Call for Papers: GAIA-Ausgabe Forschung zu den Sustainable Development Goals (SDGs)

Die GAIA  – Ecological Perspectives for Science and Society lädt bis zum 21. Mai 2018 zur Einreichung von Abstracts für ihre nächste Thematic Issue zum Thema „Forschung für Sustainable Development Goals (SDGs)“ ein.

Vor dem Hintergrund der Verabschiedung durch die General Assembly der Vereinten Nationen in 2015, stellen die SDGs erstmalig eine globale Agenda der geteilten Wertdimensionen und Zielwissen für nachhaltige Entwicklung dar. Dabei bringt der gesetzte Zeitrahmen bis 2030 eine hohe Dringlichkeit mit sich, die sich innerhalb unserer Wissensgesellschaft insbesondere auch an Wissenschaft und Forschung richtet. So ist insbesondere Transformationswissen gefragt, dass den multidimensionalen und gesellschaftlichen Kontext nachhaltiger Entwicklung mit einbezieht.

In der Ausgabe möchte GAIA daher die SDGs aus einer breiten Auswahl von Forschungsvorhaben beleuchten, die einen Fokus auf die Erreichung der Sustainable Development Goals legen. Dies soll das gegenseitige Lernen und den Diskurs um eine Erneuerung von Wissenschaft und Forschung für nachhaltige Entwicklung fördern.

Unterschiedliche Formate sind vorgesehen, darunter insbesondere Forum Contributions und Research articles unter anderem zu folgenden Themen:

  • Reflexion der institutionellen und methodischen Herausforderungen für Forschung und Wissenschaftssystem und die Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft sowie Wissenschaft und Politik.
  • Reflexion und der Rolle von Wissenschaft und Forschung in der Bewerbung der SDGs und dem Schließen von Wissenslücken in Bezug auf die SDGs und ihre Zusammenhänge untereinander.
  • Erfahrungen aus konkreten Forschungsvorhaben, die auf Erreichung eines oder mehrerer SDGs ausgerichtet sind.
  • Erkenntnisse oder Empirische Ergebnisse zu Trade-offs und Co-benefits der SDGs generell oder in konkreten Kontexten, sowie Ergebnisse wie Zielkonflikte reduziert bzw. ein Zusammenwirken verstärkt werden könnte.

Die Ausgabe wird peer-reviewed und unter Open Acess-Lizenz veröffentlicht. Es fallen keine Publikationsgebühren an. Die Publikationssprache ist englisch. Weitere Hinweise zur Publikation finden Sie in den Submission Guidelines.
Englischsprachige Extended Abstracts (500-1000 Wörter) können noch bis zum 21. Mai per Mail an urs.wiesmann@cde.unibe.ch und gaia@oekom.de eingereicht werden. Die Ausgabe soll dann im Frühjahr 2019 erscheinen.

Alle weiteren Informationen zu Themenschwerpunkten und Zeitplan sowie den gesamten Ausschreibungstext für die Ausgabe finden Sie hier.

The World as a Lab – GAIA special issue on experimental formats for transdisciplinary sustainability research

A detailed and deep insight in the work and effects of real-world laboratories is given in the latest GAIA special issue with the title „Labs in the Real World“. Questions on transdisciplinarity and different dimensions of learning are addressed, as well as the transformative potential of real-world laboratories as research concept regarding empirical and theoretical aspects of the sustainability studies.

How can processes of societal transformation in the direction of a sustainable development be understood and enhanced using experimental methods? To explain this, scientists work together with local stakeholders from business, politics, administration and civil society on specific social ecological changes. Since 2015, the Ministry for Science, Research and Art of the state Baden-Württemberg is funding the work of the 14 real-world laboratories, out of which many experiences are incorporated in this special issue. The aim is to establish so called „learning spaces“, in which the social attitude, questions and needs of all participants and stakeholders can be addressed. With the wishes and the insider knowledge of these local people effective and accepted solutions for transformation processes, from urban redevelopment of a neighbourhood to sustainable mobility systems, can be found.

The articles are written in English and were compiled by the scientists of the accompanying research team for the real-world laboratories in Baden-Württemberg, consisting of the Institute for Social-Ecological Research (ISOE), the Leuphana University Lüneburg and the Wuppertal Institute. In addition to concrete application references on site, the conditions of success of real-world laboratories are described, as well as their scientific and methodological potential as a whole.  Editor for GAIA, Ortwin Renn, summarizes it as follows:

Real-world labs are a viable and promising concept for realizing the vision of transdisciplinary research.

All contributions of the special issue are open access and can be found on Ingenta.

Die Welt als Labor – GAIA-Sonderheft über experimentelle Formate der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung

Einen detailierten und tiefen Einblick in die Arbeits- und Wirkungsweise von Reallaboren gibt die aktuelle Ausgabe der GAIA in Form eines kompakten und umfassenden Sonderheftes unter dem Titel „Labs in the Real World“. Beleuchtet werden Fragen, nach Transdisziplinarität und verschiedenen Dimensionen des Lernens sowie nach dem transformativen Potential der Reallabore als Forschungskonzept für die Vielfalt an Empirie und Theorie in den Nachhaltigkeitswissenschaften.

Wie können gesellschaftliche Transformationsprozesse in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung auf experimentelle Weise besser verstanden und beschleunigt werden? Um das zu klären, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft jeweils vor Ort an konkreten sozial-ökologischen Veränderungen. Seit 2015 fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Arbeit der 14 Reallabor-Projekte, deren Erfahrungen in die Sonderausgabe eingeflossen sind. Es sollen sogenannte „Lernräume“ etabliert werden, in denen gezielt auf die Haltungen, Fragestellungen und Bedürfnisse aller Beteiligten eingegangen werden kann. So können mit den Wünschen und dem Insider-Wissen der Menschen vor Ort wirkungsvollere und akzeptierte Lösungen für Transformationsprozesse, von der Stadtteilsanierung bis zum nachhaltigen Mobilitätssystem, gefunden werden.

Die englischsprachigen Artikel wurden zusammengestellt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Begleitforschungsteams der baden-württembergischen Reallabore, bestehend aus dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), der Leuphana Universität Lüneburg und dem Wuppertal Institut. Neben konkreten Anwendungsbezügen vor Ort werden auch die Erfolgsbedingungen von Reallaboren beschrieben oder das wissenschaftliche und methodische Potential von Reallaboren insgesamt.
Redakteur der GAIA, Ortwin Renn, fasst es folgendermaßen zusammen:

Reallabore sind ein praktikables und vielversprechendes Konzept zur Umsetzung der Vision einer transdisziplinären Forschung„.

Alle Beiträge des Sonderhefts sind Open-Access und auf Ingenta zu finden.

Internationales Mentor*innenprogramm für Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das ESD Expert Net bietet ab Oktober 2018 ein von Engagement Global  gefördertes internationales Mentor*innenprogramm für Bildung für nachhaltige Entwicklung an, welches sich an junge Berufstätige und Hochschulabsolvent*innen aus Deutschland, Indien, Mexiko und Südafrika richtet, die im BNE-Bereich tätig sind oder tätig sein möchten.

Kern des Programms ist neben der fachlichen Weiterbildung vor allem die Begleitung durch nationale und internationale Mentoren bei der Verwirklichung eigener Praxisideen im Themenfeld von BNE. Neben einem Online-Trainingsprogramm findet vom 11.-18. November ein Treffen aller Mentees in Bonn zum Thema „Leadership through Sustainability“ statt, auf dem die Teilnehmer*innen ihre Mentor*innen kennenlernen und Kontakte knüpfen können. Bis zum Mai 2018 finden dann weitere Gespräche und Workshops statt.

Interessierte können sich noch bis zum 20.08.2017 für das Programm bewerben. Alle weiteren Informationen zur Bewerbung sowie zum Programm finden Sie hier.

„The Future of Sustainable Food Business“ Sommeruniversität im August 2016 in Emmendingen

Vom 31. Juli bis zum 14. August 2016 findet die zweite Sommeruniversität
„The Future of Sustainable Food Business“ der Deutschen Gesellschaft für Humanökologie in Kooperation mit dem College of the Atlantic in Emmendingen (nähe Freiburg im Breisgau) statt.

Die Sommeruniversität richtet sich an (angehende) Abiturienten und Bachelor-Studierende, die in Gruppen selbstgewählte Projekte bei Unternehmen aus der Region durchführen und dabei von erfahrenden Lehrenden angeleitet werden. Dabei werden relevante Inhalte, theoretische Konzepte und Forschungsmethoden in einem Reallabor, erarbeitet, um das Wissen in einer transdisziplinären, praxisorientierten Gruppenarbeit und der offenen Atmosphäre einer Charrette (einer öffentlichen Projektwerkstatt) anzuwenden, die den Partnerbetrieben und interessierten Bürgerinnen und Bürgern die direkte Beteiligung an den Studienprozessen ermöglicht.

Inhaltlich steht die Diskussion um unser heutiges Ernährungssystem, seiner nachhaltigen Entwicklung und möglicher innovativer Konzepte eines Wandels hin zu einer grünen Ernährungswirtschaft im Vordergrund.

Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie hier. Anmeldeschluss ist der 30. April 2016.

Hochschultag Transformative Wissenschaft am 17.11. an der Bergischen Universität Wuppertal

Der AStA der Bergischen Universität Wuppertal organisiert am 17.11.15 den öko-sozialen Hochschultag „Transformative Wissenschaft“. Die Studierenden stellen mit dieser Veranstaltung die Frage, wie die Hochschule der Zukunft aussehen kann. Welche Art von Lehre und Forschung soll es an den Hochschulen geben, damit sie einen aktiven Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen der „großen Transformation“ leisten können. Wie kann sich Wissenschaft in Anbetracht von Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit und einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft neu aufstellen?

Auf der Veranstaltung soll die transformative Wissenschaft als Form der Wissenschaft vorgestellt werden, die Ihre Forschungsfragen aus den gesellschaftlichen Herausforderungen ableitet, transdisziplinär und partizipativ arbeitet, außeruniversitäre Akteure miteinbezieht und Veränderungen so selber mit anstößt. Von Reallaborforschung bis hin zu einer Lehre in gesellschaftlichen Verantwortung (Service Learning) soll an dem Hochschultag gezeigt werden, wie eine transformative Wissenschaft in der Praxis ganz konkret aussehen kann. Die daraus entstandenen Ideen sollen anschließend mit dem Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und weiteren Gästen diskutiert werden. Ein offener Ausklang mit Fingerfood und Getränken bietet Raum zum diskutieren und kennenlernen.

Die Veranstaltung findet ganztägig auf der AStA-Ebene statt und ist öffentlich. Für die beiden Workshops „Transformative Lehre“ und „Transformative Forschung“ wird um Anmeldung an oekologie(at)asta.uni-wuppertal.de gebeten.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.asta-wuppertal.de/hochschultag

Der Tag findet in Kooperation mit TransZent und der Initiative ökosoziale Hochschultage statt, und wird von der Stadtsparkasse Wuppertal und der Barmenia gesponsert.

Studentische „konferenz n – Hochschule weiter denken“ und Ausschreibung zum Wandercoaching für studentische Nachhaltigkeitsinitiativen

Am 22.01.2016 findet die „konferenz n – Hochschule weiter denken“ des Netzwerks studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen (netzwerk n) – gefolgt vom Vernetzungstreffen am 23. und 24. 01. – in Berlin statt. Zum Start des Weltaktionsprogrammes legen die Studierenden dieses Jahr den Schwerpunkt auf das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dazu möchten sie eine offene, wertschätzende Atmosphäre schaffen, echten Perspektivwechsel wagen, Interdisziplinarität erlebbar machen und gemeinsam positiv-gestaltend in die Zukunft blicken. Eingeladen sind alle Akteure, die sich für eine nachhaltige Hochschullandschaft engagieren. Alle weiteren Infos dazu finden sich hier.
Weiterhin bietet das netzwerk n studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen eine kostenlose mehrmonatige Begleitung durch zwei sogenannte Wandercoaches an, um sich rund um das Thema nachhaltige Hochschule inhaltlich, methodisch und strategisch weiterbilden und coachen zu lassen. Die Coaches sind ausgebildet und motiviert, die erste Runde an Coachings ist gestartet. Alle interessierten Gruppen und Initiativen (studentisch und gemixt) können sich jetzt bis zum 22.11.15 bewerben. Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen dazu finden sich hier.

Campus und Community – Zertifikatskurs Intersektorales Management

Die Akademie des Netzwerks „Bildung durch Verantwortung“ und die Agentur Mehrwert bieten gemeinsam einen Zertifikatskurs „Campus und Community“ an. Der Kurs richtet sich an GestalterInnen aus Hochschule und Zivilgesellschaft, die Prozesse und Kooperationen zur Gesellschaftsorientierung von Wissenschaft an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft managen.
„Intersektorale Kooperationen sind anspruchsvoll und scheitern oft an ungeklärten Erwartungen und unterschiedlichen „Sprachen“. Genau für diese Herausforderung wurde der Zertifikatskurs Campus und Community – CuC entwickelt. Für Gestalterinnen und Gestalter aus Hochschule und Zivilgesellschaft. Das Besondere ist die interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmenden und der Referenten. CuC arbeitet mit innovativen Methoden wie Design Thinking, Muster impliziten Wissens und leitet permanent zu einem Perspektivenwechsel an. Im Zentrum von CuC steht ein eigenes Projekt, das zertifiziert wird.“ (Ausschreibung Zertifikatskurs)
Die 4 Module des Kurses sind über ein Jahr angelegt und starten im September 2015. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen. Nähere Informationen zum Kurs erhalten Sie hier.

Call for Papers für die Herbsttagung des Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung in Frankfurt am Main

Am 25./26. November 2015 findet unter dem Motto „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ die Herbsttagung des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung statt, die sich mit der Initierung von Service Learning befasst. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen fordern Hochschulen und Zivilgesellschaft zu einer aktiven und intersektoralen Zusammenarbeit heraus. Service Learning, Community Based Research und ähnliche Formate stellen mögliche Instrumente dar, diese Zusammenarbeit beidseitig lösungsorientiert und nutzbringend zu gestalten. Bei der diesjährigen Herbsttagung des Hochschulnetzwerks soll der Fokus auf die Frage gelegt werden, wie Partnerschaften zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft erfolgreich initiiert werden, damit diese dauerhaft und für beide Seiten gewinnbringend verlaufen.

„Lehre. Forschung. Gesellschaft. Neue Kooperationen zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft“ Tagung des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung am 23./24. April in Berlin

Das „Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung“ ist ein seit 2009 bestehender Zusammenschluss von mittlerweile über 30 Hochschulen, die das zivilgesellschaftliche Engagement von Studierenden, Lehrenden und anderen Hochschulangehörigen stärken möchten. Ziel ist es, die Qualität der akademischen Lehre sowie des wechselseitigen Wissenstransfers zwischen Hochschule und Gesellschaft zu verbessern und damit einen spezifischen Beitrag zur Förderung des gesellschaftlichen Miteinander zu leisten. Im Frühjahr 2015 wird sich das Netzwerk als eingetragener Verein institutionalisieren. Gerahmt wird die Gründungsfeier von einer Fachtagung zum Thema „Lehre. Forschung. Gesellschaft. Neue Kooperationen zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft“ am 23./24. April 2015 in Berlin. Mit ihr soll auf Bundesebene der Dialog zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft angeregt werden. Welche Erwartungen haben beide aneinander? Wie wollen sie Kooperationen aufbauen? Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Der erste Tag der Tagung reflektiert diese Fragen auf (hochschul-)politischer Ebene. Am zweiten Tag werden die Ergebnisse des von fünf Hochschulen durchgeführten Verbundprojekts „Potenzialförderung für Lernen durch Engagement und gesellschaftliche Verantwortung an Hochschulen“ vorgestellt, das seit 2012 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde.

Die Tagung richtet sich an Hochschulleitungen und -mitarbeitende sowie an Vertreter_innen und Interessierte politischer und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Sie will Impulse geben zum aktiven Austausch zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft und die Zusammenarbeit zu konkreten gesellschaftlichen Fragestellungen im Hinblick auf Bildung, Politik, Wirtschaft, Sozialem, Kultur und Umwelt anregen. Eine ausführliche Einladung zur Tagung können Sie hier herunterladen.

Erste Baden-Württembergische Service Learning – Fachtagung: „Wie Hochschulen gesellschaftliche Aufgaben nachhaltig mitgestalten“

Service Learning ist in Deutschland ein junges Phänomen. An vielen Hochschulen in Baden-Württemberg werden Service Learning Projekte bereits erfolgreich umgesetzt – auch mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Auf der ersten Baden-Württembergischen Service Learning – Fachtagung am 28.11.2014 in Stuttgart werden Best Practice Projekte der Bucerius Law School und der Universität Duisburg-Essen sowie erfolgreiche Service Learning Projekte weiterer Hochschulen vorgestellt. Beim Fachvortrag von Prof. Dr. Anne Sliwka und bei der Podiumsdiskussion mit Theresia Bauer MdL, Ministerium für Wissenschaft, Forschungund Kunst Baden-Württemberg, wird über das Potenzial der Lehrmethode für Studierende und Hochschulen diskutiert: Wie stärkt Service Learning demokratisches Bewusstsein und gemeinwohlorientiertes Engagement von Studierenden?Wie trägt es zur Persönlichkeitsbildung bei? Wie lässt sich Service Learning im Kontext nachhaltiger Entwicklung in die Studiengänge implementieren? Und, wie können Hochschulen Service Learning für ihre Profilbildung nutzen?

Das Programm der Tagung und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Memorandum zur LehrerInnenbildung für nachhaltige Entwicklung veröffentlicht

Das Netzwerk LeNa – LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung hat ein Memorandum „LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung – von Modellprojekten und Initiativen zu neuen Strukturen“ veröffentlicht. Das Netzwerk arbeitet seit 2013 unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg) und hat sich zum Ziel gesetzt durch den Austausch von Erfahrungen und Konzepten, sowie durch die Beteiligung am bildungspolitischen Diskurs Bildung für eine nachhaltige Entwicklung strukturell in der LehrerInnenbildung zu verankern. Inzwischen gehören dem Netzwerk 24 Hochschulen/ Universitäten und vier Institutionen der LehrerInnenbildung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. In dem Memorandum werden Forderungen für eine Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung aufgestellt und konkrete Empfehlungen zur Umsetzung abgegeben. Das Memorandum bettet sich in den internationalen Diskurs um eine Weiterführung der Aktivitäten im Rahmen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. In dem kommenden Weltaktionsprogramm wird die Stärkung der „Educators“ eine von fünf strategischen Prioritäten sein.

Das Memorandum finden Sie hier.

Nachhaltigkeit im Service-Learning – Tagung des Hochschulnetzwerks „Bildung durch Verantwortung“ am 03./04.April in Kiel

Am 3./4. April 2014 findet an der Universität Kiel die Tagung „Nachhaltigkeit im Service Learning“ statt. Sie wird organisiert vom Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung – einem Verbund an Hochschulen, die das Lehr-Lernformat Service Learning und damit das zivilgesellschaftliche Engagement aller Hochschulangehörigen stärken wollen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem BMFSFJ-Projekt „Potentialförderung von Service Learning an Hochschulen“ statt. Außerdem wurde sie von der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als Einzelprojekt anerkannt. Als Keynote-Speaker konnte Prof. Steve Mannell von der University of Dalhousie in Canada, gewonnen werden, an dessen Hochschule das Thema Sustainability im Service Learning eine tragende Rolle spielt. Die Präsentation zahlreicher Praxisbeispiele wird genauso Raum finden wie die gemeinsame Kleingruppenarbeit an der Frage, wann und wie Service Learning nachhaltig ist.
Anmeldungen zur Tagung sind noch bis zum 24.03. möglich.

Das Programm zur Tagung können Sie hier herunterladen:
http://www.netzwerk-bdv.de/download/tagungsprogramm_kiel.pdf

Studie zu Service Learning an Hochschulen in Deutschland erschienen

Zunehmend mehr Hochschulen und gemeinnützige Organisationen entwickeln gemeinsame Lehr- und Forschungsprojekte nach der Methode des Service Learning. Während Service Learning als ein „Lernen durch Verantwortung“ seit einigen Jahren eine rasante Verbreitung in Schulen gefunden hat, arbeiten nun auch zunehmend mehr Hochschulen daran diese gesellschaftliche verantwortliche Lehre im eigenen Lehrveranstaltungsangebot zu verankern. Die Sozialforscher Holger Backhaus-Maul und Christiane Roth von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben nun eine erste empirische Untersuchung über die Entwicklung von Service Learning in Deutschland vorgelegt. „Service Learning an Hochschulen in Deutschland. Ein erster empirischer Beitrag zur Vermessung eines jungen Phänomens“. Das Ergebnis zeigt, dass bereits ca. 15 Prozent aller Hochschulen (56 Hochschulen) in Deutschland Service Learning anbieten, vorwiegend in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den Wirtschaftswissenschaften.
Die Studie kann hier bestellt werden.

Fortbildung zu Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung am 13.06. in Aachen

Die Initiative „We4Future und das Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung“ veranstalten am 13.06. den Auftakt zu einer MultiplikatorInnenfortbildung an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen „Bildung für nachhaltige Entwicklung im internationalen Kontext“. Die Fortbildung richtet sich explizit an Lehrende der Erziehungs- und Sozialwissenschaft, sowie Vertreter hochschulischer Fortbildungseinrichtungen.

Diese Fortbildung unterstützt einen Bildungsansatz, der den ökologischen, ökomischen und sozialen Herausforderungen des 21. gerecht wird. Das Konzept wurde unter Beteiligung internationaler und regionaler Fachkräfte im Bereich der BNE entwickelt und beinhaltet: Grundlagen des Konzeptes nachhaltiger Entwicklung, das Konzept der BNE, Lehrmethoden der BNE, internationale und lokale Praxisbeispiele sowie Module zur Entwicklung von BNE-Lehrveranstaltung.

Veranstaltungs-Eckdaten:

Donnerstag, den 13. Juni 2013, 15.00 – 18.00 Uhr

Präsentation am Institut für Politische Wissenschaft RWTH Aachen University Mies-van-der-Rohe-Straße 10, Raum B EG 1.04, 52074 Aachen
Den Flyer zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen: Programm_Flyer_BNE Konzeptpräsentation

Zukunftsstrategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 2015+ veröffentlicht

Das deutsche Nationalkomitee der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat einen Entwurf zur Zukunftsstrategie BNE 2015+ veröffentlicht und stellt ihn der interessierten Fachcommunity zur Diskussion. Bis zum 14.09. können Kommentare an die Verfasser aus der Zukunftskommission gesandt werden.

Der Bericht ist in die einzelnen Bildungsbereiche unterteilt. Für den Bereich der Hochschulen heißt es: „Durch das Memorandum „Hochschule und Nachhaltigkeit“, das die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Anfang 2010 gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedete (DUK/HRK 2010), haben die nachhaltigkeitsbezogenen Aktivitäten an Hochschulen Rückenwind bekommen. In dieser von der AG „Hochschule“ des Runden Tisches erarbeiteten Publikation werden Empfehlungen zur Orientierung universitärer Kernaufgaben wie Forschung und Wissenstransfer, Lehre und Studium an einer nachhaltigen Entwicklung gegeben. Im Juni 2012 hat die DUK ein weiteres Memorandum „Wissenschaft für Nachhaltigkeit. Der Durchbruch muss gelingen“ verabschiedet, in dem Wissenschaft und Forschung aufgefordert werden, stärker inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.“

In der Zukunftsstrategie werden einige allgemeine Tendenzen in den Hochschulen beschrieben, etwa die Regionalisierung in der Lehre im Kontext „praktischer Beispiele und des „Lernens vor Ort“, in Bezug auf die (angewandte) Forschung“ und die „Kooperation mit lokalen Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und Behörden“. Weiterhin werden Best-Practice für die Implementierung von BNE genannt, z.B. das Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg oder das zunehmend vernetzte Engagement der Studierenden.

Nicht zuletzt werden in der Zukunftsstrategie zentrale Ziele für eine qualitative und quantiative Weiterentwicklung der BNE in Hochschulen aufgezählt:

  • Ausbau der Nachhaltigkeitswissenschaften
  • Vermittlung von BNE-relevanten Kompetenzen in Lehre und Studium
  • Reformation der Lehrerbildung
  • Implementierung der Prinzipien der Nachhaltigkeit in allen betrieblichen Organisations- und Tätigkeitsbereichen
  • nationaler Nachhaltigkeits-Indikatorenbericht für den Hochschulbereich

Den Entwurf zur Zukunftsstrategie sowie die Fragebögen zur Kommentierung finden Sie hier.

Ein Aufruf an die Hochschulen zur Einbeziehung von Nachhaltigkeit in die Curricula

Die Principles for Responsible Management Education (PRME) und das UN Global Compact Office rufen im Zusammenhang mit der UN Konferenz für Nachhaltige Entwicklung (Rio+20) weltweit Führungskräfte akademischer Institutionen auf eine Deklaration zur Bekenntnis nachhaltiger Praxis in Wissenschafts-Institutionen zu unterzeichnen. Die Deklaration fordert von Hochschulen ein stärkeres Engagement in den folgenden fünf Bereichen:

  • Konzepte der Nachhaltigen Entwicklung lehren,
  • Forschung zu Themen Nachhaltiger Entwicklung ermutigen,
  • Nachhaltigkeitsmanagement auf den Campi anstoßen,
  • Nachhaltige Initiativen in der Kommune unterstützen und
  • internationale Rahmenabkommen teilen.

Die Initiative steht in Verbindung mit dem 3ten Global Forum for Responsible Management Education und dem Rio+20 Corporate Sustainability Forum sowie einer Partnerschaft von UN Organisationen, die mit universitären Netzwerken kooperieren. Die HEI Deklaration ist ein öffentliches Bekenntnis zu des Aktivitäten, zu denen sich Bildungsinstitutionen im Rahmen ihrer Teilnahme an den PRME und dem Global Compact bekannten.

Weitere Informationen über die Principles for Responsible Management Education (PRME) erhalten sie unter:

www.unprme.org/global-forum/index.php
www.unprme.org/the-6-principles/index.php

Fachhochschulen in Baden Württemberg für Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Anläßlich des Regierungswechsels in Baden Württemberg haben die 21 staatlichen Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg ihr Angebot, eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auszubauen, bekräftigt. Die Initiative ist als Netzwerk konzipiert, das an jeder Hochschule einen Knoten in Gestalt eines Senatsbeauftragten für Nachhaltige Entwicklung und mittlerweile ca. 180 Kolleginnen und Kollegen umfasst. Bei der Gründung des „HNE-Netzwerks“ am 28. Oktober 2005 in Ulm wurde das Referat für Technik- und Wissenschaftsethik (rtwe) als geschäftsführendes Institut und Prof. Dr. Michael Wörz als Sprecher des Netzwerks gewählt.

Das gesamte Projekt wurde erstmals im April 2006 und zuletzt im Februar 2010 von der UNESCO als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ ausgezeichnet. Unter http://www.rtwe.de/hne findet sich ein aktueller Stand der Initiative.

Call for applications für neue Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development (RCEs)

Die United Nations University hat den diesjährigen Call for Applications für Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development (RCEs) ausgesendet. Das 2005 im Rahmen der UN Dekade BNE initiierte RCE Netzwerk umfasst heute bereits 85 RCEs in Asien, N & S Amerika, Afrika, Europa und Australien. RCEs stellen auf lokaler/regionaler Ebene ein Netzwerk aus Hochschulen, formalen & non-formalen Bildungseinrichtungen, NGOs, GOs und Unternehmen dar. In diesem Netzwerk werden neue Nachhaltigkeitsinitiativen initiiert sowie werden international Forschungskooperationen zur gegenseitigen Unterstützung eingeleitet.
Im D-sprachigen Raum gibt es bereits in den folgenden Regionen RCEs:
Deutschland: München, Nürnberg, Hamburg, Vechta,
Österreich: Graz-Styria, Vienna
Niederlande: Rhine Meuse (Länderübergreifend B/NL/D)

Nähere Informationen zum Einreichverfahren finden sie unter: www.ias.unu.edu/efsd und auch ich stehe gerne für Fragen zur Verfügung.

Bei Interesse sollte dieses bereits bis zum 11. April an das Global RCE Service Centre (siehe Link) bekannt gegeben werden. Danach bekommt man vom Service Centre sowie auch von bereits bestehenden RCEs Unterstützung im Aufbau und der Entwicklung der Application.

Internationaler Kongress „Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten und verankern“

Der internationale Kongress von 4.-6. Juli in Laufen soll in erster Linie zeigen, welche Erfolge in der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) bereits zu verzeichnen sind und was wir von Anderen lernen können. Konzepte und Erfahrungen sollen diskutiert, nationale und regionale Besonderheiten sowie Best-Practice-Beispiele vorgestellt werden. Der Kongress ist hierfür der erste internationale Austausch über Erfahrungen und Perspektiven und bietet einen fokussierten Blick auf die systematische Verankerung von BNE in den deutschsprachigen Ländern. Vortragende und Beispiele werden aus allen drei deutschsprachigen Ländern präsentiert.
Hier finden sie weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung zu Tagung: Link zu Kongress

„Hochschule und Nachhaltigkeit – Eine kritische Bestandsaufnahme“ – zu einem Beitrag von Maik Adomßent auf dem Treffen der AG Hochschule am 03.03.11 in Essen

Mit Blick auf vielversprechende Bekenntnisse und Initiativen zu einer nachhaltigen Entwicklung (NE) in den vergangenen Jahren stellt berechtigterweise die Frage: Was hat sich getan im deutschen Hochschulwesen?

Maik Adomßent, Mitglied im Institut für Umweltkommunikation an der Leuphana-Universität in Lüneburg, unterzog den Komplex „Hochschule und Nachhaltigkeit“ kritisch einer Bilanz.
Ausgangspunkt stellte eine mittlerweile fünf Jahre alte Bestandsaufnahme dar. Für damals galt festzuhalten, dass sich nur sehr vereinzelt in der Bildungslandschaft innovative Beispiele in Forschung und Lehre finden ließen. Nach der Unesco-Weltkonferenz „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ vom Frühjahr 2009 und einer gemeinsamen Erklärung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ von der deutschen Unesco-Kommission und der Hochschulrektorenkonferenz bleibt zu fragen, wo diese Impulse Niederschlag im hiesigen Hochschulsystem gefunden haben.

Maik Adomßent stellte erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vor und leitete über in eine strategische Diskussion über, die sich Problemen und weiterem Vorgehen im Forcieren einer nachhaltigen Entwicklung (NE) im Hochschulsektor widmete.

Postulierte Leitbilder klingen zwar beim ersten Hören nach viel, aber gilt es Hochschulen hinsichtlich einer NE zu bewerten, sollte man den Blick auf das Wirken in der Praxis lenken. Die Fachhochschule Eberswalde stellt ein gutes Beispiel dar, wie Wort und Tat in Einklang gebracht werden können. Sie benannte sich zur „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“ um und übertrug dieses Prinzip auch konsequent auf das eigene Handeln. Tagungen in Berlin und Bremen im vergangenen Jahr zeugen davon, dass das Interesse an nachhaltiger Entwicklung im Hochschulsektor längst kein Nischendasein mehr führt. Auch Studierende werden verstärkt aktiv: so stellte ein Gruppe studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen auf der Berliner Tagung im Dezember einen Forderungskatalog vor. Die Bewerbung der Universität Hamburg bei der Exzellenzinitiative mit dem Zukunftskonzept einer „Nachhaltigen Universität“, die wiederaufgenommenen Aktivitäten der COPERNICUS-Alliance sowie die zunehmende Resonanz des Webblogs „Nachhaltige Wissenschaft“ zeugen von dem Schwung, der in den vergangenen Jahren in die Debatte gekommen ist.
Konstatieren lässt sich, dass die Entwicklungen im Bereich der Lehre durchaus mit vorsichtigem Optimismus zu beobachten sind. Nachdem die Lehre hier in kleinen Schritte vorangeht, verbleibt jedoch die Frage: Wo spiegelt sich dieser Trend in der Forschung wieder? Nur sehr vereinzelt finden sich hier Ansätze.
Die Leuphana Universität in Lüneburg gilt wohl als prominentestes Beispiel für hochschulische Forschung im Bereich der Nachhaltigkeit. Weitere Beispiele nachhaltiger Forschung finden sich eher im außeruniversitären Sektor, wie beispielsweise am Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies.

Als roter Faden durch diese Debatten zieht sich die Frage, welche Rolle der Politik beim Fördern einer NE im Hochschulbereich spielen kann und wie die Akteure selbst politisch Einfluss nehmen können. Forderungskataloge großer Verbände stellen ein effizientes Mittel dar, um der Lobby der Nachhaltigen Wissenschaft den Rücken zu stärken. Akzente zu setzen, ist jedoch auch über Forschungsanträge, die ein entsprechendes Thema forcieren, möglich.
Zwar mag auch der HRK politischer Einfluss attestiert werden, allerdings schien das Postulat „Hochschulen und Nachhaltigkeit“, in dem ein eindeutiges Bekenntnis zur Nachhaltigen Entwicklung zu erkennen war, im universitären Alltag kaum tiefgreifende Spuren zu hinterlassen; geschweige denn, dass es in der politischen Debatte Beachtung fand. Dies mag auch daran liegen, dass in Politik und Verwaltung oft ein eher abstraktes Bild von Qualität in der Forschung vorhanden ist. Was NE an Hochschulen in der Praxis zu bedeuten hat, ist für viele ein unbestimmter Begriff. Die Tatsache, dass Nachhaltigkeit nach wie vor als separate Zusatzqualifikation betrachtet wird, wirkt dem nicht entgegen. Der Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung könne nicht in verpflichtenden Zusatzvorlesungen für alle liegen, sondern müsse integraler Bestandteil eines jeden Studienganges werden. Forderungen nach einer jeweiligen Wissenschaftsethik stellen einen ersten Schritt dar. Auch in technischen Fächer ist eine selbstkritische Reflexion wichtiger denn je.

Das Aus in der Exzellenzinitiative kann für viele Universitäten auch Anstoß zur grundlegenden Neukonzeption darstellen. Universitäten, die aus dem Rennen sind, müssen ihre Rolle neu definieren. Eine Profilierung im Bereich der Nachhaltigkeit bietet eine gute Chance.

Abschließend lässt sich festhalten, dass für das Etablieren von NE nach wie vor eine Vielzahl der Akteure in der Pflicht ist. Es gilt, politisch Druck zu machen über Forderungskataloge. Auch die anstehenden Landtagswahlen sowie darauf folgenden Koalitionsverhandlungen stellen eine gute Bühne dar, um den Fuß in die Tür zu setzen. Hoffnung bleibt auch hinsichtlich kleiner und mittlerer Hochschulen, die ohne die Möglichkeit auf den Titel eine Eliteuni neue Profilierungsmöglichkeiten suchen.
Fakt ist, dass Qualifizierungsangebot im Bereich der Nachhaltigkeit nur eine vorübergehende Lösung sind. Ziel sollte es sein, Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit als unumgängliche, integrale Komponenten in jedem Studiengang zu verankern.

Treffen der AG Hochschule in Essen

Nach der leichten Ernüchterung, die sich im Zuge des Scheitern des Zukunftskonzeptes einer Nachhaltigen Universität als Zukunftskonzept im Rahmen der Vorauswahl der Exzellenzinitiative eingestellt hat, zeigten die Mitglieder der AG Hochschule, die als Arbeitsgruppe der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) fungiert, dass ihnen ein solcher Bremser nichts anhaben kann.

Vergangenen Donnerstag, 03.03.2011, setzten sich erneut die Vertreter aus Studierendenschaft, Lehrenden sowie außeruniversitärer Akteure zusammen, um das Voranschreiten von BNE im Hochschulbereich kritisch unter die Lupe zu nehmen, gute Beispiele und Herausforderungen in der Praxis zu diskutieren sowie die weitere Projektarbeit zu koordinieren.

Ulrich Schreiber, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Universität Duisburg-Essen, stellte das BENA-Nachhaltigkeitsprojekt der Uni Duisburg-Essen vor. BENA (BEstandsaufnahme NAchhaltigkeit) hat das Ziel, relevante Akteure sowohl universitätsintern, wie -extern zu identifizieren und durch eine bessere Vernetzung deren Aktivitäten zu fördern und insbesondere nach außen zu kommunizieren.

Bereits im universitären Gesamtkonzept etabliert hat sich die Idee einer „Nachhaltigen Hochschule“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Andreas Lob-Hüdepohl, Präsident der KU Eichstätt-Ingolstadt berichtete sowohl von der normativen Grundkonzeption als auch von der Konkretisierung eines solchen Vorhabens in der Praxis.

Maik Adomßent von der Universität Lüneburg hingegen erläuterte eher theoriebasiert, was Nachhaltigkeit an Hochschulen zu bedeuten hat. In einer kritischen Bestandsaufnahme zog er Bilanz über die Entwicklungen und Anstrengungen der vergangenen Jahre, zeigte Impulse der Vergangenheit sowie Perspektiven für die Zukunft auf.

Die angeschlossene Projektplanungsphase lässt erwarten, dass wir auch in Zukunft von der AG Hochschule hören werden. An dieser Stelle sei schon mal auf eine geplante Informationsbroschüre zum Thema der Nachhaltigen Hochschule sowie auf zwei im Laufe des Jahres anstehende Konferenzen verwiesen: zum einen geht es um die Stärkung studentischen Engagements in Zeiten verkürzter Studiendauer und enger Stundenpläne sowie um eine Tagung in Anlehnung an die Tagungen des vergangenen Jahres; diesmal unter dem Motto: Wir gehen in die Breite!

Besonderer Dank geht an das Team von BENA, die aus ihrem Gewinn aus dem DM-Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft“ das Treffen finanziell unterstützten.

BMBF-Ausschreibung „Förderung von Forschungspotenzialen im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“ – Ausschreibung mit Relevanz für den Hochschulbereich

In einer neuen Bekanntmachung schreibt das Bundesforschungsministerium (BMBF) Forschungsvorhaben im Bereich „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) aus. BNE soll damit stärker an die bestehende bildungswissenschaftliche Forschung herangeführt werden. Als Themenfelder sind dabei neben (1) Kompetenzmessung und -diagnostik und (2) Lehrerkompetenzen auch die Bereiche (3) Steuerung und Institutionalisierung sowie (4) Transfer von BNE angesprochen. Die beiden letzten Felder sind nicht auf den schulischen Bereich beschränkt. Es geht hier um die Institutionalisierung und Diffusion von BNE in allen Bereichen des Bildungssystems – also auch in Hochschulen.

Gefördert werden möglichst Projektverbünde aus unterschiedlichen Partnern, die theoriebasiert und empirisch gestützt vorgehen, möglichst interdisziplinär ausgerichtet sind und ein besonderes Augenmerk auf die Doktorandenförderung legen. Die Projekte können maximal 3 Jahre laufen und sollen ein Volumen von 65.000 Euro p.a. nicht überschreiten. Die Einreichungsfrist für die 15-seitigen Projektskizzen ist der 18.03.2011. Es ist auf möglichst viele und gute Skizzen mit einem Hochschulfokus zu hoffen!

Tagung „Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung“ in Berlin – kraftvoller Impuls für eine Nachhaltigkeits-Orientierung an Deutschen Hochschulen

Rund 100 Teilnehmer nahmen am 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus an der von der deutschen UNESCO-Komission (DUK) (AG Hochschule), dem Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Freien Universität Berlin getragenen Tagung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ teil. Diese Tagung war Nachfolge-Tagung einer Veranstaltung von Deutscher Unesco-Kommission und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 15. April 2010 in Bremen und erfreute sich noch größerer Resonanz als schon die Bremer Tagung.

Doch nicht nur die Zahl der Teilnehmer aus rund 40 unterschiedlichen Hochschulen war bemerkenswert, sondern die Kraft, mit der das Thema „Nachhaltigkeit“ aktuell aus unterschiedlichen Richtungen in die Hochschulen getragen wird: Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, machte in seinem Vortrag zum Exzellenzintiativen-Antrag der Universität Hamburg deutlich, wie eine Nachhaltigkeitsorientierung den Rahmen für ein umfassendes Zukunftskonzept einer Großuniversität in den Bereichen Wissenschaftsverständnis, Forschung, Lehre und Universitäts-Governance bilden kann.
Mandy Singer-Brodowski stellte in einem eindruckvollen Vortrag die Perspektiven und den Forderungskatalog von rund zehn an unterschiedlichen Hochschulen tätigen studentischen Initiativen vor. Dabei stellte sich eine hohe Parallelität der Forderungen mit den Bausteinen des Hamburger Zukunftskonzeptes heraus. Ein Zusammenfallen, das zeigt, dass eine Nachhaltigkeitsorientierung zu neuen Formen der Zusammenarbeit vieler Gruppen in Hochschulen führen kann.

In parallelen Workshops (zu den Themenfeldern Lehrerbildung, fachübergreifende Angebote zum Thema Nachhaltigkeit sowie E-Learning-Veranstaltungen für Nachhaltigkeit) zeigte sich, dass dieser Impuls inzwischen an vielen Hochschulen aufgenommen wurde. Ein aktuelles Beispiel ist die Katholische Universität Eichstätt, die –befördert durch die gemeinsame Erklärung von Deutscher Unesco-Kommission und HRK- inzwischen eine eigene Beauftragte für BNE in der Hochschule benannt und rechtzeitig zur Berliner Tagung ein Leitbild „Nachhaltige Katholische Universität Eichstätt“ verabschiedet hatte (vgl. den Titel-Bericht im Universitätsmagazin „Agora“ der Universität).

Am Ende der Veranstaltungen bestand Einigkeit darüber, dass über solche Tagungen hinaus Wege zu einer weitergehenden Institutionalisierung der Nachhaltigkeitsimpulse an deutschen Hochschulen gefunden werden müssen. Dabei wurden Forderungen laut, eine Verpflichtung zu Nachhaltigkeit zu einem festen Element in allen Landes-Hochschulgesetzen zu machen – eine Perspektive von der einzelne Länder wie das Land Hessen, das Nachhaltigkeitselemente fest in den Katalog der Zielvereinbarungsbausteine mit seinen Hochschulen übernommen hat, gar nicht so weit entfernt sind.

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Prof. Dr. Dieter Lenzen; Prof. Dr. Uwe Schneidewind; Mandy Singer-Brodoski, Prof. Dr. Georg Müller-Christ im Podiumsgespräch zu den Perspektiven von Hochschulen für Nachhaltigkeit am 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus.

Drei studentische Nachhaltigkeits-Initiativen als Modellprojekte der Dekade einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet

Auf der Berliner Tagung „Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung“ wurden gleich drei studentische Initiativen als Modellprojekte der Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Dies sind:
O die AG Nachhaltigkeit Erfurt e.V. an der Universität Erfurt (www.stufu-nachhaltigkeit.de)
O die Studierendeninitiative „Greening the University“ e.V. an der Universität Tübingen (www.greening-the-university.de)
O der Arbeitskreis Ökologie – Studierendenvertretung der Julius-Maximiliam Universität Würzburg (http://www.stuv.uni-wuerzburg.de/arbeitskreise/ak_oekologie/)

Einen herzlichen Glückwunsch zu dieser Anerkennung der erfolgreichen Arbeit!

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Nachfolgetagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ am Fr, dem 3.12.2010 in Berlin

Die Nachfolgeveranstaltung zu der am 15. April in Bremen von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) durchgeführten Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ wird am Fr, dem 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus stattfinden. Die Tagung wird diesmal auch vom Nachhaltigkeitsrat unterstützt, in dem seit kurzem Walter Hirche wirkt, der Vorsitzende der Deutschen Unesco-Kommission. Die Koordination der Veranstaltung liegt bei der Arbeitsgruppe Hochschule und Nachhaltigkeit der Deutschen Unesco-Kommission unter Leitung von Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Konrektor Lehre an der Universität Bremen.

Die Tagung am 3.12.2010 hat zwei Schwerpunkte:

1. Mit führenden Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wird über die Frage diskutiert, in welchem Verhältnis eine Lehre und Forschung für Nachhaltige Entwicklung zur Ausdifferenzierung im deutschen Wissenschaftssystem steht. Vor dem Hintergrund der zweiten Runde der Exzellenzinitiative existieren hier aktuell interessante Dynamiken.

2. In parallelen Workshops werden „Good-Practice“-Beispiele einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung in den Feldern „Lehrerbildung“, „Fachübergreifende Veranstaltungen“, „E-Learning“ präsentiert und Möglichkeiten der Übertragung auf andere Hochschulen erörtert.

Das endgültige Programm wird ca. Ende September zur Verfügung stehen. Weitere Informationen sind erhältlich über Prof. Dr. Georg Müller-Christ oder Dipl. Oek. Nadine Dembski.

Tagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ vom 15.04.2010 in Bremen jetzt auch als Video-Mitschnitt dokumentiert

Die Tagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ am 15.4.2010 an der Universität Bremen wurde in einem 30-minütigen Zusammenschnitt wichtiger Beiträge auch per Video dokumentiert. Der Mitschnitt vermittelt gute Eindrücke der Tagung. Das System der „mobile lecture“, mit dem die Aufnahmen passierten, wird an der Universität Bremen breit in der Lehre eingesetzt.

Ergebnisse und Follow-Up aus der Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ mit HRK und DUK in Bremen am 15.04.2010

Anläßlich der am 1. März 2010 von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) dem Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedeten gemeinsamen Erklärung zur „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ fand am 15.04.2010 eine begleitende Tagung an der Universität Bremen statt. Sie bildet den Auftakt für einen weiteren Prozeß der AG „Hochschule und Nachhaltigkeit“. Auf der Abschlussrunde der Tagung des 15.04.2010 wurden dazu unterschiedliche zukünftige Maßnahmen (s.u.) diskutiert und in einem ersten Arbeitstreffen am 30.04.2010 konkretisiert. Der Prozeß wird von Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Konrektor an der Universität Bremen, koordiniert. Interessierte können sich an Frau Frau Nadine Dembski (nadem@uni-bremen.de) wenden.

Ergebnisse der Abschlussrunde der Tagung
„Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“
am 15.4.2010 an der Universität Bremen

In der Abschlussrunde haben die Teilnehmer/innen der Tagung die folgenden
Vorschläge für die weitere Zusammenarbeit gemacht:
1. Auf einer weiteren Veranstaltung sollten mehr Hochschulen ihre guten
Beispiele darstellen und zur Diskussion stellen können, wie sie Nachhaltigkeit
in Forschung, Lehre und Transfer umgesetzt haben.
2. Die HRK wird gebeten, den Prozess aktiv weiter zu unterstützen
und den Dialog mit den Hochschulen zu initiieren.
3. Die Rektoren der Hochschulen sollen über die Ergebnisse und die weiteren
Prozessschritte informiert werden.
4. Neben der konkreten Umsetzung vieler Maßnahmen soll auch weiter an
der strategischen Einbindung des Themas in Hochschulen gearbeitet
werden: Wie lässt sich das Thema mit der Idee einer modernen Hochschule
verknüpfen?
5. Wie in Österreich könnte in Deutschland ein Wettbewerb initiiert werden,
um Best-Practices sichtbar zu machen und zu würdigen (Preis ausloben)
6. Eine inhaltliche Diskussion über die Verknüpfung der Diskussionen über
eine soziale und demokratische Hochschule mit der Einbindung von
Nachhaltigkeit könnte geführt werden.
7. Studierende sollten aktiv in den Prozess einbezogen werden, um die
Nachfrage nach nachhaltigkeitsbezogenen Inhalten zu fördern und als
Argument für ein größeres Angebot einsetzen zu können.
8. Die Entwicklung einer Hochschule in Richtung Nachhaltigkeit sollte über
Kennziffern sichtbar gemacht werden können.
9. Kooperationsangebote der Wirtschaft für Forschung und Lehre sollen
aktiv genutzt werden.

Von der Tagung ist ein Videomitschnitt verfügbar.

Greening the University – Nachhaltige Entwicklung der Universität Tübingen

Greening the University ist nicht nur programmatisches Ziel, sondern auch der Name einer Studierendeninitative an der Universität Tübingen, die mit einer „bottom-up“-Strategie daran arbeitet, die Universität zu einem Ort in nachhaltiger Entwicklung zu machen. Sie soll dabei sowohl als Lebens- und Arbeitsraum wie auch als Ort für Lehren, Lernen und Forschen wahrgenommen werden. Zum einen initiierte und begleitet die Initiative das universitäre Umweltmanagement und die Validierung nach EMAS. Zum anderen organisieren die Aktiven das „Studium Oecologicum“, ein Seminar- und Vorlesungsangebot für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Für ihr Engagement wurde die Initiative als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet und informierte über ihr Vorgehen mit Vorträgen und Diskussionen bei Initiativen an anderen Hochschulen. Im Folgenden berichten die Studierenden über ihre Erfahrungen:

Greening the University – der Start
Gegründet im Herbst 2007 auf Initiative des damaligen AStA-Umweltreferenten widmeten wir uns zunächst der inhaltlichen Arbeit, die schließlich im Juni 2008 in ein Symposium „Perspektiven für eine nachhaltige Hochschule“ an der Universität Tübingen [1] mündete, die – allein organisiert von der Studierendeninitiative – den weiteren Nachhaltigkeitsprozess anstieß.
Auf dem Symposium wurden zwei Themenfelder definiert, die in dieser Form bis jetzt unser Engagement und damit auch das der Universität prägen: Zum einen wurden umweltgerechtes Handeln und Umweltmanagementsysteme thematisiert, zum anderen Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthema des universitären Lehrens und Lernens diskutiert.

Nach inhaltlichen Inputvorträgen wurden in verschiedenen Workshops die Leitideen für das zukünftige Vorgehen in Tübingen entwickelt. Als ReferentInnen waren ExpertInnen von der HIS (Hochschul-Informations-System GmbH) sowie von Hochschulen in Bremen, Lüneburg, Dresden und Nürtingen anwesend. Gezielt wurde darauf geachtet, neben Studierenden und DozentInnen auch die universitäre Verwaltung und Interessierte aus der Region einzubinden – dieser partizipative Charakter bildete einen Grundstein des späteren Engagements. Zusätzlich trugen PolitikerInnen, angefangen beim Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer über die Landesumweltministerin Tanja Gönner bis hin zum ehemaligem Direktor des UNEP und Bundesumweltminister a.D., Prof. Dr. Klaus Töpfer, mit Vorträgen zu dem Symposium und vor allem zur Öffnung für ein breites (auch außeruniversitäres) Publikum bei. Die Inhalte und Ergebnisse des Symposiums wurden als Buch veröffentlicht [2], das für uns inhaltlich zur Grundlage unseres Engagements wurde.

EMAS-validiertes Umweltmanagementsystem
Im Verlauf des Symposiums verkündete der Rektor der Universität, Prof. Dr. Engler, den Beschluss zur Einführung eines EMAS-validierten Umweltmanagementsystems [3]. In Folge des Symposiums wurde die Stelle einer Umweltkoordinatorin geschaffen, die als zentrale Ansprechpartnerin für das universitäre Umweltmanagementsystem fungiert. Die notwendige Umweltbilanzierung der Universität wurde erstmalig seit Jahren wieder durchgeführt; die Umweltleitlinien [4] in Zusammenarbeit zwischen Rektorat und Studierendeninitiative entworfen.
Im Juli 2009 startete der EMAS-Validierungsprozess offiziell, der in der Anlaufphase auch vom Landesumweltministerium finanziell unterstützt wird [5]. Inzwischen ist die Phase der ersten internen Umweltbegutachtung im Rahmen der EMAS-Validierung abgeschlossen. Nach der externen Begutachtung steht aus unserer Sicht dem EMAS-Prozess mit seinem Zyklus aus Umweltprüfung, Setzung von Zielen, konkretem Umweltmanagement, dem öffentlichen Umweltbericht und externer Begutachtung nichts mehr im Wege. Die Studierendeninitiative versteht sich hier als Teil dieses dauerhaften und kontinuierlichen Prozesses, der zum einen darauf achtet, die Ziele innerhalb des EMAS-Prozesses ambitioniert zu gestalten, und zum zweiten dazu beiträgt, die Bekanntheit und Akzeptanz des Umweltmanagements an der Universität Tübingen zu verstärken.

Studium Oecologicum – Veranstaltungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
Aus den Diskussionen auf dem Symposium heraus setzten wir uns ein weiteres langfristiges Ziel: Die Perspektive der nachhaltigen Entwicklung soll in alle (modularisierten) Studiengänge integriert werden. In einer kurzfristigeren Planung wurden für uns zwei zentrale Überlegungen leitend: Zum einen musste das Veranstaltungsangebot als Querschnittsthema Studierenden aller Fachrichtungen offen stehen und möglichst auch für das kurrikulare Studium verwendbar sein, zum anderen sollten auch freiere und diskursivere Lehr- und Lernformen Eingang finden und somit ein Beispiel für Bildung für Nachhaltige Entwicklung darstellen.
Als Anknüpfungspunkt an der Universität Tübingen bot sich vor diesem Hintergrund das Programm des „Studium Professionale“ [6] an, in dessen Rahmen Studierende aller Fachrichtungen Schlüsselqualifikationskurse absolvieren. Mit finanzieller Unterstützung des „Studium Professionale“ organisierten wir im Sommersemester 2009 vier Seminare inklusive einer Zukunftswerkstatt. Im Wintersemester 2009/10 wurde dieses Seminarangebot auf 9 Kurse ausgebaut [7]. In beiden Semestern wurden die Kurse sehr gut von den Studierenden angenommen; aufgrund überbuchter Kurse mussten sogar BewerberInnen abgewiesen werden.
Die Kursinhalte decken sowohl konzeptionelle Inhalte der nachhaltigen Entwicklung (z.B. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“) und ihre dialogische Wechselwirkung mit Fachdisziplinen (z.B. „Literatur(wissenschaft) und Ökologie“) ab als auch kontextbezogene Anwendungsbereiche wie „Betriebliches Umweltmanagement von der Theorie in die Praxis“ oder „Klimawandel – die Prognosen verstehen“. Zentrales Element aller Kurse ist die Vermittlung von Orientierungswissen und Gestaltungskompetenz; das „Studium Oecologicum“ versteht sich dabei als Beitrag zu einer umfassenden Bildung, die die Studierenden zu eigenverantwortlichem und bewusstem Handeln in Unsicherheit und Komplexität befähigen will.
Als Ergänzung dieses Seminarprogramms organisieren wir im aktuellen Wintersemester 2009/10 die Ringvorlesung „Wissenschaften im Spiegel der Nachhaltigkeit – Nachhaltigkeit im Spiegel der Wissenschaften“ im Rahmen des „Studium Generale“ [8] an der Universität Tübingen. Die Vorlesungsreihe geht der Frage nach, wie nachhaltige Entwicklung einerseits als Leitbild in verschiedenen Wissenschaften fungiert, andererseits aber auch mit fachdisziplinären Perspektiven weiterentwickelt wird. Das Spektrum der vertretenen Disziplinen wurde dabei bewusst weit gewählt, neben den Disziplinen der Ethik, Ökologie und Ökonomie kommen unter anderen auch Vertreter der Literatur-, Politik- und Rechtswissenschaft zu Wort [9]. Mit der Reihe wollen wir zeigen, dass die Perspektive der nachhaltigen Entwicklung als echtes Querschnittsthema an der Universität verankert werden kann – die Dokumentation dieser Reihe wird im Laufe des Jahres 2010 in Buchform erscheinen.

Das weitere Engagement der Studierendeninitiative in diesem Bereich richtet sich vor allem auf die Verstetigung und Institutionalisierung dieses Kursprogramms. Unser spezielles Augenmerk gilt dabei der Qualitätssicherung und Verstärkung des Veranstaltungsangebots, die nur Hand in Hand den Ansprüchen eines starken Nachhaltigkeitsgedankens genügen können. Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung muss in den Fachbereichen verankert werden, das übergreifende Veranstaltungsangebot auch konzeptionell weiterentwickelt werden. Darüber hinaus sind einzelne und einmalige Veranstaltungen und Workshops zu Themen rund um nachhaltige Entwicklung in Planung, die das regelmäßige Programm ergänzen sollen.

Studentisches Engagement an Universitäten – konkrete Erfahrungen
Das Engagement von Studierenden steht vor einem grundsätzlichen Dilemma: Einerseits geht es darum, Dinge grundsätzlich anders zu denken und zu gestalten, andererseits ist Umsetzung immer auch an vorhandene Strukturen gekoppelt, die mitgedacht werden müssen.
Einerseits lässt sich mit ideellen Forderungen, deren Umsetzung nicht mitgedacht wird, wenig bewegen. Andererseits kann es nicht Aufgabe einer Studierendeninitiative sein, der Universität dauerhaft organisatorische Aufgaben abzunehmen – allein die Mitgliederfluktuation durch kürzere Studienzeiten und Auslandsaufenthalte sowie die mangelnde finanzielle Grundausstattung machen ein solches Unterfangen unmöglich.
Unser Engagement zwischen den beiden Polen der Fundamentalkritik und des Einverleibtseins richtete sich deshalb bisher konkret an drei Begriffen aus: Kritische Begleitung, Innovation und Institutionalisierung. Wir verstehen uns als Motor der universitären Umgestaltung im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung, kommentieren dabei sachlich vorhandene Bemühungen und zeigen mit Pilotprojekten Möglichkeiten auf. Dabei behalten wir jedoch stets die langfristige Einbindung unserer Projekte in vorhandene universitäre Strukturen im Blick, auch wenn damit unser eigener Gestaltungsspielraum eingeschränkt wird.
Die Kooperation und der Dialog mit Studierenden, DozentInnen und der Hochschulleitung sind dabei ebenso wichtig wie die Interaktion mit politischen Akteuren aus Kommunal-, Umwelt- und Bildungspolitik sowie der Presse. Studentisches Engagement steht hier aber immer vor dem Problem und der Chance, dass erst Kontaktpersonen gefunden und Vertrauen geschaffen werden muss, dass die Flexibilität und Basisdemokratie einer Studierendeninitiative auf gefestigte Strukturen in Verwaltung und Gesellschaft trifft. Unsere Ergebnisse sind unsere einzige Visitenkarte, auch wenn unsere Vision und die unzählbaren Stunden rein ehrenamtlicher Arbeit darin kaum sichtbar werden. Nachhaltige Entwicklung mit ihrer partizipativen und diskursiven Struktur nicht nur als Zielvorgabe zu begreifen, sondern auch in dem eigenen Vorgehen zu etablieren, zeigt sich vor diesem Hintergrund als notwendiges und gleichzeitig sehr anspruchsvolles Ziel.
Der Weg unserer Studierendeninitiative ist nur gangbar, weil sich viele Engagierte finden, die über Disziplinengrenzen und Weltvorstellungen hinweg mitgehen. Doch der Weg ist steinig – und diese Tatsache zeigt, wie weit es noch ist hin zu einer partizipativen, inter- und transdisziplinären, sozial- und umweltgerechten Universität – einer Universität in nachhaltiger Entwicklung.

Informationsquellen:
[1] Kurzbericht über das Symposium „Greening the University“: http://www.greening-the-university.de/index.php/symposium-2008
[2] Studierendeninitiative Greening the University e.V., 2009: „Greening the University – Perspektiven für eine nachhaltige Hochschule“, oekom, München, ISBN: 3865811329
[3] Informationsseite des Umweltgutachterausschusses des BMU: http://www.emas.de
[4] Umweltleitlinien der Universität Tübingen (veröffentlicht in den Amtlichen Bekanntmachungen Nr. 8/2009 vom 10.08.2009): http://www.uni-tuebingen.de/uploads/media/UmweltleitlinienUniversit%C3%A4tT%C3%BCbingen.pdf
[5] Pressemitteilung der Universität Tübingen zur Einführung des Umweltmanagementsystems nach EMAS (15.07.2009): http://www.uni-tuebingen.de/uploads/media/09-07-15EMAS_Umweltmanagement.pdf
[6] Webseite des Studium Professionales in Tübingen: http://www.uni-tuebingen.de/einrichtungen/zentrale-einrichtungen/akademisches-beratungszentrum-abz/career-service/studium-professionale-kurse.html
[7] Zusammenfassungsseite des Seminarprogramms „Studium Oecologicum“: http://www.greening-the-university.de/index.php/studium-oecologicum
[8] Übersichtsseite zu dem Ringvorlesungsangebot Studium Generale an der Universität Tübingen: http://www.uni-tuebingen.de/aktuell/studium-generale.html
[9] Zusammenfassungsseite der Ringvorlesungsreihe „Wissenschaften im Spiegel der Nachhaltigkeit – Nachhaltigkeit im Spiegel der Wissenschaften“: http://www.greening-the-university.de/index.php/studium-generale

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Nachhaltige Lehre! oder wie lassen sich die berechtigten Bologna-Anliegen der Studierenden nachhaltig ins Jahr 2010 tragen?

Die aktuellen Studierendenproteste wenden sich gegen die vielfältigen Auswüchse des Bologna-Systems: gegen Verschulung, gegen die Stofffülle, gegen überbordende Prüfungsbelastungen, gegen fehlende Freiräume für selbstbestimmtes Lernen und studentisches Engagement.

Grundsätzlich geben Hochschulleitungen und Hochschulpolitik den Protestierenden Recht und ein baldiger „Bologna-Gipfel“ soll Abhilfe schaffen. Doch angesichts der aktuell zu beobachtenden gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Hochschulpolitik („Die richtige Umsetzung der Studienreformen obliegt der Autonomie der Hochschulen“) und Hochschulleitungen („Ohne ausreichende Finanzierung der Hochschulen durch die Landesregierungen ist eine vernünftige Umsetzung nicht möglich“) ist die Gefahr groß, dass die nötigen Änderungen nur halbherzig angepackt werden.

Was ist den Studierenden zu empfehlen, damit ihre Proteste auch nach der Weihnachtspause weiter mit Elan vorgetragen werden? Was sich anbietet, ist die Fokussierung auf einige Kernfelder, die dann als Katalysator für die Veränderung des Gesamtsystems wirken können.

Fünf solcher Felder seien im folgenden kurz skizziert werden – sie bieten sich auch für die idealtypische Umsetzung einer Nachhaltigen Hochschule an:
1. Fokus: Transdisziplinäre Lehre einfordern – zur Wiederbelebung des Projektstudiums
2. Fokus: General Studies und Professionalisierungsbereiche nutzen
3. Fokus: Freiräume für studentisches Engagement erkämpfen
4. Fokus: Neue Studiengänge
5. Fokus: Über Web 2.0 die Hochschule demokratisieren und das Lehrangebot verbreitern

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Fokus: Transdisziplinäre Lehre einfordern – zur Wiederbelebung des Projektstudiums

Transdisziplinäres Forschen und Lehren heißt „sozial robustes Wissen“ zu schaffen – über Fachgrenzen hinweg und unter Einbezug der Wissensbestände nicht-wissenschaftlicher Akteure. Ausgangspunkt dafür sind konkrete gesellschaftliche Fragestellungen:

Wie lässt sich mehr Demokratie in unserer Hochschule umsetzen? Wie kann der Energieverbrauch in der Uni erheblich gesenkt werden? Das sind Fragen, die sich in jeder Hochschule bearbeiten lassen – fachübergreifend und besonders wichtig: unter Einbezug von Studierenden auf gleicher Augenhöhe, deren Wissen z.B. über eigene Verhaltensmuster und das von Kommilitonen oder über innovative Nutzungsformen des Web 2.0 wichtige Bausteine für eine solche Lehre liefern können. Transdisziplinäres Lernen bringt den Hochschulen das durch die Bachelor- und Masterstrukturen fast völlig verschwundene Projektstudium zurück – heute nochmals sehr viel stärker methodologisch und konzeptionell abgesichert.

Empfehlung: Fordern Sie im Rahmen der Reformierung der Bachelor- und Masterstudiengänge an ihrer Hochschule mindestens ein transdisziplinäres Projektmodul ein, in dem Lehrende und Studierende auf gleicher Augenhöhe Wissensgenerierung im Modus 2 betreiben und gleichzeitig dazu beitragen, konkrete Probleme und gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen.

Links: Projekt „Sparkling Science“ des österreichischen Wissenschaftsministeriums.

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Fokus: General Studies und Professionalisierungsbereiche nutzen

Alle Bachelor- und Masterstudiengänge weisen einen Bereich auf, der hervorragende Möglichkeiten für neue Formen des Lehrens und Lernen eröffnet, aber von den Hochschulen bisher kaum wirklich dafür genutzt wird: die sogenannte General Studies oder Professionalisierungsbereiche. In Deutschland wurde kein Bachelor- oder Masterstudiengang akkreditiert, der nicht einen solchen Bereich der fachübergreifenden Vermittlung von „Schlüsselqualifikationen“ enthält. In den meisten Studiengängen umfasst er bis zu 30 Kreditpunkten und damit ein ganzes Studiensemester. In den meisten Hochschulen wird dieser Bereich stiefmütterlich behandelt, ist ein Sammelsurium von losen Kursangeboten, oft zerrieben in den Konflikten zwischen den Fachkulturen, die diesem Studienbereiche sehr unterschiedliche Bereiche zumessen.

Dabei ist dieser Bereich geradezu prädestiniert, um hochschulübergreifend neue Formen des Lernen zu erproben: Hier lassen sich neue Formen des Lernen und Lernens erproben, hier kann man mit als erstes von zu kleinteiligen Modulen und überfrachteten Prüfungslasten befreien. Gut ausgestaltet können diese Bereiche ein Aushängeschild für jede Hochschule werden.

Empfehlung: Machen Sie die General Studies-/Professionalisierungsbereiche zur zentralen Baustellen und zum Erprobungsort für neue Lehr- und Lernformen. Setzen Sie sich für das Erlernen der Schlüsselqualifikationen ein, auf die es aus studentischer Sicht wirklich ankommt. Hier können Sie fach-übergreifend neue Lern- und Prüfungsformen durchsetzen, ohne sich im Dickicht der vielen Studiengänge zu verlieren. Und zudem tragen Sie damit sogar noch zur Profilbildung Ihrer Hochschule bei und haben daher die Hochschulleitungen auf Ihrer Seite.

Links: Kapitel „Professionaliserungsbereiche/General Studies“ im Buch „Nachhaltige Wissenschaft“

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Fokus: Neue Studiengänge

Die Reform schon bestehender Bachelor-/Master-Studiengänge ist eine Herausforderung, die richtige Gestaltung neuer Studiengänge die andere. In den meisten Hochschulen sind aktuell viele zusätzliche Studiengänge in Planung – sowohl in der grundständigen Lehre als auch im Weiterbildungsbereich. Hier gilt es von vorneherein, die Fehler zu vermeiden, die zu den aktuellen Studierendenprotesten geführt haben.

Empfehlung: Jeder neue Studiengang muss von Studienkommission und Fach-/Fakultätsrat genehmigt werden. Bringen Sie sich als studentische Vertreter in die Planung der Studiengänge ein. Weisen Sie früh auf Fehlentwicklungen hin und animieren Sie die Studiengangsplaner zu Mut bei Lehr- und Prüfungsformen. Neue Studiengänge und zukünftige Studierendengenerationen sollten von Ihren Erfahrungen profitieren.

Links: Kapitel „Neue Studiengänge“ im Buch „Nachhaltige Wissenschaft“

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Fokus: Über Web 2.0 die Hochschule demokratisieren und das Lehrangebot verbreitern

Etwas weiteres haben die Studierendenproteste gezeigt: die Möglichkeit und die Kraft der neuen Medien. Nur durch die virtuose Nutzung von Weblogs, Wikis, Twitter oder auf YouTube eingestellten Videos konnten die studentischen Aktionen auch kurzfristig organisiert, ein hoher Mobilisierungsgrad gehalten und die Motivation auch über unterschiedliche Studienstandorte hinweg erhalten werden.

Trotz der Potenziale der neuen Medien finden diese bisher kaum wirklich breit Eingang in den Hochschulalltag. Die jetzige Studierendengeneration ist den aktiv Lehrenden hier im Wissen um die Möglichkeiten weit voraus. Dieses Potenzial sollte für die Gestaltung guter Lehre stärker genutzt werden. Mitschnitte guter Lehrveranstaltungen von anderen Standorten, um das Lernen zu erleichtern und Zeichen für „Best Practices“ zu setzen, Weblogs zum Lehr- und Informationsaustausch über Studienstandort hinweg, Hinweise auf hilfreiche Lern- und Prüfungstipps – all das ist mit den Instrumenten des Web 2.0 besser zu organisieren.

Die neuen Medien können auch ein Weg zur mehr Demokratie innerhalb der Hochschule sein: Mitschnitte von Fakultätsrats- und Senatssitzungen machen Hochschulpolitik und Ihre Akteure präsenter und lebendiger, die Diskussion sensibler Tagesordnungspunkte auf Weblogs eröffnet Chancen für eine breite Beteiligung und hilft bei wichtigen Entscheidungen zur Teilnahme an öffentlichen Sitzungen zu mobilisieren.

Empfehlung: Nutzen Sie die Kompetenz Ihrer Generation im Umgang mit den neuen Medien, um Hochschullehre besser und lebendiger zu machen und die Hochschulpolitik ein Stück offener und demokratischer.

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Positionen der Parteien zu BNE

Das bne-portal, die offizielle deutsche BNE-Institution im Web, hat CDU/CSU, SPD, FDP, die Grünen und die Linke um ihre Positionen für eine „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) gebeten. Insbesondere ging es um den Stellenwert der „UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in den Wahlprogrammen der im Bundestag vertretenen Parteien. Die Antworten bleiben etwas abstrakt. Es wird deutlich, dass noch einiges an Vermittlungsarbeit geleistet werden muss, um die Bedeutung von BNE für das deutsche Bildungssystem griffig zu transportieren. Insbesondere der Hochschulbereich kommt kaum vor. Aber erfreulich ist, dass sich alle Parteien klar zu BNE bekennen.

Die Positionen finden sich unter: http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/03__Aktuelles/12__Bundestagswahl/Bundestagswahl_202009.htm