International Transdisciplinary Conference 2017 vom 11.-15.09. an der Leuphana Universität Lüneburg

Vom 11.-15. September 2017 findet an der Leuphana Universität Lüneburg die International Transdisciplinarity Conference 2017, organisiert von der Leuphana und dem TD-Net der Schweizer Akademie der Wissenschaften, statt. Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz sind Aspekte von Interkulturalität im Themenkomplex transdisziplinärer Bildung und Forschung.

Durch die Konferenz soll die internationale Community transdisziplinärer Bildung und Forschung gestärkt werden, indem deren Fortschritte in theoretischer, empirischer und transformativer Hinsicht sichtbar gemacht und im Sinne einer Kultur der Interkulturalität auch auf der Konferenz selber verschiedene Regionen, Institutionen, Kulturen und Gemeinschaften zusammengebracht werden.
Im Themenschwerpunkt soll Transdisziplinarität in seiner (inter)kulturellen Dimension betrachtet werden, um das Potenzial von Transdisziplinarität im Umgang mit Heterogenität und sozialen, epistemologischen, als auch regionalen Unterschieden zu beleuchten.

Beiträge in den Kategorien Theorien, Methoden und Case-Studies, als auch didaktische Konzepte können noch bis Freitag, den 10. März in Form von Abstracts eingereicht werden. Den ausführlichen Call können Sie hier herunterladen. Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier.

Ausstellung des Reallabors Asyl

Das „Reallabor Asyl„, Teil der Zweiten Förderlinie der Reallabore Baden-Württembergs, präsentiert sich noch bis zum 28.02. im Rathaus Wiesloch in einer Poster-Ausstellung mit praxisorientierten Lösungsvorschlägen zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt der Kommunen der Rhein-Neckar-Region.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Reallaborprojektes gemeinsam von Wissenschaftlern der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) entwickelt und bietet der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit sich über die aktuelle Forschung, regionale Konzepte und Integrationsmaßnahmen zu informieren. Einige Poster finden Sie hier auch online.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wird erprobt, welche Faktoren die wirtschaftliche und soziale Integration von Flüchtlingen in den Bereichen Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und Wohnen fördern, mit dem Ziel Best-Practice-Beispiele herauszuarbeiten. Neben der wissenschaftlichen Arbeit ist auch der Austausch mit Praktizierenden und der Fachöffentlichkeit integraler Projektbestandteil.

Die Posterausstellung stellt die einzelnen Teilprojekte des Reallabors vor. Sie beschäftigen sich mit aktuellen Fragestellung wie der Kopplung von Sprach- und Kompetenzerwerb in der beruflichen Bildung, der Entwicklung von Beschäftigungsfähigkeit von Flüchtlingen nach ihrer Ankunft in Hinsicht auf Unterstützungsangebote, Faktoren der Unterbringung für eine echte Integration in die Stadtquartiere oder politische Ansätze für die kommunale Politik.

Weitere Einlicke in die Arbeit des Reallabors liefert die Studie „Integrating Refugees in the Rhine-Neckar-Region: Initial Evidence from an Inclusive Soccer Project„, welche im Dezember veröffentlicht wurde. Die Studie können Sie hier herunterladen.

 

Lesetipp: Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“

Im Dezember ist das Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“ der Zeitschrift Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis des KIT erschienen, welches neben konzeptionellen Beiträgen auch erste Ergebnisse aus vier Reallaboren der Förderlinien Baden-Württembergs vorstellt.

Im Schwerpunkt wird durch zwei einführende Beiträge mit konzeptionellen Überlegungen zum Forschungsformat und einer Diskussion der Schlüsselbegriffe des Forschungsmodus der Kontext für die Vorstellung der 4 Reallabor Case-Studys gegeben, wodurch wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reallaborprojekte deutlich werden.

In den vier Case-Studies stellen dann die Reallabore „Wissensdialog Schwarzwald„, „Urban Office – Nachhaltige Stadtenwicklung in der Wissensgesellschaft„, „Quartier Zukunft – Reallabor 113“ und „Energielabor Tübingen – Gemeinsam zur Energiewende“ ihre jeweiligen Forschungsdesigns und erste gewonnene Erkenntnisse aus der partizipativen Zusammenarbeit in den Reallaboren vor Ort vor.

Abschließend stellt das Begleitforschungsteam ForReal konzeptuelle, praxisorientierte und reflexive Thesen zur Diskussion, welche sich auf die Bedeutung zielorientierter Methodennutzung und das Thematisieren von Lernprozessen als Kerncharakteristiken von Reallaboren stützen.

Das Heft (Open-Access) kann hier heruntergeladen werden.

Workshop „Reallabore als transformative Methode in der Nachhaltigkeitsbildung“ vom 24.-25.01.17 in Wuppertal

Vom 24.-25. Januar 2017 veranstalten das Wuppertal Institut und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen gemeinamen Workshop zum Thema „Reallabore als transformative Methode in der Nachhaltigkeitsbildung“ in Wuppertal.

Der Workshop richtet sich an FachexpertInnen aus Wissenschaft und Praxis und soll den Austausch zwischen Reallabor-Forschung und dem Bereich der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) fördern. So sollen gemeinsam Ideen entwickelt werden, wie sich im Zusammenspiel didaktische Erkenntnisse aus dem Bereich der BNE mit den Praxiserfahrungen der Reallabor-Forschung verknüpfen lassen.

Als Referentinnen und Referenten werden u.a. Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Instituts), Dr. Heinrich Bottermann (Generalsekretär der DBU), Prof. Dr. Ilka Parchmann (Vizepräsidentin der Uni Kiel) sowie Dr. Mandy Singer-Brodowski (Institut Futur Berlin) dabei sein.

Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Es wird um Anmeldung bis zum 17.01.2017 bei karoline.augenstein@wupperinst.org gebeten.

DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung

Im Rahmen eines Expertenworkshops am 14. Juni 2016 in Berlin zum Thema „Transformation Research – Goals, Contents, Methods“, organisiert vom Dutch Research Institute for Transition (DRIFT) und Ecologic, haben 25 führende Forscherinnen und Forscher über Ansätze, Ziele, Inhalte und Ergebnisse transformativer Forschung diskutiert. Ein besonderer Fokus lag auf geeigneten Methoden und Praktiken aus den Sozialwissenschaften, welche die Erforschung von Prozessen und der Dynamik von Transformationen aus verschiedenen Perspektiven ermöglichen.

Zum Workshop wurde nun von Julia Wittmayer und Katharina Hölscher ein abschließender Bericht veröffentlicht. Dieser fasst die Hauptargumente aus den Debatten zusammen und formuliert Fragestellungen für zukünftige Forschungsarbeiten zur Analyse und Unterstützung von Nachhaltigkeitstransformationen. Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Transformationsforschung hat sich in den letzten Jahren schnell als Forschungsperspektive entwickelt, um gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Dabei verbindet sie verschiedene Forschungsfelder und Ansätze, kombiniert theoretische Konzepte und Rahmenbedingungen und bedient sich unter anderem transdisziplinärer
Daraus ist eine intensive Debatte über die Legitimität, die gesellschaftlichen und institutionellen Auswirkungen sowie den Bedarf für entfacht.
Bislang fehlen jedoch weitgehend konzeptionelle Arbeiten zur empirischen und theoretischen Untersetzung von Transformationsforschung, ihren Methoden und inhaltlichen Schwerpunkten.

Der Workshop hat sich nun diesen Problemen zugewandt. Dabei wurden fünf wesentliche Diskussionspunkte in Bezug auf zukunftsweisende Forschungsfragen identifiziert, um Transformationsforschung weiterzuentwickeln „DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung“ weiterlesen

Neuer Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ der Zempelin Stiftung

Die Zempelin Stiftung hat dem Wuppertal Institut Mittel zur jährlichen Vergabe eines Forschungspreises für transformative Wissenschaft gestiftet.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums, welches am 8. September in Wuppertal im Rahmen eines Festaktes unter dem Motto „Making Utopia Possible“ gefeiert wurde, hat der Stifterverband dem Institut den Forschungspreis für „Transformative Wissenschaft“ für die nächsten fünf Jahre übergeben.

Jährlich soll das Institut im Rahmen eines Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens eine Preisträgerin oder einen Preisträger ermitteln, welche/r den mit 25.000€ dotierten Preis erhält. Dazu hat die Stiftung dem Wuppertal Institut insgesamt 250.000€ zur Verfügung gestellt, um die Ehrung im Rahmen eines Symposiums vorzunehmen, welches aktuelle Fragen zu transformativer Forschung adressiert.

Inhaltlich zielt der Forschungspreis auf „alle Formen von Wissenschaft, die Impulse auslösen, die den gesellschaftlichen Fortschritt befördern.“ Vorgeschlagen werden können NachwuchswissenschaftlerInnen, zivilgesellschaftliche Institutionen oder Wissenschaftseinrichtungen, die sich den großen gesellschaftlichen Herausforderungen annehmen und zu einer nachhaltigen Transformation unserer Gesellschaft und Umwelt beitragen, sowie solche, die sich der Nachwuchsförderung in dem Feld verdient machen.

Die offizielle Mitteilung vom Stifterverband finden Sie hier.

Interkolloquium: Zwischenbilanz der ersten Förderlinie der Reallabore Baden-Württembergs

Am 29. April 2016 fand an der Hochschule für Technik Stuttgart ein Interkolloquium statt, in dessen Rahmen die Reallabore der ersten Förderlinie des Landes Baden-Württembergs aus ihrem ersten Förderjahr berichtet und in themenspezifischen Workshops konkrete Herausforderungen mit internationalen ExpertInnen diskutiert haben.

Im Rahmen des Interkolloquiums wurden erste Ergebnisse und Erfahrungen aus den Projekten im Beisein von Ministerin Theresia Bauer präsentiert und mit internationalen Expertinnen und Experten wie u.a. Dr. Andrew Karvonen (University of Manchester) und Uwe Schneidewind (Wuppertal Insitut, per Videochat) diskutiert.

In sechs Workshops wurden dann spezifische Themen vertieft:

Ein erster Workshop beschäftigte sich mit einem wissenschaftlich fundierten „Versuchsaufbau“ von Reallaboren im Zusammenhang mit der Stakeholder-Einbindung hinsichtlich des Bewirkens von Veränderungen während ein zweiter Workshop die transformative Wirkung von Reallaboren hinsichtlich des Potenzials zivilgesellschaftlicher Initiativen und deren Rolle in „Models of Change“ behandelte. Der dritte Workshop untersuchte die „Integration von Wissen in transdisziplinären Prozessen“ – also wie und wo welche Arten von Wissen in der Interaktion der unterschiedlichen Akteure entstehen während der vierte Workshop Konflikte im Umgang mit Stakeholdern behandelt hat: Von notwendigen Konflikten und Widersprüchen partizipativer Forschung bis hin zu ethischen Fragestellungen. Der fünfte Workshop hingegen beschäftigte sich mit eher wissenschaftstheoretischen Fragestellungen, insbesondere dem Erkenntnisgewinn in Hinblick auf Lernprozesse und ihre forschungspraktische Relevanz, ebenso wie die Übertragbarkeit aus dem ‚Labor‘-Kontext heraus. Im sechsten Workshop ging es dann ganz um den Lernbegriff innerhalb der transformativen Nachhaltigkeitsforschung – welche Umgebungsgestaltung unterstützt welche Arten von Kompetenzerwerb?

In einer abschließenden Paneldiskussion wurden dann Potenziale und Grenzen der Reallaborforschung mit den eingeladenen ExpertInnen zusammengetragen. Insgesamt ging es sowohl um die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen, (wissenschaftliche) Qualitätssicherung in der Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und Institutionen auch hinsichtlich der Professionalität und Routinisierung. Ebenso einen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien der Reallabore. Dabei wurde auch das große Engagement der Beteiligten in dem noch wenig etablierten Forschungsformat deutlich.

Zum Schluss gab Dr. Felix Wagner vom Baden-Württembergischen Ministerium noch einen kurzen Ausblick auf den weiteren Schritte der Begleitforschung und Evaluation der Reallabore Baden-Württembergs.

Hier finden Sie das Programm sowie die Workshopbeschreibungen.
Einen Kurzbericht von Dr. Michael Kalf für die HfT finden Sie hier.

Lesetipp: Transdisziplinär forschen – zwischen Ideal und gelebter Praxis. Hotspots, Geschichten, Wirkungen.

Defila, Rico, Di Giulio Antonietta (Hrsg.) (2016): Transdisziplinär forschen – zwischen Ideal und gelebter Praxis. Hotspots, Geschichten, Wirkungen. Frankfurt a.M., New York: Campus Verlag, 344 Seiten.

Die gelebte Praxis transdisziplinärer Forschung steht im Mittelpunkt der Analysen und Reflexionen dieser Teilsynthese aus dem BMBF-Themenschwerpunkt „Vom Wissen zum Handeln – Neue Wege zum nachhaltigen Konsum“. Den Erfahrungshintergrund bilden Projekte, in denen die Kooperation zwischen den Partnern aus Forschung und Praxis aus Sicht aller Beteiligten erfolgreich verlief. Dabei zeigt sich, dass es unterschiedliche Wege zum Erfolg gibt, die nicht alle ‚lehrbuchkonform‘ sind und sein müssen. Das Buch ermuntert dazu, transdisziplinäre Prozesse pragmatisch-kreativ anzugehen, ohne dabei den Qualitätsanspruch an transdisziplinäre Forschung aufzugeben. Es richtet sich an Forschende, die transdisziplinär forschen, aber auch an Fördergeber, die transdisziplinäre Projekte fördern, und schließlich an Forschende, die über transdisziplinäre Projekte forschen. Zur Veröffentlichung.

Die Einführung steht auch als kostenfreier Download zu Verfügung: Defila_Di Giulio_2016_Wie_es_begann

(Quelle: SÖF-Konsum-BF)

Neuer BMBF-Förderschwerpunkt „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ zielt auf umsetzungsorientierte Lösungen im Umgang mit der Ressource Land

Land wird weltweit zusehends knapper. In Deutschland erhöhen der Umbau der Energieversorgung, wachsende Wohn- und Gewerbegebiete sowie zunehmender Verkehr die Nachfrage nach Flächen. Auch der Klimawandel erfordert eine tiefgreifende Anpassung in Stadt und Land. Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert – nachhaltige Lösungen werden benötigt.  Der nachhaltigere Umgang mit Land ist ein Themenbereich, der im Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA) durch das Deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Da die Nachfrage nach und die Ansprüche an Land weltweit steigen und daher zunehmend Nutzungskonflikte auftreten, ist das Ziel einer nachhaltigen Landnutzung, laut Hauptgutachten des WBGU aus dem Jahr 2011, eines der zentralen Handlungsfelder für eine zukünftige Gesellschaftstransformation.

Um dem politischen Ziel einer nachhaltigen Landnutzung stärker Rechnung zu tragen, werden bereits seit 2009 vom BMBF Forschungsvorhaben zum Thema gefördert. Bei der Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wurden sowohl in internationalen wie in nationalen Projekten an Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen den Themenfeldern Klimawandel, Landmanagement und Ökosystemdienstleistungen – als auch an innovativen und umsetzungsorientierten Systemlösungen geforscht. Alle Forschungsvorhaben verfolgten dezidiert transdisziplinäre Forschungsansätze. Die Fördermaßnahme befindet sich gegenwärtig in der finalen Phase des Projektzyklus. Ausführliche Ergebnissynthesen nebst Transferveranstaltungen sind für das Jahr 2016 geplant.

Das BMBF setzt in der anwendungsbezogenen Nachhaltigkeitsforschung nun weitere Akzente. Seit dem letzten Jahr werden mit der Initiierung des Förderschwerpunktes „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ bis zum Jahr 2019 neun Wissenschafts-Praxis-Teams gefördert, die sich zu transdisziplinär forschenden „Innovationsgruppen“ zusammengetan haben. Mit dem neuen Förderinstrument der Innovationsgruppe verfolgt das BMBF eine noch stärkere Akzentuierung auf umsetzungsorientierte Lösungen für konkrete, gesellschaftsrelevante Probleme des Landmanagements. Dazu zählen u.a. der regionale Umgang mit der Energiewende, Fragen der integrierten Stadt-Land-Kooperation, Erhalt der Biodiversität sowie der Kulturlandschaft. Ähnlich wie beim „Reallabor-Ansatz“ sollen exemplarische Vorhaben in Modellregionen Deutschlands initiiert und mit lokalen und regionalen Stakeholdern erarbeitet und umgesetzt werden. Innovationen werden auf diesem Wege nicht nur theoretisch angedacht, sondern angestoßen, begleitet und implementiert.

Um dies zu ermöglichen, finden in dem neuen Förderschwerpunkt verschiedene Spezifika von Innovationsprozessen Berücksichtigung: So wird besonderes Gewicht auf ein strategisches Vorgehen beim prozesshaften Erarbeiten eines Innovationskonzeptes gelegt. Außerdem werden die oft unterschätzten prozessbezogenen Lerneffekte innerhalb der Forschungsverbünde durch spezifische Maßnahmen des capacity building gestärkt. Im Mittelpunkt der Forschung stehen nun nicht mehr ausschließlich technologische Innovationen – soziale Innovationen sollen stattdessen stärker in den Vordergrund rücken.

Wie bei der Vorgängermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wird den Innovationsgruppen ein wissenschaftliches Begleitvorhaben an die Seite gestellt, das den Forschungsprozess begleitet und aus zwei Partnerinstitutionen besteht. Während das Berliner inter 3-Institut für Ressourcenmanagement langjährige Erfahrungen aus der Innovationsforschung und dem Innovationsmanagement in das Begleitvorhaben einbringt, ergänzt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), das bereits die Vorgängermaßnahme wissenschaftlich begleitet hat, die Kompetenzen in den Bereichen Landmanagement und Governance.

Nähere Informationen zu den Innovationsgruppen finden Sie hier. Kontakt: innovationsgruppen(at)zalf.de

Zweite Förderlinie der Reallabore Baden-Württemberg gestartet

Nach erfolgter Ausschreibung der zweiten Förderlinie für „Forschung für Nachhaltigkeit“ hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg nun sieben weitere Reallaborprojekte ausgewählt, die neben den bestehenden sieben Reallaborprojekten für drei Jahre mit weiteren 8 Millionen Euro gefördert werden.

Die Projekte mit Bezug zum Thema „Städte als Zukunftslabore der modernen Gesellschaft“ sollen dabei das Zusammenspiel von Wissenschaft, Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft stärken. Sie decken dabei thematisch verschiedene Felder einer zukünftigen Stadtentwicklung ab, die sich vor dem Hintergrund der großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen: Von Einwanderung und demographischem Wandel, über klimaverträgliches Wohnen hin zu nachhaltiger Mobilität und den Herausforderungen digitaler Lösungen.

Die Projekte wurden dabei aus 27 Anträgen auf Grundlage der Begutachtung durch eine unabhängige Expertenkommission ausgewählt. Hier ein Überblick über die sieben geförderten Reallaborprojekte:

  • Reallabor BUGA:log in Heilbronn
    Im Reallaborprojekt BUGA:log der Hochschule Heilbronn sollen selbstfahrende Transportfahrzeuge für die Nahversorgung im Stadtraum eingesetzt werden, sodass das Verkehrsaufkommen insgesamt reduziert wird. Dazu sollen erstmals Fahrzeuge im Rahmen der Anlieferung und Entsorgung für die Bundesgartenschau 2019 im öffentlichen Bereich getestet werden. Besucher der Bundesgartenschau können dann mit einer eigens entwickelten App den Transportern kleine Aufträge erteilen – dabei sollen gemeinsam Vorbehalte und Herausforderungen für den bürgernahen Einsatz von autonomen Fahrzeugen aufgespürt werden.
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  • Reallabor Schorndorf – Zukunftsweisender Öffentlicher Verkehr
    In Schorndorf (nähe Stuttgart) soll ein bedarfsorientiertes, digital gestütztes Konzept für den dortigen öffentlichen Nahverkehr entwickelt werden, das ohne feste Haltestellen auskommt und damit den Nahverkehr ganz an die individuellen Ansprüche der Nutzenden anpasst. Mittels einer App entwickelt das Projektkonsortium um das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum eine flexible Mobilitätslösung für die Nebenverkehrszeiten, welche durch intelligente Nutzung von Kleinbussen zudem noch Ressourcen einsparen soll.
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  • Reallabor „Go Karlsruhe!“
    In Karlsruhe soll mit digitalen Methoden untersucht werden, wie eine Stadt fußgängerfreundlicher gestaltet werden kann. Präferenzen von Fußgängerinnen und Fußgängern sollen gemeinsam mit Forschenden der Hochschule Karlsruhe der Stadtverwaltung und weiteren Verbänden erforscht werden, um im Anschluss Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs in Experimenten auszuprobieren. Dabei setzt das Projekt auf Interaktion über digitale Medien. Und zwar dort, wo sich die Zielgruppe bewegt: An Ampeln und Verkehrsschildern sowie über die Smartphones der Fußgängerinnen und Fußgänger. Nebenbei werden so auch unterschiedliche (digitale) Beteiligungsformen erprobt.
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  • Energielabor Tübingen
    Im Energielabor-Projekt Tübingen erforscht die Universität Tübingen in einem breit aufgestellten Konsortium zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern, wie im Stadtraum Photovoltaik, Solar- und Geothermie, Kleinwindkraft und Biomasse so ergänzt werden können, dass 50 Prozent der Versorgung durch regenerative Energiequellen erfolgt. Auch das Bewusstsein und der persönliche Beitrag der Bürgerinnen und Bürger soll aufgezeigt werden um dem Abbau von Vorbehalten gegenüber regenerativen Energiequellen zu dienen.
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  • Reallabor Stadt:quartiere 4.0 in Stuttgart und Herrenberg
    Im geographisch auf zwei Kommunen angelegten Reallabor der Universität Stuttgart sollen digitale Verfahren und Simulationen erprobt werden, um Bürgerinnen und Bürger in die jeweilige Stadtentwicklung einzubeziehen. Das Projekt dient der Auswahl, Erprobung und Evaluation geeigneter (digitaler) Methoden für die unterschiedlichen Planungphasen. Stadtquartiere sollen auf diese Weise zu „Reallaboren des Wandels“ werden und ein zu entwickelnder Planungsleitfaden die Erkenntnisse für andere Kommunen nutzbar machen.
    Information der Uni Stuttgart
  • Reallabor „STADT-RAUM-BILDUNG“ in Heidelberg
    Im Reallabor der SRH Hochschule Heidelberg untersuchen drei Hochschulen gemeinsam mit Praxispartnern, wie durch Um- und Ausbauten von Schulen Bildungslandschaften geschaffen werden können, die individualisierte und kooperative Lernformen ermöglichen. Auch soll untersucht werden, wie Schulen selber zu Impulsgebern für die Stadtgesellschaft werden können. Im Rahmen des Reallabors soll die Neustrukturierung lokaler Bildungslandschaften zur nachhaltigen Gestaltung der Wissensstadt wissenschaftlich, fachlich und praktisch unterstützt werden. Ein Handbuch zur Schulbau-Typologie soll die Erkenntnisse zu Projektende festhalten und übertragbar machen.
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  • Reallabor „Asylsuchende in der Rhein-Neckar-Region“
    Die Pädagogische Hochschule Heidelberg untersucht gemeinsam mit zahlreichen Praxisakteuren, welche Faktoren die wirtschaftliche und soziale Integration von Flüchtlingen in den Bereichen Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und Wohnen fördern. Darüber hinaus werden Integrationsmaßnahmen der beteiligten Kommunen verglichen, um Best-Practice-Beispiele herauszuarbeiten. Nach den zahlreichen Veränderungen der rechtlichen, strukturellen und sozialen Rahmenbedingungen der Flüchtlingszuwanderung in den letzten Jahren gilt es hier nachhaltige Lösungen innerhalb der veränderten Bedingungen aufzuzeigen.
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Die Ausschreibung vom Juni 2015 kann hier eingesehen werden. Die Pressemitteilung des Ministeriums vom 07.10.15 finden Sie hier.