Ausschreibung Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“

Nachdem das Wuppertal Institut im vergangen Jahr damit beauftragt wurde, den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ der Zempelin Stiftung des Stifterverbandes zu verleihen, steht der mit 25.000€ dotierte Preis nun erstmals zur Ausschreibung.

Der Preis soll alle Formen transformativer Wissenschaft berücksichtigen: Von die Zivilgesellschaft einbeziehenden, transdisziplinären Forschungsdesigns über unterschiedliche Formen von Bürgerwissenschaft bis hin zu die gesellschaftliche Debatte anregende Formen der Wissenschaft. Das Preisgeld soll der Schaffung von Freiräumen und Ressourcen für die Durchführung zukünftiger Projektideen dienen.

Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen als auch Forschungsteams. Die Nominierung erfolgt auf Vorschlag, Selbstbewerbungen sind möglich. Eine unabhängige Jury wählt die Preisträger aus. Antragsberechtigt sind Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher aus Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Zivilgesellschaft.

Kriterien für die Auswahl der Preisträgerin/des Preisträgers sind die gesellschaftliche Relevanz, Qualität und Innovativität der Arbeit/Projekte sowie die eigene Reflexion und geplante Verwendung des Preisgeldes.

Die Bewerbungsunterlagen sind als PDF-Datei bis zum 15. Mai 2017 an franziska.stelzer@wupperinst.org zu schicken. Alle weiteren Details zur Bewerbung finden Sie in der Ausschreibung.

Neuer Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ der Zempelin Stiftung

Die Zempelin Stiftung hat dem Wuppertal Institut Mittel zur jährlichen Vergabe eines Forschungspreises für transformative Wissenschaft gestiftet.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums, welches am 8. September in Wuppertal im Rahmen eines Festaktes unter dem Motto „Making Utopia Possible“ gefeiert wurde, hat der Stifterverband dem Institut den Forschungspreis für „Transformative Wissenschaft“ für die nächsten fünf Jahre übergeben.

Jährlich soll das Institut im Rahmen eines Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens eine Preisträgerin oder einen Preisträger ermitteln, welche/r den mit 25.000€ dotierten Preis erhält. Dazu hat die Stiftung dem Wuppertal Institut insgesamt 250.000€ zur Verfügung gestellt, um die Ehrung im Rahmen eines Symposiums vorzunehmen, welches aktuelle Fragen zu transformativer Forschung adressiert.

Inhaltlich zielt der Forschungspreis auf „alle Formen von Wissenschaft, die Impulse auslösen, die den gesellschaftlichen Fortschritt befördern.“ Vorgeschlagen werden können NachwuchswissenschaftlerInnen, zivilgesellschaftliche Institutionen oder Wissenschaftseinrichtungen, die sich den großen gesellschaftlichen Herausforderungen annehmen und zu einer nachhaltigen Transformation unserer Gesellschaft und Umwelt beitragen, sowie solche, die sich der Nachwuchsförderung in dem Feld verdient machen.

Die offizielle Mitteilung vom Stifterverband finden Sie hier.

Impressionen der Tagung „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“

Mandy Singer-Brodowski Mandy Singer-Brodowski

Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt

Am 17. und 18. Juni 2014 veranstaltete die Stiftung Mercator in Berlin die Tagung „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“. Mit vielen hoch-karätigen und internationalen ReferentInnen und knapp 200 TeilnehmerInnen war die Tagung ein Ort des inspirierenden Austauschs. Der vorliegende Bericht bietet eine knappe und notwendigerweise reduzierte Zusammenfassung der komplexen und vielschichtigen Impulse und Diskussionen der Tagung aus Sicht der Autorin.
In seiner Begrüßungsredeerläuterte Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, den Hintergrund des Engagements der Stiftung und machte deutlich, dass mit den internationalen Tagungsgästen ein neues Niveau in die Diskussion gebracht wurde. Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Universität Bonn, zeigte in seinem kurzen Statement, aus der Perspektive eines Universitäts-Rektors auf, dass die Schnittstelle von Wissenschaft und Politik auch für eine einzelne Hochschule ein komplexes Phänomen im Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz sei.
1. Analysing linkages between science and politics
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, zeichnete in seinem Impulsvortrag als Ziel der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik eine Kartographie verschiedener politischer Pfade, die aufgrund wissenschaftlichen Wissens skizziert werden können. Am Beispiel des letzten IPPC, in dem er die Leitung einer Arbeitsgruppe verantwortete, verdeutlichte er warum die Arbeit in solch einem Gremium medial und politisch so sensibel ist. Besonders wichtig schien ihm daher eine Modellierung, Berechnung und Bewertung verschiedener Zukunftszenarien mit ihren jeweiligen Folgekosten und Implikationen (beispielsweise für die verschiedenen Annahmen über eine Erhöhung des Weltklimas von 2°, 3° und 5° Celsius). Dann können PolitikerInnen unter den Bedingungen unsicherer Wissensbestände mithilfe einer Karte unterschiedlicher wissenschaftlicher Expertise manövrieren.
Prof. Sir Peter Gluckmann, Chief Science Advisor des Neuseeländischen Ministerpräsidenten, erläuterte in seinem Vortrag die Rolle eines Chief Science Advisors als konkretes, angelsächsisch geprägtes Modell die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik zu gestalten. Als knowledge broker müssen die Science Adivors sehr genau zwischen wissenschaftlich produziertem Wissen und (politischen) Werten unterscheiden und Vertrauen zwischen Netzwerken der verschiedenen Stakeholder schaffen. In den vergangenen Jahren lässt sich nach Peter Gluckmann international die Tendenz beobachten, dass sich ein utilitaristischeres Verständnis von Wissenschaft im Sinne der Förderung nationaler Interessen und gesellschaftlich eingeforderter Forschung durchsetzt. Vor diesem Hintergrund sei es für die Glaubwürdigkeit des Wissenschaftssystems zentral, dass WissenschaftlerInnen sich nicht als Anwälte spezieller Positionen verkaufen.

Konferenz „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“ am 16./ 17. Juni

Was sind die neusten Entwicklungen im Verhältnis Wissenschaft und Politik? Wie stellt sich die Wissenschaft auf die veränderten Ansprüche und den sich wandelnden Bedarf der Politik ein? Und welche Rolle spielen Stiftungen, die sich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik bewegen? Die internationale Konferenz „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“, die am 16. und 17. Juni 2014 im Humboldt-Carrée in Berlin stattfindet, soll helfen die Fragen zu beantworten.

Die Konferenz wird von der Stiftung Mercator, dem Forum Internationale Wissenschaft der Universität Bonn, der University of Sussex und dem Stanford Center on Philanthropy and Civil Society gemeinsam ausgerichtet. Fünf verschiedene Diskussionsrunden und vier Einführungsvorträge sollen dazu dienen, das Verhältnis von Wissenschaft und Politik systematisch zu untersuchen. Betrachtet werden soll unter anderem wie sich die Wissenschaft in Bezug auf ihre Auswahl- und Bewertungskriterien für Forschungsagenden, ihre Kommunikationsformen, die von ihr geleistete Beratung sowie ihre Institutionen und Funktionen verändert. Daneben wird auch die Rolle von Stiftungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik besondere Beachtung finden.

Informationen zur Anmeldung und das vollständige Programm können Sie hier einsehen.

MOOCs für Nachhaltige Entwicklung – Abstimmung im Rahmen einer Initiative des Stifterverbandes

Der Stifterverband der deutschen Wissenschaft organisiert aktuell die Förderung von MOOCs (Massive Open Online Courses) mit ingesamt 250 000 €. Das Angebot von öffentlich zugänglichen Online-Kursen setzt sich international an mehr und mehr Hochschulen durch und trägt zur Öffnung der Hochschullandschaften bei. Die Offensive vom Stifterverband und Iversity ist eine der ersten großen deutschen Förderoffensiven für solcher Kurse.

Aus über 200 Angeboten von Lehrteams vieler deutscher Hochschulen werden zehn Kurs-Konzepte ausgewählt und anschließend mit jeweils 25 000 € für die Umsetzung des Online-Konzeptes unterstützt. Die Entscheidung wird über eine Online- Abstimmung getroffen. Erstaunlich viele Nachhaltigkeitsinitiativen nutzen die Chance zur Bewerbung ihrer Kurse, z.B. die TU Kaiserslautern mit einem Einführungskurs zu Nachhaltiger Entwicklung von einem Team um Prof. Dr. Michael Hauff.

Bis zum 22.05. kann abgestimmt werden. Nutzen Sie die Abstimmungsmöglichkeiten hier.

Die Rolle von Stiftungen bei der Förderung einer transformativen Wissenschaft

– ein Kommentar von Uwe Schneidewind zur Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ –

 

Das Podium auch dieser Veranstaltung der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ war wieder hochrangig besetzt: Mit Prof. Dr. Wilhelm Krull (Generalsekretär der VW-Stiftung) und Dr. Lars Grotewold (Programmleiter bei der Stiftung Mercator) saßen zwei der größten Wissenschaftsstiftungen in der Runde. Prof. Dr. Ernst Rietschel (langjähriger Präsident der Leibniz-Gemeinschaft) ist einer der profundesten Kenner und Gestalter des deutschen Wissenschaftssystems der letzten 20 Jahre und mit Prof. Dr. Dirk Messner diskutierte einer der Autoren des WBGU-Hauptgutachtens zur „großen Transformation“ mit, der die durchaus weitgehenden wissenschaftspolitischen Implikationen des vom WBGU (Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen) eingeforderten „neuen Gesellschaftsvertrages“ vertrat.

 

Die Rolle von Stiftungen bei der Förderung einer transformativen Wissenschaft
(v.l n.r.:  Prof. Dr. Wilhelm Krull, Prof. Dr. Ernst Rietschel, Prof. Dr. Dirk Messner, Dr. Lars Grotewold)

Einigkeit in der Rolle der Stiftungen, …
Bezüglich des Kernthemas der Veranstaltung war man sich auch sehr schnell einig: Stiftungsinitiativen „erhöhen die Diversität im Wissenschaftssystem“ (Moderator R. Andreas Kraemer vom Ecologic Institute). Sie stellen „gesellschaftliches Risikokapital“ (Grotewold) zur Verfügung, um immer wieder „Inseln des Gelingens“ (Krull) für neue Forschungsformen zu schaffen. Diese besondere Stellung kommt den Stiftungen zu, weil sie „außerhalb des verfestigten Systems“ (Rietschel) stehen und damit eine besondere Innovationsfunktion erfüllen können.

… aber Diskussion über das notwendige Ausmaß der Veränderung im Wissenschaftssystem
Doch ob dies ausreichend Veränderungsimpulse im Wissenschaftssystem setzt, darüber entspann sich die eigentliche Diskussion: Ernst Rietschel zeigte sich optimistisch: Die Trennung zwischen Universitäten –als Ort zur Kultivierung disziplinärer Forschung- und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen, insbesondere den Helmholtz- und Leibniz-Instituten, habe sich bewährt. Gerade die programmorientierte Forschung der außeruniversitären Einrichtungen erlaube seit vielen Jahren den Forschungsmodus, der in der Diskussion um eine transformative Forschung eingefordert würde. Durch die politische Einflussnahme in den Aufsichtsgremien der Forschungsgemeinschaften können sich die Wissenschaftsgemeinschaften künftig auch noch stärker auf gesellschaftliche Bedarfe ausrichten. Auf Stiftungsseite pflichtete ihm Wilhelm Krull bei: Die VW-Stiftung als größte Wissenschaftsstiftung in Deutschland hat seit ihrer Gründung an die „Veränderungsfähigkeit des Wissenschaftssystems aus sich selbst heraus“ geglaubt. Deswegen gründe sie keine eigenen Universitäten und Forschungseinrichtungen, und setze keine thematischen sondern institutionelle Förderschwerpunkte. Innovative Forscherinnen und Forscher und deren Projekte müssen geeignete institutionelle Kontexte zur Entfaltung vorfinden: Programme wie die Nachwuchsgruppenförderung, die Schaffung der Lichtenberg-Professuren oder diejenigen zur Stärkung der Eigenverantwortung von Universitäten haben in den letzten Jahren genau das geleistet.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die Rolle von Stiftungen bei der Förderung einer transformativen Wissenschaft – 10.09.2012

Stiftungen spielen im Themenfeld Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine zunehmend wichtigere Rolle. Sie unterstützen vielfältige Projekte zum Klimawandel und zum Umweltschutz; sie begleiten aktiv die deutsche Energiewende. Auf dem Stiftertag Mitte Juni in Erfurt wurde dies wieder eindrucksvoll deutlich (vgl. z.B. das aktuelle Heft „Stiftung und Sponsoring“ – Stiftungen und Klimawandel).

Im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystem zu neuen Formen „transformativer Wissenschaft“ (WBGU) stellt sich die Frage, wie (Wissenschafts)stiftungen geeignete Impulse zur Weiterentwicklung des Wissenschaftssystem selbst auslösen können – hin zu stärker transdisziplinären Strukturen. Auch dazu gibt es zunehmend interessante Best-Practice-Beispiele aus dem Stiftungsbereich, wie aktuelle Programme z.B. der Stiftung Mercator (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change), der Heinrich-Böll-Stiftung (Promotionsschwerpunkt Transformationforschung) sowie mehrerer im Stiftungszentrum des Deutschen Stifterverbandes organisierter Stiftungen zeigen.

Auf einer Diskussionsveranstaltung  am 10.09.2012 ab 19:00 Uhr im ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator soll über die Fragen diskutiert werden: Was kann die „Die Rolle von Stiftungen bei der Förderung einer transformativen Wissenschaft“ sein? Was sind interessante Best Practices für die Förderung? Wie können Stiftung die staatliche Wissenschaftsförderung ergänzen? Und welche innovativen Impulse aus den Reihen der Stiftungen wirken ggf. sogar als Katalysoren für eine veränderte öffentliche Wissenschaftsförderung? Die Veranstaltung ist eingebettet in die Veranstaltungsreihe „Transformatives Wissen schaffen“ im Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit“.

Auf dem Podium sitzen:
Prof. Dr. Dirk Messner (DIE/ WBGU)
Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Rietschel (Acatech)
Prof. Dr. Willhelm Krull (VW-Stiftung)
Dr. Lars Grotewold (Stiftung Mercator)
Moderation: R. Andreas Kraemer (Ecologic Institute)

Stiftungsprofessur für „Nachhaltige Entwicklung“ an der Universität des Saarlandes gestartet

Seit dem 01.10.2010 ist die Stiftungsprofessur für Nachhaltige Entwicklung an der Universität des Saarlandes gestartet.Der Lehrstuhl wurde bereits im vergangenen Jahr von der Saar-Uni und der Europäische Akademie Otzenhausen gemeinsam mit der Bildungsinitiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ eingerichtet und wird von der Asko-Europa-Stiftung gefördert. Lehrstuhlinhaber ist Prof. Dr. Olaf Kühne. Der Lehrstuhl soll Angebote zur Nachhaltigen Entwicklung in alle Fachbereiche der Universität Saarbrücken einbringen – eine hoch interessante Initiative, über deren Fortgang auf dem Blog weiter berichtet wird. Weitere Informationen finden Sie unter: http://bit.ly/92OICb

Stifterverband wünscht sich in Studie stärkere gesellschaftliche Pluralisierung der Hochschulräte

Der Stifterverband hat ein „Handbuch Hochschulräte“ vorgelegt, in dem er u.a. zu einer stärkeren Pluralisierung von Hochschulräten rät. In der begleitenden Pressemeldung heißt es wörtlich:
„Nur wenn Hochschulräte vielfältig zusammengesetzt sind, können sie ihre Funktion als Orte des gesellschaftlichen Diskurses ausüben…. Derzeit kommt jedes zweite Hochschulratsmitglied aus der Wissenschaft. Aus der Wirtschaft stammt dagegen nur jedes dritte Mitglied. Von einer Dominanz der Unternehmen in Hochschulräten kann nicht gesprochen werden.“ Es ist zu erwarten, dass die Zurückdrängung von wissenschaftlichen Vertretern in den Hochschulräten zugunsten von mehr Vertretern aus gesellschaftlichen Gruppen zu Diskussionen geführt wird. Im Sinne einer nachhaltigkeits-orientierten Wissenschaft nehmen hoffentlich viele gesellschaftliche Gruppen aus Kirchen, Umweltverbänden, Gewerkschaften den Ball auf und signalieren die klare Bereitschaft zu Mitwirkung in Hochschulräten. Die Studie des Stifterverbandes liefert hierfür eine gute Vorlage.