Online-Konsultation zum Nationalen Aktionsplan für Bildung für nachhaltige Entwicklung

Noch bis zum 15. März 2017 stehen die Ziele und Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), entwickelt durch die Nationale Plattform BNE unter Leitung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Online-Konsultation bereit.

Das Portal zur Kommentierung finden Sie unter in-aktion.bne-portal.de.

Im Rahmen der Online-Konsultation können Sie die Ziele nachhaltiger Entwicklung, welche für die sechs Bereiche frühkindliche Bildung, Schule, Hochschule, non-formales Lernen, berufliche Bildung und Kommunen durch die Fachvertreter*innen in den gleichnamigen Fachforen ausgearbeitet wurden, bewerten und eigene Vorschläge einbringen.
Für jedes der benannten Handlungsfeld wurden dort kurz-, mittel- und langfristige Ziele mit konkreten Anforderungen und Akteuren formuliert, zu denen nun Maßnahmen für eine erfolgreiche Umsetzung gesammelt werden.

Unter den Vorschlägen für den Bereich Hochschule finden sich (aufgeteilt in fünf Handlungsfelder) unter anderem die Vorschläge, BNE flächendeckend in allen Hochschul-Curricula fest zu verankern, Nachhaltigkeitsberichterstattung zum Standard für Hochschulen zu erheben, vermehrt (virtuelle) Studienangebote für Nachhaltigkeit zu schaffen, studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen auf verschiedenen Ebenen zu fördern, neue Förderangebote für Forschung zu BNE zu schaffen sowie die Einbeziehung von BNE-Kriterien in Akkreditierungs- und Berufungsverfahren als auch in die Leistungs- und Zielvereinbarungen der Hochschulen mit den Ländern.

Hintergrund

In 2015 hat die UNESCO das Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gestartet. Die Nationale Plattform BNE wurde vom BMBF als oberstes Lenkungsgremium für die deutsche Umsetzung des Weltaktionsprogramms gegründet. Ihm gehören 37 Entscheidungsträger_innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an.

Die Vorschläge aus der Online-Konsultation werden in den Fachforen ausgewertet und fließen in den Entwurf des übergreifenden Nationalen Aktionsplans ein, welcher auf der Sitzung der Nationalen Plattform am 20. Juni beschlossen und bis zum Jahr 2019 umgesetzt werden soll.
Begleitet wird die Ausarbeitung und Umsetzung durch jährlich stattfindende Agendakongresse, die wissenschaftlichen Berater der Plattform, sowie die Partnernetzwerke, welche die Akteure untereinander vernetzen und impulsgebend für die Umsetzung vor Ort sind.

 

Factsheet des WBGU zur „Forschung für die Transformation der Städte zu Nachhaltigkeit“

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat in einem neuen Factsheet die wichtigsten wissenschaftspolitischen Empfehlungen des WBGU-Städtegutachens „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ (2016) zusammengefasst.

Bereits im Hauptgutachten kommt Forschung eine bedeutende Rolle als Mittler zu, einen gesellschaftlichen Lern- und Suchprozess zu unterstützen. Die Empfehlungen zielen dabei darauf ab, sowohl die Datenlage für Stadtforschung durch bessere Rahmenbedingungen und Kooperation mit gesellschaftlichen Schlüsselakteuren, als auch global mit anderen Städten und Organisationen zu verbessern. Auch soll Stadtforschung in Reallaboren selbst zur nachhaltigen Entwicklung der Städte beitragen. Dabei macht das Gutachten nicht bei der Nord-Süd Grenze halt sondern fordert auch hier eine globale Perspektive.

Kernforderungen stellen ein „Max-Planck-Institut für urbane Transformation“, „50 urbane Reallabore für 50 Jahre“, sowie die gezieltere Erfassung sozialer, politischer und ökonomischer Indikatoren dar.

„Nachhaltigkeit sollte querschnittsmäßig in allen Programmen der Bundesregierung mit Stadtfokus verpflichtend aufgenommen werden, ohne dabei zur Floskel oder Worthülse degradiert zu werden.“

Der Factsheet steht hier zum Download.

Forschungspreis für nachhaltige Entwicklung des BUND

Der BUND schreibt in 2017 erstmals einen Preis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Nachhaltige Entwicklung in den zwei Kategorien Studentische Abschlussarbeiten und Forschungsarbeiten aus.

Der Preis soll zur Beschäftigung mit dem Thema anregen und dazu beitragen, das Wissenschaftssystem für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu sensibilisieren.
Dabei können Arbeiten aus allen Fachdisziplinen eingereicht werden, mit besonderer Berücksichtigung von interdisziplinär angelegten Arbeiten.
Der Preis ist für studentische Arbeiten (Bachelor- oder Masterthesen) mit 1.000€, für Forschungsarbeiten (Dissertationen oder Forschungsberichte) auf 3.000€ dotiert. Es können noch bis zum 15. März 2017 seit Januar 2015 fertig gestellte Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.

Die feierliche Preisverleihung erfolgt im Juni 2017. Die prämierten Arbeiten werden anschließend auf der Homepage des BUND veröffentlicht. Alle weiteren Informationen zur Bewerbung finden Sie hier.

3. BMBF-Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ vom 6.-7. Oktober in Berlin

Am 6. und 7. Oktober 2016 veranstaltet das BMBF im Humboldt-Carré Berlin das 3. Symposium zum Thema „Nachhhaltigkeit in der Wissenschaft„.

Im Rahmen des Agendaprozess „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ (SiSi) wurden in zwei großen Symposien im April 2013 und Mai 2014 sowie in weiteren Fachveranstaltungen von Lehrenden, Forschenden, Studierenden und Hochschulverwaltungen Maßnahmen erarbeitet, um die Hochschulen in ihrer Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Um den Austausch zwischen den Akteuren anzuregen, soll das Symposium die Diskussion zu Facetten der Nachhaltigkeit in Hochschulen und Forschungseinrichtungen anregen. Thematisch geht es dabei insbesondere um Klimaschutz und Energienutzung, nachhaltigen Umgang mit (Bio)Ressourcen, Mobilitätsmanagement, grüne IT und Forschungsinfrastruktur sowie die Rolle von Forschungsräumen für den sozialen Zusammenhalt.

Dazu sind Interessierte eingeladen, ihre konkreten Beiträge und Erfahrungen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Forschung im Rahmen einer moderierten Poster-Session zu präsentieren oder Projekte und Initiativen zur Vorstellung vorzuschlagen. Vorschläge können Sie bis zum 10. August 2016 unter Verwendung dieser Vorlage an sisi@fona.de  senden.

Die Teilnahme am Symposium ist nur mit einer persönlichen Einladung möglich. Alle weiteren Informationen finden Sie in Kürze hier.

Anhörung „Forschung und Innovation in Deutschland“: Stand der Hightech-Strategie am 6. Juli im Bundestag

Am Mittwoch, den 6. Juli fand um 9.30h eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgen-abschätzung zum Thema „Forschung und Innovation in Deutschland: Stand und Perspektiven – einschließlich Zwischenbilanz der Hightech-Strategie“ statt.

Es waren sieben Experten zur Anhörung eingeladen, darunter Dirk Messner, Vorsitzender des WBGU, der in seiner Stellungnahme eine stärkere Ausrichtung der Forschungspolitik auf globale und gesellschaftliche Herausforderungen, insbesondere auf eine Transformation zur Nachhaltigkeit fordert. Er kritisiert an der aktuellen Hightech-Strategie die starke Ausrichtung auf ökonomische Aspekte, und bemängelt das Fehlen einer systemischen Perspektive. Der WBGU sieht daher eine Weiterentwicklung notwendig, die:

„(1) der Dringlichkeit der Transformation zur Nachhaltigkeit Rechnung trägt, die
(2) systemischen statt isolierten technologischen Innovationen Raum schafft und die
(3) auch die nötigen institutionellen und gesellschaftlich-kulturellen Innovationen umfasst.“

Auch die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) sieht soziale Innovationen bisher kaum gefördert. Daher sollten aus öffentlichen Mitteln geförderte Innovationen künftig vor allem dem Gemeinwohl statt wirtschaftlicher Interessen dienen. Dazu ist aus Sicht des WGBU eine breite gesellschaftliche Beteiligung notwendig, um die gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz der strategischen Ziele zu gewährleisten.

Daher schlägt Messner vor, die Hightech-Strategie neben einer inhaltlichen Neuausrichtung an Nachhaltigkeitsaspekten auch durch einen neuen Namen „Forschungsstrategie für Wohlfahrt, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit in Deutschland“ zu reformieren. Eine Orientierung an den Globalen Nachhaltigkeitszielen der 2030 Agenda, und der derzeit entstehenden neuen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung würde die Bestrebungen dabei sinnvoll miteinander verküpfen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat dazu im Juni einen Antrag mit dem Titel „Innovationspolitik neu ausrichten – Forschen für den Wandel befördern“ in den Bundestag eingebracht, in welchem die Fraktion die Bundesregierung unter anderem dazu auffordert, eine Neuausrichtung der Innovationsstrategie an Nachhaltigkeitskriterien vorzunehmen und dabei auf sukkzessive Beteiligung der Zivilgesellschaft und Reallaborforschung zu setzen. Kleine Fächer und Kleinforschungsprojekte sollen ebenfalls stärker gefördert werden. Eine Steuererleichterung um 15% für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Unternehmen unter 249 Mitarbeitenden soll das auch auf wirtschaftlicher Seite ermöglichen.

Ein Vorbericht zur Anhörung in der taz von Manfred Ronzheimer ist hier zu lesen.

Eine Aufzeichnung der Debatte kann in der Mediathek des Deutschen Bundestages angesehen werden.
Eine kurze Zusammenfassung der Sitzung finden Sie hier.

 

WBGU-Städtegutachen und SRU-Gutachten mit wissenschaftspolitischen Impulsen

WBGU

Der Wissenschaftliche Beirat für Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat ein neues Hauptgutachten zu Urbanisierung herausgegeben.

In der Studie, die sich den Herausforderungen der „großen Transformation“ (WBGU 2011) anschließt und diese auf den Kontext der Urbanisierung überträgt, gibt das Gutachten Handlungsanweisungen für eine urbane Transformation, die zu Städten führen soll, die „die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, die Teilhabe gewährleisten und Eigenart ermöglichen“.

Das Gutachten enthält auch einen umfassenden forschungspolitischen Empfehlungsteil, der hier abrufbar ist. In seiner Analyse nimmt der WBGU eine Bewertung der bestehenden nationalen und internationalen Stadtforschung vor und empfiehlt u.a. die Einrichtung eines „Max Planck Institutes für urbane Transformationsforschung“ sowie unter der Formel „50 urbane Reallabore auf 50 Jahre“ den internationalen Ausbau langfristiger Reallabore für die Erforschung urbaner Transformationsforschung.

Ein Kommentar von Manfred Ronzheimer zur Übersicht ist unter diesem Link in der taz erschienen.

Die Kurzfassung und Empfehlungen des Gutachtens finden Sie hier, die Langfassung ist ab Juni unter dem gleichen Link erhältlich.

SRU

Ebenso hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) sein neues Umweltgutachten zu den Haupthandlungsfeldern einer ökologischen Transformation herausgebracht.

Im Gutachten thematisiert der SRU aufgeteilt in sechs Handlungsfelder mögliche Politikstrategien für die intraministerielle Zusammenarbeit für integrativen Umweltschutz in den Problemfeldern der Rolle staatlicher Steuerung, Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Sozialpolitik der Energiewende, Flächenverbrauch und demographischer Wandel, Raum für Wildnis sowie Schutz der Biodiversität vor dem Hintergrund steigenden Einsatzes von Pestiziden.

Eine wichtige Rolle spielen aber auch die für die Umsetzung relevanten wissenschaftspolitischen Empfehlungen (vgl. S. 64-74). Dort sind die wichtigsten Forderungen um öffentliche Forschungsförderung auf nachhaltige Entwicklungspfade hin auszurichten:

  1. Demokratische Erneuerung: Stärkung von Transparenz und Beteiligung in der Forschungsgovernance
  2. Differenzierte Forschung: Stärkung der Forschung zu sozio-ökonomischen Transformationsbedingungen
  3. Akteure im Rahmen von Technologieentwicklung stärker sozialwissenschaftlich und partizipativ begleiten.
  4. Gemeinsame Zielsetzung: Verbesserung der Ressortszusammenarbeit und Definition langfristiger Forschungsprioritäten
  5. Beendigung der Förderung nicht mehr zeitgemäßer Forschungsbereiche wie bsp. der Extraktion fossiler Ressourcen und Priorisierung relevanter Forschungsfelder.

Vorrangige Aufgabe der Umweltpolitik soll es werden, die Idee einer umfassenden ökologischen Transformation im Sinne eines erweiterten Innovationsverständnisses auf kulturellen, gesellschaftlichen und institutionellen Wandel weiterzuentwickeln und integrativ in die bestehenden Politikfelder einzubinden.

Das Gutachten in Kurz- und Langfassung finden Sie hier zum Download.

Grünbuch Citizen Science Strategie Deutschland 2020

Im Rahmen des Projekts „BürGEr schaffen WISSen – Wissen schafft Bürger“ (GEWISS) wurde als Teil des GEWISS-Bausteinprogramms eine Citizen Science-Strategie 2020 für Deutschland entwickelt und nun in Form eines Grünbuchs veröffentlicht.

In acht Dialogforen mit einem Thinktank, einer Auftaktveranstaltung sowie zahlreichen weiteren Beiträgen unter der bundesweiten Beteiligung von über 700 an Citizen Science interessierten Personen aus mehr als 350 Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Fachgesellschaften, Vereinen und Verbänden, Stiftungen und Einzelpersonen wurde über Citizen Science diskutiert. Daraus wurden nun Beiträge zur Entwicklung der Visionen und Handlungsoptionen für das Grünbuch zusammengeführt und in einer weiteren umfänglichen Online-Konsultation von Privatpersonen und verschiedenen Organisationen aus Wissenschaft und Gesellschaft erörtert.

Das daraus entstandene Grünbuch für eine Citizen Science Strategie 2020 stellt die Ziele, Potenziale und Herausforderungen von Citizen Science in Deutschland dar und zeigt Handlungsoptionen für die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Wissenschaft auf. Dabei wird der Fokus auf drei Handlungsfelder gelegt: Die Stärkung etablierter Strukturen, die Neuschaffung von Rahmenbedingungen und die weitere Integration von Cititzen Science in bestehende Konzepte durch verschiedene Maßnahmen. Außerdem werden im Grünbuch vor allem auch die Ziele und Möglichkeiten ebenso wie eine Vision für die Rolle von Citizen Science im Jahr 2020, unter anderem in Form von zehn Leitbildern, definiert. Im Vordergrund stehen auch hier die breite Etablierung, Anerkennung und Einbeziehung von Citizen Science in gesellschaftsrelevante Kontexte.

Das Grünbuch steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Neuer BMBF-Förderschwerpunkt „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ zielt auf umsetzungsorientierte Lösungen im Umgang mit der Ressource Land

Land wird weltweit zusehends knapper. In Deutschland erhöhen der Umbau der Energieversorgung, wachsende Wohn- und Gewerbegebiete sowie zunehmender Verkehr die Nachfrage nach Flächen. Auch der Klimawandel erfordert eine tiefgreifende Anpassung in Stadt und Land. Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert – nachhaltige Lösungen werden benötigt.  Der nachhaltigere Umgang mit Land ist ein Themenbereich, der im Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA) durch das Deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Da die Nachfrage nach und die Ansprüche an Land weltweit steigen und daher zunehmend Nutzungskonflikte auftreten, ist das Ziel einer nachhaltigen Landnutzung, laut Hauptgutachten des WBGU aus dem Jahr 2011, eines der zentralen Handlungsfelder für eine zukünftige Gesellschaftstransformation.

Um dem politischen Ziel einer nachhaltigen Landnutzung stärker Rechnung zu tragen, werden bereits seit 2009 vom BMBF Forschungsvorhaben zum Thema gefördert. Bei der Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wurden sowohl in internationalen wie in nationalen Projekten an Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen den Themenfeldern Klimawandel, Landmanagement und Ökosystemdienstleistungen – als auch an innovativen und umsetzungsorientierten Systemlösungen geforscht. Alle Forschungsvorhaben verfolgten dezidiert transdisziplinäre Forschungsansätze. Die Fördermaßnahme befindet sich gegenwärtig in der finalen Phase des Projektzyklus. Ausführliche Ergebnissynthesen nebst Transferveranstaltungen sind für das Jahr 2016 geplant.

Das BMBF setzt in der anwendungsbezogenen Nachhaltigkeitsforschung nun weitere Akzente. Seit dem letzten Jahr werden mit der Initiierung des Förderschwerpunktes „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ bis zum Jahr 2019 neun Wissenschafts-Praxis-Teams gefördert, die sich zu transdisziplinär forschenden „Innovationsgruppen“ zusammengetan haben. Mit dem neuen Förderinstrument der Innovationsgruppe verfolgt das BMBF eine noch stärkere Akzentuierung auf umsetzungsorientierte Lösungen für konkrete, gesellschaftsrelevante Probleme des Landmanagements. Dazu zählen u.a. der regionale Umgang mit der Energiewende, Fragen der integrierten Stadt-Land-Kooperation, Erhalt der Biodiversität sowie der Kulturlandschaft. Ähnlich wie beim „Reallabor-Ansatz“ sollen exemplarische Vorhaben in Modellregionen Deutschlands initiiert und mit lokalen und regionalen Stakeholdern erarbeitet und umgesetzt werden. Innovationen werden auf diesem Wege nicht nur theoretisch angedacht, sondern angestoßen, begleitet und implementiert.

Um dies zu ermöglichen, finden in dem neuen Förderschwerpunkt verschiedene Spezifika von Innovationsprozessen Berücksichtigung: So wird besonderes Gewicht auf ein strategisches Vorgehen beim prozesshaften Erarbeiten eines Innovationskonzeptes gelegt. Außerdem werden die oft unterschätzten prozessbezogenen Lerneffekte innerhalb der Forschungsverbünde durch spezifische Maßnahmen des capacity building gestärkt. Im Mittelpunkt der Forschung stehen nun nicht mehr ausschließlich technologische Innovationen – soziale Innovationen sollen stattdessen stärker in den Vordergrund rücken.

Wie bei der Vorgängermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wird den Innovationsgruppen ein wissenschaftliches Begleitvorhaben an die Seite gestellt, das den Forschungsprozess begleitet und aus zwei Partnerinstitutionen besteht. Während das Berliner inter 3-Institut für Ressourcenmanagement langjährige Erfahrungen aus der Innovationsforschung und dem Innovationsmanagement in das Begleitvorhaben einbringt, ergänzt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), das bereits die Vorgängermaßnahme wissenschaftlich begleitet hat, die Kompetenzen in den Bereichen Landmanagement und Governance.

Nähere Informationen zu den Innovationsgruppen finden Sie hier. Kontakt: innovationsgruppen(at)zalf.de

„Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“ – Fachgespräch im Deutschen Bundestag am 14.10.

Am Mittwoch, den 14. Oktober 2015, fand im Deutschen Bundestag als 43. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung um 09:30 Uhr, ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“ statt. Eingeladen waren sieben ExpertInnen:

  • Prof. Dr. Antje Boetius (Professorin für Geomikrobiologie, Universität Bremen, Vorsitzende des Lenkungsausschusses von Wissenschaft im Dialog (WiD))
  • Thomas Korbun (Wissenschaftlicher Geschäftsführer Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH, Berlin, Sprecher des Ecological Research Network (Ecornet))
  • Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (Direktor Haus der Zukunft gGmbH, Berlin)
  • Dr. Volker Meyer Guckel (Stellvertretender Generalsekretär Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V., Berlin)
  • Dr. Steffi Ober (Projektleiterin der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende; VDW e.V., Berlin
  • Julia Wandt (Vorsitzende des Bundesverbandes Hochschulkommunikation Universität Konstanz, Leiterin der Stabsstelle, Pressesprecherin Kommunikation und Marketing)
  • Jan-Martin Wiarda (Journalist für Bildung und Wissenschaft, Teltow)

Das komplette Fachgespräch ist als Video durch den deutschen Bundestag aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt worden.

Tenor des Fachgesprächs war, dass sich der Wissenschaftsjournalimus u.a. aufgrund der sinkenden Zahl der kritisch berichtenden Wissenschaftsjournalisten in einer Krise befinde (siehe dazu auch der kritische Kommentar zum Fachgespräch von Manfred Ronzheimer, sowie der taz Artikel vom 16.10.). Im Kontrast dazu stehe die Wissenschaftskommunikation, die mithilfe einer Fülle an Formaten und Kommunikationskanälen einen zunehmenden Stellenwert im Wissenschaftssystem erreicht hat (Stichwort Wissenschafts-PR). Als dritter Schwerpunkt der Wissenschaftskommunikation wurde die Kommunikation der Wissenschaft mit der Gesellschaft und außerwissenschaftlichen Akteuren durch Partizipation und Einbindung im Kontext transdisziplinärer Forschung zu großen Gesellschaftlichen Herausforderungen diskutiert. Die Sachverständigen stimmten darin überein, dass die Wissenschaftskommunikation nicht mehr nur als einseitige Kommunikationsbotschaft von der Wissenschaft in die Gesellschaft gerahmt werden kann, sondern partizipative Formate eingesetzt und (weiter-)entwickelt werden müssen. Diese Partizipation von BürgerInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen würde dann, so zumindest einige Sachverständige, auch in Teilen für Forschungsagenden und Forschungsprozesse gelten. Wichtig dabei sei jedoch, dass die Ergebnisse partizipativer Formate in der Wissenschaft auch reale Folgen für Forschung und Forschungsagenden haben. Hier wurde der Vorschlag unterbreitet an dem Programm für Sozial-ökologische Forschung anzusetzen, in dem bereits transdisziplinäre Projekte zu Themen wie Nachhaltiges Wirtschaften, Transformation des Energiesystems oder Nachhaltiger Konsum gefördert werden. Da in diesem Programm die Methodenentwicklung für die transdisziplinäre Kooperation und die Wissenschaftskommunikation kein Schwerpunkt darstelle, könnten zusätzliche Vorhaben dort eine partizipative Wissenschaftskommunikation unterstützen.

Die Stellungnahmen der ExpertInnen inklusive ihrer zentralen Thesen sind auf der Seite des Bundestags als PDFs verfügbar.

12. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit vom 14. bis 15. 09. 2015 in Bonn

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lädt zum 12. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit vom 14. bis 15. September 2015 in Bonn ein. Das neue Rahmenprogramm FONA3 wurde am 21.4.2015 von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Johanna Wanka, öffentlich vorgestellt. Mit drei Leitinitiativen zur Zukunftsstadt, Energiewende und Green Economy wird dort die erfolgreiche Förderung der Nachhaltigkeitsforschung verstärkt auf gesellschaftliche Relevanz und Wirksamkeit für die Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die Leitinitiativen sind ein neues und zentrales Element in FONA3. Aber FONA3 zeichnet sich auch durch andere Neuheiten aus, die auf dem FONA-Forum vorgestellt und diskutiert werden: aktuelle Themen in der Vorsorgeforschung, die  erstmalige Koppelung von Forschung und Bildung zur Nachhaltigkeit in einem Programm, eine Strategie zur internationalen Kooperation und  den Prozess zur Nachhaltigkeit in der Wissenschaft.
Folgende Keynote-Redner haben bereits zugesagt:
  • Prof. Dr. Jörg Hacker, Leopoldina
  • Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Forschungszentrum Jülich
  • Prof. Dr. Robert Schlögl, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft
  • Christian Ude, Oberbürgermeister München, a.D.

Wir laden ein zu einer lebhaften Debatte, die Perspektiven aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik zusammenbringt.

Die Vernetzung unterschiedlicher Akteure ist ein zentrales Anliegen von FONA3. Direkt im Anschluss an das BMBF-Forum finden daher in Bonn vom 15.-16. September 2015 drei Statuskonferenzen zu Fördermaßnahmen des Rahmenprogramms FONA3 statt. Dort präsentieren und diskutieren die Forschungsgruppen ihre aktuellen Ergebnisse zu folgenden Themen:

  • r³ Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Strategische Metalle und Mineralien
  • Nachhaltiges Wirtschaften
  • Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems

„Zukunftsfähige Hochschulen gestalten“ – BMBF gefördertes Projekt des studentischen netzwerk n geht weiter

Studierende und studentische Nachhaltigkeitsinitiativen können einen entscheidenden Beitrag zur Transformation der Hochschulen gemäß dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung leisten. Sie setzen innovative Impulse, mobilisieren eine breite Hochschulöffentlichkeit und fordern notwendige Reformen ein. Bereits heute existieren Leuchttürme an studentischen Initiativen, die eindrucksvoll zeigen, welch herausragendes Potenzial im Engagement der Studierenden für den Veränderungsprozess der Hochschulen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung liegt. Für die Zukunft muss es darum gehen, die Studierenden als junge ‚Change Maker‘ noch effektiver dabei zu unterstützen, ihre volle Wirkmächtigkeit zu entfalten. Mit dem Start des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Pilotprojekts Wandercoaching wurden hier von Mai 2014 bis Juni 2015 bereits erste Schritte eingeleitet.

Ziel des Folgeprojekts „Zukunftsfähige Hochschulen gestalten“ ist es, Studierende, studentische Nachhaltigkeitsinitiativen und weitere Akteur_innen in ihrem Engagement für Hochschulen in nachhaltiger Entwicklung bedarfsgerecht zu unterstützen und sowohl qualitativ als auch quantitativ weiter zu stärken. Damit möchte das Team des netzwerk n die Transformationsprozesse an den Hochschulen weiter forcieren. Das Projekt gliedert sich in zwei Teilprojekte: Teilprojekt I (Wandercoaching) besteht aus unterschiedlichen Formaten wie Workshops, Konferenzen zur Vernetzung und Konzeptwerkstätten, wodurch die Arbeit der einzelnen Gruppen konkret unterstützt werden soll. Im Teilprojekt II (plattform n) wird die bereits in der Beta-Phase befindliche interaktive Onlineplattform in die Breite getragen und studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen damit eine professionelle Arbeits- und Organisations- und Vernetzungsgrundlage zur Verfügung gestellt.

Mit der Umsetzung des Projektes wird bzw. werden:

1. eine ausgewählte Gruppe an jungen, engagierten Menschen zu Multiplikator_innen aus- und weitergebildet. Als Pioniere des Wandels geben sie wichtige Impulse an die studentischen Initiativen und weitere Akteur_innen weiter.
2. jährlich knapp 20 studentische Nachhaltigkeitsinitiativen an Hochschulen im deutschsprachigen Raum durch vielfältige und bedarfsgerechte Formate unterstützt, diese zu wirkungsvollen ‚Change Agents‘ empowert und dadurch Veränderungen an der Hochschulen angestoßen.
3. ein umfassendes Angebot zum Austausch und zur Vernetzung im physischen und virtuellen Raum mittels einer interaktiven Online-Kollaborations-, Präsentations- und Vernetzungsplattform (plattform n) und durch Vernetzungstreffen (u.a. konferenz n) geschaffen.
4. durch das Projekt selbst wie auch durch die studentischen Initiativen neue und innovative Wege beschritten, um Nachhaltigkeit an der jeweiligen Hochschule strukturell zu implementieren. Dabei kann für den Transformationsprozess des Wissenschaftssystems insgesamt viel gelernt werden.
5. durch Bereitstellung des strategiekoffer n ein zusätzlicher Mehrwert geschaffen und ein offener Wissenstransfer innerhalb der interessierten Gemeinschaft ermöglicht.
Das netzwerk n e.V. ist ein Zusammenschluss von aktiven und erfolgreichen studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen in Deutschland und bündelt vielfältige Erfahrungen in der Initiierung und Begleitung von Nachhaltigkeitsprozessen an deutschen Hochschulen. Das Wissen und die Erfahrung der im Netzwerk versammelten Mitglieder soll in diesem Projekt gezielt für die Beratung lokaler Nachhaltigkeitsgruppen nutzbar gemacht werden. Das Projekt startet am 1. Juli 2015 und ist für zwei Jahre bewilligt. Weitere Informationen unter http://plattform.netzwerk-n.org.

Hochschulnetzwerk Nachhaltigkeitsberichterstattung gegründet

Nachhaltigkeitsberichte werden vermehrt von Universitäten genutzt, um sowohl über ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung als auch über die eigene nachhaltige Hochschulentwicklung zu berichten sowie um langfristig ihr institutionelles Nachhaltigkeitsprofil zu schärfen. Sie sind ein geeignetes Mittel, die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu kommunizieren und darzulegen, wie den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung begegnet wird. National wie international zeichnet sich ein Trend ab, der Hochschulen dazu veranlasst, über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten und ihr Angebot bekannt zu machen. In Deutschland sind nunmehr ca. 26 Nachhaltigkeitsberichte von Hochschulen publiziert worden, Tendenz steigend. Diese Nachhaltigkeitsberichte unterscheiden sich hinsichtlich ihres Umfangs, ihrer Qualität, der Struktur und der berichteten Themen. Vor diesem Hintergrund haben sich Akteure der TU Kaiserslautern, der Universität Oldenburg, der Universität Hamburg, der Universität Duisburg-Essen und der Fachhochschule Kiel zusammengetan und ein Netzwerk zur Nachhaltigkeitsberichterstattung an deutschen Hochschulen gegründet. Das Netzwerk soll den Erfahrungsaustausch stärken, gemeinsame Interessen vertreten sowie den positiven Trend an Hochschulen weiter ausbauen und letztlich die Berichterstattung weiter professionalisieren.

Die Gründungsmitglieder sind nun auf der Suche nach weiteren InteressentInnen, Mitgliedern und/oder UnterstützerInnen, um den Netzwerkaufbau voranzubringen. Weitere Informationen zu bisher veröffentlichten Hochschul-Nachhaltigkeitsberichten, zum Hintergrund, den Zielen und nächsten Schritten des Netzwerks finden Sie auf der neuen Website.

Ausschreibung zu transdisziplinären Forschernachwuchsgruppen im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Rahmen des Förderschwerpunkts der Sozial-ökologischen Forschung die Förderung von transdisziplinären Forschernachwuchsgruppen ausgeschrieben. Ziel dieser „Infrastrukturförderung“ ist vor allem die Weiterentwicklung von personellen und institutionellen Kapazitäten für eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland. Die bisherigen Förderinitiativen zu Nachwuchsgruppen im Rahmen der SOEF mit Start in 2002 und 2008 haben erheblich zu einem Capacity Building für eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung beigetragen (siehe Hintergrund-Information unten).
Antragsteller können Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sein, die Förderdauer erstreckt sich auf 5 Jahre und erfährt nach dem ersten Jahr eine Zwischenevaluation. Die komplette Ausschreibung können Sie hier lesen.

Hintergrund: Nachwuchsförderung im Programm Sozial-ökologische Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert seit 13 Jahren Nachwuchsgruppen der Sozial-ökologischen Forschung. Eine Evaluation der beiden bisherigen Förderphasen, an denen die Ecornet-Institute mit insgesamt zehn Projekten beteiligt waren, kam zu dem Ergebnis, dass die SÖF-Nachwuchsgruppen überaus positiv bewertet werden. Die ausführliche Bilanzierung wurde bereits 2013 vom Projektträger im DLR durchgeführt und steht auf www.fona.de/de/9880 zum Download bereit. Grundlage war eine Befragung der Gruppenmitglieder und der beteiligten Institutionen.

Wichtige Alleinstellungsmerkmale sind:

  •         Förderung von Kompetenzen der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung
  •         Natur- und Sozialwissenschaften übergreifender Ansatz
  •         Zusammenarbeit von Hochschulen und außeruniversitären Instituten
  •         Beteiligung von Praxispartnern und Zivilgesellschaft
  •         Thematische Offenheit

Aus den bisherigen Nachwuchsgruppen sind bereits zehn ordentliche Professuren und zwölf weitere Professuren hervorgegangen (Stand Februar 2015). Rund drei Viertel der Gruppenmitglieder arbeiten nach Ende der Förderung in einer wissenschaftlichen Einrichtung – das ist deutlich mehr als der bundesweite Durchschnitt.

In der neuen Bekanntmachung greift das BMBF Verbesserungsvorschläge aus der Evaluation der bisherigen Förderung auf.

Wissenschaftsrat verschiebt seine Empfehlungen zur Bedeutung großer gesellschaftlicher Herausforderungen für das Wissenschaftssystem ein weiteres Mal – ein Kommentar

Eigentlich hatte der Wissenschaftsrat für heute, den 2.2.2015 zur Pressekonferenz geladen, um über die Ergebnisse seiner Wintersitzung am 29./30.01.2015 zu berichten. Diese Pressekonferenz wurde kurzfristig abgesagt. Ein Grund dafür: Ein weiteres Mal gelang es dem Gremium nicht, das Positionspapier „Große gesellschaftliche Herausforderungen als wissenschaftspolitisches Leitbild“ zu verabschieden.

Das Positionspapier hat inzwischen eine lange Vorgeschichte. Im Juli 2012 setzte der Wissenschaftsrat eine Arbeitsgruppe ein, um sich mit dem Thema „Bedeutung großer gesellschaftlicher Herausforderungen für das Wissenschaftssystem“ zu beschäftigen. Die Arbeitsgruppe legte unter Leitung des damaligen Wissenschaftsratsvorsitzenden Wolfgang Marquardt einen umfassenden Empfehlungsentwurf vor. Dieser wurde vom Wissenschaftsrat im April 2014 erstmalig diskutiert und an die Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates zur Überarbeitung zurückverwiesen. Es entstand eine erheblich verkürzte Fassung, die ursprünglich für die Sitzung des Wissenschaftsrates im Herbst 2014 vorgesehen war, endgültig auf der jetzt gerade stattgefundenen Januar 2015-Sitzung diskutiert wurde. Hier fiel die Entscheidung zu einer weiteren Vertagung auf den April 2015. (Vgl. zum Papier und seinen Hintergrund auch den Bericht in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Universitätszeitung (DUZ): http://www.duz.de/duz-magazin/2015/02/experten-entwerfen-leitbild-fuer-berater/294).

Vermutlich ist die Verschiebung sogar eine gute Nachricht. Sie zeigt, dass die Diskussion darüber, wie sich Wissenschaft gegenüber den gesellschaftlichen Schlüsselherausforderungen des 21. Jahrhunderts positionieren soll, einen Nerv trifft. Wenn selbst der Wissenschaftsrat, der häufig schon zukunftsweisender Impulsgeber für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems in den letzten Jahrzehnten war, hier keinen gemeinsamen Nenner findet, wird deutlich, wie tief die Diskussion über das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft das Wissenschaftssystem und seine aktuelle Aufstellung herausfordert.

Die fehlende „weise“ Empfehlung des Wissenschaftsrates schafft Raum, diese Debatte in der nötigen Intensität zu führen. Sie ist eine Einladung an die vielen Akteure und gesellschaftlichen Gruppen, die sich längst in diese wissenschaftspolitische Debatte eingemischt haben, sich weiterhin intensiv einzubringen. Sie ist auch eine Aufforderung an Vorreiter-Einrichtungen – ob Institute, Hochschulen, Citizen-Science-Organisationen, Stiftungen oder Forschungsförderer-  einer gesellschaftsorientierten Wissenschaft, noch plastischer werden zu lassen, wie eine inter- und transdisziplinäre Wissenschaft aussehen muss, die sich in ein produktives Verhältnis zu großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellt.

Und egal wie die Position des Wissenschaftsrates im April 2015 – oder wann immer sie kommt – aussehen wird, durch die vielen Verschiebungen ist eine intensive Diskussion über diese Position sicher.

Ergebnisse des aktuellen Wissenschaftsbarometers online

Zeitgleich zum Forum Wissenschaftskommunikation in Berlin wurde die Herbstumfrage des Wissenschaftsbarometers veröffentlicht. Sie zeigt, wie bereits die letzte Umfrage des Wissenschaftsbarometers, erneut das hohe Interesse von BügerInnen an Forschung. Das Wissenschaftsbarometer ist eine repräsentative Umfrage, über die die Dialogplattform „Wissenschaft im Dialog“ zweimal jährlich die Einstellung der Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung ermittelt. 84 % der Befragten betrachten die Rolle der Wissenschaft und Forschung zur Lösung gesellschaftlicher Probleme, beispielsweise der Stadtentwicklung, als ziemlich/ sehr wichtig. 47% der Befragten sind der Meinung, dass die Öffentlichkeit (eher) nicht genügend in Entscheidungen über Wissenschaft und Forschung einbezogen wird und 52 % wünschen sich einen größeren Einfluss der Wissenschaft auf die Politik.
Die gesamten Ergebnisse des Wissenschaftsbaromters können Sie hier einsehen.

Neuer Blog zur Schnittstelle Wissenschaft und Politik

Mit einem neuen Blog zu SciencePolicyAffairs greift Dr. Carsten von Wissel aktuelle wissenschaftspolitische Debatten in Deutschland auf. Carsten von Wissel ist Politikwissenschaftler mit wissenschaftssoziologischer Zusatzausbildung und hat seine Promotion zum Wandel hochschulpolitischer Geltungsansprüche geschrieben. In den Beiträgen seines neuen Blogs thematisiert er unter anderem die Fortführung der Exzellenzinitiative, die neue Debatte um die Autonomie der Hochschulen sowie die aktuelle Kritik an den Wirtschaftswissenschaften und deren Gegenkritik.

Zum Blog gelangen Sie unter diesem Link.

Forschung zur Energiewende – Interaktive Landkarte zu 33 Energieforschungsprojekten startet

Nach den ersten Schritten in Richtung Energiewende müssen Politik und Gesellschaft nun weitere wichtige Themen angehen. Wissen zum Handeln ist zentral für das Gelingen dieser Transformation. Eine neue Online-Plattform stellt jetzt die 33 Projekte des BMBF- Programms „Umwelt- und gesellschafts- verträgliche Transformation des Energiesystems“ übersichtlich und interaktiv dar.

Unter www.transformation-des-energiesystems.de werden die Forschungsergebnisse von 33 Forschungsvorhaben zur Energiewende sowie die begleitende wissenschaftliche Koordination kommuniziert. Diese Koordination liegt beim Öko-Institut e.V., Freiburg und dem ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main – beide Institute sind Mitglied im Ecornet.

Die Online-Plattform bietet dem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich über aktuelle Ergebnisse aus der sozial- ökologischen Forschung zur Energiewende zu informieren. Die Besucher der interaktiven Landkarte erfahren Neues über Forschungsergebnisse, Veranstaltungen, Stellungnahmen zu aktuellen Entwicklungen und Veröffentlichungen aus den Forschungsprojekten.

Mehr Informationen zur Plattform erhalten Sie hier.

Fraunhofer- Gesellschaft legt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor

Als eine der weltgrößten Organisationen für anwendungsorientierte Forschung trägt die Fraunhofer-Gesellschaft mit nachhaltigen Lösungen zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft bei. Sie hat den Anspruch Problemlösungen zu entwickeln, die über die Anforderungen der Gegenwart hinaus in die Lebenswelten künftiger Generationen reichen. In den vergangenen Jahren hat das Thema Nachhaltigkeit zunehmend in der Unternehmenspolitik an Bedeutung gewonnen. Bereits 2009 erfolgte der Zusammenschluss von 20 Fraunhofer-Instituten und -Einrichtungen zum Netzwerk Nachhaltigkeit. Aus dieser Bottom-up-Initiative hat sich mittlerweile ein im Präsidialstab angesiedelter und strukturiert geführter Prozess entwickelt. In dem jetzt veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht der Fraunhofer-Gesellschaft sind zum ersten Mal das Nachhaltigkeitsverständnis der Fraunhofer Gesellschaft, ihre Ziele und Maßnahmen dargelegt. Dies stellt einen Einstieg in eine transparente Nachhaltigkeitskommunikation und ein Instrument für ein langfristig angelegtes Nachhaltigkeitsmanagement dar, so Professor Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, anlässlich der Veröffentlichung.

 Den kompletten Nachhaltigkeitsbericht, sowie die Pressemitteilungen zur Veröffentlichung können Sie hier einsehen.

Memorandum zur LehrerInnenbildung für nachhaltige Entwicklung veröffentlicht

Das Netzwerk LeNa – LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung hat ein Memorandum „LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung – von Modellprojekten und Initiativen zu neuen Strukturen“ veröffentlicht. Das Netzwerk arbeitet seit 2013 unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg) und hat sich zum Ziel gesetzt durch den Austausch von Erfahrungen und Konzepten, sowie durch die Beteiligung am bildungspolitischen Diskurs Bildung für eine nachhaltige Entwicklung strukturell in der LehrerInnenbildung zu verankern. Inzwischen gehören dem Netzwerk 24 Hochschulen/ Universitäten und vier Institutionen der LehrerInnenbildung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. In dem Memorandum werden Forderungen für eine Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung aufgestellt und konkrete Empfehlungen zur Umsetzung abgegeben. Das Memorandum bettet sich in den internationalen Diskurs um eine Weiterführung der Aktivitäten im Rahmen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. In dem kommenden Weltaktionsprogramm wird die Stärkung der „Educators“ eine von fünf strategischen Prioritäten sein.

Das Memorandum finden Sie hier.

Forschung für die Energiewende – Jahrestagung des Forschungsverbundes Erneuerbare Energien am 06./07.11.14

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung wird das Energiesystem verschiedene Phasen durchlaufen und sich dabei in seinen technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Komponenten verändern. Die Vorträge der Jahrestagung des Forschungsverbundes Erneuerbare Energien am 06./07.11. 14 im Umweltforum Berlin thematisieren die Entwicklungsphasen des Energiesystems für die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität sowie die ökonomischen und die politisch-gesellschaftlichen Phasen der Energiewende. Die Tagung zeigt, wie die Forschung zur Lösung der jeweiligen Herausforderungen beitragen und die Phasenübergänge proaktiv mitgestalten kann. Die Wissenschaftliche Leitung der Tagung liegt bei Prof. Dr. Manfred Fischedick (Wuppertal Institut).
Die Anmeldung zur Tagung kann hier vorgenommen werden.
Das Programm finden Sie hier.

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Konferenz des RNE am 13./14.10. in Berlin: „Vom Piloten zum Standard: Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb implementieren“

Am 13. und 14. Oktober 2014 jeweils von 10.00 bis 17.15 Uhr wird im af Auditorium Friedrichstraße – Im Quartier 110 eine Konferenz des Rates für nachhaltige Entwicklung stattfinden: „Vom Piloten zum Standard: Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb implementieren“.
Mit Blick auf verschiedene Funktionsbereiche und Akteure in den Hochschulen soll im Rahmen der Konferenz ausgelotet werden, wie eine stärkere Implementierung von Nachhaltigkeit in den deutschen Hochschulen gelingen kann. Eine Teilnahme zur Konferenz ist nur auf Einladung möglich.
Interessierte können sich an Riccarda Retsch wenden: riccarda.retsch(at)nachhaltigkeitsrat.de

Weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

11. BMBF Forum für Nachhaltigkeit am 23./24.09. in Berlin

Vom 23. bis 24. September findet im Ludwig Erhard Haus Berlin das 11. Forum für Nachhaltigkeit des BMBF statt. Im Fokus der Konferenz steht die Präsentation und Diskussion zum Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA³), welches 2015 veröffentlicht wird. Vor einem Jahr auf dem 10. FONA-Forum 2013 in Leipzig wurde gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zum Auftakt des Agendaprozesses FONA³ über die zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen für die Nachhaltigkeitsforschung diskutiert.

In diesem Jahr lädt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Präsentation der Struktur und Hauptmerkmale und einer gemeinsamen Diskussion zur Umsetzung des FONA³-Programms ein.

Ziel der Konferenz ist es, im Dialog inhaltliche Synergien aufzuzeigen, neue Formen der zukünftigen Zusammenarbeit und Mitwirkung zu diskutieren und die Umsetzung des neuen Rahmenprogramms voranzubringen.

Das Programm zum Forum Nachhaltigkeit finden Sie hier.
Eine Anmeldung ist hier möglich.

Bundesregierung legt Schwerpunktbericht zu Forschung und Innovation 2014 vor

Das Bundeskabinett hat in der vegangenen Woche den „Bundesbericht Forschung und Innovation 2014“ beschlossen. Der Bericht bietet einen umfassenden Überblick der Entwicklungen in den Bereichen Forschung und Innovation auf Bundes- und Landesebene mit Bezug auf den europäischen und internationalen Kontext. Mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von drei Prozent des BIP sowie knapp 600.000 Menschen, die in wissenschaftlichen Einrichtungen beschäftigt sind, ist Deutschland „zu einem der attraktivsten Standorte für Forschung und Innovation geworden“ sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka in der Pressemitteilung zum Bericht.

Auch im Hinblick auf die Entwicklungen der Nachhaltigkeitsforschung ist der Bericht interessant. Auf Bundesebene wird die Forschungsstrategie des Bundes im Bereich Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit sowie das Rahmenprogramm FONA (Forschung für Nachhaltigkeit) mit seinen einzelnen Schwerpunkten vorgestellt (S. 131ff.). Weiterhin findet eine ausführliche Darstellung der Landesaktivitäten statt. In Baden-Württemberg stellt die Förderung der nachhaltigen Wissenschaft und Forschung einen Schwerpunkt der landesweiten Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen dar (S. 258). In Nordrhein-Westfalen rahmt die Forschrittsstrategie NRW eine Forschung zu den gesellschaftlichen Herausforderungen (S. 321f.). Auch in dem dem Teilbericht aus Niedersachen wird konstatiert, dass Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre eine der Leitideen künftiger Hochschulentwicklung sein soll (S. 315). 

Die Tabellen zu den Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Förderschwerpunkten und Förderbereichen für die Jahre 2011 bis 2014 (S. 286ff.) zeigen, dass die Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland insgesamt einen Aufschwung erfährt.

2. Symposium Nachhaltigkeit in der Wissenschaft (SISI) des BMBF am 08.05. in Berlin

Am 08.05.2014 findet im Humboldt Carre in Berlin das zweite Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ des BMBF statt. Ziel der Veranstaltung ist es, sich über Erfahrungen, Herausforderungen und gute Beispiele zur Implementierung von Nachhaltigkeit in der deutschen Wissenschaftslandschaft auszutauschen. Die Ergebnisse des Symposiums sollen auch dazu dienen konkrete Maßnahmen und Initiativen für mehr Nachhaltigkeit in der Forschung zu erörtern, sowie Impulse für das neue BMBF-Rahmenprogramm zur „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA³) zu generieren.
Das Programm des Symposiums finden Sie hier online. Eine Anmeldung zum Symposium ist weiterhin möglich.

Forscher kritisieren Innovationsbericht – taz-Artikel über das Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation

Unter dem Titel „Schuss nach hinten“ erschien in der taz vom 06.03.2014 ein Artikel von Manfred Ronzheimer über das von der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) vorgelegte Gutachten „Forschung, Innovation und technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands“. Der Wissenschaftsjournalist beleuchtet darin vor allem die Einschätzungen der Expertenkommission zum EEG, dem in der Frage der Innovationsförderung kein Erfolg zugesprochen wird, kritisch. Diese Einschätzungen hatte bundesweit zu Stellungnahmen von wissenschaftlichen Expertenkreisen und außeruniversitären Instituten, wie dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, geführt.

Der komplette taz-Artikel kann hier gelesen werden.
Das EFI Gutachten kann hier eingesehen werden.

Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit in Bildung und Forschung – Afrikatage des BMBF

Am 17. und 18. März 2014 findet im Berlin Congress Center die Veranstaltung „Deutsch- Afrikanische Zusammenarbeit in Bildung und Forschung – Afrika-Tage des BMBF“ statt. Im Zentrum der Veranstaltung stehen aktuelle Forschungsinitiativen des BMBF in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern. Schwerpunktthemen sind Bioökonomie, Gesundheit, Umwelt sowie die Beiträge von Bildung und Forschung zu gesellschaftlichen Umbrüchen. Im Rahmen von Fach-Workshops werden deutsche und afrikanische Expertinnen und Experten die für ihren Themenbereich interessanten Fragen diskutieren. Darüber hinaus wird ein fächerübergreifender Diskurs zu übergreifenden Querschnittsthemen stattfinden, der in gemeinsamen Empfehlungen für die Politik münden wird.

Die Einladung und das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier:

Einladung Workshop TransformationTransformationsworkshop_vorläufiges Programm

Programm zum BMBF Symposium „Sustainability in Science“ am 08.05. in Berlin online

Die Sustainability in Science Initiative unterstützt die Wissenschaft, mehr Nachhaltigkeit in den eigenen Reihen zu wagen. Anknüpfend an den Erfolg des ersten Symposiums im April 2013 veranstaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung am 8. Mai 2014 das 2. Symposium „Sustainability in Science“ im Humboldt-Carré in Berlin.

Ziel ist es, den Austausch von Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsbeispielen fortzusetzen und Maßnahmen und Initiativen für mehr Nachhaltigkeit in der Forschung abzuleiten. Der identifizierte Handlungsbedarf dient dabei als Input für das neue BMBF-Rahmenprogramm zur „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA³), welches 2015 veröffentlicht wird. Das vorläufige Programm steht ab sofort hier online.

Im Fokus der Konferenz stehen die drei Handlungsfelder:
Forschung in gesellschaftlicher Verantwortung
Nachhaltige Infrastrukturen
Nachhaltigkeit an Hochschulen in Forschung und Lehre

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Georg Schütte, eröffnet das Symposium. Die Anmeldung wird in Kürze gestartet. Eine Teilnahme ist nur mit einer persönlichen Einladung möglich.

German Future Earth Summit 2014 – Ein Veranstaltungskommentar von Steffi Ober aus der Perspektive der Zivilgesellschaft

Dr. Steffi Ober Dr. Steffi Ober

NABU/ Plattform Forschungswende

Diskussionbeiträge zur Nachhaltigen Wissenschaft


Die Future Earth Forschung beschäftigt sich mit Themen und Problemstellungen, die inter- und transdisziplinär gelöst werden sollen. Sie sieht ihren Schwerpunkt darin, Lösungsansätze zu formulieren, damit sich Gesellschaft und Institutionen global nachhaltig entwickeln. Die Themenschwerpunkte liegen auf „Dynamic Planet“, die Frage wie ein „safety space for humanity“ in Anlehnung an das Rockström Modell gesichert werden kann. Ein zweiter Schwerpunkt „Globale Entwicklung“ stellt die gerechte Verteilung von ökologischen und ökonomischen Ressourcen in den Mittelpunkt“ und ein dritter Schwerpunkt betrachtet die Transformation, und die Entwicklung von Narrativen, Normen und Werten ebenso wie Technologien, um eine nachhaltige Zukunft zu befördern. Mit dem ersten German Future Earth Summit vom 27. bis 28.01.2014 in Berlin wurde der Raum für einen inhaltlichen Austausch von interessierten Akteuren geschaffen.

Prof. Dr. Frans Berkhout, der Interims Direktor von Future Earth, betonte in seinem Eingangsvortrag, dass sich das Future Earth Projekt als Brückenbauer verstehe. Damit eine nachhaltige Zukunft entstehen könne, müsse man Möglichkeiten für fundamentale Änderungen und transitions schaffen. Es ginge darum „Science to Society“ aber auch „Society to Science“ zusammen zu denken. Für das Deutsche Future Earth Committee betonte Prof. Dr. Martin Visbeck ebenso, dass sich das Projekt als Plattform für Co-Design, Co-Produktion und Co-Kommunikation von Wissen verstehe und dass es nun darum gehe, diesen Anspruch mit konkreten Ideen und Projekten zu unterfüttern.

Die folgende Podiumsdiskussion zeigte jedoch vor allem auf, wie schwer es in der wissenschaftlichen Community nach wie vor ist, interdisziplinär zusammen zu kommen. Es mangelt nach Ansicht der Diskutanten an Räumen, Anreizen und Karrieremöglichkeiten. Der Schritt weiter hin zu externen Akteuren, dem vielbeschworenen Stakeholderdialog, erscheint dann noch schwieriger und vor allem noch viel ungeübter. Als einzige außerwissenschaftliche Akteure in der gesamten Tagungsregie saßen ein Vertreter der Munich Re sowie eine Vertreterin des BMU, also aus Wirtschaft und Politik, am Montag morgen auf dem Podium. Dr. Ebernhard Faust von der Münchner Rückversicherung machte seinen Standpunkt deutlich. Es mangele der Wissenschaft an Praxisbezug und an einer visionären Praxis, was man gemeinsam mit den Stakeholdern erreichen wolle. Das Co-Design habe noch einen langen Weg, um in den Köpfen der Wissenschaftler anzukommen. Dabei forderte er, dass zu Beginn eines jeden wissenschaftlichen Projektes eine gemeinsame Problemformulierung mit den Stakeholdern passieren müsse. Die Multiperspektivität, die verschiedenen Systemlogiken aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, müsse explizit gemacht und ausgehandelt werden, wenn man gemeinsam etwas erreichen will.

Nachhaltiger Konsum kommt nicht von allein – Ergebnisse eines transdisziplinären Forschungsprojektes

Konsum soll nachhaltig sein – diese Forderung wird von weiten Teilen der Gesellschaft getragen. Was aber bedeutet das genau? Wie kann dieses Ziel erreicht werden und wer ist dafür verantwortlich? Diesen Fragen war der Themenschwerpunkt Nachhaltiger Konsum gewidmet, der 2008-2013 vom BMBF gefördert wurde. Aus der inter- und transdisziplinären Forschung sind, neben vielen anderen Ergebnissen und Produkten, acht „Konsum-Botschaften“ hervorgegangen. Diese stellen übergreifende Erkenntnisse aus der Forschung in zugespitzter Form dar und empfehlen konkrete Schritte mit Blick auf das Ziel nachhaltigen Konsums. Grundlegende normative Fragen werden darin ebenso angesprochen wie Aspekte des gesellschaftlichen Wandels und der politischen Steuerung. Die Botschaften sind Gegenentwürfe zu verbreiteten Mythen über nachhaltigen Konsum. Sie fordern zum Nachdenken und zu mutigen Entscheidungen auf. 

Im Vorgehen und der Aufbereitung der Forschungsergebnisse setzt das Projekt wichtige Akzente für eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung. Das 16-köpfige Autorenteam der Synthese-Publikation für politische und ziviligesellschaftliche Akteure stammt aus verschiedenen Disziplinen vornehmlich der Sozialwissenschaften. Die Publikation ist unter dem Titel „Konsum-Botschaften. Was Forschende für die gesellschaftliche Gestaltung nachhaltigen Konsums empfehlen“ Ende 2013 im Hirzel-Verlag erschienen. Eine zusammenfassende Darstellung des Projektes können Sie hier lesen:
http://www.konsumbotschaften.de

Ein Gespräch mit den AutorInnen finden Sie hier: https://www.fona.de/de/17029
Weitere Informationen können Sie auch dem hier verlinkten Dokument entnehmen:
Nachhaltiger_Konsum_kommt_nicht_von_allein_2014

Studie zu Service Learning an Hochschulen in Deutschland erschienen

Zunehmend mehr Hochschulen und gemeinnützige Organisationen entwickeln gemeinsame Lehr- und Forschungsprojekte nach der Methode des Service Learning. Während Service Learning als ein „Lernen durch Verantwortung“ seit einigen Jahren eine rasante Verbreitung in Schulen gefunden hat, arbeiten nun auch zunehmend mehr Hochschulen daran diese gesellschaftliche verantwortliche Lehre im eigenen Lehrveranstaltungsangebot zu verankern. Die Sozialforscher Holger Backhaus-Maul und Christiane Roth von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben nun eine erste empirische Untersuchung über die Entwicklung von Service Learning in Deutschland vorgelegt. „Service Learning an Hochschulen in Deutschland. Ein erster empirischer Beitrag zur Vermessung eines jungen Phänomens“. Das Ergebnis zeigt, dass bereits ca. 15 Prozent aller Hochschulen (56 Hochschulen) in Deutschland Service Learning anbieten, vorwiegend in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den Wirtschaftswissenschaften.
Die Studie kann hier bestellt werden.

Der Koalitionsvertrag der großen Koalition: Wie ist er aus Sicht einer transformativen Wissenschaft zu bewerten?

Klimawandel, demographische Entwicklung, Ernährungssicherheit oder nachhaltige Energieversorgung markieren große gesellschaftliche Herausforderungen, die ohne wissenschaftliche Begleitung nicht zu bewältigen sind. Die europäische Union orientiert daher ihr 8. Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ konsequent an diesen großen Herausforderungen. Und auch in der deutschen Wissenschaft, Politik und der Zivilgesellschaft werden die Rufe nach einer entsprechenden Umorientierung im Wissenschaftssystem lauter. Gefordert ist eine „transformative Wissenschaft“, die die Gesellschaft schon in die Problemdefinition mit einbindet und Fragestellungen im sozial-ökologischen Brückenschlag zwischen Technik-/Naturwissenschaften und Sozial-/Kulturwissenschaften inter- und transdisziplinär bearbeitet.

Im jetzt vorliegenden Koalitionsvertrag spielen diese Fragen einer Gesellschaftsorientierung des Wissenschaftssystems im Teil Forschung und Bildung nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch bietet er einige interessante Anknüpfungspunkte:

Den bedeutendsten Punkt bildet die Partizipation der Zivilgesellschaft im Agenda-Setting von Forschungsprogrammen – u.a. eine wichtige Forderung der zivilgesellschaftlichen Verbände im Wahlkampf. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Wir wollen Bürgerinnen und Bürger und die Akteure der Zivilgesellschaft konsequent in die Diskussion um Zukunftsprojekte und die Ausgestaltung von Forschungsagenden einbinden. Wir wollen neue Formen der Bürgerbeteiligung und der Wissenschaftskommunikation entwickeln und in einem Gesamtkonzept zusammenführen.“ (S. 151) Die Umsetzung eines solchen fortschrittlichen Gesamtkonzeptes wäre ein wichtiger Impuls für eine stärkere Gesellschaftsorientierung des Wissenschaftssystems.

Darüber hinaus ist die angekündigte Erhöhung der Grundfinanzierung der Hochschulen (S. 27) eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftsorientierte und heterodoxe Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Sie kann ein Gegengewicht zur gewachsenen Drittmittelorientierung schaffen, die eher disziplinäre sowie wirtschaftlich verwertbare Forschung unterstützt. Abzuwarten ist, wie die bessere Grundfinanzierung der Hochschulen konkret umgesetzt wird. Hierzu gibt der Koalitionsvertrag bisher wenig Auskunft.

Die „Hightech-Strategie“ wird fortgesetzt, jedoch lassen sich aus dem Koalitionsvertrag etwas stärker gesellschaftsorientierte Akzente lesen: „Zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen, die wir mit dieser Innovationsstrategie bewältigen wollen, gehören vor allem Veränderungen wie die demographische Entwicklung, die Digitalisierung und die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Wir wollen (…) dabei technologische wie gesellschaftliche Innovationen in den Blick nehmen. Wir werden geistes- und sozialwissenschaftliche Begleitforschung sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterstützen, um den verantwortungsbewussten Umgang mit der Forschung und ihren Ergebnissen zu stärken.“ (S. 33)
 
Die Forschung zur Energiewende wiederum lässt diese stärkere sozial- und gesellschaftswissenschaftliche Orientierung noch nicht erkennen. Sie stellt die „Forschung und Entwicklung für intelligente Lösungen insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz, Energieeinsparung, Erneuerbare Energien und Versorgungssysteme (u. a. Speicher, Netze und Systemdienstleistungen durch erneuerbare Energien“ (S. 34) in den Mittelpunkt und bleibt damit im Wesentlichen technologie-orientiert. Auffällig ist auch, dass die Förderung der Fusionsforschung „auf dem festgelegten, begrenzten Niveau“ fortgeführt wird.

Future Earth Summit am 27./28. Januar 2014

Das Deutsche Komitee für Nachhaltigkeitsforschung im „Future Earth Programm“ richtet am 27./28. Januar eine erste große öffentliche Veranstaltung aus: den German Future Earth Summit.

Future Earth ist ein weltweites Programm mit dem Ziel der Koordination und Integration sozial- und naturwissenschaftlicher gesellschaftsrelevanter Forschungsthemen im Rahmen der Global Change Forschung. Die Neuausrichtung der Global Change Forschung soll einen intensivierten Austausch mit der Zivilgesellschaft ermöglichen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei das sogenannte „Co-Design“, d.h. die gemeinsame Festlegung von Forschungsthemen und Fragen mit der Zivilgesellschaft, als auch die „Co-Production“, d.h. Forschungsprozesse, in die betroffene Akteure intensiv eingebunden sind.

Auf dem German Future Earth Summit sollen in interdisziplinärem Austausch die Weiterentwicklung des internationalen Forschungsprogramms diskutiert und deutsche Forschungsinteressen identifiziert werden. Hierzu gibt es die Möglichkeit bis zum 16.12.2013 Themenvorschläge einzubringen, die sich unter den Future Earth Themenbereichen „dynamischer Planet“, „Globale Entwicklung“ oder „Transformation zur Nachhaltigkeit“ befinden könnten. Hier erhalten Sie weitere Informationen dazu.

Teil des Programms des Future Earth Summit ist auch ein Netzwerktreffen der Early Career Scientists. Die Einladung zu beiden Veranstaltungen erhalten Sie hier.

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Save the Date – 2. Symposium „Sustainability in Science“

Am 08. Mai 2014 wird im Humboldt-Carré, Berlin, das 2. Symposium „Sustainability in Science“ des BMBF statt finden. Als eigenständige Initiative im Rahmen von FONA (Forschung für nachhaltige Entwicklung) soll auf den Symposien diskutiert werden, wie eine strukturelle Stärkung der Nachhaltigkeit in der Wissensschaftslandschaft unterstützt werden kann. Dazu gab es beim letzten Symposium, im April 2013, eine Umfrage sowie einen noch laufenden Agendaprozess.

Weitere Informationen zum Programm des Symposiums folgen in Kürze hier.

Öffentliche Diskussion der Empfehlungen aus dem Peer Review der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2013

Am 04.11. um 18.30Uhr bis 21Uhr findet in der GIZ Repräsentanz in Berlin eine öffentliche Vorstellung der Ergebnisse des Peer-Review der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie statt. Der Vorsitzende der internationalen Expertengruppe, Prof. Dr. Björn Stigson, erläutert die Schlussfolgerungen aus der fast einjährigen intensiven Befassung zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und -politik und stellt sich der Diskussion. In ihrem Bericht nehmen die Experten eine Bestandsaufnahme erzielter Fortschritte in der Nachhaltigkeitspolitik seit dem ersten Peer Review 2009 vor und leiten daraus und unter Bezugnahme auf neue Herausforderungen zentrale Empfehlungen ab.

Die Wissenschaft wird in den insgesamt 15 Empfehlungen der internationalen ExpertInnen zwei mal thematisiert.

Forschung und Entwicklung: Wissen und Lösungen für die Transformation stärken

Im Rahmen dieser Empfehlung wird die Erhöhung der Ausgaben für nachhaltigkeitsbezogenen Forschung und Entwicklung, sowie die Erforschung innovativer Nachhaltigkeitslösungen außerhalb der Mainstream-Forschung diskutiert (vgl. Peer-Review 2013, S. 82). Für das Überbrücken disziplinärer Grenzen wird die Stärkung von transdisziplinären Ansätzen empfohlen und im Zusammenhang mit der forschungspolitischen Agenda eine engere Verschränkung mit der nationalen Nachhaltigkeitsagenda angeraten. Für beides ist die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft unabdingbar (vgl. ebd., S. 83). Nicht zuletzt raten die Expertinnen Kenngrößen für die Bewertung wissenschaftlicher Exzellenz im Gebiet der Nachhaltigkeitsforschung zu entwickeln, sowie die Performance wissenschaftlicher Einrichtungen an Nachhaltigkeitskriterien zu messen (vgl. ebd., S. 84).

Bildung: Nachhaltigkeit wirkungsvoller in alle Bildungsstufen integrieren

In Bezug auf die stärkere Förderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sollten von Bund und Ländern mehr Mittel für die Schritte vom Projekt zur Struktur bereit gestellt werden. Die lokale Vernetzung von Bildungseinrichtungen mit Unternehmen, Behörden, Kirchen und NGOs kann hierbei hilfreich sein (vgl. ebd., S. 86). Darüber hinaus sollten die Hochschulen von Bund und Ländern zur Einführung von Bildungsprogrammen zur nachhaltigen Entwicklung angehalten werden – vor allem um junge Menschen mit den gesellschaftlich benötigten Führungskompetenzen auszustatten.

Die komplette Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.
Eine Anmeldung zu der Veranstaltung können Sie hier vornehmen.

Wissenschaftsrat legt „Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems“ vor – aus Sicht einer gesellschaftsorientierten Wissenschaft eine Enttäuschung

Der Wissenschaftsrat hat am heutigen Montag offiziell seine Empfehlungen zu den „Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems“ vorgestellt. Sie waren vom Wissenschaftsrat am Freitag in Braunschweig nach einem langen Diskussionsprozess verabschiedet worden. Hochschulrektorenkonferenz und Leibniz-Gemeinschaft begrüßen das „gelungene Ensemble gut abgestimmter Maßnahmen, die das deutsche Wissenschaftssystem insgesamt stärken werden“ und fühlen sich durch die Empfehlungen „bestätigt und gestärkt“.

Aus der Sicht einer gesellschafts-orientierten Wissenschaft enttäuschen die Empfehlungen. Zwar werden im Analyseteil mit dem Titel „Wissenschaft im Kontext des beginnenden 21. Jahrhunderts“ neben der „Globalisierung“, der „Beschleunigung“,  der „Demographie“, der „Innovationsfähigkeit“ und dem „Investitionsbedarf“ unter dem Punkt „Komplexität“ (S. 20) auch die „großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ und die Bedeutung der Wissenschaft zur ihrer Bewältigung angesprochen. In den weiteren Empfehlungen findet dies aber keinen Niederschlag.

Letztlich sind die Empfehlungen durch ein reines „Weiter so!“ geprägt – eben nur auf möglichst besserer finanzieller Basis. Dies gilt insbesondere für die beiden neuen vorgeschlagenen Förderinstrumente: (1) die Merian-Professuren und (2) die Liebig-Zentren. Merian-Professuren sollen 200-250 besonders gut ausgestattete (ca. 1 Mio. Euro pro Jahr) Professuren sein, die Schwerpunktbereiche in Universitäten stützen. Liebig-Zentren sollen ein neues Instrument der strukturellen Schwerpunktbildung werden. Gedacht ist an rund 50 Liebig-Zentren, die mit durchschnittlich 8 Mio. Euro pro Jahr gefördert werden sollen.

Hinter diesen Instrumenten verbergen sich faktisch nur Ansätze zur Verstetigung der Finanzierungen aus der Exzellenzinitiative. Die Chance, mit der Einrichtung dieser Förderansätze auch wissenschaftspolitisch neue Akzente auszulösen, wird in den Empfehlungen nicht angenommen. So würde sich das Instrument der Merian-Professuren geradezu anbieten, eine bestimmte Zahl gezielt transdisziplinär forschender Professorinnen und Professoren prominent an Hochschulen zu verankern. Ähnliches gilt für Liebig-Zentren. Hier sollten eine Reihe von Liebig-Zentren aufgesetzt werden, die transdisziplinäre, gesellschaftsorientierte Ansätze in vorbildlicher Weise umsetzen.

Neben der Perspektiven-Arbeitsgruppe hat der Wissenschaftsrat im Jahr 2012 auch eine Arbeitsgruppe zur Frage der „Bedeutung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ für das Wissenschaftssystem eingesetzt. Sie wird voraussichtlich Ende des Jahres 2013 ihre Empfehlungen vorlegen. Es ist zu hoffen, dass mit den Ergebnissen dieser Arbeitsgruppe die „Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems“ etwas weiter gedacht werden als im am Freitag verabschiedeten Perspektivpapier.

Tagung der AG Hochschule Bildung für nachhaltige Entwicklung am 20.09. in Bremen

An vielen Hochschulen gibt es kleinere und größere Projekte zum Thema Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Immer mehr Menschen setzen sich aktiv dafür ein, dass Studierende im Rahmen ihres Studiums die Gelegenheit haben, Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit zu belegen. „Vom Projekt zur Struktur“ ist dabei die Herausforderung der meisten Hochschulen: In welchen Strukturen und Formen können die vielen einzelnen Projekte verstetigt werden? Die Teilnehmer/ innen der Tagung haben die Gelegenheit, ihre Projekte vorzustellen und sich über die Verstetigungsformen auszutauschen.

Am Ende der Tagung wird eine Erklärung zum Abschluss der Dekade 2014 aus Sicht der Hochschulen erarbeitet. Diese Erklärung wird Gegenstand der deutschen Abschlusskonferenz zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im September 2014 werden.

Das Programm der Tagung können Sie hier herunterladen:
BNE_Einladung2013

AG Hochschule veröffentlicht neue Broschüre zu Institutionalisierung und Implementierung von Nachhaltigkeit

Die 2.000.000 Studierenden im deutschen Hochschulsystem mit Bildung für nachhaltige Entwicklung zu versorgen, stellt das vorhandene Lehrpersonal vor eine große Herausforderung. Aber auch auf anderen Ebenen muss Nachhaltigkeit in die Hochschulen getragen werden. Die Broschüre der AG Hochschule der UN-Dekade stellt zahlreiche Best-Practice-Beispiele aus Lehre, Forschung und Betrieb vor.

Unter Chefredaktion des Sprechers der AG Hochschule, Prof. Georg Müller-Christ, wurde die Publikation „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ grundlegend überarbeitet und erweitert. In Interviews und eigenen Beiträgen berichten Nachhaltigkeitsakteure an Hochschulen aus der Praxis an Hochschulen in Deutschland sowie dem europäischen Ausland und liefern „Ideen zur Institutionalisierung und Implementierung“. Der Weg vom Projekt zur Struktur ist zwar noch weit. Allerdings: „Wer gute, adaptierbare Ansätze für die Forschung, die Lehre und die nachhaltige Organisation von Hochschulen sucht, wird hier fündig, stellt Prof. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade in seinem Vorwort fest. Denn das Heft bietet ebenfalls umfangreiche Listen erfolgreicher Projekte.“

Quelle: www.bne-portal.de

Seminarreihe: Nachhaltigkeit in der Hochschule aufstellen – Gute Wege in schwierigem Gelände finden

Immer mehr Hochschulen schaffen die Funktion der Nachhaltigkeitskoordination. Direkt angesiedelt bei der Hochschulleitung sollen die Stelleninhaber/innen wirksame Impulse für eine nachhaltige Ausrichtung der Hochschule schaffen. Dabei stellen sich fast in allen Hochschulen dieselben Fragen, wie der Prozess konstruktiv begleitet werden kann, an dessen Ende dann Nachhaltigkeit gut in der Hochschule aufgestellt ist. Eine Weiterbildung im Rahmen der AG Hochschule des Runden Tisches zur Umsetzung der Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung soll engagierte Nachhaltigkeitskoordinatoren in diesem Prozess unterstützen.

Die Seminarreihe für Koordinatoren und Koordinatorinnen von nachhaltiger Entwicklung in Hochschulen wird von Prof. Dr. Georg Müller-Christ (Universität Bremen) und Dr. Anna Katharina Liebscher angeboten und wird in vier Modulen stattfinden. Systemaufstellungen werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Das erste Modul zum Thema „Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Betrieb – den Weg zeichnen“ eröffnet die Reihe am 03. und 04. Juni in der Nähe von Bremen.

Ausführliche Informationen finden Sie in dem Flyer zur Seminarreihe

NH_Koordinatoren_A4_Web_zum Ausdrucken Kopie

oder hier.

 

Hochschulrektorenkonferenz greift in Jahresversammlung die Energiewende auf

Auch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) positioniert sich aktiv in der Forschung zur Energiewende. Auf ihrer Jahresversammlung in Nürnberg nahm das Thema Energiewende eine zentrale Rolle ein. HRK-Präsident Horst Hippler betonte, dass „bei der Energiewende nicht nur Natur- und Ingenieurwissenschaften gefordert seien sondern auch die Wirtschafts-, Rechts-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Die Fragen der Energiewende müssten im interdisziplinären Verbund angegangen werden.“ Er betonte weiterhin, dass die notwendigen Veränderungs- und Umstellungsprozesse „nur zum Erfolg führen können, wenn die Wissenschaft und damit die Hochschulen maßgeblich beteiligt werden. Die Hochschulen seien in der Forschung gefordert und müssten das notwendige Personal auf die neue Herausforderung vorbereiten.“
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Damit bringt sich die HRK aktiv in die Debatte über die Rolle der Wissenschaft bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen ein – und setzt einen Akzent der Hochschulen neben den bestehenden prominenten Positionierungen der Helmholtz-Gemeinschaft (Helmholtz 2020), der Technikakademie Acatech und weiterer Wissenschaftsorganisationen. Es wird interessant zu sehen sein, wie die Hochschulen jenseits schon bestehender Pioniereinrichtungen die notwendigen inter- und transdisziplinären Strategien künftig umsetzen.
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Mehr können Sie in der idw-Pressemeldung erfahren: http://idw-online.de/de/news533016

Droht eine Dominanz der Großforschungseinrichtungen? Diskussion im Deutschlandfunk

Am 26.04.2013 fand im Rahmen des „Hochschulquartetts“ im Deutschlandradio Kultur eine interessante Diskussion zur Rolle der Helmholtz-Gemeinschaft im künftigen Wissenschaftssystem statt: „Hochschulquartett: Droht eine Dominanz der Großforschungseinrichtungen?“.
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Die Helmholtz-Gesellschaft hatte mit ihrem Positionspapier „Helmholtz 2020“ im Sommer letzten Jahres eine umfassende Themenführerschaft für die Forschung zu den „großen Herausforderungen“ angemeldet und damit bereits heftige Kritik ausgelöst. Als Zusammenschluss verschiedener Institute erforscht die Helmholtz-Gemeinschaft „Systeme hoher Komplexität unter Einsatz von Großgeräten und wissenschaftlichen Infrastrukturen gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern.“ (Mission der Helmholtz-Gemeinschaft, S. 4). Mit dem Anspruch einer transformativen Wissenschaft für gesellschaftliche Herausforderungen ist dieses Profil nur bedingt zu vereinen.
In der Sendung des Deutschlandfunkes diskutieren Prof. Walter Rosenthal von der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dietmar Harhoff, Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation, Prof. Dieter Lenzen, Präsident Universität Hamburg sowie Prof. Josef Pfeilschifter, Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes. Auch wenn die zivilgesellschaftliche Perspektive und die neue Debatte um eine Transparenz und Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen in der Forschung in der Debatte weitgehend ausgeblendet blieben, so gibt die Diskussion doch einen guten Einblick in die Konfliktlinien im klassischen Wissenschaftssystem.

Die Sendung ist abrufbar unter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturgespraech/2079488/

Unternehmen kritisieren die Hightech-Strategie der Bundesregierung

Die Kritik an der milliardenschweren Forschungsstrategie der Bundesregierung „Hightech-Strategie“ kursiert schon länger in den Kreisen von WissenschaftlerInnen und ExpertInnen aus der Zivilgesellschaft. Jetzt äußern sich auch Unternehmen  öffentlich und prangern die Innovationsfeindlichkeit der Hightech-Strategie an.

Die Hightech-Strategie der Bundesregierung soll Deutschland als Vorreiter bei der Lösung der globalen Herausforderungen der Zeit etablieren. Mit zehn Zukunftsprojekten von der „CO2-neutralen, energieeffizienten und klimaangepassten Stadt“ bis zur „nachhaltigen Mobilität“ sollen in Kooperation mit Unternehmen Forschungs- und Entwicklungsprojekte stimuliert und gefördert – kurzum nachhaltige Innovationen generiert – werden.

Ein Artikel im Spiegel, der zeitgleich zur Hightech-Strategie Konferenz „Wohlstand durch Forschung und Innovation“ am 23.04. veröffentlicht wurde, zeigt die Schattenseiten der Hightech-Strategie, wie sie vor allem von zunehmend mehr UnternehmerInnen gesehen werden. Kritisiert wird vor allem die Intransparenz der möglichen Förderungen für klein- und mittelständische Unternehmen und die Konzentration der geförderten Projekte auf ohnehin schon forschungsstarke Konzerne. Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIDK) bemängelt die Unkenntnis und das schlechte Image, das die Hightech-Strategie bei den meisten der deutschen Unternehmen habe. Die bisher erzielten Ergebnisse der Hightech-Strategie geben keinen Anlass zur Selbstzufriedenheit.

Der komplette Spiegel-Artikel kann hier eingesehen werden.
Eine Debatte im Bundestag über die Hightech-Strategie vom März 2013 findet sich hier.

Nachhaltigkeit braucht strukturelle Veränderungen im Wissenschaftssystem – Erklärung des Ecornet anlässlich des Symposiums „Sustainability in Science“

Wie muss Wissenschaft gestaltet werden, damit sie wesentliche Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann? Das Ecological Research Network (Ecornet) betont anlässlich des vom BMBF veranstalteten Symposiums „Sustainability in Science“ am 23.04.2013 in Berlin, dass neben den inhaltlichen Fragen der Nachhaltigkeitsforschung notwendige strukturelle Veränderungen im Wissenschaftssystem ein besonderes Augenmerk verdienen.

Eine der großen Aufgaben des 21. Jahrhunderts ist die Gestaltung von Übergängen in eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. Vor diesem Hintergrund begrüßt das Forschungsnetzwerk Ecornet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstaltete Symposium „Sustainability in Science“ am 23. April 2013 in Berlin. Das Forschungsministerium will mit dieser Veranstaltung den im Wissenschaftsjahr 2012 ins Leben gerufenen Prozess „Zukunftsprojekt Erde“ fortsetzen. Zugleich ist das Symposium Startschuss für die „Sustainability in Science Initiative“, die die Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Forschung stärken soll.

Dr. Thomas Jahn betont, dass neben den inhaltlichen Fragen der Nachhaltigkeitsforschung notwendige strukturelle Veränderungen im Wissenschaftssystem ein besonderes Augenmerk verdienen. Es seien weitergehende Anpassungen des Wissenschaftssystems als bisher unerlässlich. Jahn ist Sprecher der Institutsleitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und war Mitglied des Programmbeirates des Symposiums. Er verantwortet im Rahmen der Veranstaltung den Workshop „Nachhaltigkeit in Forschungsprozessen“.

Eine weitere wichtige Aufgabe sei die Intensivierung der Kooperationen von Hochschulen mit staatlichen und unabhängigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen – sowohl in der Verbundforschung als auch in der Hochschulbildung, sagt Thomas Korbun, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und einer der Ecornet-Sprecher. Ziel müsse es sein, die Durchlässigkeit zwischen den Sektoren zu verbessern. Die unabhängigen außeruniversitären Institute, und insbesondere die Mitgliedsinstitute des Ecornet, bringen hier langjährige Erfahrungen in der inter- und transdisziplinären Forschung mit. Gerade diese Erfahrungen sollten in der Forschung wie auch in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zukünftig verstärkt gefordert werden. Und schließlich sollte die Zusammenarbeit zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften einerseits und die Kooperation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft andererseits im Rahmen von inter- und transdisziplinären Kooperationen stärker als bisher in die Forschungs- und Nachwuchsförderung aufgenommen werden. Damit Karrierepfade am Ende nicht wieder in disziplinären Strukturen enden, bedarf es zudem verstärkt der Einrichtung von Lehrstühlen und Fakultäten mit einer transdisziplinären Ausrichtung.

Die Erklärung und weitere Informationen zum Ecornet können Sie hier lesen.

Helmholtz-Gemeinschaft verkündet Moratorium für umstrittene Ölsand-Forschung in Kanada

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat sich in ihrem Forschungs-Projekt „Helmholtz-Alberta-Initiative“ selbst ein Moratorium auferlegt. Das Kooperations-Projekt zielt auf die Erforschung umweltverträglicher und energieeffizienter Abbaumethoden von Teersand – eine Ressource, die in der kanadischen Partnerregion in großen Mengen verfügbar ist. Die Förderung und Verarbeitung der Ölsande erzeugt jedoch erheblich mehr klimaschädliche Emmissionen als die Förderung konventionellen Öls – ein Punkt, warum das Projekt von Anfang an in der Kritik von Umweltverbänden stand. Hauptlinie der Kritik war, dass über die Grundfinanzierung der Helmholtz-Allianz durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung deutsche Steuergelder unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit indirekt zur Förderung von umweltschädlichen Abbaumethoden der Ölsande eingesetzt werden – immerhin sollten für das Projekt bis 2016 mehr als sechs Millionen Euro ausgegeben werden. Die Gelder würden jedoch nicht nur zur Forschung über den umweltverträglichen Teersand-Abbau sondern für die Erforschung anderer innovativer Energiegewinnungs-Technologien und die Reinigung bereits verschmutzter Abbaugebiete ausgegeben – so die Replik der Helmholtz-Gemeinschaft.

Jetzt verkündete das beteiligte Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig (UFZ) ein Moratorium für ein Teilprojekt der Helmholtz-Alberta-Initiative. Mit diesem Schritt soll dem Verlust von Reputation der wissenschaftlichen Organisation vorgebeugt werden. „As an environmental research centre we have an independent role as an honest broker and doing research in this constellation could have had reputational problems for us, especially after Canada’s withdrawal from the Kyoto Protocol,“ sagt Dr. Frank Messner, Leiter der wissenschaflichen Stäbe des UFZ in der internationalen Presse. Das nun verkündete Moratorium zeigt daher die Wirksamkeit der Kritik von Umweltverbänden, Oppositionsparteien und anderer Wissenschaftsorganisationen. Es macht gleichzeitig eine stärkere Sensibilität für die gesellschaftliche Verantwortung von Forschung innherhalb der Helmholtz- Gemeinschaft deutlich.

Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/wissen/helmholtz-alberta-initiative-raus-aus-dem-oelsand/7960668.html
http://www.euractiv.com/science-policymaking/german-research-institute-pulls-news-518608
http://business.financialpost.com/2013/03/20/german-scientists-quit-oil-sands-research-over-public-climate-concerns/

IÖW stellt Grundzüge der „transformativen Forschung“ im Wissenschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vor

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung war am 13. März 2013 zu einer Anhörung im Wissenschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses eingeladen, um die Grundvorstellungen der „transformativen Forschung“ darzustellen. Die Grünen im Abgeordnetenhaus hatten die Einladung durch den Ausschuss initiiert. Der Wissenschaftliche Geschäftsführer des IÖW Thomas Korbun ist seit langem wissenschaftspolitisch aktiv und hatte nahegelegt, das Thema in den Ausschuss einzubringen. Die Präsentation vom Leiter des IÖW-Forschungsfeldes Umweltpolitik und Umweltökonomie Ulrich Petschow zum Tagesordnungspunkt „Transformative Wissenschaften – ein zukunftsorientierter Schwerpunkt in Berlin?“ wurde im Ausschuss mit Interesse aufgenommen.

Praxisbeispiele zeigen Relevanz des Themas

Es gab eine Reihe von Nachfragen von den verschiedenen Fraktionen. Die Relevanz des Themas erläuterte Petschow vor allem über Praxisbeispiele sowie über Aktivitäten aus anderen Bundesländern. Ein sehr aktuelles Beispiel aus dem Themenspektrum mit lokalem Bezug ist etwa das Projekt „Klimaneutrales Berlin“. Wie kann die Stadt es schaffen, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden? Diese Frage, die derzeit von einem Projektkonsortium unter Beteiligung des IÖW im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt untersucht wird, sei ein Paradebeispiel für transformative Forschung, so Petschow. Ein Good-Practice-Beispiel auf Länderebene stelle z. B. die neue NRW-Forschungsstrategie „Fortschritt NRW“ dar, die Transformationsherausforderungen benennt und Ansatzpunkte für die transformative Forschung aufzeigt.

Senatorin Scheeres: „Transformative Forschung“ soll auf die Berliner Agenda

Die Grünen im Wissenschaftsausschuss verwiesen auf die hohe Relevanz dieses Ansatzes. Die Piraten-Fraktion stellte die Themen Transformation und transformative Forschung in Bezug zu ihren Kernvorhaben, wie etwa dem bedingungslosen Grundeinkommen oder der sogenannten „Share Economy“. Die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft Sandra Scheeres von der SPD bekundete ihr Interesse an dem Ansatz und verwies darauf, dass man das Thema auf die Agenda für die Berliner Wissenschaftspolitik nehmen wolle.

Mehr Informationen zum Ausschuss für Wissenschaft des Berliner Abgeordnetenhauses

Deutsches Komitee für Nachhaltigkeitsforschung im Rahmen von „Future Earth“ berufen

Auf dem 5. Nationalen Kolloquium von Future Earth Deutschland im September 2012 wurde die Einrichtung eines „Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung“ beschlossen. Jetzt wurden die ersten Mitglieder dieses Komitees durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine zunächst drei-jährige Amtszeit berufen.

Future Earth ist ein weltweites Programm mit dem Ziel der Koordination und Integration sozial- und naturwissenschaftlicher gesellschaftsrelevanter Forschungsthemen im Rahmen der Global Change Forschung. Die Neuausrichtung der Global Change Forschung soll einen intensivierten Austausch mit der Zivilgesellschaft ermöglichen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei das sogenannte „Co-Design“, d.h. die gemeinsame Festlegung von Forschungsthemen und Fragen mit der Zivilgesellschaft, als auch die „Co-Production“, d.h. Forschungsprozesse, in die betroffene Akteure intensiv eingebunden sind.

Das Gremium setzt sich aus sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen und Institutionen zusammen:

Das DKN-FutureEarth wird die deutschen Perspektiven in den internationalen Entwicklungsprozess von „Future Earth“ einbringen und die Aktivitäten international mitgestalten. Es kann darüber hinaus bei der Strukturierung von Prozessen (wie dem Co-Design von Forschungsfragen) unterstützen oder die Vernetzung der deutschen Communities der natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereiche für eine erfolgreiche integrative Forschung im Rahmen von „Future Earth“ begleiten.

Alle Informationen finden Sie auch auf www.dkn-future-earth.org

10. BMBF Forum für Nachhaltigkeit am 10. und 11. September in Leipzig

Vom 10.-11. September 2013 findet das 10. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit im KUBUS des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig statt. Im Fokus der Konferenz stehen die Umsetzung aktueller Ergebnisse der Nachhaltigkeitsforschung, die Stärkung der Zusammenarbeit der Forschergemeinschaft sowie die Diskussion über zukünftige Forschungsprioritäten.

In mehr als 10 Sessions präsentieren Forschungsgruppen am ersten Tag der Konferenz ihre Ergebnisse aus aktuellen FONA-Schwerpunkten, wie der Sozial-ökologischen Forschung, dem nachhaltigen Land- und Wassermanagement, den Rohstoffeffizienztechnologien oder der Klima- und Energieforschung und diskutieren deren Umsetzung. Im Mittelpunkt des zweiten Tages steht die Entwicklung der thematischen Schwerpunkte für das dritte FONA-Rahmenprogramm. Gemeinsam mit Experten aus Unternehmen, Kommunen und NGOs wird die zukünftige Ausrichtung der Forschung für eine Nachhaltige Entwicklung erarbe itet.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen in Kürze hier!

Symposium des BMBF: Sustainability in Science am 23.04. in Berlin

„Forschung und Wissenschaft sind vor allem dann überzeugend und glaubwürdig, wenn sie sich den ethischen Prinzipien, die sich mit Nachhaltigkeit verbinden, verpflichtet fühlen. Dies gilt sowohl für die Durchführung der Forschung als auch für die Auswahl und kritische Begleitung von Forschungsthemen. Auch die Gesellschaft erwartet bei der Bewältigung von Nachhaltigkeitsproblemen Lösungen von der Politik und der Wissenschaft“, so das BMBF in der Ankündigung seines Symposiums „Sustainability in Science“.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in ihrem Bestreben, mehr Nachhaltigkeit in den eigenen Reihen zu wagen und lädt Sie ein zum Symposium „Sustainability in Science“ am 23. April 2013 im Humboldt-Carré in Berlin.

Gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren Sie über die verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit in der Forschung und ihre Umsetzung in die Praxis.

Das Symposium setzt einen Startschuss für die „Sustainability in Science Initiative“. Im Dialog mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft soll erarbeitet werden, wie Forschungseinrichtungen und Wissenschaftler Nachhaltigkeit in ihrem Tätigkeitsfeld konkret umsetzen können. Es soll ein Ort des Austausches sein, der Raum für inhaltliche und strategische Diskussionen schafft, in dem sich bestehende Initiativen vorstellen und vernetzen können.

Informationen zum Programm und zu den Inhalten der Workshops finden Sie hier.“

Quelle der Nachricht: http://www.fona.de/de/15897

Aufruf zur Nomminierung für den 6. Millenium Technologiepreis

Die Technology Academy Finland hat Universitäten, Forschungseinrichtungen und Industrieorganisationen in aller Welt dazu aufgerufen, Kandidaten für den 6. Millennium-Technologiepreis zu nominieren, der zu den weltweit renommiertesten Wissenschafts- und Technologiepreisen zählt. Die Nominierungsfrist begann am 14.01.2013 und endet am 31.07.2013. Die Gewinner des Hauptpreises werden im Juni 2014 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in Helsinki bekanntgegeben. Der mit mindestens einer Million Euro dotierte Millennium-Preis wird alle zwei Jahre von der Technology Academy Finland (TAF) verliehen, einer unabhängigen Stiftung, die von der finnischen Industrie in Partnerschaft mit akademischen und Regierungsinstitutionen gegründet wurde.

Ausgezeichnet werden damit die Urheber von Innovationen, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität beigetragen haben oder in Zukunft beitragen können. Diese Innovationen müssen praktisch erprobt sein und nachweislich bedeutende Veränderungen bewirken, indem sie zu weiterführender bahnbrechender Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Wissenschaft und Technologie anregen. Der Preis kann an Einzelpersonen und Teams vergeben werden. Als Preisträger kommen Wissenschaftler jeglicher Nationalität und aus allen Bereichen mit Ausnahme der Militärtechnologie in Frage.

Die Verleihung des Millennium-Preises bedeutet für die Preisträger den Durchbruch zu internationaler Prominenz. Alle bisherigen sechs Gewinner des Hauptpreises haben es zu weltweiter Anerkennung gebracht. Zuletzt ging der Millennium-Preis 2012 an Linus Torvalds und Shinya Yamanaka. Linus Torvalds entwickelte das kostenlose Open-Source-Betriebssystem Linux, das in vielen Smartphones und Tablet-Geräten verwendet wird, und Dr. Yamanaka fand ein bahnbrechendes Verfahren zur Gewinnung nichtembryonischer Stammzellen, das die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden zum Beispiel für Herzkrankheiten, Diabetes und Rückenmarksverletzungen ermöglicht. Dr. Yamanaka erhielt im gleichen Jahr auch den Nobelpreis für Medizin.

Mehr Informationen zum Call for nominations finden Sie hier.
Ein Video zum Preis können Sie hier ansehen.

Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung übernimmt Gastprofessur an der Leuphana Universität Lüneburg

Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, tritt in Kürze eine Gastprofessur an der Leuphana Universität in Lüneburg an. Am Mittwoch, dem 30.01.2013 um 14:30 Uhr im Hörsaal 3, erfolgt aus diesem Grund eine Vorlesung von Günther Bachmman zur „Idee der Frontiers in der heutigen Nachhaltigkeitsdebatte“.

Dr. Günther Bachmann ist seit dem Jahr 2007 Generalsekretär der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung, deren Leitung er zuvor seit dem Jahr 2001 innehatte. Der promovierte Landschaftsplaner beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit den Themen Ökologie und Bodenschutz u.a. als Geschäftsführer des wissenschaftlichen Beirates Bodenschutz beim BMU (1998-2001) und als Mitarbeiter des Fachgebietes Bodenschutz im Umweltbundesamt (1983-2001).

Die Fakultät Nachhaltigkeitswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg bietet transdisziplinär arbeitenden NachhaltigkeitswissenschaftlerInnen ein inspirierendes Arbeitsumfeld und hat jüngst auch einige neue Professuren ausgeschrieben.

Wissenstransfer: Wie Nachhaltigkeitsforschung Wirkung zeigt

Nachhaltigkeitsforschung soll zur Lösung von Zukunftsproblemen beitragen. Deutschland hat deshalb in den letzten Jahren seine Forschungskapazitäten stark ausgebaut. Inzwischen liegen zahlreiche Ergebnisse exzellenter wissenschaftlicher Projekte vor. Doch wie gelangen die Forschungsergebnisse in die umweltpolitische Praxis? Was müssen Forschungsförderer, Forschende und Akteure aus der Politik wissen, um den sog. „policy impact“ der Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland zu erhöhen? Antworten gibt der „Wegweiser für eine politikrelevante Nachhaltigkeitsforschung“. Er wurde unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung erstellt und soeben vom Umweltbundesamt veröffentlicht.
Der Wegweiser fasst die Ergebnisse des Projektes „Wirkungsvolle Politikberatung durch Nachhaltigkeitsforschung“ zusammen, das vom ISOE im Auftrag des Bundes-umweltministeriums und des Umweltbundesamts gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin (FFU) umgesetzt wurde. Er bietet den Akteuren eine gemeinsame Kommunikationsgrundlage sowie einen Maßnahmenkatalog und dient somit als praxisorientierte Anleitung zur Qualitätssicherung von Forschungsergebnissen und Forschungsprozessen.
Die Ergebnisse basieren auf Analysen bereits abgeschlossener Forschungsprojekte in den Themenfeldern „Nachhaltige Stadt“ und „Risiko und Vorsorge bei neuen Technologien“. Hier wurde untersucht, welche Forschungskonstellationen für einen gelingenden Wissenstransfer in die Politik optimal sind und wo an den entscheidenden Schnittstellen von Wissenschaft und Politik möglicherweise Barrieren auftreten können. In Gesprächsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern von Bundesministerien, Institutionen der Politikberatung und Forschungseinrichtungen wurden diese Ergebnisse schließlich einem eingehenden Praxistest unterzogen.
Die Entwicklung zusätzlicher Qualitätsanforderungen ist notwendig, weil in der Nachhaltigkeitsforschung ein neues Anforderungsprofil entsteht, das über das klassische wissenschaftliche Verständnis hinausgeht. Um gesichertes und zugleich auch anwendbares Wissen für die Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme bereitzustellen, reichen die etablierten wissenschaftlichen Qualitätskriterien nicht aus. Der Wegweiser stellt einen ersten Schritt für die Entwicklung von Qualitätskriterien für die Nachhaltigkeitsforschung insgesamt dar. Konzipiert ist er als „lernendes Dokument“: praktische Erfahrungen bei seiner Anwendung können so eine dauerhafte Verbesserung der Anforderungsprofile gewährleisten und zugleich in künftige Initiativen zur Entwicklung von Qualitätskriterien einfließen.

Download „Wegweiser für eine politikrelevante Nachhaltigkeitsforschung“

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4325.pdf

Anträge zu Transparenz und Partizipation in der Forschung der Bündnis 90/ Die Grünen

Forderungen nach mehr Transparenz und mehr Partizipation in Forschungs- und Vergabeprozessen gewinnen im Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“ an Kraft und Deutlichkeit. Dies zeigten nicht zuletzt viele Veranstaltungen in den vergangenen Monaten und der Aufbau der ziviligesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“.

Die Bundestagsfraktion der Bündnis 90/ Die Grünen veranstaltete im September ein eigenes Fachgespräch zu den „Chancen und Grenzen von mehr gesellschaftlicher Partizipation, aber auch über Ansatzpunkte für mehr Transparenz in der Forschung“.

Mit zwei Anträgen werden von den Grünen die vielzähligen Impulse aus den öffentlichen Debatten nun aufgegriffen. „Während der erste Antrag auf Transparenz als verbindliches Grundprinzip in der öffentlich finanzierten Wissenschaft abhebt, konzentriert sich der zweite Antrag ganz auf das Thema Partizipation.“

Die Anträge sollen am 13. Dezember im Bundestag behandelt werden. Die vollständige Meldung der Sprecherin der Bundesfraktion zu Wissenschafts- und Forschungspolitik, Krista Sager, finden Sie hier: http://bit.ly/VhFZ2h

Eine vollständige Version der Anträge als Download finden Sie hier:

Antrag_grün_Partizipation_ForschungAntrag_grün_Transparenz_Wissenschaft

WBGU-Gutachten „Große Transformation“ jetzt als videobasierte Lehrveranstaltung online

Das WBGU-Gutachten „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ ist jetzt als videobasierte Lehrveranstaltung in englischer Sprache erschienen (http://wit.va-bne.de/). Die Mitglieder des WBGU und weitere Mitarbeiter präsentieren die Inhalte des Gutachtens und Fragen der wissenschaftlichen Politikberatung in elf Lerneinheiten (mit jeweils 2x 30min Vortrag und einem 30 minütigen Interview zur Vertiefung und Reflexion).

Die Lehrveranstaltung „World in Transition“ des WBGU entstand in Kooperation mit der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit, ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Projekt der Universität Bremen. Ein Beispiel finden Sie hier.

Die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit arbeitet für ihre Lehrveranstaltungen mit Wissenschaftlern sowie wissenschaftlichen Institutionen mit Nachhaltigkeitsbezug zusammen. Unter anderem mit Herrn Prof. Dr. Uwe Schneidewind, der ebenfalls Mitglied des Vorstands der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit ist.

Ziel ist es Studierenden und Hochschulen frei zugängliche und kostenfreie Online-Lehrveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit anzubieten. Dieses Angebot richtet sich an Studierende aller Studiengänge und kann von Hochschulen im Bereich Studium Generale, offenes Studium oder Wahlpflichtbereich integriert werden. Nach einer bestandenen elektronischen Prüfung können Creditpoints erworben werden. Erste deutsche Universitäten haben das Lehrangebot bereits aufgegriffen.

Die videobasierte Lehrveranstaltung ist auch ein Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2012 des BMBF „Zukunftsprojekt Erde“.

Wenn Sie Interesse haben die Lernvideos an Ihrer Hochschule zu nutzen, informieren wir Sie gern zu den unterschiedlichen Integrationsmöglichkeiten.

Kontakt:

WBGU: Dr. Benno Pilardeaux bpilardeaux@wbgu.de

Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit: Nadine Dembski dembski@va-bne.de

wbgu_jg2011_ZfEVA_Broschuere_2012Broschüre der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit und Zusammenfassung Gutachten des WBGU

Experten für das deutsche Nationalkomitee im Rahmen von Future Earth gesucht

Auf dem 5. Nationalen Kolloquium „Integrative Forschung im Rahmen von Future Earth“ des Nationalen Komitees für Global Change Forschung (NKGCF) wurde mit rund 200 Teilnehmern einen Mandatsvorschlag für ein neues „Deutsches Komitee für Nachhaltigkeitsforschung I Future Earth“ diskutiert, welches das NKGCF ablösen soll. Ziel ist es den mit Nachhaltigkeitsforschung befassten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein nationales Forum zu bieten, und sie dabei zu unterstützen, nationale und internationale Aktivitäten im Rahmen der Initiative „Future Earth: research for global sustainability“ anzustoßen und mit zu gestalten.

Die Mitglieder des NKGCF beabsichtigen in diesem Jahr in Abstimmung mit BMBF den Antrag auf ein Mandat für das neue Komitee im Rahmen von „Future Earth“ bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzureichen. Für die zukünftige Mitarbeit an den Themen von „Future Earth“ suchen das NKGCF interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich an den kommenden Aktivitäten beteiligen wollen oder Interesse haben als Mitglied des neuen Komitees vorgeschlagen zu werden.

Das vorgeschlagene „Deutsche Komitee für Nachhaltigkeitsforschung I Future Earth“ wird in der ersten Mandatsperiode zunächst aus etwa 5-8 in Deutschland angesiedelten Wissenschaftlern bestehen, die die Bandbreite der Nachhaltigkeitsforschung im Rahmen von „Future Earth“ abdecken. Das Komitee wird interdisziplinär zusammengesetzt sein und die Mitglieder sollten

  • Erfahrung in der Nachhaltigkeitsforschung besitzen
  • Erfahrung in der interdisziplinären und/oder transdisziplinären Forschung sowie
  • Kenntnis der internationalen Forschungslandschaft.

Arbeitsschwerpunkte der ersten Mandatsperiode werden die Ausarbeitung einer Organisationsstruktur und eines Arbeitsprogramms des neuen Komitees sein sowie die Mitgestaltung der Entwicklung von „Future Earth“. Für die erfolgreiche Umsetzung kann das Komitee themenspezifische Arbeitsgruppen initiieren, in denen Wissenschaftler und Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Vorschläge und Empfehlungen gemeinsam erarbeiten.

Interesse die internationale Forschungslandschaft aktiv mitzugestalten?

Das NKGCF freut sich über

  • Interessensbekundungen für eine Mitarbeit an den Ideen von „Future Earth“ in Arbeitsgruppen und anderen Aktivitäten des neuen Gremiums.
  • die Empfehlung/Nominierung von potentiellen Kandidaten, die wir der DFG als Mitglieder des neuen „Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung I Future Earth“ vorschlagen können (Selbstnominierungen sind ausdrücklich erwünscht).

Alle übersendeten Informationen werden natürlich vertraulich behandelt.

Das NKGCF wird den Antrag für ein neues Komitee Ende 2012 bei der DFG einreichen. Ihre Interessensbekundung bzw. Bewerbung sollte daher bis spätestens 30. September 2012 bei uns eingegangen sein.

Weitere Informationen über das 5. NKGCF-Kolloquium und den Mandatsvorschlag erhalten Sie unter http://kolloquium2012.nkgcf.org

Nachhaltigkeits-Nachwuchswissenschaftler für Science Slam gesucht

Für den Regionalwettbewerb West des Science Slam im Wissenschaftsjahr am Mittwoch, den 17.10. um 19Uhr in Köln werden noch Teilnehmer/innen gesucht. Zur Teilnahme aufgefordert sind Nachwuchswissenschaftler/innen (bis max. 40 J.) aus dem Bereich der Nachhaltigkeitsforschung. Der Einzugsbereich für den Regionalentscheid West umfasst: Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland Pfalz und das Saarland.

Zum dritten Mal veranstaltet das Haus der Wissenschaft Braunschweig einen wissenschaftlichen Kurzvortragswettbewerb (Science Slam), der unter dem Motto des Wissenschaftsjahres steht. Auch englische Vorträge sind willkommen. Bewerbungsschluss ist der 30.09. (Möglichkeit der Verlängerung). Den Flyer zum Science Slam West finden Sie hier:

Flyer_Science_Slam_im_Wissenschaftsjahr_West

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem unter www.scienceslam-im-wissenschaftsjahr.de

Fachgespräch im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Bundestag

Am 27. Juni 2012 fand ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung“ im Deutschen Bundestag statt. Eingeladen hatte die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Ulla Burchardt (SPD).
Als PDF finden Sie hier das Wortprotokoll zur Sitzung. Es enthält die mündlichen und schriftlichen Stellungnahmen der ExpertInnen, die Nachfragen der Ausschussmitglieder und die darauf folgenden Antworten der ExpertInnen.

Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Wortprotokoll 79. Sitzung

Die eingeladenen Sachverständigen waren:

  • Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie
  • Dr. Steffi Ober, Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V., Bundesverband
  • Dr. Jürgen Hampel, Universität Stuttgart, Institut für Sozialwissenschaften
  • Prof. Dr. Arnim von Gleich, Universität Bremen, Forschungszentrum Nachhaltigkeit
  • Prof. Dr. Reinhold Leinfelder Mitglied des WBGU, Freie Universität Berlin, Institut für Geologische Wissenschaften
  • PD Dr. Mark Lawrence, IASS Potsdam

Fachgespräch „Transparenz und Partizipation in der Forschung“

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen lädt ein zum Fachgespräch „Transparenz und Partizipation in der Forschung“ am 18. September 2012 in Berlin.

In der Diskussion um eine gesellschaftsorientierte und transdisziplinäre Forschung gewinnt das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Freiheit und Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure bspw. in Forschungspolitischen Schwerpunkten mehr und mehr an Bedeutung. Die Bundestagsfraktion 90/Die Grünen planen aus diesem Grund ein öffentliches Fachgespräch, u.a. zu den Fragen:

„Wie verhält sich dieser Ansatz zu dem Anspruch, Wissenschaft von Vereinnahmungen durch spezifische Interessen freizuhalten? Wer ist gemeint, wenn davon die Rede ist, Vertreterinnen und Vertreter „der“ Zivilgesellschaft partizipativ einzubeziehen? Und in welchem Verhältnis stehen Mitgestaltungsinteressen zu den Besonderheiten des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses Welche Instrumente und Methoden, welche Erfahrungen und Probleme partizipativer Einbeziehung von zivilgesellschaftlichen Gruppen und Stakeholdern gibt es? 

Im Wissenschaftsjahr 2012 sind Sie eingeladen gemeinsam mit folgenden Experten die Chancen und Grenzenzivilgesellschaftlicher Partizpation in der Forschung zu diskutieren:

Chancen und Grenzen von Transparenz und Partizipation in der Forschung

Gesprächsrunde mit Eingangsstatements

Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel
acatech – EU-Beauftragter des Präsidiums; Ehemaliger Präsident der Leibniz Gemeinschaft

Prof. Dr. Armin Grunwald
Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag; Institutsleiter ITAS

Dr. Steffi Ober
Projektleiterin „Forschungswende“ für die Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler

Dr. Gerd Stadermann
Ehemaliger Geschäftsführer des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien

Moderation: Krista Sager MdB

Nähere Informationen erhalten Sie hier.

Zukunftsstrategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 2015+ veröffentlicht

Das deutsche Nationalkomitee der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat einen Entwurf zur Zukunftsstrategie BNE 2015+ veröffentlicht und stellt ihn der interessierten Fachcommunity zur Diskussion. Bis zum 14.09. können Kommentare an die Verfasser aus der Zukunftskommission gesandt werden.

Der Bericht ist in die einzelnen Bildungsbereiche unterteilt. Für den Bereich der Hochschulen heißt es: „Durch das Memorandum „Hochschule und Nachhaltigkeit“, das die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Anfang 2010 gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedete (DUK/HRK 2010), haben die nachhaltigkeitsbezogenen Aktivitäten an Hochschulen Rückenwind bekommen. In dieser von der AG „Hochschule“ des Runden Tisches erarbeiteten Publikation werden Empfehlungen zur Orientierung universitärer Kernaufgaben wie Forschung und Wissenstransfer, Lehre und Studium an einer nachhaltigen Entwicklung gegeben. Im Juni 2012 hat die DUK ein weiteres Memorandum „Wissenschaft für Nachhaltigkeit. Der Durchbruch muss gelingen“ verabschiedet, in dem Wissenschaft und Forschung aufgefordert werden, stärker inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.“

In der Zukunftsstrategie werden einige allgemeine Tendenzen in den Hochschulen beschrieben, etwa die Regionalisierung in der Lehre im Kontext „praktischer Beispiele und des „Lernens vor Ort“, in Bezug auf die (angewandte) Forschung“ und die „Kooperation mit lokalen Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und Behörden“. Weiterhin werden Best-Practice für die Implementierung von BNE genannt, z.B. das Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg oder das zunehmend vernetzte Engagement der Studierenden.

Nicht zuletzt werden in der Zukunftsstrategie zentrale Ziele für eine qualitative und quantiative Weiterentwicklung der BNE in Hochschulen aufgezählt:

  • Ausbau der Nachhaltigkeitswissenschaften
  • Vermittlung von BNE-relevanten Kompetenzen in Lehre und Studium
  • Reformation der Lehrerbildung
  • Implementierung der Prinzipien der Nachhaltigkeit in allen betrieblichen Organisations- und Tätigkeitsbereichen
  • nationaler Nachhaltigkeits-Indikatorenbericht für den Hochschulbereich

Den Entwurf zur Zukunftsstrategie sowie die Fragebögen zur Kommentierung finden Sie hier.

Neuer Wissenschaftspreis des BMBF prämiert herausragende Forschung für nachhaltige Entwicklungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergibt ab 2012 den Forschungspreis „Nachhaltige Entwicklungen“ im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. In einem Wettbewerb werden Forscher_innen ausgezeichnet, die mit ihren Projekten herausragende Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung leisten. Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan überreicht die Preise im Dezember 2012.

Im Fokus der neuen Auszeichnung stehen wissenschaftliche Beiträge zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und der Hightech-Strategie in den Bereichen Klimaschutz, Ressourcenschutz und Energie, zum Beispiel Projekte im Kontext des BMBF-Rahmenprogramms FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklungen. Zum Ende des Wissenschaftsjahres 2012 „Zukunftsprojekt Erde“ ins Leben gerufen, setzt das BMBF mit dem neuen Preis jährlich thematische Schwerpunkte. 2012 werden Forscher_innen oder Forschungsteams prämiert, die „Sustainability made in Germany“ voranbringen. Die Ausschreibung bezieht sich auf anwendungsnahe Forschungsprojekte, die geeignet sind, Deutschlands Position als Technologieführer in den Bereichen Klima, Energie, Ressourcen und Umwelttechnologien sowie bei nachhaltiger Unternehmensführung zu erhalten und auszubauen.

Bewerben können sich bis zum 31. August 2012 einzelne Forscher_innen oder Forschergruppen aus deutschen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Fachhochschulen.

Die Auszeichnung wird getragen von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.

Informationen unter: www.forschungspreis.de

 

„Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung“ im Forschungsausschuss des Bundestags

Expert_innen fordern Zivilgesellschaft bei Transformationsforschung stärker einzubeziehen

Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung war Gegenstand eines öffentlichen Fachgesprächs am 27. Juni 2012 beim Ausschuss für Bildung und Forschung im Deutschen Bundestag. Zu den fünf Sachverständigen gehörten Prof. Dr. Arnim von GleichDr. Jürgen Hampel, PD Dr. Mark Lawrence, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Dr. Steffi Ober und Prof. Dr. Uwe Schneidewind. Die Expert(inn)en plädierten für eine stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Transformationsforschung und ihre Stärkung im Wissenschaftsbetrieb. Eine Zusammenfassung und die Stellungnahmen der einzelnen Expert_innen sind auf der Homepage des Bundestags zu finden.
Den Bundestagsbericht über die Anhörung finden sie hier.

9. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit 22.-23. Oktober 2012

Das 9. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit – kurz FONA-Forum – steht unter dem Motto des Wissenschaftsjahres 2012: „Zukunftsprojekt Erde“. Es findet statt im Radialsystem V, Berlin.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird hier erste Ergebnisse der Initiative ZukunftsWerkStadt zum nachhaltigen Umbau der Städte mit Bürgerbeteiligung vorstellen.

Darüber hinaus werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums über 
weitere FONA-Aktionen im Wissenschaftsjahr diskutieren. Zur Halbzeit des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ wird in Berlin eine erste Bilanz gezogen sowie ein Ausblick auf künftige Förderschwerpunkte gegeben.

Weitere Informationen in Kürze hier.

Entscheidungen der Exzellenzinitiative am 15.06.2012 – eine erste Einschätzung aus Sicht einer gesellschaftsorientierten Wissenschaft

Prof. Dr. Uwe Schneidewind

Prof. Dr. Uwe Schneidewind


Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt


Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffen

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Am
15. Juni sind die Entscheidungen für die dritte und vermutlich letzte Runde der Exzellenzinitiative gefallen. In dieser Runde wurden 43 Exzellenzcluster, 45 Graduiertenschulen und 11 Zukunftskonzepte (gleichbedeutend mit dem umgangssprachlichen Ausweis als „Eliteuniversität“) ausgezeichnet. Bei den Auszeichnungen handelte es sich einerseits um die Verlängerung schon bestehender Cluster, Graduiertenschulen und Zukunftskonzepte als auch um Neubewilligungen. Insgesamt fließen den Gewinner-Hochschulen in den kommenden fünf Jahren insgesamt 2,7 Milliarden Euro zu.

Der 15.06.2012 als Wegscheide eines knapp zehnjährigen Prozesses im deutschen Wissenschaftssystem

Der 15. Juni markiert eine wichtige Wegscheide in der Entwicklung des deutschen Wissenschaftssystems. Die Exzellenzinitiative hat in den letzten knapp zehn Jahren seit Ihrem Start die strategische Ausrichtung des deutschen Wissenschafts- und Forschungssystem entscheidend geprägt. Sie hat die Konzentration auf internationale Forschungsexzellenz an den Hochschulstandorten vorangetrieben. Dabei hat sich erfreulicherweise gezeigt, dass sich solche Exzellenz über ein breites Spektrum natur-, ingenieur-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Fächer erstreckt und Exzellenz auf viele Standorte in Deutschland verteilt ist (Insgesamt werden 39 Universitäten gefördert).
Gleichzeitig war das hinter dem Wettbewerb liegende Exzellenzverständnis letztlich disziplinär und eng interdisziplinär geprägt – denn nur Anträge mit dieser Logik folgenden langjährigen DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)-Erfolgen hatten überhaupt eine Chance zur Teilnahme.
Dass darunter die verbesserte Ausrichtung des Forschungssystems an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen litt, ist in den letzten Jahren mehrfach prominent kritisiert worden (Vgl. z.B. die Kritik des Wissenschaftlichen Beirats für Globale Umweltveränderungen WBGU). Der beabsichtigte Profilwettbewerb hat nicht zu der erhofften Ausdifferenzierung, sondern zu einer überraschenden Gleichförmigkeit der Profilierungstrategien geführt – wie eine in diesen Tagen vom Wissenschaftszentrum Berlin veröffentlichte Studie zeigt.

Drei zentrale Herausforderungen für die kommende wissenschaftspolitische Phase: (1) Binnenentwicklung der Elitestandorte, (2) Start einer wirklichen Ausdifferenzierung, (3) Diskussion über Finanzierungsperspektiven ab 2017 mit Weitblick

Mit dem 16.06.2012 tritt das deutsche Wissenschaftssystem in eine neue Phase ein. Diese gilt es für eine Weiterentwicklung zu nutzen, die das Wissenschaftssystem noch stärker in eine Vorreiterrolle bei der Auseinandersetzung mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen bringt. Drei Ansatzpunkte sind dabei zentral:

Newsletter zur Fachzeitschrift „Ökologisches Wirtschaften“ gestartet

Mit der ersten Ausgabe 2012 von „Ökologisches Wirtschaften“ wird ab sofort ein neues Informationsangebot rund um die Fachzeitschrift angeboten. Mit dem „Ökologisches Wirtschaften Newsletter“ sind stets vorab neue Ausgaben und Themen der Zeitschrift angekündigt sowie Informationen zu Artikeln im Open Acess Bereich von „Ökologisches Wirtschaften Online“ verfügbar. Sie können sich hier für den Newsletter anmelden.

Über „Ökologisches Wirtschaften“

„Ökologisches Wirtschaften“ ist die wissenschaftliche Zeitschrift zu sozial-ökologischen Wirtschaftsthemen. „Ökologisches Wirtschaften online“ bietet als Open Access Portal Zugang zu allen Fachartikeln seit der Gründung der Zeitschrift 1986. In diesem reichen Wissensfundus können Sie über 1.000 Artikel durchsuchen und herunterladen. Die Ausgaben der letzten zwei Jahre stehen exklusiv Abonnent(inn)en zur Verfügung. Herausgeber sind das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Vereinigung für Ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW). Ökologisches Wirtschaften erscheint im oekom Verlag, München.
Zum Newsletter Ökologisches Wirtschaften 1/2012 gelangen Sie hier.

Quelle:
http://www.ioew.de/news/article/newsletter-zur-fachzeitschrift-oekologisches-wirtschaften-gestartet/

Transdisziplinäre Ansätze auf dem 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zum Thema: „Vielfalt und Zusammenhalt“

Der 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), der vom 1. bis zum 5. Oktober 2012 an der Ruhr-Universität Bochum und an der Technischen Universität Dortmund stattfindet, wird sich mit dem Thema „Vielfalt und Zusammenhalt“ beschäftigen. Damit bietet sich der Soziologie als Profession wie auch dem interessierten Publikum eine hervorragende Gelegenheit, um die Herausforderungen, aber auch die Chancen neuer gesellschaftlicher Komplexität im Lichte aktueller Forschungsbefunde zu diskutieren.

Durch zwei Veranstaltungen zum Thema: „Energievielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Deutschland und die Energiewende“ und „Transdisziplinarität in der Umweltsoziologie am Beispiel von Umweltkonflikten“ wird die Sektion Umweltsoziologie vertreten werden.

Um Abstracts für Vorträge (max. 300 Wörter) wird bis zum 31. März 2012 per E-Mail gebeten:

Weitere Informationen und Ansprechpartner finden sie unter: www.dgs2012.de

Offizielle BMBF-Homepage zum Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Nachhaltigkeit“ jetzt online

Ab sofort ist die offizielle Homepage des BMBF zum Wissenschaftsjahr 2012 unter http://www.zukunftsprojekt-erde.de/ online. Neben vielfältigen allgemeinen Informationen aus dem Themenfeld des Wissenschaftsjahres findet sich auf der Seite ein (leider etwas unübersichtlicher) Veranstaltungskalender, auf dem auch die von Partnerinstitutionen durchgeführten Veranstaltungen abrufbar sind.

Eine Ankündigung der für den 08.02.2012 geplanten Auftaktveranstaltung des Wissenschaftsjahres mit Ministerin Schavan in Berlin gibt es bisher nicht, diese wird aber vermutlich zeitnah folgen.

Tagung „Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften“ des Wissenschaftsrates am 9./10.12.2012 in Bonn

Am 9. und 10.12. veranstaltet der Wissenschaftsrat eine Tagung zu den „Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften – Stellenwert/Förderung/Zukunftsperspektiven“ im Wissenschaftszentrum in Bonn. Die Tagung und die sie organisierende gleichnamige Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrates sensibilisieren für die Bedeutung von Forschungsinfrastrukturen jenseits der Technik- und Naturwissenschaften. Zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsinfrastrukturen zählen z.B. die Digitalisierung des kulturellen Erbes, die Digitalisierung von Sprachressourcen sowie quantitative und qualitative Datenbestände zur Beschreibung sozialer Prozesse. Gerade letztere sind auch für eine nachhaltigkeitsorientierte Transformationsforschung von zentraler Bedeutung. Für ein differenziertes Verständnis von Transformationsprozessen spielt die Gestaltung von Laboren bzw. Realexperimenten des Wandels z.B. in Städten oder Stadtteilen eine wichtige Rolle. Die systematische Konzeptionierung solcher Labore sowie die Erfassung und Auswertung in solchen Projekten gewonnener Daten gewinnt für die Nachhaltigkeitsforschung zunehmend an Bedeutung. Claus Leggewie, Direktor des kulturwissenschaftlichen Institutes in Essen mit seinem Schwerpunkt „Klimakulturen“ ist einer der aktiv Beitragenden auf der Tagung.

Humboldt-Universität tritt mit THESys (The Great Transformations of Human-Environmental Systems) zur Exzellenzinitiative an

Zum 01. September mussten die Vollanträge der in der Vorauswahl erfolgreichen Universitäten zur Exzellenzinitiative bei DFG und Wissenschaftsrat eingereicht werden. Aus der Perspektive transdiszplinärer Nachhaltigkeitswissenschaften waren nur wenige Beiträge dabei. Eine erfreuliche Ausnahme ist die Humboldt-Universität mit dem in ihrem Zukunftskonzept vorgesehenen Integrated Research Institute (IRI) THESys (The Great Transformations of Human-Environmental Systems). Dieses IRI ist eines von drei IRI an der Humboldt-Universität und widmet sich dem Themenkomplex Nachhaltigkeit, Landnutzung und Globalisierung. Es ist verknüpft mit einem der zehn Graduiertenschool-Anträge der Humboldt-Universität, der von Prof. Patrick Hostert koordinierten FutureLand Graduate School – Wege zu einer nachhaltigen Landnutzung (http://hu-berlin.de/futureland). Auch wenn diese Bereiche der Nachhaltigkeitsforschung nur einen kleinen Teil des Gesamtforschungsspektrums der Humboldt-Universität darstellen, so ist es doch ein sehr erfreuliches Signal, dass an dem symbolträchtigen Flagschiff der deutschen Universitätslandschaft die Nachhaltigkeitswissenschaft einen festen Platz hat.

Verbund für Nachhaltige Wissenschaft (NaWis) – Netzwerk zur Stärkung der Nachhaltigkeits-Wissenschaften

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Die Universität Kassel, die Leuphana Universität Lüneburg und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH haben sich zur NaWis-Runde zusammengeschlossen. Seit dem 01.01.2012 ist auch das Institute for Advanced Sustainability Studies Mitglied der NaWis-Runde. Ziel des Verbundes ist die Förderung transdisziplinärer Nachhaltigkeitswissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem – sowohl in Hochschulen als auch in außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Klima- und Umweltherausforderungen sprengen schon lange Disziplinengrenzen. Sie erfordern eine enge Zusammenarbeit von Natur- und Technik- mit Sozial- und Geisteswissenschaften. Nur so lassen sich Übergänge zu einer nachhaltigen Gesellschaft gestalten. International entwickeln sich viele Initiativen für eine inter- und transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft. Im deutschen Wissenschaftssystem steht diese noch am Anfang.

Hier setzt die von den Universitäten Kassel und Lüneburg, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie sowie dem Institute for Advanced Sustainability Studies getragene „NaWis“-Runde an. Sie wird von vier führenden Wissenschaftseinrichtungen im Bereich der Nachhaltigen Wissenschaft getragen.

Schon heute arbeiten die vier Trägerinstitutionen auf Schlüsselfeldern der Nachhaltigkeitswissenschaft zusammen, wie z.B.

  • der Klimaanpassungsforschung,
  • dem Ausbau regenerativer Energiezeugung,
  • die nachhaltige Gestaltung von Ressourcen- und Stoffströmen,
  • nachhaltige Prozesse auf Stadtebene bzw. Nachhaltigkeitsstrategien von Städten

In Zukunft plant die NaWis-Runde u.a.

  • gemeinsame Forschungsprojekte, Graduiertenkollegs und Lehrangebote zu initiieren,
  • die Konzepte und Methoden einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft weiterzuentwickeln,
  • gemeinsam Foren und Tagungen zur Weiterentwicklung einer transdisziplinären Nachhaltigkeits-Wissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem zu veranstalten und
  • Positionen zur institutionellen und wissenschaftspolitischen Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeits-Wissenschaft in Deutschland zu entwickeln.

Als deutscher Herausgeberkreis der -transdisziplinär ausgerichteten- Zeitschrift GAIA verfügt die NaWis-Runde über eine Publikationsplattform.

Eine Erweiterung des Netzwerkes um weitere Institutionen in den kommenden Jahren ist geplant. 

Weitere Hintergrundinformationen zur NaWis-Runde: Homepage der NaWis-Runde

Institutionen für eine transformative Forschung – GAIA-Beitrag zur Konstituierung der NaWis-Runde

In der aktuellen Ausgabe 2/2011 der Zeitschrift GAIA ist der Beitrag (Download siehe unten) „Institutionen für eine transformative Forschung – zur Gründung der NaWis-Runde“ von Uwe Schneidewind, Andreas Ernst und Daniel Lang erschienen. Der Beitrag zeigt die Notwendigkeit institutioneller Veränderungen im Wissenschaftssystem auf, um den Anforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden – ähnlich wie dies gerade der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem aktuellen Hauptgutachten eingefordert hat. Mit der NaWis-Runde, die von den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie dem Wuppertal Institut initiiert wurde und die seit 2011 der deutsche Träger der Zeitschrift GAIA ist, soll dazu ein Beitrag geleistet werden.

Der GAIA-Beitrag steht hier zum Download bereit: 110614-GAIA-NaWis-definitiv mit Titelblatt

WBGU-Hauptgutachten zur „großen Transformation“ jetzt im Volltext verfügbar – eine erste Einschätzung der wissenschaftspolitischen Analyse

Seit dieser Woche liegt die Vollfassung des WBGU (Wissenschaftlicher Beirat für Globale Umweltveränderungen)-Hauptutachtens „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ vor. Anfang April hatte der WBGU die Entscheiderzusammenfassung präsentiert und der Bundesregierung (Forschungsministerin Schavan und Umweltminister Röttgen) übergeben. Schon dort waren insbesondere die wissenschaftspolitischen Empfehlungen und die Forderung nach einer verstärkten „Transformationsforschung“ sowie einer „transformativen Forschung“ bemerkenswert (vgl. den Blogeintrag vom 09.04.11). Im Hauptgutachten umfassen die wissenschaftspolitschen Forderungen rund 40 Seiten (S. 342 ff.) und gehen in Analyse und abgeleiteten Konsequenzen nochmals über die Ansätze in der Zusammenfassung hinaus. In dieser Deutlichkeit wurden bisher von keinem umwelt- und nachhaltigkeitspolitischen Beratergremium der Bundesregierung wissenschaftspolitische Konsequenzen eingefordert.

Im folgenden findet sich eine Zusammenfassung zentraler Inhalte des wissenschaftspolitischen Teils des WBGU-Gutachtens:

Neuer Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Wie erstmals im „Potsdam Memorandum“ 2007 formuliert, fordert auch das WBGU-Gutachten einen neuen „Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“: „Ein solcher Vertrag hätte eine stärkere Verzahnung zwischen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und dem gesellschaftlich formulierten Bedarf an Wissen für eine Transformation in Richtung klimaverträgliche Gesellschaft zur Folge.“ (S. 342 des Gutachtens). Ausgangspunkt für diese Forderung ist die umfassende Analyse bestehender europäischer und insbesonderer deutscher Forschungsprogramme (S. 360 ff.), die zeigt, dass diese notwendige Verzahnung bisher nicht existiert. Dabei macht der WBGU deutlich, dass die Forderung nach transformativer Forschung nicht die Grundlagenforschung und die klassische disziplinäre Forschung oder gar die Wissenschaftsfreiheit ablösen soll. Jedoch ist in seinen Augen eine stärkere Ausrichtung künftiger Forschung auf die bestehenden gesellschaftlichen Herausforderungen notwendig (S. 345).

Kriterienraster für eine künftige transformative Forschung – klare Anforderungen an Ziele, Struktur und Ergebnisse von guter transformativer Forschung
Der WBGU formuliert klare Kriterien für die notwendige transformative Forschung (vgl. Tab. 8.1.2 auf S. 361 des Gutachtens). Diese umfassen die Ziele (Klimaverträglichkeit als Ziel der Forschung? Einbettung in einen umfassenderen Nachhaltigkeitskontext?), die Struktur (Interdisziplinarität, gesellschaftliche Relevanz, Transdisziplinarität, Beschleunigung, internationale Reichweite) sowie die Ergebnisse (Technologische und soziale Innovationen, Verbreitungsbedingungen von Innovationen, Politische Strategien).

Bisherige Forschungsprogramme auf EU- und Bundesebene lösen die Anforderungen an eine transformative Forschung nur unreichend ein – zu disziplinär, zu technologie-orientiert
Das Gutachten analysiert auf der Grundlage des o.g. Kriterienrasters sehr umfassend die Forschungsprogramme auf EU-Ebene (Grünbuch 2007 des Europäischen Forschungsraumes, Kooperationsprogramm im 7. EU Forschungsrahmenprogramm, das Joint Programming, die Joint Technology Initiatives sowie das European Institute of Technology EIT mit seinen Knowledge Innovation Clustern (KICs)) sowie auf Bundesebene (Übergreifende Programme wie die Hightec-Strategie der Bundesregierung, die Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie, das Rahmenprogramm Forschung für eine Nachhaltige Entwicklung (FONA), die sozial-ökologische Forschung und den Pakt für Forschung und Innovation sowie spezifische Forschungsprogramme in den Bereichen Energie, Urbanisierung und Landnutzung).

Das Ergebnis der Analyse fällt fast überall ähnlich aus (vgl. auch Gesamtfazit S. 370 f.): Klimaverträglichkeit ist häufig ein Ziel, steht aber nur nebenrangig neben ökonomischen Zielen. Interdisziplinarität wird in vielen Programmen proklamiert, aber nur selten systematisch eingelöst. Fast alle Programme bleiben stark technologisch orientiert, soziale und kulturelle Innovationen spielen kaum eine Rolle. Die wenigen wirklichen transformativen Forschungsprogramme (z.B. in der Stadtforschung oder der sozial-ökologischen Forschung) sind im Vergleich zu anderen Programmen äußerst gering finanziell ausgestattet.

Ableitung eines umfassenden Maßnahmenkataloges
Aus seiner Analyse leitet der WBGU eine große Zahl an Empfehlungen für die künftige Wissenschaftspolitik ab (S. 380f.). Diese umfassen sowohl Forderungen an neue Forschungsprogramme als auch viele interessante institutionelle Vorschläge (wie z.B. die Einrichtung einer Transformations-Bundesuniversität, mehr partizipative Forschungsformen, die Einrichtung von „Low Carbon Business Schools“ (S. 382), von transformationsrelevanten Sabbaticals oder der Einführung eines freiwilligen Gesellschaftsjahres „Bildung und Wissenschaft“). Viele dieser im Gutachten nur kurz skizzierten Vorschläge bieten ein interessantes Potenzial für die konkrete wissenschaftspolitische Gestaltung.

Viele weitere bemerkenswerte Elemente im Gutachten: Anreizsysteme im Wissenschaftssystem, partizipative Wissenschaft, …
Die Lektüre des Wissenschaftsteils im WBGU-Gutachten lohnt auch aufgrund vieler weiterer interessanter Analysebausteine: z.B. die klare Analyse „falsch ausgerichteter Anreizsysteme“ im Wissenschaftssystem (S. 373), die das inter- und transdisziplinäre Arbeiten für Wissenschaftler sehr erschwert. Die Skizze der bestehenden Beispiele einer „partizipativen Forschung“ ist ebenfalls äußerst lesenswert (S. 378 ff.). Hier werden Beispiele wie die Projekte „Reef Check“ oder das „Evoluation Megalab“ dargestellt, die heute schon deutlich machen, wie die Zivilgesellschaft aktiv in Wissenschaftsprozesse eingebunden werden kann.

Fazit: Die „große Transformation“ erfordert auch eine Transformation des Forschungs- und Wissenschaftssystems. Diese muss langfristig ausgelegt sein (S. 344) und „Experimentierräume“ (S. 342) auch für eine neue Forschung schaffen. Wie dies aussehen kann, dafür legt der WBGU einen umfassenden Maßnahmenkatalog vor. Es ist zu hoffen, dass dieser von der Wissenschaftspolitik auf europäischer, nationaler und Länderebene aktiv aufgenommen wird.


Exzellenz und Nachhaltigkeit – eine kleine Nachlese der Vorentscheidung der dritten Runde der Exzellenzinitiative

Die Universität Hamburg konnte sich mit ihrem Zukunftskonzept der Nachhaltigen Universität in der Exzellenzinitiative leider nicht durchsetzen. Der Blick auf die sonstigen Entscheidungen der ersten Auswahlrunde der Exzellenzinitiative am 02.03.2011 läßt aber einzelne Ansätze einer an Transdisziplinarität und Nachhaltigkeit ausgerichteten Forschung erkennen.
Insbesondere zeigt es sich, dass Themen wie Ressourcenknappheit, Global Governance und Klimawandel vor den Türen der Universitäten nicht Halt machen.

Ein interessantes Konzept verfolgt die TU München, die mit der Idee einer Graduiertenschule für „Risk and Security“ antritt, die sich bewusst einer disziplinären Eingrenzung entzieht. Für ein tiefgreifendes Verständnis des komplexen Phänomens des Risikos sei es unumgänglich aus jedem Blickwinkel die einzelnen Facetten der Thematik zu betrachten. Das Graduiertenkolleg soll Doktoranden und Wissenschaftlern aller Fachrichtungen als Ansprechpartner für Fragen der Risikoforschung dienen. Hierbei wird auch explizit eine thematische Brücke der Bedeutung eines tiefgehenden Verständnisses von Risiko im Rahmen nachhaltiger Forschung geschlagen.

Rein inhaltlich dürfte auch die angestrebte Graduate School of Social Science der Universität Bamberg für eine nachhaltige Wissenschaft von hohem Interesse sein. Sie widmet sich der Erforschung des Wandels von Governancestrukturen, der Herausbildung von Institutionen und der Ausprägung individuellen bürgerlichen Engagements im transnationalen Kontext widmet.

Bereits im Titel spiegelt sich der Nachhaltigkeitsbezug eines Graduiertenprogramms der HU Berlin wieder: „FutureLand Graduate School – The Transformation of Land Use to Sustainability“. In einer interdisziplinären Forschung von Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sollen Lösungsstrategien für globale Herausforderungen im Angesicht von Klimawandel, abnehmender Biodiversität und zunehmender Landnutzungsintensität gefunden werden.

Nicht nur bei den Graduiertenschulen, sondern auch bei den in der ersten Runde erfolgreichen Exzellenzcluster finden sich vielversprechende Ansätze. So tritt die Universität Mainz mit einem Cluster an, der sich der Erforschung des „Anthropozän“ als neuem Erdzeitalter widmet. Es geht um die Untersuchung natürlicher Elementzyklen und geologischer Prozesse unter der Einflussnahme des Menschen.

Den Governance-Veränderungen im globalen Kontext widmet die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt Oder ein Exzellenzcluster: Unter dem Titel „B/ODERS IN MOTION“ solle eine Forschung etabliert werden, die sich den sozial-, kultur-, wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Implikationen der zunehmenden Diffusion nationaler Grenzen widmet. Diese Programm dürfte interessant sein hinsichtlich globalpolitischer Steuerungsmöglichkeiten zur Bekämpfung von nachhaltigkeitsrelevanten Krisen.

Auch bei den Exzellenzclustern bewegt sich die TU München im Themenfeld Nachhaltigkeit: Electro Mobility beyond 2020 ist ein multi- und interdisziplinäres Forschungskonzept, das den Herausforderungen einer zukunftstauglichen Mobilität begegnet: technologisch orientierte Forschung elektrischer Antriebe und neuer Speichertechnologien, jedoch mit dem Fokus auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Problemen von Stromnetzwerken und Speicherbegrenzungen auch auf nicht-technischem Wege begegnen.

„Resarch – Relevance – Responsibility“ heißt die Idee mit der die Universität Tübingen als Anwärter auf den Rang einer künftigen Eliteuniversität verbleibt. Durch die Einrichtung eines Zentrums für angewandte Wissenschaften soll der Bezug der Wissenschaften zur Realität bestärkt werden. Forschung und Lehre sollen auf diese Weise dahin gelenkt werden, dass sie Absolventen den verantwortungsbewussten und vor allen Dingen weltbezogenen Umgang mit ihrem Wissen vermitteln.

All dies sind Entwicklungen, die hoffnungsfroh stimmen könnten: Realitätsbezüge, Verantwortung und Zusammenarbeit jenseits disziplinärer Grenzen scheinen in der kommenden Runde der Exzellenzinitiative möglich zu sein.

Workshop „Vorausschauen. Neue Leitbilder für die Hochschulen“ der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen am 12.03.2011 in Berlin

Am 12.03.2011 diskutierten auf einem ganztägigen Workshop „Vorausschauen. Neue Leitbilder für die Hochschulen“ rund 60 Teilnehmer -darunter zahlreiche Vertreter(innen) deutscher Hochschulleitungen- im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages die Chancen und Risiken des laufenden Ausdifferenzierungsprozesses. Zentrale Fragen der Veranstaltung waren: Welche Aufgaben sollen die Hochschulen für die Gesellschaft und das Wissenschaftssystem, für Wirtschaft und Region, aber auch für die Hochschulangehörigen selbst erfüllen? Ist ein harmonischer Ausgleich zwischen Spitzenforschung und Breitenausbildung möglich? Welche Aufgaben fallen der Politik beim Ausdifferenzierungsprozess zu?

Veranstaltet wurde die Tagung von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Neben den wissenschafts- und hochschulpolitischen Vertretern der Bundestagsfraktion waren fast alle hochschul- und wissenschaftspolitischen Sprecher(innen) der grünen Landtagsfraktionen anwesend.

Grundlage der Diskussionen bildeten dabei u.a. das aktuelle Gutachten des Wissenschaftsrates zur Differenzierung der Deutschen Hochschulen (Vortrag von Dr. Sabine Behrenbeck vom Wissenschaftsrat), die Erfahrungen von Unileitungen mit innovativen Differenzierungsstrategien (u.a. Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke/Uni Duisburg-Essen) sowie die Ergebnisse der ersten Auswertungen der Exzellenzinitiative (u.a. mit Prof. Dr. Stephan Leibfried, Sprecher der Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative).

Das Leitbild einer nachhaltigen Hochschule spielte in den Diskussionen eine zentrale Rolle und fließt derzeit durchaus auch in die aktuellen Landtags-Wahlkämpfe ein (vgl. z.B. das Wahlprogramm der Grünen in Baden Württemberg, das dem Thema „Nachhaltige Hochschulen – Nachhaltige Wissenschaft – Nachhaltige Lehre“ drei Seiten widmet (S. 133 ff.).

Die Dokumentation der Gesamtveranstaltung findet sich hier.

Treffen der AG Hochschule in Essen

Nach der leichten Ernüchterung, die sich im Zuge des Scheitern des Zukunftskonzeptes einer Nachhaltigen Universität als Zukunftskonzept im Rahmen der Vorauswahl der Exzellenzinitiative eingestellt hat, zeigten die Mitglieder der AG Hochschule, die als Arbeitsgruppe der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) fungiert, dass ihnen ein solcher Bremser nichts anhaben kann.

Vergangenen Donnerstag, 03.03.2011, setzten sich erneut die Vertreter aus Studierendenschaft, Lehrenden sowie außeruniversitärer Akteure zusammen, um das Voranschreiten von BNE im Hochschulbereich kritisch unter die Lupe zu nehmen, gute Beispiele und Herausforderungen in der Praxis zu diskutieren sowie die weitere Projektarbeit zu koordinieren.

Ulrich Schreiber, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Universität Duisburg-Essen, stellte das BENA-Nachhaltigkeitsprojekt der Uni Duisburg-Essen vor. BENA (BEstandsaufnahme NAchhaltigkeit) hat das Ziel, relevante Akteure sowohl universitätsintern, wie -extern zu identifizieren und durch eine bessere Vernetzung deren Aktivitäten zu fördern und insbesondere nach außen zu kommunizieren.

Bereits im universitären Gesamtkonzept etabliert hat sich die Idee einer „Nachhaltigen Hochschule“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Andreas Lob-Hüdepohl, Präsident der KU Eichstätt-Ingolstadt berichtete sowohl von der normativen Grundkonzeption als auch von der Konkretisierung eines solchen Vorhabens in der Praxis.

Maik Adomßent von der Universität Lüneburg hingegen erläuterte eher theoriebasiert, was Nachhaltigkeit an Hochschulen zu bedeuten hat. In einer kritischen Bestandsaufnahme zog er Bilanz über die Entwicklungen und Anstrengungen der vergangenen Jahre, zeigte Impulse der Vergangenheit sowie Perspektiven für die Zukunft auf.

Die angeschlossene Projektplanungsphase lässt erwarten, dass wir auch in Zukunft von der AG Hochschule hören werden. An dieser Stelle sei schon mal auf eine geplante Informationsbroschüre zum Thema der Nachhaltigen Hochschule sowie auf zwei im Laufe des Jahres anstehende Konferenzen verwiesen: zum einen geht es um die Stärkung studentischen Engagements in Zeiten verkürzter Studiendauer und enger Stundenpläne sowie um eine Tagung in Anlehnung an die Tagungen des vergangenen Jahres; diesmal unter dem Motto: Wir gehen in die Breite!

Besonderer Dank geht an das Team von BENA, die aus ihrem Gewinn aus dem DM-Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft“ das Treffen finanziell unterstützten.

Startschuss für eine nachhaltige Ausdifferenzierung – ein Kommentar zu den Entscheidungen in der Exzellenzinitiative

Seit Freitag ist klar, dass die Exzellenzinitiative auch in ihrer zweiten Runde ohne nachhaltigkeitsorientierte Gesamtkonzepte stattfinden wird. Der couragierte und äußerst differenzierte Zukunftskonzept-Entwurf der Universität Hamburg zur „Sustainable University“ hat keine Aufforderung zur Ausarbeitung eines endgültiges Antrages erhalten.

Damit wurde es verpasst, auch einer gesellschaftsorientierten Wissenschafts-Ausrichtung eine Chance im Rahmen der Exzellenzinitiative zu geben. Diese immer wichtiger werdende Ergänzung im deutschen Wissenschaftssystem muss mithin außerhalb der Exzellenzinitiativenkulisse stattfinden. Auf den ersten Blick ist das ernüchternd, auf den zweiten Blick stecken darin auch Chancen:

Einmal ist es eine unmittelbare Chance für die mittelgroßen Universitäten, die schon seit einiger Zeit auf ein Nachhaltigkeitsprofil in ihrer strategischen Ausrichtung setzen – vorne weg die Universitäten Lüneburg und Kassel. Ihre besondere Bedeutung für das Wissenschaftssystem wird durch die Entscheidungen vom Freitag wachsen. Durch eine intelligente Vernetzung ihrer Aktivitäten können sie ihre wissenschaftspolitische Wirkung noch stärken.

Es ist aber auch eine Chance für eine Reihe von Universitäten, die seit Freitag wissen, dass sie sich ab jetzt nicht mehr auf die Exzellenzinitiative konzentrieren müssen. Universitäten wie Duisburg-Essen, Dortmund, Osnabrück oder Wuppertal haben in den letzten Jahren viele interessante Elemente einer nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaft entwickelt. Für sie könnte die Weiterentwicklung eines gesellschafts- und nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaftsprofils eine interessante Differenzierungschance darstellen.

Die Entscheidung wirkt aber auch auf der Ebene ganzer Bundesländer zurück:

Das Land Hessen weiß seit Freitag, dass es auch künftig keine „Eliteuniversität“ beherbergen wird – trotz der eindrucksvollen Exzellenzcluster und Graduiertenkollegs-Leistungen seiner Universitäten Frankfurt, Darmstadt oder Gießen. Dies ist eine Gelegenheit, über die wissenschaftspolitische Positionierung des Landes nachzudenken. Und dabei auch über den Stellenwert von „Gesellschaftsorientierung“ – zumal das Land Hessen im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie in den Hochschul-Zielvereinbarungen als erstes Land diese Dimension fest für alle Hochschulen verankert hat und zudem mit der Universität Kassel sowie Instituten wie dem Institut für sozial-ökologische Forschung über Vordenker-Organisationen im Feld verfügt.

Die neue Landesregierung in Hamburg ist nach den Entscheidungen des Wissenschaftsrates ebenfalls gefordert, ihre künftige Wissenschaftsstrategie zu überdenken. Als Umwelthauptsstadt Europas und vielen Ansatzpunkten für eine nachhaltige Metropole würde es Hamburg gut anstehen, wenn es seine Wissenschaftspotenziale noch stärker für eine entsprechende Positionierung nutzt. Es ist daher zu hoffen, dass die Universität Hamburg ihr wegweisendes Nachhaltigkeitskonzept auch außerhalb der Exzellenzinitiative weiter vorantreibt.

Nordrhein-Westfalen als größtes Bundesland hat die herausragende Chance, das Zusammenspiel von exzellenter Grundlagenforschung und nachhaltigkeitsorientierter Anwendungsforschung vorzuleben. Neben der RWTH-Aachen sind jetzt mit den Universitäten Köln und Bochum zwei weitere Eliteuniversitätskandidaten im Rennen. Schon heute klappt der Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und problemorientierter Anwendungsforschung in NRW in wichtigen Feldern wie der Energie- und Klimaforschung. Dies ließe sich intensivieren. Die Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) könnte dafür ein Versuchsort mit Vorbildcharakter sein. Hier treffen sich der „Elitekandidat“ Bochum mit den herausragenden inter- und transdisziplinären Potenzialen der Universitäten Duisburg-Essen und Dortmund (vgl. z.B. BMBF Spitzencluster „Effiziencluster LogistikRuhr“ oder Profilschwerpunkte wie den Urbanen Systemen in Duisburg-Essen), ergänzt um Leuchtturminstitutionen wie dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen, das mit seinen Arbeiten zur Klimakultur zentrale Akzente in der Umwelt- und Klimadebatte gesetzt hat. Und dies passiert in einem Umfeld mit idealtypischen „Realexperimentcharakter“ – wie z.B. der Innovation City Ruhr, bei der exemplarisch am Beispiel Bottrops eine CO2-Reduktion um 50% in 10 Jahren umgesetzt und als Muster zusammen mit vielen weiteren Ruhrgebietsstädten entwickelt werden soll.

Es ist zu hoffen, dass die Standorte, die seit Freitag wissen, dass sie Ihre Zukunftsplanung künftig befreit vom Blick auf die Schlange „Exzellenzinitiative“ gestalten können, diese Chance für intelligente Differenzierungsstrategien nutzen.

Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde

Anbei ausgewählte Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde:

Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep/Präsident der Universität Kassel:
„Die Universität Kassel zählt sicher zu den Vorreiterhochschulen im Feld interdisziplinärer Umweltwissenschaften. Wir haben unsere entsprechenden Forschungs- und Lehraktivitäten schon früh über Fachgrenzen hinweg gebündelt. Die Kooperation im NaWis-Verbund eröffnet unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun neue Synyergien“

Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg:
„Die Leuphana ist mit der Gründung einer eigenen Fakultät für Nachhaltigkeit die erste deutsche Universität, die eine transdisziplinäre Ausrichtung auch konsequent in ihrer organisatorischen Struktur umsetzt. Die Zusammenarbeit mit anderen Vorreiterinstitutionen im Rahmen des NaWis-Verbundes stärkt unsere Aktivitäten.“

Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institutes:
„Die NaWis-Runde ist ein Nukleus, um die Nachhaltigkeitswissenschaften in Deutschland insgesamt weiter auszubauen. Das Netzwerk soll sich in den kommenden Jahren um weitere Schlüsseleinrichtungen in anderen Bundesländern erweitern.“

Svenja Schulze, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein Westfalen:
„Nordrhein Westfalen verfügt über hervorragende wissenschaftliche Potenziale, um Beiträge zur Transformation zu einer klimagerechten und nachhaltigen Welt zu leisten. Mit unserer Initiative Fortschritt.NRW wollen wir u.a. zu den dafür notwendigen interdisziplinären Brückenschlägen beitragen. Die NaWis-Runde setzt länderübergreifend auf eine Vernetzung der entsprechenden Vorreitereinrichtungen im Wissenschaftssystem. Das begrüßen wir ausdrücklich.“

Zukunftskonzept der Nachhaltigen Universität Hamburg leider nicht zur endgültigen Antragstellung in der Exzellenzinitiative aufgefordert

Die Universität Hamburg hatte in ihrer Antragsskizze für die 3. Linie der Exzellenzinitiative als erste große deutsche Universität konsequent auf das Konzept einer Nachhaltigen Universität gesetzt. Leider ist die Skizze in der heutigen Auswahlrunde von Wissenschaftsrat und DFG nicht zur endgültigen Antragsstellung aufgefordert worden. Obwohl das Konzept selber von den Gutachtern für visionär gehalten wurde, führte insbesondere Skepsis bzgl. des Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Hamburg insgesamt dem Vernehmen nach zur Ablehnung (vgl. hierzu auch die Pressemeldung der Universität Hamburg sowie die Meldung des Nachhaltigkeitsrates). Es ist zu hoffen, dass die Universität Hamburg sich von dieser Entscheidung nicht entmutigen lässt und die Umsetzung des wegweisenden Konzeptes auch unter den anderen Randbedingungen weiter vorantreibt.

BMBF-Ausschreibung „Förderung von Forschungspotenzialen im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“ – Ausschreibung mit Relevanz für den Hochschulbereich

In einer neuen Bekanntmachung schreibt das Bundesforschungsministerium (BMBF) Forschungsvorhaben im Bereich „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) aus. BNE soll damit stärker an die bestehende bildungswissenschaftliche Forschung herangeführt werden. Als Themenfelder sind dabei neben (1) Kompetenzmessung und -diagnostik und (2) Lehrerkompetenzen auch die Bereiche (3) Steuerung und Institutionalisierung sowie (4) Transfer von BNE angesprochen. Die beiden letzten Felder sind nicht auf den schulischen Bereich beschränkt. Es geht hier um die Institutionalisierung und Diffusion von BNE in allen Bereichen des Bildungssystems – also auch in Hochschulen.

Gefördert werden möglichst Projektverbünde aus unterschiedlichen Partnern, die theoriebasiert und empirisch gestützt vorgehen, möglichst interdisziplinär ausgerichtet sind und ein besonderes Augenmerk auf die Doktorandenförderung legen. Die Projekte können maximal 3 Jahre laufen und sollen ein Volumen von 65.000 Euro p.a. nicht überschreiten. Die Einreichungsfrist für die 15-seitigen Projektskizzen ist der 18.03.2011. Es ist auf möglichst viele und gute Skizzen mit einem Hochschulfokus zu hoffen!

Tagung „Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung“ in Berlin – kraftvoller Impuls für eine Nachhaltigkeits-Orientierung an Deutschen Hochschulen

Rund 100 Teilnehmer nahmen am 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus an der von der deutschen UNESCO-Komission (DUK) (AG Hochschule), dem Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Freien Universität Berlin getragenen Tagung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ teil. Diese Tagung war Nachfolge-Tagung einer Veranstaltung von Deutscher Unesco-Kommission und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 15. April 2010 in Bremen und erfreute sich noch größerer Resonanz als schon die Bremer Tagung.

Doch nicht nur die Zahl der Teilnehmer aus rund 40 unterschiedlichen Hochschulen war bemerkenswert, sondern die Kraft, mit der das Thema „Nachhaltigkeit“ aktuell aus unterschiedlichen Richtungen in die Hochschulen getragen wird: Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, machte in seinem Vortrag zum Exzellenzintiativen-Antrag der Universität Hamburg deutlich, wie eine Nachhaltigkeitsorientierung den Rahmen für ein umfassendes Zukunftskonzept einer Großuniversität in den Bereichen Wissenschaftsverständnis, Forschung, Lehre und Universitäts-Governance bilden kann.
Mandy Singer-Brodowski stellte in einem eindruckvollen Vortrag die Perspektiven und den Forderungskatalog von rund zehn an unterschiedlichen Hochschulen tätigen studentischen Initiativen vor. Dabei stellte sich eine hohe Parallelität der Forderungen mit den Bausteinen des Hamburger Zukunftskonzeptes heraus. Ein Zusammenfallen, das zeigt, dass eine Nachhaltigkeitsorientierung zu neuen Formen der Zusammenarbeit vieler Gruppen in Hochschulen führen kann.

In parallelen Workshops (zu den Themenfeldern Lehrerbildung, fachübergreifende Angebote zum Thema Nachhaltigkeit sowie E-Learning-Veranstaltungen für Nachhaltigkeit) zeigte sich, dass dieser Impuls inzwischen an vielen Hochschulen aufgenommen wurde. Ein aktuelles Beispiel ist die Katholische Universität Eichstätt, die –befördert durch die gemeinsame Erklärung von Deutscher Unesco-Kommission und HRK- inzwischen eine eigene Beauftragte für BNE in der Hochschule benannt und rechtzeitig zur Berliner Tagung ein Leitbild „Nachhaltige Katholische Universität Eichstätt“ verabschiedet hatte (vgl. den Titel-Bericht im Universitätsmagazin „Agora“ der Universität).

Am Ende der Veranstaltungen bestand Einigkeit darüber, dass über solche Tagungen hinaus Wege zu einer weitergehenden Institutionalisierung der Nachhaltigkeitsimpulse an deutschen Hochschulen gefunden werden müssen. Dabei wurden Forderungen laut, eine Verpflichtung zu Nachhaltigkeit zu einem festen Element in allen Landes-Hochschulgesetzen zu machen – eine Perspektive von der einzelne Länder wie das Land Hessen, das Nachhaltigkeitselemente fest in den Katalog der Zielvereinbarungsbausteine mit seinen Hochschulen übernommen hat, gar nicht so weit entfernt sind.

101203-Podiumsdiskussion-Lenzen-Mueller-Christ-Singer-Brodoswki-Schneidewind

Prof. Dr. Dieter Lenzen; Prof. Dr. Uwe Schneidewind; Mandy Singer-Brodoski, Prof. Dr. Georg Müller-Christ im Podiumsgespräch zu den Perspektiven von Hochschulen für Nachhaltigkeit am 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus.

Forderungskatalog studentischer Initiativen für eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Auf der Berliner Tagung „Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung“ am 3.12. in Berlin hat ein Netzwerk studentischer Initiativen (darunter auch die drei dort als Modellprojekte der UN-Dekade der Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichneten Vereinigungen) einen Forderungskatalog für eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung an Hochschulen vorgelegt. Dieser umfasst ein breites Spektrum an notwendigen Verbesserungen an Hochschulen und reicht weit über rein thematische Re-Orientierungen in Forschung und Lehre hinaus. Hier finden sich die sieben wichtigsten Forderungen im Überblick:
1. Förderung innovativer Lehrformen (vom Projektstudium über Summer-Schools bis zu Maßnahmen der Erhöhung von Raum für Reflexion in bestehenden Veranstaltungen)
2. Schaffung der Möglichkeit von ehrenamtlichen Engagement im Lernraum
3. Thematische Integration der Inhalte einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung
4. Förderung von Inter- und Transdisziplinarität in der Lehre
5. Einführung eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements an der Hochschule
6. Verbesserte Informations- und Beteiligungspraktiken in der Selbstverwaltung
7. Ausbau bildungspolitischer Anreize in Politik und Institutionengeflecht der Hochschulen

Neben diesem abgestimmten Forderungskatalog wurden in den Diskussionen in Berlin weitere Ideen entwickelt, deren Weiterverfolgung lohnenswert erscheint:
O Ausbau und Förderung der Möglichkeiten des Peer-to-Peer-Lernens (d.h. Wissensaustausch zwischen Studierenden) in den Hochschulen
O Verankerung einer Nachhaltigkeitsorientierung als Hochschulaufgabe in den Landeshochschulgesetzen
O Aufbau von Förderprogrammen auf Bundes- und Landesebene, die die Einrichtung von Nachhaltigkeitsbeauftragten an Hochschulen unterstützen

Das Netzwerk der Hochschul-Initiativen für eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung wird sich weiterhin eng abstimmen. Eine Liste beteiligter Initiativen ist aktuell im Aufbau. Das Netzwerk wird auf dem Weblog Nachhaltige Wissenschaft über aktuelle Aktivitäten berichten.

Wissenschaftsrat legt seine Empfehlungen zur Differenzierung von Hochschulen vor – nur zaghafte Brücken zu gesellschaftsorientierten Wissenschaftsprofilen

In seiner Herbstsitzung (10.-12.11.2010 in Lübeck) hat der Wissenschaftsrat u.a. seine „Empfehlungen zur Differenzierung der Hochschulen“ verabschiedet. In seinen Empfehlungen plädiert der Wissenschaftsrat für mehr Mut zu Differenzierung im deutschen Hochschulsystem. Die Hochschultypen Universität und Fachhochschule in ihrer bisherigen Form allein reichen aus Sicht des Wissenschaftsrates nicht mehr aus, um die gewachsene Vielfalt der individuellen und gesellschaftlichen Erwartungen an akademische Einrichtungen erfüllen zu können. Es seien mehr alternative Hochschulformen notwendig. In seinem Gutachten (S. 110 f.) weist der Wissenschaftsrat dann auch knapp 30 Hochschulbeispiele aus, die heute schon in Deutschland als „institutionelle Sonderformate“ in „Abweichung vom institutionellen Regelfall“ gelten können – dabei auch mehrere themenfokussierte Hochschulen wie z.B. die Hafen City Univercity (HCU) oder die Hertie School of Governance. Insgesamt wird das Potenzial einer gegenstandsbezogenen Differenzierung von Hochschulen anhand von gesellschaftlichen Herausforderungen nur am Rande adressiert (vgl. S. 38 der Stellungnahme). So heißt es lediglich in einer Fußnote auf S. 38 „International lassen sich vereinzelt Experimente mit gegenstandsbezogenen Hochschulen beobachten. Dabei spielen vielfach transdisziplinäre Konzepte und eine Orientierung an großen gesellschaftlichen Herausforderungen eine Rolle. Vgl. exemplarisch die Selbstbeschreibung der Arizona State University in Phoenix.“ Es ist auch die einzige Stelle in dem 150-seitigen Papier, an der der Begriff der „Transdisziplinarität“ auftaucht. „Nachhaltige Entwicklung“ als gesellschaftliche Schlüsselherausforderung für eine mögliche gesellschaftliche Orientierung von Hochschulen wird kein einziges Mal erwähnt. Dies ist umso interessanter als aktuell mehrere Universitäten (wie z.B. die Universität Hamburg in ihrem Exzellenzinitiativenantrag oder die Leuphana Universität Lüneburg) in Deutschland aktuell auf eine Nachhaltigkeits-Orientierung als Differenzierungsstrategie setzen. Am 3.12.2010 wird in Berlin im -Rahmen der Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ die Frage eine Rolle spielen, ob die Herausforderung „Nachhaltige Entwicklung“ ein Differenzierungsmerkmal für einzelne Hochschulen oder eine Aufgabe für die gesamte Hochschullandschaft ist.

Qualität statt Quantität – Positionspapier der Jungen Akademie ist auch ein gutes Signal für transdisziplinär arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina hat ein Positionspapier „Qualität statt Quantität – auch in Berufungsverfahren“ vorgelegt, in dem sie die neuen Regeln der DFG auf Beschränkung der Publikationszahlen im Rahmen von Forschungsanträgen begrüßt und entsprechende Regeln auch bei Berufungsverfahren einfordert. Diese Orientierung an „Qualität statt Quantität“ bedeutet auch eine Chance für transdisziplinär arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, weil sie den Blick auf die konkreten Inhalte wissenschaftlicher Arbeiten stärken wird und Anreize dazu schafft, auch komplexere inter- und transdisziplinäre Forschungsvorhaben insbesondere im Kontext einer Forschung für Nachhaltige Entwicklung zu wagen.

Fraunhofer-Gesellschaft startet umfassende Nachhaltigkeitsinitiative

Der Vorstand der Fraunhofer Gesellschaft hat ein internes Projekt mit über 1,1 Mio € zur Implementierung eines Nachhaltigkeitskonzeptes in der Fraunhofer-Gesellschaft bewilligt. Das Konzept baut auf den Aktivitäten des im Dezember 2009 offiziell gegründeten „Fraunhofer Netzwerkes Nachhaltigkeit“, dem insgesamt 18 Fraunhofer-Institute angeschlossen sind, auf. Das jetzt vom Vorstand bewilligte interne Projekt „Strategie Nachhaltigkeit“ startet im November 2010 und läuft bis zum Oktober 2011. Seine Ziele sind:
o die Fraunhofer-Gesellschaft an den Zielen einer »Nachhaltigen Entwicklung« zu orientieren,
o die Fraunhofer-Gesellschaft durch konkrete Handlungsstrategien und daraus resultierende Innovationsprozesse zu stärken,
o die Fraunhofer-Gesellschaft als Dienstleisterin für Nachhaltigkeitsstrategien von Industrie, Politik und Gesellschaft zu positionieren sowie
o Zukunftsthemen -auch mit Blick auf Entwicklungs- und Schwellenländer- für die Fraunhofer Gesellschaft zu identifizieren, die neue Beiträge zu einer »Nachhaltigen Entwicklung« liefern.

Das Projekt teilt sich in drei Teilprojekte „Leitbild und Strategie“ (Koordination Fraunhofer IGB/Stuttgart ; Prof. Dr. Thomas Hirth, Dr. Johanna Leissner), „Nachhaltige Forschungs- und Geschäftsprozesse“ (Fraunhofer UMSICHT/Oberhausen, Jürgen Bertling, Markus Hiebel) und „Forschung für Nachhaltigkeit“ (Fraunhofer ISI/Karlsruhe, PD Dr. Rainer Walz).

Weitere Informationen zur Initative und zum Netzwerk gibt es hier oder bei: Johanna.leissner@zv.fraunhofer.de

Damit positioniert sich die erste der großen nationalen Wissenschaftsgemeinschaften prominent im Themenfeld Nachhaltigkeit – ein weiterer wichtiger Impuls zur Entwicklung der Wissenschaftslandschaft in Deutschland.

Stifterverband wünscht sich in Studie stärkere gesellschaftliche Pluralisierung der Hochschulräte

Der Stifterverband hat ein „Handbuch Hochschulräte“ vorgelegt, in dem er u.a. zu einer stärkeren Pluralisierung von Hochschulräten rät. In der begleitenden Pressemeldung heißt es wörtlich:
„Nur wenn Hochschulräte vielfältig zusammengesetzt sind, können sie ihre Funktion als Orte des gesellschaftlichen Diskurses ausüben…. Derzeit kommt jedes zweite Hochschulratsmitglied aus der Wissenschaft. Aus der Wirtschaft stammt dagegen nur jedes dritte Mitglied. Von einer Dominanz der Unternehmen in Hochschulräten kann nicht gesprochen werden.“ Es ist zu erwarten, dass die Zurückdrängung von wissenschaftlichen Vertretern in den Hochschulräten zugunsten von mehr Vertretern aus gesellschaftlichen Gruppen zu Diskussionen geführt wird. Im Sinne einer nachhaltigkeits-orientierten Wissenschaft nehmen hoffentlich viele gesellschaftliche Gruppen aus Kirchen, Umweltverbänden, Gewerkschaften den Ball auf und signalieren die klare Bereitschaft zu Mitwirkung in Hochschulräten. Die Studie des Stifterverbandes liefert hierfür eine gute Vorlage.

Tagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ vom 15.04.2010 in Bremen jetzt auch als Video-Mitschnitt dokumentiert

Die Tagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ am 15.4.2010 an der Universität Bremen wurde in einem 30-minütigen Zusammenschnitt wichtiger Beiträge auch per Video dokumentiert. Der Mitschnitt vermittelt gute Eindrücke der Tagung. Das System der „mobile lecture“, mit dem die Aufnahmen passierten, wird an der Universität Bremen breit in der Lehre eingesetzt.

Ergebnisse und Follow-Up aus der Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ mit HRK und DUK in Bremen am 15.04.2010

Anläßlich der am 1. März 2010 von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) dem Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedeten gemeinsamen Erklärung zur „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ fand am 15.04.2010 eine begleitende Tagung an der Universität Bremen statt. Sie bildet den Auftakt für einen weiteren Prozeß der AG „Hochschule und Nachhaltigkeit“. Auf der Abschlussrunde der Tagung des 15.04.2010 wurden dazu unterschiedliche zukünftige Maßnahmen (s.u.) diskutiert und in einem ersten Arbeitstreffen am 30.04.2010 konkretisiert. Der Prozeß wird von Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Konrektor an der Universität Bremen, koordiniert. Interessierte können sich an Frau Frau Nadine Dembski (nadem@uni-bremen.de) wenden.

Ergebnisse der Abschlussrunde der Tagung
„Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“
am 15.4.2010 an der Universität Bremen

In der Abschlussrunde haben die Teilnehmer/innen der Tagung die folgenden
Vorschläge für die weitere Zusammenarbeit gemacht:
1. Auf einer weiteren Veranstaltung sollten mehr Hochschulen ihre guten
Beispiele darstellen und zur Diskussion stellen können, wie sie Nachhaltigkeit
in Forschung, Lehre und Transfer umgesetzt haben.
2. Die HRK wird gebeten, den Prozess aktiv weiter zu unterstützen
und den Dialog mit den Hochschulen zu initiieren.
3. Die Rektoren der Hochschulen sollen über die Ergebnisse und die weiteren
Prozessschritte informiert werden.
4. Neben der konkreten Umsetzung vieler Maßnahmen soll auch weiter an
der strategischen Einbindung des Themas in Hochschulen gearbeitet
werden: Wie lässt sich das Thema mit der Idee einer modernen Hochschule
verknüpfen?
5. Wie in Österreich könnte in Deutschland ein Wettbewerb initiiert werden,
um Best-Practices sichtbar zu machen und zu würdigen (Preis ausloben)
6. Eine inhaltliche Diskussion über die Verknüpfung der Diskussionen über
eine soziale und demokratische Hochschule mit der Einbindung von
Nachhaltigkeit könnte geführt werden.
7. Studierende sollten aktiv in den Prozess einbezogen werden, um die
Nachfrage nach nachhaltigkeitsbezogenen Inhalten zu fördern und als
Argument für ein größeres Angebot einsetzen zu können.
8. Die Entwicklung einer Hochschule in Richtung Nachhaltigkeit sollte über
Kennziffern sichtbar gemacht werden können.
9. Kooperationsangebote der Wirtschaft für Forschung und Lehre sollen
aktiv genutzt werden.

Von der Tagung ist ein Videomitschnitt verfügbar.

Gemeinsame Erklärung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung

Am 1. März 2010 haben die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) eine gemeinsame Erklärung zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung öffentliche vorgestellt und damit ein wichtiges Signal für die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit auch in Hochschulen gesetzt (zur Presseerklärung vom 01.03.2010). Am 15.04.2010 wird in Bremen eine eigene Veranstaltung zu der Erklärung stattfinden. Organisatoren sind die HRK, die DUK und die Universität Bremen.

Nachhaltigkeit in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Die nationalen Wissenschaftsgemeinschaften, d.h. die Helmholtz- Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Max-Planck-Gesellschaft stellen eine zentrale Säule des deutschen Wissenschaftssystem dar. Über 6 Mrd. Euro werden in den Instituten der Gemeinschaften für Forschung ausgegeben. Die Max Planck-Gesellschaft ist im wesentlichen auf Grundlagenforschung hin orientiert. 

In der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und in der Fraunhofer-Gesellschaft spielt eine inter- und teilweise transdisziplinäre Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung aber eine Rolle. Die Motorfunktion, die diese Wissenschaftsgemeinschaften bei der weiteren Etablierung einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung haben könnten, wurde lange Zeit von diesen nur bedingt eingelöst. Seit wenigen Jahren ist aber in den Wissenschaftsgemeinschaften beim Thema Nachhaltigkeitsforschung Bewegung entstanden. Die folgenden pointierten Beiträge kennzeichnen den Stand der Nachhaltigkeitsforschung in den drei Wissenschaftsgemeinschaften und gehen auf ihre diesbezüglichen Zukunftsperspektiven ein. Ein weiterer Beitrag zeichnet das Bild einer möglichen zukünftigen Vorreiterrolle der nationalen Wissenschaftsgemeinschaften auf dem Weg zu einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ in Deutschland:
o Helmholtz-Gemeinschaft: „Tanker der Umweltforschung
o Leibniz-Gemeinschaft: „Loser Bootsverband mit erheblichem Potenzial
o Fraunhofer-Gesellschaft: „Anwendungsprofis auf dem Weg zur Nachhaltigkeit
o Die nationalen Wissenschaftsgemeinschaften als Motor für eine „Nachhaltige Wissenschaft“ in Deutschland?

Helmholtz-Gemeinschaft: „Tanker der Umweltforschung“

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit rund 2,8 Milliarden Euro Jahresbudget die größte der nationalen Wissenschaftsgemeinschaften. Sie fasst 16 Großforschungszentren zusammen. Die Forschungsbereiche Energie, Umwelt, Verkehr und Gesundheit spielen in der Helmholtz-Gemeinschaft traditionell eine zentrale Rolle. Über die Festlegung von sechs Forschungsbereichen (Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr) sind sie in der Helmholtz-Gemeinschaft auch institutsübergreifend organisiert und müssen sich mit ihren Forschungsprogrammen alle fünf Jahre einer Evaluation stellen.

Die Relevanz der Themen sowie die finanzielle Potenz der Helmholtz- Gemeinschaft führt dazu, dass Helmholtz der dominante technologisch-naturwissenschaftliche Motor in der deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung ist. Dies fand erst Mitte Dezember seinen Ausdruck darin, dass Helmholtz sowohl an dem jeweils mit 100 Mio Euro geförderten „Energie-“ als auch dem „Klima“-KIC (Knowledge Innovation Cluster des European Institute of Technology EIT) der EU prominent beteiligt ist.

Die Großforschungs(= Großgeräte)-Ausrichtung der Helmholtz- Gemeinschaft hat aber zur Konsequenz, dass eine transdisziplinäre Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung, die neben naturwissenschaftlich- technischen auch umfassend ökonomische, gesellschafts- und naturwissenschaftliche Bezüge aufweist, auf wenige Inseln in der Helmholtz-Gemeinschaft beschränkt bleibt: Zu diesen Inseln gehört die sozialwissenschaftlich-ökonomische Forschung im Umweltforschungszentrum Leipzig (UFZ) sowie das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemananalyse (ITAS) am Karlsruher Institute of Technologie (KIT).

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Leibniz-Gemeinschaft : „Loser Bootsverband mit erheblichem Potenzial“

Die im Jahre 1997 aus der 1990 gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste“ hervorgegangene Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich im Vergleich zur Helmholtz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft durch eine noch größere Vielfalt ihrer 86 Institute (Stand Ende 2009) sowie durch eine sehr viel dezentralere Organisationsform aus. Ihre Einrichtungen sind in den meisten Fällen wissenschaftlich und organisatorisch unabhängig und decken Forschungsfelder von den Naturwissenschaften bis zu den Sozial- und Geisteswissenschaften ab. Aus der Perspektive der Nachhaltigkeitsforschung setzten daher in den letzten Jahren einzelne Institute Akzente, die sich explizit Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen verschrieben haben. Besonders relevant ist hierbei das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) . Als ein zentraler Akteur der nationalen und internationalen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung deckt es mit seinen Arbeiten die Klimaforschung breit und interdisziplinär ab. Im PIK gibt es neben den naturwissenschaftlichen und ökonomischen Kompetenzen auch umfassende sozialwissenschaftliche Bezüge. In der Leibniz-Gemeinschaft sind auch die großen Wirtschaftsforschungsinstitute organisiert, die wie z.B. das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) oder das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim über umfassende umweltökonomische Abteilungen verfügen.

Ausgelöst durch eine in den Jahren 2004/2005 bundespolitisch intensiv geführte Debatte über die Zukunft der Leibniz-Gemeinschaft hat diese unter ihrem Präsidenten Ernst Th. Rietschel erfolgreiche Anstrengungen in der Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes sowie der Vernetzung innerhalb der Gemeinschaft unternommen. Die in einem Strategiepapier ausgearbeitete Vision „Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen“ entwickelt eine umfassende gesellschaftsorientierte Wissenschaftsvision für die Leibniz-Gemeinschaft und fördert Ansätze von disziplinen- und institutsübergreifenden Clusterbildungen, die z.B. in der Biodiversitätsforschung schon erfolgreich umgesetzt sind.

Über das Konzept des Wissenschaftscampus treibt die Leibniz-Gemeinschaft zudem die Kooperation mit Hochschulen voran. Mit Blick auf die Leibniz-Gemeinschaft kann daher festgestellt werden, dass zunehmend nicht nur einzelne ihrer Institute (wie z.B. das PIK) Motor für eine nachhaltigkeitsorientierte Forschung sind, sondern sich die Gemeinschaft insgesamt zu einem wichtigen Dach für eine „Nachhaltige Wissenschaft“ in Deutschland zu entwickeln verspricht.

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Fraunhofer-Gesellschaft: „Anwendungsprofis auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“

Mit einem Geschäftsvolumen von ca. 1,5 Mrd. Euro gehört auch die Fraunhofer-Gesellschaft zu den großen, weltweit agierenden deutschen Forschungsorganisationen. Sie ist das Dach von rund 60 Fraunhofer-Instituten, in deren Zentrum der Forschung der (industrielle) Anwendungsbezug steht. Dies erklärt auch den im Vergleich zu den anderen Forschungsgemeinschaften hohen Drittmittelanteil, der fest zur Programmatik der Fraunhofer-Gesellschaft gehört. Er hat erhebliche Auswirkungen auf die inhaltlichen Felder, die von den Instituten bearbeitet werden.
So ist die Fraunhofer-Gesellschaft prominent an der von der Bundesregierung initiierten Hightech-Strategie beteiligt, für die in Deutschland von 2005 bis 2009 fast 15 Mrd. Euro für Spitzentechnologien bereitgestellt werden. Die Gelder dienen der Verbreitung neuer Technologien in siebzehn Zukunftsfeldern, um insbesondere Forschung und Wirtschaft besser zu vernetzen, damit aus neuen Ideen auch wirtschaftlich erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen entstehen. Die meisten der 17 Zukunftsfelder sind auch Schwerpunkte der Institute der Fraunhofer-Gesellschaft.
Die Arbeit der Fraunhofer-Gesellschaft ist in sieben Forschungsverbünden organisiert: Informations- und Kommunikationstechnik, Life Sciences, Mikroelektronik, Oberflächentechnik/Photonik, Produktion, Werkstoffe und Verteidigungs-/Sicherheitsforschung.

Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen spielen in der Fraunhofer-Gesellschaft insbesondere in der Energieforschung, aber auch in den Feldern der weißen Biotechnologie, der Wassernutzung, nachwachsenden Rohstoffen, der Optimierung von Stoffkreisläufen sowie Recycling-Technologien eine Rolle.

In den meisten Forschungsfeldern und Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft dominiert die technologische Perspektive. Jedoch verfügt die Fraunhofer-Gesellschaft mit Fraunhofer IAO (Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation) und insbesondere dem schon 1972 gegründeten Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) über ein Institut mit einer organisationswissenschaftlichen Kompetenz. Das ISI untersucht, wie technische und organisatorische Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft heute und in Zukunft prägen. Bei der Analyse von Innovationssystemen arbeitet man in hohem Maße interdisziplinär. In insgesamt sieben Competence Centern (Neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und Energiesysteme, Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme, Politik und Regionen, Regulierung und Innovation, Innovations- und Technologie-Management sowie Vorausschau) mit insgesamt 23 Geschäftsfeldern arbeiten rund 160 MitarbeiterInnen. Nachhaltigkeit gehört neben relevanten Teilgebieten wie der Energiepolitik und Energiesystemen explizit zum Arbeitsbereich des Fraunhofer ISI. Zur nachhaltigkeitsorientierten Innovationspolitik sind von dort immer wieder wichtige Forschungsimpulse ausgegangen.

Als Reaktion auf die zunehmende Bedeutung des Themenfeldes Nachhaltigkeit hat sich in der Fraunhofer-Gesellschaft im Jahr 2007 auch eine institutsübergreifende Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“ gebildet. Über die zukünftige strategische Bedeutung des Themas für die Fraunhofer-Gesellschaft wird derzeit intensiv diskutiert.

Gerade aufgrund der hohen Anwendungskompetenz und der hohen Adaptivität an neue Themen könnte sich die Fraunhofer-Gesellschaft zu einem wichtigen Motor einer zukünftigen „Nachhaltigen Wissenschaft“ entwickeln – insbesondere in dem Maße, in dem Nachhaltigkeitsfragen für immer mehr Unternehmen und Branchen relevant und damit für eine industriebasierte Drittmittelforschung zugänglich werden.

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Die nationalen Wissenschaftsgemeinschaften als Motor für eine „nachhaltige Wissenschaft“ in Deutschland?

Die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft haben alle den Anspruch gesellschaftlicher (bzw. wirtschaftlicher) Relevanz in ihrer Mission. Durch ihre Governance-Strukturen sind an der Themenfindungen der Forschung auch Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt. Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen spielen in allen drei Gemeinschaften eine wichtige Rolle. Der Koordinationsgrad im Hinblick auf institutsübergreifende Themen ist unterschiedlich. Bei der Helmholtz-Gemeinschaft ist die übergreifende Programmpolitik am konsequentesten ausgeprägt. So finden sich Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in einzelnen Gemeinschaften (Helmholtz) prominent bei den übergreifenden Programmen und Schwerpunkten, bei der Leibniz-Gemeinschaft verortet in einzelnen Instituten, seit kurzem jedoch auch in der Gesamtvision und einzelnen integrierten Themenfeldern. Die Gemeinschaften liefern unterschiedliche Beispiele für die mögliche Integration nicht naturwissenschaftlich-technischer Kompetenz in ihr Arbeit.

Ihre Größe und wissenschaftliche Potenz würden den Wissenschaftsgemeinschaften die Möglichkeit geben, eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung noch sehr viel stärker zu fördern und zu einem nationalen „Capacity-Building“ für diese Form der Forschung beizutragen. Und das in einem Ausmaß, das von einzelnen Hochschulen oder einzelnen wissenschaftlichen Instituten nicht geleistet werden kann.

Beispiele für einen solchen Kapazitätsaufbau sind:
o die Initiierung transdisziplinärer Forschungsprojekte in komplexen Nachhaltigkeitsfragen,
o die Integration transdisziplinärer Forschungselemente in bestehende Großforschungsstrukturen (Exzellenzcluster, Knowledge Innovation Clusters (KICs),..),
o der Aufbau von Karrierepfaden für transdisziplinär arbeitende Wissenschaftler(innen),
o die Qualifizierung von Wissenschaftler(innen) und Gutachter(innen) in den Qualitätskriterien transdisziplinärer Methoden
o der Aufbau transdisziplinärer Infrastrukturen wie Journals, Panels, Preise,
o die Vernetzung mit führenden internationalen Einrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung,
o die wissenschaftspolitische Lobby-Arbeit zur Stärkung transdisziplinärer Forschung im Wissenschaftssystem insgesamt.

Es wäre erfreulich, wenn sich die Dynamik zu mehr transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften fortsetzt und diese einen Beitrag zu dem o.g. Kapazitätsaufbau leisten würden.

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Schwerpunkt Nachhaltige Wissenschaft/Nachhaltige Hochschule im HIS: Mitteilungsblatt 4/2009

Im Mitteilungsblatt 4/2009 vom Dezember 2009 der HIS (Hochschul-Informations-System GmbH), Hannover steht das Thema „Nachhaltige Wissenschaft/Nachhaltige Hochschule“ im Mittelpunkt. Neben einer umfassenden Rezension des Buches „Nachhaltige Wissenschaft“ werden aktuelle Tagungen vorgestellt sowie über den Neustart des Copernicus-Netzwerkes berichtet.

Weblog „Sustainability Marketing“ gestartet

Einen gemeinsamen Weblog zum Thema „Sustainability Marketing“ haben Prof. Dr. Frank Belz/TU München und Prof. Ken Peattie von der Cardiff Business School gestartet. Der Weblog begleitet das diesen Sommer erschienene Lehrbuch „Sustainability Marketing – a global perspective“. Diese deutsch-englische Kooperation verspricht frischen Wind in die Nachhaltigkeits-Diskussion und -lehre in der deutschen Betriebswirtschaftslehre zu bringen.

Wissenschaftspolitik nach der Bundestagswahl – Erste Einschätzung und Weblinks

Forderungen aus dem Wissenschaftssystem an die neue Bundesregierung

Wenige Wochen nach der Bundestagswahl und im Hinblick auf den Abschluss der Koalitionsverhandlungen melden sich auch Vertreter aus dem Wissenschaftssystem bezüglich ihrer Wünsche und Erwartungen an die neue Bundesregierung zu Wort.

In den aktuellen Äußerungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) nehmen beinahe ausschließlich Forderungen nach mehr Geld eine zentrale Rolle ein. HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel hofft, dass die konsequente Förderung von Forschung und Lehre an den Universitäten in der neuen Haushaltspolitik Berücksichtigung findet. Die HRK weist besonders auf das angestrebte 10%-Ziel hin, welches den Anteil des Bruttoinlandsprodukts zur Investition in Forschung und Bildung ausmachen soll. Auch die DFG fordert, dass die Wissenschaft weiterhin eine finanzielle Priorität bleiben muss. Mögliche und wünschenswerte inhaltliche Ausrichtungen der zukünftigen Wissenschaftspolitik tauchen allerdings kaum auf.

Eine erfreuliche Ausnahme stellen diesbezüglich jedoch die Forderungen zum Ausbau der Energieforschung dar, wie zum Beispiel jene des ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE). Konkret fordert dieser die Entwicklung einer High-Tech-Strategie für erneuerbare Energien und Energieeffizienztechnologien, basierend auf einer gezielten Förderung von Forschung, Innovation und Technologietransfer in diesem Bereich.

In der öffentlichen Debatte sind solche Forderungen jedoch eng an das Vorhaben der Koalitionspartner geknüpft, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern. Außerdem richtet sich der Fokus sehr stark auf technologische Aspekte der Energieforschung. Hier wäre ein differenzierterer Blick in die Zukunft wünschenswert. Aus der Perspektive der bestehenden Nachhaltigkeitsherausforderungen ist die aktuelle Debatte eher ernüchternd. Es braucht dringend einen Dialog darüber, wie eine integrierte Förderung der Energieforschung aussehen muss, um alle Facetten einer umfassenden Transformation des Energiesystems zu beleuchten.

Schließlich bleibt zu hoffen, dass sich die neuen Regierungsparteien an ihre Versprechen vor der Wahl erinnern. So spielt z.B. die Förderung von Forschung und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Wahlprogramm der FDP eine wichtige Rolle.

Wichtige Links zur aktuellen Debatte finden Sie hier:

Forderungen des ForschungsVerbundes Energie
http://idw-online.de/pages/de/news339736

Forderungen der HRK im Rahmen der Koalitionsverhandlungen
http://idw-online.de/pages/de/news340060

„HRK-Präsidentin: Hochschulen erwarten Verlässlichkeit und Initiative von der neuen Bundesregierung“
http://www.hrk.de/95_5114.php

„DFG-Präsident Matthias Kleiner gratuliert Bundeskanzlerin zum Wahlausgang“
http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2009/presse_2009_49.html

Spiegel Online
„Koalitionsverhandlungen Arbeitsgruppe Bildung, Forschung und Innovation“
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,653453-11,00.html

„HRK: Zwölf Fragen an die Parteien vor der Bundestagswahl“
http://www.hrk.de/de/brennpunkte/5018.php

Position der FDP zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung
http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/03__Aktuelles/12__Bundestagswahl/FDP.html

„Bildung und Forschung unter Schwarz-Gelb“
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/2006856_Schwaches-Leuchten.html

„Was tut Schwarz-Gelb für die Universitäten?“
http://www.stern.de/politik/deutschland/koalitions-check-6-was-tut-schwarz-gelb-fuer-die-universitaeten-1514167.html

„Abbau von Fördermitteln für Solaranlagen/Investition der Zusatzgewinne durch Laufzeitverlängerungen von AKW in Förderung erneuerbarer Energien“
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,654775,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,654775,00.html