Leere öffentliche Kassen warum ist eine transformative Wissenschaft eine Antwort auf die veränderten Bedingungen im Hochschulsystem?

Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die angespannte Haushaltslage in Bund und Ländern setzen das Wissenschaftssystem unter einen erheblichen Druck, da es eines der wenigen expandieren Sektoren darstellt. In der Studie Transformatives Wissenschaft wird diskutiert, warum die Orientierung der Wissenschaft an den gesellschaftlichen Schlüsselherausforderungen darauf Antwort geben kann.

„Die steigenden Defizite in den öffentlichen Haushalten werden vielmehr das Wissenschaftssystem unter einen noch stärkeren Legitimationsdruck für das hier verwendete öffentliche Geld setzen. Die strategische Ausrichtung des Wissenschaftssystems an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen und eine breitere zivilgesellschaftliche Beteiligung bietet hier eine Antwort. Sie nutzt Umschichtungen im Wissenschaftssystem und institutionelle Weiterentwicklungen, um den ge- sellschaftlichen Wert von Wissenschaft deutlicher sichtbar werden zu lassen.“(S. 385)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dieser Diskussion um eine Transformative Wissenschaft in Zeiten leerer Kassen findet sich im Buch auf den Seiten 55-60.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.

Warum muss Wissenschaftspolitik wieder zu einem politischen Feld werden?

Wissenschaftspolitik ist ein weniger attraktives Feld für PolitikerInnen. Sie wird nur in Ausnahmefällen medial diskutiert und bietet u.a. aufgrund der Verabschiedung von Globalhaushalten wenig Gestaltungsspielräume. In der Studie Transformative Wissenschaft wird analysiert, wie Wissenschaftspolitik wieder zu einem politischen Feld werden kann und welche zentrale Rolle darin zivilgesellschaftliche Akteure einnehmen.

„Nur wenn sich auch diejenigen Gruppen in der Gesellschaft, die von den Entwicklungen des Wissenschaftssystems aktiv betroffen sind, öffentlich zu Wort melden, kann Wissenschaftspolitik auch wieder zu einem politisch verhandelten Thema werden. Erst dann wird das Thema öffentlich und medial wieder relevant, entstehen neue Transparenz- und Legitimationszwänge für Wissenschaftspolitik, Ministerien, Fördergeber und die Wissenschaft selber. Wissenschaftspolitik wird damit zu einem weiteren politischen Feld, in dem die neuen und höheren Partizipationsanforderungen moderner Politik einzulösen sind.“ (S. 307)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit das Zusammenspiel von Wissenschaftspolitik und ziviligesellschaftlichen Akteuren findet sich im Buch auf den Seiten 306-311.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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Exzellenzinitiative und Nachhaltigkeit

Die Exzellenzinitiative hat das deutsche Wissenschaftssystem in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt. Eine transdisziplinär organisierte Nachhaltigkeitswissenschaft fand darin bisher nur marginal Beachtung, u.a. weil die Auswahlkriterien der Exzellenzinitiative sehr disziplinär angelegt waren. In der letzten Runde der Exzellenzinitiative gab es dagegen Anknüpfungspunkte für eine Verbindung disziplinärer und transdisziplinärer Forschung, wie es die Studie Transformative Wissenschaft zeigt.

„Ein Blick auf diese ausgewählten Graduiertenschulen und Exzellenzcluster zeigt, dass gerade Umwelt- und Nachhaltigkeitsperspektiven aus sehr unterschiedlichen disziplinären Perspektiven angesprochen werden. Es gibt einzelne explizit umweltwissenschaftliche Cluster, in anderen sind entsprechende Fragen und Teilaspekte relevant. Doch alle ausgewählten Cluster und Graduiertenschulen verharren letztlich in einer disziplinären und eng interdisziplinären Logik. (…) Wenn es gelingt, diese Cluster transdisziplinär weiterzuentwickeln, wird deutlich werden, wie hervorragend disziplinäre und interdisziplinäre Exzellenz mit dem Anspruch einer auf Transformation zielenden transdisziplinären Wissenschaftspraxis in Einklang stehen. Die Elitestandorte sind die idealen Orte, diese Komplementarität zu entwickeln.“ (S. 188f.)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Kontroverse um Nachhaltigkeit in der Exzellenzinitiative findet sich im Buch auf den Seiten 183-194.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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Wissenschaft in der Effizienzfalle?

Wachsende gesellschaftliche Anforderungen an die Hochschuen (steigende Zahlen der StudienanfängerInnen, Exzellenzorientierung in der Forschung, Umstellung der Studiengänge im Zuge der Bologna-Reform) auf der einen Seite und abnehmende Ressourcen auf der anderen Seite führen Hochschulen in eine „Effizienzfalle“. In der Studie Transformative Wissenschaft wird beschrieben, warum diese Effizienzfalle momentan zu einem „Lernen erster Ordnung“ führt und welche Potentiale in einer umfassenden inhaltlichen und institutionellen Neuaufstellung des Wissenschaftssystem stecken.

„Managerisierung“ im Sinne der vielen neu entwickelten Managementinstrumente und „Ökonomisierung“ im Sinne eines immer stärkeren Achtens auf Input-Out- put-Verhältnisse im Hochschulbereich sind die zwangsläufigen Versuche der Hochschulen, mit der Effizienzlücke umzugehen.“ (S. 84). (Es) „bedarf (…)  jedoch einer grundlegenden Neuausrichtung der Ziele des Wissenschaftssystems: Modus 2-Forschung und die Idee einer Humboldt 2.0-Orientierung stehen für eine Wissenschaft, die sich gesellschaftlichen Veränderungsherausforderungen in neuer Form stellt.“ (S. 77)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Kontroverse um eine Wissenschaft in der Effizienzfalle findet sich im Buch auf den Seiten 81-86.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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Hochschulen in der Autonomiefalle?

Hochschulen haben heute eine größere Autonomie denn je, nutzen sie jedoch noch zu wenig um an gesellschaftlichen Schlüsselfragen zu arbeiten und damit ihre eigene gesellschaftliche Relevanz deutlich zu machen. Dadurch katapultieren sie sich selbst in eine Autonomiefalle.

„Die mit der Gewährung von stärkerer Hochschulautonomie entwickelten neuen Steuerungsinstrumente (Ziel- und Leistungsvereinbarungen, Indikator-gesteuerte Mittelzuweisungen, Schaffung von Hochschulräten, Programm-orientierte Hochschulsteuerung)“ (S. 58) gingen „in aller Regel mit einer Schwächung der Selbstverwaltungsgremien zugunsten gestärkter Präsidien und Hochschulräte einher und damit der Gefahr der Schwächung individueller Wissenschafts- und Lehrfreiheit.“ (S. 54)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Kontroverse um Hochschulautonomie findet sich im Buch auf den Seiten 53-60.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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