Veranstaltungsbericht «BaWü-Labs Go» am 30.04.2015 in Stuttgart

von Mandy Singer-Brodowski (Begleitforschungs-Team „ForReal“ – „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren“

Mit rund 250 BesucherInnen aus Wissenschaft und Praxis war die Auftaktveranstaltung für die baden-württembergischen Reallabore «BaWü-Labs Go!» am 30.04.2015 in der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste ein gelungener und gut besuchter Auftakt.

 

Frau Petra von Olschowski, Rektorin der Akademie der bildenden Künste (ABK), eröffnete die Veranstaltung, in dem sie die verschiedenen Studiengänge der ABK (Architektur, Industrie-Design, Kommunikations-Design etc.) und ihren jeweiligen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit darstellte. Sie zeigte anhand der eigenen Hochschule auf, wie die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Reallaboren sowohl nach innen (mehr Lehrveranstaltungen) als auch nach außen (Wirkung der Hochschule in die Stadt) aktuell eine intensive Dynamik entfaltet.

Reallabore als Ort des gemeinsamen Lernens

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer stellte anschließend dar, warum und wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst das Konzept der Reallabore in die eigene Förderung aufgenommen hat. Ihre Ausführungen begann sie mit einer Beschreibung von Reallaboren. Diese sind aus ihrer Sicht notwendig, weil 1. die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einen umfassenden Veränderungsprozess unserer Gesellschaften in nur kurzer Zeit erforderten, 2. Wissenschaft in der Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren auch neue Wege gehen soll und 3. damit gesellschaftliche Akteure eingeladen werden, in konkreten Forschungs- und forschungsgestützten Veränderungsprozessen zu partizipieren. Etablierte Formen der Grundlagenforschung werden durch eine Forschung in Reallaboren nicht etwa verdrängt, sondern weiterhin notwendig seien. Theresia Bauer wies auf das aktuelle Positionspapier des Wissenschaftsrates zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen hin, das am 24.04.2015 in Stuttgart veröffentlicht wurde und das Grundlagenforschung und Innovationsförderung als zwei wesentliche wissenschaftspolitische Zielvorstellungen darstellt, die durch eine Forschung zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen ergänzt werden. Dazu sollte in Forschungs- und Innovationsprozessen vermehrt mit Akteuren ausserhalb der Wissenschaft zusammengearbeitet werden. Als positive Beispiele solcher Kooperationen nennt der Wissenschaftsrat die Reallabore in Baden-Württemberg.

3 BaWü-Labs Stuttgart_DSC06854 Vortragssaal in der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart

Theresia Bauer machte in ihrem Vortrag weiterhin deutlich, dass die Beteiligung von gesellschaftlichen Akteuren in transdisziplinären Forschungsprozessen von allen Akteuren ein gemeinsames Lernen erfordert, in dessen Rahmen die bisherigen Rollen nicht aufgelöst, sondern aufeinander bezogen werden. Dies kennzeichnet auch das Konzept des Reallabors, in dem durch eine enge Kooperation der Forschenden mit Beteiligten aus Verbänden, Kommunen oder Unternehmen gesellschaftliche Lern- und Veränderungsprozesse vorangetrieben und so wissenschaftliches Wissen und ausserwissenschaftliches Wissen integriert wird.

Innovative Lehrmethoden im Kontext der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung an Hochschulen – Netzwerktreffen des BNE-Hochschulnetzwerks Baden-Württemberg

Am 13.05.2015 wird am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das nächste Netzwerktreffen des BNE- Hochschulnetzwerks Baden-Württemberg statt finden. Leitthema der Veranstaltung sind innovative Lehrmethoden im Kontext der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE). Nach Vorträgen durch Dr. Oliver Parodi und Richard Beecroft (beide KIT) und Prof. Dr. Marco Rieckmann (Universität Vechta) am Vormittag können sich die TeilnehmerInnen nachmittags in Workshops zusammenfinden. Eine inhaltliche Beschreibung der Workshops kann dem Tagungsprogramm entnommen werden.

 

Koalitionsvertrag Hamburg greift „Nachhaltige Wissenschaft“ auf

SPD und Grüne Hamburg haben am 08.04. ihren Koalitionsvertrag „Zusammen schaffen wir das moderne Hamburg“ vorgestellt. Auch das Thema „Nachhaltige Wissenschaft“ wird darin aufgegriffen: „Dass Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen soll, wird von uns positiv begleitet. Wir unterstützen eine Wissenschaftskultur, die über die Grenzen der Fachdisziplin hinweg auch die großen Zukunftsprobleme im Austausch mit der Gesellschaft bearbeitet (transdisziplinäre Forschung). Zur wissenschaftlichen Anregung und Begleitung von Transformationsprozessen sollen durch die Wissenschaftseinrichtungen geeignete Formate identifiziert und geprüft werden und zum Einsatz kommen.“ (S. 50)

Die grüne Landeschefin Katharina Fegebank, die von 2007 bis 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg war, soll in Zukunft die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung führen.

 

„Ohne Forschung können wir die großen gesellschaftlichen Herausforderungen nicht lösen“ – Diskussionsbeitrag von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze

Auf dem Portal der NRW-Landesregierung stellt sich die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze der Diskussion zum Thema Verantwortung der Wissenschaft. In ihrem Diskussionsbeitrag fordert sie insbesondere eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft ein: „Und ich wünsche mir selbstbewusste Vereine und Verbände, Interessensgruppen und Initiativen, die ihre Fragen laut stellen und den Dialog mit der Wissenschaft dazu einfordern.“ Unter https://land.nrw/de/blogbeitrag/ohne-forschung-koennen-wir-die-grossen-gesellschaftlichen-herausforderungen-nicht-loesen können Sie zum Thema mitdiskutieren.

Forschung für Nachhaltigkeit: 8 Millionen Euro für die nachhaltige Entwicklung von Städten in Baden-Württemberg

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg fordert Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen des Landes zur Teilnahme an der Ausschreibung „Reallabor Stadt“ auf. Mit dieser zweiten Ausschreibungsrunde im Rahmen der Strategie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ werden Projekte gefördert, die in Zusammenarbeit mit Kommunen gesellschaftliche Herausforderungen des urbanen Raumes wissenschaftlich bearbeiten und die Stadtentwicklung aktiv vorantreiben.
„Viele gesellschaftliche Herausforderungen zeigen sich besonders deutlich in unseren Städten. Dazu gehören Einwanderung, neue Formen von Wohnen und Mobilität, Digitalisierung, die Alterung unserer Gesellschaft“, so Wissenschaftsministerin Bauer. Zugleich werde in Städten an Lösungen für diese Probleme gearbeitet: „Städte sind Labore der Zukunft, weil hier Wissenschaft, Kommunen, die Wirtschaft und Bürger gemeinsam Lösungsansätze entwickeln können“. Diese Form der Zusammenarbeit soll die ausgeschriebene neue Förderlinie des Wissenschaftsministeriums stärken. Dafür stehen insgesamt 8 Mio. Euro zur Verfügung, die nach Begutachtung durch ExpertInnen im November 2015 vergeben werden. Die Frist zum Einreichen von Anträgen ist der 26.06.2015. Die vollständige Ausschreibung finden Sie unter diesem Link.

Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Sachsen-Anhalt mit thematischem Block zum Beitrag der Wissenschaft

Am 28.01.2015 wird in Mageburg die Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Sachsen-Anhalt stattfinden. Hintergrund der Veranstaltung ist auch die Veröffentlichung des „Indikatorenberichtes zur nachhaltigen Entwicklung des Landes Sachsen-Anhalt 2014“ als eine der Grundlagen für die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. In einem thematischen Block des Tagungsprogramms wird besonders die Rolle der Wissenschaft für die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundeslandes diskutiert. Eine Anmeldung zur Konferenz ist noch bis zum 19.01. möglich. Das vollständige Programm können Sie hier herunterladen:

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Baden-Würrtembergische Landesregierung fördert Pilotprojekte für ein „Leistungszentrum Nachhaltigkeit“ in Freiburg

Die Landesregierung Baden-Württemberg fördert Pilotprojekte zum Aufbau eines „Leistungszentrums für Nachhaltigkeit“ in Freiburg mit rund fünf Millionen Euro. Die Projekte sollen Antworten auf Fragen zu den Themen nachhaltige Werkstoffe, Energiesysteme, Resilienzforschung sowie ökologische und gesellschaftliche Transformation liefern. Die Förderung übernehmen die Ministerien für Finanzen und Wirtschaft sowie für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gemeinsam. Die Albert-Ludwigs-Universität und die fünf Fraunhofer-Institute (Ernst-Mach-Institut, Institut für Angewandte Festkörperphysik, Institut für Physikalische Messtechnik, Institut für Solare Energiesysteme, Institut für Werkstoffmechanik) am Standort Freiburg streben eine Allianz unter dem Dach des gemeinsamen Leistungszentrums Nachhaltigkeit an. Die Universität und die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligen sich an der Finanzierung ebenfalls mit insgesamt rund fünf Millionen Euro. Außerdem wird die Wirtschaft eigene Projekte am Leistungszentrum in Höhe von sechs Millionen Euro in Auftrag geben.
Zur Pressemitteilung über die Förderung des Leistungszentrums Nachhaltigkeit gelangen Sie hier.

Auftaktveranstaltung zum Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab Januar 2015 sieben Reallabore, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen im Land wissenschaftlich bearbeiten. Themen sind unter anderem nachhaltige Mobilitätsstrukturen, nachhaltige Stadtentwicklung, der Nationalpark Nordschwarzwald oder nachhaltiger Textilkonsum. Zum Start der Projekte lädt das Ministerium zu einer öffentlichen Veranstaltung, in der die Reallabore vorgestellt und die Besonderheiten dieser Forschung in ihren Teilaspekten beleuchtet werden: BaWü-Labs GO! Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg am Donnerstag, 30. April 2015, 13.00 – 18.00 Uhr in der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Um Anmeldung wird gebeten bis 21. April 2015 unter: nachhaltigkeit@mwk.bwl.de

Initiativkreis Hochschulpolitik der Grünen Landtagsfraktion NRW legt Ideen für strategische Hochschulplanung vor

Der Initiativkreis Hochschulpolitik zur Beratung der Grünen Landtagsfraktion in NRW hat Ideen und Handlungsoptionen für die Weiterentwicklung der NRW-Hochschullandschaft vorgelegt. Der Kreis aus grünen WissenschaftspolitikerInnen und ExpertInnen der nordrhein-westfälischen Universitäten und Fachhochschulen wurde mit der Intention gegründet, „Ideen zu entwickeln, die für eine langfristige strategische Hochschulplanung von Interesse sein könnten“. Er hat sich in sechs Gesprächsrunden mit den Themen „Differenzierung des Hochschulsystems“, „Transformative Wissenschaft“, „Bund-Länder-Finanzierung“, „Finanzierung und Partizipation im niederländischen Hochschulsystem“, „Qualität der Lehre“ und „Gleichstellung an Hochschulen“ beschäftigt.
Das im November veröffentlichte Abschlusspapier des Initiativkreises beinhaltet eine Zusammenfassung von zentralen Diskussionen im Initiativkreis in Form von Thesen, sowie Beiträge einzelner Mitglieder. Die ExpertInnen sprechen sich unter anderem für eine Wissenschaft  auf Augenhöhe mit der Gesellschaft aus und stärken damit die Idee der „Bürgeruniversität“. Darüber hinaus wird für einen Wandel der Lehr-/Lernkulturen an den Hochschulen plädiert, der durch ein forschendes und transformatives Lernen unterstützt werden soll.
Das Abschlusspapier steht hier zum Download bereit.

Zwölf Millionen € für acht Forschungsprojekte zu Nachhaltigkeit an niedersächsischen Hochschulen bewilligt

Eine Kommission aus FachgutachterInnen hat im Auftrag des niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Volkswagenstiftung acht Forschungsprojekte im Rahmen der Förderlinie „Wissenschaft für nachhaltige Wissenschaft“ ausgewählt. Die bewilligten Forschungsprojekte haben ein Gesamtvolumen von 12,1 Mio €. Allein die Leuphana Universität Lüneburg hat vier Forschungsprojekte in einer Höhe von insgesamt 4,5 Mio € bewilligt bekommen und damit einmal mehr ihre wissenschaftliche Exzellenz in der Nachhaltigkeitsforschung bewiesen.
Im Oktober hatten die 15 vorausgewählten Antragsteller die Möglichkeit sich auf einer großen Veranstaltung einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und auch die Fragen von VertreterInnen der Zivilgesellschaft zu beantworten – damit hat Niedersachsen einen neuen Weg in der Beteiligung außeruniversitärer Akteure im Rahmen der Forschungsförderung eingeschlagen. Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, kündigte anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse an: „Weil die Resonanz auf unser Förderprogramm außerordentlich hoch ist, und die Projekte gesellschaftlich sehr bedeutend sind, stellen wir weitere 15 Millionen Euro zu den nächsten Ausschreibungsfristen in Aussicht.“
Eine Übersicht über die bewilligten Projekte erhalten Sie hier.