Themenschwerpunkt „Transformative Wissenschaft“ in den ARL-Nachrichten für Raumforschung

Die neu erschienene Ausgabe 2/2016 der Nachrichten der Akademie für Raumforschung und Landesplanung – ARL (Leibniz-Forum für Raumwissenschaften) widmet sich in ihrem Themenschwerpunkt „Transformative Wissenschaft“ dem Mehrwert des Wissenschaftsmodus für die Raumwissenschaften.

Neben einer Einführung in Form von fünf Thesen zur Verbindung von Wissenschaftsdiskurs und Raumforschung und der möglichen Bedeutung transformativer Methoden in den Raumwissenschaften, schildert im Heft u.a. Prof. Uwe Schneidewind in einem Interview seine Sichtweise auf das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft und die Bedingungen für transformative Forschung in Deutschland – inklusive Verbesserungspotenzialen.
Weitere Beiträge zu „transdisziplinären Antworten auf globale Fragen“, „Forschen in gesellschaftlicher Forschung“ und der “ Evaluierung transdisziplinärer Forschung“ machen das Heft dabei nicht nur für Raumforscher_innen interessant.

Die komplette Ausgabe ist hier im Volltext verfügbar.

Bibliographische Angaben
Nachrichten der ARL 2/2016 – Transformative Wissenschaft / ISSN 1612-3905. Akademie für Raumforschung und Landesplanung.

Lesetipp: Reallaborforschung für nachhaltige Entwicklung an Hochschulen

In einer Case Study im kürzlich erschienen Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education (Filho et al., 2017), stellt das Reallabor EnSign (Zweite Förderlinie der Reallabore Baden-Württemberg) an der HfT Stuttgart seinen Ansatz vor, die nachhaltige Entwicklung der Hochschule im Rahmen eines Reallabor-Forschungsprojektes  zu übertragbaren Konzepten für einen klimaneutralen Hochschulbetrieb voranzutreiben.

Das Buchkapitel präsentiert die Entwicklung eines iterativen und integrativen Projekt- und Wissensmanagements zur Einbindung interner und externer Stakeholdern, welches im Zentrum des Forschungsvorhabens steht. Ziel ist es, die Transformation des Campus durch ein Maßnahmenbündel u.a. von angepasstem Benutzerverhalten, höherer Enenergieeffizienz durch neue Gebäudeverwaltungskonzepte, neuen Finanzierungsmodellen für Gebäuderenovierungen, die Integration von Stakeholdern sowie institutionelle Managementstrukturen zu fördern.

„While the technical project results will be of transferable to other public buildings, the study of the transformation process catalyzed by EnSign, including the definition of development scenarios, methods, indicators, and assessment protocols, is perhaps of greater value to the societal SD transition than singular energy efficiency achievements.“ (Filho et al., S. 85)

Nach einer Einordung und Reflexion der Relevanz des Forschungsmodus werden anhand von ersten Ergebnissen die angewandte Kommunikationsstrategie und Wege der partizipativen Ausgestaltung des Projektes, verbunden mit einer Einschätzung des institutionellen Transformationspotenzials diskutiert. Bis zum Projektabschluss bleibt noch die weitere Bündelung des Engagements in einem möglichen Green Office offen, sowie eine Ergänzung von Nachhaltigkeitskriterien und EMAS, um neben der ökologischen auch der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Das Kapitel sowie das Handbuch sind über den Springer-Verlag erhältlich:

Botero, Lisa, Michael Bossert, Ursula Eicker, Jan Cremers, Nansi Palla, und Christiane Schoch. „A Real-World Lab Approach to the Carbon Neutral Campus Transition: A Case Study.“ Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education World Sustainability Series (2016): 73-88. doi:10.1007/978-3-319-47895-1_5

in: Filho, Walter Leal. et al. Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education. Volume 3. Springer, 2017. http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-319-47895-1

Zum weiterlesen: Die Folien einer ersten Zwischenpräsentation des Reallabors EnSign im Juni 2016 stehen hier zum Nachlesen zu Verfügung.

Lesetipp: Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“

Im Dezember ist das Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“ der Zeitschrift Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis des KIT erschienen, welches neben konzeptionellen Beiträgen auch erste Ergebnisse aus vier Reallaboren der Förderlinien Baden-Württembergs vorstellt.

Im Schwerpunkt wird durch zwei einführende Beiträge mit konzeptionellen Überlegungen zum Forschungsformat und einer Diskussion der Schlüsselbegriffe des Forschungsmodus der Kontext für die Vorstellung der 4 Reallabor Case-Studys gegeben, wodurch wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reallaborprojekte deutlich werden.

In den vier Case-Studies stellen dann die Reallabore „Wissensdialog Schwarzwald„, „Urban Office – Nachhaltige Stadtenwicklung in der Wissensgesellschaft„, „Quartier Zukunft – Reallabor 113“ und „Energielabor Tübingen – Gemeinsam zur Energiewende“ ihre jeweiligen Forschungsdesigns und erste gewonnene Erkenntnisse aus der partizipativen Zusammenarbeit in den Reallaboren vor Ort vor.

Abschließend stellt das Begleitforschungsteam ForReal konzeptuelle, praxisorientierte und reflexive Thesen zur Diskussion, welche sich auf die Bedeutung zielorientierter Methodennutzung und das Thematisieren von Lernprozessen als Kerncharakteristiken von Reallaboren stützen.

Das Heft (Open-Access) kann hier heruntergeladen werden.

Neuer Master-Studiengang „Transformationsstudien“ an der Universität Flensburg

Zum Herbstsemester 2017 startet an der Europa-Universität Flensburg
der Master-Studiengang „Transformationsstudien“, der sozial-ökologische Krisen der Gegenwart zum Gegenstand hat.

Der Studiengang, welcher am Norbert Elias Center for Transformation Design & Research angegliedert ist beschäftigt sich mit den drei großen Themenschwerpunkten Gegenwart, Historie und Zukunft vor der Fragestellung nach einer Veränderung unserer Gesellschaft „by design or by desaster“ – durch technische, ökonomische, institutionelle wie auch kulturelle Veränderung. „Neuer Master-Studiengang „Transformationsstudien“ an der Universität Flensburg“ weiterlesen

Workshop „Reallabore als transformative Methode in der Nachhaltigkeitsbildung“ vom 24.-25.01.17 in Wuppertal

Vom 24.-25. Januar 2017 veranstalten das Wuppertal Institut und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen gemeinamen Workshop zum Thema „Reallabore als transformative Methode in der Nachhaltigkeitsbildung“ in Wuppertal.

Der Workshop richtet sich an FachexpertInnen aus Wissenschaft und Praxis und soll den Austausch zwischen Reallabor-Forschung und dem Bereich der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) fördern. So sollen gemeinsam Ideen entwickelt werden, wie sich im Zusammenspiel didaktische Erkenntnisse aus dem Bereich der BNE mit den Praxiserfahrungen der Reallabor-Forschung verknüpfen lassen.

Als Referentinnen und Referenten werden u.a. Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Instituts), Dr. Heinrich Bottermann (Generalsekretär der DBU), Prof. Dr. Ilka Parchmann (Vizepräsidentin der Uni Kiel) sowie Dr. Mandy Singer-Brodowski (Institut Futur Berlin) dabei sein.

Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Es wird um Anmeldung bis zum 17.01.2017 bei karoline.augenstein@wupperinst.org gebeten.

DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung

Im Rahmen eines Expertenworkshops am 14. Juni 2016 in Berlin zum Thema „Transformation Research – Goals, Contents, Methods“, organisiert vom Dutch Research Institute for Transition (DRIFT) und Ecologic, haben 25 führende Forscherinnen und Forscher über Ansätze, Ziele, Inhalte und Ergebnisse transformativer Forschung diskutiert. Ein besonderer Fokus lag auf geeigneten Methoden und Praktiken aus den Sozialwissenschaften, welche die Erforschung von Prozessen und der Dynamik von Transformationen aus verschiedenen Perspektiven ermöglichen.

Zum Workshop wurde nun von Julia Wittmayer und Katharina Hölscher ein abschließender Bericht veröffentlicht. Dieser fasst die Hauptargumente aus den Debatten zusammen und formuliert Fragestellungen für zukünftige Forschungsarbeiten zur Analyse und Unterstützung von Nachhaltigkeitstransformationen. Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Transformationsforschung hat sich in den letzten Jahren schnell als Forschungsperspektive entwickelt, um gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Dabei verbindet sie verschiedene Forschungsfelder und Ansätze, kombiniert theoretische Konzepte und Rahmenbedingungen und bedient sich unter anderem transdisziplinärer
Daraus ist eine intensive Debatte über die Legitimität, die gesellschaftlichen und institutionellen Auswirkungen sowie den Bedarf für entfacht.
Bislang fehlen jedoch weitgehend konzeptionelle Arbeiten zur empirischen und theoretischen Untersetzung von Transformationsforschung, ihren Methoden und inhaltlichen Schwerpunkten.

Der Workshop hat sich nun diesen Problemen zugewandt. Dabei wurden fünf wesentliche Diskussionspunkte in Bezug auf zukunftsweisende Forschungsfragen identifiziert, um Transformationsforschung weiterzuentwickeln „DRIFT Workshopbericht zu Transformationsforschung“ weiterlesen

Nachhaltigkeitsbericht der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde erschienen

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) hat unter dem Titel „Footprints“ ihren Nachhaltigkeitsbericht für die Jahre 2014 und 2015 veröffentlicht.

Mit dem Nachhaltigkeitsbericht legt die Hochschule in Eberswalde Rechenschaft über den Fußabdruck ihrer Aktivitäten ab und informiert ausführlich über ihre nachhaltige Entwicklung nicht nur in den Bereichen Lehre, Forschung, Transfer und Betrieb sondern auch hinsichtlich sozialer Aspekte wie nachhaltige Entwicklung im beruflichen und sozialen Kontext, Beteiligung und ihre Wirksamkeit sowie Förderung von Engagement und Leistung. Dabei ist der Bericht nach den an der Hochschule entworfenen Nachhaltigkeitsgrundsätzen gegliedert.

Die Hochschule hat es sich zum Ziel gesetzt, nicht nur ökologisch neutral zu werden, sondern auch sichtbar zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Die Hochschule wirtschaftet daher bereits seit 2014 klimaneutral und kompensiert nicht vermeidbare Emissionen über ein von Alumni gegründetes und von Studierenden beforschtes Lehmofenprojekt in Kenia. Zusätzlich versucht sie durch gezielte Förderung bspw. von Projektwerkstätten und gezielten Maßnahmen auch ihren positiven Handabdruck zu vergrößern.

Auch hat die Hochschule mit dem Bericht eine erste Entsprechenserklärung zum hochschulspezifischen Deutschen Nachhaltigkeitskodex abgegeben und kommuniziert Wünsche an ihre Landesregierung gleich mit, wie den nach einer fächerübergreifenden Brandenburgischen Akademie zur Promotionsförderung. Auch die Studierenden werden, wie etwa in Rolle eines studentischen Vizepräsidenten umfassend eingebunden und kommen auch im Bericht zu Wort.

Den Bericht können Sie hier herunterladen.
Die zugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.

Bericht des Wissenschaftsrats zur Evaluation des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE)

Der Wissenschaftsrat hat vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst den Auftrag erhalten, das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) wissenschaftlich zu evaluieren. Das Ergebnis der Evaluation hat der Wissenschaftsrat in seiner Sommersitzung beschlossen.

Der Wissenschaftsrat hebt in seiner Stellungnahme die Forschungsleistung und zentrale Rolle des ISOE für die Entwicklung der sozial-ökologischen Forschung in Deutschland hervor und nennt als Alleinstellungsmerkmal die Verknüpfung von Theorie und Praxis, durch die das Institut transdisziplinäre Forschung methodisch geprägt und weiterentwickelt habe.

Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz im Gebiet der sozial-ökologischen Forschung empfiehlt der Wissenschaftsrat aber auch eine inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung. Dabei sollen eine stärkere Fokussierung der Forschungsfelder und eine Veröffentlichungsstrategie helfen.
Im Zuge einer zunehmend akademischen Ausrichtung soll das Institut seine Anbindung an die Goethe-Universität bsp. durch eine gemeinsame Professur verstärken und sich international ausrichten. Durch eine Erhöhung der Grundausstattung seitens des Hessischen Ministeriums sowie eine Diversifizierung der Drittmittelquellen könnte die knappe personelle Ausstattung, insbesondere im Transferbereich, nachhaltig verbessert werden.

Laut Thomas Jahn, Sprecher und Institutsleiter, bestätigen die Empfehlungen des Wissenschaftsrat dabei den aktuellen Entwicklungsplan des ISOE, in Zukunft die Grundlagenforschung und Beratungstätigkeit im Rahmen von nationalen und internationalen Kooperationen auszubauen. Dabei sollen die Forschungsfelder Integrierte Wasserforschung, Angewandte Lebensstilforschung in den Bereichen Klimaschutz, Energie und Mobilität sowie sozial-ökologische Biodiversitätsforschung im Vordergrund stehen.
Insgesamt verstehe das Institut die Bewertung als Auftrag seine inhaltlichen und methodischen Kompetenzen auf hohem Niveau weiterzuentwickeln.

Die Pressemitteilung des Wissenschaftsrates zur Evaluation finden Sie hier, die vollständige Stellungnahme hier.
Die Pressemitteilung des ISOE finden Sie hier.

Grünbuch Citizen Science Strategie Deutschland 2020

Im Rahmen des Projekts „BürGEr schaffen WISSen – Wissen schafft Bürger“ (GEWISS) wurde als Teil des GEWISS-Bausteinprogramms eine Citizen Science-Strategie 2020 für Deutschland entwickelt und nun in Form eines Grünbuchs veröffentlicht.

In acht Dialogforen mit einem Thinktank, einer Auftaktveranstaltung sowie zahlreichen weiteren Beiträgen unter der bundesweiten Beteiligung von über 700 an Citizen Science interessierten Personen aus mehr als 350 Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Fachgesellschaften, Vereinen und Verbänden, Stiftungen und Einzelpersonen wurde über Citizen Science diskutiert. Daraus wurden nun Beiträge zur Entwicklung der Visionen und Handlungsoptionen für das Grünbuch zusammengeführt und in einer weiteren umfänglichen Online-Konsultation von Privatpersonen und verschiedenen Organisationen aus Wissenschaft und Gesellschaft erörtert.

Das daraus entstandene Grünbuch für eine Citizen Science Strategie 2020 stellt die Ziele, Potenziale und Herausforderungen von Citizen Science in Deutschland dar und zeigt Handlungsoptionen für die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Wissenschaft auf. Dabei wird der Fokus auf drei Handlungsfelder gelegt: Die Stärkung etablierter Strukturen, die Neuschaffung von Rahmenbedingungen und die weitere Integration von Cititzen Science in bestehende Konzepte durch verschiedene Maßnahmen. Außerdem werden im Grünbuch vor allem auch die Ziele und Möglichkeiten ebenso wie eine Vision für die Rolle von Citizen Science im Jahr 2020, unter anderem in Form von zehn Leitbildern, definiert. Im Vordergrund stehen auch hier die breite Etablierung, Anerkennung und Einbeziehung von Citizen Science in gesellschaftsrelevante Kontexte.

Das Grünbuch steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Call for Participants: Best-Practice-Beispiele für nachhaltige Hochschulprojekte in Forschung und Betrieb gesucht

Das netzwerk n sucht Beispiele für erfolgreiche und inspirierende Projekte oder Hochschulstrukturen in den Handlungsfeldern Forschung und Betrieb, um diese in einer Best-Practice-Sammlung zu porträtieren.

Nachdem die Sammlung von Beispielen aus den Handlungsfeldern Lehre und Governance nun abgeschlossen ist (den vorläufigen Entwurf finden Sie hier), sollen nun auch Beispiele aus den Bereichen Forschung und Betrieb gesammelt werden. Durch die konsistente Aufbereitung und De-Kontextualisierung soll der Transfer und die Adaptierung erfolgreicher Projekte und Strukturen an weiteren Hochschulen erleichtert und beschleunigt werden. Die Best-Practice-Beispiele sollen durch drei Formate der relevanten Community zur Verfügung gestellt werden: als Broschüre (ca. 100 Seiten; Auflage: 1500 Exemplare), Veröffentlichung auf der Website und der Online-plattform n des netzwerk n sowie als Kurzvideos (60-90 Sekunden lang).

Wenn Ihr Projekt Teil der Best-Practice-Sammlung werden soll, können Sie den hier verlinkten Fragebogen bis zum 10. April 2016 an Paul Weisser schicken.