Fokus: General Studies und Professionalisierungsbereiche nutzen

Alle Bachelor- und Masterstudiengänge weisen einen Bereich auf, der hervorragende Möglichkeiten für neue Formen des Lehrens und Lernen eröffnet, aber von den Hochschulen bisher kaum wirklich dafür genutzt wird: die sogenannte General Studies oder Professionalisierungsbereiche. In Deutschland wurde kein Bachelor- oder Masterstudiengang akkreditiert, der nicht einen solchen Bereich der fachübergreifenden Vermittlung von „Schlüsselqualifikationen“ enthält. In den meisten Studiengängen umfasst er bis zu 30 Kreditpunkten und damit ein ganzes Studiensemester. In den meisten Hochschulen wird dieser Bereich stiefmütterlich behandelt, ist ein Sammelsurium von losen Kursangeboten, oft zerrieben in den Konflikten zwischen den Fachkulturen, die diesem Studienbereiche sehr unterschiedliche Bereiche zumessen.

Dabei ist dieser Bereich geradezu prädestiniert, um hochschulübergreifend neue Formen des Lernen zu erproben: Hier lassen sich neue Formen des Lernen und Lernens erproben, hier kann man mit als erstes von zu kleinteiligen Modulen und überfrachteten Prüfungslasten befreien. Gut ausgestaltet können diese Bereiche ein Aushängeschild für jede Hochschule werden.

Empfehlung: Machen Sie die General Studies-/Professionalisierungsbereiche zur zentralen Baustellen und zum Erprobungsort für neue Lehr- und Lernformen. Setzen Sie sich für das Erlernen der Schlüsselqualifikationen ein, auf die es aus studentischer Sicht wirklich ankommt. Hier können Sie fach-übergreifend neue Lern- und Prüfungsformen durchsetzen, ohne sich im Dickicht der vielen Studiengänge zu verlieren. Und zudem tragen Sie damit sogar noch zur Profilbildung Ihrer Hochschule bei und haben daher die Hochschulleitungen auf Ihrer Seite.

Links: Kapitel „Professionaliserungsbereiche/General Studies“ im Buch „Nachhaltige Wissenschaft“

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Fokus: Neue Studiengänge

Die Reform schon bestehender Bachelor-/Master-Studiengänge ist eine Herausforderung, die richtige Gestaltung neuer Studiengänge die andere. In den meisten Hochschulen sind aktuell viele zusätzliche Studiengänge in Planung – sowohl in der grundständigen Lehre als auch im Weiterbildungsbereich. Hier gilt es von vorneherein, die Fehler zu vermeiden, die zu den aktuellen Studierendenprotesten geführt haben.

Empfehlung: Jeder neue Studiengang muss von Studienkommission und Fach-/Fakultätsrat genehmigt werden. Bringen Sie sich als studentische Vertreter in die Planung der Studiengänge ein. Weisen Sie früh auf Fehlentwicklungen hin und animieren Sie die Studiengangsplaner zu Mut bei Lehr- und Prüfungsformen. Neue Studiengänge und zukünftige Studierendengenerationen sollten von Ihren Erfahrungen profitieren.

Links: Kapitel „Neue Studiengänge“ im Buch „Nachhaltige Wissenschaft“

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Fokus: Über Web 2.0 die Hochschule demokratisieren und das Lehrangebot verbreitern

Etwas weiteres haben die Studierendenproteste gezeigt: die Möglichkeit und die Kraft der neuen Medien. Nur durch die virtuose Nutzung von Weblogs, Wikis, Twitter oder auf YouTube eingestellten Videos konnten die studentischen Aktionen auch kurzfristig organisiert, ein hoher Mobilisierungsgrad gehalten und die Motivation auch über unterschiedliche Studienstandorte hinweg erhalten werden.

Trotz der Potenziale der neuen Medien finden diese bisher kaum wirklich breit Eingang in den Hochschulalltag. Die jetzige Studierendengeneration ist den aktiv Lehrenden hier im Wissen um die Möglichkeiten weit voraus. Dieses Potenzial sollte für die Gestaltung guter Lehre stärker genutzt werden. Mitschnitte guter Lehrveranstaltungen von anderen Standorten, um das Lernen zu erleichtern und Zeichen für „Best Practices“ zu setzen, Weblogs zum Lehr- und Informationsaustausch über Studienstandort hinweg, Hinweise auf hilfreiche Lern- und Prüfungstipps – all das ist mit den Instrumenten des Web 2.0 besser zu organisieren.

Die neuen Medien können auch ein Weg zur mehr Demokratie innerhalb der Hochschule sein: Mitschnitte von Fakultätsrats- und Senatssitzungen machen Hochschulpolitik und Ihre Akteure präsenter und lebendiger, die Diskussion sensibler Tagesordnungspunkte auf Weblogs eröffnet Chancen für eine breite Beteiligung und hilft bei wichtigen Entscheidungen zur Teilnahme an öffentlichen Sitzungen zu mobilisieren.

Empfehlung: Nutzen Sie die Kompetenz Ihrer Generation im Umgang mit den neuen Medien, um Hochschullehre besser und lebendiger zu machen und die Hochschulpolitik ein Stück offener und demokratischer.

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Positionen der Parteien zu BNE

Das bne-portal, die offizielle deutsche BNE-Institution im Web, hat CDU/CSU, SPD, FDP, die Grünen und die Linke um ihre Positionen für eine „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) gebeten. Insbesondere ging es um den Stellenwert der „UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in den Wahlprogrammen der im Bundestag vertretenen Parteien. Die Antworten bleiben etwas abstrakt. Es wird deutlich, dass noch einiges an Vermittlungsarbeit geleistet werden muss, um die Bedeutung von BNE für das deutsche Bildungssystem griffig zu transportieren. Insbesondere der Hochschulbereich kommt kaum vor. Aber erfreulich ist, dass sich alle Parteien klar zu BNE bekennen.

Die Positionen finden sich unter: http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/03__Aktuelles/12__Bundestagswahl/Bundestagswahl_202009.htm