Reformvorschlag 21: Kompetenzzentren für Lehre im Bereich General Studies und Service-Learning

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Kompetenzzentren für Lehre im Bereich General Studies und Service-Learning

Die Etablierung von Kompetenzzentren für Lehrende in den General Studies und Service-Learning Bereichen kann die didaktische Beratung und Weiterbildung von Lehrenden befördern – eine notwendige Voraussetzung für eine engagierte Lehre an den Hochschulen und eine Möglichkeit zur Integration des Themas Nachhaltigkeit. Mit dem Zentrum UNI AKTIV der Universität Duisburg-Essen ist dies bereits in hervorragender Weise konzipiert und umgesetzt. Innerhalb dieses Zentrums werden Kooperationen zwischen DozentInnen und Partnern außerhalb der Universität angebahnt, DozentInnen hinsichtlich der besonderen Anforderungen einer projektorientierten Lehre geschult und beraten sowie Studierende für ein Engagement für Vereine, Einrichtungen und Unternehmen ihrer Region gesucht. Nach einer dreijährigen Anschubfinanzierung der Stiftung Mercator wurde das Zentrum von der Hochschulleitung übernommen. Als übergreifendes Netzwerk für Service-Learning an deutschen Hochschulen wurde darüber hinaus das Netzwerk „Bildung durch Verantwortung“ ins Leben gerufen. Entsprechende Beispiele gilt es deutschlandweit voranzutreiben.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“ .

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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Reformvorschlag 20: Virtuelle BNE Academy für Nachhaltigkeitslehre in den General- Studies-Bereichen der deutschen Universitäten

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Virtuelle BNE Academy für Nachhaltigkeitslehre in den General- Studies-Bereichen der deutschen Universitäten

Um die Möglichkeiten der General-Studies-Bereiche der Bachelor- und Master-Studiengänge konsequent und auf hohem Qualitätsniveau für eine nachhaltigkeits-orientierte Lehre zu nutzen, bietet sich die enge Kooperationen mehrerer Hochschulen an, um auf diese Weise ein Lehrangebot zu schaffen, das standortübergreifend von Studierenden belegt werden kann – idealerweise im Rahmen von internationalen Kooperationen.

Genau in diese Richtung zielt die im Jahr 2009 vom Kon-Rektor für Studium und Lehre in Bremen, Georg Müller-Christ, initiierte Initiative für eine virtuelle BNE-Academy. Hier soll in enger Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen ein internet-basiertes Lehrangebot zu Nachhaltigkeits-Themenfeldern entstehen, das an möglichst vielen deutschen Hochschulen im Rahmen des Lehrangebotes der General-Studies-Bereiche als komplett virtuelle Studienangebote oder im Rahmen von „Blended-Learning“-Designs (d.h. in Kopplung mit Präsenzveranstaltungen an der jeweiligen Universität) angeboten wird.

Aktuelle Entwicklung (seit 2009)

Dieser Vorschlag wurde erfolgreich umgesetzt und läuft seit 2011 unter dem Link: http://www.va-bne.de/. Mit Lehrveranstaltungen zu „World in Transition“ (eine Lehrveranstaltung des WBGU), „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“, „Transition Management“, „Klimaschutz und Anpassung“ sowie „Nachhaltigkeit und BWL“ existieren bereits zahlreiche Vorlesungen, die online verfügbar sind und mit einem eigenen Prüfungstool an jeder beliebigen Hochschule Deutschlands im Lehrplan eingesetzt werden können. Die Organisation der Virtuellen Akademie ist dabei einerseits auf die Bedürfnisse der Lehrenden zugeschnitten und erlaubt einen modularisierten Einsatz spezieller einzelner Vorlesungen bis hin zu einer Adaption der kompletten Lehrveranstal- tung inklusive Prüfung. Andererseits kommt sie dem flexiblen Studierverhalten der heutigen Generation Studierender entgegen und ermöglicht ein Studium ohne Präsenz in Hörsälen.

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Reformvorschlag 19: BNE-Ranking deutscher Hochschulen einführen

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

BNE-Ranking deutscher Hochschulen einführen

Angelehnt an internationale Best-Practice-Beispiele wie dem asisatischen ProSPER.NET sollte ein BNE-Ranking deutscher Hochschulen eingeführt werden. Es könnte sich auf in den letzten Jahren entstandene Indikatorensysteme stützen, würde die Weiterentwicklung einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung im deutschen Hochschulsystem abbilden und die Diffusion von Best-Practice-Beispielen erleichtern. Eine Erprobung und Vorab-Einführung in einzelnen Vorreiterbundesländern wäre denkbar.

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Reformvorschlag 18: Studentisches Nachhaltigkeits-Engagement anerkennen

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Studentisches Nachhaltigkeits-Engagement anerkennen

In vielen Veranstaltungen wird studentisches Engagement bereits mit ECTS/Kreditpunkten honoriert – z.B. wenn Studierende im Rahmen von Service-Learning-Veranstaltungen in sozialen Einrichtungen mit- arbeiten. Dieses Modell kann weiter ausgedehnt und damit die Aner- kennung studentischen Engagements gefördert werden, sowie die erworbenen informellen Kompetenzen für den Studienabschluss nutzbar gemacht werden. Die offizielle Anrechnung studentischen (Nachhaltigkeits-) Engagements insbesondere in General-Studies Mo- dulen oder Angeboten des Service-Learnings ist für immer mehr Hoch- schulen ein erfolgreicher Weg der Anerkennung informell erworbener Kompetenzen. Beispielsweise hat die Universität des Saarlandes im Sommer 2011 in ihrer Prüfungsordnung eine Anerkennung studentischen Engagements in Gremien etc. in Form von ECTS-Punkten verankert. Diese Ansätze gilt es bundesweit zu stärken.

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Reformvorschlag 17: Schaffung von deutschen „Resilience“- oder „Tyndall“-Zentren

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Schaffung von deutschen „Resilience“- oder „Tyndall“-Zentren

Im Sinne eines globalen „Capacity Building“ für mehr transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung sollte es in Deutschland eine Initiative für die Schaffung von einem oder sogar mehreren Zentren für eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung geben. Diese Zentren könnten sowohl vom Bund als auch von einzelnen Bundesländern, aber auch von privaten Stiftern initiiert werden und sollten sich mit ihren jeweiligen Themenschwerpunkten in das internationale Netzwerk vergleichbarer Zentren einbringen.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Die Gründung einer entsprechenden Bündelungsinstanz steht bisher aus. Die stattgefundenen losen Netzwerkinitiativen wie z.B. der NaWis- Verbund können eine solche Struktur nicht vollständig ersetzen.

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Reformvorschlag 16: Schaffung einer Mistra-Stiftung in Deutschland

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Schaffung einer Mistra-Stiftung in Deutschland

Die das Stockholmer Resilience Centre finanzierende Schwedische Stiftung für strategische Umweltforschung (MISTRA) sollte Vorbild für die Schaffung einer ähnlichen Stiftung in Deutschland sein. Die Initiative dafür könnte dabei sowohl vom Bund, von einem Bundesland oder von privaten Sponsoren ausgehen. Eine solche Stiftung und die von ihr geförderten Initiativen sollten sich von Anfang an in einen internationalen Verbund einbringen.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Seit 2009 ist es nicht zu einer entsprechenden neuen Stiftungsgründung gekommen. Allerdings bieten Stiftungen in Deutschland in der Förderung von transdisziplinären Projekten vielfältige Potenziale. Durch den starken Ausbau ihrer Förderaktivitäten löst die Stiftung Mercator inzwischen mit der Mistra-Stiftung vergleichbare Impulse im deutschen Wissenschaftssystem aus.

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Reformvorschlag 15: Übergreifende Nachhaltigkeitscluster und Graduiertenschulen

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Übergreifende Nachhaltigkeitscluster und Graduiertenschulen

Nachhaltigkeitsorientierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollten sich rechtzeitig vor dem Ausschreibungsbeginn der nächsten Runde der Exzellenzinitiative zusammentun, um Vorbereitungen für Graduiertenschulen und Exzellenzclusteranträge der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung vorzubereiten. Dabei sollte auf die Projekterfahrungen und institutionellen Vorarbeiten des sozial-ökologischen Förderprogramms (SÖF) aufgebaut werden. Einzelne Forschungsgruppen der Nachhaltigkeitsforschung sollten sich im Vorfeld bewusst um eine Reinhart-Koselleck-Förderung bemühen, um auch hierüber eine Sensibilisierung der DFG-Gremien für risikoreiche transdisziplinäre Forschungsvorhaben zu erreichen.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Auch die dritte und letzte Runde der Exzellenzinitiative folgte im Wesentlichen den Auswahlkriterien der ersten beiden Runden. Daher ließ sich der Reformvorschlag in der vorgeschlagenen Form nicht umsetzen. Es gilt nun die angedachten Ideen wie im Text skizziert im Kontext der ausgewählten Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte umzusetzen.

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Reformvorschlag 14: Netzwerk von Kompetenzzentren für transdisziplinäre Forschung schaffen

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Netzwerk von Kompetenzzentren für transdisziplinäre Forschung

Sowohl die großen nationalen Wissenschaftsgemeinschaften als auch die mit Zukunftskonzepten erfolgreichen Universitäten der Exzellenzinitiative sollten Kompetenzzentren für Methoden und das Management transdisziplinärer Forschung einrichten. Sie verfügen heute schon über die kritische Masse und den Anspruch, gesellschaftsrelevante Forschung in stark interdisziplinären Zusammenhängen zu betreiben. Gut vernetzte Kompetenzzentren für transdisziplinäre Forschung würden die Methodenprofessionalisierung und den Methodentransfer verbessern und den Stellenwert einer transdisziplinären Forschung verdeutlichen.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Bisher ist es noch zu keiner Einrichtung entsprechender Zentren gekommen, obwohl gerade die Mittel für die Zukunftskonzeptförderung der Exzellenzinitiative hier entsprechende Möglichkeiten bieten würde. Die weitgehendsten Konzepte für den Aufbau entsprechender Kompetenzzentren hat bisher das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt vorgelegt.

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Reformvorschlag 12: Stärkung der sozial-ökologischen Forschung in Deutschland

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Stärkung der sozial-ökologischen Forschung in Deutschland

Die sozial-ökologische Forschung sollte in den kommenden Jahren insbesondere mit folgenden Vorstößen gestärkt werden:

  • Es sollten mehr Mittel in die Bildung von fest institutionalisierten Netzwerken zwischen Hochschulen, nationalen und freien Forschungsinstituten fließen. Diese Förderprogramme sollten auf innovativen Formen der integrierten Bund-Länder-Förderung basieren, die auch die Hochschulen im Hinblick auf die Verstetigung sozial-ökologischer Forschung in die Pflicht nehmen.
  • Es sollte unbedingt die stärkere Vernetzung der nationalen sozial- ökologischen Forschung mit internationalen Wissenschaftsprogrammen wie dem IHDP erfolgen.
  • Das Mittelvolumen für sozial-ökologische Forschungsansätze sollte erheblich ausgeweitet werden, insbesondere dadurch, dass in bestehenden Forschungsprogrammen mit hoher Nachhaltigkeitsrelevanz Anreize für eine stärkere sozial-ökologische Ausrichtung der Forschung geschaffen werden.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Die Fortsetzung und Stärkung des SÖF-Programmes ab dem Jahr 2013 steht fest auf der Agenda des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mit einem umfassenden Agendaprozess sowie dem 2012 veröffentlichten und von über 1000 WissenschaftlerInnen unterstützten Memorandum zur Weiterentwicklung der sozial-ökologischen Forschung in Deutschland sind die Konturen für die Weiterentwicklung des Programmes gezeichnet.

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Reformvorschlag 11: Alternativer Nobelpreis für transdisziplinäre Forschung

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Alternativer Nobelpreis für transdisziplinäre Forschung

WissenschaftlerInnen, WissenschaftspolitikerInnen und Wissenschafts-organisationen weltweit sollten sich in einer Initiative für einen (alternativen) Nobelpreis für transdisziplinäre Forschung stark machen. Mit diesem Preis würde jedes Jahr eine herausragende Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler für ihre Arbeit im Bereich transdisziplinärer Forschung ausgezeichnet werden.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Eine entsprechend prominente Positionierung dieser Art steht noch aus und könnte beispielsweise von einer innovativen Stiftung in Angriff genommen werden. Die Auszeichnung von Pionieren transdisziplinärer Forschung nimmt jedoch bei der Verleihung von Wissenschaftspreisen zu.

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Reformvorschlag 10: Kriterien transdisziplinärer Forschung im Wissenschaftssystem verankern

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Kriterien transdisziplinärer Forschung im Wissenschaftssystem verankern

Um die Kriterien transdisziplinärer Forschung besser im Wissenschaftssystem zu platzieren, gilt es sie an zentralen Orten des Wissenschaftsbetriebs zu verankern. Neben dem Aufbau weiterer wissenschaftlicher Journals, die ihre Peer-Review-Prozesse nach den Kriterien für transdisziplinäre Forschung aufbauen, gehört dazu die Aufnahme von Transdisziplinaritätskriterien in die Bewertungen von kumulierten Dissertations- und Habilitationsverfahren sowie vermehrte Rankings nach Transdisziplinaritätskriterien:

(1) Rankings nach wissenschaftlicher Exzellenz gewinnen zunehmend Popularität in der Bewertung von Wissenschaftsleistungen. Rankings nach Transdisziplinaritätskriterien würden z.B. Veröffentlichungen mit anderen Wissenschaftlern, Publikationen in fachfremden Journals oder den Impact der Forschung z.B. in Form von Auflagenzahlen von Bü- chern messen und auf diese Weise einen Überblick darüber geben, wo besonders herausragende transdisziplinäre Forschung stattfindet.

(2) In immer mehr Fächern wird es zur Regel, die schriftliche Habilitationsleistung und auch die schriftliche Promotionsleistung „kumuliert“ zu erbringen. D.h. statt eines umfassenden wissenschaftlichen Buches reicht die DoktorandIn bzw. die HabilitandIn mehrere in wissenschaftlichen Journals veröffentlichte Aufsätze ein. In den Promotions- und Habilitationsordnungen der Fakultäten ist geregelt, in welcher Zahl und Güte (Welche Journal-Qualität?) diese Aufsätze für einen erfolgreichen Abschluss des Verfahrens mindestens vorliegen müssen. Es wäre wünschenswert, dass zur Förderung transdisziplinärer Promotionen und Habilitationen spezifische Gütekriterien für die Produkte transdisziplinärer Forschung in diese Kriterienkataloge für kumulative Promotionen und Habilitationen aufgenommen werden und damit eine wissenschaftliche Weiterqualifizierung über herausragende transdisziplinäre Forschung leichter möglich wird.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Kriterienkataloge und Indikatorsets für eine transdisziplinäre Forschung gewinnen in den letzten Jahren national und international an Bedeutung. Eine feste Verankerung in den vorgeschlagenen institutionellen Bewertungssystemen steht noch weitgehend aus und wäre eine wichtige Aufgabe nicht nur für die akademischen Institutionen selber, sondern z.B. auch für Bundesländer durch Berücksichtigung im Rahmen ihrer Zielvereinbarungsprozesse mit Hochschulen sowie den Instrumenten einer indikatorgesteuerten Mittelvergabe.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

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Reformvorschlag 9: Sozial- und kulturwissenschaftliche Förderoffensive für Nachhaltigkeit starten

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Sozial- und kulturwissenschaftliche Förderoffensive für Nachhaltigkeit starten

Um das eklatante Defizit der sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektive in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung zu beseitigen, gilt es eine umfassende Förderoffensive für diese Forschung zu starten. Eine solche Initiative sollte u.a. Folgendes umfassen:

  • eine Ausweitung der sozial- und kulturwissenschaftlichen Programmförderung,
  • die Gewinnung von >Leitwissenschaftlern
  • die Einrichtung von Professuren zu „Sozialwissenschaften und Nach- haltigkeit/ Klimawandel“,
  • den Aufbau „sozialwissenschaftlicher Infrastrukturen“ im Sinne von Panels für Längsschnittanalysen aber auch in Form von sozialwissenschaftlichen „Laboren“.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Seit 2009 hat sowohl vom BMBF insgesamt als auch im Programm der sozial-ökologischen Forschung (SÖF) eine Stärkung sozial- und kulturwissenschaftlicher Bezüge stattgefunden. Das von der DFG 2011 neu eingerichtete Instrument der Kolleg-Forschergruppen wird ebenfalls den Anforderungen kultur- und sozialwissenschaftlicher Forschung besser gerecht. Der Ausbau sozialwissenschaftlicher Labore bleibt eine Herausforderung.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

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Reformvorschlag 8: Kultivierung von Inseln der Heterodoxie

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Kultivierung von Inseln der Heterodoxie

Sowohl als eigenständige Institutionen (z.B. in Form von Institutes of Advanced Studies oder einzelne konsequent heterodox ausgerichtete Hochschulen) als auch in Form von geschützten „Orten“ innerhalb bestehender Institutionen (z.B. durch Sabbaticals und Forschungsstipendien oder eigenständige Zentren) gilt es „Inseln der Heterodoxie“ im deutschen Wissenschaftssystem zu kultivieren. Auf ihnen sollten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus neuen und ungewöhnlichen Perspektiven Fragen der Nachhaltigkeit und der Transdisziplinarität nähern können.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Hier kommt erst langsam Bewegung ins System. Die Schaffung des neuen Instrumentes der geisteswissenschaftlichen DFG-Kolleg-Forschergruppen sowie erste mutige Entscheidungen für heterodoxe Themen wie dem der „Postwachstumsgesellschaften“ weisen in die richtige Richtung. Zudem haben einige stiftungsbasierte Initiativen dazu beigetragen, entsprechende „Inseln“ für heterodoxe Zugänge zu schaffen.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“ und hier.

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Reformvorschlag 6: Netzwerk von Nachhaltigkeitshochschulen als Angebot an Politik und Gesellschaft

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Netzwerk von Nachhaltigkeitshochschulen als Angebot an Politik und Gesellschaft

Ein Netzwerk ausgewählter Hochschulen sollte sich in enger Kopplung mit ausgewählten Forschungseinrichtungen als Nachhaltigkeitshochschulen definieren und verdeutlichen, welche gesellschaftlich relevanten Beiträge sie in Forschung und Lehre für eine Nachhaltige Entwicklung leisten – mit konkreten, überprüfbaren Zielvorgaben in Forschung, Lehre und Weiterbildung. Dies sollte sowohl kommuniziert werden als auch in den Rahmen bestehender staatlicher Steuerungsmodelle (Zielvereinbarungen, Indikator-orientierte Mittelzuweisungen) der jeweiligen Sitzländer eingebettet sein.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Mit dem NaWis-Verbund aus den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie dem Wuppertal Institut und dem IASS Potsdam ist im Jahr 2011 ein solches vier Bundesländer- und Institutionen-übergreifendes Netzwerk geschaffen worden. Im Wissenschaftsjahr 2012 hat es auch eine enge Interaktion mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein- Westfalen gegeben. Eine Weiterentwicklung in Richtung Zielgrößen für die leistungsorientierte Wissenschaftssteuerung in den Sitzländern der hier verbundenen Institutionen ist bisher nicht erfolgt.

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Reformvorschlag 7: Nachhaltigkeits-Wissenschaftsrat

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Nachhaltigkeits-Wissenschaftsrat

Idealtypische Ausprägung eines „gemischten Gremiums“, das aus Wissenschaftlern und Politik zusammengesetzt ist, ist der Wissenschaftsrat. In Anlehnung an diese Struktur sollten die nach Wissenschaft und Gesellschaftsvertretern „getrennten Gremien“ SRU, WBGU (beide nur mit Wissenschaftlern besetzt) und der Nachhaltigkeitsrat (weitgehend nur gesellschaftspoltiische Vertreter) einen gemeinsamen „Nachhaltigkeits-Wissenschaftsrat“ zu bilden. Dieser Rat wäre dafür verantwortlich, eine zwischen Wissenschaft und Politik eng abgestimmte Forschungsagenda zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu beraten und zu verabschieden.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

In die Debatte um geeignete Formen wissenschaftspolitischer Beratung im Hinblick auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen ist seit 2009 Bewegung gekommen. Die Idee der Schaffung eines so weitreichenden Gremiums wie hier vorgeschlagen wurde bisher nicht aufgegriffen.

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Reformvorschlag 5: Innovationsministerien im Zeichen des Klimawandels nutzen

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Verstärkung der sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Gerade die Kombination von Wissenschafts- und Wirtschaftsressort bietet vor dem Hintergrund einer Nachhaltigen Entwicklung die interessante Chance, die vorherrschende Dominanz von Wirtschaft vor Wissenschaft in einem solchen „Innovations-Ministerium“ umzudrehen: d.h. eine Wirtschaftspolitik konsequent so zu gestalten, dass die Erkenntnisse zu den Anpassungsherausforderungen an eine nachhaltige Entwicklung in wirtschaftspolitische Impulse für Schlüsselbranchen eines Landes übersetzt werden. Dies ist leider immer noch die Ausnahme, die Wirtschaftsministerien oft „Blockade“- und nicht „Förder“- Ministerien für einen nachhaltigen Wandel.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Seit 2009 hat es noch keine Umsetzung eines solchen Ressortzuschnittes gegeben. Aber es gibt in einzelnen Bundesländern Schritte, die in diese Richtung weisen: So wird das Wissenschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen seit 2010 mit Svenja Schulze von einer ausgewiesenen Umweltpolitikerin geleitet. Das Wissenschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg ist seit 2011 stark in die Nachhaltigkeits-Landesstrategie des Ministerpräsidenten eingebettet.

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Reformvorschlag 4: Verstärkung der sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Verstärkung der sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Naturwissenschaftlich-technische Institute der Fraunhofer-Gesellschaft bzw. der Leibniz- und Helmholtz-Gemeinschaft sollten konsequenter ihre sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen ausbauen. Bei Neuaufnahmen in diese Gemeinschaften (insbesondere in die Leibniz- Gemeinschaft) sollten Institute mit einer wirtschafts-, sozial- und geis- teswissenschaftlichen Ausrichtung eine besondere Berücksichtigung finden.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Die sozialwissenschaftliche Forschung in den großen Forschungs- gemeinschaften hat in den letzten Jahren weiter zugenommen: So hat die am Karlsruher KIT 2011 initiierte Helmholtz-Allianz „ENERGY- TRANS“ zur Energiewende umfassende sozialwissenschaftliche Anteile oder sind am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) sozialwissenschaftliche Bezüge ausgebaut worden. Trotz des Aufbaus sozialwissenschaftlicher Kapazität bleibt die Herausforderung bestehen, diese zu wirklich integrierten Forschungsansätzen weiterzuentwickeln.

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Reformvorschlag 3: Empirische Wissenschaftsforschung zu Ökologie und Nachhaltigkeit stärken

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Empirische Wissenschaftsforschung zu Ökologie und Nachhaltigkeit stärken

Viele der skizzierten Entwicklungen – wie die disziplinäre Engführung oder die Schwierigkeit der Etablierung ökologie- und nachhaltigkeitsorientierter Professuren – stützen sich wissenschaftlich auf Experteneinschätzungen und einzelne Fallbeispiele. Systematische empirische Untersuchungen des deutschen (und anderer nationaler) Wissenschaftssysteme im Hinblick auf die Entwicklung ihrer ökologischen und nachhaltigen Ausrichtung fehlen bisher weitgehend. Diese Form der Forschung gilt es unbedingt auszubauen. Eine wichtige Analyse wäre dabei die empirische Untersuchung des Rückgangs ökologisch und nachhaltig ausgerichteter Professuren an deutschen Universitäten, der von den Umweltverbänden immer wieder beklagt wird. Es wäre wünschenswert, die in den Universitäten über die letzten zehn Jahre zu beobachtenden Entwicklungen differenziert nach einzelnen Fächern nachzuzeichnen.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Umfassende empirische Analysen liegen bisher nicht vor. Der WBGU (2011) hat in seinem Hauptgutachten 2011 eine Grobbewertung der bestehenden deutschen und europäischen Förderprogramme im Hinblick auf ihre Potenziale zur Unterstützung gesellschaftlicher Transformationsprozesse vorgenommen. Das Umweltbundesamt förderte 2012 eine Überblicksstudie zur „Politikrelevanten Nachhaltigkeitsforschung“ in Deutschland. Im Rahmen der zivilgesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“ wurde ein Gutachten zu „strukturellen und programmatischen Hindernissen für eine Partizipation der Umweltverbände in der staatlichen Forschungspolitik“ ausgeschrieben. Eine umfassende, insb. auch Lehrstuhl-genaue Analyse wäre weiterhin ein wichtiger Beitrag zur Analyse der Entwicklungstendenzen im deutschen Wissenschaftssystem. Das BMBF-Programm zur Wissenschaftsforschung würde hier Möglichkeiten bieten; genauso wären aber auch Analysen auf der Ebene einzelner Bundesländer denkbar.

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Reformvorschlag 2: „Grenzgänger“- Anreize schaffen

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„Grenzgänger“- Anreize schaffen

Um die Anreize für junge WissenschaftlerInnen zu erhöhen, sich auf das Abenteuer transdisziplinärer Forschung einzulassen, sollten die Chancen für wissenschaftliche Karrieren in diesem Bereich massiv ausgebaut werden. Ein Ansatz kann die Schaffung von Juniorprofessuren in transdisziplinären Forschungsfeldern sein, die mit einer klar definierten Tenure-Track-Option abgesichert sind und die Tenure- Track-Option durch internationale Gutachter aus der Transdisziplinaritätsforschung evaluiert wird. Solche Juniorprofessuren könnten in Form von Bund-Länder-Programmen insbesondere in Wissenschaftsschwerpunkten im Schnittbereich von Natur- und Geistes-/ Sozialwissenschaften eingerichtet werden.

 

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Grenzgänger-Anreize werden auch heute kaum gesetzt. Inzwischen ist erst eine zweite der Nachwuchsgruppenleiterinnen der 22 vom BMBF geförderten SÖF-Nachwuchsgruppen auf eine reguläre Professur berufen worden. Lediglich die Universität Lüneburg hat im Jahr 2011 den Mut gehabt, eine disziplinäre Fakultätsstruktur konsequent aufzubrechen und eine disziplinen-übergreifende „Fakultät für Nachhaltig- keitswissenschaften“ aufzubauen, die auch neue wissenschaftliche Karriereoptionen für einen transdisziplinär arbeitenden Typus von Wissen- schaftler erzeugt. Kombiniert mit der wachsenden Tendenz, über „Tenure Track“-Optionen im deutschen Wissenschaftssystem nachzudenken, ist das eine Grundlage für verstärkte Grenzgänger-Anreize.

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Reformvorschlag 1: Mut zu hochschulpolitischen Leitbildern

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Mut zu hochschulpolitischen Leitbildern bei möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen

Gesellschaftliche Gruppen sollten Mut zu selbständigen hochschulpolitischen Entwürfen aufbringen und sich dabei von vergangenheitsorientierten ideologischen Barrieren lösen. Es bedarf hochschulpolitischer Entwürfe von Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbänden, aber auch allen politischen Parteien, die über das Postulat reiner Hochschulfreiheit hinausgehen.

Um die Entwicklung solcher Leitbilder zu fördern, sollten in regelmäßigen Abständen Tagungen stattfinden, in denen sich Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs wie u.a. Umweltverbänden) mit Vertretern aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen treffen, um mögliche Forschungsthemen und -agenden abzustimmen. In einer weiteren Ausbaustufe sollte ein spezifischer Fonds für die Forschungsförderung (z.B. zur Nachhaltigkeitsforschung) aufgelegt werden, über dessen zu beforschende Themen von Seiten der NGOs entschieden wird.

 

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Das Engagement der Zivilgesellschaft im Bereich der Hochschul- und Wissenschaftspolitik hat erfreulich an Dynamik gewonnen. Wichtige Meilensteine waren umfassende wissenschafts- und hochschulpolitische Positionen aus dem Bereich der Gewerkschaften und der Umweltverbände seit 2010 sowie die Gründung der zivilgesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“ im Jahr 2012. Die Forderungen der zivilgesellschaftlichen Organisationen gewinnen zunehmend an Kontur.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.