Sachsen-Anhalt: Zu klein für Sustainability?

Gerade die kleinen neuen Bundesländer stehen vor dem Problem, überhaupt eine ausreichend leistungsfähige Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur in ihren Bundesländern bereitszustellen. Dies nimmt dann schnell auch die Möglichkeiten für eine landesweite thematische Profilbildung, da insbesondere in der Ausbildung eine gewisse Breite der Grundversorgung sichergestellt sein muss. Sachsen-Anhalt ist ein Beispiel für eine solche Konstellation. Keine der beiden Universitäten Magdeburg und Halle konnte sich mit einem Antrag in der Exzellenzinitiative durchsetzen. Bei den Schwerpunktbereichen der Hochschulen in Sachsen-Anhalt spielen Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte kaum eine Rolle, andere Themen dominieren.

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Thüringen: Energie und Nachhaltigkeit nur im Grenzbereich

Das Land Thüringen positioniert sich als ein dynamischer Technologiestandort, die Hochschulen spielen dabei eine wichtige Rolle. Gerade um die Universitäten Jena und die TU Ilmenau herum ist ein umfassender Technologietransfer entstanden. Auch wenn Umwelttechnologien einen Baustein in dieser Strategie darstellen, sind diese Themenfelder nicht dominant. Gerade angesichts der wachsenden Bedeutung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsherausforderungen könnte dieses Themenfeld an Bedeutung gewinnen und würde auch Integrationsmöglichkeiten in die nicht technischen Bereiche der thüringischen Wissenschaftslandschaft bieten.

Die Fachhochschule Nordhausen zeigt dabei in einem vom Stifterverband ausgezeichneten Konzept, wie man durch intelligente Kooperation über die Ländergrenzen hinweg (hier mit der TU Clausthal in Niedersachsen) zu größeren Verbünden in der Umwelt- und Energieforschung kommt.

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Diskussionspapier „Die Universität zukunftsfähig gestalten“ von Rolf Kreibich

Rolf Kreibich, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin hat ein pointiertes Diskussionspapier „Die Universität zukunftsfähig gestalten“ vorgelegt. Rolf Kreibich ist Mitglied der „Gruppe 2004“ und Mit-Autor des Memorandums „Die Hochschule neu denken“ aus dem Jahr 2004. Mit seinem Diskussionsbeitrag entwickelt er einige der Ideen des Memorandums provokant weiter. Insbesondere seine Ideen zur (Re-) Demokratisierung der Hochschulen, um gesellschaftlichen Herausforderungen besser gerecht zu werden, sind lesens- und diskussionswert.

Weissbuch „Zukunft Bildung Schweiz“ der schweizerischen Akademien der Wissenschaften

Die schweizerischen Akademien der Wissenschaften haben gerade das Weissbuch „Zukunft Bildung Schweiz“ vorgelegt und entwickeln darin eine Vision 2030 für das schweizerische Bildungssystem und eine Roadmap zur Erreichung dieser Vision (Download des Weissbuches). Eindrucksvoll ist neben dem integrierten Charakter des Ansatzes, der alle Bildungsstufen von der Vorschule bis zur Hochschule umfasst, die Tatsache, dass auch das Leitbild „Nachhaltigkeit“ sowohl bei den Randbedingungen (S. 8/9) als auch beim Szenario 2030 (S. 17/18) eine wichtige Rolle spielt. Die Entwicklung eines solchen Weissbuches für Deutschland wäre eine interessante Herausforderung – stellt sich die Frage, wer angesichts der föderalen Zuständigkeit Autor eines solchen Denkanstosses sein könnte/sein sollte.