Online-Konsultation zum Nationalen Aktionsplan für Bildung für nachhaltige Entwicklung

Noch bis zum 15. März 2017 stehen die Ziele und Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), entwickelt durch die Nationale Plattform BNE unter Leitung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Online-Konsultation bereit.

Das Portal zur Kommentierung finden Sie unter in-aktion.bne-portal.de.

Im Rahmen der Online-Konsultation können Sie die Ziele nachhaltiger Entwicklung, welche für die sechs Bereiche frühkindliche Bildung, Schule, Hochschule, non-formales Lernen, berufliche Bildung und Kommunen durch die Fachvertreter*innen in den gleichnamigen Fachforen ausgearbeitet wurden, bewerten und eigene Vorschläge einbringen.
Für jedes der benannten Handlungsfeld wurden dort kurz-, mittel- und langfristige Ziele mit konkreten Anforderungen und Akteuren formuliert, zu denen nun Maßnahmen für eine erfolgreiche Umsetzung gesammelt werden.

Unter den Vorschlägen für den Bereich Hochschule finden sich (aufgeteilt in fünf Handlungsfelder) unter anderem die Vorschläge, BNE flächendeckend in allen Hochschul-Curricula fest zu verankern, Nachhaltigkeitsberichterstattung zum Standard für Hochschulen zu erheben, vermehrt (virtuelle) Studienangebote für Nachhaltigkeit zu schaffen, studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen auf verschiedenen Ebenen zu fördern, neue Förderangebote für Forschung zu BNE zu schaffen sowie die Einbeziehung von BNE-Kriterien in Akkreditierungs- und Berufungsverfahren als auch in die Leistungs- und Zielvereinbarungen der Hochschulen mit den Ländern.

Hintergrund

In 2015 hat die UNESCO das Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gestartet. Die Nationale Plattform BNE wurde vom BMBF als oberstes Lenkungsgremium für die deutsche Umsetzung des Weltaktionsprogramms gegründet. Ihm gehören 37 Entscheidungsträger_innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an.

Die Vorschläge aus der Online-Konsultation werden in den Fachforen ausgewertet und fließen in den Entwurf des übergreifenden Nationalen Aktionsplans ein, welcher auf der Sitzung der Nationalen Plattform am 20. Juni beschlossen und bis zum Jahr 2019 umgesetzt werden soll.
Begleitet wird die Ausarbeitung und Umsetzung durch jährlich stattfindende Agendakongresse, die wissenschaftlichen Berater der Plattform, sowie die Partnernetzwerke, welche die Akteure untereinander vernetzen und impulsgebend für die Umsetzung vor Ort sind.

 

Factsheet des WBGU zur „Forschung für die Transformation der Städte zu Nachhaltigkeit“

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat in einem neuen Factsheet die wichtigsten wissenschaftspolitischen Empfehlungen des WBGU-Städtegutachens „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ (2016) zusammengefasst.

Bereits im Hauptgutachten kommt Forschung eine bedeutende Rolle als Mittler zu, einen gesellschaftlichen Lern- und Suchprozess zu unterstützen. Die Empfehlungen zielen dabei darauf ab, sowohl die Datenlage für Stadtforschung durch bessere Rahmenbedingungen und Kooperation mit gesellschaftlichen Schlüsselakteuren, als auch global mit anderen Städten und Organisationen zu verbessern. Auch soll Stadtforschung in Reallaboren selbst zur nachhaltigen Entwicklung der Städte beitragen. Dabei macht das Gutachten nicht bei der Nord-Süd Grenze halt sondern fordert auch hier eine globale Perspektive.

Kernforderungen stellen ein „Max-Planck-Institut für urbane Transformation“, „50 urbane Reallabore für 50 Jahre“, sowie die gezieltere Erfassung sozialer, politischer und ökonomischer Indikatoren dar.

„Nachhaltigkeit sollte querschnittsmäßig in allen Programmen der Bundesregierung mit Stadtfokus verpflichtend aufgenommen werden, ohne dabei zur Floskel oder Worthülse degradiert zu werden.“

Der Factsheet steht hier zum Download.

Forschungspreis für nachhaltige Entwicklung des BUND

Der BUND schreibt in 2017 erstmals einen Preis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Nachhaltige Entwicklung in den zwei Kategorien Studentische Abschlussarbeiten und Forschungsarbeiten aus.

Der Preis soll zur Beschäftigung mit dem Thema anregen und dazu beitragen, das Wissenschaftssystem für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu sensibilisieren.
Dabei können Arbeiten aus allen Fachdisziplinen eingereicht werden, mit besonderer Berücksichtigung von interdisziplinär angelegten Arbeiten.
Der Preis ist für studentische Arbeiten (Bachelor- oder Masterthesen) mit 1.000€, für Forschungsarbeiten (Dissertationen oder Forschungsberichte) auf 3.000€ dotiert. Es können noch bis zum 15. März 2017 seit Januar 2015 fertig gestellte Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.

Die feierliche Preisverleihung erfolgt im Juni 2017. Die prämierten Arbeiten werden anschließend auf der Homepage des BUND veröffentlicht. Alle weiteren Informationen zur Bewerbung finden Sie hier.

3. BMBF-Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ vom 6.-7. Oktober in Berlin

Am 6. und 7. Oktober 2016 veranstaltet das BMBF im Humboldt-Carré Berlin das 3. Symposium zum Thema „Nachhhaltigkeit in der Wissenschaft„.

Im Rahmen des Agendaprozess „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ (SiSi) wurden in zwei großen Symposien im April 2013 und Mai 2014 sowie in weiteren Fachveranstaltungen von Lehrenden, Forschenden, Studierenden und Hochschulverwaltungen Maßnahmen erarbeitet, um die Hochschulen in ihrer Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Um den Austausch zwischen den Akteuren anzuregen, soll das Symposium die Diskussion zu Facetten der Nachhaltigkeit in Hochschulen und Forschungseinrichtungen anregen. Thematisch geht es dabei insbesondere um Klimaschutz und Energienutzung, nachhaltigen Umgang mit (Bio)Ressourcen, Mobilitätsmanagement, grüne IT und Forschungsinfrastruktur sowie die Rolle von Forschungsräumen für den sozialen Zusammenhalt.

Dazu sind Interessierte eingeladen, ihre konkreten Beiträge und Erfahrungen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Forschung im Rahmen einer moderierten Poster-Session zu präsentieren oder Projekte und Initiativen zur Vorstellung vorzuschlagen. Vorschläge können Sie bis zum 10. August 2016 unter Verwendung dieser Vorlage an sisi@fona.de  senden.

Die Teilnahme am Symposium ist nur mit einer persönlichen Einladung möglich. Alle weiteren Informationen finden Sie in Kürze hier.

Anhörung „Forschung und Innovation in Deutschland“: Stand der Hightech-Strategie am 6. Juli im Bundestag

Am Mittwoch, den 6. Juli fand um 9.30h eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgen-abschätzung zum Thema „Forschung und Innovation in Deutschland: Stand und Perspektiven – einschließlich Zwischenbilanz der Hightech-Strategie“ statt.

Es waren sieben Experten zur Anhörung eingeladen, darunter Dirk Messner, Vorsitzender des WBGU, der in seiner Stellungnahme eine stärkere Ausrichtung der Forschungspolitik auf globale und gesellschaftliche Herausforderungen, insbesondere auf eine Transformation zur Nachhaltigkeit fordert. Er kritisiert an der aktuellen Hightech-Strategie die starke Ausrichtung auf ökonomische Aspekte, und bemängelt das Fehlen einer systemischen Perspektive. Der WBGU sieht daher eine Weiterentwicklung notwendig, die:

„(1) der Dringlichkeit der Transformation zur Nachhaltigkeit Rechnung trägt, die
(2) systemischen statt isolierten technologischen Innovationen Raum schafft und die
(3) auch die nötigen institutionellen und gesellschaftlich-kulturellen Innovationen umfasst.“

Auch die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) sieht soziale Innovationen bisher kaum gefördert. Daher sollten aus öffentlichen Mitteln geförderte Innovationen künftig vor allem dem Gemeinwohl statt wirtschaftlicher Interessen dienen. Dazu ist aus Sicht des WGBU eine breite gesellschaftliche Beteiligung notwendig, um die gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz der strategischen Ziele zu gewährleisten.

Daher schlägt Messner vor, die Hightech-Strategie neben einer inhaltlichen Neuausrichtung an Nachhaltigkeitsaspekten auch durch einen neuen Namen „Forschungsstrategie für Wohlfahrt, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit in Deutschland“ zu reformieren. Eine Orientierung an den Globalen Nachhaltigkeitszielen der 2030 Agenda, und der derzeit entstehenden neuen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung würde die Bestrebungen dabei sinnvoll miteinander verküpfen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat dazu im Juni einen Antrag mit dem Titel „Innovationspolitik neu ausrichten – Forschen für den Wandel befördern“ in den Bundestag eingebracht, in welchem die Fraktion die Bundesregierung unter anderem dazu auffordert, eine Neuausrichtung der Innovationsstrategie an Nachhaltigkeitskriterien vorzunehmen und dabei auf sukkzessive Beteiligung der Zivilgesellschaft und Reallaborforschung zu setzen. Kleine Fächer und Kleinforschungsprojekte sollen ebenfalls stärker gefördert werden. Eine Steuererleichterung um 15% für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Unternehmen unter 249 Mitarbeitenden soll das auch auf wirtschaftlicher Seite ermöglichen.

Ein Vorbericht zur Anhörung in der taz von Manfred Ronzheimer ist hier zu lesen.

Eine Aufzeichnung der Debatte kann in der Mediathek des Deutschen Bundestages angesehen werden.
Eine kurze Zusammenfassung der Sitzung finden Sie hier.

 

WBGU-Städtegutachen und SRU-Gutachten mit wissenschaftspolitischen Impulsen

WBGU

Der Wissenschaftliche Beirat für Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat ein neues Hauptgutachten zu Urbanisierung herausgegeben.

In der Studie, die sich den Herausforderungen der „großen Transformation“ (WBGU 2011) anschließt und diese auf den Kontext der Urbanisierung überträgt, gibt das Gutachten Handlungsanweisungen für eine urbane Transformation, die zu Städten führen soll, die „die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, die Teilhabe gewährleisten und Eigenart ermöglichen“.

Das Gutachten enthält auch einen umfassenden forschungspolitischen Empfehlungsteil, der hier abrufbar ist. In seiner Analyse nimmt der WBGU eine Bewertung der bestehenden nationalen und internationalen Stadtforschung vor und empfiehlt u.a. die Einrichtung eines „Max Planck Institutes für urbane Transformationsforschung“ sowie unter der Formel „50 urbane Reallabore auf 50 Jahre“ den internationalen Ausbau langfristiger Reallabore für die Erforschung urbaner Transformationsforschung.

Ein Kommentar von Manfred Ronzheimer zur Übersicht ist unter diesem Link in der taz erschienen.

Die Kurzfassung und Empfehlungen des Gutachtens finden Sie hier, die Langfassung ist ab Juni unter dem gleichen Link erhältlich.

SRU

Ebenso hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) sein neues Umweltgutachten zu den Haupthandlungsfeldern einer ökologischen Transformation herausgebracht.

Im Gutachten thematisiert der SRU aufgeteilt in sechs Handlungsfelder mögliche Politikstrategien für die intraministerielle Zusammenarbeit für integrativen Umweltschutz in den Problemfeldern der Rolle staatlicher Steuerung, Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Sozialpolitik der Energiewende, Flächenverbrauch und demographischer Wandel, Raum für Wildnis sowie Schutz der Biodiversität vor dem Hintergrund steigenden Einsatzes von Pestiziden.

Eine wichtige Rolle spielen aber auch die für die Umsetzung relevanten wissenschaftspolitischen Empfehlungen (vgl. S. 64-74). Dort sind die wichtigsten Forderungen um öffentliche Forschungsförderung auf nachhaltige Entwicklungspfade hin auszurichten:

  1. Demokratische Erneuerung: Stärkung von Transparenz und Beteiligung in der Forschungsgovernance
  2. Differenzierte Forschung: Stärkung der Forschung zu sozio-ökonomischen Transformationsbedingungen
  3. Akteure im Rahmen von Technologieentwicklung stärker sozialwissenschaftlich und partizipativ begleiten.
  4. Gemeinsame Zielsetzung: Verbesserung der Ressortszusammenarbeit und Definition langfristiger Forschungsprioritäten
  5. Beendigung der Förderung nicht mehr zeitgemäßer Forschungsbereiche wie bsp. der Extraktion fossiler Ressourcen und Priorisierung relevanter Forschungsfelder.

Vorrangige Aufgabe der Umweltpolitik soll es werden, die Idee einer umfassenden ökologischen Transformation im Sinne eines erweiterten Innovationsverständnisses auf kulturellen, gesellschaftlichen und institutionellen Wandel weiterzuentwickeln und integrativ in die bestehenden Politikfelder einzubinden.

Das Gutachten in Kurz- und Langfassung finden Sie hier zum Download.

Grünbuch Citizen Science Strategie Deutschland 2020

Im Rahmen des Projekts „BürGEr schaffen WISSen – Wissen schafft Bürger“ (GEWISS) wurde als Teil des GEWISS-Bausteinprogramms eine Citizen Science-Strategie 2020 für Deutschland entwickelt und nun in Form eines Grünbuchs veröffentlicht.

In acht Dialogforen mit einem Thinktank, einer Auftaktveranstaltung sowie zahlreichen weiteren Beiträgen unter der bundesweiten Beteiligung von über 700 an Citizen Science interessierten Personen aus mehr als 350 Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Fachgesellschaften, Vereinen und Verbänden, Stiftungen und Einzelpersonen wurde über Citizen Science diskutiert. Daraus wurden nun Beiträge zur Entwicklung der Visionen und Handlungsoptionen für das Grünbuch zusammengeführt und in einer weiteren umfänglichen Online-Konsultation von Privatpersonen und verschiedenen Organisationen aus Wissenschaft und Gesellschaft erörtert.

Das daraus entstandene Grünbuch für eine Citizen Science Strategie 2020 stellt die Ziele, Potenziale und Herausforderungen von Citizen Science in Deutschland dar und zeigt Handlungsoptionen für die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Wissenschaft auf. Dabei wird der Fokus auf drei Handlungsfelder gelegt: Die Stärkung etablierter Strukturen, die Neuschaffung von Rahmenbedingungen und die weitere Integration von Cititzen Science in bestehende Konzepte durch verschiedene Maßnahmen. Außerdem werden im Grünbuch vor allem auch die Ziele und Möglichkeiten ebenso wie eine Vision für die Rolle von Citizen Science im Jahr 2020, unter anderem in Form von zehn Leitbildern, definiert. Im Vordergrund stehen auch hier die breite Etablierung, Anerkennung und Einbeziehung von Citizen Science in gesellschaftsrelevante Kontexte.

Das Grünbuch steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Neuer BMBF-Förderschwerpunkt „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ zielt auf umsetzungsorientierte Lösungen im Umgang mit der Ressource Land

Land wird weltweit zusehends knapper. In Deutschland erhöhen der Umbau der Energieversorgung, wachsende Wohn- und Gewerbegebiete sowie zunehmender Verkehr die Nachfrage nach Flächen. Auch der Klimawandel erfordert eine tiefgreifende Anpassung in Stadt und Land. Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert – nachhaltige Lösungen werden benötigt.  Der nachhaltigere Umgang mit Land ist ein Themenbereich, der im Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA) durch das Deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Da die Nachfrage nach und die Ansprüche an Land weltweit steigen und daher zunehmend Nutzungskonflikte auftreten, ist das Ziel einer nachhaltigen Landnutzung, laut Hauptgutachten des WBGU aus dem Jahr 2011, eines der zentralen Handlungsfelder für eine zukünftige Gesellschaftstransformation.

Um dem politischen Ziel einer nachhaltigen Landnutzung stärker Rechnung zu tragen, werden bereits seit 2009 vom BMBF Forschungsvorhaben zum Thema gefördert. Bei der Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wurden sowohl in internationalen wie in nationalen Projekten an Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen den Themenfeldern Klimawandel, Landmanagement und Ökosystemdienstleistungen – als auch an innovativen und umsetzungsorientierten Systemlösungen geforscht. Alle Forschungsvorhaben verfolgten dezidiert transdisziplinäre Forschungsansätze. Die Fördermaßnahme befindet sich gegenwärtig in der finalen Phase des Projektzyklus. Ausführliche Ergebnissynthesen nebst Transferveranstaltungen sind für das Jahr 2016 geplant.

Das BMBF setzt in der anwendungsbezogenen Nachhaltigkeitsforschung nun weitere Akzente. Seit dem letzten Jahr werden mit der Initiierung des Förderschwerpunktes „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ bis zum Jahr 2019 neun Wissenschafts-Praxis-Teams gefördert, die sich zu transdisziplinär forschenden „Innovationsgruppen“ zusammengetan haben. Mit dem neuen Förderinstrument der Innovationsgruppe verfolgt das BMBF eine noch stärkere Akzentuierung auf umsetzungsorientierte Lösungen für konkrete, gesellschaftsrelevante Probleme des Landmanagements. Dazu zählen u.a. der regionale Umgang mit der Energiewende, Fragen der integrierten Stadt-Land-Kooperation, Erhalt der Biodiversität sowie der Kulturlandschaft. Ähnlich wie beim „Reallabor-Ansatz“ sollen exemplarische Vorhaben in Modellregionen Deutschlands initiiert und mit lokalen und regionalen Stakeholdern erarbeitet und umgesetzt werden. Innovationen werden auf diesem Wege nicht nur theoretisch angedacht, sondern angestoßen, begleitet und implementiert.

Um dies zu ermöglichen, finden in dem neuen Förderschwerpunkt verschiedene Spezifika von Innovationsprozessen Berücksichtigung: So wird besonderes Gewicht auf ein strategisches Vorgehen beim prozesshaften Erarbeiten eines Innovationskonzeptes gelegt. Außerdem werden die oft unterschätzten prozessbezogenen Lerneffekte innerhalb der Forschungsverbünde durch spezifische Maßnahmen des capacity building gestärkt. Im Mittelpunkt der Forschung stehen nun nicht mehr ausschließlich technologische Innovationen – soziale Innovationen sollen stattdessen stärker in den Vordergrund rücken.

Wie bei der Vorgängermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ wird den Innovationsgruppen ein wissenschaftliches Begleitvorhaben an die Seite gestellt, das den Forschungsprozess begleitet und aus zwei Partnerinstitutionen besteht. Während das Berliner inter 3-Institut für Ressourcenmanagement langjährige Erfahrungen aus der Innovationsforschung und dem Innovationsmanagement in das Begleitvorhaben einbringt, ergänzt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), das bereits die Vorgängermaßnahme wissenschaftlich begleitet hat, die Kompetenzen in den Bereichen Landmanagement und Governance.

Nähere Informationen zu den Innovationsgruppen finden Sie hier. Kontakt: innovationsgruppen(at)zalf.de

„Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“ – Fachgespräch im Deutschen Bundestag am 14.10.

Am Mittwoch, den 14. Oktober 2015, fand im Deutschen Bundestag als 43. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung um 09:30 Uhr, ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Stand und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation“ statt. Eingeladen waren sieben ExpertInnen:

  • Prof. Dr. Antje Boetius (Professorin für Geomikrobiologie, Universität Bremen, Vorsitzende des Lenkungsausschusses von Wissenschaft im Dialog (WiD))
  • Thomas Korbun (Wissenschaftlicher Geschäftsführer Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH, Berlin, Sprecher des Ecological Research Network (Ecornet))
  • Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (Direktor Haus der Zukunft gGmbH, Berlin)
  • Dr. Volker Meyer Guckel (Stellvertretender Generalsekretär Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V., Berlin)
  • Dr. Steffi Ober (Projektleiterin der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende; VDW e.V., Berlin
  • Julia Wandt (Vorsitzende des Bundesverbandes Hochschulkommunikation Universität Konstanz, Leiterin der Stabsstelle, Pressesprecherin Kommunikation und Marketing)
  • Jan-Martin Wiarda (Journalist für Bildung und Wissenschaft, Teltow)

Das komplette Fachgespräch ist als Video durch den deutschen Bundestag aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt worden.

Tenor des Fachgesprächs war, dass sich der Wissenschaftsjournalimus u.a. aufgrund der sinkenden Zahl der kritisch berichtenden Wissenschaftsjournalisten in einer Krise befinde (siehe dazu auch der kritische Kommentar zum Fachgespräch von Manfred Ronzheimer, sowie der taz Artikel vom 16.10.). Im Kontrast dazu stehe die Wissenschaftskommunikation, die mithilfe einer Fülle an Formaten und Kommunikationskanälen einen zunehmenden Stellenwert im Wissenschaftssystem erreicht hat (Stichwort Wissenschafts-PR). Als dritter Schwerpunkt der Wissenschaftskommunikation wurde die Kommunikation der Wissenschaft mit der Gesellschaft und außerwissenschaftlichen Akteuren durch Partizipation und Einbindung im Kontext transdisziplinärer Forschung zu großen Gesellschaftlichen Herausforderungen diskutiert. Die Sachverständigen stimmten darin überein, dass die Wissenschaftskommunikation nicht mehr nur als einseitige Kommunikationsbotschaft von der Wissenschaft in die Gesellschaft gerahmt werden kann, sondern partizipative Formate eingesetzt und (weiter-)entwickelt werden müssen. Diese Partizipation von BürgerInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen würde dann, so zumindest einige Sachverständige, auch in Teilen für Forschungsagenden und Forschungsprozesse gelten. Wichtig dabei sei jedoch, dass die Ergebnisse partizipativer Formate in der Wissenschaft auch reale Folgen für Forschung und Forschungsagenden haben. Hier wurde der Vorschlag unterbreitet an dem Programm für Sozial-ökologische Forschung anzusetzen, in dem bereits transdisziplinäre Projekte zu Themen wie Nachhaltiges Wirtschaften, Transformation des Energiesystems oder Nachhaltiger Konsum gefördert werden. Da in diesem Programm die Methodenentwicklung für die transdisziplinäre Kooperation und die Wissenschaftskommunikation kein Schwerpunkt darstelle, könnten zusätzliche Vorhaben dort eine partizipative Wissenschaftskommunikation unterstützen.

Die Stellungnahmen der ExpertInnen inklusive ihrer zentralen Thesen sind auf der Seite des Bundestags als PDFs verfügbar.

12. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit vom 14. bis 15. 09. 2015 in Bonn

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lädt zum 12. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit vom 14. bis 15. September 2015 in Bonn ein. Das neue Rahmenprogramm FONA3 wurde am 21.4.2015 von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Johanna Wanka, öffentlich vorgestellt. Mit drei Leitinitiativen zur Zukunftsstadt, Energiewende und Green Economy wird dort die erfolgreiche Förderung der Nachhaltigkeitsforschung verstärkt auf gesellschaftliche Relevanz und Wirksamkeit für die Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die Leitinitiativen sind ein neues und zentrales Element in FONA3. Aber FONA3 zeichnet sich auch durch andere Neuheiten aus, die auf dem FONA-Forum vorgestellt und diskutiert werden: aktuelle Themen in der Vorsorgeforschung, die  erstmalige Koppelung von Forschung und Bildung zur Nachhaltigkeit in einem Programm, eine Strategie zur internationalen Kooperation und  den Prozess zur Nachhaltigkeit in der Wissenschaft.
Folgende Keynote-Redner haben bereits zugesagt:
  • Prof. Dr. Jörg Hacker, Leopoldina
  • Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Forschungszentrum Jülich
  • Prof. Dr. Robert Schlögl, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft
  • Christian Ude, Oberbürgermeister München, a.D.

Wir laden ein zu einer lebhaften Debatte, die Perspektiven aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik zusammenbringt.

Die Vernetzung unterschiedlicher Akteure ist ein zentrales Anliegen von FONA3. Direkt im Anschluss an das BMBF-Forum finden daher in Bonn vom 15.-16. September 2015 drei Statuskonferenzen zu Fördermaßnahmen des Rahmenprogramms FONA3 statt. Dort präsentieren und diskutieren die Forschungsgruppen ihre aktuellen Ergebnisse zu folgenden Themen:

  • r³ Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Strategische Metalle und Mineralien
  • Nachhaltiges Wirtschaften
  • Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems