Ergebnisse und Follow-Up aus der Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ mit HRK und DUK in Bremen am 15.04.2010

Anläßlich der am 1. März 2010 von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) dem Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedeten gemeinsamen Erklärung zur „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ fand am 15.04.2010 eine begleitende Tagung an der Universität Bremen statt. Sie bildet den Auftakt für einen weiteren Prozeß der AG „Hochschule und Nachhaltigkeit“. Auf der Abschlussrunde der Tagung des 15.04.2010 wurden dazu unterschiedliche zukünftige Maßnahmen (s.u.) diskutiert und in einem ersten Arbeitstreffen am 30.04.2010 konkretisiert. Der Prozeß wird von Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Konrektor an der Universität Bremen, koordiniert. Interessierte können sich an Frau Frau Nadine Dembski (nadem@uni-bremen.de) wenden.

Ergebnisse der Abschlussrunde der Tagung
„Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“
am 15.4.2010 an der Universität Bremen

In der Abschlussrunde haben die Teilnehmer/innen der Tagung die folgenden
Vorschläge für die weitere Zusammenarbeit gemacht:
1. Auf einer weiteren Veranstaltung sollten mehr Hochschulen ihre guten
Beispiele darstellen und zur Diskussion stellen können, wie sie Nachhaltigkeit
in Forschung, Lehre und Transfer umgesetzt haben.
2. Die HRK wird gebeten, den Prozess aktiv weiter zu unterstützen
und den Dialog mit den Hochschulen zu initiieren.
3. Die Rektoren der Hochschulen sollen über die Ergebnisse und die weiteren
Prozessschritte informiert werden.
4. Neben der konkreten Umsetzung vieler Maßnahmen soll auch weiter an
der strategischen Einbindung des Themas in Hochschulen gearbeitet
werden: Wie lässt sich das Thema mit der Idee einer modernen Hochschule
verknüpfen?
5. Wie in Österreich könnte in Deutschland ein Wettbewerb initiiert werden,
um Best-Practices sichtbar zu machen und zu würdigen (Preis ausloben)
6. Eine inhaltliche Diskussion über die Verknüpfung der Diskussionen über
eine soziale und demokratische Hochschule mit der Einbindung von
Nachhaltigkeit könnte geführt werden.
7. Studierende sollten aktiv in den Prozess einbezogen werden, um die
Nachfrage nach nachhaltigkeitsbezogenen Inhalten zu fördern und als
Argument für ein größeres Angebot einsetzen zu können.
8. Die Entwicklung einer Hochschule in Richtung Nachhaltigkeit sollte über
Kennziffern sichtbar gemacht werden können.
9. Kooperationsangebote der Wirtschaft für Forschung und Lehre sollen
aktiv genutzt werden.

Von der Tagung ist ein Videomitschnitt verfügbar.

Podiumsdiskussion: „Lust auf Zukunft? Denken und Handeln in einer nachhaltigen Arbeitswelt“

Die Initiative für Nachhaltigkeit lädt am Dienstag, den 20. April um 19.15 Uhr ein zur Podiumsdiskussion zum Thema „Lust auf Zukunft? Denken und Handeln in einer nachhaltigen Arbeitswelt“. Veranstaltungsort ist der Glaspavillon der Universität Duisburg-Essen am Campus Essen.

Ziel der Veranstaltung ist es, einen Raum für Bewusstseins- und Entwicklungsprozesse bezüglich der (Aus-) Bildung im Themenfeld der nachhaltigen Entwicklung zu schaffen und potentielle Kooperationen anzustoßen. Denn für Studierende gewinnen zunehmend Arbeitsfelder rund um das Themenfeld der Nachhaltigen Entwicklung an Attraktivität und Zukunftsfähigkeit, wobei die universitären und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen diesen Nachfragen oftmals nicht gerecht werden.

Dieser Herausforderung möchte sich die Veranstaltung in einem diskursiven Rahmen mit namhaften VertreterInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stellen. Hierbei nehmen folgende Fragen eine zentrale Rolle ein: Wie können Unternehmen und Universitäten enger und transparenter miteinander kooperieren, um einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden? Worin liegt das Potenzial eines gemeinsamen Agierens von Wirtschaft, Wissenschaft und Studierenden? Wie gefragt sind solche akademischen Hintergründe in der Wirtschaft? Welche Rolle spielen politische EntscheidungsträgerInnen, um den Prozess zu fördern?

Den Link zur Veranstaltung finden Sie hier:
http://www.uni-due.de/de/veranstaltungen/?jahr=2010&monat=04&tag=20#a

Die Homepage der Initiative für Nachhaltigkeit an der Universität Duisburg-Essen finden Sie hier:
http://www.initiative-für-nachhaltigkeit.de/

Vortrag „Nachhaltige Wissenschaft: Zum nötigen Klimawandel im deutschen Wissenschaftssystem“ als podcast auf der Plattform Lecturio

Ab sofort finden Sie unter http://www.lecturio.de/e-vorlesungen/videoplayer/evorlesung/nachhaltige-wissenschaft.html den von Uwe Schneidewind am 17.12.2009 gehaltenen Vortrag „Nachhaltige Wissenschaft: Zum nötigen Klimawandel im deutschen Wissenschaftssystem“ im Rahmen der Phlink-Vorlesungsreihe an der Universität Marburg. Neben einem Überblick stehen insbesondere die Ansätze im Bereich der Lehre im Zentrum des Vortrages.

Campusgrün Herbstkongress

Auch in den Parteien spielen Fragen nachhaltiger Uni-Gestaltung weiter eine Rolle. So wird ‚Campusgrün‘, die Studierendenorganisation der Grünen, ihren diesjährigen Herbstkongress unter das Leitthema „Nachhaltige und klimagerechte Hochschule“ stellen. Es wird einen wissenschaftlichen Vortrag von Herrn Joachim Müller von der HIS zum Thema Nachhaltigkeit an Hochschulen geben und darauf aufbauend verschiedene Workshops, die sich vor allem mit der Erarbeitung von Zielen und konkreten Handlungsmöglichkeiten beschäftigen.

Den Link zur Veranstaltung finden Sie hier:
http://www.campusgruen.de/aktuelles/nachrichten/2916122.html

Tagung des VHB zum Thema Nachhaltigkeit

Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. trifft sich einmal jährlich zu seiner traditionellen Pfingsttagung, um aktuelle wissenschaftliche und hochschulpolitische Themen zu diskutieren. Im Jahr 2011 findet diese Veranstaltung in Kaiserslautern statt und befasst sich mit dem übergeordneten Thema: „Nachhaltigkeit – Unternehmerisches Handeln in globaler Verantwortung“.

Es gab bereits in der Vergangenheit Jahrestagungen des VHBs, die sich mit Themen der unternehmerischen Verantwortung und dem Umweltmanagement beschäftigten, jetzt erfolgt erstmalig die Öffnung gegenüber dem Thema „Nachhaltigkeit“. Die Fragen und Debatten rund um das Thema Nachhaltigkeit scheinen daher zunehmend im wissenschaftlichen Mainstream anzukommen. Eine entsprechende Entwicklung ist auch für weitere Disziplinen zu hoffen.

„Neue Leitbilder für die Hochschule“ – 100 Teilnehmer diskutieren in der Böll-Stiftung über die Potenziale einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ für die deutschen Hochschulen

Die am Dienstag (27.10.09) Abend von der Böll-Stiftung und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) ausgerichtete Veranstaltung „Neue Leitbilder für die Hochschule. Nachhaltigkeit als Chance für die deutsche Wissenschaft?“ ist auf eine erfreuliche Resonanz gestoßen. Rund 100 Teilnehmer fanden den Weg in die Böll-Stiftung, um nach einem Eingangsstatement von Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Autor der Studie „Nachhaltige Wissenschaft) mit Prof. Dr. Sascha Spoun (Präsident der Leuphana-Universität Lüneburg), Krista Sager (Stellvertretende Bundestags-Fraktionsvorsitzende der Grünen und ehemalige Hamburger Wissenschaftssenatorin), Dr. Thorsten Wilhelmy (Wissenschaftsrat) und Dr. Thomas Jahn (Leiter des Instituts für sozial-ökologische Forschung) unter Moderation von Thomas Korbun (Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Vorstandsmitglied der VÖW) zu diskutieren.

Vier Leitfragen standen im Vordergrund der Debatte:
• Ist das Leitbild „Nachhaltige Wissenschaft“ bzw. einer „Nachhaltigen Hochschule“ wirklich eine Perspektive für deutsche Hochschulen? Oder greifen inhaltlich ausgerichtete Leitbilder für ganze Hochschulen zu kurz?
• Ist das Leitbild einer „Nachhaltigen Hochschule“ eher eine gezielte Nischenstrategie für wenige Hochschulen oder kann es prägenden Charakter für größere Teile des Wissenschaftssystems haben?
• Was bedeutet die thematische Orientierung für die Führung einer Hochschule oder Wissenschaftseinrichtung? Mit welchen Konflikten hat man zu rechnen?
• Wie lässt sich die Ausdifferenzierung der Leitbilder politisch flankieren?

Zu allen Fragen wurde auf dem Podium und mit dem Publikum kontrovers diskutiert:

Vorsicht vor der Kompensationsfalle
Nachhaltigkeit ist ein interessantes Profilierungsthemen für Hochschulen – es eröffnet die Chance zu wissenschaftlichen Antworten auf die großen Transformationsherausforderungen unserer Gesellschaft, es ist als Dach offen genug und daher anschlussfähig an andere Debatten (z.B. die regionale Ausrichtung von Hochschulen, eine Gender-Orientierung, eine stärker entwicklungspolitische Ausrichtung). Nachhaltigkeitsorientierung hat dabei Potenziale sowohl in der Forschung und der Lehre ….

In dieser Hinsicht waren sich die Podiumsteilnehmer einig. Kontroversen gab es aber über die Reichweite einer solchen Ausrichtung im deutschen Hochschulsystem. Im schlechten Fall wird die Nachhaltigkeitsorientierung zum Profilfeld einiger weniger Nischenhochschulen. Und dann droht die „Kompensationsfalle“ (Wilhelmy): eine oder einige wenige Hochschulen übernehmen die Abdeckung des Feldes und entlasten damit alle anderen, die sich nicht mehr um die Fragestellung zu kümmern brauchen. Eine Entwicklung, die sich z.B. im Bereich der Weiterbildung und des lebenslangen Lernens in anderen Wissenschaftssystemen beobachten lässt: eine spezialisierte Hochschule übernimmt die Funktion, die anderen fühlen sich nicht mehr betroffen.

Diese Gefahr wird nur zu überwinden sein, wenn deutlich wird, dass „Nachhaltigkeits-orientierung“ mehr ist als die Konzentration auf spezielle Themenfelder in Forschung und Lehre. Nur wenn erlebbar wird, dass transdisziplinäre Forschung und Lehre einen ganz neuen Modus der Wissensentwicklung bedeutet, der Hochschulen hilft, ihre Forschung und Lehre neu und breiter zu definieren, dann hat ein Leitbild Nachhaltigkeit eine umfassende Chance im deutschen Wissenschaftssystem. Um diese sicht- und erfahrbar zu machen, kann es sinnvoll sein, dass einige Hochschulen mit einer engagierten Nachhaltigkeitsausrichtung vorangehen und so Beispielgeber für das Gesamtsystem werden.


Zur doppelten Führungsfalle einer universitären Nachhaltigkeitsstrategie

Welche Herausforderungen es für eine Hochschulleitung bedeutet, eine Nachhaltigkeitsstrategie auf universitärer Ebene konsequent umzusetzen, das wurde in den Ausführungen von Sascha Spoun deutlich, der vor vier Jahren als neuer Präsident der Lüneburger Universität angetreten ist, um sie zu einer „Hochschule für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts“ zu entwickeln.

Thorsten Wilhelmy zeigte die zwei zentralen Hürden einer solchen Strategie auf:
1. Es gibt keine Tradition im deutschen Wissenschaftssystem, Hochschulen als institutionelle Akteure zu begreifen. Die gestärkte Macht und Autonomie der Hochschulleitungen, um gesamtuniversitäre Strategien zu befördern, ist mit einer unmittelbaren Einschränkung der Autonomie der einzelnen Hochschullehrerinnen und Fächer verbunden und wird daher als Bedrohung empfunden.
2. Es gibt eine zentrale Rolle der Disziplinarität im deutschen Wissenschaftssystem. Über die Disziplinen rekrutiert sich der Nachwuchs und entscheiden sich wissenschaftliche Karrieren. Isolierte Strategien einzelner Universitäten sind in Deutschland zusätzlich erschwert, weil der Hochschulwechsel für eine wissenschaftliche Karriere unabdingbar ist.

Wer als Hochschulleitung seine Hochschule als „Nachhaltigkeitshochschule“ positionieren will, kämpft damit gleich an doppelter Front: Er schränkt über eine institutionelle Strategie die Autonomie der Hochschullehrerinnen ein und bricht zudem mit dem Disziplinenprinzip.

Dies erfordert ein hohes Maß an Vision, Mut und Durchhaltekraft.

Umsteuern mit mehr als der „finanziellen Möhre“
Auch deswegen wurde intensiv darüber diskutiert, wie solche Prozesse in Hochschulen politisch unterstützt werden können.

Angesichts der Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen ist Geld ein ganz zentrales Steuerungsmittel. Es erklärt auch, warum die deutschen Hochschulen so gleichgeschaltet der „finanziellen Möhre“ (Theresa Bauer) Exzellenzinitiative hinterhergelaufen sind. Krista Sager zeigte sich aus den eigenen Erfahrungen als Wissenschaftssenatorin optimistisch, dass Förderprogramme für mehr Nachhaltigkeitsforschung und Transdisziplinarität schnell entsprechendes Umdenken in Hochschulen auslösen können. Auch die bestehenden Steuerungsinstrumente (Zielvereinbarungen, indikatororientierte Mittelzuweisungen) ließen sich noch effektiver für eine entsprechende Umsteuerung in den Hochschulen nutzen.

Doch Geld wird angesichts der Überschuldung der öffentlichen Haushalte in den kommenden Jahren immer weniger vorhanden sein. Daher ist auch die Hoffnung auf entsprechende Bund-Länder-Programme unabhängig von den hohen Zustimmungshürden kaum realistisch. Auch vor dem Hintergrund gilt es einmal die nächste Runde der Exzellenzinitiative zu nutzen, die Türen für mehr transdisziplinäre Forschung zu öffnen (z.B. durch Einlösung der Transdisziplinaritätsanforderung an Graduiertenschulen, eine Lockerung des Standortprinzips und der Verpflichtung einer federführenden Hochschule sowie die Gewährleistung von Gutachterteams mit Erfahrung in transdisziplinärer Forschung).

Zum anderen ist nach Wegen zu mehr Nachhaltigkeitsorientierung jenseits umfassender staatlicher Förderprogramme zu suchen. Durch die Zivilgesellschaft und private Stifter initiierte Institutionen wie ein „Centrum für Nachhaltige Hochschulentwicklung“ oder ein „Stifterverand für eine Nachhaltige Wissenschaft“ (so zwei Vorschläge aus der Studie „Nachhaltige Wissenschaft“) könnten hier Wege sein.

Genauso wichtig ist es aber, das intrinsische Potenzial von Lehrenden und Studierenden für eine Umorientierung zu transdisziplinärer Forschung und Lehre zu nutzen. Nachhaltigkeit bietet neue Perspektiven und Befriedigung durch wissenschaftliche Tätigkeit durch ihren partizipativen Charakter und die Möglichkeit, Beiträge zu relevanten gesellschaftlichen Herausforderungen zu liefern. Dies können Wege sein, die Freude an Hochschule und wissenschaflticher Tätigkeit auch in Zeit leerer Kassen zu erhalten.

Den Schwung von unten nutzen, Studierende besser einbinden

Die Suche nach diesen intrinsischen Potenzialen rief eine sehr berechtigte Kritik aus dem Plenum hervor: die viel zu geringe Einbindung von Studierenden in die Debatte und auch auf das Podium der Veranstaltung.

Die Diskussion über Umorientierung zu mehr Nachhaltigkeit wird heute noch zu stark forschungsorientiert und aus der Perspektive von Hochschulleitungen geführt. Dabei haben sich prägende Ansätze transdisziplinärer Wissenschaft und Forschung häufig aus innovativen Lehrkonzepten entwickelt. Die Transdisziplinaritätsforschung an der ETH Zürich ist ein Beispiel dafür. Es sind auch oft Studierendeninitiativen, die die Brücken zwischen Forschung und Lehre und ganz konkret praktizierter Nachhaltigkeit an den Hochschulen (z.B. im Rahmen von Energieeinspar- oder Unisolarprojekten) leisten.

Die Möglichkeiten studentischen Engagements gilt es noch intensiver zu nutzen und zu eruieren. Daher stand am Ende der Veranstaltung der feste Vorsatz, eine der nächsten Hochschuldebatten der Böll-Stiftung unter das Thema studentischer Potenziale für eine nachhaltige Hochschule zu stellen und dann ein Podium zusammenzustellen, das mindestens zur Hälfte aus Studierenden besteht.

Was waren Ihre Eindrücke von der Veranstaltung? Diskutieren Sie mit und kommentieren Sie!

091027-Boell-Podium

Herbstkongress der Initiative „Psychologie im Umweltschutz“ (IPU) zum Thema „Nachhaltige Universität“

Der diesjährige Herbstkongress der Initiative „Psychologie im Umweltschutz“ (IPU) findet vom 19.-22. November 2009 in Gersheim bei Saarbrücken zum Thema „Nachhaltige Universität“ statt. Saarbrücken wurde bewusst als Tagungsort gewählt, da die Universität Saarbrücken aktuell an der Umsetzung einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie arbeitet (Der derzeitige Präsident Prof. Dr. Volker Linneweber ist einer der führenden Umweltpsychologen in Deutschland). Die Ergebnisse des Herbstkongresses sollen in den Prozeß an der Universität Saarbrücken einfließen. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie auf der Homepage von IPU.

CHE-Tagung „Corporate Governance – (k)ein Thema für Hochschulen?“

Am 16./17.11.09 führt das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zusammen mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen eine Tagung zum Thema „Hochschul-Governance“ durch. In der Tagung geht es um die Frage, wie koordinierte Steuerungsmöglichkeiten für Hochschulen aussehen können, um zu gewährleisten, „dass möglichst positive und nachhaltige Wirkungen in die Gesellschaft erzielt werden“. Die Tagung erweitert damit den Blick auf die Steuerung von Hochschulen in interessanter Weise. Auch für die Frage, wie eigentlich die Governance einer „Nachhaltigen Hochschule“ aussehen kann, lassen sich aus der Tagung vermutlich interessante Anregungen ziehen. Ein interessanter Referent(inn)en-Kreis verspricht spannende Impulse. Weitere Informationen zur Veranstaltung unter http://www.che-concept.de/cms/?getObject=250&getLang=de&strAction=programm&PK_Veranstaltungen=208.

Veranstaltung „Neue Leitbilder für die Hochschule“ am 27.10.2009 in Berlin

Neue Leitbilder für die Hochschule
Nachhaltigkeit als Chance für die deutsche Wissenschaft?

Dienstag, 27.10.2009, 19-21:30 Uhr
Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8 in Berlin-Mitte
Eintritt frei.

Spätestens die Exzellenzinitiative hat Schluss gemacht mit der Vorstellung, dass alle Hochschulen in Deutschland gleich sein sollen und das Gleiche tun müssen. Doch wie können sich Hochschulen profilieren? Die Orientierung an disziplinärer Forschungsexzellenz alleine wird dazu nicht ausreichen. Gefragt sind neue und alternative Leitbilder. Jenseits der Idee von „Lehruniversitäten“ und der „unternehmerischen Hochschule“ finden sich bisher nur wenige ausgearbeitete Vorschläge.

Können thematische Ausrichtungen ganzer Hochschulen ein Weg zur Differenzierung des Wissenschaftssystems sein? Gerade „Nachhaltigkeit“ eröffnet interessante Perspektiven – sowohl inhaltlich angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung der Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung als auch methodisch – durch den transdisziplinären Charakter von Nachhaltigkeitsforschung und -lehre.

• Welche Leitbilder für Hochschulen sind jenseits der disziplinären Exzellenz denkbar?
• Ist „Nachhaltigkeit“ eine echte Profilierungschance für ganze Hochschulen?
• Wo liegen die Grenzen themenorientierter Profilierungsstrategien für Hochschulen?
• Braucht die Politik mehr Mut im Bekenntnis zu Wissenschaftsleitbildern jenseits der aktuellen Exzellenzrhetorik?

Begrüßung:
Stephan Ertner, Referent Bildung und Wissenschaft, Heinrich-Böll-Stiftung

Input:
Prof. Dr. Uwe Schneidewind stellt zentrale Ergebnisse seiner gerade erschienenen Studie „Nachhaltige Wissenschaft“ vor.

Podiumsgespräch mit:
Krista Sager, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Prof. Dr. Thomas Jahn, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt
Dr. Thorsten Wilhelmy, Wissenschaftsrat
Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg

Moderation:
Thomas Korbun, Geschäftsführer Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)

Informationen: David Handwerker, T 030.285 34-236, handwerker@boell.de oder hier.

Eine Kooperation mit VÖW – Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung e.V.