Reformvorschlag 10: Kriterien transdisziplinärer Forschung im Wissenschaftssystem verankern

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Kriterien transdisziplinärer Forschung im Wissenschaftssystem verankern

Um die Kriterien transdisziplinärer Forschung besser im Wissenschaftssystem zu platzieren, gilt es sie an zentralen Orten des Wissenschaftsbetriebs zu verankern. Neben dem Aufbau weiterer wissenschaftlicher Journals, die ihre Peer-Review-Prozesse nach den Kriterien für transdisziplinäre Forschung aufbauen, gehört dazu die Aufnahme von Transdisziplinaritätskriterien in die Bewertungen von kumulierten Dissertations- und Habilitationsverfahren sowie vermehrte Rankings nach Transdisziplinaritätskriterien:

(1) Rankings nach wissenschaftlicher Exzellenz gewinnen zunehmend Popularität in der Bewertung von Wissenschaftsleistungen. Rankings nach Transdisziplinaritätskriterien würden z.B. Veröffentlichungen mit anderen Wissenschaftlern, Publikationen in fachfremden Journals oder den Impact der Forschung z.B. in Form von Auflagenzahlen von Bü- chern messen und auf diese Weise einen Überblick darüber geben, wo besonders herausragende transdisziplinäre Forschung stattfindet.

(2) In immer mehr Fächern wird es zur Regel, die schriftliche Habilitationsleistung und auch die schriftliche Promotionsleistung „kumuliert“ zu erbringen. D.h. statt eines umfassenden wissenschaftlichen Buches reicht die DoktorandIn bzw. die HabilitandIn mehrere in wissenschaftlichen Journals veröffentlichte Aufsätze ein. In den Promotions- und Habilitationsordnungen der Fakultäten ist geregelt, in welcher Zahl und Güte (Welche Journal-Qualität?) diese Aufsätze für einen erfolgreichen Abschluss des Verfahrens mindestens vorliegen müssen. Es wäre wünschenswert, dass zur Förderung transdisziplinärer Promotionen und Habilitationen spezifische Gütekriterien für die Produkte transdisziplinärer Forschung in diese Kriterienkataloge für kumulative Promotionen und Habilitationen aufgenommen werden und damit eine wissenschaftliche Weiterqualifizierung über herausragende transdisziplinäre Forschung leichter möglich wird.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Kriterienkataloge und Indikatorsets für eine transdisziplinäre Forschung gewinnen in den letzten Jahren national und international an Bedeutung. Eine feste Verankerung in den vorgeschlagenen institutionellen Bewertungssystemen steht noch weitgehend aus und wäre eine wichtige Aufgabe nicht nur für die akademischen Institutionen selber, sondern z.B. auch für Bundesländer durch Berücksichtigung im Rahmen ihrer Zielvereinbarungsprozesse mit Hochschulen sowie den Instrumenten einer indikatorgesteuerten Mittelvergabe.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.

Reformvorschlag 9: Sozial- und kulturwissenschaftliche Förderoffensive für Nachhaltigkeit starten

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Sozial- und kulturwissenschaftliche Förderoffensive für Nachhaltigkeit starten

Um das eklatante Defizit der sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektive in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung zu beseitigen, gilt es eine umfassende Förderoffensive für diese Forschung zu starten. Eine solche Initiative sollte u.a. Folgendes umfassen:

  • eine Ausweitung der sozial- und kulturwissenschaftlichen Programmförderung,
  • die Gewinnung von >Leitwissenschaftlern
  • die Einrichtung von Professuren zu „Sozialwissenschaften und Nach- haltigkeit/ Klimawandel“,
  • den Aufbau „sozialwissenschaftlicher Infrastrukturen“ im Sinne von Panels für Längsschnittanalysen aber auch in Form von sozialwissenschaftlichen „Laboren“.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Seit 2009 hat sowohl vom BMBF insgesamt als auch im Programm der sozial-ökologischen Forschung (SÖF) eine Stärkung sozial- und kulturwissenschaftlicher Bezüge stattgefunden. Das von der DFG 2011 neu eingerichtete Instrument der Kolleg-Forschergruppen wird ebenfalls den Anforderungen kultur- und sozialwissenschaftlicher Forschung besser gerecht. Der Ausbau sozialwissenschaftlicher Labore bleibt eine Herausforderung.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

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Reformvorschlag 8: Kultivierung von Inseln der Heterodoxie

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Kultivierung von Inseln der Heterodoxie

Sowohl als eigenständige Institutionen (z.B. in Form von Institutes of Advanced Studies oder einzelne konsequent heterodox ausgerichtete Hochschulen) als auch in Form von geschützten „Orten“ innerhalb bestehender Institutionen (z.B. durch Sabbaticals und Forschungsstipendien oder eigenständige Zentren) gilt es „Inseln der Heterodoxie“ im deutschen Wissenschaftssystem zu kultivieren. Auf ihnen sollten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus neuen und ungewöhnlichen Perspektiven Fragen der Nachhaltigkeit und der Transdisziplinarität nähern können.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Hier kommt erst langsam Bewegung ins System. Die Schaffung des neuen Instrumentes der geisteswissenschaftlichen DFG-Kolleg-Forschergruppen sowie erste mutige Entscheidungen für heterodoxe Themen wie dem der „Postwachstumsgesellschaften“ weisen in die richtige Richtung. Zudem haben einige stiftungsbasierte Initiativen dazu beigetragen, entsprechende „Inseln“ für heterodoxe Zugänge zu schaffen.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“ und hier.

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Reformvorschlag 6: Netzwerk von Nachhaltigkeitshochschulen als Angebot an Politik und Gesellschaft

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Netzwerk von Nachhaltigkeitshochschulen als Angebot an Politik und Gesellschaft

Ein Netzwerk ausgewählter Hochschulen sollte sich in enger Kopplung mit ausgewählten Forschungseinrichtungen als Nachhaltigkeitshochschulen definieren und verdeutlichen, welche gesellschaftlich relevanten Beiträge sie in Forschung und Lehre für eine Nachhaltige Entwicklung leisten – mit konkreten, überprüfbaren Zielvorgaben in Forschung, Lehre und Weiterbildung. Dies sollte sowohl kommuniziert werden als auch in den Rahmen bestehender staatlicher Steuerungsmodelle (Zielvereinbarungen, Indikator-orientierte Mittelzuweisungen) der jeweiligen Sitzländer eingebettet sein.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Mit dem NaWis-Verbund aus den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie dem Wuppertal Institut und dem IASS Potsdam ist im Jahr 2011 ein solches vier Bundesländer- und Institutionen-übergreifendes Netzwerk geschaffen worden. Im Wissenschaftsjahr 2012 hat es auch eine enge Interaktion mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein- Westfalen gegeben. Eine Weiterentwicklung in Richtung Zielgrößen für die leistungsorientierte Wissenschaftssteuerung in den Sitzländern der hier verbundenen Institutionen ist bisher nicht erfolgt.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

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Reformvorschlag 7: Nachhaltigkeits-Wissenschaftsrat

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Nachhaltigkeits-Wissenschaftsrat

Idealtypische Ausprägung eines „gemischten Gremiums“, das aus Wissenschaftlern und Politik zusammengesetzt ist, ist der Wissenschaftsrat. In Anlehnung an diese Struktur sollten die nach Wissenschaft und Gesellschaftsvertretern „getrennten Gremien“ SRU, WBGU (beide nur mit Wissenschaftlern besetzt) und der Nachhaltigkeitsrat (weitgehend nur gesellschaftspoltiische Vertreter) einen gemeinsamen „Nachhaltigkeits-Wissenschaftsrat“ zu bilden. Dieser Rat wäre dafür verantwortlich, eine zwischen Wissenschaft und Politik eng abgestimmte Forschungsagenda zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu beraten und zu verabschieden.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

In die Debatte um geeignete Formen wissenschaftspolitischer Beratung im Hinblick auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen ist seit 2009 Bewegung gekommen. Die Idee der Schaffung eines so weitreichenden Gremiums wie hier vorgeschlagen wurde bisher nicht aufgegriffen.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

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Reformvorschlag 5: Innovationsministerien im Zeichen des Klimawandels nutzen

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Verstärkung der sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Gerade die Kombination von Wissenschafts- und Wirtschaftsressort bietet vor dem Hintergrund einer Nachhaltigen Entwicklung die interessante Chance, die vorherrschende Dominanz von Wirtschaft vor Wissenschaft in einem solchen „Innovations-Ministerium“ umzudrehen: d.h. eine Wirtschaftspolitik konsequent so zu gestalten, dass die Erkenntnisse zu den Anpassungsherausforderungen an eine nachhaltige Entwicklung in wirtschaftspolitische Impulse für Schlüsselbranchen eines Landes übersetzt werden. Dies ist leider immer noch die Ausnahme, die Wirtschaftsministerien oft „Blockade“- und nicht „Förder“- Ministerien für einen nachhaltigen Wandel.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Seit 2009 hat es noch keine Umsetzung eines solchen Ressortzuschnittes gegeben. Aber es gibt in einzelnen Bundesländern Schritte, die in diese Richtung weisen: So wird das Wissenschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen seit 2010 mit Svenja Schulze von einer ausgewiesenen Umweltpolitikerin geleitet. Das Wissenschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg ist seit 2011 stark in die Nachhaltigkeits-Landesstrategie des Ministerpräsidenten eingebettet.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

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Reformvorschlag 4: Verstärkung der sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Verstärkung der sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Naturwissenschaftlich-technische Institute der Fraunhofer-Gesellschaft bzw. der Leibniz- und Helmholtz-Gemeinschaft sollten konsequenter ihre sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen ausbauen. Bei Neuaufnahmen in diese Gemeinschaften (insbesondere in die Leibniz- Gemeinschaft) sollten Institute mit einer wirtschafts-, sozial- und geis- teswissenschaftlichen Ausrichtung eine besondere Berücksichtigung finden.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Die sozialwissenschaftliche Forschung in den großen Forschungs- gemeinschaften hat in den letzten Jahren weiter zugenommen: So hat die am Karlsruher KIT 2011 initiierte Helmholtz-Allianz „ENERGY- TRANS“ zur Energiewende umfassende sozialwissenschaftliche Anteile oder sind am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) sozialwissenschaftliche Bezüge ausgebaut worden. Trotz des Aufbaus sozialwissenschaftlicher Kapazität bleibt die Herausforderung bestehen, diese zu wirklich integrierten Forschungsansätzen weiterzuentwickeln.

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Reformvorschlag 3: Empirische Wissenschaftsforschung zu Ökologie und Nachhaltigkeit stärken

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Empirische Wissenschaftsforschung zu Ökologie und Nachhaltigkeit stärken

Viele der skizzierten Entwicklungen – wie die disziplinäre Engführung oder die Schwierigkeit der Etablierung ökologie- und nachhaltigkeitsorientierter Professuren – stützen sich wissenschaftlich auf Experteneinschätzungen und einzelne Fallbeispiele. Systematische empirische Untersuchungen des deutschen (und anderer nationaler) Wissenschaftssysteme im Hinblick auf die Entwicklung ihrer ökologischen und nachhaltigen Ausrichtung fehlen bisher weitgehend. Diese Form der Forschung gilt es unbedingt auszubauen. Eine wichtige Analyse wäre dabei die empirische Untersuchung des Rückgangs ökologisch und nachhaltig ausgerichteter Professuren an deutschen Universitäten, der von den Umweltverbänden immer wieder beklagt wird. Es wäre wünschenswert, die in den Universitäten über die letzten zehn Jahre zu beobachtenden Entwicklungen differenziert nach einzelnen Fächern nachzuzeichnen.

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Umfassende empirische Analysen liegen bisher nicht vor. Der WBGU (2011) hat in seinem Hauptgutachten 2011 eine Grobbewertung der bestehenden deutschen und europäischen Förderprogramme im Hinblick auf ihre Potenziale zur Unterstützung gesellschaftlicher Transformationsprozesse vorgenommen. Das Umweltbundesamt förderte 2012 eine Überblicksstudie zur „Politikrelevanten Nachhaltigkeitsforschung“ in Deutschland. Im Rahmen der zivilgesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“ wurde ein Gutachten zu „strukturellen und programmatischen Hindernissen für eine Partizipation der Umweltverbände in der staatlichen Forschungspolitik“ ausgeschrieben. Eine umfassende, insb. auch Lehrstuhl-genaue Analyse wäre weiterhin ein wichtiger Beitrag zur Analyse der Entwicklungstendenzen im deutschen Wissenschaftssystem. Das BMBF-Programm zur Wissenschaftsforschung würde hier Möglichkeiten bieten; genauso wären aber auch Analysen auf der Ebene einzelner Bundesländer denkbar.

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Reformvorschlag 2: „Grenzgänger“- Anreize schaffen

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

„Grenzgänger“- Anreize schaffen

Um die Anreize für junge WissenschaftlerInnen zu erhöhen, sich auf das Abenteuer transdisziplinärer Forschung einzulassen, sollten die Chancen für wissenschaftliche Karrieren in diesem Bereich massiv ausgebaut werden. Ein Ansatz kann die Schaffung von Juniorprofessuren in transdisziplinären Forschungsfeldern sein, die mit einer klar definierten Tenure-Track-Option abgesichert sind und die Tenure- Track-Option durch internationale Gutachter aus der Transdisziplinaritätsforschung evaluiert wird. Solche Juniorprofessuren könnten in Form von Bund-Länder-Programmen insbesondere in Wissenschaftsschwerpunkten im Schnittbereich von Natur- und Geistes-/ Sozialwissenschaften eingerichtet werden.

 

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Grenzgänger-Anreize werden auch heute kaum gesetzt. Inzwischen ist erst eine zweite der Nachwuchsgruppenleiterinnen der 22 vom BMBF geförderten SÖF-Nachwuchsgruppen auf eine reguläre Professur berufen worden. Lediglich die Universität Lüneburg hat im Jahr 2011 den Mut gehabt, eine disziplinäre Fakultätsstruktur konsequent aufzubrechen und eine disziplinen-übergreifende „Fakultät für Nachhaltig- keitswissenschaften“ aufzubauen, die auch neue wissenschaftliche Karriereoptionen für einen transdisziplinär arbeitenden Typus von Wissen- schaftler erzeugt. Kombiniert mit der wachsenden Tendenz, über „Tenure Track“-Optionen im deutschen Wissenschaftssystem nachzudenken, ist das eine Grundlage für verstärkte Grenzgänger-Anreize.

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Reformvorschlag 1: Mut zu hochschulpolitischen Leitbildern

Im Buch „Transformative Wissenschaft“ bieten über 30 Reformvorschläge Impulse, wie ein Umsteuern im Wissenschaftssystem möglich ist. Diese werden im Laufe der kommenden Wochen hier vorgestellt. Bei den Reformvorschlägen, die bereits in dem Buch „Nachhaltige Wissenschaft“ 2009 publiziert wurden, werden die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre nachgezeichnet.

Mut zu hochschulpolitischen Leitbildern bei möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen

Gesellschaftliche Gruppen sollten Mut zu selbständigen hochschulpolitischen Entwürfen aufbringen und sich dabei von vergangenheitsorientierten ideologischen Barrieren lösen. Es bedarf hochschulpolitischer Entwürfe von Gewerkschaften, Kirchen, Umweltverbänden, aber auch allen politischen Parteien, die über das Postulat reiner Hochschulfreiheit hinausgehen.

Um die Entwicklung solcher Leitbilder zu fördern, sollten in regelmäßigen Abständen Tagungen stattfinden, in denen sich Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs wie u.a. Umweltverbänden) mit Vertretern aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen treffen, um mögliche Forschungsthemen und -agenden abzustimmen. In einer weiteren Ausbaustufe sollte ein spezifischer Fonds für die Forschungsförderung (z.B. zur Nachhaltigkeitsforschung) aufgelegt werden, über dessen zu beforschende Themen von Seiten der NGOs entschieden wird.

 

Aktuelle Entwicklungen (seit 2009)

Das Engagement der Zivilgesellschaft im Bereich der Hochschul- und Wissenschaftspolitik hat erfreulich an Dynamik gewonnen. Wichtige Meilensteine waren umfassende wissenschafts- und hochschulpolitische Positionen aus dem Bereich der Gewerkschaften und der Umweltverbände seit 2010 sowie die Gründung der zivilgesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“ im Jahr 2012. Die Forderungen der zivilgesellschaftlichen Organisationen gewinnen zunehmend an Kontur.

Weitere der 31 Reformvorschläge und deren Entwicklung seit 2009 finden Sie im Buch „Transformative Wissenschaft“.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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