Reallabor Symposium am 27.04.2018 in Karlsruhe

Am 27. April 2018 fand im Bürgerzentrum Südstadt in Karlsruhe das Reallabor Symposium statt. Die Reallabore, ihre Ergebnisse und Erfahrungen aus über 3 Jahren Reallabor-Forschung in Baden-Württemberg bildeten den Mittelpunkt der Veranstaltung flankiert von Inputs und Reflexionen aus Wissenschaft und Politik, interaktiven Elementen und einem festlichen Abendprogramm. Neben einer Reflexion des Erreichten gab es auch einen forschungspolitischen Ausblick zur Zukunft einer nachhaltigen Wissenschaft.

Der Tag startete mit einem Nachhaltigkeitsspaziergang des Reallabors 131 als Vorprogramm. Den Beginn des Symposiums bildete eine Einführung zur Wissenschaft für Nachhaltigkeit und der Reallabor Förderlinien von Dr. Felix Wagner gefolgt von eine Keynote von Prof. Dr. Lucia Reisch (Zeppelin Universität) mit dem Titel „Reallabore als Motor der Weiterentwicklung einer nachhaltigkeitsbezogenen Transformationsforschung und -Praxis?“. Die BaWü Labs und die Begleitforschungsteams präsentierten hiernach ihre Ergebnisse und Teams auf einer Messe den Besucherinnen und Besuchern des Symposiums.

Der zweite Teil der Veranstaltung startete mit Grußworten der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, dem Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe Dr. Frank Mentrup und dem Vizepräsident des KIT Prof. Dr. Thomas Hirth. Es folgten fachliche Inputs zur Entwicklung des transformativen Formates Reallabor der Begleitforschungsteams, der BaWü-Labs – Dr. Oliver Parodi für die Reallabore aus Baden-Württemberg – und von Prof. Dr. Uwe Schneidewind in Namen der Expertenkommission Wissenschaft für Nachhaltigkeit.

Den Abschluss des Symposiums bildete eine hochrangig besetzte Fishbowl-Podiumsdiskussion zum Thema „Reallabor Forschung: Wohin gehst Du ?“. Teilnehmende Gäste waren unter anderem Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Dr. Eugen Huthmacher (BMBF) und Prof. Dr. Armin Grunwald (KIT/ITAS) sowie Dr. Regina Rhodius (Wissenschaftsdialog Nordschwarzwald) und Dr. Walter Vogt (Future City Lab Stuttgart).
Die Veranstaltung war sehr gut besucht mit Teilnehmenden aus den Bereichen interessierte Öffentlichkeit, Reallabor-Forschende und Praktiker, Fördermittelgeber und Kommunen, Unternehmen und NGOs bis hin zu Studierenden.

Eine Auflistung aller Reallabore der Förderlinien sowie in Kürze eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Call for Papers: GAIA-Ausgabe Forschung zu den Sustainable Development Goals (SDGs)

Die GAIA  – Ecological Perspectives for Science and Society lädt bis zum 21. Mai 2018 zur Einreichung von Abstracts für ihre nächste Thematic Issue zum Thema „Forschung für Sustainable Development Goals (SDGs)“ ein.

Vor dem Hintergrund der Verabschiedung durch die General Assembly der Vereinten Nationen in 2015, stellen die SDGs erstmalig eine globale Agenda der geteilten Wertdimensionen und Zielwissen für nachhaltige Entwicklung dar. Dabei bringt der gesetzte Zeitrahmen bis 2030 eine hohe Dringlichkeit mit sich, die sich innerhalb unserer Wissensgesellschaft insbesondere auch an Wissenschaft und Forschung richtet. So ist insbesondere Transformationswissen gefragt, dass den multidimensionalen und gesellschaftlichen Kontext nachhaltiger Entwicklung mit einbezieht.

In der Ausgabe möchte GAIA daher die SDGs aus einer breiten Auswahl von Forschungsvorhaben beleuchten, die einen Fokus auf die Erreichung der Sustainable Development Goals legen. Dies soll das gegenseitige Lernen und den Diskurs um eine Erneuerung von Wissenschaft und Forschung für nachhaltige Entwicklung fördern.

Unterschiedliche Formate sind vorgesehen, darunter insbesondere Forum Contributions und Research articles unter anderem zu folgenden Themen:

  • Reflexion der institutionellen und methodischen Herausforderungen für Forschung und Wissenschaftssystem und die Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft sowie Wissenschaft und Politik.
  • Reflexion und der Rolle von Wissenschaft und Forschung in der Bewerbung der SDGs und dem Schließen von Wissenslücken in Bezug auf die SDGs und ihre Zusammenhänge untereinander.
  • Erfahrungen aus konkreten Forschungsvorhaben, die auf Erreichung eines oder mehrerer SDGs ausgerichtet sind.
  • Erkenntnisse oder Empirische Ergebnisse zu Trade-offs und Co-benefits der SDGs generell oder in konkreten Kontexten, sowie Ergebnisse wie Zielkonflikte reduziert bzw. ein Zusammenwirken verstärkt werden könnte.

Die Ausgabe wird peer-reviewed und unter Open Acess-Lizenz veröffentlicht. Es fallen keine Publikationsgebühren an. Die Publikationssprache ist englisch. Weitere Hinweise zur Publikation finden Sie in den Submission Guidelines.
Englischsprachige Extended Abstracts (500-1000 Wörter) können noch bis zum 21. Mai per Mail an urs.wiesmann@cde.unibe.ch und gaia@oekom.de eingereicht werden. Die Ausgabe soll dann im Frühjahr 2019 erscheinen.

Alle weiteren Informationen zu Themenschwerpunkten und Zeitplan sowie den gesamten Ausschreibungstext für die Ausgabe finden Sie hier.

The World as a Lab – GAIA special issue on experimental formats for transdisciplinary sustainability research

A detailed and deep insight in the work and effects of real-world laboratories is given in the latest GAIA special issue with the title „Labs in the Real World“. Questions on transdisciplinarity and different dimensions of learning are addressed, as well as the transformative potential of real-world laboratories as research concept regarding empirical and theoretical aspects of the sustainability studies.

How can processes of societal transformation in the direction of a sustainable development be understood and enhanced using experimental methods? To explain this, scientists work together with local stakeholders from business, politics, administration and civil society on specific social ecological changes. Since 2015, the Ministry for Science, Research and Art of the state Baden-Württemberg is funding the work of the 14 real-world laboratories, out of which many experiences are incorporated in this special issue. The aim is to establish so called „learning spaces“, in which the social attitude, questions and needs of all participants and stakeholders can be addressed. With the wishes and the insider knowledge of these local people effective and accepted solutions for transformation processes, from urban redevelopment of a neighbourhood to sustainable mobility systems, can be found.

The articles are written in English and were compiled by the scientists of the accompanying research team for the real-world laboratories in Baden-Württemberg, consisting of the Institute for Social-Ecological Research (ISOE), the Leuphana University Lüneburg and the Wuppertal Institute. In addition to concrete application references on site, the conditions of success of real-world laboratories are described, as well as their scientific and methodological potential as a whole.  Editor for GAIA, Ortwin Renn, summarizes it as follows:

Real-world labs are a viable and promising concept for realizing the vision of transdisciplinary research.

All contributions of the special issue are open access and can be found on Ingenta.

Die Welt als Labor – GAIA-Sonderheft über experimentelle Formate der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung

Einen detailierten und tiefen Einblick in die Arbeits- und Wirkungsweise von Reallaboren gibt die aktuelle Ausgabe der GAIA in Form eines kompakten und umfassenden Sonderheftes unter dem Titel „Labs in the Real World“. Beleuchtet werden Fragen, nach Transdisziplinarität und verschiedenen Dimensionen des Lernens sowie nach dem transformativen Potential der Reallabore als Forschungskonzept für die Vielfalt an Empirie und Theorie in den Nachhaltigkeitswissenschaften.

Wie können gesellschaftliche Transformationsprozesse in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung auf experimentelle Weise besser verstanden und beschleunigt werden? Um das zu klären, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft jeweils vor Ort an konkreten sozial-ökologischen Veränderungen. Seit 2015 fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Arbeit der 14 Reallabor-Projekte, deren Erfahrungen in die Sonderausgabe eingeflossen sind. Es sollen sogenannte „Lernräume“ etabliert werden, in denen gezielt auf die Haltungen, Fragestellungen und Bedürfnisse aller Beteiligten eingegangen werden kann. So können mit den Wünschen und dem Insider-Wissen der Menschen vor Ort wirkungsvollere und akzeptierte Lösungen für Transformationsprozesse, von der Stadtteilsanierung bis zum nachhaltigen Mobilitätssystem, gefunden werden.

Die englischsprachigen Artikel wurden zusammengestellt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Begleitforschungsteams der baden-württembergischen Reallabore, bestehend aus dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), der Leuphana Universität Lüneburg und dem Wuppertal Institut. Neben konkreten Anwendungsbezügen vor Ort werden auch die Erfolgsbedingungen von Reallaboren beschrieben oder das wissenschaftliche und methodische Potential von Reallaboren insgesamt.
Redakteur der GAIA, Ortwin Renn, fasst es folgendermaßen zusammen:

Reallabore sind ein praktikables und vielversprechendes Konzept zur Umsetzung der Vision einer transdisziplinären Forschung„.

Alle Beiträge des Sonderhefts sind Open-Access und auf Ingenta zu finden.

Stand der transformativen Forschung in NRW

Am Mittwoch, den 21. September 2016 fand in Düsseldorf eine Veranstaltung zum Thema „Transformative Forschung – Wo steht NRW?“, veranstaltet vom Wissenschaftsministerium NRW, statt.

Auf der Veranstaltung wurde der Stand der seit 2013 verfolgten Forschungsstrategie „Fortschritt NRW“ diskutiert, die zum Ziel hat, umsetzungsorientierte Forschung zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stärken. Sie zielt außerdem darauf ab, die Entwicklung von Themen wie der Energiewende, digitalem Wandel, Arbeit 4.0 oder Verbraucherschutzthemen nachhaltig auszugestalten und dabei auch die Zivilgesellschaft stärker einzubeziehen.

Im Rahmen eines „Science Match“ hat sich eine große Bandbreite an Projekten aus NRW vorgestellt, darunter die transdisziplinären Forschungskollegs und Regionalnetzwerke in NRW, die von Lebensqualität im hohen Alter über Kinder und Jugendgesundheit, Energieeffizienz und Ressourcen in der Landwirtschaft eine große Bandbreite an Themen bearbeiten.

Auch die Verbraucherzentralen NRW engagieren sich zunehmend in dem Feld, indem sie Verbraucherforschung für, mit und zu Konsumentinnen und Konsumenten betreiben.

Ebenfalls kontrovers diskutiert wurde, wie eine engere Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft möglich wäre. Während sich die Podiumsgäste hinsichtlich der allgemeinen Zielsetzung einer „transformativen“ Wissenschaft einig waren, kam die Kritik an Bürgeruniversitäten hier eher von außen.

Ein kürzlich erschienener Artikel in der Welt legt die Ängste in der Debatte anschaulich dar, berücksichtigt aber leider nicht den inzwischen sehr differenzierten Stand der Diskussion (vgl. dazu die Debatte in der GAIA).

Neues Reallabor-Forschungsprogramm „Trafo BW“ des Landes Baden-Württemberg gestartet

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat ein neues Forschungsprogramm „Transformation des Energiesystems in Baden-Württemberg – Trafo BW“ gestartet.

Nachdem das Wissenschaftsministerium Baden-Württembergs bereits seit 2015 zwei Förderlinien für Reallaborforschung unterhält, fördert nun auch das Umweltministerium mit knapp sechs Millionen Euro bis zum Jahr 2021 inter- und transdisziplinäre Reallaborforschung im Kontext der Energiewende Baden-Württembergs.

Thematisch werden Forschungsvorhaben zum Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis für die Themenfelder Sektorkopplung von Strom, Wärme und Mobilität, der Überwindung von Hemnissen für Energieeffizienzmaßnahmen auf Verbraucherseite sowie hinsichtlich Einsatzmöglichkeiten von Solarthermie und Bioenergie (2.0) gefördert.

Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung und Akzeptanz von technologischen Lösungen sondern auch um Innovationen bsp. von Geschäftsmodellen, hinsichtlich gesellschaftlichem Bewusstsein, Verbaucherverhalten oder organisatorischer Einbindung von Akteuren.

Das neue Forschungsprogramm wurde durch eine Empfehlung des wissenschaftlichen Ausschusses des Beirats der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung angestoßen.

Alle weiteren Informationen zur Förderlinie sowie Informationen zur Antragsstellung (Frist 22.08.16) finden Sie hier.

Symposium „Reallabor Spacesharing“ am 18.02.16 an der Kunstakademie Stuttgart

Am 18.02. findet von 9-12.30h an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ein Symposium anlässlich der EuroFM Winterschool 2016“  zum Thema „Reallabor Spacesharing“ statt.

Im Rahmen des Symposiums wird das Forschungsprojekt „Reallabor Spacesharing“ vorgestellt und diskutiert, welche Potentiale und Herausforderungen sich bei der Nutzungsintensivierung von Gebäuden durch dynamische Programmierung mit dem Ziel der „24/7-Nutzung“ ergeben.
Das vorgestellte Reallabor ist eines der in der ersten Förderrunde des Landes Baden-Württemberg geförderten Projekte.

Das Symposium findet in englischer Sprache statt. Das Programm sowie alle weiteren Informationen zum Symposium finden Sie hier.

Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen? – Veranstaltung der Plattform Forschungswende am 11.01.16 in Stuttgart

Der BUND, der NABU Baden-Württemberg und die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende laden ein zum Workshop „Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen?“ am
11. Januar 2016 in Stuttgart.

In dem Workshop sollen Ziele, Strukturen und Inhalte der Forschungs- und Innovationsstrategien sowie die Möglichkeiten der Partizipation auf Bundes- und Landesebene vorgestellt und diskutiert werden. Außerdem liegen aus den „Reallaboren für praxisnahe wissenschaftliche Forschung zur Nachhaltigkeit“ erste landesspezifische Erfahrungen für Baden-Württemberg vor, die reflektiert und diskutiert werden sollen. Der Workshop wendet sich insbesondere an die Akteure der Gesellschaft sowie der transformativen Wissenschaft.

Ausführliche Informationen zum Workshop finden Sie in der Einladung.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 05.01.2016 unter Angabe von Institution und Funktion an hello(at)forschungswende.de
Bitte beachten Sie, dass die Plätze begrenzt sind.

Zweite Förderlinie der Reallabore Baden-Württemberg gestartet

Nach erfolgter Ausschreibung der zweiten Förderlinie für „Forschung für Nachhaltigkeit“ hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg nun sieben weitere Reallaborprojekte ausgewählt, die neben den bestehenden sieben Reallaborprojekten für drei Jahre mit weiteren 8 Millionen Euro gefördert werden.

Die Projekte mit Bezug zum Thema „Städte als Zukunftslabore der modernen Gesellschaft“ sollen dabei das Zusammenspiel von Wissenschaft, Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft stärken. Sie decken dabei thematisch verschiedene Felder einer zukünftigen Stadtentwicklung ab, die sich vor dem Hintergrund der großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen: Von Einwanderung und demographischem Wandel, über klimaverträgliches Wohnen hin zu nachhaltiger Mobilität und den Herausforderungen digitaler Lösungen.

Die Projekte wurden dabei aus 27 Anträgen auf Grundlage der Begutachtung durch eine unabhängige Expertenkommission ausgewählt. Hier ein Überblick über die sieben geförderten Reallaborprojekte:

  • Reallabor BUGA:log in Heilbronn
    Im Reallaborprojekt BUGA:log der Hochschule Heilbronn sollen selbstfahrende Transportfahrzeuge für die Nahversorgung im Stadtraum eingesetzt werden, sodass das Verkehrsaufkommen insgesamt reduziert wird. Dazu sollen erstmals Fahrzeuge im Rahmen der Anlieferung und Entsorgung für die Bundesgartenschau 2019 im öffentlichen Bereich getestet werden. Besucher der Bundesgartenschau können dann mit einer eigens entwickelten App den Transportern kleine Aufträge erteilen – dabei sollen gemeinsam Vorbehalte und Herausforderungen für den bürgernahen Einsatz von autonomen Fahrzeugen aufgespürt werden.
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  • Reallabor Schorndorf – Zukunftsweisender Öffentlicher Verkehr
    In Schorndorf (nähe Stuttgart) soll ein bedarfsorientiertes, digital gestütztes Konzept für den dortigen öffentlichen Nahverkehr entwickelt werden, das ohne feste Haltestellen auskommt und damit den Nahverkehr ganz an die individuellen Ansprüche der Nutzenden anpasst. Mittels einer App entwickelt das Projektkonsortium um das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum eine flexible Mobilitätslösung für die Nebenverkehrszeiten, welche durch intelligente Nutzung von Kleinbussen zudem noch Ressourcen einsparen soll.
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  • Reallabor „Go Karlsruhe!“
    In Karlsruhe soll mit digitalen Methoden untersucht werden, wie eine Stadt fußgängerfreundlicher gestaltet werden kann. Präferenzen von Fußgängerinnen und Fußgängern sollen gemeinsam mit Forschenden der Hochschule Karlsruhe der Stadtverwaltung und weiteren Verbänden erforscht werden, um im Anschluss Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs in Experimenten auszuprobieren. Dabei setzt das Projekt auf Interaktion über digitale Medien. Und zwar dort, wo sich die Zielgruppe bewegt: An Ampeln und Verkehrsschildern sowie über die Smartphones der Fußgängerinnen und Fußgänger. Nebenbei werden so auch unterschiedliche (digitale) Beteiligungsformen erprobt.
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  • Energielabor Tübingen
    Im Energielabor-Projekt Tübingen erforscht die Universität Tübingen in einem breit aufgestellten Konsortium zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern, wie im Stadtraum Photovoltaik, Solar- und Geothermie, Kleinwindkraft und Biomasse so ergänzt werden können, dass 50 Prozent der Versorgung durch regenerative Energiequellen erfolgt. Auch das Bewusstsein und der persönliche Beitrag der Bürgerinnen und Bürger soll aufgezeigt werden um dem Abbau von Vorbehalten gegenüber regenerativen Energiequellen zu dienen.
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  • Reallabor Stadt:quartiere 4.0 in Stuttgart und Herrenberg
    Im geographisch auf zwei Kommunen angelegten Reallabor der Universität Stuttgart sollen digitale Verfahren und Simulationen erprobt werden, um Bürgerinnen und Bürger in die jeweilige Stadtentwicklung einzubeziehen. Das Projekt dient der Auswahl, Erprobung und Evaluation geeigneter (digitaler) Methoden für die unterschiedlichen Planungphasen. Stadtquartiere sollen auf diese Weise zu „Reallaboren des Wandels“ werden und ein zu entwickelnder Planungsleitfaden die Erkenntnisse für andere Kommunen nutzbar machen.
    Information der Uni Stuttgart
  • Reallabor „STADT-RAUM-BILDUNG“ in Heidelberg
    Im Reallabor der SRH Hochschule Heidelberg untersuchen drei Hochschulen gemeinsam mit Praxispartnern, wie durch Um- und Ausbauten von Schulen Bildungslandschaften geschaffen werden können, die individualisierte und kooperative Lernformen ermöglichen. Auch soll untersucht werden, wie Schulen selber zu Impulsgebern für die Stadtgesellschaft werden können. Im Rahmen des Reallabors soll die Neustrukturierung lokaler Bildungslandschaften zur nachhaltigen Gestaltung der Wissensstadt wissenschaftlich, fachlich und praktisch unterstützt werden. Ein Handbuch zur Schulbau-Typologie soll die Erkenntnisse zu Projektende festhalten und übertragbar machen.
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  • Reallabor „Asylsuchende in der Rhein-Neckar-Region“
    Die Pädagogische Hochschule Heidelberg untersucht gemeinsam mit zahlreichen Praxisakteuren, welche Faktoren die wirtschaftliche und soziale Integration von Flüchtlingen in den Bereichen Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und Wohnen fördern. Darüber hinaus werden Integrationsmaßnahmen der beteiligten Kommunen verglichen, um Best-Practice-Beispiele herauszuarbeiten. Nach den zahlreichen Veränderungen der rechtlichen, strukturellen und sozialen Rahmenbedingungen der Flüchtlingszuwanderung in den letzten Jahren gilt es hier nachhaltige Lösungen innerhalb der veränderten Bedingungen aufzuzeigen.
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Die Ausschreibung vom Juni 2015 kann hier eingesehen werden. Die Pressemitteilung des Ministeriums vom 07.10.15 finden Sie hier.

„Dynamik oder Verfall? Zur Zukunft der urbanen Infrastrukturen in NRW“ – Veranstaltung der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft am 29.10. in Düsseldorf

Unter dem Titel „Dynamik oder Verfall? Zur Zukunft der urbanen Infrastrukturen in NRW“ lädt die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) am 29. Oktober 2015 um 17:00 Uhr in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf ein. Fünf kurze Impulsvorträge aus JRF-Mitgliedsinstituten bilden den Rahmen für eine anschließende offene Diskussion. Dabei können sich interessierte Bürger mit WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen und UnternehmerInnen über die Frage austauschen, welche technologischen, wirtschaftlichen, aber auch sozialen und kulturellen Anforderungen eine nachhaltige Entwicklung städtischer Infrastrukturen berücksichtigen muss.

Die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft e. V. (JRF) ist die Dachorganisation 15 unabhängiger, gemeinnütziger Forschungsinstitute in Nordrhein-Westfalen. Die Institute betreiben zukunftsorientierte Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Sie forschen interdisziplinär unter dem Dach der JRF und stellen sich den technischen, ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.

Die JRF ist Kooperationspartner des Wissenschaftsjahres „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Veranstaltung wird mit gemeinschaftlicher Unterstützung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen unter: veranstaltungen@jrf.nrw.

„Gutes Klima in der Stadt?! Vom Klimaschutz bis zur Anpassung an den Klimawandel“ – Veranstaltung am 14.10. in der hessischen Landesvertretung in Berlin

Die Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz und Prof. Dr. Andreas Ernst vom Center for Environmental Systems Research der Universität Kassel laden zu einer Abendveranstaltung „Gutes Klima in der Stadt?! Vom Klimaschutz bis zur Anpassung an den Klimawandel“ am 14. Oktober 2015, 18 Uhr in der Hessischen Landesvertretung in Berlin ein.

Städte sind auf verschiedene Arten mit dem Begriff Klima verwoben: Wie beeinflusst der Klimawandel das Leben in Städten? Was müssen Städte tun, um die Bevölkerung und die Infrastruktur vor den Folgen des Klimawandels, wie Hitzeperioden und Starkregenereignissen zu schützen?

Und auch die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist eine Aufgabe, derer sich mehr und mehr Städte annehmen. Von Wohnvierteln, die sich für eine klimafreundliche Energieversorgung zusammenschließen, über Bürgerinnen und Bürger, die eine Stiftung gründen, um Klimaschutzprojekte in ihrer Stadt zu finanzieren – die Möglichkeiten, zum Schutz des Klimas beizutragen sind vielfältig – und auch dringend notwendig. Ganz nebenbei trägt der Klimaschutz zum Beispiel durch die Förderung alternativer Verkehrsformen auch zur Luftreinhalteplanung der Städte bei.

Welchen Herausforderungen sich Städte in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel gegenüber sehen, beleuchtet diese Veranstaltung mit Erfahrungen aus der kommunalen Praxis und der hessischen Landespolitik sowie der Perspektive der Wissenschaft.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der NaWis-Runde statt. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 13.10. unter: veranstaltungen@lv.hessen.de

„Lehrer/innen-Bildung fuer nachhaltige Entwicklung, Vernetzung Phase 1 & 2“ – Tagung am 08.10. an der PH Schwäbisch Gmünd

Das Hochschulnetzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ Baden-Württemberg lädt zu einer Tagung „Lehrer/innen-Bildung fuer nachhaltige Entwicklung, Vernetzung Phase 1 & 2“ am 08. Oktober 2015 an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ein. Ziel der Tagung ist es, gemeinsam mit Vertreter/innen der Ministerien für Kultus, Jugend und Sport bzw. für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie mit Vertreter/innen der Hochschulen, der Staatlichen Seminare für Lehrer/innenbildung und der zivilgesellschaftlichen Organisationen die Möglichkeiten einer engen Verzahnung der Lehramtsausbildung vor dem Hintergrund einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) auszuloten und zu entwickeln.

Um Anmeldung wird gebeten bis: Freitag, den 02. Oktober 2015 an: bnenetz@ph-ludwigsburg.de

Begleitforschung der geförderten Reallabore in Baden-Württemberg

Die Reallabor-Forschung in Baden-Württemberg gewinnt zunehmend an Fahrt. Zum 01.01.2015 nahmen an sieben baden-württembergischen Hochschulen Reallabore zur Transformation von Städten, Regionen oder Sektoren ihre Arbeit auf, finanziert durch Mittel des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Anwendungsbereiche und Zielsetzungen der Reallabore sind divers: Sie wollen beispielsweise Produktionsketten in der Textilindustrie transparenter gestalten und damit Impulse zur Veränderung des Konsums geben oder Visionen einer nachhaltigen Mobilität in Städten gemeinsam mit Beteiligten vor Ort entwickeln.

Auf einer Auftaktveranstaltung „BaWü-Labs Go“ am 30.04.15 in Stuttgart präsentierten die Reallabore erstmals ihre Vorhaben einer breiteren Öffentlichkeit. Bereits auf dieser Veranstaltung zeigte sich eine breite Beteiligung wissenschaftsexterner ProjektpartnerInnen – ihre Einbindung ist ein Ziel der Reallabor-Forschung.

Wie setzen die Reallabore dieses und ihre weiteren Ziele um? Was können sie voneinander oder von ähnlichen Forschungsvorhaben lernen?
Und welche Erkenntnisse hinsichtlich des methodischen Vorgehens oder der konkreten Projektumsetzung sind für andere Forschungssettings interessant?
Diesen Fragen widmet sich die Begleitforschung, die die Reallabore über die Projektlaufzeit bis Ende 2017 unterstützen wird.
Die Begleitforschung besteht aus zwei Teilprojekten. Die beiden Projektteams wirken – in engem Austausch mit den Reallaboren – auf zwei miteinander verschränkte Zielsetzungen hin:

(1) Begleitende Unterstützung und Vernetzung der Reallabore mit Blick auf die Prozessgestaltung, die Erarbeitung übergreifender Ergebnisse sowie die nationale und internationale Vernetzung der Reallabore.
(2) Gewinnen von Einsichten über die Prozesse in den Reallaboren, vor allem hinsichtlich Methoden, Qualitätsmerkmalen und transdisziplinärer Wissensintegration.

Das Team „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren (ForReal)“ (Kooperation aus Leuphana Universität Lüneburg / Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt / Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie) möchte:

  • die BaWü-Labs durch Bereitstellung strukturierter und praxisorientierter Grundlagen zur „Reallaborforschung“, gezielte Inputs und interner/externer Vernetzung unterstützen,
  • die eingesetzten Methoden in den Reallaboren zur Verwirklichung der konzeptionellen Reallabor-Ideen ermitteln, beschreiben und strukturieren,
  • übergreifende Qualitätsmerkmale von Reallaboren als Trans- formationsvorhaben identifizieren,
  • zur Übertragbarkeit von Prozessen und Ergebnissen sowie in der nationalen und internationalen Vernetzung zum Austausch von Good Practices beitragen.

Das Team „Reallabore vernetzen, verstehen und verstetigen“ (Universität Basel) möchte

  • inter- und transdisziplinäre Prozesse in den BaWü-Labs unterstützen,
  • dazu beitragen, dass das übergreifende Erfahrungswissen der BaWü-Labs zu verallgemeinerbaren Aussagen führt, sowie
  • einen moderierten Rahmen bieten für Austausch, gemeinsames Lernen, Vergemeinschaftung und Generalisierung der Erfahrungen und Einsichten.

Bearbeitet werden dabei von dem Projektteam in Basel Themen, die alle BaWü-Labs interessieren können:

  • Verstetigung: Kontextspezifische Stärkung der einzelnen BaWü-Labs
  • Methodologie: Hinweise zur Gestaltung der Prozesse in Reallaboren
  • Förderung: Wissenschaftspolitische Empfehlungen für Reallabore
  • Epistemologie: Erkenntnisse zu „Co-Design“ und „Co-Production“ von Wissen
  • Bildung: Stärkung BaWü-Labs als Lernorte einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Beide Teams der Begleitforschung bauen auf einem reichhaltigen Erfahrungsschatz über Forschungs- und Vernetzungsprozesse in transdisziplinären Projekten mit Beteiligung wissenschaftsexterner Akteure auf.

Über die Arbeit der Reallabore und deren Begleitforschung wird in Zukunft auf den Seiten des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums sowie auf dem Blog Transformative Wissenschaften (Reallabore) berichtet.

Treffen des bayerischen Netzwerks „Hochschule und Nachhaltigkeit“ am 16.07. in Bamberg

Die Hochschulrektorenkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission haben 2010 die gemeinsame Erklärung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet, die auf die besondere Verantwortung und Vorbildfunktion der Hochschulen verweist, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in der Gesellschaft zu verankern. Die Hochschulen selbst können das Leitbild in Forschung, Lehre und Campusmanagement implementieren. Im Juni 2012 erfolgte mit dem „Commitment to Sustainable Practices of Higher Education Institutions“ ein erneuter, internationaler Aufruf an die Hochschulen, dem einige deutsche Hochschulen bereits gefolgt sind. Bayerische Hochschulen werden jedoch als Akteure für eine nachhaltige Entwicklung, trotz einzelner Aktionen, national und international bisher zu wenig wahrgenommen.

 Vor diesem Hintergrund initiierten Prof. Dr. Ingrid Hemmer (Katholische Universität Eichstätt- Ingolstadt) und Lara Lütke-Spatz (damals Hochschule München) im Jahr 2012 das Netzwerk Hochschule & Nachhaltigkeit Bayern. Die Initiatorinnen veranstalten einmal pro Semester ein Netzwerktreffen. Das kommende Netzwerktreffen wird unter dem Schwerpunkt „Nachhaltigkeit im Dialog – Lessons to be learned“ am 16.07.2015 an der Universität Bamberg statt finden.

Veranstaltungsbericht «BaWü-Labs Go» am 30.04.2015 in Stuttgart

von Mandy Singer-Brodowski (Begleitforschungs-Team „ForReal“ – „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren“

Mit rund 250 BesucherInnen aus Wissenschaft und Praxis war die Auftaktveranstaltung für die baden-württembergischen Reallabore «BaWü-Labs Go!» am 30.04.2015 in der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste ein gelungener und gut besuchter Auftakt.

 

Frau Petra von Olschowski, Rektorin der Akademie der bildenden Künste (ABK), eröffnete die Veranstaltung, in dem sie die verschiedenen Studiengänge der ABK (Architektur, Industrie-Design, Kommunikations-Design etc.) und ihren jeweiligen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit darstellte. Sie zeigte anhand der eigenen Hochschule auf, wie die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Reallaboren sowohl nach innen (mehr Lehrveranstaltungen) als auch nach außen (Wirkung der Hochschule in die Stadt) aktuell eine intensive Dynamik entfaltet.

Reallabore als Ort des gemeinsamen Lernens

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer stellte anschließend dar, warum und wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst das Konzept der Reallabore in die eigene Förderung aufgenommen hat. Ihre Ausführungen begann sie mit einer Beschreibung von Reallaboren. Diese sind aus ihrer Sicht notwendig, weil 1. die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einen umfassenden Veränderungsprozess unserer Gesellschaften in nur kurzer Zeit erforderten, 2. Wissenschaft in der Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren auch neue Wege gehen soll und 3. damit gesellschaftliche Akteure eingeladen werden, in konkreten Forschungs- und forschungsgestützten Veränderungsprozessen zu partizipieren. Etablierte Formen der Grundlagenforschung werden durch eine Forschung in Reallaboren nicht etwa verdrängt, sondern weiterhin notwendig seien. Theresia Bauer wies auf das aktuelle Positionspapier des Wissenschaftsrates zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen hin, das am 24.04.2015 in Stuttgart veröffentlicht wurde und das Grundlagenforschung und Innovationsförderung als zwei wesentliche wissenschaftspolitische Zielvorstellungen darstellt, die durch eine Forschung zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen ergänzt werden. Dazu sollte in Forschungs- und Innovationsprozessen vermehrt mit Akteuren ausserhalb der Wissenschaft zusammengearbeitet werden. Als positive Beispiele solcher Kooperationen nennt der Wissenschaftsrat die Reallabore in Baden-Württemberg.

3 BaWü-Labs Stuttgart_DSC06854 Vortragssaal in der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart

Theresia Bauer machte in ihrem Vortrag weiterhin deutlich, dass die Beteiligung von gesellschaftlichen Akteuren in transdisziplinären Forschungsprozessen von allen Akteuren ein gemeinsames Lernen erfordert, in dessen Rahmen die bisherigen Rollen nicht aufgelöst, sondern aufeinander bezogen werden. Dies kennzeichnet auch das Konzept des Reallabors, in dem durch eine enge Kooperation der Forschenden mit Beteiligten aus Verbänden, Kommunen oder Unternehmen gesellschaftliche Lern- und Veränderungsprozesse vorangetrieben und so wissenschaftliches Wissen und ausserwissenschaftliches Wissen integriert wird.

Innovative Lehrmethoden im Kontext der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung an Hochschulen – Netzwerktreffen des BNE-Hochschulnetzwerks Baden-Württemberg

Am 13.05.2015 wird am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das nächste Netzwerktreffen des BNE- Hochschulnetzwerks Baden-Württemberg statt finden. Leitthema der Veranstaltung sind innovative Lehrmethoden im Kontext der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE). Nach Vorträgen durch Dr. Oliver Parodi und Richard Beecroft (beide KIT) und Prof. Dr. Marco Rieckmann (Universität Vechta) am Vormittag können sich die TeilnehmerInnen nachmittags in Workshops zusammenfinden. Eine inhaltliche Beschreibung der Workshops kann dem Tagungsprogramm entnommen werden.

 

Koalitionsvertrag Hamburg greift „Nachhaltige Wissenschaft“ auf

SPD und Grüne Hamburg haben am 08.04. ihren Koalitionsvertrag „Zusammen schaffen wir das moderne Hamburg“ vorgestellt. Auch das Thema „Nachhaltige Wissenschaft“ wird darin aufgegriffen: „Dass Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen soll, wird von uns positiv begleitet. Wir unterstützen eine Wissenschaftskultur, die über die Grenzen der Fachdisziplin hinweg auch die großen Zukunftsprobleme im Austausch mit der Gesellschaft bearbeitet (transdisziplinäre Forschung). Zur wissenschaftlichen Anregung und Begleitung von Transformationsprozessen sollen durch die Wissenschaftseinrichtungen geeignete Formate identifiziert und geprüft werden und zum Einsatz kommen.“ (S. 50)

Die grüne Landeschefin Katharina Fegebank, die von 2007 bis 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg war, soll in Zukunft die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung führen.

 

„Ohne Forschung können wir die großen gesellschaftlichen Herausforderungen nicht lösen“ – Diskussionsbeitrag von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze

Auf dem Portal der NRW-Landesregierung stellt sich die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze der Diskussion zum Thema Verantwortung der Wissenschaft. In ihrem Diskussionsbeitrag fordert sie insbesondere eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft ein: „Und ich wünsche mir selbstbewusste Vereine und Verbände, Interessensgruppen und Initiativen, die ihre Fragen laut stellen und den Dialog mit der Wissenschaft dazu einfordern.“ Unter https://land.nrw/de/blogbeitrag/ohne-forschung-koennen-wir-die-grossen-gesellschaftlichen-herausforderungen-nicht-loesen können Sie zum Thema mitdiskutieren.

Forschung für Nachhaltigkeit: 8 Millionen Euro für die nachhaltige Entwicklung von Städten in Baden-Württemberg

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg fordert Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen des Landes zur Teilnahme an der Ausschreibung „Reallabor Stadt“ auf. Mit dieser zweiten Ausschreibungsrunde im Rahmen der Strategie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ werden Projekte gefördert, die in Zusammenarbeit mit Kommunen gesellschaftliche Herausforderungen des urbanen Raumes wissenschaftlich bearbeiten und die Stadtentwicklung aktiv vorantreiben.
„Viele gesellschaftliche Herausforderungen zeigen sich besonders deutlich in unseren Städten. Dazu gehören Einwanderung, neue Formen von Wohnen und Mobilität, Digitalisierung, die Alterung unserer Gesellschaft“, so Wissenschaftsministerin Bauer. Zugleich werde in Städten an Lösungen für diese Probleme gearbeitet: „Städte sind Labore der Zukunft, weil hier Wissenschaft, Kommunen, die Wirtschaft und Bürger gemeinsam Lösungsansätze entwickeln können“. Diese Form der Zusammenarbeit soll die ausgeschriebene neue Förderlinie des Wissenschaftsministeriums stärken. Dafür stehen insgesamt 8 Mio. Euro zur Verfügung, die nach Begutachtung durch ExpertInnen im November 2015 vergeben werden. Die Frist zum Einreichen von Anträgen ist der 26.06.2015. Die vollständige Ausschreibung finden Sie unter diesem Link.

Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Sachsen-Anhalt mit thematischem Block zum Beitrag der Wissenschaft

Am 28.01.2015 wird in Mageburg die Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Sachsen-Anhalt stattfinden. Hintergrund der Veranstaltung ist auch die Veröffentlichung des „Indikatorenberichtes zur nachhaltigen Entwicklung des Landes Sachsen-Anhalt 2014“ als eine der Grundlagen für die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. In einem thematischen Block des Tagungsprogramms wird besonders die Rolle der Wissenschaft für die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundeslandes diskutiert. Eine Anmeldung zur Konferenz ist noch bis zum 19.01. möglich. Das vollständige Programm können Sie hier herunterladen:

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Baden-Würrtembergische Landesregierung fördert Pilotprojekte für ein „Leistungszentrum Nachhaltigkeit“ in Freiburg

Die Landesregierung Baden-Württemberg fördert Pilotprojekte zum Aufbau eines „Leistungszentrums für Nachhaltigkeit“ in Freiburg mit rund fünf Millionen Euro. Die Projekte sollen Antworten auf Fragen zu den Themen nachhaltige Werkstoffe, Energiesysteme, Resilienzforschung sowie ökologische und gesellschaftliche Transformation liefern. Die Förderung übernehmen die Ministerien für Finanzen und Wirtschaft sowie für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gemeinsam. Die Albert-Ludwigs-Universität und die fünf Fraunhofer-Institute (Ernst-Mach-Institut, Institut für Angewandte Festkörperphysik, Institut für Physikalische Messtechnik, Institut für Solare Energiesysteme, Institut für Werkstoffmechanik) am Standort Freiburg streben eine Allianz unter dem Dach des gemeinsamen Leistungszentrums Nachhaltigkeit an. Die Universität und die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligen sich an der Finanzierung ebenfalls mit insgesamt rund fünf Millionen Euro. Außerdem wird die Wirtschaft eigene Projekte am Leistungszentrum in Höhe von sechs Millionen Euro in Auftrag geben.
Zur Pressemitteilung über die Förderung des Leistungszentrums Nachhaltigkeit gelangen Sie hier.

Auftaktveranstaltung zum Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab Januar 2015 sieben Reallabore, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen im Land wissenschaftlich bearbeiten. Themen sind unter anderem nachhaltige Mobilitätsstrukturen, nachhaltige Stadtentwicklung, der Nationalpark Nordschwarzwald oder nachhaltiger Textilkonsum. Zum Start der Projekte lädt das Ministerium zu einer öffentlichen Veranstaltung, in der die Reallabore vorgestellt und die Besonderheiten dieser Forschung in ihren Teilaspekten beleuchtet werden: BaWü-Labs GO! Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg am Donnerstag, 30. April 2015, 13.00 – 18.00 Uhr in der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Um Anmeldung wird gebeten bis 21. April 2015 unter: nachhaltigkeit@mwk.bwl.de

Initiativkreis Hochschulpolitik der Grünen Landtagsfraktion NRW legt Ideen für strategische Hochschulplanung vor

Der Initiativkreis Hochschulpolitik zur Beratung der Grünen Landtagsfraktion in NRW hat Ideen und Handlungsoptionen für die Weiterentwicklung der NRW-Hochschullandschaft vorgelegt. Der Kreis aus grünen WissenschaftspolitikerInnen und ExpertInnen der nordrhein-westfälischen Universitäten und Fachhochschulen wurde mit der Intention gegründet, „Ideen zu entwickeln, die für eine langfristige strategische Hochschulplanung von Interesse sein könnten“. Er hat sich in sechs Gesprächsrunden mit den Themen „Differenzierung des Hochschulsystems“, „Transformative Wissenschaft“, „Bund-Länder-Finanzierung“, „Finanzierung und Partizipation im niederländischen Hochschulsystem“, „Qualität der Lehre“ und „Gleichstellung an Hochschulen“ beschäftigt.
Das im November veröffentlichte Abschlusspapier des Initiativkreises beinhaltet eine Zusammenfassung von zentralen Diskussionen im Initiativkreis in Form von Thesen, sowie Beiträge einzelner Mitglieder. Die ExpertInnen sprechen sich unter anderem für eine Wissenschaft  auf Augenhöhe mit der Gesellschaft aus und stärken damit die Idee der „Bürgeruniversität“. Darüber hinaus wird für einen Wandel der Lehr-/Lernkulturen an den Hochschulen plädiert, der durch ein forschendes und transformatives Lernen unterstützt werden soll.
Das Abschlusspapier steht hier zum Download bereit.

Zwölf Millionen € für acht Forschungsprojekte zu Nachhaltigkeit an niedersächsischen Hochschulen bewilligt

Eine Kommission aus FachgutachterInnen hat im Auftrag des niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Volkswagenstiftung acht Forschungsprojekte im Rahmen der Förderlinie „Wissenschaft für nachhaltige Wissenschaft“ ausgewählt. Die bewilligten Forschungsprojekte haben ein Gesamtvolumen von 12,1 Mio €. Allein die Leuphana Universität Lüneburg hat vier Forschungsprojekte in einer Höhe von insgesamt 4,5 Mio € bewilligt bekommen und damit einmal mehr ihre wissenschaftliche Exzellenz in der Nachhaltigkeitsforschung bewiesen.
Im Oktober hatten die 15 vorausgewählten Antragsteller die Möglichkeit sich auf einer großen Veranstaltung einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und auch die Fragen von VertreterInnen der Zivilgesellschaft zu beantworten – damit hat Niedersachsen einen neuen Weg in der Beteiligung außeruniversitärer Akteure im Rahmen der Forschungsförderung eingeschlagen. Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, kündigte anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse an: „Weil die Resonanz auf unser Förderprogramm außerordentlich hoch ist, und die Projekte gesellschaftlich sehr bedeutend sind, stellen wir weitere 15 Millionen Euro zu den nächsten Ausschreibungsfristen in Aussicht.“
Eine Übersicht über die bewilligten Projekte erhalten Sie hier.

Koalitionsvertrag Thüringen sieht Stärkung der Nachhaltigkeit in Hochschulen vor

In den Thüringer Hochschulen könnte die Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre unter der sich abzeichnenden rot-rot-grünen Landesregierung an Kontur gewinnen. In dem, am 20.11. veröffentlichten, Koalitionsvertrag der drei Parteien heißt es:

„Nachhaltigkeit soll in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen. Wir wollen eine Wissenschaftskultur fördern, die über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg die großen Zukunftsprobleme der Gesellschaft bearbeitet. Wir werden daher mit dem Beirat für Nachhaltige Entwicklung Thüringen, Empfehlungen erarbeiten, die geeignet sind, den Beitrag der Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung in Thüringen zu stärken und Impulse für den gesamten Bildungsbereich zu geben.“ (S. 51)

Der Beirat für Nachhaltige Entwicklung berät die Thüringer Landesregierung in Nachhaltigkeitsfragen und hat sich in den vergangenen Jahren für die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich gezeichnet.

Der komplette Koalitionsvertrags ist hier verfügbar.
Aktuelle Informationen aus anderen Bundesländern erhalten Sie hier.

Reallabore in Baden-Württemberg ausgewählt – 7 Millionen Euro für die Stärkung der Nachhaltigkeitsforschung

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab 2015 mit insgesamt bis zu 7 Mio. Euro Projekte zur Einrichtung von Reallaboren an Hochschulen im Land. Eine Kommission mit externen Gutachtern hat jetzt über die Anträge der Vorauswahl-Runde entschieden. Bei den jetzt geförderten Reallaboren werden praktische Fragen großgeschrieben: so ist es z. B. Ziel des Reallabors Nordschwarzwald, ökologische, soziale und ökonomische Wirkungsbeziehungen zwischen dem neu gegründeten Nationalpark und der Region Nordschwarzwald mit Blick auf eine regionale Nachhaltigkeitstransformation gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu analysieren, zu bewerten und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten und umzusetzen. „Weil Wissenschaft heute nicht mehr nur im abgeschlossenen Labor stattfinden kann, machen wir unsere unmittelbare Umgebung zum Labor“, sagte Ministerin Bauer anlässtlich der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zur Vernetzung der einzelnen Reallabore, auch über die Landesgrenzen hinaus, sind Konferenzen geplant, eine erste öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Projekte wird es im Frühjahr 2015 geben.
Die letztlich ausgewählten Projekte können Sie hier sehen.
Zur Pressemitteilung des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst gelangen Sie hier.

Erste Baden-Württembergische Service Learning – Fachtagung: „Wie Hochschulen gesellschaftliche Aufgaben nachhaltig mitgestalten“

Service Learning ist in Deutschland ein junges Phänomen. An vielen Hochschulen in Baden-Württemberg werden Service Learning Projekte bereits erfolgreich umgesetzt – auch mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Auf der ersten Baden-Württembergischen Service Learning – Fachtagung am 28.11.2014 in Stuttgart werden Best Practice Projekte der Bucerius Law School und der Universität Duisburg-Essen sowie erfolgreiche Service Learning Projekte weiterer Hochschulen vorgestellt. Beim Fachvortrag von Prof. Dr. Anne Sliwka und bei der Podiumsdiskussion mit Theresia Bauer MdL, Ministerium für Wissenschaft, Forschungund Kunst Baden-Württemberg, wird über das Potenzial der Lehrmethode für Studierende und Hochschulen diskutiert: Wie stärkt Service Learning demokratisches Bewusstsein und gemeinwohlorientiertes Engagement von Studierenden?Wie trägt es zur Persönlichkeitsbildung bei? Wie lässt sich Service Learning im Kontext nachhaltiger Entwicklung in die Studiengänge implementieren? Und, wie können Hochschulen Service Learning für ihre Profilbildung nutzen?

Das Programm der Tagung und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung – Netzwerktreffen des BNE-Hochschulnetzwerks Baden-Würrtemberg am 16.10.14

Das BNE-Hochschulnetzwerk in Baden-Württemberg gestaltet am 16. Oktober 2014 von 10:00 -16:00 Uhr an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sein kommendes Netzwerktreffen zum Thema BNE in der LehrerInnenbildung. Das Netzwerktreffen ist Teil der diesjährigen BNE-Aktionstage und offen für alle Interessierten aus Baden-Württemberg und darüber hinaus. Das Programm des Netzwerktreffens können Sie hier herunterladen.

15 Projekte im Niedersächsischen Förderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ vorausgewählt

Das niedersächsische Wissenschaftsministerium hat gemeinsam mit dem VW-Vorab erstmals eine eigene Richtline „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ aufgelegt. Aus den 66 Projekt-Anträgen, die im Frühjahr 2014 eingegangen sind, wurden nun 15 Forschungvorhaben vorausgewählt. Die verantwortlichen WissenschaftlerInnen werden im Rahmen einer öffentlichen Anhörung am 13./14.10 in Schloss Herrenhausen die Gelegenheit haben, ihre Vorhaben einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und die Fragen von Akteuren aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu beantworten. Mit diesem Vorgehen beschreitet das Land Niedersachsen neue Wege in der Partizipation von interessierten BürgerInnen an Wissenschaft, denn diese sind explizit eingeladen im Rahmen der Veranstaltung die Forschungsvorhaben kritisch zu reflektieren und deren gesellschaftlichen Mehrwert zu prüfen. Am Ende der Veranstaltung wird die Gutachterkommission in einer nichtöffentlichen Sitzung über die Bewilligungen oder Ablehnungen der Anträge entscheiden. Am 21. November stellen Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, sowie Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, das Ergebnis der Begutachtung der Öffentlichkeit vor.

Eine Veranstaltungsankündigung für die öffentliche Anhörung finden Sie hier.

Eine Liste der vorausgewählten Projekte können Sie hier einsehen.

Landtag NRW verabschiedet Hochschulzukunftsgesetz

Der Landtag in NRW hat in seiner Sitzung am 11.09.2014 das neue Hochschulzukunftsgesetz (HZG) verabschiedet. Es tritt zum Beginn des Wintersemesters 2014/15 in Kraft. „Das Gesetz ist ein Meilenstein bei der Gestaltung der Hochschullandschaft in NRW. Es bringt an den Hochschulen Freiheit und Verantwortung ins Gleichgewicht“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Der Gesetzentwurf hatte in den vergangenen Monaten bundesweit für Kontroversen über die Rolle der Politik in der Hochschulentwicklung gesorgt. In einem breit angelegten Dialogprozess hatten Hochschulen und Verbände immer wieder Gelegenheit, mündlich und schriftlich Stellung zu nehmen. Viele der Anregungen sind in die Verbesserung des Gesetzentwurfes eingeflossen.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums.
Einen Überblick zu weiteren Aktivitäten in einzelnen Bundesländern erhalten Sie hier
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Öffentliche Anhörung zu den vorausgewählten Projekten im Rahmen des Niedersächsischen Förderprogramms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“

Am 13./14.10.2014 findet in Schloss Herrenhausen die öffentliche Anhörung der vorausgewählten Projekte im Rahmen der niedersächsischen Förderstrategie „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ in Kooperation mit der VolkswagenStiftung statt. Zu der ersten Ausschreibungsrunde sind 66 Projekte mit durchschnittlich fünf Antragstellern aus fast allen niedersächsischen Hochschulen eingegangen. Die interdisziplinären Projektanträge zur Erforschung der großen Herausforderungen werden über den Sommer von einer Gutachterkommission sondiert und einige Projekte vorausgewählt. Mit der Präsentation im Herbst 2014 soll für die Endauswahl ein neues Format ausprobiert werden. Die Vorstellung der vorausgewählten Projekte findet in einer öffentlichen Veranstaltung statt, an der sich auch interessierte BürgerInnen beteiligen können. „Damit verfolgen wir das Ziel, mehr Transparenz und Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft herzustellen. Besonders bei der wissenschaftlichen Behandlung von drängenden gesellschaftlichen Fragen ist es mir wichtig, dass die Erwartungen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger frühzeitig mit einbezogen werden“, so die Wissenschaftsministerin Niedersachsens Gabriele Heinen-Kljajić in der Pressemitteilung zur Resonanz auf die Ausschreibung.
Weitere Informationen zur Veranstaltung werden in Kürze veröffentlicht.

Überblick über Nachhaltigkeits-Aktivitäten der rheinland-pfälzischen Hochschulen

Die rheinland-pfälzischen Hochschulen zeigen ein beachtliches Engagement für eine Orientierung an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen in Lehre, Forschung und Verwaltung – dies belegt eine aktuelle umfassende Darstellung des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK). Im Leitbild der Hochschule Trier ist beispielsweise die Orientierung an einem nachhaltigen Handeln zentral verankert, die Verpflichtung für eine Ausrichtung der Hochschule am Nachhaltigkeitsleitbild wird ebenfalls in den kommenden Hochschulentwicklungsplan eingehen.
Besonders im Bereich des Studiums gibt es eine Reihe von innovativen Ansätzen und Studiengängen. Laut einer Erhebung des MBWWK ist die Anzahl einschlägiger Studiengänge in den vergangenen Jahren von 4 Studiengängen (2009) auf 33 (2012) gestiegen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Veranstaltungs-Formaten, wie Summer-Schools, Ringvorlesungen, Massive Open Online Courses (MOOCs) oder interdisziplinäre Studium Generale mit dem Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung.
Auch im Bereich Forschung fokussieren die rheinland-pfälzischen Hochschulen in den letzten Jahren stärker eine interdisziplinäre Bearbeitung von Frage- und Problemstellungen der Nachhaltigkeit. Im Rahmen des landesweiten Forschungs- und Technologie-Programms und der Forschungsinitiative des Wissenschaftsministeriums werden aktuell fünf Projekte mit konkretem Nachhaltigkeitsbezug in Höhe von jährlich rund 2 Millionen Euro gefördert. Die Projekte zielen auch auf eine Strukturbildung und thematische Profilierung der einzelnen Hochschulen. Im Rahmen dieser zunehmenden Vernetzung von WissenschaftlerInnen, wurden auch neue Forschungskooperationen, wie das interdisziplinäre Forschungscluster Nachhaltige Entwicklung der Hochschule Koblenz initiiert.
Das aktuelle Papier des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministeriums mit Informationen zu den vielfältigen Projekten und Initiativen der rheinland-pfälzischen Hochschulen kann hier eingesehen werden.
Nachhaltigkeit in den rheinland-pfälzischen Hochschulen

Begleitforschung zu Reallaboren in Baden-Württemberg ausgeschrieben

Um die Hochschulen in Baden-Württemberg in ihrem Beitrag für nachhaltige Entwicklung zu stärken, hat die Landesregierung 2013 im Rahmen des Innovations- und Qualitätsfonds ein Förderprogramm im Umfang von 5 Mio. € zur Einrichtung sogenannter Reallabore ausgeschrieben. Im Rahmen einer ersten Auswahlrunde wurden 10 Projektanträge ausgewählt und die Antragsteller aufgefordert Vollanträge einzureichen. Die endgültige Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt bis Herbst 2014. Die abschließend ausgewählten Projekte sollen wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Ziele der Begleitforschung sind die Einbindung der Projektfragestellungen und -ansätze in eine Gesamtbetrachtung und die Unterstützung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Praxis. Anträge zur Begleitforschung können bis zum 30.06.2014 eingereicht werden.
Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

Forschung für Nachhaltigkeit: 10 Projekte für die Einrichtung von Reallaboren an baden-württembergischen Hochschulen für Endrunde qualifiziert

In der Bewerbung für Fördermittel des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums zur Einrichtung von so genannten Reallaboren haben insgesamt zehn Projekte die Vorrunde erfolgreich bestanden und können nun mit Vollanträgen an der entscheidenden Endauswahl teilnehmen. Mit dem Förderprogramm Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ nimmt Baden-Württemberg eine Pionierrolle ein, da dieser Ansatz bisher wenig verbreitet ist.

In Reallaboren begeben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in reale Veränderungsprozesse. Sie begleiten z. B. die Sanierung von Stadtteilen oder die Einführung nachhaltiger Mobilitäts- oder Energiesysteme vor Ort. Reallabore helfen gesellschaftliche Veränderungsprozesse besser zu verstehen, mitgestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Sie bieten Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und freien Forschungsinstituten sowie zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Die zehn in der Vorrunde erfolgreichen Projekte können nun bis zum 18. Juli 2014 Vollanträge einreichen, über die im Herbst 2014 gutachterlich entschieden wird. Für die Erstellung der Vollanträge können die Projekte bereits jetzt mit bis zu 50.000 Euro gefördert werden. Förderbeginn für die in der Endauswahl erfolgreichen Projekte ist voraussichtlich Dezember 2014. Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Mehr als 15 Millionen Euro für ‚Fortschrittskollegs NRW‘

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat die sechs Gewinner im neuen Förderprogramm „Fortschrittskollegs NRW“ bekanntgegeben. Bei ihrer Entscheidung folgte sie den Empfehlungen einer Gutachterjury unter Leitung von Professor Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag. In den nun ausgewählten Fortschrittskollegs arbeiten die Doktorandinnen und Doktoranden in inter- und transdisziplinären Forschungsumfeldern wie z.B. den regionalen Innovationsnetzwerken an komplexen Fragestellungen.

Die sechs Fortschrittskollegs werden über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren mit 2,6 Millionen Euro je Kolleg vom Wissenschaftsministerium gefördert, insgesamt also 15,6 Millionen Euro. Die Förderung beginnt am 1. Juli 2014. Vor wenigen Tagen erst hatte Ministerin Schulze ein weiteres Programm für den Forschungsnachwuchs vorgestellt, dotiert mit 14,4 Millionen Euro: Zwölf herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen eigene Forschungsgruppen auf. Die Gesamtförderung beider Nachwuchsprogramme beträgt also 30 Millionen Euro.

Beide Programme sind Bestandteil von „Fortschritt NRW“, der Forschungsstrategie des Landes NRW. Diese Strategie ist auf Forschung für nachhaltige Entwicklung auf den Feldern der großen Zukunftsfragen ausgerichtet: Klimaschutz, Energieversorgung und Mobilität ebenso wie Ernährung, Gesundheit und soziale Sicherheit. Ziel ist dabei stets, die Lebenswelt der Menschen spürbar zu verbessern.

DIe geförderten Projekte können Sie hier einsehen.

Ausschreibung zur Förderung von Reallaboren in Baden-Württemberg gestartet

Im Rahmen der Initiative „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums ist die zweite Ausschreibung zur „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ gestartet. Bereits im Jahr 2012 gab es eine Ausschreibung in Höhe von 3 Mio € zur Förderung von Projekten für die Integration von Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Hochschul-Verwaltung.

Mit der Veröffentlichung der Empfehlungen der Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltige Entwicklung“ im Juni 2013 wurde von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer eine zweite Ausschreibungsrunde in Höhe von 5 Mio € angekündigt. Aufbauend auf den Empfehlungen der Expertengruppe ist der Schwerpunkt dieser Ausschreibung die Förderung von Reallaboren. Die Förderung wird aus Mitteln des Innovations- und Qualitätsfonds (IFQ) ermöglicht. Die Einreichung von Projektskizzen im zweistufigen Antragsverfahren muss bis zum 14.02.2014 erfolgt sein.

Die Ausschreibung, die Richtlinien zur Beantragung und das Antragsformular können Sie hier herunterladen:

IQF_Ausschreibung_Reallabore Kriterien und RichtlinienAntragsformular Nachhaltigkeit

Mehr Informationen erhalten auf der Seite des Baden-Würrtembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst: http://mwk.baden-wuerttemberg.de/service/aktuelle-ausschreibungen/staerkung-des-beitrages-der-wissenschaft-fuer-eine-nachhaltige-entwicklung/

Diskussionsbeitrag: Reallabore weiter denken – ein Kommentar zum Expertenbericht „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ des Baden-Württembergischen Wissenschaftsministeriums

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Prof. Dr. Andreas Löschel

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

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Dr. Daniel Römer

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Im Bericht der Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ wird als eine wichtige Aufgabe der Aufbau von Reallaboren genannt, um  „Transformationsprozesse zu einer Nachhaltigen Entwicklung gezielt wissenschaftlich anzuregen und zu begleiten.“ Weiterhin soll es in diesem Rahmen möglich sein, „Veränderungsprozesse zu beobachten, in ihren Ursachen und Wirkungen besser zu verstehen, Probleme ggf. früh zu erkennen und gemeinsam mit den vor Ort Betroffenen Maßnahmen zu ihrer Lösung zu entwickeln.“ Aus dieser Sicht dienen Reallabore daher zwei Zielen: Zum einen beinhaltet die Ausrichtung eine starke Ergebnisorientierung, d.h. das Ziel, konkrete Veränderungsprozesse zu erreichen und zu dokumentieren. Zum anderen wird aber auch ein Erkenntnisgewinn angestrebt, d.h. die Identifikation von Kausalzusammenhängen, die sich auf zukünftige Herausforderungen übertragen lassen. Wenn beide Ziele ernst genommen werden, sollte somit sichergestellt werden, dass Reallabore nicht nur einen Wissenstransfer in die Praxis darstellen, sondern auch aus wissenschaftlicher Perspektive einen Erkenntnisgewinn generieren.

Die im Bericht erwähnten Beispiele für Reallabore erwecken beim Lesen den Eindruck, dass sie eher Fallbeispiele einer erfolgreichen Transformation darstellen. Durch die Analyse erfolgreicher Transformation können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Allerdings ist die Generalisierbarkeit dieser Erkenntnisse durchaus kritisch zu hinterfragen. Der Nachweis von Kausalzusammenhängen ist auf Grundlage eines Einzelfalles nicht möglich. Nur durch Vergleich mit einer geeigneten Kontrollgruppe kann ein wissenschaftlich fundierter Erkenntnisgewinn erzielt werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre die  Gegenüberstellung von Reallaboren mit einer Kontrollgruppe, d.h. mit vergleichbaren Orten, an denen keine Eingriffe vorgenommen werden. Hierbei stellt die benötigte Vergleichbarkeit der Kontrollgruppe allerdings eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, insbesondere bei einer kleinen Anzahl an Beobachtungen. In jedem Fall sollte diese Einschränkung bei der Entwicklung des Konzepts beachtet werden. Aufgrund der beschriebenen Identifikationsprobleme wäre ein grundsätzlich weiter gefasstes Verständnis von Reallaboren sinnvoll, das über die Betrachtung von Fallbeispielen hinausgeht und natürliche Experimente und feldexperimentelle Studien mit einschließt. Natürliche Experimente entstehen durch die Veränderung der institutionellen oder politischen Rahmenbedingungen, beispielsweise aufgrund einer neu eingeführten Politikmaßnahme. Auch hier ist eine ideale Kontrollgruppe häufig nicht zu beobachten. Aufgrund der typischerweise umfangreicheren Anzahl an Beobachtungen lassen sich hier jedoch mit Hilfe moderner ökonometrischer Verfahren (wie z. B. Propensity Score Matching oder Synthetische Kontrollgruppen) Kausaleffekte identifizieren. Feldexperimente hingegen werden gezielt zur Beantwortung einer praxisbezogenen Forschungsfrage gestaltet. Bei dieser Methodik, die sich in den Sozialwissenschaften einer steigenden Beliebtheit und Anwendung erfreut, wird durch systematische Randomisierung eine geeignete Kontrollgruppe generiert und somit eine saubere Kausalanalyse möglich. Beide methodischen Ansätze wahren den starken Bezug zur politischen und wirtschaftlichen Realität, genügen jedoch auch den Ansprüchen wissenschaftlicher Forschung. Sie bieten die Gelegenheit, individuelles Entscheidungsverhalten in einem natürlichen Umfeld und unter einer systematischen Veränderung der Rahmenbedingungen beobachten zu können. Im Vergleich zu einem leicht als Untersuchungsobjekt identifizierbaren Reallabor ist den Beteiligten hier zudem in der Regel weniger bewusst, dass ein wissenschaftlicher Begleitprozess stattfindet.

Start des niedersächsischen Forschungsförderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“

Mit einer öffentlichen Veranstaltung am 06.11. in Hannover startete die Niedersächsische Landesregierung das Forschungsförderprogramm „Wissenschaft für Nachhaltige Entwicklung“. Das Programm wird aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung finanziert. Damit ist Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg das dritte Bundesland, das Förderrichtlinien im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung auflegt.

„Bewerben können sich niedersächsische Hochschulen, Kooperationen mit wissenschaftlichen Partnern innerhalb und außerhalb Niedersachsens sind möglich. Für drei Ausschreibungen von 2014 – 2016 stehen zunächst 15 Millionen Euro zur Verfügung. Die erste Antragsfrist endet am 15. März 2014. (…) Unterstützt werden Projekte mit einer Laufzeit von bis zu vier Jahren. Beteiligt sind jeweils drei bis acht Professuren plus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Pro Professur können 60 000 bis 100 000 Euro jährlich beantragt werden. Die eingereichten Projektideen werden in zwei Stufen von unabhängigen Expertinnen und Experten begutachtet und vergleichend bewertet. Die Ausschreibung richtet sich an fächerübergreifende Forschungskooperationen, da gerade im Grenzbereich von Wissenschaftsfeldern wegweisende und äußerst innovative Arbeiten zu erwarten sind. Die Anforderung, die Forschung kooperativ durchzuführen, erwächst aus dem Ziel des Programms, zur Profil- und Strukturbildung beizutragen.“ (IDW – Meldung vom 06.11.2013)

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Start des Programms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ in Niedersachsen

Zum Start des Programms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ laden das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung am 06.11. von 10 bis 12.30Uhr ein. In einer gemeinsamen Initiative werden in den kommenden Jahren fachübergreifende wissenschaftliche Projekte in Niedersachsen gefördert – sofern sie einen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft leisten.
Das Programm ist prinzipiell offen für Beiträge aus der Wissenschaft, wie bspw.:
  • Umwelt, Klima, Agrarfragen, Energie, Mobilität
  • Gesundheit, Demographie, offene Gesellschaft, alternative Wirtschaftsformen
  • Kulturelle Selbstverständigung, Nachhaltigkeitsdiskurs in Gesellschaft und Wissenschaft, interkulturelle Studien zum Verhältnis von Natur und Kultur
  • Nachhaltige Technik, gesellschaftliche Bedingungen nachhaltiger Entwicklung / soziale Innovationen

In dem Programm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ werden für die erste Ausschreibung bis zum 15. März 2014 rund 15 Millionen Euro aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab zur Verfügung gestellt. Die Veranstaltung im Festsaal im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen bietet den Auftakt der Initative.

Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten an: Nachhaltigkeit@volkswagenstiftung.de


Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Faltblatt.

NV_Nachhaltigkeit_Faltblatt_online

Veranstaltungsbericht „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erprobungsräume für Transformation“

Insgesamt 150 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ am 27.09. in Stuttgart. Nach einem Grußwort der Ministerin, Theresia Bauer, wurden im ersten Teil der Veranstaltung die Empfehlungen der „Expertengruppe Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ von Prof. Dr. Armin Grunwald vorgestellt. Mit dem Fokus auf die Empfehlung der Etablierung von Reallaboren war sowohl der Rahmen für die ganze Veranstaltung gesetzt, als auch ein wichtiger Schwerpunkt für die kommende Ausschreibung des MWK zur Förderung der Nachhaltigen Wissenschaft in Baden-Württemberg präzisiert. Anhand einer Reihe von internationalen, nationalen und landesweiten Beispielen wurde gezeigt, wie eine Konkretisierung von Reallaboren sowohl innerhalb einer Hochschule, als auch in einem Verbund mit lokalen Partnern aussehen kann. 

Herbert Dreiseitl
 (Atelier Dreiseitl Rambøll Gruppe) verdeutlichte zunächst anhand der Renaturalisierung des Kallang River im Bishan-Ang Mo Kio Park in Singapur wie ein umfassendes Infrastrukturprojekt zur nachhaltigen Stadtentwicklung erfolgreich umgesetzt werden kann. Dr. Michael Stauffacher vom Institut für Umweltentscheidungen (IED) an der ETH Zürich machte in seinem Vortrag über transdisziplinäre schweizerische Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Energiestrategien deutlich, dass für diese kontinuierliche Zusammenarbeit mit Partnern außerhalb der Hochschule das Vertrauen der beteiligten Akteure ein wichtiges Gelingenskriterium ist – zusätzlich zu den Qualitätskriterien der Forschung insgesamt.

Die anschließende Podiumsdiskussion fand unter Beteiligung der beiden Redner, sowie Prof. Dr. Rainer Grieshammer (Geschäftsführer des Öko -Institut Freiburg), Prof. Dr. Wolfgang Marquardt (Vorsitzender des deutschen Wissenschaftsrates) und Julia Wittmayer
(Projektleiterin am Dutch Research Institute for Transitions (DRIFT) der Erasmus University Rotterdam statt und zeigte einmal mehr das dynamische Spannungsverhältnis von traditionell disziplinär organisierter Wissenschaft und der Wissenschaft mit einem transdisziplinären und transformativem Anspruch auf. Insbesondere von Prof. Marquardt wurde betont, dass zur erfolgreichen Etablierung der Nachhaltigkeitswissenschaft der eigene „Kern der Forschung“ herausgearbeitet werden müsse. Letztlich wurde von allen Podiumsdiskutanten bestätigt, dass für individuelle Lebensläufe und Karrieren im klassischen Wissenschaftssystem Inter- und Transdisziplinarität zumindest keinen beschleunigenden Effekt habe. Dies macht einmal mehr die Notwendigkeit des Aufbaus institutioneller und komplementärer Strukturen durch die Wissenschaftspolitik deutlich, damit ausreichend Anreize für WissenschaftlerInnen zur Arbeit am und im Reallabor geschaffen werden.

NRW Kongress „Fortschritt gestalten“ am 02.12. in Düsseldorf

Nordrhein-Westfalen hat mit seiner Forschungsstrategie Fortschritt NRW zentrale Impulse gesetzt für eine Wissenschaft, die Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt. Die Forschungsstrategie soll die Erforschung eines Wohlstandes befördern, der gleichzeitig die ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebensgrundlagen bewahrt. Auf dem Kongress „Fortschritt gestalten“ am 02.12. in Düsseldorf werden zentrale Themenfelder aus der Forschungsstrategie diskutiert.
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„Nordrhein-Westfalen hat großes Potenzial, Antworten auf die globalen Herausforderungen der Zukunft zu geben: NRW ist das bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Bundesland, es ist die bedeutendste Wirtschaftsregion in Deutschland und es hat eine europaweit einzigartig hohe Dichte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Dieses „living lab“ ist geradezu prädestiniert, wissensbasierte aber auch alltagstaugliche Antworten auf die drängenden Fragen der Zukunft zu geben. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Wirtschaftsminister Garrelt Duin laden Sie ein, am 2. Dezember 2013, 11.00 – 13.30 Uhr, mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in vier parallelen Themenworkshops zu den Schwerpunkten
  • Zukunft des Wirtschaftens und Arbeitens
  • Zukunft des urbanen Lebens
  • Zukunft der Energieversorgung
  • Zukunft des Dialogs zwischen Unternehmen und Gesellschaft

anhand von Praxisbeispielen zu diskutieren“ (aus der Veranstaltungsankündigung).
Mehr Informationen erhalten Sie hier.

„Der gläserne Elfenbeinturm – Mehr Transparenz in der Drittmittelforschung?“ Diskussionsveranstaltung am 30.09. um 18.00 Uhr in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Berlin

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung über Transparenz in der Drittmittelforschung mit Prof. Dr. Udo Fink (Deutscher Hochschulverband), Dr. Thomas Weber (BASF), Krista Sager (Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Prof. Dr. Ullrich Buller (Fraunhofer-Gesellschaft) und anderen.

„Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird immer enger. Davon profitieren beide Seiten: Die Wirtschaft hat einen Erkenntnisgewinn und die Wissenschaft einen wirtschaftlichen Gewinn. Mit der wachsenden Zusammenarbeit ist aber auch die Gefahr einer vermehrten Einflussnahme der Wirtschaft auf die Hochschulen und womöglich auch auf die Forschungsfreiheit verbunden. Deswegen hat sich der Deutsche Bundestag bereits mit diesem Thema befasst; in den Medien ist in drastischer Zuspitzung sogar von der „gekauften Wissenschaft“ (DIE ZEIT vom 1.8.2013) die Rede. Kritiker befürchten eine verborgene Einflussnahme u. a. auf Forschungsgegenstände und Forschungsergebnisse. Die Informationsfreiheitsbeauftragten des Bundes und der Länder sehen in einer größeren Transparenz der Kooperationsprojekte einen Ausweg. Aber auch das wird von den Beteiligten kontrovers diskutiert“ (aus der Veranstaltungsankündigung).

Die vollständige Veranstaltungsankündigung kann hier heruntergeladen werden: 20130930_Transparenz_Drittmittelforschung

 

„Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ – Veranstaltungsprogramm online

Am 27. September 2013 findet in Stuttgart die öffentliche Veranstaltung „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ mit der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, und dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Prof. Dr. Wolfgang Marquardt, statt. Der Veranstalter, das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat nun das Programm veröffentlicht.

„Die Landesregierung möchte Projekte fördern, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort bearbeiten. Damit greift sie die Idee der Reallabore auf, die von der Expertengruppe formuliert wurde. Die Veranstaltung bietet ein Forum für Akteure aus Wissenschaft und Gesellschaft, die Empfehlungen der Expertengruppe zu diskutieren und weiter zu konkretisieren. Diese sollen dabei anhand nationaler und internationaler Beispiele von Reallaboren verdeutlicht werden.“ (Aus der Veranstaltungsankündigung)

Anmeldung bis zum 13. September 2013 unter nachhaltigkeit(at)mwk.bwl.de oder Fax: 0711/279-3210.
Das Programm kann hier heruntergeladen werden:
Programm_MWK_130927

NRW schreibt erste Fortschrittskollegs aus

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen hat die erste Ausschreibung zur Förderung von „Fortschrittskollegs“ im Rahmen der neuen Forschungsstrategie des Landes „Forschritt NRW“ veröffentlicht. „Fortschritt NRW“ ist auf Forschung für nachhaltige Entwicklung ausgerichtet und konzentriert sich auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – etwa den Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels, die Versorgung mit gesunden Nahrungsmitteln aus nachhaltiger Produktion, eine sichere, saubere und effiziente Energieversorgung sowie eine intelligente, umweltfreundliche und integrierte Mobilität. In den Fortschrittskollegs sollen jeweils 10 und 15 Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit haben in inter- und transdisziplinären Forschungsumfeldern zu arbeiten. Es soll enge Verbindungen zu den ebenfalls im Rahmen von „Fortschritt NRW“ initiierten Regionalen Innovationsnetzwerken geben.

Antragsberechtigt sind die nordrhein-westfälischen Hochschulen. Bewerbungsschluss ist der 15. Dezember 2013. Häufig gestellte Fragen werden hier beantwortet.

„Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erprobungsräume für Transformation“

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung: „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erprobungsräume für Transformation“ werden am 27. September die Empfehlungen der Expertenkomminission „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ in Baden-Würrtemberg diskutiert. Die Veranstaltung findet von 13 bis 18Uhr an der Hochschule für Technik Stuttgart statt.

„Wissenschaft ist ein Problemlöser. Doch die Lösungen für viele große Fragen wie den Klimaschutz, die Energiewende oder den demografischen Wandel kann Wissenschaft heute nur zusammen mit anderen Akteuren entwickeln. Die Landesregierung Baden-Württemberg möchte daher Projekte fördern, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort bearbeiten.

Die Landesregierung greift damit die Idee der „Reallabore“ auf, die die Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ in Baden-Württemberg im Juni 2013 in ihren Empfehlungen entwickelt hat. Die Veranstaltung stellt nationale und internationale Beispiele solcher Reallabore vor. Mit Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft sollen die Empfehlungen der Expertengruppe diskutiert und weiter konkretisiert werden.“ (Aus der Veranstaltungsankündigung)

Video zum baden-württembergischen Bericht „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ online

Inhaltliche Eckpunkte des Berichtes „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ Baden-Württemberg

Am 13.06.2013 empfing die Baden-Württembergische Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, im Rahmen einer Pressekonferenz die Empfehlungen zur „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ durch den Vorsitzenden der Expertenkomission, Prof. Dr. Uwe Schneidewind. In einem kurzen Videostatement geht Uwe Schneidewind auf wichtige Inhalte des Berichtes ein und erläutert die Relevanz nachhaltiger Entwicklung für das baden-württembergische Wissenschaftssystem.

Transformationsforschung als bayrisches Wahlkampfthema

Im bayrischen Wahlkampf spielt die Debatte um die zukünftige Ausrichtung der Wissenschafts- und Forschungspolitik eine wichtige Rolle. Die Fraktion der Bündnis 90/ Die Grünen hat in einem Antragspaket „Forschung in Freiheit und Verantwortung“ Weichenstellungen gegen eine zunehmende Ökonomisierung der Wissenschaft eingefordert. Eine der zentralen Schwächen der aktuellen Forschungspolitik sei die Priorität von wirtschaftlich verwertbaren Forschungsprojekten und die Ausblendung wichtiger Zukunftsfragen, wie die Folgen des Klimawandels. „Der Ausbau der Transformationsforschung sei daher ein zentrales Ziel grüner Forschungspolitik“, erklärt der forschungspolitische Sprecher der Grünen Dr. Sepp Dürr. Die wichtigen Punkte des grünen Antragspaketes sind:

Der Antrag kann hier eingesehen werden.

Veröffentlichung des Baden-Württembergischen Expertensberichts zu Nachhaltiger Wissenschaft

UweSchneidewind_Theresia BauerFoto: Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Kommissionsvorsitzender Prof. Dr. Uwe Schneidewind
(Quelle: MWK)
Am 13.06. empfing die Baden-Württembergische Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, im Rahmen einer Pressekonferenz die Empfehlungen zur „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ durch den Vorsitzenden der Expertenkomission, Prof. Dr. Uwe Schneidewind. Die siebenköpfige Expertenkommission hatte seit Frühjahr 2012 beraten, wie das Baden-Württembergische Wissenschaftssystem den großen gesellschaftlichen Herausforderungen in geeigneter Weise begegnen kann. Der Abschlussbericht der Kommission bündelt die Ergebnisse der Analyse und stellt zentrale Empfehlungen vor. Die Wissenschaftsministerin kündigte im Rahmen des Empfangs der Empfehlungen die zweite Ausschreibungsrunde einer Förderlinie über 5 Millionen Euro für Nachhaltigkeitsprojekte an Baden-Württembergischen Hochschulen an. 3 Millionen Euro wurden bereits im Rahmen einer ersten Ausschreibungsrunde vergeben.

Die Empfehlungen können Sie hier herunterladen.

 

Fortbildung zu Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung am 13.06. in Aachen

Die Initiative „We4Future und das Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung“ veranstalten am 13.06. den Auftakt zu einer MultiplikatorInnenfortbildung an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen „Bildung für nachhaltige Entwicklung im internationalen Kontext“. Die Fortbildung richtet sich explizit an Lehrende der Erziehungs- und Sozialwissenschaft, sowie Vertreter hochschulischer Fortbildungseinrichtungen.

Diese Fortbildung unterstützt einen Bildungsansatz, der den ökologischen, ökomischen und sozialen Herausforderungen des 21. gerecht wird. Das Konzept wurde unter Beteiligung internationaler und regionaler Fachkräfte im Bereich der BNE entwickelt und beinhaltet: Grundlagen des Konzeptes nachhaltiger Entwicklung, das Konzept der BNE, Lehrmethoden der BNE, internationale und lokale Praxisbeispiele sowie Module zur Entwicklung von BNE-Lehrveranstaltung.

Veranstaltungs-Eckdaten:

Donnerstag, den 13. Juni 2013, 15.00 – 18.00 Uhr

Präsentation am Institut für Politische Wissenschaft RWTH Aachen University Mies-van-der-Rohe-Straße 10, Raum B EG 1.04, 52074 Aachen
Den Flyer zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen: Programm_Flyer_BNE Konzeptpräsentation

Forschungsfreiheit und Verantwortung – (k)ein Widerspruch? Veranstaltung am 13.04. in Heidelberg

Zu dem Spannungsfeld von Wissenschaft zwischen Forschungsfreiheit und Verantwortung diskutiert die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am 13.04.2013 an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Eingebettet ist die Diskussion in eine Veranstaltung der Landesarbeitsgemeinschaft der Grünen Baden- Würrtembergs unter gleichnamigen Titel. Zum Hintergrund der Veranstaltung:

„Wissenschaft bewegt sich im Spannungsfeld von Forschungsfreiheit und ethischer Verantwortung. In der Politik stößt der Wunsch nach aktiver Gestaltung an verfassungsrechtliche Grenzen. Ein Widerspruch? Was passiert, da, wo Wissenschaft und Politik sich überlappen? Dürfen der Wissenschaft im Interesse der Gesellschaft Grenzen gesetzt werden? Darf Politik diese Grenzen definieren, darf sie in die Wissenschaft hineinregieren? Und umgekehrt: Was ist die politische Verantwortung der Wissenschaft, welche Ansprüche dürfen an sie gestellt werden?“ (Flyer der Veranstaltung)

Ein aus Wissenschaft und Politik besetztes Podium wird mit Theresia Bauer über den Widerspruch zwischen Forschungsfreiheit und Verantwortung diskutieren. Das Thema wird anschließend in offenen Workshops zu Themen wie Zivilklausel und Transparenz, Wissenschaft für Nachhaltigkeit und grüner Innovation vertieft.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Baden-Württemberg fördert nachhaltige Wissenschaft mit drei Millionen Euro

Im Rahmen des Programms „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ wird das Baden-Württembergische Wissenschaftsministerium erstmals Projekte an neun wissenschaftlichen Einrichtungen fördern. In der ersten Förderrrunde werden Projekte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an den Universitäten Stuttgart, Tübingen und Ulm sowie an den Hochschulen in Esslingen, Furtwangen, Konstanz, Ulm und Nürtingen-Geislingen mit insgesamt 3 Millionen Euro finanziert. Nach der Verabschiedung der Empfehlungen der Expertenkommission Nachhaltige Wissenschaft soll es im Herbst 2013 eine weitere Förderrunde mit nochmal 5 Millionen Euro geben. Von den insgesamt 32 eingegangenen Anträgen konnten 9 mit jeweils bis zu 400.000€ bewilligt werden.

„Baden-Württemberg zu einem Vorreiter für Nachhaltigkeit zu machen, ist eine große Chance für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Dafür brauchen wir frische Ideen aus unseren Hochschulen“, sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer auf einer Pressekonferenz in Stuttgart: „Die Förderlinie zur >Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige EntwicklungPresseerklärung vom 22. Februar).

Mehr Informationen zu Wissenschaft für Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg finden Sie hier.

Die geförderten Projekte sind hier im Überblick zu finden:

Karlsruher Institut für Technologie – Die Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit

Universität Stuttgart – Planung und Partizipation. Entwicklung und Umsetzung eines Masterstudiengangs

Universität Tübingen – Tübinger Kompetenzzentrum Nachhaltige Entwicklung / Tübingen School for Sustainability

Universität Ulm – Masterstudiengang „Nachhaltige Unternehmensführung“

Hochschule Esslingen – Studienzentrum Nachhaltige Entwicklung (SNE)

Hochschule Furtwangen
– Nachhaltigkeit im Gepäck. Von ‚UhrenträgerInnen‘ zu ‚Vision Skippern‘. Nachhaltigkeit als Exportschlager aus ländlichen Innovationsregionen

Hochschule Konstanz – Kompetenzzentrum Energiewende Konstanz

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
– Strukturelle Verankerung des Themas Nachhaltige Entwicklung in den Fakultäten: Maßnahmen zur Förderung inter- und transdisziplinärer Lehrangebote sowie regionaler Kooperationen

Hochschule Ulm – Donauhochschulen – Forschung am Wissensfluss

Nachhaltige Wissenschaft im Koalitionsvertrag Niedersachen verankert

Die neu gewählte Landesregierung Niedersachsens nimmt die Förderung einer Nachhaltigen Wissenschaft explizit in ihrer am 13.02.2013 veröffentlichten Koalitionsvereinbarung „Erneuerung und Zusammenhalt – Nachhaltige Politik für Niedersachsen“ mit auf. Die wissenschaftspolitische Umsetzung des, am vergangenen Wochenende entwickelten, Koalitionsvetrags wird von der neuen Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic (Bündnis 90/ Die Grünen) verantwortet.

„Nachhaltigkeit soll in Forschung und Lehre eine der Leitideen zukünftiger Hochschulentwicklung sein. Die bisher technologisch ausgerichtete Innovations- und Forschungsförderpolitik Niedersachsens soll weiterentwickelt werden. Herausforderungen wie demografischer Wandel, Energiewende, Mobilitäts- Ernährungs- und Agrarwende können nur inter- und transdisziplinär bearbeitet werden. Die rot-grüne Koalition wird:

  • über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg eine Wissenschaftskultur fördern, die auch notwendige soziale und institutionelle Innovationen mit in den Blick nimmt,
  • für den VW-Vorab eine Förderlinie „Nachhaltige Wissenschaft“ vorschlagen.“ (Koalitionsvereinbarung, S. 41)

Für die Nachhaltigkeits-orientierten Aktivitäten im Land Niedersachsen bringt diese Entwicklung entscheidenden Rückenwind. Niedersachsen hat bereits eine Reihe von Hochschulen, die sich für die Etablierung von Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Campusverwaltung engagieren. Neben der Leuphana-Universität Lüneburg, die auch Mitglied der Nawis-Runde ist, existieren an der Universität Göttingen das „Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung“ (IZNE) oder die Initiative „Sustainable University“ an der Universität Hildesheim.

Bereits im vergangenen November hatte Frau Dr. Heinen-Kljacic auf einer Veranstaltung der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ mit verschiedenen Hochschulrektoren und Vertretern zivilgesellschaftlicher Organisationen diskutiert, welche Perspektiven eine Transformative Wissenschaft für Niedersachsen bringt und welche Anreizsysteme geeignet sind eine Wissenschaft für die großen Herausforderungen zu fördern.

„Forschen für den Fortschritt“- Konferenz am 22.02. in Düsseldorf

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen hat sich auf der Basis eines sozial-ökologischen Fortschrittsverständnisses eine eigene Strategie gegeben: Fortschritt NRW. Der Entwurf der Strategie wurde in den vergangenen Wochen mit Akteuren aus der Wissenschaftslandschaft und der Ziviligesellschaft diskutiert und soll am 22.02. auf der Konferenz „Forschen für den Fortschritt“ in Düsseldorf vorgestellt werden. Das Programm des Kongresses ist nun online und kann hier heruntergeladen werden.

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Eine Anmeldung ist noch bis zum 15.02. hier möglich.

Weitere Veranstaltungen im Themenfeld finden Sie hier.

NRW Fortschrittskonferenz am 22.02.2013 in Düsseldorf

Die Forschungspolitik des Landes Nordrhein Westfalen orientiert sich zukünftig an den „Grand Challenges“, den globalen Schlüsselherausforderungen. Daher hat das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Forschung NRW die Fortschrittsstrategie NRW aufgelegt und damit einen sozial-ökologischen Fortschrittsbegriff in den Mittelpunkt der eigenen Aktivitäten gestellt. Neben Baden-Würrtemberg ist NRW daher eines der Bundesländer, die in Sachen nachhaltiger Wissenschaft besonders gut aufgestellt sind.

„Globaler Wandel bringt große gesellschaftliche Herausforderungen mit sich, die sich mit bisherigem Wissen, bekannten Strategien und erprobten Technologien nicht bewältigen lassen. Um sie zu meistern, müssen alte Denkmuster abgelegt und neue Denkansätze verfolgt werden. Aus diesem Grund richtet das Wissenschaftsministerium mit der Forschungsstrategie Fortschritt NRW seine Forschungspolitik neu aus.“ (Homepage MIWF).

Der Entwurf der Fortschrittsstrategie wurde als partizipativer Prozess gestaltet, dessen Ergebnisse nun vorgestellt werden sollen. Am 22. Februar 2013 wird die Fortschrittsstrategie beim Fortschrittskongress „Forschen für den Fortschritt“ vorgestellt und mit den KonferenzteilnehmerInnen diskutiert. Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Veranstaltungsdokumentation „Schafft Wissenschaft die große Transformation?“ online

Mit knapp 200 TeilnehmerInnen in der Baden-Württembergische Landesvertretung bildete die Veranstaltung „Schafft Wissenschaft die große Transformation?“ einen erfolgreichen Abschluss der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“. Veranstalter waren das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen, der Runde für Nachhaltige Wissenschaft (NaWis) und dem Ecological Research Network (Ecornet). Die Veranstaltungsdokumentation besteht aus einer schriftlichen Dokumentation (erstellt durch das MWK Baden-Württemberg) und einer multimedialen Dokumentation.


Impressionen der Abschlussveranstaltung und Stimmen zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“

„Wissenschaft für Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg“ – Eröffnung der Veranstaltung durch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer/Baden Württemberg

Die besondere Rolle der Wissenschaft, so die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, liege zum einen darin, Wege für eine Transformation zu erarbeiten, und zum anderen müsse sich die Wissenschaft auch selbst verändern. Schlussendlich gehe es um eine gute Balance: Die Freiheitsrechte der Wissenschaft seien wichtig, würden sie doch nicht zuletzt für Ergebnisoffenheit und Vielfalt sorgen, doch trage die Wissenschaft auch eine Verantwortung in der und für die Gesellschaft. Zur Rolle der Wirtschaftswissenschaften erklärte Bauer, es bedürfe dringend sozialer Innovationen, die in die Gesellschaft hineinwirken. So müsse neu gefragt werden, was Wohlstand und Gerechtigkeit heute und in Zukunft heißt, in einem Bewusstsein um die Endlichkeit der Ressourcen und die enormen Herausforderungen globaler Veränderungen. Schulze stimmte bei, die Wissenschaft müsse sich auf die berechtigen Erwartungen der Gesellschaft einstellen und das Wohlergehen der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Es brauche Systeminnovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette nach sozialen und ökologischen Maßgaben. Dafür sei Kooperation über nationale Grenzen und akademische Disziplinen hinweg zentral. Es sei Aufgabe der Politik, hierfür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Dem Konzept der Nachhaltigkeit wies Bauer klar eine ökologische Kerndimension zu, die aber mit einer wirtschaftlichen, sozialen, globalen und zeitlichen Dimension verbunden sei. In Baden-Württemberg habe sich die gesamte Regierung das Ziel der Nachhaltigkeit gesetzt, so Bauer. Sie verwies auf den vom Ministerpräsidenten einberufenen Nachhaltigkeitsbeirat, der ressortübergreifend Lösungsansätze erarbeiten soll. Das Wissenschaftsministerium habe seit April 2012 eine Expertengruppe zu Nachhaltigkeit eingesetzt, die im kommenden Jahr Ergebnisse vorlegen werde. Eine Verordnung von oben hält Bauer für den falschen Weg. Vielmehr setze man darauf, dass die Wissenschaft sich selbst den dringenden Fragen unserer Zeit zuwendet, und dies umso mehr tut, wenn die Politik den Rahmen dafür stärkt. In Baden-Württemberg arbeite man thematisch konkret an den Themen Mobilität, vor allem Elektro-Mobilität, Energiewende, Leichtbau, Bioökonomie und Ressourcenschutz. Nachhaltigkeit sei aber auch eine Herausforderung für das Hochschulsystem. Im Rahmen einer Ausschreibung zu der Thematik seien zahlreiche Anträge mit Ideen eingegangen, die derzeit ausgewertet würden. Die hochschulpolitischen und universitären Strukturen müssten von einer guten Balance aus sichernder Grundfinanzierung und wichtigen Impulsen durch Projektförderung und Drittmittel geprägt sein, an der man gemeinsam mit Bund und Ländern arbeiten wolle. Mit Blick auf 2013 skizzierte Bauer einen umfänglichen Mehrebenenansatz, bei dem Initiativen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen heraus gefördert, Impulse vom Land ausgehen, und auch Studierende aktiv in die Transformation einbezogen werden sollen. Es brauche im Sinne der Perspektivenvielfalt mehrere Orte des Austauschs, nicht nur unter universitären Akteuren sondern auch mit Kommunen, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Akteuren.

NRW- Wissenschaftsministerium stellt Forschungsstrategie Fortschritt NRW zur Diskussion

Globaler Wandel bringt große gesellschaftliche Herausforderungen mit sich, die sich mit bisherigem Wissen, bekannten Strategien und erprobten Technologien nicht bewältigen lassen. Um sie zu meistern, müssen neue Denkansätze verfolgt werden. Aus diesem Grund richtet das nordrhein-westfälische Forschungsministerium die Forschungspolitik des Landes NRW neu aus. Mit der Forschungsstrategie Fortschritt NRW zielt es darauf ab, die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft und Forschung zu stärken.

Um die im Wandel liegenden Chancen zu ergreifen, brauchen wir neue Ideen, neue Konzepte und ein neues Verständnis von Innovationen. Fortschritt im 21. Jahrhundert muss im Zeichen sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit stehen. „Innovationen sind zunehmend soziale Prozesse, Dienstleistungen und Lösungen, die die Folgen für Mensch, Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen im Blick haben. Fortschritt bezieht die soziale Frage ein und verbindet Ökonomie und Ökologie“, so Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Wissenschaft liefert die Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Antworten, die nachhaltig sind und zu Wohlstand und Wohlergehen der Menschen führen. Damit dies noch besser gelingt, ist ein grundlegender Kulturwandel nötig. Im Konkreten bedeutet das: Wissenschaft muss vermehrt umsetzungsorientiert und transdisziplinär arbeiten. Sie muss sich noch mehr zur Gesellschaft hin öffnen und gesellschaftliche Akteure frühzeitig und aktiv in den Forschungs- und Innovationsprozess einbeziehen.

Von diesem notwendigen Kulturwandel darf sich die Wissenschaftspolitik selbst nicht ausnehmen. Die Koalitionsfraktionen haben sich deshalb vorgenommen, die Gesellschaft bei der Formulierung künftiger Forschungsziele aktiv zu beteiligen.

Einen Entwurf der Forschungsstrategie Fortschritt NRW finden Sie hier. An dieser Stelle lädt das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung Nordrhein-Westfalen herzlich dazu ein, über die neue Forschungsstrategie zu diskutieren. Schreiben Sie bis Ende des Jahres Ihre Meinung an meinung@fortschritt.nrw.de.

Quelle und mehr Informationen unter: http://www.wissenschaft.nrw.de/forschung/fortschritt-nrw/forschungsstrategie-fortschritt-nrw/

Veranstaltungsbericht „Transformative Wissenschaft – Katalysator für neue Wohlstandsmodelle in Niedersachsen?“ am 13.11. in Hannover

Die Orientierung der Wissenschaft an den großen Herausforderungen („Grand Challenges“) ist auch für Niedersachsen ein Thema von hoher Relevanz – dies zeigte die gute Resonanz auf die Podiumsdiskussion am 13.11.2012 in Hannover. Die Kooperationsveranstaltung der Stiftung Leben und Umwelt und der NaWis-Runde war Teil der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ des Wissenschaftsjahres „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“.

Auf die knapp 50 Gäste wartete ein hochkarätig besetztes Podium aus drei Universitätsleitungen (Prof. Dr. Jürgen Hesselbach/ Präsident der Universität Braunschweig & Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz, Prof. Dr. Sascha Spoun/ Präsident Leuphana Universität, Prof. Dr. Wolfgang Lücke/Vizepräsident der Universität Göttingen), der Politik (Dr. Gabriele Heinen-Kljajic/ Wissenschaftspolitische Sprecherin Landtagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen), der Zivilgesellschaft (Prof. Dr. Helmut Horn/ BUND) und studentischen Vertretern (Andre Vespermann/ Universität Hildesheim). Prof. Dr. Uwe Schneidewind/ NaWis-Runde moderierte die Runde.

Anja Piel, Stiftungsrätin der Stiftung Leben und Umwelt und Landesvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen Niedersachsen skizzierte in ihrer Eröffnung den notwendigen Paradigmenwandel des aktuellen Wissenschaftssystems hin zu einer Transformativen Wissenschaft, die die Zivilgesellschaft mit einbindet und den eigenen Strukturwandel voranbringt.

Die Diskussion der Podiumsteilnehmer beleuchtete zunächst deutlich die Diversität der Wege einer Universität zu mehr Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre. Die TU Braunschweig ist durch ein stärker klassisches (Natur- und Ingeneur-)Wissenschaftliches Verständnis geprägt, das zugleich seit vielen Jahren in der Kooperation mit Unternehmen eine Öffnung erfährt. Die Universität Göttingen hat mit dem Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung bereits einen Leuchturm für transdisziplinäre Forschung und plant ein Studium Oecologicum nach dem Vorbild der Initiative „Greening the University“ in Tübingen. Die Leuphana Universität Lüneburg setzt mit einer eigenen Fakultät Nachhaltigkeit und einer umfassenden transdisziplinären Eingangsphase (Leuphana Semester) eine Wissenschaft für und mit der Gesellschaft am konsequentesten um.

 

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3 Stellen im Bereich Nachhaltigkeit in Baden- Württemberg ausgeschrieben

Im Rahmen des baden-württembergischen Innovations- und Qualitätsfonds und des Förderprogramms „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ werden in Baden-Württemberg aktuell immer mehr Stellen mit explizitem Nachhaltigkeitsbezug im Bereich der Forschung, Lehre und des Managements geschaffen. Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst möchte Baden-Württemberg zum Vorbild für nachhaltige Entwicklung machen und setzt dabei auf die Beitrage der Wissenschaft. Beraten wird sie dabei von einer Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“, die über einen öffentlichen Konsultationsprozess aktuell umfassende Empfehlungen für das baden-württembergische Wissenschaftssystem erarbeitet und im Frühjahr 2013 vorstellen wird.

Folgende Stellen sind aktuell ausgeschrieben:

1. eine „Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Nachhaltigkeit“ an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.
NE-Professur-1

2. eine „Professur für das Fachgebiet Grundlagen der Ingenieurwissenschaften, Nachhaltigkeit und Umwelttechnik“ an der Hochschule Heilbronn.
NE-Professur-Heilbronn

3. die Ausschreibung der Vollzeitstelle eines „Referenten für Nachhaltige Entwicklung“ an der Hochschule für Technik in Stuttgart.
NE-Referent-1

Mehr Informationen finden Sie auch unter: http://mwk.baden-wuerttemberg.de/hochschulen/wissenschaft-fuer-nachhaltigkeit/

Gesellschaft im Wandel – Forschung im Wandel – Tagung der Bayerischen Forschungsverbünde am 12.11. in München

Mehr denn je ist die Wissenschaft gefragt, Antworten auf komplexe Fragestellungen über traditionelle Fachgrenzen hinweg zu finden. Die Bayerischen Forschungsverbünde kommen seit 1985 dieser Aufgabe nach, indem sie disziplinübergreifend Lösungsmöglichkeiten für wirtschaftlich-gesellschaftliche Herausforderungen erarbeiten. Die Bayerischen Forschungsverbünde lädt mit der Unterstützung der Bayerischen Forschungsallianz herzlich zu einem interdisziplinären Austausch ein, der das Wirken der Forschungsverbünde im Zusammenspiel mit einer sich wandelnden Welt näher beleuchtet.

Am Montag, 12. November 2012 soll im Literaturhaus München von 13-18 Uhr der Kongress „Gesellschaft im Wandel – Forschung im Wandel“ veranstaltet werden. Grundlegende Fragen sind, wie gesellschaftliche Trends die Forschung beeinflussen und welche Rückwirkungen dies auf die Gesellschaft hat.

Detailliertere Informationen zum Programm finden Sie im Flyer zur Veranstaltung unter: http://www.bayfor.org/flyer-forschungsverbund-kongress

Die Presseinformationen und ein kurzer Bericht zur Tagung ist hier zu finden: http://www.bayfor.org/forschungsverbund-kongress-bilder

Transformative Wissenschaft – Katalysator für neue Wohlstandsmodelle in Niedersachsen?

Die „großen Herausforderungen“ des 21. Jahrhunderts – von Klima- und Ressourcenschutz, Zukunft der Städte und des ländlichen Raumes,  demographischen Wandel bis zu Perspektiven neuen Wohlstands – stellen auch neue Anforderungen an das Wissenschaftssystem, um solche Transformationen geeignet zu begleiten.

Eine „transformative Wissenschaft“ (WBGU) sprengt Disziplinen-Grenzen und bindet die Gesellschaft stärker in den Wissenschaftsprozess ein. Das deutsche Wissenschaftssystem löst diese Herausforderungen erst in Ansätzen ein. Wo steht das niedersächsische Wissenschaftssystem in dieser Hinsicht? Welche besonderen Potenziale existieren in Niedersachsen? Welche Konsequenzen ergeben sich für eine künftige Wissenschaftspolitik im Land? Diese Fragen stehen mit Mittelpunkt der Veranstaltung, die in der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ des Wissenschaftsjahres „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ durchgeführt wird.

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Leben und Umwelt und der Nawis-Runde und findet am 13.11. um 19 Uhr in Hannover im Leibnizhaus – Gästehaus der hannoverschen Hochschulen – statt.

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Ulrike Beisiegel – Präsidentin Universität Göttingen
  • Dr. Gabriele Heinen-Kljajic/ Wissenschaftspolitische Sprecherin Landtagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen
  • Prof. Dr. Jürgen Hesselbach/ Präsident der Universität Braunschweig, LHK-Vorsitzender
  • Prof. Dr. Helmut Horn/ HAW Hamburg/ BUND
  • Prof. Dr. Sascha Spoun/ Präsident Leuphana Universität
  • Andre Vespermann/ Universität Hildesheim

Moderation: Prof. Dr. Uwe Schneidewind/ NAWIS-Runde

 

Baden-Württembergs Hochschulen verfügen über größtes Studienangebot zu Nachhaltiger Mobilität

Im Bereich der Nachhaltigen Mobilität herrscht an Deutschlands Hochschulen eine große Vielfalt an Studiengängen. Neben Baden-Württemberg an der Spitze können auch Nordrhein-Westfalen und Bayern mit einem dichten Angebot punkten. Dies ergab eine Analyse, die das Fraunhofer IInstitut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Kooperation mit PricewaterhouseCoopers im Auftrag der baden- württembergischen Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie (e-mobil BW) durchgeführt hat. Im Rahmen der Studie mit dem Titel »Akademische Qualifizierung – Analyse der Bildungslandschaft im Zeichen von Nachhaltiger Mobilität« wurden bundesweit mehr als 600 Studiengänge verglichen und Unternehmen direkt befragt.

»Baden-Württembergs Hochschulen sind fit für die Elektromobilität. Bundesweit finden hier Studieninteressierte das größte Angebot zum Thema Nachhaltige Mobilität«, fasste Wissenschaftsministerin Theresia Bauer anlässlich der Vorstellung der Studie am Fraunhofer IAO zusammen. Das baden-württembergische Angebot zeichne sich insbesondere dadurch aus, dass nicht nur technische Aspekte in den Bildungsangeboten verankert sind, sondern
dass auch die Systemkompetenz in vielen Studiengängen einen Schwerpunkt bildet. Für nachhaltige Mobilitätslösungen sei es unerlässlich, sich neben technischen auch mit sozialwissenschaftlichen Fragen zu beschäftigen, bestätigte auch e-mobil BW-Geschäftsführer Franz Loogen. »Nachhaltige Mobilität ist ein Vorhaben, das verschiedene Fachthemen berührt, hier ist demnach Interdisziplinarität gefragt«, ergänzte Prof. Dr. Wilhelm Bauer, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IAO.

 

Die Studie habe aber auch gezeigt, dass trotz des generell ausreichenden Bildungsangebots das Engagement in einigen Schlüsselbereichen noch verstärkt werden müsse, gab Wissenschaftsministerin Bauer zu bedenken. Dazu zählen die Batteriespeicherung, Energiesysteme, Gesamtfahrzeugkonzepte/- integration sowie Lademanagement und Brennstoffzellentechnologie.

 

Um für Studieninteressierte eine bessere Orientierung zu ermöglichen, empfehlen die Wissenschaftler_innen des Fraunhofer IAO, mehr Transparenz zu schaffen. Die gilt sowohl für Studieninteressierte, um relevante Studiengänge zu finden, als auch für Unternehmen, die schnell verlässliche Informationen suchen, wo sie Absolvent_innen mit den gewünschten Kompetenzen finden können.

Quelle und weitere Informationen

NRW- Wissenschaftsministerium stärkt die Verbraucherforschung

Das Wissenschaftsministerium stärkt gemeinsam mit dem Verbraucherschutzministerium und der Verbraucherzentrale NRW die Verbraucherforschung. In einer ersten gemeinsamen Ausschreibung stehen jetzt die Gewinnerprojekte fest. Sieben Forscherinnen und Forscher an NRW-Hochschulen und an einer Forschungseinrichtung werden ab dem 1. August 2012 mit insgesamt rund 100.000 Euro gefördert. Die Mittel sollen engagierte Verbraucherforscherinnen und -forscher in der Projektplanungsphase und beim Einwerben von Drittmitteln unterstützen. Die Förderung läuft über fünf Monate und beinhaltet einen Personalkostenzuschuss sowie Reisemittel.

„Gute Verbraucherforschung ist die Basis für einen effizienten Verbraucherschutz. Mit den Fördermitteln wollen wir Forscherinnen und Forscher aus Nordrhein-Westfalen dabei unterstützen, sich erfolgreich um Fördermittel der EU oder des Bundes zu bewerben“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

„Wir wollen Verbraucherinnen und Verbraucher stärken. Deshalb brauchen wir eine theoretische Wissensbasis als Grundlage für effizientes und nachhaltiges verbraucher- und wirtschaftspolitisches Handeln. Die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen ändern sich rasant. Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher? Wie können sie gezielt befähigt werden, selbstbewusst die für sie richtige Entscheidung zu treffen? Mit diesen Fragen soll sich die Verbraucherforschung beschäftigen“, so Verbraucherschutzminister Johannes Remmel.

„Die ausgewählten Projekte repräsentieren die Vielfalt der Verbraucherforschung in Nordrhein-Westfalen. Mit unserer Förderung gelingt es nun, das Handeln und die Bedürfnisse von Konsumenten aus verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkeln zu betrachten. Damit kommen wir dem Ziel, Erkenntnisse über die bestimmenden Faktoren von Verbraucherverhalten zu erlangen, sie sinnvoll zu verknüpfen und in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen, schon einen großen Schritt näher“, begrüßte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, die Anschubfinanzierung der einzelnen Forschungsprojekte.

Weitere Informationen unter www.vz-nrw.de/verbraucherforschung.
Quelle

Diskussion über nachhaltige Forschung im Vorfeld der NRW-Jugendkonferenz

Am 21.08. findet in Essen die landesweite Jugendkonferenz Nordrhein-Westfalens „Jukon12“ statt. Im Rahmen der Vorbereitung ist eine partzipative Online-Plattform entstanden, aus der im Dialog mit Jugendlichen die Schwerpunkte der Konferenz hervorgehen sollen. In sieben Denkräumen diskutieren die Jugendlichen über Chancengleichheit, die Arbeit von morgen oder die Energie der Zukunft. Erklärtes Ziel der Konferenzveranstalter ist es, die Beiträge der Jugendlichen als Impulse für die Politik in Nordrhein-Westfalen zu nutzen.

Auch für den Bereich der Wissenschaft gibt es Impulse im Vorfeld der Konferenz. Im Denkraum „Wissen schafft Chancen“ eröffnete Ministerin Svenja Schulze eine Diskussion über nachhaltige Forschung, technologische Neuerungen und soziale Innovationen. „Um großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie zum Beispiel Klimawandel, Ressourcenverknappung und demografischer Wandel zu meistern, brauchen wir einerseits technologische Neuerungen, andererseits auch die Akzeptanz bei den Anwendern, sprich, sie müssen gewillt und in der Lage sein, neue Technologien in ihren Alltag zu integrieren und damit vielleicht auch gelernte Gewohnheiten über Bord zu werfen.“

Sie können die Diskussion verfolgen unter: http://www.nrw.de/jukon12/community/denkraeume/wissen-schafft-chancen/forum/

Baden- Württembergisches Wissenschaftsministerium fördert Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung mit 8 Mio

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst möchte Baden-Württemberg zum Vorbild für nachhaltige Entwicklung machen und setzt dabei auf wichtige Beiträge aus der Wissenschaft. Daher hat sie acht Millionen Euro zur „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgeschrieben. 

Im Rahmen des Innovations- und Qualitätsfonds wurde ein Förderprogramm zur „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgeschrieben. Der Fonds hat das Ziel, Qualität und Leistungsfähigkeit der Hochschulen zu stärken und innovative Ziele zu fördern. Über eine Laufzeit von drei Jahren stehen für Vorhaben an staatlichen Hochschulen in Baden- Württemberg insgesamt acht Millionen Euro zur Verfügung. In einer ersten Runde werden zunächst drei Millionen vergeben. Dies teilte die Ministerin am 11. Juli in Stuttgart mit.

Mit der Förderlinie sollen unter anderem Vorhaben an den Hochschulen gefördert werden, die die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Lehre vorantreiben, den
Transfer von Wissen über Nachhaltigkeit befördern und die Sichtbarkeit von Nachhaltigkeitsforschung an der Hochschule erhöhen. Weitere Impulse erhofft sich Ministerin Bauer von einer Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“, die vom Ministerium in diesem Jahr eingesetzt wurde und die im Frühjahr 2013 ihre Empfehlungen vorstellen wird.

Die Ausschreibung richtet sich an alle staatlichen Hochschulen des Landes Baden-Württemberg. Die Förderung ist auf einen Zeitraum von bis zu drei Jahren angelegt und je Hochschule auf einen Gesamtförderbetrag von 400.000 Euro begrenzt. Antragsfrist ist der 1. November 2012. Über die Anträge entscheidet eine vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und den Rektorenkonferenzen eingesetzte Kommission mit externen Gutachtern.

Weitere Information zur Ausschreibung finden Sie hier.
Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.

Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ in Baden-Württemberg einberufen

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: Das Wissenschaftsland Baden-Württemberg soll Vorreiter für nachhaltige Entwicklung werden

Die Verhandlungen in Rio de Janeiro über Nachhaltigkeit sind gerade erst vorbei. „So wichtig die Verhandlungen auf internationaler Ebene sind. Die entscheidenden Fortschritte können hierbei nicht allein aus der Politik kommen. Die Wissenschaft muss zum zentralen Katalysator für die zukünftigen Veränderungen werden“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. „Baden-Württemberg ist ein hervorragender Wissenschaftsstandort. Wir möchten das Land jetzt in die Lage versetzen, eine Führungsrolle beim Thema Nachhaltigkeit zu übernehmen.“

Das Wissenschaftsministerium hat deshalb eine Expertenkommission einberufen, die Anregungen für die Stärkung von Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und im Betrieb von Hochschulen erarbeiten soll. Sprecher des siebenköpfigen Gremiums ist Professor Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Im Frühjahr 2013 wird die Kommission ihre Empfehlungen vorlegen.

Weiter Informationen finden Sie hier.

„Forschung für die Nachhaltigkeit“ – Neue Publikation des Projekts „Lebendige Forschung an Fachhochschulen in NRW“

Seit 2005 informieren 20 nordrhein-westfälische Fachhochschulen gemeinsam Politik und Wirtschaft über ihre Forschungsaktivitäten. Die jüngste Publikation „Forschung für die Nachhaltigkeit“ gibt einen Einblick in unterschiedliche Forschungsbereiche und Forschungsaktivitäten zur energetischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit an den Fachhochschulen in NRW. In einem Serviceteil liefert die Broschüre Kurzportraits der einzelnen Hochschulen und Informationen zu relevanten Forschungsschwerpunkten. Die Broschüre „Forschung für die Nachhaltigkeit“ kann kostenlos (gegen Rückporto) über die Website des Projektes „Lebendige Forschung an Fachhochschulen in NRW“ bestellt werden:
www.fachhochschulen-nrw.de/publikationen/index.html

Netzwerk von insgesamt 20 Fachhochschulen in NRW
Das Projekt „Lebendige Forschung an Fachhochschulen in NRW“ wird getragen von folgenden 20 Hochschulen: Fachhochschule Aachen, Fachhochschule Bielefeld, Hochschule Bochum, Technische Fachhochschule Georg Agricola zu Bochum, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Fachhochschule Dortmund, Fachhochschule Düsseldorf, Westfälische Hochschule, Hochschule für Gesundheit, Hochschule Hamm-Lippstadt, Fachhochschule Köln, Rheinische Fachhochschule Köln, Fachhochschule Münster, Hochschule Niederrhein, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Hochschule Rhein-Waal, Hochschule Ruhr West und Fachhochschule Südwestfalen.

Weitere Informationen:
Lebendige Forschung an Fachhochschulen in NRW
c/o Fachhochschule Köln | KISD
zefo | Zentrum für Forschungskommunikation
Ubierring 40, 50678 Köln
Tel.: 0221 8275-3097
E-Mail: info@fachhochschulen-nrw.de

Gespräche zu Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsforschung: Wissenschaftsministerin Theresia Bauer besucht Heidelberger IÖW-Büro

Am 2. März 2012 war die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zu Gast beim IÖW. Gemeinsam mit Thomas Korbun und Dr. Frieder Rubik vom IÖW sowie Markus Duscha vom Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) sprach sie über die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsforschung ihres Bundeslandes. Anlässlich des Besuches würdigte Bauer die beiden traditionsreichen unabhängigen Institute in ihrem Wahlkreis Heidelberg: „Institute wie das IÖW und das IFEU sind Zukunftslabore, die mit Forschung und Innovationen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Ich möchte sie und andere außeruniversitäre Umweltforschungsinstitute deshalb in die Landesstrategie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ einbinden.“

Mehr auch auf: http://www.ioew.de

Stellenausschreibung für Nachhaltige Wissenschaft im Baden- Württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat sich zum Ziel gesetzt,
den Beitrag der Wissenschaft für die nachhaltige Entwicklung zu verstärken. Mit einer 
eigenen Förderlinie für Nachhaltige Entwicklung setzt die Regierung auf eine innovative
und zukunftsfähige Wissenschaftspolitik.
Für die Entwicklung und Umsetzung der Strategie Wissenschaft für Nachhaltigkeit
wird daher eine Person mit Hochschulabschluss, die über Erfahrungen und Kenntnis-
se in der Wissenschaftspolitik und im Themenfeld Nachhaltige Entwicklung verfügt gesucht.
Von Vorteil sind Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung von Programmen.

Zur Stellenausschreibung geht es hier.
Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 03.02.2012 eingereicht werden.

Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung. Vision 2030. Ein Dialog im Ruhrgebiet mit Wirtschaft und Gesellschaft

Konferenz
02.12.2011, 09:30 Uhr – 17:30 Uhr, FOM Hochschule für Ökonomie und Management, Schulungs- und Hörsaalzentrum II, Sigsfeldstr. 5, 45141 Essen

Nachhaltige Entwicklung kann nur gemeinsam gehafft werden. Deshalb arbeitet die Nachhaltigkeitsforschung nicht nur fächerübergreifend, sondern vernetzt auch Wissenschaft und Praxis miteinander. Wie das in der Zukunft bis 2030 aussehen könnte, wird am 2. Dezember an der FOM in Essen diskutiert.
Am Beispiel der Region Ruhrgebiet werden konkrete Maßnahmen konzipiert und deren Umsetzung angestoßen. Hochschulakteure, regionale Initiativen, Unternehmen und interessierte Studierende sind eingeladen, sich am Ideenaustausch und der Formulierung einer gemeinsamen Vision 2030 für nachhaltige Entwicklung an Hochschulen zu beteiligen. Professorin Ute Klammer, Prorektorin für Diversity Management an der Universität Duisburg-Essen, Olivier Laboulle, Vertreter der Deutschen UNESCO-Komission (DUK) sowie Frau Claudia Determann, Vertreterin des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, führen in das Thema ein. Vorträge zu den Themenkomplexen „Hochschule, Forschung und Nachhaltigkeit“, „Leben, Ruhrgebiet und Zivilgesellschaft“ sowie „Wirtschaft und Nachhaltigkeit“ geben Impulse für den anschließenden Dialog. Entsprechend der drei Themenbereiche werden Arbeitsgruppen gebildet, die zum Abschluss der Konferenz die Ergebnisse ihrer Diskussionen präsentieren. Die Konferenz wird von dem Projekt „BENA-Nachhaltigkeit entdecken“ (Universität Duisburg-Essen) in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) und der Arbeitsgruppe Hochschule des Runden Tisches der UN-Dekade „AG Hochschule und nachhaltige Entwicklung“ ausgerichtet.

Zur Anmeldung: http://www.uni-due.de/bena/veranstaltungen.shtml

Zum Konferenzprogramm: http://www.uni-due.de/imperia/md/content/nachhaltigkeit/konferenzprogramm_aghochschule_bena-1.pdf

Ansprechpartner:
BENA – Nachhaltigkeit entdecken
Frau Klaudia Schreiber
Tel.: 0201 – 183 7238
nachhaltigkeit@uni-due.de
www.uni-due.de/bena

Dokumentation des Forums „Die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft“ vom 8.11.11 ab sofort verfügbar

Im Rahmen der Initiative „Fortschritt NRW“ veranstaltete das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium am 8.11.2011 in der Akademie der Wissenschaften und Künste, Düsseldorf ein Forum zum Thema „Die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft“. Das Forum wurde durch einen Vortrag von Prof. Dirk Messner, Leiter des Deutschen Institutes für Entwicklungspolitik (DIE) und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates für Globale Umweltveränderungen (WBGU) eingeleitet, der auf die im aktuellen Hauptgutachten des WBGU herausgearbeiteten Defizite des aktuellen Wissenschaftssystems bei der Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen einging. Dem Vortrag schloss sich eine anregende Diskussion auf einem Podium an, auf dem Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Prof. Dr. Achim Bachem/Leiter des Forschunszentrums Jülich, Prof. Ursula Gather/Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz NRW, Dr. Dagmar Simon/Leiterin der Gruppe Wissenschaftspolitik des Wissenschaftszentrums Berlin sowie Philine Warnke vom Fraunhofer-ISI diskutierten. Es wurde deutlich, dass die vom WBGU eingeforderte Verstärkung einer „transformativen Forschung“ noch am Anfang steht. Die Universitäten tun sich dabei schwerer als die großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Sowohl in der Forschungspolitik als auch in den wissenschaftsinternen Anreizsystemen bestehen noch Anpassungsbedarfe. Dabei war bei der Diskussion u.a. umstritten, ob eine „transformative Forschung“ eigene Förderlinien braucht oder integraler Bestandteil bestehender Forschungsansätze und Institutionen werden muss.

Die Dokumentation der Veranstaltung (Vortrag von Dirk Messner, Teilnehmerliste des Podiums) ist ab sofort im Download verfügbar unter: http://www.wissenschaft.nrw.de/landdertalente_nrw/Fortschritt_NRW/Foren_des_Fortschritts/FdF__gesellschaftliche_Verantwortung_v_Wissenschaft/index.php

Erster Nachhaltigkeitstag der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim

Am 11.11.2011 haben die sechs Hochschulen im Rahmen des Projektes „Rendevouz mit der Zukunft“ den ersten Nachhaltigkeitstag der Hochschulregion begangen. Zu ihnen gehören die Universität Tübingen, die Universität Hohenheim, die Hochschule Albstadt-Sigmaringen, die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, die Hochschule Reutlingen sowie die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Alle sechs Hochschulen sind in unterschiedlichen Feldern im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung und -lehre aktiv. Die Universität Tübingen feierte an dem Tag ihre EMAS-Umweltzertifizierung und ist damit die erste EMAS-zertifizierte Hochschule in Baden Württemberg. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung in Baden Württemberg und wird durch die Landesregierung aktiv unterstützt.

Nachhaltigkeitsstrategien in den Zielvereinbarungen aller hessischer Hochschulen verankert

Im Sommer 2011 haben alle 12 staatlichen hessischen Hochschulen ihre Zielvereinbarungen für die Jahre 2011-2015 abgeschlossen. Eine Besonderheit der Zielvereinbarungen ist, dass alle Hochschulen aufgefordert waren, zum Thema „Nachhaltigkeitsstrategie“ der Hochschule Aussagen zu machen. Auf diese Weise ist ein eindrucksvoller Überblick über die Nachhaltigkeitsaktivitäten der verschiedenen hessischen Hochschulen entstanden. Alle Zielvereinbarungen sind auf der Homepage des hessischen Wissenschaftsministeriums abzurufen. Hier finden sich die direkten Links zu den Zielvereinbarungen 2011-2015:

o Technische Universität Darmstadt
o Goethe Universität Frankfurt
o Justus-Liebig Universität Giessen
o Universität Kassel
o Philipps Universität Marburg
o Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt
o Hochschule für Gestaltung, Offenbach
o Hochschule Darmstadt
o Fachhochschule Frankfurt
o Hochschule Fulda
o Technische Hochschule Mittelhessen
o Hochschule RheinMain

Die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft – Forum des Fortschritts NRW am 8.11.2011 in Düsseldorf

Am 8. November ab 18:00 Uhr veranstaltet das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium in der Akademie der Wissenschaften und Künste in Düsseldorf sein nächstes Forum des Fortschritts. Thema ist die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft. Mit dem Forum bietet das Ministerium eine weitere Plattform für die Diskussion über zukünftige Anforderungen an das Wissenschaftssystem angesichts wachsender globaler Herausforderungen: „Die globalen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, demografische Entwicklung und Energie- und Ressourcenknappheit verlangen nachhaltige Lösungen und Strategien. Worin genau sollte der Beitrag der Wissenschaft liegen? Welche neue strukturellen und inhaltlichen Anforderungen an Wissenschaft ergeben sich? Und wie müssen Forschungsstrategien und Förderprogramme ausgerichtet sein? Auf Grundlage des Hauptgutachtens „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) möchte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in einem offenen Dialog mit der Öffentlichkeit und den Fachleuten diese und andere Fragen diskutieren.“ Nach einem Eingangsreferat von Prof. Dirk Messner, Mitglied des WBGU, diskutieren Svenja Schulze, Prof. Dr. Dirk Messner, Prof. Dr. Ursula Gather/Vorsitzende der Rektorenkonferenz des Landes NRW, Prof. Dr. Achim Bachem/Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, Waldemar Kütt/Mitglied des Kabinetts der EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, Dr. Dagmar Simon/Leiterin der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB ) und Dr. Philine Warnke/Geschäftsfeldleiterin Zukunftsforschung und Vorausschau im Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI.

Weitere Informationen und das Programm zur Veranstaltung finden sich unter http://www.wissenschaft.nrw.de/landdertalente_nrw/Fortschritt_NRW/FdF__gesellschaftliche_Verantwortung_v_Wissenschaft/index.php

Baden Württembergisches Wissenschaftsministerium stellt 8 Mio. Euro für Förderlinie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ zur Verfügung

Auf dem heutigen Tag der nachhaltigen Entwicklung an der Hochschule Konstanz hat die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer eine mit 8 Mio. Euro ausgestattete Förderlinie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ angekündigt. Damit setzt die Landesregierung einen ersten wichtigen Baustein der in der Koalitionsvereinbarung beschlossenen Nachhaltigkeitsinitiativen im Wissenschaftsbereich um.

Fachhochschulen in Baden Württemberg für Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Anläßlich des Regierungswechsels in Baden Württemberg haben die 21 staatlichen Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg ihr Angebot, eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auszubauen, bekräftigt. Die Initiative ist als Netzwerk konzipiert, das an jeder Hochschule einen Knoten in Gestalt eines Senatsbeauftragten für Nachhaltige Entwicklung und mittlerweile ca. 180 Kolleginnen und Kollegen umfasst. Bei der Gründung des „HNE-Netzwerks“ am 28. Oktober 2005 in Ulm wurde das Referat für Technik- und Wissenschaftsethik (rtwe) als geschäftsführendes Institut und Prof. Dr. Michael Wörz als Sprecher des Netzwerks gewählt.

Das gesamte Projekt wurde erstmals im April 2006 und zuletzt im Februar 2010 von der UNESCO als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ ausgezeichnet. Unter http://www.rtwe.de/hne findet sich ein aktueller Stand der Initiative.

Vortrag „Nachhaltiges Hamburg – nachhaltige Wissenschaft: Perspektiven für die europäische Umwelthauptstadt 2011“ am 26.05.2011 um 19:00 Uhr in der Universität Hamburg

Im Jahr 2010 hat das Wuppertal Institut seine Studie „Zukunftsfähiges Hamburg“ vorgelegt und die Vision einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufgezeigt. Welche Chancen und Herausforderungen liegen in einer solchen Perspektive für die Hamburger Wissenschaft und die Universität Hamburg?

Auf diese Fragen geht Prof. Dr. Uwe Schneidewind, seit März 2010 Präsident des Wuppertal Institutes und u.a. Autor des Buches „Nachhaltige Wissenschaft“ in seinem Vortrag

an der Universität Hamburg, Hörsaal H, Edmund-Siemers-Alle 1, 20146 Hamburg
um 19:00 Uhr

ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hamburger Vorträge zur Nachhaltigkeit“ statt und wird durch Grußworte von Universitätspräsident Prof. Dr. Dieter Lenzen und Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt eröffnet.

Die Folien des Vortrags können finden Sie hier zum Download:
110526-Schneidewind-Nachhaltiges-Hamburg-Nachhaltige-Wissenschaft

Theresia Bauer wird neue Wissenschaftsministerin in Baden Württemberg – erfreuliche Perspektiven für eine Nachhaltige Wissenschaft

Nachdem schon im Koalitionsvertrag der neuen baden-württembergischen Landesregierung das Thema Nachhaltige Wissenschaft eine zentrale Rolle spielt, lässt die heutige Benennung von Theresia Bauer als künftige Wissenschaftsministerin auf eine engagierte Umsetzung dieser Programmatik in der künftigen Legislaturperiode hoffen. Theresia Bauer war in den letzten Jahren eine der engagierten Vordenkerinnen und Vorkämpferinnen für eine nachhaltigkeits-orientierte Wissenschaftspolitik in Baden-Württemberg.

„Nachhaltige Wissenschaft“ im grün-roten Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg

Der grün-rote Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg enthält einen expliziten Passus zur „Nachhaltigen Wissenschaft“. Auf S. 13 zu den „Leitideen für ein zukunftsfähiges Landeshochschulgesetz“ heißt es gleich an erster Stelle:

Nachhaltige Wissenschaft
Nachhaltigkeit soll in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen. Wir wollen eine Wissenschaftskultur fördern, die über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg die großen Zukunftsprobleme der Gesellschaft bearbeitet. Wir werden dazu ein landesweites Netzwerk „Nachhaltigkeit erlernen, erforschen, umsetzen“ ins Leben rufen, ein Landeskompetenzzentrum „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, das Impulse für den gesamten Bildungsbereich setzen soll und die Nachhaltigkeitsforschung stärken.“

Der Text des gesamten Koalitionsvertrages findet sich hier.

Öffentliche Anhörung „Nachhaltige Wissenschaft“ im baden-württembergischen Landtag am 05.07.2010

Am Mo, dem 05.07.2010 veranstaltet die Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ im baden-württembergischen Landtag eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Nachhaltige Wissenschaft“. Die Veranstaltung findet von 12:30-17:00 Uhr im Stuttgarter Landtag statt. Weitere Informationen finden sich unter: http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/themen/dok/326/326969.hochschultour_2010.html.

16 für einen nachhaltigen Streich – eine Übersicht über die Nachhaltigkeitsorientierung in den Wissenschaftssystemen der 16 Bundesländer

Das Weblog „Nachhaltige Wissenschaft“ greift in regelmäßigen Abständen Schwerpunktthemen auf. Im ersten „Schwerpunkt“ geht es um den Stand einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ in den 16 deutschen Bundesländern. Die Ausdifferenzierung des deutschen Wissenschaftssystems fordert nicht nur die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen heraus, sich zu positionieren. Auch jede Landesregierung als die zentrale wissenschafts- und hochschulpolitische Instanz steht vor der Frage, mit welcher Form der Wissenschafts- und Hochschulpolitik sie ihr Land fit für das 21. Jahrhundert macht.

Der Aufbau transdisziplinärer Wissenschaftsstrukturen und die Ausrichtung an zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen kann dabei eine interessante Option sein, um im Profilwettbewerb der Länder den eigenen Wissenschaftsstandort für zukünftige Studierende und Wissenschaftler(inn)en attraktiv zu halten. „Nachhaltigkeit“ als ein übergeordnetes Wissenschaftsleitbild mit einem hohen Integrationspotenzial bietet hier vielfältige Chancen. Die Ausrichtung am Leitbild einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft hat alle Ingredienzien für eine zukunftsweisende Wissenschaftspolitik: Sie kann bestehende Forschungsspitzen aufgreifen und sie in einen gesellschaftlich relevanten Kontext einbetten, sie stärkt die gesellschaftliche Vermittlung von Wissenschaft, fördert die Integration zwischen Disziplinen und Hochschulen (insbesondere auch von unterschiedlichen Hochschultypen) sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie integriert auf überzeugende Weise Forschung und Lehre. Der Blick auf die 16 Bundesländer zeigt, dass einige für eine solche Strategie hervorragende Voraussetzungen besitzen.

Die folgenden Blog-Beiträge zu den einzelnen Bundesländern sind bewusst kurz und provokant verfasst. Allein die Idee, dass einzelne Bundesländer ihre Wissenschaftspolitik an einzelnen gesellschaftlich relevanten Leitthemen ausrichten, ist an sich schon diskussionswürdig. All dies soll Sie zu Ergänzungen und Kommentierungen anregen.

Neben unmittelbaren Kommentierungen zu den einzelnen Beiträgen („Kommentar schreiben“) sind zu dem Thema ganz herzlich auch Gastbeiträge eingeladen. Wenn Sie einen eigenen Weblog-Beitrag zu Ihrem Bundesland oder der Diskussion insgesamt verfassen möchten, dann wenden Sie sich an die Weblog-Administration, damit Ihnen die entsprechenden Rechte eingerichtet werden. Wir freuen uns besonders über Beiträge mit kontroversen Positionen oder solchen, die neue Blicke auf die Debatte werfen.

Leiten Sie den Link auf die Weblog-Diskussion gerne an andere hochschulpolitisch interessierte Akteure in ihrem Umfeld weiter, um die Diskussion für einen breiten Kreis von Diskutaten zugänglich zu machen.

Hier die Übersicht über die Beiträge zu den einzelnen Bundesländern:
o Baden-Württemberg: „Erdrückt von Exzellenz“
o Bayern: „Wüste jenseits der TU München?“
o Berlin: „Wo bleibt die nachhaltige politische Kraft der Universitäten?“
o Brandenburg: „Advanced Studies als Motor?“
o Bremen: „Hoffnungsvoller Kandidat mit historischem Balast“
o Hamburg: „Potenziale – versunken in Konflikten“
o Hessen: „Ein Ökosystem spannender Davids“
o Mecklenburg-Vorpommern: „Meer- und Ökosystemforschung in schwierigem Umfeld“
o Niedersachsen: „Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration“
o NRW: „Schwergewichte mit nur zarter Vernetzung“
o Rheinland Pfalz: „Perlen in schwierigem hochschulpolitischen Umfeld“
o Saarland: „Voran mit externer Förderung“
o Sachsen:“Flagschiff ohne Kontext“
o Sachsen-Anhalt: „Zu klein für Sustainability?“
o Schleswig Holstein: „Über die Meeresforschung den globalen Wandel verstehen“
o Thüringen: „Energie und Nachhaltigkeit nur im Grenzbereich“

Bayern: Wüste jenseits der TU München?

Transdisziplinarität und Nachhaltigkeitsorientierung spielen bisher keine wirklich wichtige Rolle in der bayrischen Wissenschaft und Wissenschaftspolitik. Es ist das Flagschiff der bayrischen Universitäten, die TU München, die auch in diesem Feld die prominentesten Zeichen setzt. Mit dem Campus Weihenstephan (Land- und Ernährungswissenschaft) sowie dem von der TU München mit initiierten Wissenschaftszentrum Straubing (Nachwachsende Rohstoffe) existieren zwei integrierte Standorte, die zeigen, wie zu ökologisch relevanten Themen disziplinen- und institutionen-übergreifend gelehrt und geforscht werden kann..

Daneben gibt es einzelne Ansätze zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen auf hohem wissenschaftlichen Niveau – z.B. die Afrikaforschung in Bayreuth, die Arbeiten zu nachhaltiger Chemie an der Universität Regensburg oder das Engagement mehrerer Fachhochschulen in diesem Feld, ohne dass jedoch eine der Institutionen dies zu einem prägenden Strategieelement gemacht hätte. Gerade angesichts des „München-Bias“ in der bayrischen Wissenschaftspolitik liegt eventuell gerade hier ein spannendes Potenzial für einzelne der mittelgroßen Universitäten außerhalb Münchens – wenn nicht die „Unternehmeruniversität TU München“ mit ihrem „entrepreneurial spirit“ auch die gesellschaftlichen Zukunftsthemen des 21. Jahrhunderts wissenschaftlich früh besetzt.

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Baden Württemberg: Erdrückt von Exzellenz

Baden Württemberg ist als der eindeutige Sieger aus der Exzellenzinitiative vorgegangen. Vier der neun gekürten Eliteuniversitäten stammen von hier (Karlsruhe, Konstanz, Freiburg, Heidelberg). Angesichts dieser geballten Kraft klassischer wissenschaftlicher Exzellenz, haben es Perspektiven einer eher thematischen Ausrichtung des Wissenschaftssystems schwer – auch wenn an vielen der ausgezeichneten Universitäten starke Bereiche einer mindestens interdisziplinären Umweltforschung (z.B. am KIT, Karlsruhe oder dem Zentrum für Erneuerbare Energie (ZEE) an der Universität Freiburg) präsent sind.

Einige kleinere Hochschulen (z.B. die vom Stifterverband ausgezeichnete Fachhochschule Rottenburg) nutzen dies für ganz bewusste Nischenstrategien. Mit dem Öko-Institut Freiburg verfügt Baden Württemberg zudem über die Pionierinstitution im Bereich der nachhaltigkeits-orientierten freien Forschungsinstitute.

Man wird in den kommenden Jahren sehen, ob es bei solchen Nischenstrategien bleibt oder Baden-Württemberg außer Hochdeutsch wirklich alles kann – eben auch seine Spitzenforschung noch stärker auf die gesellschaftlichen Schlüsselherausforderungen des 21. Jahrhunderts hin auszurichten.

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Rheinland-Pfalz: Perlen in schwierigem hochschulpolitischen Umfeld

Rheinland Pfalz tut sich nicht leicht mit seiner hochschulpolitischen Positionierung. Die Ergebnisse der Exzellenzinitiative haben ernüchtert. Gerade zu einer Graduiertenschule an der Universität Mainz hat es gereicht. Wäre da eine stärkere gesellschaftsorientierte Ausrichtung des Wissenschaftssystems nicht eine interessante Alternative?

Einige „Perlen“ dafür besitzt das Land. Dazu gehört an prominenter Stelle der Umweltcampus Birkenfeld der Fachhochschule Trier unter Beteiligung der Universität Trier. Und auch in der TU Kaiserslautern spielen Nachhaltigkeitsbezüge über Fachgrenzen hinweg eine zentrale Rolle. Zudem hat sich die TU Kaiserslautern mit ihrem deutschlandweit führenden Weiterbildungangeboten schon früh gesellschaftlichen Belangen geöffnet.

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Hessen: Ein Ökosystem spannender Davids

Das wissenschaftliche Machtzentrum Hessens pocht in seinem Süden: Das bundesweit beachtete Autonomiemodell „TU Darmstadt“ und das Projekt der „Stiftungsuniversität Frankfurt“ haben die wissenschaftspolitische Kulisse Hessens in den letzten Jahren geprägt. Von den anderen hessischen Universitäten beeindruckte insbesondere die Universität Giessen in der Exzellenzinitiative mit dem Gewinn eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule (und war damit ähnlich erfolgreich wie Frankfurt und Darmstadt). Zudem erregte hier die Zusammenlegung und Privatisierung der Universitätskliniken Giessen und Marburg Aufsehen.

In dieser Kulisse klassisch wissenschaftlicher Goliaths hat sich eine aus Nachhaltigkeitsperspektive erfreuliche kleine Schar von „Davids“ herausgebildet. Bei den Universitäten gehört dazu an vorderster Front die Universität Kassel, die seit 2004 eine prononcierte Umweltstrategie verfolgt und dafür sogar eine eigene Vizepräsidentenposition geschaffen hat. Zudem verfügt Hessen über bundesweit führende freie Forschungsinstitute im Feld: dazu gehören neben dem Öko-Institut Darmstadt insbesondere das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) – eine der Vordenker-Institutionen für die Standards transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland.

Auch wenn eine Nachhaltigkeitsausrichtung (trotz einiger interessanter Potenziale gerade an der TU Darmstadt und der Universität Frankfurt) auch mittelfristig keine dominante Strategie für Hessen werden wird, so wäre es in jedem Fall eine Chance, die interessanten Pionier-Institutionen in Hessen auch im Rahmen der prononcierten Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung im Blick zu behalten.

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Saarland: Voran mit externer Förderung

Das Saarland ist das Bundesland mit der kleinsten Hochschullandschaft aller Bundesländer. Verstärkt durch seine Randlage erfüllen die wenigen Hochschulen zudem einen wichtigen allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsauftrag, der eine inhaltlich zu begrenzte Ausrichtung verbietet.

Im Hinblick auf eine Nachhaltigkeits-Orientierung verfügt das Land aber mit der in Saarbrücken ansässigen ASKO-Europa-Stiftung (hervorgegangen aus der Metro-Gruppe) über einen der bundesdeutschen wichtigen privaten Motoren für eine stärkere Nachhaltigkeits-Orientierung im Wissenschaftssystem. Ein konkretes Ergebnis ist die im Jahr 2009 eingerichtete Nachhaltigkeits-Stiftungsprofessur der Stiftung an der Universität Saarbrücken. Dass aktuell einer der deutschland-weit führenden Umweltpsychologen die Uni Saarbrücken führt verspricht zudem Offenheit für eine weiteren Ausbau des Themas. Angesichts der Saarbrücker Stärken in der Informatik wäre z.B. Fragen einer „Nachhaltigen Informationsgesellschaft“ ein spannender Themenkandidat für ein Bundesland, das sich gerade im industriestrukturellen Wandel befindet.

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NRW: Schwergewichte mit nur zarter Vernetzung

Als größtes Bundesland verfügt Nordrhein-Westfalen auch über die größte und ausdifferen-zierteste Landschaft an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland. Neben der im technischen Bereich dominierenden RWTH Aachen (der einzigen in der Exzellenzinitiative ausgezeichneten „Eliteuniversität“ in NRW) sind die fachlichen Schwerpunkte und Profilspitzen relativ gleichmäßig über das Bundesland verteilt. Allein schon aufgrund der Masse der Wissenschaftseinrichtungen existiert eine umfassende Wissenschaftssubstanz auch in Nachhaltigkeits-relevanten Themenfeldern: Dazu gehört z.B. eine profilierte (regenerative) Energieforschung (z.B. an der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich).

Keine der vielen Hochschulen in NRW hat jedoch bisher eine Umwelt- oder Nachhaltigkeitsorientierung zu einem dominanten Strategieschwerpunkt gemacht – auch wenn es an einzelnen Universitäten dazu erste Ansätze gibt, wie z.B. an der Universität Duisburg-Essen (bei der eines der Präsidiumsmitglieder, Prof. Ute Klammer, aktuell auch Mitglied des deutschen Nachhaltigkeitsrates ist).

Angesichts der existierenden Substanz in NRW könnte das Land –auch wenn eine solche Ausrichtung für so großes Bundesland keine dominierende Prägung des Wissenschaftssystem sein kann – durch noch bessere Vernetzung eine führende Rolle nachhaltigkeitsorientierter Wissenschaft in Deutschland spielen. Auch über die prädestinierten Vordenker- und Vernetzer-Institutionen für eine solche Vision- wie z.B. das Wuppertal-Institut für Umwelt, Energie und Klima verfügt NRW längst.

Die 2009 gestartete „Bonn Sustainability Alliance“ (wissenschaftliche insbesondere durch die FH Bonn Rhein-Sieg getragen) zeigt, dass auch andere Akteure in NRW in Richtung einer solchen Vernetzung denken.

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Niedersachsen: Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration?

Niedersachsen kann aktuell als das Zentrum einer Nachhaltigkeitsorientierung im deutschen Wissenschaftssystem betrachtet werden. Es verfügt mit der Universität Oldenburg und insbesondere der Universität Lüneburg über zwei Universitäten, die sich in den letzten Jahren gezielt strategisch im Hinblick auf eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung hin ausgerichtet haben. Zudem bestehen umfassende Zentren einer interdisziplinären Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung auch an anderen Hochschulen wie der Universität Göttingen (Öko-Systemforschung, Klimafolgenforschung), der Universität Osnabrück (Umwelt-Systemanalyse), der TU Clausthal, der Universität Hannover (regenerative Energieforschung) oder der TU Braunschweig (Verkehrs- und Mobilitätsforschung).

Hinzu kommt, dass die Themenfelder „Regenerative Energien, insb. Windenergie“ sowie „Klimaschutz- und Anpassung“ für Niedersachsen als Küstenland von zentraler Bedeutung für die weitere (ökonomische) Landesentwicklung sind. Mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) und der VW-Stiftung (Hannover) ist Niedersachsen zudem Sitzland zwei der potentesten Wissenschaftsstiftungen, die gleichzeitig zentrale Schwerpunkte im Bereich der umweltbezogenen Forschungsförderung (insb. DBU) besitzen.

Trotz dieser herausragenden Ausgangsbedingungen ist die Nachhaltigkeitsorientierung kein dominantes Moment der niedersächsischen Wissenschaftsstrategie. Dabei würde gerade hierin eine gewaltige Positionierungschance gegenüber den wissenschafltlich und wirtschaftlich starken „Südländern“ liegen – getreu der Perspektive: der Norden forscht und lehrt schon fürs „Übermorgen“.

Im Kontext der unterschiedlichen politischen Klima- und Nachhaltigkeitsaktivitäten des Landes (Regierungskommission Klimaschutz, Nachhaltigkeitsallianz) ließe sich evtl. eine „Lower Saxony Sustainable Science Center“ initiieren, das die hervorragenden Potenziale des Landes noch besser koordiniert.

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Schleswig-Holstein: Über die Meeresforschung den globalen Wandel verstehen

Trotz seiner geringen Größe und schwierigen finanziellen Situation des Landes schnitten die Schleswig Holsteiner Universitäten bei der Exzellenzinitiative sehr gut ab: Mit zwei Exzellenzclustern und einer Graduiertenschule war die Universität Kiel neben Bremen die erfolgreichste norddeutsche Universität. Daneben gelang der Universität Lübeck die Einwerbung eines Exzellenzclusters im Bereich der Medizininformatik.

Das besondere des Kieler Erfolges: Mit dem Cluster „Ozean der Zukunft“ zur Meeresforschung wurde eines der wenigen Cluster mit unmittelbaren Nachhaltigkeitsbezug bewilligt, das in sich auch interdisziplinäre Bezüge trägt (z.B. enge Zusammenarbeit mit der Ökonomie). Schleswig Holstein besitzt hier in der Kombination der Universität und der angesiedelten außeruniversitären Einrichtungen (IFM Geomar, Institut für Weltwirtschaft) einen prominenten Nachhaltigkeitschwerpunkt. Dazu kommen relevante Forschungspotenziale zu regenerativen Energien (u.a. an der Universität Flensburg), die eng gekoppelt sind mit der wirtschaftlichen Bedeutung, die insbesondere die Windindustrie für Schleswig Holstein bedeutet.

Kurzum: Lauter Argumente für eine noch aktivere Nachhaltigkeitsausrichtung für die Schleswig-Holsteinische Wissenschaftspolitik!

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Hamburg: Potenziale – versunken in Konflikten?

Hamburg wäre eigentlich ein idealer Standort für eine nachhaltigkeits-orientierte Wissenschaftsstrategie: Weltweit führend in der Klimaforschung (und hier auch mit einem Exzellenzcluster an der Universität Hamburg ausgezeichnet), zudem viele wissenschaftliche Potenziale, die die globale Vernetzung der Hafenstadt Hamburg spiegeln – von Afrikastudien bis zur globalen Logistik. Zudem verfügt die Stadt mit der neu gegründeten Hafen City University (HCU) über eine der wenigen deutschen Universitäten, die sich konsequent an einem inhaltlichem Schwerpunkt (den Perspektiven und der Entwicklung von Metropolen) ausrichtet ist und dieser Schwerpunkt mitten im Kern der Nachhaltigkeitsfrage liegt.

Jedoch leidet die Stadt seit vielen Jahren unter Konflikten, die ihr Potenzial erheblich schwächen – Konflikten innerhalb der Universität, die erst vor wenigen Monaten im erzwungenen Rücktritt der Präsidentin gipfelten, Rivalitäten zwischen den unterschiedlichen Hochschulen , und Streitpunkten zwischen Hochschulen und Landesregierung.

Gerade für einen schwarz-grünen Senat würden in einer zukunftsgewandten Entwicklung des Wissenschaftsstandortes interessante Potenziale zur Profilierung des Landes Hamburg liegen. Es ist zu hoffen, dass dies in Zukunft in enger Zusammenarbeit mit den Hochschulen gelingt.

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Bremen: Bremen Hoffnungsvoller Kandidat mit historischem Ballast?

Bremen war der große Überraschungskandidat der ersten Runde der Exzellenzinitiative: Da stand die ehemalige „rote Kaderschmiede“ kurz davor in den Kreis der deutschen Eliteuniversitäten zu gelangen. Auch wenn es am Ende knapp nicht zur Förderung Zukunftskonzeptes gereicht hat, so war die Universität Bremen mit einem Exzellenzcluster und zwei Graduiertenschulen neben Kiel und Göttingen die erfolgreichste norddeutsche Universität im Wettbewerb.

Das Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule sind in der weltweit führenden Bremer Meeresforschung angesiedelt – einem für den Klimawandel wichtigsten globalen Öko-Systeme. Mit dem Alfred Wegener Institut (AWI) verfügt das Land zudem über eines der weltweit führenden außeruniversitären Institute in der Meeresforschung. In den letzten Jahren wurde der Bereich der Windenergiewirtschaft und –forschung konsequent in Bremen ausgebaut und war die Entscheidung der Bundesregierung, Bremerhaven in enger Kooperation mit den Universitäten Oldenburg und Hannover im Rahmen des Aufbaus eines neuen Fraunhofer-Institutes zum zentralen nationalen Windenergieforschungsstandort zu machen, nur konsequent. An der Universität Bremen wird die naturwissenschaftlich und technische Forschung dabei schon lange mit sozialwissenschaftlichen Bezügen verknüpft – hier hilft Bremen, dass es auch einer der führenden sozialwissenschaftlichen Forschungsstandorte ist – ebenfalls ausgezeichnet mit einer Graduiertenschule.

Dazu kommen in Bremen zwei Fachhochschulen (die Hochschule Bremen und die Hochschule Bremen), in denen Fragen der Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre schon lange eine wichtige Rolle spielen. Die private Jacobs University, Deutschlands einzige Privat-Universität mit einer signifikant ausgebauten Ingenieurwissenschaft und enger Kooperationspartner der Universität Bremen in der Exzellenzinitiative, überlegt aktuell, ihr Wissenschaftsprofil noch konsequenter an den zentralen globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auszurichten.

All das kombiniert mit einem rot-grünen Senat, in dem u.a. auch ein profilierter Umweltwissenschaftler als Senator sitzt, müssten Bremen eigentlich zur Wissenschaftshauptstadt der Nachhaltigkeit in Deutschland machen. Doch ein zu offensives Bekenntnis dazu gibt es nicht. Steckt die unbegründete Sorge dahinter, plötzlich als die „grüne Kaderschmiede der Republik“ stigmatisiert zu werden?

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Berlin: Wo bleibt die Nachhaltige Politische Kraft der Universitäten?

Berlin hat mit der FU Berlin, der Humboldt-Universität und der Technischen Universität Berlin drei große Universitäten, deren Politik und Management der letzten Jahre insbesondere durch massive Einsparprogramme gekennzeichnet waren – Folge des überschuldeten Landeshaushaltes der Bundeshauptstadt. Proaktive Wissenschaftspolitik fällt dadurch alles andere als leicht, Rivalitäten um knappe Ressourcen sowie Dauerkonflikte mit der Landesregierung, insbesondere dem Finanzsenator prägen dann schnell das Bild eines Wissenschaftsstandortes.

Dabei sind die Universitäten und Hochschulen in hohem Masse potent, mit der FU Berlin war eine der Berliner Universitäten als Eliteuniversität erfolgreich, insgesamt gingen vier Exzellenzcluster und sieben Graduiertenschulen an die Berliner Universitäten.

Gerade für die Wissenschaftseinrichtungen in der Bundeshauptstadt ist das Vorleben einer gesellschaftsoffenen und –orientierten Wissenschaft eine besondere Herausforderung. Im Themenfeld „Nachhaltigkeit“ sind die Voraussetzungen in Berlin dafür durchaus sehr gut. Die Technische Universität Berlin hat die meisten ihrer Forschungsschwerpunkte in Themenfeldern unmittelbarer Nachhaltigkeitsrelevanz (Energie, Wasser, Verkehr/Mobilität, Gestaltung von Lebensräumen, Ernährung/Gesundheit). Mit freien Instituten wie dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem IZT oder Ecologic sitzen wichtige ökologische Vordenkereinrichtungen der freien Institutslandschaft in Berlin, mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, Mitglied der Leibnizgemeinschaft) das der führenden Wirtschaftsinstitute mit einer profilierten umweltwirtschaftlichen Abteilung. Einige der Berliner Fachhochschulen wie die FHW oder FHTW waren früh Vorreiter der Ökologie- und Nachhaltigkeitsdebatte und mit privaten Hochschulen wie der Hertie School of Governance verfügt Berlin über weltweit führende Wissenschaftseinrichtungen für die globale politische Steuerung, die zunehmend von Nachhaltigkeitsthemen bestimmt ist.

Die Wissenschaftslandschaft der Bundeshauptstadt bringt mithin alles mit, um eine nationale Politik wissenschaftlich zu unterstützen, die den Anspruch erhebt, international in Nachhaltigkeitsfragen federführend zu sein. Dazu sollte sich die Berliner Wissenschaftspolitik noch aktiver bekennen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Meer und Ökosystemforschung in schwierigem Umfeld

Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in keiner leichten hochschulpolitischen Situation: Bei einem äußerst angespannten Landeshaushalt besitzt es mit Greifswald und Rostock zwei der traditionsreichsten deutschen Universitäten in räumlicher Nähe, die beide zudem über eine eigene Universitätsmedizin verfügen.

In den letzten Jahren ist es in Greifwald und Rostock gelungen, den Anspruch, breit aufgestellte Volluniversität zu sein, abzuschwächen zugunsten einer Herausbildung von übergreifenden Schwerpunkten. Nachhaltigkeits-orientierte Themen spielen dabei eine wichtige Rolle. So hat die Universität Rostock ihre gesamte Forschung in drei interdisziplinären „Profillinien“ organisiert, von denen die Linien „Maritime Systems“ sowie „Aging Science and Humanities“ viele Nachhaltigkeitsbezüge aufweisen. In Greifswald ist die Ökosystemforschung in hohem Maße interdisziplinär aufgestellt und vereint z.B. das „Institut für Botanik und Landschaftsökologie“ Arbeitsgruppen aus der Biologie, der Ökonomie und der Umweltethik.

Die Leitfunktion, die der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug bei der Herausbildung von universitätsweiten Schwerpunkten an den Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern hat, gilt es durchaus noch deutlicher bundesweit herauszustellen und damit die entsprechenden Prozesse an den Universitäten selber zu stärken.

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Brandenburg: Advanced Studies als Motor?

Für das Land Brandenburg ist der Wissenschaftsstandort Potsdam von zentraler Bedeutung. Neben der Universität selber befindet in Potsdam eine große Zahl bedeutender nationaler außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. Alle profitieren von der Nähe zur Bundeshauptstadt und deren Wissenschaftseinrichtungen. Die Universität Potsdam hat diese Potenziale erkannt und setzt mit dem „Potsdam Research Network (PEARLS)“ auf eine Netzwerkstrategie der Potsdamer Wissenschaftseinrichtungen.

Mit dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist eines der weltweit führenden und hoch interdisziplinär arbeiten Forschungsinstitute im Feld der Klima- und Nachhaltigkeitsforschung vertreten. Das im Jahr 2009 gestartete und von der Bundesregierung geförderte „Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS)“ unter Leitung von Klaus Töpfer soll zum Think-Tank für die globalen Vordenker von Nachhaltigkeitsstrategien werden. Damit befinden sich zwei der Leuchtturminstitutionen der deutschen Nachhaltigkeitsforschung in Brandenburg.

Und auch über Potsdam hinaus finden sich Nachhaltigkeitsansätze in der brandenburgischen Wissenschaft. Die Fachhochschule Eberswalde hat sich in Ihrer Leitorientierung der „Nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes“ verpflichtet und kann als eine der führenden Nachhaltigkeits-Fachhochschulen in Deutschland gelten. Die TU Cottbus hat zentrale Schwerpunkte in der Energie- und Umweltforschung und dort auch ihren einzigen Sonderforschungsbereich angesiedelt („Strukturen und Prozesse der initialen Ökosystementwicklung in einem künstlichen Wassereinzugsgebiet“).

Durch seine Leuchtturminstitutionen hat Brandenburg mithin heute schon eine führende Stellung in einer nachhaltigkeits-orientierten Wissenschaft. Dieses „Pfund“ sollte das Land noch aktiver spielen, gerade weil es in den letzten beiden Runden der Exzellenzinitiative leer ausgegangen ist.

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Sachsen: Flagschiff ohne Kontext

Von den neuen Bundesländern erzielte Sachsen das beste Ergebnis in der Exzellenzinitiative. So gewann die TU Dresden jeweils ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule, nach Leizpzig ging eine Graduiertenschule. Beide großen Universitäten des Landes Sachsen sind „klassisch“ aufgestellt, Fragen der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung nur von vereinzelter Bedeutung.

Dadurch bestehen auch wenige Anknüpfungspunkte zum eigentlichen Flagschiff der sächsischen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung, dem Umweltforschungszentrum Leipzig. Als Institut der Helmholtz-Gemeinschaft mit ca. 900 Mitarbeitern ist es mit die bedeutendste Umweltforschungseinrichtung in Deutschland und verfügt neben seinen vielen naturwissenschaftlich-technischen Arbeitsgebieten auch über eine große sozialwissenschaftliche und ökonomische Arbeitsgruppe. Seine Vernetzung ist auch weit über das Bundesland Sachsen hinaus angelegt, was auch durch die Außenstandorte in Halle und Magdeburg zum Ausdruck kommt.

Eine sächsische Perle einer sehr international ausgerichteten Umweltforschung ist das 1993 mit universitären Status eingerichtete Internationale Hochschulinstitut Zittau (IHI), das sowohl in Forschung als auch in Lehre vielfältige umwelt- und nachhaltigkeitsbezogene Schwerpunkte mit seinen mitteleuropäischen Partnerinstituten betreibt.

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Sachsen-Anhalt: Zu klein für Sustainability?

Gerade die kleinen neuen Bundesländer stehen vor dem Problem, überhaupt eine ausreichend leistungsfähige Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur in ihren Bundesländern bereitszustellen. Dies nimmt dann schnell auch die Möglichkeiten für eine landesweite thematische Profilbildung, da insbesondere in der Ausbildung eine gewisse Breite der Grundversorgung sichergestellt sein muss. Sachsen-Anhalt ist ein Beispiel für eine solche Konstellation. Keine der beiden Universitäten Magdeburg und Halle konnte sich mit einem Antrag in der Exzellenzinitiative durchsetzen. Bei den Schwerpunktbereichen der Hochschulen in Sachsen-Anhalt spielen Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte kaum eine Rolle, andere Themen dominieren.

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Thüringen: Energie und Nachhaltigkeit nur im Grenzbereich

Das Land Thüringen positioniert sich als ein dynamischer Technologiestandort, die Hochschulen spielen dabei eine wichtige Rolle. Gerade um die Universitäten Jena und die TU Ilmenau herum ist ein umfassender Technologietransfer entstanden. Auch wenn Umwelttechnologien einen Baustein in dieser Strategie darstellen, sind diese Themenfelder nicht dominant. Gerade angesichts der wachsenden Bedeutung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsherausforderungen könnte dieses Themenfeld an Bedeutung gewinnen und würde auch Integrationsmöglichkeiten in die nicht technischen Bereiche der thüringischen Wissenschaftslandschaft bieten.

Die Fachhochschule Nordhausen zeigt dabei in einem vom Stifterverband ausgezeichneten Konzept, wie man durch intelligente Kooperation über die Ländergrenzen hinweg (hier mit der TU Clausthal in Niedersachsen) zu größeren Verbünden in der Umwelt- und Energieforschung kommt.

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