DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung

Im Rahmen eines Expertenworkshops am 14. Juni 2016 in Berlin zum Thema „Transformation Research – Goals, Contents, Methods“, organisiert vom Dutch Research Institute for Transition (DRIFT) und Ecologic, haben 25 führende Forscherinnen und Forscher über Ansätze, Ziele, Inhalte und Ergebnisse transformativer Forschung diskutiert. Ein besonderer Fokus lag auf geeigneten Methoden und Praktiken aus den Sozialwissenschaften, welche die Erforschung von Prozessen und der Dynamik von Transformationen aus verschiedenen Perspektiven ermöglichen.

Zum Workshop wurde nun von Julia Wittmayer und Katharina Hölscher ein abschließender Bericht veröffentlicht. Dieser fasst die Hauptargumente aus den Debatten zusammen und formuliert Fragestellungen für zukünftige Forschungsarbeiten zur Analyse und Unterstützung von Nachhaltigkeitstransformationen. Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Transformationsforschung hat sich in den letzten Jahren schnell als Forschungsperspektive entwickelt, um gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Dabei verbindet sie verschiedene Forschungsfelder und Ansätze, kombiniert theoretische Konzepte und Rahmenbedingungen und bedient sich unter anderem transdisziplinärer
Daraus ist eine intensive Debatte über die Legitimität, die gesellschaftlichen und institutionellen Auswirkungen sowie den Bedarf für entfacht.
Bislang fehlen jedoch weitgehend konzeptionelle Arbeiten zur empirischen und theoretischen Untersetzung von Transformationsforschung, ihren Methoden und inhaltlichen Schwerpunkten.

Der Workshop hat sich nun diesen Problemen zugewandt. Dabei wurden fünf wesentliche Diskussionspunkte in Bezug auf zukunftsweisende Forschungsfragen identifiziert, um Transformationsforschung weiterzuentwickeln „DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung“ weiterlesen

Call for Papers: International Sustainability Transitions (IST) Conference 2016 in Wuppertal

Vom 06. bis 09. September 2016 begeht das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie seinen 25. Geburtstag und verbindet dieses Jubiläum mit der Ausrichtung der International Sustainability Transitions Conference (IST). Das Wuppertal Institut holt damit die jährliche Konferenz des international führenden Sustainability Transitions Research Network (STRN) nach Deutschland.

Mit den zentralen Leitthemen der IST 2016 Conference – „Transformative Wissenschaft“ und „Urbane Reallabore“ – setzt das Wuppertal Institut wichtige Impulse aus der deutschen Debatte und generiert internationale Sichtbarkeit für aktuelle Themen, wie bspw. die Rolle der Wissenschaft und von Städten als Experimentierfelder für eine nachhaltige Entwicklung.

Der Call for Papers kann auf der Konferenz-Homepage heruntergeladen werden: www.ist2016.org

Lesetipp: Sustainability Science – An Introduction

Das Lehrbuch „Sustainability Science – An Introduction“, herausgegeben von Harald Heinrichs, Pim Martens, Gerd Michelsen und Arnim Wiek, ist soeben im Springer Verlag erschienen. Es ist in Kooperation zwischen der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg, der Sustainability School der Arizona State University und der Maastricht University und unter Beteiligung führender internationaler NachhaltigkeitswissenschaftlerInnen entstanden. Das Lehrbuch richtet sich insbesondere an Lehrende und Studierende der inter- und transdisziplinären Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften. Darüber hinaus gibt es einen einführenden Überblick für alle an Nachhaltigkeitsthemen interessierten Fachkreise.

Das Buch kann hier beim Springer-Verlag eingesehen werden.

Thinking ahead sustainably: policies, scenarios and models to address grand societal challenges – Konferenz am 16.12. in Brüssel

Das Konsortium des EU-Projektes FLAGSHIP “Forward Looking Analysis of Grand Societal Challenges and Innovative Policies” (gefördert im FP7) lädt ein zur Abschlusskonferenz und Ergebnisdiskussion am 16.12.2015 in Brüssel. In dem Forschungsprojekt wurde der state-of-the-art der forward-looking analysis (FLA) zusammengetragen und mit qualitativen und quantitative Methoden analysiert, wie große gesellschaftliche Herausforderungen bewertet werden können. Auf der Konferenz mit dem Titel „Thinking ahead sustainably: policies, scenarios and models to address grand societal challenges“ sollen nun die wissenschaftlichen Ergebnisse vorgestellt und mit internationalen ExpertInnen aus Wissenschaft und Politik diskutiert werden.

Das vorläufige Konferenzprogramm finden Sie hier. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, um Anmeldung wird jedoch bis zum 11.12. unter diesem Link gebeten.  

Leuphana Universität Lüneburg in internationales Nachhaltigkeitsnetzwerk aufgenommen

„Die Leuphana Universität Lüneburg ist in das Nachhaltigkeits-netzwerk International Sustainable Campus Network (ISCN) aufgenommen worden. Das Netzwerk besteht aus mehr als 70 Mitgliedern, darunter weltweit führende Universitäten wie Havard, Princeton und Yale. Sie verfolgen das Ziel, den Nachhaltigkeits-gedanken an Universitäten zu verankern und in Forschung, Lehre, Transfer und Betrieb zu vernetzen. Mit der Aufnahme in das Netzwerk intensiviert die Leuphana den Austausch mit hochrangigen Universitäten weltweit und verstärkt die internationale Sichtbarkeit ihres Forschungsschwerpunktes Nachhaltigkeit. (…)

Die Leuphana ist (…) bundesweit die einzige Universität mit einer Fakultät für Nachhaltigkeit und einem UNESCO Lehrstuhl für Nachhaltige Entwicklung. Vom ISCN ist sie bereits vor rund 5 Jahren mit dem „International Sustainable Campus Excellence Award“ für ihre Nachhaltigkeitsstrategie ausgezeichnet worden. Im Juli dieses Jahres wurde die Leuphana für das Nachhaltigkeits-Projekt „Going Green“ erneut als Ort im Bundeswettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet. Internationale Aufmerksamkeit erreichte sie in diesem Jahr insbesondere mit dem Center for Global Sustainability and Cultural Transformation (CGSC), das sie gemeinsam mit der Arizona State University gegründet hat.“ (Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg)

„Sustainability – Higher Education’s New Fundamentalism“ – Kritischer Bericht der US-amerikanischen National Association of Scholars

Im März 2015 hat die National Association of Scholars einen kritischen Bericht über die Nachhaltigkeitsbewegung im US-amerikanischen Hochschulsektor veröffentlicht. Der Report versucht eine erste kritische Analyse der Nachhaltigkeitsinitiativen an US-amerikanischen Hochschulen und ihren „ideologischen, ökonomischen und praktischen Effekten“ zu liefern.
Vor dem Hintergrund des – vor allem unter den US-amerikanischen Studierenden – steigenden Zuspruchs zu einer Nachhaltigkeitsausrichtung der eigenen Hochschulen wollen die Autoren des Berichtes,  Peter Wood und Rachelle Peterson, diese Bewegung umfassend in Frage stellen: „“Sustainability” is a key idea on college campuses in the United States and the rest of the Western world. To many, sustainability is just a new name for environmentalism. But the word has come to mean something much larger: an ideology that demands new limits on economic, political, and intellectual freedom as the price that must be paid to ensure the welfare of future generations“ (Executive Summary, S. 11). Die Autoren kritisieren u.a. die 685 Hochschulen, die das American College and University President’s Climate Commitment unterzeichnet haben. Der Bericht hat in der US-amerikanischen Szene eine kontroverse Debatte entfacht.
Er kann hier heruntergeladen werden.

„Transforming Higher Education for Sustainable Development“ – Policy Brief zum Beitrag der Wissenschaft zu den SDGs

2015 veröffentlicht die UN ihren ersten Global Sustainable Development Report (GSDR). Darin wird eine erste Bilanz zu den Themen der im selben Jahr zu beschließenden Sustainable Development Goals (SDGs) gezogen. Im Vorfeld des GSDR wurden über das online Portal der UN zu den SDGs einige Beiträge zur Rolle der Wissenschaft im Rahmen der SDGs gesammelt. Diese Beiträge stehen nun auf der UN Sustainable Development Knowledge Plattform zur Einsicht und Diskussion.
Clemens Mader (Leuphana Universität Lüneburg, Universität Zürich) und Christian Rammel, (Wirtschaftsuniversität Wien) haben einen Policy Brief zu „Transforming Higher Education for Sustainable Development“ beigetragen. Dieser GSDR-Brief verdeutlicht die Notwendigkeit der Weiterentwicklung des Hochschulsystems und der Institutionen für eine nachhaltige Entwicklung. Dabei wird auf eine globale Hochschulstudie Bezug genommen, welche sie in Kooperation mit der International Association of Universities und dem Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft durchgeführt haben.
Download und Kommentare zum GSDR-Brief sind noch bis zum 31. März auf dieser Webseite möglich.

People and the Planet in the Anthropocene – Transformationskonferenz des Stockholm Resilience Centre

Vom 05. bis 07. Oktober 2015 wird vom Stockholm Resilience Centre die internationale Konferenz „Transformation – People and the Planet in the Anthropocene“ organisiert. Ziel der Konferenz ist es ein inter- und transdisziplinäres Verständnis über systemische Veränderungen und grundlegende Neuausrichungen in den Mensch-Umwelt-Beziehungen zu bekommen und den Herausforderungen des Anthropozän zu begegnen. Wissenschaftliche Beiträge können in vier verschiedenen Themensträngen bis zum 20. März eingereicht werden:
  • Patterns of transformations
  • Scaling up for transformative impact
  • The role of change agents in sustainability transformations
  • New and emerging approaches for studying sustainability transformations

Den ausführlichen Call for Paper finden Sie hier.

Freie Universität Berlin wird für den Aufbau eines neuen internationalen Netzwerks zu Nachhaltigkeit und Hochschulen gefördert

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat der Freien Universität Berlin rund eine Million Euro für den Aufbau einer strategischen Partnerschaft unter dem Namen „University Alliance for Sustainability“ bewilligt. Die vier Partneruniversitäten (Hebrew University of Jerusalem (Israel), University of British Columbia (Kanada), St. Petersburg State University (Russland) und die Peking University (China)) werden das Thema „Nachhaltigkeit“ als Querschnittsthema für ihre Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Campus-Management nutzen.

„Die University Alliance for Sustainability wird die komplementären Stärken der internationalen Partner nutzen, um gemeinsame Forschungs- und Lehrprojekte zu entwickeln, Hochschulangehörigen den Austausch zu ermöglichen und das interinstitutionelle Lernen in Hinblick auf Managementfragen zu fördern. Hierzu sollen beispielsweise Studien- und Promotionsprogramme gemeinsam mit den Partneruniversitäten entwickelt werden. Studierenden soll es ermöglicht werden, ihre Initiativen zu vernetzen. Eingerichtet werden sollen Forschungsaufenthalte für etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Sommerschulen für Promovierende, Tagungen für Verwaltungskräfte rund um das Thema „Green Campus“ und erweiterte Möglichkeiten für Studien- und Praktikumsaufenthalte.“ (Pressemitteilung der FU Berlin)

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Vorzeigeprojekte und Lücken zu BNE-Weiterbildungen für Hochschullehrende – Erste Ergebnisse aus dem EU-Projekt „University Educators for Sustainable Development“

Im Rahmen des UE4SD-Projektes („University Educators for Sustainable Development“) haben 54 Hochschulinstitutionen aus 33 europäischen Ländern zwischen Februar und Mai 2014 den aktuellen Stand von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an Hochschulen erhoben. Die Projektpartner repräsentieren ein Gebiet mit mehr als 3.000 Hochschulen und 24 Millionen Studierenden. Es wurde die Integration von BNE in der europäischen Hochschullandschaft recherchiert, wobei der Fokus auf BNE-Weiterbildungsangeboten für Hochschullehrende lag. Gute Lehre wird im Projekt als essentiell angesehen, um Studierenden jene Kompetenzen zu vermitteln, die sie brauchen, um Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.

Die Ergebnisse der 33 nationalen Recherchen wurden in vier regionale Berichte zusammengeführt. Daraus wiederum wurde ein zusammenfassender Bericht generiert, dessen Resultate am Jahrestreffen des UE4SD-Projekts am 2. Oktober 2014 an der Karls-Universität in Prag präsentiert wurden. Das Team des UNESCO Chairs „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ war für einen Regionalberichts und für den zusammenfassenden Bericht zuständig.

Wesentliche Ergebnisse: Bildung für nachhaltige Entwicklung gewinnt an europäischen Hochschulen an Bedeutung. In fast allen UE4SD-Partnerländern existieren Richtlinien oder Gesetze, die auf die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Hochschulsystem hinweisen. Aus einem Großteil der Länder wurde berichtet, dass Hochschulen Leitbilder und Strategien entwickelt haben, die auf BNE verweisen. Allerdings fehlen in vielen Ländern BNE-Weiterbildungsangebote für Hochschullehrende. Es konnten nur wenige umfassende Programme für Lehrende eruiert werden, die die Aneignung von BNE-Lehrkompetenzen ermöglichen. Beispiele guter Praxis sollen im Rahmen einer Publikation und auf einer Online-Ressourcenplattform ausführlich vorgestellt werden.

Inwiefern nachhaltige Entwicklung in der europäischen Hochschullandschaft integriert ist, hängt vom kulturellen und institutionellen Kontext ab. Wie diese unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnisse z.B. in die Arbeit einer länderübergreifenden Akademie zur Entwicklung von BNE-Kompetenzen für Hochschullehrende integriert werden können, wird noch eine Herausforderung im weiteren Projektverlauf darstellen.

Der zusammenfassende Bericht sowie die Regionalberichte können auf www.ue4sd.eu/outcomes heruntergeladen werden. Mehr allgemeine Informationen zum Projekt erhalten Sie auf www.ue4sd.eu oder www.copernicus-alliance.org, dem europäischen Hochschulnetzwerk für nachhaltige Entwicklung, welche das UE4SD-Projekt initiiert hat. Oder kontaktieren Sie die Projektkoordinatorin Marlene Mader am UNESCO Chair der Leuphana Universität Lüneburg.