum es der Bürgerwissenschaft geht: „Es geht um (…) eine Forschungswende und eine zumindest partielle Befreiung der Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm. Namhafte Autoren, darunter Joachim Radkau, Uwe Schneidewind, Angelika Zahrnt, Hubert Weiger, Peter Berthold oder Josef Reichholf, plädieren in diesem Buch dafür, die Wissenschaft nicht den Berufswissenschaftlern allein zu überlassen, sondern sie aus der Mitte der Gesellschaft heraus aktiv zu verändern. In einem demokratischen Staat ist dies Bürgerrecht und Bürgerpflicht zugleich. Das Buch ergänzt und erweitert das Grundlagenwerk „Citizen Science: Das unterschätzte Wissen der Laien“, welches von Prof. Finke 2014 im oekom verlag veröffentlicht wurde und große Medienresonanz erfuhr.“ (Ankündigung oekom Verlag)

Die erste Buchvorstellung findet am 8. Juni 2015 um 18 Uhr bis 20Uhr im Projektzentrum Berlin der Stiftung Mercator, Neue Promenade 6, 10178 Berlin statt. Neben Prof. Finke werden vorraussichtlich folgende ExpertInnen diskutieren.

Dr. Steffi Ober (u.a. Plattform Forschungswende)
Prof. Dr. Uwe Schneidewind (u.a. VDW/Wuppertal Institut)
Boris Woynowski (u.a. Netzwerk Wachstumswende)
Mario Parade (u.a. Wissenschaftsladen Potsdam)

Manfred Ronzheimer (Wirtschaftsjournalist)

Veranstalter ist die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie sowie BUND, NABU, der Plattform Forschungswende und dem Netzwerk Wachstumswende.

Reallabore als Katalysator für eine lernende Gesellschaft auf dem Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung

Was sind die Schlüsselelemente einer nachhaltigen Entwicklung? Uwe Schneidewind und Mandy Singer-Brodowski setzen sich in ihrem Artikel „Vom experimentellen Lernen zum transformativen Experimentieren – Reallabore als Katalysator für eine lernende Gesellschaft auf dem Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung“ mit der Frage auseinander, wie der Wissenstransfer von Nachhaltigkeitsthemen gelingen und zu gesellschaftlichen Transformationsprozessen beitragen kann und welche Rolle dabei Reallabore spielen.
Der Beitrag knüpft an die Inhalte der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) an und schlüsselt auf, wie sich Lernende über die Durchführung eigener Projekte, die real existierende Probleme thematisieren (real-world-problems), Kompetenzen im Sinne einer reflektierten Lebensweise aneignen können. Dabei steht die Reflexion des eigenen Denkens und Handels im Sinne eines emanzipatorischen Ansatzes im Vordergrund. Lernende sollen mittels der Projektarbeit selbständig auf Probleme aufmerksam werden und Lösungen für diese entwickeln als auch kooperatives Handeln erlernen. Schneidewind und Singer stellen die Vorteile des Erfahrungslernens (experiential learning) in Nachhaltigkeitsprojekten dar und erklären wie diese Form des Lernens einen gesellschaftlichen Wandel fördern und somit zur großen Transformation beitragen kann. Sie zeigen die Notwendigkeit von Realexperimenten bzw. von Reallabors für die transdisziplinäre Forschung und Bildung auf und benennen die methodischen und normativen Herausforderungen ihrer Umsetzung.
Der Beitrag ist in der Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu 1/2015) erschienen und steht mit freundlicher Genehmigung des Rainer Hampp Verlags nun hier als Download zur Verfügung.

Forschung für Nachhaltigkeit: 8 Millionen Euro für die nachhaltige Entwicklung von Städten in Baden-Württemberg

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg fordert Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen des Landes zur Teilnahme an der Ausschreibung „Reallabor Stadt“ auf. Mit dieser zweiten Ausschreibungsrunde im Rahmen der Strategie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ werden Projekte gefördert, die in Zusammenarbeit mit Kommunen gesellschaftliche Herausforderungen des urbanen Raumes wissenschaftlich bearbeiten und die Stadtentwicklung aktiv vorantreiben.
„Viele gesellschaftliche Herausforderungen zeigen sich besonders deutlich in unseren Städten. Dazu gehören Einwanderung, neue Formen von Wohnen und Mobilität, Digitalisierung, die Alterung unserer Gesellschaft“, so Wissenschaftsministerin Bauer. Zugleich werde in Städten an Lösungen für diese Probleme gearbeitet: „Städte sind Labore der Zukunft, weil hier Wissenschaft, Kommunen, die Wirtschaft und Bürger gemeinsam Lösungsansätze entwickeln können“. Diese Form der Zusammenarbeit soll die ausgeschriebene neue Förderlinie des Wissenschaftsministeriums stärken. Dafür stehen insgesamt 8 Mio. Euro zur Verfügung, die nach Begutachtung durch ExpertInnen im November 2015 vergeben werden. Die Frist zum Einreichen von Anträgen ist der 26.06.2015. Die vollständige Ausschreibung finden Sie unter diesem Link.

„Lehre. Forschung. Gesellschaft. Neue Kooperationen zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft“ Tagung des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung am 23./24. April in Berlin

Das „Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung“ ist ein seit 2009 bestehender Zusammenschluss von mittlerweile über 30 Hochschulen, die das zivilgesellschaftliche Engagement von Studierenden, Lehrenden und anderen Hochschulangehörigen stärken möchten. Ziel ist es, die Qualität der akademischen Lehre sowie des wechselseitigen Wissenstransfers zwischen Hochschule und Gesellschaft zu verbessern und damit einen spezifischen Beitrag zur Förderung des gesellschaftlichen Miteinander zu leisten. Im Frühjahr 2015 wird sich das Netzwerk als eingetragener Verein institutionalisieren. Gerahmt wird die Gründungsfeier von einer Fachtagung zum Thema „Lehre. Forschung. Gesellschaft. Neue Kooperationen zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft“ am 23./24. April 2015 in Berlin. Mit ihr soll auf Bundesebene der Dialog zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft angeregt werden. Welche Erwartungen haben beide aneinander? Wie wollen sie Kooperationen aufbauen? Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Der erste Tag der Tagung reflektiert diese Fragen auf (hochschul-)politischer Ebene. Am zweiten Tag werden die Ergebnisse des von fünf Hochschulen durchgeführten Verbundprojekts „Potenzialförderung für Lernen durch Engagement und gesellschaftliche Verantwortung an Hochschulen“ vorgestellt, das seit 2012 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde.

Die Tagung richtet sich an Hochschulleitungen und -mitarbeitende sowie an Vertreter_innen und Interessierte politischer und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Sie will Impulse geben zum aktiven Austausch zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft und die Zusammenarbeit zu konkreten gesellschaftlichen Fragestellungen im Hinblick auf Bildung, Politik, Wirtschaft, Sozialem, Kultur und Umwelt anregen. Eine ausführliche Einladung zur Tagung können Sie hier herunterladen.

„Urbane Reallabore – ein Blick in die aktuelle Forschungswerkstatt“ – Grundlagenartikel von Uwe Schneidewind veröffentlicht

„Reallabore“ und hierbei insbesondere „urbane Reallabore“ spielen beim Verständnis komplexer Transformationsprozesse zu einer nachhaltigen Entwicklung als methodischer Zugang eine zunehmend bedeutsame Rolle. So hat das Land Baden- Württemberg erst vor kurzem im Rahmen einer eigenen Förderlinie sieben solcher Reallabore auf den Weg gebracht. In einem Grundlagenbeitrag in der Zeitschrift Planung Neu Denken (pnd online) führt Uwe Schneidewind in das Konzept und die aktuelle Debatte zu urbanen Reallaboren ein und bettet dort u.a. auch die baden- württembergischen Reallabore ein. Der Beitrag „Urbane Reallabore ein Blick in die aktuelle Forschungswerkstatt“ kann online hier abgerufen werden.

Auftaktveranstaltung zum Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab Januar 2015 sieben Reallabore, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen im Land wissenschaftlich bearbeiten. Themen sind unter anderem nachhaltige Mobilitätsstrukturen, nachhaltige Stadtentwicklung, der Nationalpark Nordschwarzwald oder nachhaltiger Textilkonsum. Zum Start der Projekte lädt das Ministerium zu einer öffentlichen Veranstaltung, in der die Reallabore vorgestellt und die Besonderheiten dieser Forschung in ihren Teilaspekten beleuchtet werden: BaWü-Labs GO! Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg am Donnerstag, 30. April 2015, 13.00 – 18.00 Uhr in der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Um Anmeldung wird gebeten bis 21. April 2015 unter: nachhaltigkeit@mwk.bwl.de

Reallabore in Baden-Württemberg ausgewählt – 7 Millionen Euro für die Stärkung der Nachhaltigkeitsforschung

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab 2015 mit insgesamt bis zu 7 Mio. Euro Projekte zur Einrichtung von Reallaboren an Hochschulen im Land. Eine Kommission mit externen Gutachtern hat jetzt über die Anträge der Vorauswahl-Runde entschieden. Bei den jetzt geförderten Reallaboren werden praktische Fragen großgeschrieben: so ist es z. B. Ziel des Reallabors Nordschwarzwald, ökologische, soziale und ökonomische Wirkungsbeziehungen zwischen dem neu gegründeten Nationalpark und der Region Nordschwarzwald mit Blick auf eine regionale Nachhaltigkeitstransformation gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu analysieren, zu bewerten und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten und umzusetzen. „Weil Wissenschaft heute nicht mehr nur im abgeschlossenen Labor stattfinden kann, machen wir unsere unmittelbare Umgebung zum Labor“, sagte Ministerin Bauer anlässtlich der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zur Vernetzung der einzelnen Reallabore, auch über die Landesgrenzen hinaus, sind Konferenzen geplant, eine erste öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Projekte wird es im Frühjahr 2015 geben.
Die letztlich ausgewählten Projekte können Sie hier sehen.
Zur Pressemitteilung des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst gelangen Sie hier.

Erste Baden-Württembergische Service Learning – Fachtagung: „Wie Hochschulen gesellschaftliche Aufgaben nachhaltig mitgestalten“

Service Learning ist in Deutschland ein junges Phänomen. An vielen Hochschulen in Baden-Württemberg werden Service Learning Projekte bereits erfolgreich umgesetzt – auch mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Auf der ersten Baden-Württembergischen Service Learning – Fachtagung am 28.11.2014 in Stuttgart werden Best Practice Projekte der Bucerius Law School und der Universität Duisburg-Essen sowie erfolgreiche Service Learning Projekte weiterer Hochschulen vorgestellt. Beim Fachvortrag von Prof. Dr. Anne Sliwka und bei der Podiumsdiskussion mit Theresia Bauer MdL, Ministerium für Wissenschaft, Forschungund Kunst Baden-Württemberg, wird über das Potenzial der Lehrmethode für Studierende und Hochschulen diskutiert: Wie stärkt Service Learning demokratisches Bewusstsein und gemeinwohlorientiertes Engagement von Studierenden?Wie trägt es zur Persönlichkeitsbildung bei? Wie lässt sich Service Learning im Kontext nachhaltiger Entwicklung in die Studiengänge implementieren? Und, wie können Hochschulen Service Learning für ihre Profilbildung nutzen?

Das Programm der Tagung und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

„Die unfertige Demokratie“ – Beitrag von Peter Finke in der Deutschen Universitätszeitung

In der Septemberausgabe der Deutschen Universitätszeitunig (duz) greift Peter Finke die aktuelle Debatte über die Demokratisierung der  Wissenschaft auf. Er kritisiert aktuelle Äußerungen des Bonner Universitätsrektors Günter Fohrmann, des neuen Leibniz-Präsidenten Matthias Kleiner, des DFG-Präsidenten Peter Strohschneider und des BBAW-Präsidenten Günter Stock und zeigt das Potenzial einer Bürgerwissenschaft vor diesem Hintergrund auf. Der Beitrag ist jetzt online verfügbar unter diesem Link.

Memorandum zur LehrerInnenbildung für nachhaltige Entwicklung veröffentlicht

Das Netzwerk LeNa – LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung hat ein Memorandum „LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung – von Modellprojekten und Initiativen zu neuen Strukturen“ veröffentlicht. Das Netzwerk arbeitet seit 2013 unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg) und hat sich zum Ziel gesetzt durch den Austausch von Erfahrungen und Konzepten, sowie durch die Beteiligung am bildungspolitischen Diskurs Bildung für eine nachhaltige Entwicklung strukturell in der LehrerInnenbildung zu verankern. Inzwischen gehören dem Netzwerk 24 Hochschulen/ Universitäten und vier Institutionen der LehrerInnenbildung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. In dem Memorandum werden Forderungen für eine Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung aufgestellt und konkrete Empfehlungen zur Umsetzung abgegeben. Das Memorandum bettet sich in den internationalen Diskurs um eine Weiterführung der Aktivitäten im Rahmen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. In dem kommenden Weltaktionsprogramm wird die Stärkung der „Educators“ eine von fünf strategischen Prioritäten sein.

Das Memorandum finden Sie hier.

BürgerInnen wollen mehr Beteiligung an Wissenschaft – Ergebnis des Wissenschaftsbarometers

Das Wissenschaftsbarometer im Auftrag von Wissenschaft im Dialog zeigt, dass die deutsche Bevölkerung ein großes Interesse an Forschung und Wissenschaft hat und stärker in Entscheidungen über Wissenschaft einbezogen werden möchte.

„Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie manchmal oder oft Artikel zu wissenschaftlichen Themen lesen und 40 Prozent besuchten im vergangenen Jahr mindestens einmal ein Wissenschafts- oder Technikmuseum. Ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, aktiv an einem Citizen Science-Projekt mitzuarbeiten und gemeinsam mit Wissenschaftlern ein Forschungsprojekt voranzubringen. Diese enorme Bereitschaft und das allgemein große Interesse an Forschung wertet Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog, als Hinweis dafür, „dass die Wissenschaftskommunikation mit ihren Angeboten auf eine große Nachfrage trifft und die Bürger stärker in die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingebunden werden sollten“. (IDW Meldung vom 28.07.2014)

Interessant sind auch die Aussagen zum Vertrauen der Befragten in spezielle Forschungsbereiche. Während ca. 40% der Befragten den Aussagen der wissenschaftlichen ExpertInnen im Bereich Erneuerbare Energien oder Klimawandel trauen, sind es im Bereich der Grünen Gentechnik nur 16 %. Darüber hinaus haben 47 % der Befragten den Eindruck nicht genügend in Entscheidungen über Forschung und Wissenschaft mit einbezogen zu werden.

Die gesamte Umfrage kann hier eingesehen werden.

Veranstaltungsbericht „Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“

Matthias Wanner

Wissenschaftlicher Assistent der Geschäftsleitung

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Diskussionsbeiträge
zur Transformativen Wissenschaft

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Am 10. und 11.07.2014 veranstaltete das Institut für urbane Entwicklungen in Kassel zusammen mit der NaWis-Runde ein Symposium zum Thema „Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“. Im Zentrum der Diskussionen standen damit nicht nur der hochaktuelle Raum der Stadt (sowie der Region), sondern auch ein, die Nachhaltigkeitsdiskussion seit mehreren Jahren stark begleitendes Konzept, nämlich die (große) Transformation, sowie zwei aktuell stark diskutierte Begriffe: Resilienz und Reallabore.

 
Die einleitenden Beiträge widmeten sich dementsprechend dem Brückenschlag von den bekannten großen Herausforderungen (Klimawandel, Ressourcenknappheiten, demografischer Wandel) zum Verständnis einer großen Transformation und den hiermit geforderten Veränderungen im wissenschaftlichen System (transformative Forschung/ Transformationsforschung (WBGU 2011), transformative Wissenschaft (Schneidewind/ Singer-Brodowski 2014)). Neben den vielfältigen methodischen und strukturellen Veränderungen im Wissenschaftssystem könnten Reallabore eine innovative und integrative Form guter transdisziplinärer Forschung sein, die robustes, reflektiertes und anwendungsorientiertes Wissen und Erfahrungen erzeugt. Reallabore und auch Resilienz sind also Modi und Konzepte des Zwischenraums zwischen einer wachstumsorientierten, nicht-nachhaltigen Ist-Transformation und einer erwünschten Soll-Transformation. Diese These wurde im Lauf der Tagung eingehend diskutiert, sowohl auf begrifflich-methodischer Ebene, als auch verstärkt unter dem praktisch-empirischen Blickwinkel konkreter Projekte vor Ort.
 
Unter anderem wurde das scheinbar neue Konzept der Reallabore verschiedentlich angebunden an teils jahrzehntealte wissenschaftliche Konzepte realer Experimente mit hoher ökologischer Validität oder an die langjährige Praxis des BBSR, Modellvorhaben durchzuführen. Ebenso wurde einerseits die Ambivalenz des Begriffs (Labore als pragmatische Werkstätten oder als „aseptische“ Experimentalräume) und die Gefahr vor Missverständnissen (Beteiligte als unwissend Manipulierte oder Labore als unsaubere „soziale Experimente“) diskutiert, andererseits die Stärke eines attraktiven und pointierten Begriffs, der als Kristallationspunkt für Methoden- und Qualitätsdiskussionen im transdsiziplinären Kontext dient.
Über verschiedene Vorträge hinweg wurden die Konturen eines Reallabors deutlicher:
  • ein RL strebt Veränderungen in der „realen Welt“ (also zusätzlich zu akademischem Wissenszuwachs) an -> real-world impact UND scientific impact,
  • RL verankern sich in der transdisziplinären Forschung und versuchen deshalb, die mit Co-Design und Co-Produktion formulierten Ansprüche weitgehend einzulösen,
  • RL richten ihren Fokus verstärkt auf Transformationsprozesse und transformative Fähigkeiten der beteiligten Akteure,
  • RL sollten Beiträge zur Transformation zur Nachhaltigkeit sein, die deutlich über Projekte zur reinen Effizienzsteigerung hinausgehen

Bericht zu europäischen Entwicklungen der Citizen Science

Die europäische Debatte um Citizen Science gewinnt Kontur und Kraft – dies zeigt ein aktueller Bericht des Joint Research Centre der Europäischen Kommission, Institute for Environment and Sustainability. Der Bericht stellt eine Zusammenfassung der Beiträge auf einem europäischen Summit zu Citizen Science and Smart Cities im Februar in Italien dar. Neben einer Vorstellung von 28 laufenden europäischen Citizen Science Projekten, werden in dem Bericht konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Citizen Science in Europa abgegeben. Diese umfassen neben konkreten Empfehlungen zu Veröffentlichungsstrategien von Forschungsergebnissen, auch die Differenzierung in verschiedene Arten der Citizen Science. Nach Haklay (2011) werden in dem Bericht verschiedene Formen der Citizen Science Projekte unterschieden: 1. Crowdsourcing, 2. Distributed Intelligence, 3. Participatory Science und 4. „Extreme Citizen Science“, die eine gleichberechtigte Kooperation mit Laien-Wissenschaftlern bei Problemdefinition, Datenkollektion und -analyse beschreibt (vgl. Report, S. 41). Insbesondere diese letzte Form der Citizen Science bietet auch für die deutsche Diskussion einen spannenden Impuls und schafft Anschluss an die differenzierte methodische Diskussion innerhalb der transdisziplinären Forschung. Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden:

taz Artikel über die aktuellen Spannungsfelder von Citizen Science

Am 08.07.2014 fand in Berlin die Auftakt-Veranstaltung zum Projekt GEWISS (Bürger schaffen Wissen) statt. Die BMBF geförderte Plattform soll die Citizen Science in Deutschland voran treiben und sowohl für wissenschaftlich engagierte BürgerInnen als auch für WissenschaftlerInnen eine Vernetzungsmöglichkeit schaffen. Ob diese Form aktuelle Unterstützung der Beteiligung an Forschungsprojekten eine echte Partizipation von BürgerInnen in der Wissenschaft darstellt, wird zunehmend kontrovers diskutiert. Befürchtet wird die Gefahr einer Scheinbeteiligung, die eine echte Demokratisierung der Wissenschaft z.B. in der Co-Definition von Forschungsfragen oder der Mitbestimmung in der Erstellung von Forschungsagenden eher verhindert. Darüber hinaus wird gefragt, ob die aktuelle Institutionalisierung der Citizen Science den gerade nicht instiutionalisierten Forschungsprojekten vieler BürgerInnen ein entscheidendes Maß an Unabhängigkeit und Freiheit nimmt. Dies betont der Citizen Science Experte, Prof. Dr. Finke, der im Frühjahr das Buch „Citizen Science -Das unterschätzte Wissen der Laien“ veröffentlicht hat und die Chancen der Citizen Science vor allem in ihrem, vom Mainstream des Wissenschaftssystems unabhängigen, Bestreben nach mehr Unabhängigkeit, mehr Nachhaltigkeitsforschung, mehr Transdisziplinarität und mehr bürgerfreundliche Kommunikationsweisen sieht. In einem aktuellen taz Artikel zieht Manfred Ronzheimer ein Fazit zur GEWISS- Auftakveranstaltung und zeigt das Spannungsfeld der aktuellen Debatte um Citizen Science differenziert auf.
Der Artikel wurde am 11.07. veröffentlicht und kann hier gelesen werden.

„Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“ – Tagung am 10./11.07. in Kassel

Vom 10.07. bis 11.07. findet an der Universität Kassel die Tagung „Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“ statt. Städte sind ein idealtypischer Raum für das Forschen in Reallaboren. In ihnen können Realexperimente zur Beförderung einer nachhaltigen Entwicklung initiiert und wissenschaftlich begleitet werden. Die vielfältigen Erfahrungen und wissenschaftlichen Projekte über den Stadtumbau hin zu resilienten Strukturen sollen in dem wissenschaftlichen Symposium zusammengeführt werden. Dabei wird zunächst bilanziert, wo die Forschung zur Resilienz und Transformation von Städten und Regionen steht, um dann über zukünftige Aufgaben und das systematische Implementieren von Reallaboren und ihrer Erforschung zu diskutieren. Es werden dabei auch konkrete Beispiele derartiger Labore einbezogen, die unter anderen durch die Impulse der ExpertInnen des Institut für urbane Entwicklungen der Universität Kassel und den kooperierenden NaWis-Institutionen vorgestellt werden.
Das vollständige Programm und mehr Informationen zur Tagung finden Sie hier.

Begleitforschung zu Reallaboren in Baden-Württemberg ausgeschrieben

Um die Hochschulen in Baden-Württemberg in ihrem Beitrag für nachhaltige Entwicklung zu stärken, hat die Landesregierung 2013 im Rahmen des Innovations- und Qualitätsfonds ein Förderprogramm im Umfang von 5 Mio. € zur Einrichtung sogenannter Reallabore ausgeschrieben. Im Rahmen einer ersten Auswahlrunde wurden 10 Projektanträge ausgewählt und die Antragsteller aufgefordert Vollanträge einzureichen. Die endgültige Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt bis Herbst 2014. Die abschließend ausgewählten Projekte sollen wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Ziele der Begleitforschung sind die Einbindung der Projektfragestellungen und -ansätze in eine Gesamtbetrachtung und die Unterstützung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Praxis. Anträge zur Begleitforschung können bis zum 30.06.2014 eingereicht werden.
Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

Forschung für Nachhaltigkeit: 10 Projekte für die Einrichtung von Reallaboren an baden-württembergischen Hochschulen für Endrunde qualifiziert

In der Bewerbung für Fördermittel des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums zur Einrichtung von so genannten Reallaboren haben insgesamt zehn Projekte die Vorrunde erfolgreich bestanden und können nun mit Vollanträgen an der entscheidenden Endauswahl teilnehmen. Mit dem Förderprogramm Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ nimmt Baden-Württemberg eine Pionierrolle ein, da dieser Ansatz bisher wenig verbreitet ist.

In Reallaboren begeben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in reale Veränderungsprozesse. Sie begleiten z. B. die Sanierung von Stadtteilen oder die Einführung nachhaltiger Mobilitäts- oder Energiesysteme vor Ort. Reallabore helfen gesellschaftliche Veränderungsprozesse besser zu verstehen, mitgestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Sie bieten Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und freien Forschungsinstituten sowie zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Die zehn in der Vorrunde erfolgreichen Projekte können nun bis zum 18. Juli 2014 Vollanträge einreichen, über die im Herbst 2014 gutachterlich entschieden wird. Für die Erstellung der Vollanträge können die Projekte bereits jetzt mit bis zu 50.000 Euro gefördert werden. Förderbeginn für die in der Endauswahl erfolgreichen Projekte ist voraussichtlich Dezember 2014. Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Nachhaltigkeit im Service-Learning – Tagung des Hochschulnetzwerks „Bildung durch Verantwortung“ am 03./04.April in Kiel

Am 3./4. April 2014 findet an der Universität Kiel die Tagung „Nachhaltigkeit im Service Learning“ statt. Sie wird organisiert vom Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung – einem Verbund an Hochschulen, die das Lehr-Lernformat Service Learning und damit das zivilgesellschaftliche Engagement aller Hochschulangehörigen stärken wollen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem BMFSFJ-Projekt „Potentialförderung von Service Learning an Hochschulen“ statt. Außerdem wurde sie von der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als Einzelprojekt anerkannt. Als Keynote-Speaker konnte Prof. Steve Mannell von der University of Dalhousie in Canada, gewonnen werden, an dessen Hochschule das Thema Sustainability im Service Learning eine tragende Rolle spielt. Die Präsentation zahlreicher Praxisbeispiele wird genauso Raum finden wie die gemeinsame Kleingruppenarbeit an der Frage, wann und wie Service Learning nachhaltig ist.
Anmeldungen zur Tagung sind noch bis zum 24.03. möglich.

Das Programm zur Tagung können Sie hier herunterladen:
http://www.netzwerk-bdv.de/download/tagungsprogramm_kiel.pdf

Wie kann Forschung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden? – Projekt des Wissenschaftsladens Bonn

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stellt für die kommenden Jahrzehnte eine große Herausforderung dar. Auf der europäischen Ebene ist die Orientierung an den „grand challenges“ und eine damit einhergehende Verantwortungsbewusste Forschung und Innovation (Responsible Research and Innovation, RRI) ein Schlüsselkonzept geworden.

Der Wissenschaftsladen Bonn ist vor diesem Hintergrund der deutsche Projektpartner im EU-Projekt „Responsible Research and Innovation (RRI) Tools“. „Ziel des Projekts, an dem Institutionen aus 30 Ländern teilnehmen: ein europaweit akzeptiertes Verständnis zu erarbeiten, was verantwortungsbewusste Forschung und Innovation ausmacht und Wege zu identifizieren, mit denen man eine solche verantwortungsbewusste Forschung realisieren kann. Angesprochen werden alle Akteure der Forschungs- und Innovations-Wertschöpfungskette, einschließlich der Wissenschaftler, Industrie, Zivilgesellschaft und Bildungsträger. Besonderes Augenmerk soll auf politische Entscheidungsträger gelegt werden, um in Zukunft die Lenkung und politische Steuerung des Forschungs- und Innovationsprozesses zu unterstützen.“ (Website zum Projekt)

Mehr Informationen zum Projekt erfahren Sie hier.

 

Studie zu Service Learning an Hochschulen in Deutschland erschienen

Zunehmend mehr Hochschulen und gemeinnützige Organisationen entwickeln gemeinsame Lehr- und Forschungsprojekte nach der Methode des Service Learning. Während Service Learning als ein „Lernen durch Verantwortung“ seit einigen Jahren eine rasante Verbreitung in Schulen gefunden hat, arbeiten nun auch zunehmend mehr Hochschulen daran diese gesellschaftliche verantwortliche Lehre im eigenen Lehrveranstaltungsangebot zu verankern. Die Sozialforscher Holger Backhaus-Maul und Christiane Roth von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben nun eine erste empirische Untersuchung über die Entwicklung von Service Learning in Deutschland vorgelegt. „Service Learning an Hochschulen in Deutschland. Ein erster empirischer Beitrag zur Vermessung eines jungen Phänomens“. Das Ergebnis zeigt, dass bereits ca. 15 Prozent aller Hochschulen (56 Hochschulen) in Deutschland Service Learning anbieten, vorwiegend in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den Wirtschaftswissenschaften.
Die Studie kann hier bestellt werden.

Ausschreibung zur Förderung von Reallaboren in Baden-Württemberg gestartet

Im Rahmen der Initiative „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums ist die zweite Ausschreibung zur „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ gestartet. Bereits im Jahr 2012 gab es eine Ausschreibung in Höhe von 3 Mio € zur Förderung von Projekten für die Integration von Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Hochschul-Verwaltung.

Mit der Veröffentlichung der Empfehlungen der Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltige Entwicklung“ im Juni 2013 wurde von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer eine zweite Ausschreibungsrunde in Höhe von 5 Mio € angekündigt. Aufbauend auf den Empfehlungen der Expertengruppe ist der Schwerpunkt dieser Ausschreibung die Förderung von Reallaboren. Die Förderung wird aus Mitteln des Innovations- und Qualitätsfonds (IFQ) ermöglicht. Die Einreichung von Projektskizzen im zweistufigen Antragsverfahren muss bis zum 14.02.2014 erfolgt sein.

Die Ausschreibung, die Richtlinien zur Beantragung und das Antragsformular können Sie hier herunterladen:

IQF_Ausschreibung_Reallabore Kriterien und RichtlinienAntragsformular Nachhaltigkeit

Mehr Informationen erhalten auf der Seite des Baden-Würrtembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst: http://mwk.baden-wuerttemberg.de/service/aktuelle-ausschreibungen/staerkung-des-beitrages-der-wissenschaft-fuer-eine-nachhaltige-entwicklung/

Diskussionsbeitrag: Reallabore weiter denken – ein Kommentar zum Expertenbericht „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ des Baden-Württembergischen Wissenschaftsministeriums

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Prof. Dr. Andreas Löschel

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

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Dr. Daniel Römer

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Im Bericht der Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ wird als eine wichtige Aufgabe der Aufbau von Reallaboren genannt, um  „Transformationsprozesse zu einer Nachhaltigen Entwicklung gezielt wissenschaftlich anzuregen und zu begleiten.“ Weiterhin soll es in diesem Rahmen möglich sein, „Veränderungsprozesse zu beobachten, in ihren Ursachen und Wirkungen besser zu verstehen, Probleme ggf. früh zu erkennen und gemeinsam mit den vor Ort Betroffenen Maßnahmen zu ihrer Lösung zu entwickeln.“ Aus dieser Sicht dienen Reallabore daher zwei Zielen: Zum einen beinhaltet die Ausrichtung eine starke Ergebnisorientierung, d.h. das Ziel, konkrete Veränderungsprozesse zu erreichen und zu dokumentieren. Zum anderen wird aber auch ein Erkenntnisgewinn angestrebt, d.h. die Identifikation von Kausalzusammenhängen, die sich auf zukünftige Herausforderungen übertragen lassen. Wenn beide Ziele ernst genommen werden, sollte somit sichergestellt werden, dass Reallabore nicht nur einen Wissenstransfer in die Praxis darstellen, sondern auch aus wissenschaftlicher Perspektive einen Erkenntnisgewinn generieren.

Die im Bericht erwähnten Beispiele für Reallabore erwecken beim Lesen den Eindruck, dass sie eher Fallbeispiele einer erfolgreichen Transformation darstellen. Durch die Analyse erfolgreicher Transformation können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Allerdings ist die Generalisierbarkeit dieser Erkenntnisse durchaus kritisch zu hinterfragen. Der Nachweis von Kausalzusammenhängen ist auf Grundlage eines Einzelfalles nicht möglich. Nur durch Vergleich mit einer geeigneten Kontrollgruppe kann ein wissenschaftlich fundierter Erkenntnisgewinn erzielt werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre die  Gegenüberstellung von Reallaboren mit einer Kontrollgruppe, d.h. mit vergleichbaren Orten, an denen keine Eingriffe vorgenommen werden. Hierbei stellt die benötigte Vergleichbarkeit der Kontrollgruppe allerdings eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, insbesondere bei einer kleinen Anzahl an Beobachtungen. In jedem Fall sollte diese Einschränkung bei der Entwicklung des Konzepts beachtet werden. Aufgrund der beschriebenen Identifikationsprobleme wäre ein grundsätzlich weiter gefasstes Verständnis von Reallaboren sinnvoll, das über die Betrachtung von Fallbeispielen hinausgeht und natürliche Experimente und feldexperimentelle Studien mit einschließt. Natürliche Experimente entstehen durch die Veränderung der institutionellen oder politischen Rahmenbedingungen, beispielsweise aufgrund einer neu eingeführten Politikmaßnahme. Auch hier ist eine ideale Kontrollgruppe häufig nicht zu beobachten. Aufgrund der typischerweise umfangreicheren Anzahl an Beobachtungen lassen sich hier jedoch mit Hilfe moderner ökonometrischer Verfahren (wie z. B. Propensity Score Matching oder Synthetische Kontrollgruppen) Kausaleffekte identifizieren. Feldexperimente hingegen werden gezielt zur Beantwortung einer praxisbezogenen Forschungsfrage gestaltet. Bei dieser Methodik, die sich in den Sozialwissenschaften einer steigenden Beliebtheit und Anwendung erfreut, wird durch systematische Randomisierung eine geeignete Kontrollgruppe generiert und somit eine saubere Kausalanalyse möglich. Beide methodischen Ansätze wahren den starken Bezug zur politischen und wirtschaftlichen Realität, genügen jedoch auch den Ansprüchen wissenschaftlicher Forschung. Sie bieten die Gelegenheit, individuelles Entscheidungsverhalten in einem natürlichen Umfeld und unter einer systematischen Veränderung der Rahmenbedingungen beobachten zu können. Im Vergleich zu einem leicht als Untersuchungsobjekt identifizierbaren Reallabor ist den Beteiligten hier zudem in der Regel weniger bewusst, dass ein wissenschaftlicher Begleitprozess stattfindet.

Veranstaltungsbericht „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erprobungsräume für Transformation“

Insgesamt 150 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ am 27.09. in Stuttgart. Nach einem Grußwort der Ministerin, Theresia Bauer, wurden im ersten Teil der Veranstaltung die Empfehlungen der „Expertengruppe Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ von Prof. Dr. Armin Grunwald vorgestellt. Mit dem Fokus auf die Empfehlung der Etablierung von Reallaboren war sowohl der Rahmen für die ganze Veranstaltung gesetzt, als auch ein wichtiger Schwerpunkt für die kommende Ausschreibung des MWK zur Förderung der Nachhaltigen Wissenschaft in Baden-Württemberg präzisiert. Anhand einer Reihe von internationalen, nationalen und landesweiten Beispielen wurde gezeigt, wie eine Konkretisierung von Reallaboren sowohl innerhalb einer Hochschule, als auch in einem Verbund mit lokalen Partnern aussehen kann. 

Herbert Dreiseitl
 (Atelier Dreiseitl Rambøll Gruppe) verdeutlichte zunächst anhand der Renaturalisierung des Kallang River im Bishan-Ang Mo Kio Park in Singapur wie ein umfassendes Infrastrukturprojekt zur nachhaltigen Stadtentwicklung erfolgreich umgesetzt werden kann. Dr. Michael Stauffacher vom Institut für Umweltentscheidungen (IED) an der ETH Zürich machte in seinem Vortrag über transdisziplinäre schweizerische Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Energiestrategien deutlich, dass für diese kontinuierliche Zusammenarbeit mit Partnern außerhalb der Hochschule das Vertrauen der beteiligten Akteure ein wichtiges Gelingenskriterium ist – zusätzlich zu den Qualitätskriterien der Forschung insgesamt.

Die anschließende Podiumsdiskussion fand unter Beteiligung der beiden Redner, sowie Prof. Dr. Rainer Grieshammer (Geschäftsführer des Öko -Institut Freiburg), Prof. Dr. Wolfgang Marquardt (Vorsitzender des deutschen Wissenschaftsrates) und Julia Wittmayer
(Projektleiterin am Dutch Research Institute for Transitions (DRIFT) der Erasmus University Rotterdam statt und zeigte einmal mehr das dynamische Spannungsverhältnis von traditionell disziplinär organisierter Wissenschaft und der Wissenschaft mit einem transdisziplinären und transformativem Anspruch auf. Insbesondere von Prof. Marquardt wurde betont, dass zur erfolgreichen Etablierung der Nachhaltigkeitswissenschaft der eigene „Kern der Forschung“ herausgearbeitet werden müsse. Letztlich wurde von allen Podiumsdiskutanten bestätigt, dass für individuelle Lebensläufe und Karrieren im klassischen Wissenschaftssystem Inter- und Transdisziplinarität zumindest keinen beschleunigenden Effekt habe. Dies macht einmal mehr die Notwendigkeit des Aufbaus institutioneller und komplementärer Strukturen durch die Wissenschaftspolitik deutlich, damit ausreichend Anreize für WissenschaftlerInnen zur Arbeit am und im Reallabor geschaffen werden.

„Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ – Veranstaltungsprogramm online

Am 27. September 2013 findet in Stuttgart die öffentliche Veranstaltung „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ mit der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, und dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Prof. Dr. Wolfgang Marquardt, statt. Der Veranstalter, das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat nun das Programm veröffentlicht.

„Die Landesregierung möchte Projekte fördern, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort bearbeiten. Damit greift sie die Idee der Reallabore auf, die von der Expertengruppe formuliert wurde. Die Veranstaltung bietet ein Forum für Akteure aus Wissenschaft und Gesellschaft, die Empfehlungen der Expertengruppe zu diskutieren und weiter zu konkretisieren. Diese sollen dabei anhand nationaler und internationaler Beispiele von Reallaboren verdeutlicht werden.“ (Aus der Veranstaltungsankündigung)

Anmeldung bis zum 13. September 2013 unter nachhaltigkeit(at)mwk.bwl.de oder Fax: 0711/279-3210.
Das Programm kann hier heruntergeladen werden:
Programm_MWK_130927

„Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erprobungsräume für Transformation“

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung: „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erprobungsräume für Transformation“ werden am 27. September die Empfehlungen der Expertenkomminission „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ in Baden-Würrtemberg diskutiert. Die Veranstaltung findet von 13 bis 18Uhr an der Hochschule für Technik Stuttgart statt.

„Wissenschaft ist ein Problemlöser. Doch die Lösungen für viele große Fragen wie den Klimaschutz, die Energiewende oder den demografischen Wandel kann Wissenschaft heute nur zusammen mit anderen Akteuren entwickeln. Die Landesregierung Baden-Württemberg möchte daher Projekte fördern, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort bearbeiten.

Die Landesregierung greift damit die Idee der „Reallabore“ auf, die die Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ in Baden-Württemberg im Juni 2013 in ihren Empfehlungen entwickelt hat. Die Veranstaltung stellt nationale und internationale Beispiele solcher Reallabore vor. Mit Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft sollen die Empfehlungen der Expertengruppe diskutiert und weiter konkretisiert werden.“ (Aus der Veranstaltungsankündigung)

Video zum baden-württembergischen Bericht „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ online

Inhaltliche Eckpunkte des Berichtes „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ Baden-Württemberg

Am 13.06.2013 empfing die Baden-Württembergische Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, im Rahmen einer Pressekonferenz die Empfehlungen zur „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ durch den Vorsitzenden der Expertenkomission, Prof. Dr. Uwe Schneidewind. In einem kurzen Videostatement geht Uwe Schneidewind auf wichtige Inhalte des Berichtes ein und erläutert die Relevanz nachhaltiger Entwicklung für das baden-württembergische Wissenschaftssystem.

Veröffentlichung des Baden-Württembergischen Expertensberichts zu Nachhaltiger Wissenschaft

UweSchneidewind_Theresia BauerFoto: Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Kommissionsvorsitzender Prof. Dr. Uwe Schneidewind
(Quelle: MWK)
Am 13.06. empfing die Baden-Württembergische Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, im Rahmen einer Pressekonferenz die Empfehlungen zur „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ durch den Vorsitzenden der Expertenkomission, Prof. Dr. Uwe Schneidewind. Die siebenköpfige Expertenkommission hatte seit Frühjahr 2012 beraten, wie das Baden-Württembergische Wissenschaftssystem den großen gesellschaftlichen Herausforderungen in geeigneter Weise begegnen kann. Der Abschlussbericht der Kommission bündelt die Ergebnisse der Analyse und stellt zentrale Empfehlungen vor. Die Wissenschaftsministerin kündigte im Rahmen des Empfangs der Empfehlungen die zweite Ausschreibungsrunde einer Förderlinie über 5 Millionen Euro für Nachhaltigkeitsprojekte an Baden-Württembergischen Hochschulen an. 3 Millionen Euro wurden bereits im Rahmen einer ersten Ausschreibungsrunde vergeben.

Die Empfehlungen können Sie hier herunterladen.

 

Fortbildung zu Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung am 13.06. in Aachen

Die Initiative „We4Future und das Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung“ veranstalten am 13.06. den Auftakt zu einer MultiplikatorInnenfortbildung an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen „Bildung für nachhaltige Entwicklung im internationalen Kontext“. Die Fortbildung richtet sich explizit an Lehrende der Erziehungs- und Sozialwissenschaft, sowie Vertreter hochschulischer Fortbildungseinrichtungen.

Diese Fortbildung unterstützt einen Bildungsansatz, der den ökologischen, ökomischen und sozialen Herausforderungen des 21. gerecht wird. Das Konzept wurde unter Beteiligung internationaler und regionaler Fachkräfte im Bereich der BNE entwickelt und beinhaltet: Grundlagen des Konzeptes nachhaltiger Entwicklung, das Konzept der BNE, Lehrmethoden der BNE, internationale und lokale Praxisbeispiele sowie Module zur Entwicklung von BNE-Lehrveranstaltung.

Veranstaltungs-Eckdaten:

Donnerstag, den 13. Juni 2013, 15.00 – 18.00 Uhr

Präsentation am Institut für Politische Wissenschaft RWTH Aachen University Mies-van-der-Rohe-Straße 10, Raum B EG 1.04, 52074 Aachen
Den Flyer zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen: Programm_Flyer_BNE Konzeptpräsentation

Europäische Umfrage zur Bürgerwissenschaft gestartet

„Bürgerwissenschaft ist keine leere Formel“ lautet ein Artikel von Joachim Müller-Jung in der FAZ dieser Woche, der als eine der Folgen der digitalen Revolution die zunehmenden Forderungen nach einer „Citizens Science“ konstatiert. Hintergrund des Artikels ist eine Sonderinitiative für Bürgerbeteiligung der Europäischen Union. Diese wird von Atomium Culture gefördert und will die „Möglichkeiten erkunden, wie die Medien den Bürger im Rahmen eines Dialos an der Diskussion wissenschaftlicher Themen beteiligen können. Auf diese Weise soll ein stärker auf Partizipation ausgerichteter Ansatz für eine Wissenschaftspolitik auf europäischer Ebene entwickelt werden.“ Als erste Initiative wurde eine Umfrage „Ist die Wissenschaft ein öffentliches Diskussionsthema?“ gestartet. Hier können Sie sich an der Umfrage beteiligen.

Zukunftsstrategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 2015+ veröffentlicht

Das deutsche Nationalkomitee der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat einen Entwurf zur Zukunftsstrategie BNE 2015+ veröffentlicht und stellt ihn der interessierten Fachcommunity zur Diskussion. Bis zum 14.09. können Kommentare an die Verfasser aus der Zukunftskommission gesandt werden.

Der Bericht ist in die einzelnen Bildungsbereiche unterteilt. Für den Bereich der Hochschulen heißt es: „Durch das Memorandum „Hochschule und Nachhaltigkeit“, das die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Anfang 2010 gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedete (DUK/HRK 2010), haben die nachhaltigkeitsbezogenen Aktivitäten an Hochschulen Rückenwind bekommen. In dieser von der AG „Hochschule“ des Runden Tisches erarbeiteten Publikation werden Empfehlungen zur Orientierung universitärer Kernaufgaben wie Forschung und Wissenstransfer, Lehre und Studium an einer nachhaltigen Entwicklung gegeben. Im Juni 2012 hat die DUK ein weiteres Memorandum „Wissenschaft für Nachhaltigkeit. Der Durchbruch muss gelingen“ verabschiedet, in dem Wissenschaft und Forschung aufgefordert werden, stärker inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.“

In der Zukunftsstrategie werden einige allgemeine Tendenzen in den Hochschulen beschrieben, etwa die Regionalisierung in der Lehre im Kontext „praktischer Beispiele und des „Lernens vor Ort“, in Bezug auf die (angewandte) Forschung“ und die „Kooperation mit lokalen Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und Behörden“. Weiterhin werden Best-Practice für die Implementierung von BNE genannt, z.B. das Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg oder das zunehmend vernetzte Engagement der Studierenden.

Nicht zuletzt werden in der Zukunftsstrategie zentrale Ziele für eine qualitative und quantiative Weiterentwicklung der BNE in Hochschulen aufgezählt:

  • Ausbau der Nachhaltigkeitswissenschaften
  • Vermittlung von BNE-relevanten Kompetenzen in Lehre und Studium
  • Reformation der Lehrerbildung
  • Implementierung der Prinzipien der Nachhaltigkeit in allen betrieblichen Organisations- und Tätigkeitsbereichen
  • nationaler Nachhaltigkeits-Indikatorenbericht für den Hochschulbereich

Den Entwurf zur Zukunftsstrategie sowie die Fragebögen zur Kommentierung finden Sie hier.

Ein Aufruf an die Hochschulen zur Einbeziehung von Nachhaltigkeit in die Curricula

Die Principles for Responsible Management Education (PRME) und das UN Global Compact Office rufen im Zusammenhang mit der UN Konferenz für Nachhaltige Entwicklung (Rio+20) weltweit Führungskräfte akademischer Institutionen auf eine Deklaration zur Bekenntnis nachhaltiger Praxis in Wissenschafts-Institutionen zu unterzeichnen. Die Deklaration fordert von Hochschulen ein stärkeres Engagement in den folgenden fünf Bereichen:

  • Konzepte der Nachhaltigen Entwicklung lehren,
  • Forschung zu Themen Nachhaltiger Entwicklung ermutigen,
  • Nachhaltigkeitsmanagement auf den Campi anstoßen,
  • Nachhaltige Initiativen in der Kommune unterstützen und
  • internationale Rahmenabkommen teilen.

Die Initiative steht in Verbindung mit dem 3ten Global Forum for Responsible Management Education und dem Rio+20 Corporate Sustainability Forum sowie einer Partnerschaft von UN Organisationen, die mit universitären Netzwerken kooperieren. Die HEI Deklaration ist ein öffentliches Bekenntnis zu des Aktivitäten, zu denen sich Bildungsinstitutionen im Rahmen ihrer Teilnahme an den PRME und dem Global Compact bekannten.

Weitere Informationen über die Principles for Responsible Management Education (PRME) erhalten sie unter:

www.unprme.org/global-forum/index.php
www.unprme.org/the-6-principles/index.php

Fachhochschulen in Baden Württemberg für Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Anläßlich des Regierungswechsels in Baden Württemberg haben die 21 staatlichen Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg ihr Angebot, eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auszubauen, bekräftigt. Die Initiative ist als Netzwerk konzipiert, das an jeder Hochschule einen Knoten in Gestalt eines Senatsbeauftragten für Nachhaltige Entwicklung und mittlerweile ca. 180 Kolleginnen und Kollegen umfasst. Bei der Gründung des „HNE-Netzwerks“ am 28. Oktober 2005 in Ulm wurde das Referat für Technik- und Wissenschaftsethik (rtwe) als geschäftsführendes Institut und Prof. Dr. Michael Wörz als Sprecher des Netzwerks gewählt.

Das gesamte Projekt wurde erstmals im April 2006 und zuletzt im Februar 2010 von der UNESCO als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ ausgezeichnet. Unter http://www.rtwe.de/hne findet sich ein aktueller Stand der Initiative.

Call for applications für neue Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development (RCEs)

Die United Nations University hat den diesjährigen Call for Applications für Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development (RCEs) ausgesendet. Das 2005 im Rahmen der UN Dekade BNE initiierte RCE Netzwerk umfasst heute bereits 85 RCEs in Asien, N & S Amerika, Afrika, Europa und Australien. RCEs stellen auf lokaler/regionaler Ebene ein Netzwerk aus Hochschulen, formalen & non-formalen Bildungseinrichtungen, NGOs, GOs und Unternehmen dar. In diesem Netzwerk werden neue Nachhaltigkeitsinitiativen initiiert sowie werden international Forschungskooperationen zur gegenseitigen Unterstützung eingeleitet.
Im D-sprachigen Raum gibt es bereits in den folgenden Regionen RCEs:
Deutschland: München, Nürnberg, Hamburg, Vechta,
Österreich: Graz-Styria, Vienna
Niederlande: Rhine Meuse (Länderübergreifend B/NL/D)

Nähere Informationen zum Einreichverfahren finden sie unter: www.ias.unu.edu/efsd und auch ich stehe gerne für Fragen zur Verfügung.

Bei Interesse sollte dieses bereits bis zum 11. April an das Global RCE Service Centre (siehe Link) bekannt gegeben werden. Danach bekommt man vom Service Centre sowie auch von bereits bestehenden RCEs Unterstützung im Aufbau und der Entwicklung der Application.

Internationaler Kongress „Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten und verankern“

Der internationale Kongress von 4.-6. Juli in Laufen soll in erster Linie zeigen, welche Erfolge in der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) bereits zu verzeichnen sind und was wir von Anderen lernen können. Konzepte und Erfahrungen sollen diskutiert, nationale und regionale Besonderheiten sowie Best-Practice-Beispiele vorgestellt werden. Der Kongress ist hierfür der erste internationale Austausch über Erfahrungen und Perspektiven und bietet einen fokussierten Blick auf die systematische Verankerung von BNE in den deutschsprachigen Ländern. Vortragende und Beispiele werden aus allen drei deutschsprachigen Ländern präsentiert.
Hier finden sie weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung zu Tagung: Link zu Kongress

„Hochschule und Nachhaltigkeit – Eine kritische Bestandsaufnahme“ – zu einem Beitrag von Maik Adomßent auf dem Treffen der AG Hochschule am 03.03.11 in Essen

Mit Blick auf vielversprechende Bekenntnisse und Initiativen zu einer nachhaltigen Entwicklung (NE) in den vergangenen Jahren stellt berechtigterweise die Frage: Was hat sich getan im deutschen Hochschulwesen?

Maik Adomßent, Mitglied im Institut für Umweltkommunikation an der Leuphana-Universität in Lüneburg, unterzog den Komplex „Hochschule und Nachhaltigkeit“ kritisch einer Bilanz.
Ausgangspunkt stellte eine mittlerweile fünf Jahre alte Bestandsaufnahme dar. Für damals galt festzuhalten, dass sich nur sehr vereinzelt in der Bildungslandschaft innovative Beispiele in Forschung und Lehre finden ließen. Nach der Unesco-Weltkonferenz „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ vom Frühjahr 2009 und einer gemeinsamen Erklärung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ von der deutschen Unesco-Kommission und der Hochschulrektorenkonferenz bleibt zu fragen, wo diese Impulse Niederschlag im hiesigen Hochschulsystem gefunden haben.

Maik Adomßent stellte erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vor und leitete über in eine strategische Diskussion über, die sich Problemen und weiterem Vorgehen im Forcieren einer nachhaltigen Entwicklung (NE) im Hochschulsektor widmete.

Postulierte Leitbilder klingen zwar beim ersten Hören nach viel, aber gilt es Hochschulen hinsichtlich einer NE zu bewerten, sollte man den Blick auf das Wirken in der Praxis lenken. Die Fachhochschule Eberswalde stellt ein gutes Beispiel dar, wie Wort und Tat in Einklang gebracht werden können. Sie benannte sich zur „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“ um und übertrug dieses Prinzip auch konsequent auf das eigene Handeln. Tagungen in Berlin und Bremen im vergangenen Jahr zeugen davon, dass das Interesse an nachhaltiger Entwicklung im Hochschulsektor längst kein Nischendasein mehr führt. Auch Studierende werden verstärkt aktiv: so stellte ein Gruppe studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen auf der Berliner Tagung im Dezember einen Forderungskatalog vor. Die Bewerbung der Universität Hamburg bei der Exzellenzinitiative mit dem Zukunftskonzept einer „Nachhaltigen Universität“, die wiederaufgenommenen Aktivitäten der COPERNICUS-Alliance sowie die zunehmende Resonanz des Webblogs „Nachhaltige Wissenschaft“ zeugen von dem Schwung, der in den vergangenen Jahren in die Debatte gekommen ist.
Konstatieren lässt sich, dass die Entwicklungen im Bereich der Lehre durchaus mit vorsichtigem Optimismus zu beobachten sind. Nachdem die Lehre hier in kleinen Schritte vorangeht, verbleibt jedoch die Frage: Wo spiegelt sich dieser Trend in der Forschung wieder? Nur sehr vereinzelt finden sich hier Ansätze.
Die Leuphana Universität in Lüneburg gilt wohl als prominentestes Beispiel für hochschulische Forschung im Bereich der Nachhaltigkeit. Weitere Beispiele nachhaltiger Forschung finden sich eher im außeruniversitären Sektor, wie beispielsweise am Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies.

Als roter Faden durch diese Debatten zieht sich die Frage, welche Rolle der Politik beim Fördern einer NE im Hochschulbereich spielen kann und wie die Akteure selbst politisch Einfluss nehmen können. Forderungskataloge großer Verbände stellen ein effizientes Mittel dar, um der Lobby der Nachhaltigen Wissenschaft den Rücken zu stärken. Akzente zu setzen, ist jedoch auch über Forschungsanträge, die ein entsprechendes Thema forcieren, möglich.
Zwar mag auch der HRK politischer Einfluss attestiert werden, allerdings schien das Postulat „Hochschulen und Nachhaltigkeit“, in dem ein eindeutiges Bekenntnis zur Nachhaltigen Entwicklung zu erkennen war, im universitären Alltag kaum tiefgreifende Spuren zu hinterlassen; geschweige denn, dass es in der politischen Debatte Beachtung fand. Dies mag auch daran liegen, dass in Politik und Verwaltung oft ein eher abstraktes Bild von Qualität in der Forschung vorhanden ist. Was NE an Hochschulen in der Praxis zu bedeuten hat, ist für viele ein unbestimmter Begriff. Die Tatsache, dass Nachhaltigkeit nach wie vor als separate Zusatzqualifikation betrachtet wird, wirkt dem nicht entgegen. Der Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung könne nicht in verpflichtenden Zusatzvorlesungen für alle liegen, sondern müsse integraler Bestandteil eines jeden Studienganges werden. Forderungen nach einer jeweiligen Wissenschaftsethik stellen einen ersten Schritt dar. Auch in technischen Fächer ist eine selbstkritische Reflexion wichtiger denn je.

Das Aus in der Exzellenzinitiative kann für viele Universitäten auch Anstoß zur grundlegenden Neukonzeption darstellen. Universitäten, die aus dem Rennen sind, müssen ihre Rolle neu definieren. Eine Profilierung im Bereich der Nachhaltigkeit bietet eine gute Chance.

Abschließend lässt sich festhalten, dass für das Etablieren von NE nach wie vor eine Vielzahl der Akteure in der Pflicht ist. Es gilt, politisch Druck zu machen über Forderungskataloge. Auch die anstehenden Landtagswahlen sowie darauf folgenden Koalitionsverhandlungen stellen eine gute Bühne dar, um den Fuß in die Tür zu setzen. Hoffnung bleibt auch hinsichtlich kleiner und mittlerer Hochschulen, die ohne die Möglichkeit auf den Titel eine Eliteuni neue Profilierungsmöglichkeiten suchen.
Fakt ist, dass Qualifizierungsangebot im Bereich der Nachhaltigkeit nur eine vorübergehende Lösung sind. Ziel sollte es sein, Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit als unumgängliche, integrale Komponenten in jedem Studiengang zu verankern.

Treffen der AG Hochschule in Essen

Nach der leichten Ernüchterung, die sich im Zuge des Scheitern des Zukunftskonzeptes einer Nachhaltigen Universität als Zukunftskonzept im Rahmen der Vorauswahl der Exzellenzinitiative eingestellt hat, zeigten die Mitglieder der AG Hochschule, die als Arbeitsgruppe der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) fungiert, dass ihnen ein solcher Bremser nichts anhaben kann.

Vergangenen Donnerstag, 03.03.2011, setzten sich erneut die Vertreter aus Studierendenschaft, Lehrenden sowie außeruniversitärer Akteure zusammen, um das Voranschreiten von BNE im Hochschulbereich kritisch unter die Lupe zu nehmen, gute Beispiele und Herausforderungen in der Praxis zu diskutieren sowie die weitere Projektarbeit zu koordinieren.

Ulrich Schreiber, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Universität Duisburg-Essen, stellte das BENA-Nachhaltigkeitsprojekt der Uni Duisburg-Essen vor. BENA (BEstandsaufnahme NAchhaltigkeit) hat das Ziel, relevante Akteure sowohl universitätsintern, wie -extern zu identifizieren und durch eine bessere Vernetzung deren Aktivitäten zu fördern und insbesondere nach außen zu kommunizieren.

Bereits im universitären Gesamtkonzept etabliert hat sich die Idee einer „Nachhaltigen Hochschule“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Andreas Lob-Hüdepohl, Präsident der KU Eichstätt-Ingolstadt berichtete sowohl von der normativen Grundkonzeption als auch von der Konkretisierung eines solchen Vorhabens in der Praxis.

Maik Adomßent von der Universität Lüneburg hingegen erläuterte eher theoriebasiert, was Nachhaltigkeit an Hochschulen zu bedeuten hat. In einer kritischen Bestandsaufnahme zog er Bilanz über die Entwicklungen und Anstrengungen der vergangenen Jahre, zeigte Impulse der Vergangenheit sowie Perspektiven für die Zukunft auf.

Die angeschlossene Projektplanungsphase lässt erwarten, dass wir auch in Zukunft von der AG Hochschule hören werden. An dieser Stelle sei schon mal auf eine geplante Informationsbroschüre zum Thema der Nachhaltigen Hochschule sowie auf zwei im Laufe des Jahres anstehende Konferenzen verwiesen: zum einen geht es um die Stärkung studentischen Engagements in Zeiten verkürzter Studiendauer und enger Stundenpläne sowie um eine Tagung in Anlehnung an die Tagungen des vergangenen Jahres; diesmal unter dem Motto: Wir gehen in die Breite!

Besonderer Dank geht an das Team von BENA, die aus ihrem Gewinn aus dem DM-Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft“ das Treffen finanziell unterstützten.

BMBF-Ausschreibung „Förderung von Forschungspotenzialen im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“ – Ausschreibung mit Relevanz für den Hochschulbereich

In einer neuen Bekanntmachung schreibt das Bundesforschungsministerium (BMBF) Forschungsvorhaben im Bereich „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) aus. BNE soll damit stärker an die bestehende bildungswissenschaftliche Forschung herangeführt werden. Als Themenfelder sind dabei neben (1) Kompetenzmessung und -diagnostik und (2) Lehrerkompetenzen auch die Bereiche (3) Steuerung und Institutionalisierung sowie (4) Transfer von BNE angesprochen. Die beiden letzten Felder sind nicht auf den schulischen Bereich beschränkt. Es geht hier um die Institutionalisierung und Diffusion von BNE in allen Bereichen des Bildungssystems – also auch in Hochschulen.

Gefördert werden möglichst Projektverbünde aus unterschiedlichen Partnern, die theoriebasiert und empirisch gestützt vorgehen, möglichst interdisziplinär ausgerichtet sind und ein besonderes Augenmerk auf die Doktorandenförderung legen. Die Projekte können maximal 3 Jahre laufen und sollen ein Volumen von 65.000 Euro p.a. nicht überschreiten. Die Einreichungsfrist für die 15-seitigen Projektskizzen ist der 18.03.2011. Es ist auf möglichst viele und gute Skizzen mit einem Hochschulfokus zu hoffen!