Forschungspreis für nachhaltige Entwicklung des BUND

Der BUND schreibt in 2017 erstmals einen Preis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Nachhaltige Entwicklung in den zwei Kategorien Studentische Abschlussarbeiten und Forschungsarbeiten aus.

Der Preis soll zur Beschäftigung mit dem Thema anregen und dazu beitragen, das Wissenschaftssystem für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu sensibilisieren.
Dabei können Arbeiten aus allen Fachdisziplinen eingereicht werden, mit besonderer Berücksichtigung von interdisziplinär angelegten Arbeiten.
Der Preis ist für studentische Arbeiten (Bachelor- oder Masterthesen) mit 1.000€, für Forschungsarbeiten (Dissertationen oder Forschungsberichte) auf 3.000€ dotiert. Es können noch bis zum 15. März 2017 seit Januar 2015 fertig gestellte Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.

Die feierliche Preisverleihung erfolgt im Juni 2017. Die prämierten Arbeiten werden anschließend auf der Homepage des BUND veröffentlicht. Alle weiteren Informationen zur Bewerbung finden Sie hier.

Grünbuch Citizen Science Strategie Deutschland 2020

Im Rahmen des Projekts „BürGEr schaffen WISSen – Wissen schafft Bürger“ (GEWISS) wurde als Teil des GEWISS-Bausteinprogramms eine Citizen Science-Strategie 2020 für Deutschland entwickelt und nun in Form eines Grünbuchs veröffentlicht.

In acht Dialogforen mit einem Thinktank, einer Auftaktveranstaltung sowie zahlreichen weiteren Beiträgen unter der bundesweiten Beteiligung von über 700 an Citizen Science interessierten Personen aus mehr als 350 Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Fachgesellschaften, Vereinen und Verbänden, Stiftungen und Einzelpersonen wurde über Citizen Science diskutiert. Daraus wurden nun Beiträge zur Entwicklung der Visionen und Handlungsoptionen für das Grünbuch zusammengeführt und in einer weiteren umfänglichen Online-Konsultation von Privatpersonen und verschiedenen Organisationen aus Wissenschaft und Gesellschaft erörtert.

Das daraus entstandene Grünbuch für eine Citizen Science Strategie 2020 stellt die Ziele, Potenziale und Herausforderungen von Citizen Science in Deutschland dar und zeigt Handlungsoptionen für die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Wissenschaft auf. Dabei wird der Fokus auf drei Handlungsfelder gelegt: Die Stärkung etablierter Strukturen, die Neuschaffung von Rahmenbedingungen und die weitere Integration von Cititzen Science in bestehende Konzepte durch verschiedene Maßnahmen. Außerdem werden im Grünbuch vor allem auch die Ziele und Möglichkeiten ebenso wie eine Vision für die Rolle von Citizen Science im Jahr 2020, unter anderem in Form von zehn Leitbildern, definiert. Im Vordergrund stehen auch hier die breite Etablierung, Anerkennung und Einbeziehung von Citizen Science in gesellschaftsrelevante Kontexte.

Das Grünbuch steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Interview „The knowledge of 7.4 Billion“ mit Uwe Schneidewind

Für die Ausgabe #17 „Sharing“ der Zeitschrift Digital Development Debates hat Prof. Dr. Uwe Schneidewind ein Interview zum Thema „The knowledge of 7.4 Billion“  gegeben.

Im Interview diskutiert Prof. Schneidewind den Stand der wissenschaftspolitischen Debatte in Deutschland und beleuchtet die Möglichkeiten transformativer Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung in Afrika, Asien und Südamerika.

Den vollständigen englischsprachigen Artikel können Sie hier lesen.
Eine deutsche Kurzinformation zur Ausgabe finden Sie hier.

„Responsible University Symposium“ am 07. April 2016 in Lüneburg

Die Leuphana Universität Lüneburg veranstaltet im Rahmen der vom Stifterverband geförderten Initiative „Campus und Gemeinwesen“ am 07. April 2016 auf dem Campus Scharnhorststraße ein Dialogforum über Wege und Wirkungen der Zusammenarbeit von Hochschulen und Gesellschaft.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Hochschulen, Gesellschaft und Politik werden in einer Podiumsdiskussion und anschließenden Workshops die gesellschaftliche Verantwortung von Hochschulen näher beleuchtet und Fragen nach den Beiträgen gestellt, die diese zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten können. Dabei sollen auch die Auswirkungen von transdisziplinären Forschungsmethoden auf die Rolle von Hochschulen, die sich durch einen Einbezug der Gesellschaft ergeben,  thematisiert werden.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung sowie die Anmeldung finden Sie hier.

Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen? – Veranstaltung der Plattform Forschungswende am 11.01.16 in Stuttgart

Der BUND, der NABU Baden-Württemberg und die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende laden ein zum Workshop „Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen?“ am
11. Januar 2016 in Stuttgart.

In dem Workshop sollen Ziele, Strukturen und Inhalte der Forschungs- und Innovationsstrategien sowie die Möglichkeiten der Partizipation auf Bundes- und Landesebene vorgestellt und diskutiert werden. Außerdem liegen aus den „Reallaboren für praxisnahe wissenschaftliche Forschung zur Nachhaltigkeit“ erste landesspezifische Erfahrungen für Baden-Württemberg vor, die reflektiert und diskutiert werden sollen. Der Workshop wendet sich insbesondere an die Akteure der Gesellschaft sowie der transformativen Wissenschaft.

Ausführliche Informationen zum Workshop finden Sie in der Einladung.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 05.01.2016 unter Angabe von Institution und Funktion an hello(at)forschungswende.de
Bitte beachten Sie, dass die Plätze begrenzt sind.

Konferenz „WELTcampus – Nachhaltige Kooperationen zwischen Hochschule und Zivilgesellschaft“ am 11. November in Stuttgart

Das Forum für internationale Entwicklung und Planung lädt herzlich ein zur Konferenz WELTcampus – Nachhaltige Kooperationen zwischen Hochschule und Zivilgesellschaft. Die Konferenz findet am 11. November 2015 im Stuttgarter Literaturhaus statt und richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende zivilgesellschaftlicher Organisationen, Studierende, Dozierende und Beschäftigte an Hochschulen. Ziel der Konferenz ist es Interessierten an der wechselseitiger Kooperation zu Fragen der globalen Nachhaltigkeit mithilfe verschiedener innovativer Formate eine Plattform für den gegenseitigen Austausch und konkrete Handlungsoptionen für die Zusammenarbeit zu geben. Studierenden und PreisträgerInnen des campusWELTbewerbs können wir Reisekosten erstatten. Das vollständige Einladungsschreiben können Sie als pdf hier herunterladen. Das Anmeldeformular im Word-Format gibt es hier zum Download.

„Ziemlich beste Freunde? – Forschung von Wissenschaft und Zivilgesellschaft für nachhaltige Transformationen“ – Ecornet Tagung am 02.11. in Berlin

Das Ecological Research Network (Ecornet) veranstaltet gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), Brot für die Welt und der Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende am 02.11.2015 von 14 bis 18 Uhr in Berlin eine Tagung „Ziemlich beste Freunde? – Forschung von Wissenschaft und Zivilgesellschaft für nachhaltige Transformationen“.

Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimaschutz, Armutsbekämpfung oder Erhalt der Biodiversität erfordern umfangreiche gesellschaftliche Transformationen. Es werden wissenschaftlich fundierte und in der Praxis anwendbare Lösungen für komplexe Nachhaltigkeitsprobleme benötigt. Die produktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft könnte dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Das ist für beide Seiten nicht ohne Risiko: Verbände suchen konkrete Ideen für Positionierung und Kampagnen, die Ergebnisse aus Forschungsprojekten liegen allerdings häufig erst nach einigen Jahren vor und sind sehr kontextspezifisch. Forscher/innen fürchten um die Unabhängigkeit ihrer Ergebnisse, wenn Praxisakteure ihre Interessen einbringen. Können die ungleichen Partner Wissenschaft und Zivilgesellschaft also „beste Freunde“ sein?

Viele Beispiele der Kooperation von Zivilgesellschaft und Wissenschaft in transdisziplinären Forschungsprojekten zeigen, dass die Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar sein kann und Forschungsergebnisse mit hoher Relevanz hervorbringt. Eine weit entwickelte Kooperationskultur in der Breite fehlt aber. Ziel der Tagung ist es, Praxis und Perspektiven dieser Zusammenarbeit zu reflektieren. Wie groß die Potenziale für gesellschaftliche Innovationen und konkrete Problemlösungen sind, wird in Workshops am Beispiel der Handlungsfelder Nachhaltiger Konsum und Sustainable Development Goals diskutiert. Dazu werden die bisherigen Lernprozesse der Plattform Forschungswende reflektiert.

Das Programm zur Tagung finden Sie hier. Eine Anmeldung kann hier vorgenommen werden.

„Transdisziplinaere Ansaetze für die Energiewende“ – Workshop der Plattform Forschungswende und der Schader Stiftung am 21.10. in Darmstadt

Im Rahmen des Forschungsforums Energiewende (BMBF) wurden Stakeholder aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik eingeladen, um sich in die Entwicklung neuer Energieforschungsprogramme einzubringen. Die organisierte Zivilgesellschaft war mit einigen Verbänden wie BUND, Germanwatch e.V., WWF oder Verbraucherzentrale NRW e.V. beteiligt. Das Forschungsforum Energiewende mit der Geschäftsstelle der acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V.) hat mit diesem partizipativen Prozess Neuland betreten. Zeit für die Verbände, Bilanz zu ziehen. Zum einen mit Blick auf die Frage, wie wirksam das Engagement für den Prozess war. Welche Ansätze aus dem Stakeholderkreis wurden im Forschungskonzept berücksichtigt? Zum anderen, um zu überlegen, wie man die „lessons learned“ mit einem konstruktiven Blick nach vorn für weitere partizipative Ansätze fruchtbar machen kann. Die Kunst wird darin bestehen, sowohl ein geregeltes Beteiligungsverfahren zu etablieren, um Willkür, falsche Erwartungen und Überbeanspruchung von Ressourcen in der Partizipation zu vermeiden und gleichzeitig eine offene und lernfähige Entwicklungsperspektive herzustellen.
Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende und die Schader Stiftung laden zum Dialog über diese Aspekte ein. Die Veranstaltung findet am 21. Oktober 2015, 10.00 bis 17.00 Uhr im Schader-Forum, Goethestraße 2, 64285 Darmstadt statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Die Teilnahme ist nur auf persönliche Einladung möglich. Anmeldungen bitte unter der Angabe Ihrer Anschrift bis 16. Oktober 2015 per E-Mail an: kontakt@schader-stiftung.de. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung per E-Mail.

Angebot für Nachhaltigkeitsinitiativen & Hochschulgruppen

Im Projekt „Zukunftsfähige Hochschulen gestalten“ bietet netzwerk n wieder studentischen Nachhaltigkeitsititiativen kostenlose mehrmonatige Begleitung durch zwei sog. Wandercoaches an, um sich rund um das Thema nachhaltige Hochschule inhaltlich, methodisch und strategisch weiterbilden und coachen zu lassen. Bewerbungen sind noch bis zum 30. September 2015 möglich.
Alle Details zur Ausschreibung finden sich hier.

Drei Stellenangebote zur Umsetzung des Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung bei der Deutschen UNESCO-Kommission

Die Deutsche UNESCO-Kommission setzt mit ihren Partnern im Rahmen einer Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mehrere anspruchsvolle Programmteile des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) in Deutschland um. In diesem Zuge sind bei der Deutschen UNESCO Kommission in Bonn drei Stellen ausgeschrieben: ein/e Referent/in für das Webportal „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, ein/e Referent/in für die „Auszeichnungspraxis“ im Rahmen des Weltaktionsprogrammes und eine Teamassistenz der Geschäftsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die Bewerbungsfrist für alle drei Stellen ist der 14. August.
Die detaillierten Ausschreibungen finden Sie hier.

„Zivilgesellschaft beteiligen. Perspektiven einer integrativen Forschungs- und Innovationspolitik“ – Working Paper der Plattform Forschungswende veröffentlicht

Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende hat ein aktuelles Working Paper „Zivilgesellschaft beteiligen. Perspektiven einer integrativen Forschungs- und Innovationspolitik“ veröffentlcht. Es gibt einen Einblick in die Sicht zivilgesellschaftlicher Organisationen auf Forschung und Innovation. Eine Zusammenstellung der Ergebnisse aus europäischen Forschungsprojekten zu Partizipation in Forschung und Innovation ergänzen die Darstellung.
Endliche Ressourcen und der drängende Zeithorizont für eine Trendwende in der Erderwärmung erfordern innovative Forschungsansätze ebenso wie eine Beschleunigung der Umsetzung von technologischen wie sozialen Innovationen. Dies kann nur mit mehr Partizipation aller gesellschaftlichen Kräfte gelingen. Diesen Prozess zu gestalten ist eine Herausforderung, die von Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in neuen Netzwerken und auf unbekannten Pfaden gestaltet werden muss. Zivilgesellschaftliche Akteure sind hier wichtige Partner, die sich auf den (manchmal steinigen und unbequemen) Weg gemacht haben, um sich in die Diskussion über eine gemeinsame Zukunft einzubringen.

In dem Working Paper, das im Rahmen eines BMUB/UBA Verbändeförderprojektes erstellt wurde, stellen die Autorinnen lösungsorientierte Handlungsansätze dar, um Partizipation der zivilgesellschaftlichen Akteure wirkungsorientiert zu gestalten.

Das Working Papier kann hier heruntergeladen werden.

„Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen?“ Workshop am 11.05.2015 in Düsseldorf

Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende veranstaltet in Kooperation mit dem NABU-NRW und der Verbraucherzentrale NRW einen Workshop „Forschungspolitik – ein lohnendes Thema für zivilgesellschaftliche Organisationen?“. Ziel der Veranstaltung ist es das Verständnis für Forschung und Innovation in zivilgesellschaftlichen Organisationen zu stärken und Ansätze für eine Beteiligung und Vernetzung zu entwickeln. Im Rahmen der Veranstaltung soll gemeinsam mit den Gästen diskutiert werden, wie zivilgesellschaftliche Organisationen in Forschungspolitik und Forschungsstrategien erfolgreich beteiligt werden können. Als Rednerin ist auch die nordrhein-westfälische Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Svenja Schulze, eingeladen.
Der Workshop findet am Montag, den 11. Mai 2015, von 10:00 – 17:00 Uhr im NABU Nordrhein-Westfalen (Völklinger Straße 7-9) in Düsseldorf statt.

Bis zum 5. Mai 2015 können Sie sich kostenlos unter info@nabu-nrw.de anmelden. Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Plätze begrenzt ist.

Stellenausschreibung im Projekt „Zivilgesellschaft und Forschung für nachhaltige Entwicklung“

Zum Programm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ des Landes Niedersachsen und des VW-Vorab wird von der LMU München (Lehrstuhl Mensch-Umwelt-Beziehungen) gemeinsam mit der Universität Basel (Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität, MGU) die wissenschaftliche Begleitforschung im transdisziplinären Forschungsprojekt ZiFoNe (Zivilgesellschaft und Forschung für Nachhaltige Entwicklung: Transdisziplinarität fordern und fördern) durchgeführt. In diesem Rahmen ist erneut eine wissenschaftliche MitarbeiterInnenstelle ausgeschrieben. Aufgabe des Projektes wird es sein, die Rolle und den Einfluss von Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Gruppen auf Konzeption, Begutachtung und Durchführung der Projekte im Rahmen des Programms zu untersuchen.

Verantwortung der Wissenschaften für Nachhaltiges Wirtschaften – Vortrag von Angelika Zahrnt auf der Göttinger Tagung „Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit – wie passt das zusammen?“

Vom 14.-16.11.2014 veranstaltete die Universität Göttingen zusammen mit der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) das inzwischen 3. Symposium „Wissenschaft für Frieden und Nachhaltigkeit“. Nach den Themenschwerpunkten Ernährungssicherheit („Sicherung der Welternährung und Armutsbekämpfung als Herausforderung für Frieden und Nachhaltigkeit“) im Jahr 2012 und Nachhaltigkeit („Nachhaltigkeit – Verantwortung für eine begrenzte Welt“) im Jahr 2013 stand in dem diesjährigen Symposium das Thema „Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit – wie passt das zusammen?“ im Zentrum. Das Symposium wurde gemeinsam mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Göttingen veranstaltet.

In ihrem Vortrag auf der Abschlussveranstaltung am 16.11.2014 spannte die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Zahrnt, u.a. Autorin der Bücher „Postwachstumsgesellschaft“ und „Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik“, Ehrenvorsitzende des BUND und langjähriges Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung einen Bogen von den inhaltlichen Herausforderungen der Wirtschaftswissenschaften im Kontext Nachhaltiger Entwicklung bis zu den daraus folgenden institutionellen Konsequenzen für das Wissenschaftssystem. Mit ihren pointierten Forderungen zur künftigen Berufungspolitik, der nötigen Diversifizierung in den Hochschulen aber auch der Landschaft der außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie einer Demokratisierung der Forschungsförderpolitik löste sie in Göttingen eine lebhafte Debatte aus.

Die Universität Göttingen wird zeitnah einen Videomitschnitt des Vortrages und der anschließenden Diskussion zur Verfügung stellen (Eine Information darüber erfolgt ebenfalls hier auf dem Blog). Zudem greift auch der Blog www.postwachstum.de die Debatte über das Thema Wirtschaftswissenschaften und Nachhaltigkeit auf.

ZEIT-Streitgespräch zur zivilgesellschaftlichen Teilhabe an Wissenschaft zwischen Günter Stock und Uwe Schneidewind jetzt auch online verfügbar

In der ZEIT-Ausgabe vom 18.09.2014 stritten der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft (BBAW), Prof. Dr. Günter Stock, und Prof. Dr. Uwe Schneidewind über das Für und Wider zivilgesellschaftlicher Beteiligung in der Wissenschaft und in der Wissenschaftspolitik. Das vollständige Streitgespräch ist jetzt auch auf den Online-Seiten der ZEIT verfügbar. Sie finden es unter diesem Link.

Stellenausschreibung in Projekt „Zivilgesellschaft und Forschung für nachhaltige Entwicklung“

Das Land Niedersachsen und der VW-Vorab haben mit dem Programm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ neue Wege beschritten: die Zivilgesellschaft bekommt bei der Auswahl von Forschungsprojekten Mitsprache-Recht. Zum Programm wird von der LMU München (Lehrstuhl Mensch-Umwelt-Beziehungen) gemeinsam mit der Universität Basel (Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität, MGU) die wissenschaftliche Begleitforschung im Rahmen des transdisziplinären Forschungsprojektes ZiFoNe (Zivilgesellschaft und Forschung für Nachhaltige Entwicklung: Transdisziplinarität fordern und fördern) durchgeführt. In diesem Rahmen ist aktuell eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle ausgeschrieben. Aufgabe des Projektes wird es sein, die Rolle und den Einfluss von Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Gruppen auf Konzeption, Begutachtung und Durchführung der Projekte im Rahmen des Programms zu untersuchen.

Bewerbungsschluss ist der 03.11.2014.

Diskussionsbeitrag: Zur Gründung des „Haus der Zukunft“ – Kommentar von Reinhold Leinfelder zum Diskussionsbeitrag von Steffi Ober

leinfelderNov2012 Prof. Dr. Reinhold Leinfelder

Gründungsdirektor des „Haus der Zukunft“

Steffi Ober schreibt in ihrem Beitrag vom 9.9. im Hinblick auf die Vorstellung der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung u.a.:

„Deshalb solle die Gesellschaft „Technologieaufgeschlossener“ werden. Man könnte es auch anders formulieren: sie solle weniger technologiekritisch sein.“ …. „Leider zieht sich im gesamten (Anm:letzten) Kapitel (Anm.: der Hightechstrategie) der überholte Ansatz durch, dass Wissenschaft nur gut aufbereitet und erklärt werden muss, damit das ‚von den Menschen verstanden, angenommen und angewendet wird‘. Dies trifft auch für das Haus der Zukunft zu …“  
Da Frau Obers Einschätzung nach dieser Ansatz also auch auf das Projekt Haus der Zukunft zutrifft, erlaube ich mir hier eine Stellungnahme. Ich sehe zum einen ein gewisses Missverständnis – so ist eine grundsätzliche Technologieaufgeschlossenheit meines Erachtens nicht automatisch gleichzusetzen mit „weniger technologiekritisch“. Zum anderen ist es natürlich legitim und notwendig, die kommunikativen Aufgaben des Haus der Zukunft  zu hinterfragen. Es wäre auch aus meiner Sicht tatsächlich völlig falsch, wenn Wissenschaftskommunikation für die Zukunft nur in einer aufbereitenden und didaktischen Weise „von oben herab“ betrieben würde. Natürlich geht es nun darum, das Haus der Zukunft, bei dem ja gerade erst die Trägergesellschaft gegründet wurde und ich als Gründungsdirektor erst seit einigen Tagen (d.h. seit 1.9.2014) im Amt bin, sukzessive mit Inhalt und Leben zu erfüllen. Hier ein paar erste Gedanken dazu: Beim Haus der Zukunft ist es mir als Gründungsdirektor selbstverständlich ganz besonders wichtig, ALLE, d.h. insbesondere auch die Zivilgesellschaft intensiv mit einzubinden. „Die“ Politik, aber auch „die“ Wissenschaft, „die“ Wirtschaft oder „die“ NGOs/Initiativen werden eine Transformation in die Zukunft nicht jeweils alleine, sondern nur im Zusammenspiel  mit der gesamten Zivilgesellschaft hinbekommen, so wie dies auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen in seinem Gutachten „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ auf den Punkt gebracht hat. (An diesem sowie weiteren Gutachten habe ich als damaliges WBGU-Mitglied selbst mitgearbeitet, natürlich sehe ich es damit auch für mein Wirken als verpflichtend an).

Stellenausschreibung der Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler e.V. (VDW e.V.)

Die Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler e.V. (VDW.e.V.) hat sich in den letzten beiden Jahren in der Wissenschafts- und Forschungspolitik engagiert. Für eine befristete Stelle wird nun ein/e Mitarbeiter/in als Projektassistenz für den Zeitraum von 24 Monaten gesucht. Bewerbungen können bis zum 30.07. per Mail eingereicht werden. Die komplette Ausschreibung kann hier herunter geladen werden.

Ausschreibung  Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler

Buchpräsentation „Partizipation in der Wissenschaft“ am 19.06.2014

Am 19. Juni 2014 von 18:00 bis 21:00 Uhr lädt die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler ein zur Buchpräsentation „Partizipation in der Wissenschaft“ im Konferenzraum der Geschäftsstelle der VDW, Marienstr. 19/20 10117 Berlin

Die Autorin, Dr. Steffi Ober, beleuchtet das Verhältnis von Forschungspolitik und Zivilgesellschaft am Beispiel der Hightech-Strategie. Ihr Ansatz beschreibt nur einen Ausschnitt der Forschungspolitik, der jedoch große Summen und zentrale gesellschaftliche Themen bewegt. Große Herausforderungen wie Klimawandel, sich erschöpfende Ressourcen und die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung werfen neue Fragen an die Wissenschaft auf. Von ihr werden Antworten auf die Transformationen in der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft erwartet. Forschung soll die notwendigen Innovationen in Infrastruktur und Produktion voranbringen. Die Bundesregierung unterstützt Wissenschaft und Wirtschaft in der Gestaltung der Zukunft mit der Hightech-Strategie. Bislang wurde jedoch noch wenig untersucht, inwieweit diese Strategie mit der Gesellschaft verzahnt ist und ob sie im ausreichenden Maße dazu beiträgt, die globalen Zukunftsprobleme zu lösen. Die Untersuchung »Partizipation in der Wissenschaft« kommt hier zu einem kritischen Ergebnis.

Ein Blick auf die Strukturen in der Forschungspolitik schärft das Bewusstsein, wie man eine nachhaltige und transdisziplinäre Wissenschaft für die Lösung einer solch großen Herausforderung stärken kann. Die Zivilgesellschaft und ihre Akteure spielen in der Problemformulierung und -bearbeitung eine wesentliche Rolle. Wie dies besser gelingen kann, soll mit dieser Veranstaltung aus mehreren Perspektiven und mit unterschiedlichen ReferentInnen diskutiert werden.

Prof. Dr. Gesine Schwan lebt und verteidigt die Demokratie mit aller Kraft. Wissenschaft und Forschung müssen in ihrer Ausrichtung demokratisch mitbestimmt und kontrollierbar sein, da sie die Gesellschaft ganz wesentlich heute und in Zukunft prägen.

Prof. Dr. Dirk Messner bringt als Mitglied des WBGU und vor allem als Direktor des DIZ den Blick auf internationale Erfahrungen mit ein. Dort sind transdisziplinäre Wissenschaftsansätze schon wesentlich besser etabliert und strukturell verankert als in Deutschland.

Prof. Dr. Ulrich Bartosch ist Professor für Pädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und als solcher intensiv in die Diskussionen um Partizipation in der Wissenschaft eingebunden.

Im Anschluss an die Diskussion wird es einen kleinen Empfang geben. Bitte melden Sie sich möglichst zeitnah, mit Angabe des Veranstaltungstitels unter veranstaltungen@vdw-ev.de an.

Neue Allianzen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft – Veranstaltungsbericht zur Tagung der Plattform Forschungswende

„Nicht Ob sondern Wie“ – Zwischenbilanz der zivilgesellschaftlichen Beteiligung in der Wissenschaft

Mit ca. 100 TeilnehmerInnen zogen die OrganisatorInnen der Zivilgesellschaftichen Plattform Forschungswende am 07.05. in der BBAW ihre Zwischenbilanz. Seit Start der Plattform im Sommer 2012 hat die Plattform mit einer Reihe von Veranstaltungen, einem Gutachten zur Transparenz und Partzipation in der Wissenschaftspolitik und eigenen Forderungen der zivilgesellschaftlichen Verbände das Thema der Beteiligung der organisierten Ziviligesellschaft auf die wissenschaftspolitische Agenda gebracht. Nicht zuletzt die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankerte Einbindung der Zivilgesellschaft in der Diskussion neuer Forschungsprogramme zeigt, dass es bei diesen Forderungen nicht mehr um die grundsätzliche Frage des „Ob“, sondern um die Fragen des „Wie“ der zivilgesellschaftlichen Partizipation in der Wissenschaftspolitik geht.

„Die Wissenschaftspolitik braucht die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft“

Die Plattform Forschungswende bündelt dabei die wissenschaftspolitischen Anliegen der einzelnen Verbände und bildet damit auch für die wissenschaftspolitischen Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung einen wichtigen Ansprechpartner. So sprach Dr. Karl-Eugen Huthmacher, Abteilungsleiter im BMBF, in seiner Rede den Plattform-OrganisatorInnen explizit seinen großen Dank für die geleistete Aufbauarbeit aus und betonte, dass die Wissenschaftspolitik den Dialog und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft brauche. Die neue Hightech-Strategie werde zum ersten Prüfstein, inwiefern die Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit und Beteiligung, sowie sozialer und ökologischer Innovationen, in die Wissenschaftspolitik Eingang gefunden habe. Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, forderte dabei, dass für eine solche Zusammenarbeit auch ein capacity building in den einzelnen Verbänden gefördert werden müsse, sonst drohe der Prozess die Verbände zu überfordern. Der Aufbau einer zivilgesellschaftlichen Agora könnte zu diesem capacity building entscheidend beitragen. Auch die Förderung des strukturierten Dialogs mit zivilgesellschaftlichen VertreterInnen vor Antragstellung eines konkreten Forschungsprojektes wäre ein wirksames Instrument zur stärkeren Beteiligung, so der Publikums-Beitrag von Herrn Joachim Spangenberg.

„Es bleibt ein Kampf auf allen Steuerungsebenen“

Die Integration zivilgesellschaftspolitischer Positionen in konkrete transdisziplinäre Forschungsprozesse oder ganze Forschungsagenden bleibt damit aber ein harter Kampf auf allen Steuerungsebenen, auch dies wurde durch Publikumsbeiträge zur Forschungspolitik der EU und der Bundesländer deutlich. Die Fortschreibung der Schwerpunktlinie „Wissenschaft in der Gesellschaft“ des 7. FRP der EU zur Richtline „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“ im 8. FRP der EU konnte, so die Aussage von Claudia Neubauer, nur unter massivem Eingriff beteiligter Organisationen sicher gestellt werden. Auch auf Länderebene gibt es trotz einiger Erfolge mit neuen Förderrichtlinien, weiterhin viel Arbeit: Till Westermayer, Referent für Wissenschaft der Grünen in Baden-Würrtemberg, betonte dass die vergleichsweise kleine Änderung der Verwaltungspraxis mit einer Verankerung von pluralistisch besetzten Hochschulräten im neuen Landeshochschulgesetz zu massiven Widerständen der bisherigen Hochschulrats-Mitglieder geführt habe.

Der Nachmittag der Veranstaltung stand dann auch im Zeichen erfolgreicher Beispiele und der Geschichten des Gelingens, wie zum Beispiel des Next Hamburg oder der Vorstellung beginnender Prozesse, wie dem Forschungsforum Energiewende. Dr. Ernst Dieter Rossmann, Sprecher der AG Bildung und Forschung der SPD-Bundestagfraktion, verwies darüber hinaus auf den laufenden politischen Prozess, in den es sich aktiv einzubringen lohnt. Die SPD hat in einem 2013 erschienen Positionspapier die Idee eines Bürgerzukunftsfonds gestärkt. Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende will, im Falle einer Weiterförderung durch das UBA, stärker die Zusammenarbeit mit den Bundesländern und den dortigen zivilgesellschaftlichen Landesverbänden suchen.

„Spreading Degrowth“ – Sommerakademie der VÖW und des netzwerk n

Vom 30. Juli bis 2. August 2014 lädt die Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) und das studentische Netzwerk der Nachhaltigkeitsinitiativen (netzwerk n) zur diesjährigen Sommerakademie „Spreading Degrowth“ in Lobetal bei Berlin ein. Nach den erfolgreichen Veranstaltungen der letzten Jahre werden dieses Mal Strategien für die Verankerung neuer Konzepte (z.B. degrowth) in Wissenschaft und Lehre gesucht. Die Erfahrungen der Nachhaltigkeitsbewegung bieten dabei ein hervorragendes  Fallbeispiel für die Gestaltungsmöglichkeiten von Studierendeninitiativen. Die Ergebnisse der Sommerakademie werden im September in die Diskussionen auf der internationalen Degrowth Konferenz in Leipzig einfließen.

Die interdisziplinäre Akademie ist offen für Studierende, Absolvent_innen und Doktorand_innen aller Fachrichtungen. Voraussetzung ist ein gewisses Grundwissen und Interesse an alternativen Ansätzen im Bereich degrowth. Eine Bewerbung mit einem kurzen Lebenslauf und einem halbseitigen Motivationsschreiben (Anmeldeformular auf der Homepage) ist bis zum 25. Mai 2014 möglich. Die Bewerbung oder Fragen können an folgende Adresse gerichtet werden: sommerakademie(at)voew.de

Die komplette Ausschreibung der Sommerakademie finden Sie hier.

 

„Wissenschaftspolitik demokratischer gestalten“ – Artikel von Steffi Ober in der neuen GAIA

Über Ziele und Strategien von Forschungsagenden entscheiden vornehmlich Vertreter(innen) aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Zivilgesellschaftliche Akteure fehlen allzu oft in diesen Prozessen – und damit fehlt die gesellschaftliche Legitimation der Forschungsagenden. Demokratischere Entscheidungsprozesse führen dagegen zu einer transparenteren Wissenschaftspolitik und treiben die Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit voran.
In ihrem neuen Artikel in der GAIA 2/2014 nimmt Dr. Steffi Ober die Strukturen der deutschen Forschungsförderung kritisch in den Blick und plädiert für deren Demokratisierung durch eine stärkere zivilgesellschaftliche Einbindung beim Agendasetting von Forschungsprogrammen.

Den kompletten Artikel können Sie hier einsehen.

Eckpunktepapier zur gemeinwohlorientierten Forschungspolitik veröffentlicht

Der zweite internationale Peer Report zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung mahnt die deutsche Forschungspolitik, konsistenter als bislang die Forschungsstrategien auf Gemeinwohlorientierung zur Sicherung der kollektiven Güter auszurichten.

Transdisziplinäre Forschungsansätze unter Einbeziehung gesellschaftlicher Akteure und ein gemeinsames Agenda-Setting sind dazu unverzichtbar. Das Eckpunkte-Papier der zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende nimmt eine Analyse vor, wie Forschung und Gemeinwohl bislang verlinkt sind, welche Anforderungen an die Forschungspolitik hinsichtlich der Großen Herausforderungen gestellt werden und welche Schritte hin zu einer gemeinwohlorientierten Forschungsstrategie erforderlich sind.

Das Eckpunkte-Papier können Sie hier herunterladen.

13. Jahrestreffen des „Science and Democracy Network“

Vom 30. Juni bis 02. Juli 2014 findet an der Universität Wien das 13. Jahrestreffen des „Science and Democracy Network“ (SDN) statt. Das Netzwerk beschäftigt sich mit Fragestellungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft, sowie Technikfolgenabschätzung. Das diesjährige Treffen wird entlang der drei Themenschwerpunkte „institutions“, „citizenship and partizipation“ und „communication and representation“ ausgerichtet. Die OrganisatorInnen laden dazu ein Paper-Abstracts (300 Wörter), die Bezug zu einem der drei Schwerpunkte, haben bis zum 15. März einzureichen. Vor allem WissenschaftlerInnen, die im letzten Jahrestreffen nicht präsentiert haben, werden die Möglichkeit haben ihre Forschungsarbeiten vorzustellen. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

„Neue Allianzen zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik?“ Eine Zwischenbilanz der zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende

Die zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende lädt ein zur Tagung „Neue Allianzen zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik? Eine Zwischenbilanz“ am 07. Mai 2014, 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt in Berlin. Auf der Tagung sollen nach zwei Jahren Laufzeit des UBA-Projektes „Transparenz und Partizipation in der Forschungspolitik“ bisherige Erfolge und noch ausstehende Hürden in der Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Wissenschaft diskutiert werden.

„Der Koalitionsvertrag verspricht verheißungsvoll, die Akteure der Zivilgesellschaft konsequent in die Diskussion um Zukunftsprojekte und die Ausgestaltung von Forschungsagenden einzubinden.

Wie sieht die Realität aus? Welche Chancen und Hürden treten auf?
  • Chancen: Neue Allianzen zwischen Gesellschaft, Politik und Wissenschaft erweitern den Horizont aller Beteiligten. Vertrauen wächst ebenso wie das Verständnis für die Sicht der Anderen. Eine größerer Diversität der Akteure im Formulieren von Forschungsagenden trägt dazu bei, dass die Entwürfe gerechter, robuster und innovativer werden. Geteilte Problemsichten, Bewertungen und Lösungsansätze führt in der Regel dazu, dass sich alle für den Prozess verantwortlich fühlen, ein entscheidender Vorteil für eine zügige Umsetzung.
  • Transparenz: Das Agendasetting in der Forschungspolitik verläuft bisher wenig transparent, partizipativ oder pluralistisch, eher homogen besetzte Expertenkommissionen formen gesellschaftliche Zukunftsentwürfe entscheidend mit.
  • Partizipation: Die Möglichkeiten der Verbände, sich in das Agendasettting der Forschung einzubringen, ist deutlich beschränkt sowohl im zuständigen Ministerium BMBF als auch in den großen Forschungseinrichtungen – so das Fazit einer Studie des ISOE, die der Autor Dr. Matthias Bergmann auf dieser Tagung vorstellen wird.
  • Innovation: Der herrschende Innovationsbegriff ist weitgehend auf technologische Innovationen verengt. Dies wird nicht ausreichen, um den großen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheiten und Welternährung zu begegnen.
  • Governance: Wie sieht eine Governance der Forschung aus, die den komplexen Herausforderungen in einer pluralen Gesellschaft gerecht wird? Wie kann die Wissenschaft ihre Eigengesetzlichkeiten behaupten und macht Partizipation überall Sinn?
  • Neue Ansätze: Das europäische Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 setzt auf „Responsible Research and Innovation“ mit dem Anspruch, dass die Zivilgesellschaft und ihre Akteure stärker in Agendasetting und Umsetzung einbezogen werden. Bottum up entstehen sozial innovative Energieprojekte in Städte und Dörfer, die Erfahrungswissen und neue Forschungsfragen sammeln. Dazu werden Beispiele aus einer Studie zu Good Practices von den Autorinnen Dr. Stella Veciana, Dr. Claudia Neubauer und Dr. Steffi Ober vorgestellt werden.“ (aus der Veranstaltungseinladung)
Gemeinsam mit Ihnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sollen die Rahmenbedingungen und Umsetzungsideen für mehr Beteiligung in der Wissenschaft und Forschung diskutiert werden. Nähere Informationen folgen in Kürze. Eine Anmeldung kann jetzt schon vorgenommen werden unter: forschungswende@vdw-ev.de.

Wie kann Forschung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden? – Projekt des Wissenschaftsladens Bonn

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stellt für die kommenden Jahrzehnte eine große Herausforderung dar. Auf der europäischen Ebene ist die Orientierung an den „grand challenges“ und eine damit einhergehende Verantwortungsbewusste Forschung und Innovation (Responsible Research and Innovation, RRI) ein Schlüsselkonzept geworden.

Der Wissenschaftsladen Bonn ist vor diesem Hintergrund der deutsche Projektpartner im EU-Projekt „Responsible Research and Innovation (RRI) Tools“. „Ziel des Projekts, an dem Institutionen aus 30 Ländern teilnehmen: ein europaweit akzeptiertes Verständnis zu erarbeiten, was verantwortungsbewusste Forschung und Innovation ausmacht und Wege zu identifizieren, mit denen man eine solche verantwortungsbewusste Forschung realisieren kann. Angesprochen werden alle Akteure der Forschungs- und Innovations-Wertschöpfungskette, einschließlich der Wissenschaftler, Industrie, Zivilgesellschaft und Bildungsträger. Besonderes Augenmerk soll auf politische Entscheidungsträger gelegt werden, um in Zukunft die Lenkung und politische Steuerung des Forschungs- und Innovationsprozesses zu unterstützen.“ (Website zum Projekt)

Mehr Informationen zum Projekt erfahren Sie hier.

 

„Wissenschaft und Frieden“ – Konferenz der VDW vom 16. bis 18.05. in Potsdam

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. richtet vom 16. bis 18.05. einen Kongress „Wissenschaft und Frieden“ in Potsdam aus. In dem Hintergrund-Text zum Programm heißt es: „der Erste Weltkrieg hat die politische, soziale, geostrategische und ökonomische Landschaft der Welt grundlegend verändert und spätere Kriege vorbereitet. Er brachte ungeahnte Grausamkeiten, brutale Vernichtung und Ausbeutung von Mensch und Umwelt hervor. Ohne eine massive Indienstnahme von Wissenschaft und Forschung und einer Instrumentalisierung des Wissens der verschiedenen Wissenschafts- und Forschungsbereiche wäre dieser Krieg und auch der Zweite Weltkrieg nicht möglich gewesen; Wissenschaften und Wissenschaftler/innen wurden als Ressourcen der „modernen“ Kriegsführung eingespannt. Wir wollen auf dem Kongress (…) die Rolle von Wissenschaft und Forschung, von Universitäten und außeruniversitären Forschungsinstitutionen analysieren, aktuelle Entwicklung wie die Roboterisierung und die Automatisierung (u.a. Drohnen) bearbeiten und kritisieren. Stark im Mittelpunkt soll die Diskussion von friedlichen und zivilen Alternativen stehen (z.B. Zivilklauseln); Abrüstung als gesellschaftlicher Prozess ist die Herausforderung, Entmilitarisierung der Gesellschaft das humane Ziel.“
Bitte melden Sie sich für den Kongress an unter: kongress@ialana.de
Das vollständige Programm finden Sie hier:

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Bericht zur Tagung „Nachhaltige Wissenschaft – Wege für Hochschulen“

Am 20.01. fand an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) die Tagung „Nachhaltige Wissenschaft – Wege für Hochschulen“ statt. Mit 130 TeilnehmerInnen und einer inhaltlich fundierten Diskussion setzte diese erste Kooperationsveranstaltung zwischen einem großen Umweltverband (BUND) und einer Hochschule (HNEE) einen wichtigen Akzent in der Diskussion über die Umorientierung im Wissenschaftssystem in Richtung Nachhaltigkeit. Im Folgenden finden Sie eine inhaltliche Zusammenfassung der Tagung von Mandy Singer-Brodowski.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Willhelm-Günther Vahrson, Präsident der HNEE fokussierte Dr. Johannes Merck, Leiter des Direktionsbereiches Corporate Responsibility der Otto Group in seinem Vortrag „Nachhaltig Wirtschaften – Welche Erwartungen haben Unternehmen an die Wissenschaft?“ vor allem auf die notwendigen Kompetenzen des akademischen Nachwuchses für die große gesellschaftliche Transformation. Ausgehend von der Frage „Was macht einen guten Nachhaltigkeitsmanager aus?“ erörterte Herr Merck, dass vor allem ein ausgeprägtes Querschnitts-Know How der AbsolventInnen notwendig ist um ein gutes Change-Management in Richtung Nachhaltigkeit in den Organisationen zu entwickeln: Wie gut ist ihr Verständnis der Governance-Strukturen im speziellen Unternehmensfeld? Wie entwickeln sie Strategien für change management, die breite Akzeptanz bei allen beteiligten Akteuren finden? Und nicht zuletzt: wie können junge AbsolventInnen, die mit einer hohen intrinsischen Motivation ins Unternehmen kommen dauerhaft motiviert bleiben? Denn in der Umsetzung des überwiegend randständigen Themas Nachhaltigkeit besteht die Gefahr eines Motivationsverlustes, wenn konkrete Nachhaltigkeitsprojekte nicht sofort Zustimmung erfahren.

Frau Dr. Inge Paulini (WBGU) erläuterte in ihrem Vortrag „Die große Transformation – Auftrag an die Wissenschaft“ das Konzept der großen Transformation, das der WBGU 2011 in die Debatte eingebracht hat. In dem Gutachten des WBGU werden zwei historische Transformationen (neolithische und industrielle Revolution) als Beispiele für komplexe gesellschaftliche Veränderungsprozesse herangezogen. Die bereits laufende Transformation in eine CO2- arme Gesellschaft ist demgegenüber ein gesamtgesellschaftlicher Such- und Lernprozess. Die Wissenschaft muss in diesen Prozess ein übergreifendes Orientierungs- und Handlungswissen (durch Transformationsforschung und transformative Forschung) mit einspeisen, sowie eine Grundbildung zur gesellschaftlichen Teilhabe und der Gestaltung der Transformation für die Studierenden bereit stellen (Transformationsbildung und transformative Bildung). Der neue Gesellschaftsvertrag, wie ihn der WBGU vorschlägt, erfordert auch eine neue „Selbstverpflichtung“ der Wissenschaft und eine Umorientierung der Forschung und Lehre. Methodisch sollte diese Wissenschaft systemisch, interdisziplinär, transdisziplinär ausgerichtet sein; in der Durchführung sollte sie international kooperierend, reflexiv und langfristig angelegt sein. Die Orientierung an diesen Ansätzen würde soziale Innovationen für die Transformation befördern, sowie Verbreiterungs- und Beschleunigungsbedingungen dieser Innovationen anstoßen. Dabei müsste die Zivilgesellschaft in dem konkreten Forschungsprojekt eng mit eingebunden sein.

Tagung: „Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung – neue Partner für die Entwicklungsarbeit“

Das Team der Zivilgesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“ lädt ein zur Tagung „Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung – neue Partner für die Entwicklungsarbeit“ am 25. Februar 2014 von 10.30 Uhr bis 18:00 Uhr im Zentrum für Entwicklungsforschung, Bonn.
„Gemeinsam wollen wir die Prämissen in der deutschen Forschungspolitik für die Entwicklungszusammenarbeit hinterfragen. In der Tagung wollen wir Kernthemen der Entwicklungszusammenarbeit wie Armut, Ernährung, Gesundheit oder Energie vor dem Hintergrund diskutieren und dazu die Frage stellen, inwiefern die wissenschaftlichen Fragestellungen diesen Großen Herausforderungen gerecht werden. 
Die begleitende Ausstellung „Herausforderung YASUNÍ-ITT: Entwicklungsforschung und das Gute Leben” will zu einer Diskussion zum Umgang mit Erdölreserven und internationaler Mitverantwortung anregen.
Diese Tagung soll dazu dienen, Akteure aus den zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Verbände und Stiftungen mit Wissenschaft und Entwicklungs-Politik wie BMBF oder BMZ zu vernetzen und so die Diskussion über gesellschaftliche Anforderungen an die Wissenschaft voranzubringen.“ (Aus der Veranstaltungseinladung)

Um Anmeldung unter forschungswende@vdw-ev.de wird bis zum 3. Februar 2014 gebeten.

Tagung „Nachhaltige Wissenschaft – Wege für Hochschulen“ am 20.01.2014 in Eberswalde

Der BUND und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde richten am 20.01.2014 eine Tagung zum Thema „Nachhaltige Wissenschaft – Wege für Hochschulen“ aus. „Hochschulen stehen als zentrale gesellschaftliche Einrichtungen in der Verantwortung, zu einer zukunftsfähigen, „nachhaltigen“ Entwicklung der Gesellschaft beizutragen. Die Tagung beleuchtet zentrale Fragen und Herausforderungen, die mit der Umsetzung einer Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung einhergehen:

Wie muss eine Wissenschaft aussehen, die den gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird?
Wie wirken sich Forschung und Lehre für nachhaltige Entwicklung auf das Eigenleben einer Hochschule aus?
Wie können transdisziplinäre Ansätze sowohl zu Unternehmen als auch zu zivilgesellschaftlichen Akteuren gelebt werden?

Durch die Tagung sollen der Diskussionsprozess zur Lösung dieser Fragen verstärkt, Lösungsansätze sichtbar gemacht und erste Umsetzungsschritte eingeläutet werden.“ (Tagungsankündigung)

Um eine Anmeldung wird bis zum 05.01.2013 gebeten. Das Programm zur Tagung finden Sie hier:
Tagungsankündigung Nh Wissenschaft 2014-01-20
Einen Bericht zur Veranstaltung finden Sie hier.

Gutachten zu Hindernissen für eine Partizipation der Umweltverbände in der Forschungspolitik veröffentlicht

Das Gutachten „Strukturelle und programmatische Hindernisse für eine Partizipation der Umweltverbände in der staatlichen Forschungspolitik“ wurde im Auftrag der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende und mit Unterstützung der Stemmler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erstellt. Im Gutachten wird hinsichtlich der Möglichkeiten zivilgesellschaftlicher Beteiligung in der Wissenschafts- und Forschungspolitik konstatiert:

„Die Möglichkeiten für die Verbände, sich beim Beschreiben von Forschungsprogrammen und – aufgaben einzubringen, sind deutlich beschränkter. Zwar gibt es – gewissermaßen als Vorstufe dazu – diverse von Bundesministerien insbesondere im Rahmen der Energiewende gegründete Plattformen und Netzwerke, an denen einige wenige Umweltverbände beteiligt sind. Doch diese haben allein beratenden Charakter im Hinblick auf die Energiepolitik und weniger in Bezug auf Forschungsagenden. Beratungen über neue Forschungsprogramme sehen bisher weitgehend solche Beteiligungen nicht vor – es sei denn eher informell und ohne festes Regelwerk“ (S. 1)

Das Gutachten untersetzt die Forderungen vieler zivilgesellschaftlicher Verbände zur stärkeren Transparenz und Partizipation in der Wissenschaftspolitik, sowie zur Beteiligung am Agenda-Setting von Forschungsfragen und -programmen. Als eine der ersten großen Umweltverbände hatte bspw. der BUND im vergangenen Jahr ein wissenschaftspolitisches Positionspapier veröffentlicht – inklusive der Formulierung einiger  (aus der Sicht der Verbandsmitglieder) notwendigen Forschungsschwerpunkte zur Erreichung einer Nachhaltigen Entwicklung.

Das vollständige Gutachten kann hier heruntergeladen werden:

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„Pioniere des Wandels – Transformationsforschung für eine Kultur der Nachhaltigkeit“ – Veranstaltungsbericht

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Verena Salomon

Studentisches netzwerk n

Diskussionsbeiträge zur Nachhaltigen/ Transformativen Wissenschaft

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Hannes Bever

Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende

Diskussionsbeiträge
zur Nachhaltigen/ Transformativen Wissenschaft

Vom 15. bis 16. Oktober 2013 fand in der Berliner Zentrale der Heinrich Böll Stiftung das Transformative Symposium mit dem Untertitel „Pioniere des Wandels – Transformationsforschung für eine Kultur der Nachhaltigkeit“ statt. Der Andrang und die aktive Beteiligung sprechen für sich, es musste im Vorfeld Teilnehmern abgesagt werden und die angemeldeten nahmen in großer Zahl an der Vorab-Umfrage teil, welche gleich zu Beginn der Veranstaltung ausgewertet wurde.
Seitens der Wissenschaft aber auch der Politik wurde der Anspruch an die Zivilgesellschaft gestellt, gemeinsam mit einer starken Stimme zu sprechen. Die Forschungsgemeinschaft richtete symbolisch das Angebot an die anwesenden Praxisakteure aus der Zivilgesellschaft (beispielsweise Ökodörfer) in direkteren Austausch zu treten und zu formulieren, welche Art von Unterstützung erwünscht und nötig sei. Immer wieder rückte die Frage in den Mittelpunkt, ob ein Wandel aus dem Wissenschaftssystem selbst heraus oder nur von „außen“ möglich sei, was sich in einer hitzigen Diskussion am Mittwochvormittag zwischen Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Instituts), Prof. Dr. Harald Welzer (Stiftung Futur II) und dem Publikum noch einmal zuspitzte. Dass es in dieser Debatte keine entweder-oder-Antwort geben kann, wurde uns als Pioniere des Wandels, in der Abschlussrunde noch einmal deutlich.
Besonders stach hervor, dass das zu großen Teilen aus Wissenschaftlern bestehende Publikum die Rolle der Wissenschaft als Vermittler auf dem Weg zur großen Transformation eher kritisch betrachtet. Auch die Sinnhaftigkeit, sich an immer neuen Begrifflichkeiten wie Nachhaltigkeit oder Transformation aufzuhängen, wurde hinterfragt. Viel vermeintlich Neues hat es historisch unter anderem Namen gegeben, die Konzepte liegen in der Schublade, nur an der Umsetzung scheitern wir immer wieder.

Forschungswende für die Energiewende – Fachgespräch am 21.10.2013

Um die Energiewende umzusetzen, ist ein auch eine Wende in der Forschung über Energie notwendig. Die Zivilgesellschaftliche Platfform Forschungswende, die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) laden daher zu einem Fachgespräch am 21.10. von 11 bis 16 Uhr Uhr in der NABU Geschäftsstelle ein.
„In den letzten Jahren wurden politisch mit dem Gesetz zum endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie Fakten geschaffen, doch die Forschungsförderung für den Umbau zu einer energieleichten Gesellschaft wurde lange unterfinanziert. „Altlasten“ der Kernenergie wie der Rückbau von Forschungsmeilern aber auch Investitionen in Kohle-­ und CCS Förderung belasten den Forschungshaushalt noch über längere Zeit.
Es ist verständlich, dass ein erheblicher Teil dieser Mittel in technologisch orientierte Forschungsprojekte geht, da hier ein großer Nachholbedarf besteht. Gleichzeitig muss aber sichergestellt werden, dass zugleich hinreichende Finanzmittel in die begleitende Forschung für den – zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende – notwendigen Umbau der Gesellschaft sowie der Transformation der Konsum-­ und Produktionsmuster investiert werden. Ob diese Ansätze den notwendigen Support erfahren, wollen wir gemeinsam klären.“ (Aus der Veranstaltungsankündigung)
Das Programm zum Fachgespräch kann hier herunter geladen werden: Einladung Energieforschung_DNR_Forschungswende

Zukunftspakt ohne Nachhaltigkeit – BUND veröffentlicht Stellungnahme zu Wissenschaftsrat-Empfehlungen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hat eine Stellungnahme zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrates vom 15.7.2013 veröffentlicht. Er begrüßt die prinzipielle Stärkung des Wissenschaftssystems, wie es der Wissenschaftsrat vorgeschlagen hat. Dennoch spielen aus Sicht des BUND Themen der Nachhaltigen Entwicklung und die gesellschaftliche Verantwortung des Wissenschaftssystems eine zu geringe Rolle. Mit der Veröffentlichung einer Stellungnahme zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrates demonstriert der BUND die anhaltenden Forderungen zivilgesellschaftlicher Organisationen für eine Wende in der Wissenschafts- und Forschungspolitik. Bereits im Jahr 2012 hatte er eine Diskussionspapier „Nachhaltige Wissenschaft“ in die Debatte eingebracht.

Die vollständige Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.

VDW Tagung Nachhaltigkeit – Verantwortung für eine begrenzte Welt

Die Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) führt vom 22. bis 24.11. in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen eine Konferenz durch, auf der Forscherinnen und Forschern, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit Raum gegeben werden soll, über die globale Bedeutung der Nachhaltigkeit aus gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Perspektive zu diskutieren.

Auf der Tagung soll die Idee der Nachhaltigkeit als Richtschnur für den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, ihrer Biodiversität und unseren nur begrenzt verfügbaren Lebensgrundlagen überprüft werden. Aus der Analyse werden Schlussfolgerungen für das individuelle Verhalten gezogen sowie Erwartungen an verantwortliche Akteure in Wissenschaft und Politik formuliert.

Universitäten sind Orte gesellschaftlich relevanter Diskurse. Ihnen kommt eine besondere Verantwortung im Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu. In diesem Sinne möchte die Konferenz „Nachhaltigkeit – Verantwortung für eine begrenzte Welt“ dazu einladen, Ansätze zur Lösung existenzieller Zukunftsfragen zu diskutieren und kreative Konzepte zur Nachhaltigkeit aus interdisziplinären Forschungsansätzen zu entwickeln.

Eine Anmeldung ist unter der folgenden Seite möglich.
Das Tagungsprogramm finden Sie hier:

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Symposium Transformationsforschung – Pioniere des Wandels für eine Kultur der Nachhaltigkeit

15/10/2013-16/10/2013, Berlin

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung wird Research in Community, ein Netzwerk für die Erforschung und Förderung einer „Kultur der Nachhaltigkeit“, diese Auftaktveranstaltung für eine transformative Veranstaltungsreihe durchführen. In dem Symposium sollen Wege erörtert und beschritten werden, wie Wissenschaft als Vermittler zwischen dem gestaltenden Staat und Pionieren des Wandels zu einer gesellschaftlichen Transformation in Richtung einer „Kultur der Nachhaltigkeit“ beitragen kann“. Aus der Veranstaltung heraus sollen gemeinsam Forschungsprojekte konzipiert und initiiert werden.

Leitfragen des Symposiums werden sein:

Was können Pioniere des Wandels für die Gesellschaft und eine „Kultur der Nachhaltigkeit“ konkret beitragen?
Welche transdisziplinären Forschungsansätze und konkreten Forschungsprojekte braucht es dafür?
Wie kann der Elfenbeinturm der Forschung als „Leuchtturm“ für nachhaltigen Wandel fungieren?
Wie kann der Staat Wissenschaft in seiner Vermittlerrolle stärken?
Welche Bedingungen unterstützen Pioniere des Wandels darin, mit ihren sozial- ökologischen Innovationen und ihrer gelebten Praxis aus ihren gesellschaftlichen Nischen zu kommen und mehr Breitenwirkung zu erzielen?

Mehr über die Veranstaltung erfahren Sie hier.

Für Ihre Voranmeldung und organisatorische Fragen kontaktieren Sie bitte Zoha Aghamehdi unter: aghamehdi@boell.de

Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Gewerkschaften intensivieren

Kritische und Arbeitnehmerorientierte Wissenschaft hat in Zeiten der Drittmittelorientierung in der Forschungslandschaft einen schwierigen Stand – zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht der Gemeinsamen Arbeitsstelle Ruhr-Universität Bochum / IG Metall für 2012. Aus diesem Grund wird in dem Bericht für eine verstärkte strukturierte Kooperation zwischen Wissenschaft und Arbeitswelt in Form von gemeinsamen Kooperationsstellen plädiert. Die aktuell 23 gewerkschaftlichen Kooperationsstellen an deutschen Hochschulen können dabei ein exzellentes Beispiel für eine intensivere Partizipation der Zivilgesellschaft im Wissenschaftssystem sein. Sie „sind Orte für die Suche nach wissenschaftlichen Fragestellungen, für eine an Nachhaltigkeit und an sozialem Ausgleich orientierte Forschung und für Impulse in Lehre und wissenschaftlicher Weiterbildung“ (Jahresbericht der Gemeinsamen Arbeitsstelle Ruhr-Universität Bochum / IG Metall, S. 4).

Der ganze Bericht kann hier heruntergeladen werden.

 

Science about & for Sustainability – Empfehlungen der UNESCO im Kontext Nachhaltiger Wissenschaft

Die UNESCO setzt sich zunehmend für eine Wissenschaft über und für Nachhaltigkeit ein – dies wird im aktuellen Newsletter der UNESCO Wissenschaftsprogramme deutlich. Thematisiert werden hier auch instittutionelle Veränderungen, die im Wissenschaftssystem notwendig sind um eine Wissenschaft über Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Im Mai hielt ein Mitglied des Fachausschusses Wissenschaft der Deutschen UNESCO Kommission (DUK) einen Vortrag zum Thema „Das europäische Wissens- und Fortschrittsmodell: Am Ende oder am Anfang?“ auf der DUK-Hauptversammlung.

Darüber hinaus wird auf eine Initiative Japans „Sustainability Science“ international als neues strukturierendes Element der Wissenschaftsprogramme der UNESCO eingeführt. Anfang April organisierte die UNESCO dazu eine internationale Tagung „A science based approach to realise the future we want for all“ in Kuala Lumpur/ Malaysia, auf der eine erste Operationalisierung dieses Vorschlag versucht wurde. Die zehn Empfehlungen, die auf der Konferenz veröffentlicht wurden, können Sie hier herunterladen.

Forschung geht uns alle an: Veröffentlichung der Kernforderungen der zivilgesellschaftlicher Organisationen

Die großen deutschen Umweltverbände BUND, DNR und NABU fordern eine nachhaltige Wissenschaftspolitik. Im Rahmen der gestrigen Tagung der Plattform „Forschungswende“ zur Transparenz und Partizipation in der Wissenschafts- und Forschungspolitik veröffentlichten die Verbände einen gemeinsamen Forderungskatalog der organisierten Zivilgesellschaft.

Der Zehn-Punkte Katalog wurde mit Verbänden und Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit und dem kirchlichen Umfeld sowie studentischen Netzwerken entwickelt und bis Mai 2013 von 17 Organisationen unterzeichnet. Die Forderungen reichen von der stärkeren Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Formulierung von Forschungsfragen und -programmen bis hin zur Ermöglichung eines freien Zugangs zu Forschungsergebnissen. In einem Pressehintergrundgespräch stellten die Präsidenten der drei initiierenden Organisationen den Forderungskatalog vor.

Die anschließende Tagung ermöglichte über 100 BesucherInnen ihre Fragen an VertreterInnen des BMBF, der nationalen Wissenschaftsgemeinschaften und auch einiger Stiftungen zu stellen. Auf der Tagung wurde vor allem die Frage diskutiert wie die Wissenschaft zu einer Gemeinwohlorientierung beitragen kann und welche Instrumente zur Beteiligung der organisierten Zivilgesellschaft im Wissenschaftssystem geeignet sind (bspw. die Beteiligung von VerbändevertreterInnen in den Aufsichtsräten der nationalen Wissenschaftsgemeinschaften oder Projekte zur Förderung eines Capacity Buildings innerhalb der Verbände). Diese Konkretheit zeigt dabei eine echte Entwicklung innerhalb der Debatte um ein neues Zusammenspiel von Wissenschaft und Zivilgesellschaft, indem nicht zuletzt die Wissenschaft selbst profitiert. Denn die Kritik und Forderungen der zivilgesellschaftlichen Verbände befördern eine permanente Reflexion aktueller Schwerpunkte und Entwicklungen in der Forschungsfärderung und damit auch die Innovationsfähigkeit im Wissenschaftssystem.

Der Forderungskatalog der zivilgesellschaftlichen Verbände kann hier heruntergeladen werden.

Partizipation und Transparenz in der Wissenschafts- und Forschungspolitik – Tagung am 31.05.

Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende lädt herzlich zur Tagung „Partizipation und Transparenz in Wissenschafts- und Forschungspolitik“ am 31. Mai in der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin ein. Diskutieren Sie mit uns und Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft und Stiftungen über zivilgesellschaftliche Partizipation in Wissenschafts- und Forschungspolitik. Weitere Informationen und das Programm finden sie hier.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 14. Mai unter: forschungswende@vdw-ev.de. Vielen Dank!

Wettbewerbsgedanken in der Forschung – Workshop der VDW am 21.02. in Berlin

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) lädt zu einem Workshop über die Wettbewerbsgedanken in der Forschungslandschaft ein. Die VDW steht in der Tradition der Bemühungen um eine verantwortungsvolle Wissenschaft und engagiert sich zunehmend auch im Kontext der Nachhaltigen Wissenschaft und der Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure im Wissenschaftsystem, u.a. durch die Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende. Wettbewerbsgedanken in der Forschung sind immer wieder Thema teils kontroverser Debatten in der Förderung einer Wissenschaft für die „Grand Challenges“.

„Seit einigen Jahren haben die Begriffe Wettbewerb und Wettbewerbsfähigkeit Konjunktur in der Forschungspolitik. Die VDW will sich im Rahmen eines Workshops gemeinsam mit Interessierten kritisch mit diesen Begriffen auseinandersetzen und sowohl die Bedeutung als auch die Praxis beleuchten. Insbesondere soll folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Was zeichnet „guten“ Wettbewerb aus?
    Welche Rahmenbedingungen fördern, welche Rahmenbedingungen behindern diesen guten Wettbewerb?

    Was steckt hinter dem Konzept der Wettbewerbsfähigkeit – wem nützt und wem schadet es?

    Was gibt es jenseits der Grenzen des Wettbewerbs?
    Inwieweit ist es in der Wissenschaft und an Hochschulen möglich, Fortschritt ohne Wettbewerb zu erzielen?

Ziel der Veranstaltung ist es, den Diskurs über die Anforderungen an die Forschungspolitik insbesondere zwischen der Wissenschaft und der Politik zu befördern.“

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier:

Workshop Wettbewerb Forschung Feb13 Programm

Ort: VDW Geschäftsstelle, Marienstr. 19/20, 10117 Berlin (S-/U-Bhf. Friedrichstr.) Zeit: 10 – 16 Uhr
Anmeldung: info@vdw-ev.de, Stichwort: WS Forschungspolitik

Online Beteiligungsplattform zur Forschungswende

Bereits im Jahr 2012 hat die zivilgesellschaftliche Plattform „Forschungswende“ eine Online Beteiligungsplattform gestartet. Kurz vor dem dritten Workshop der Plattform aus Umweltverbänden, kirchlichen und gewerkschaftlichen Akteuren wird das Tool nochmals offensiv beworben. Auf der Seite können Interessierte in den Bereichen Ernährung, Wachstumsdebatte, Energiewende oder Mobilität die aus ihrer Sicht aktuell offenen Forschungsfragen artikulieren und diskutieren.

„Die Online ‚Beteiligungsplattform Forschungswende‘ gibt uns Hoffnung auf die Chance einer höheren zivilgesellschaftlichen Beteiligung“ meint ein Mitglied der 2012 gegründeten Initiative. „Und diese aktive Teilnahme der zivilgesellschaftlichen Organisationen als Pioniere des kulturellen Wandels für eine nachhaltigen Gesellschaft wird dringend benötigt“ bekräftigt Dr. Steffi Ober, die Leiterin des Projektes. Um die großen Herausforderungen wie Klimawandel, Finanzkrise oder Ressourcenknappheit zu bewältigen, erwarten wir Lösungen aus der Wissenschaft. Jedoch reichen die Antworten der Forschungssysteme nicht aus, bleiben oft technologiefixiert und beziehen gesellschaftliche Akteure zu wenig ein.

Deshalb hat die Initiative am 30. Oktober 2012 die ‚Beteiligungsplattform Forschungswende‘ freigeschaltet. Die Beteiligungsplattform dient der Meinungsbildung und Bündelung der Interessen. Angesichts der komplexen Wirklichkeit kann keine gesellschaftliche Gruppe mehr alleine (weder Wissenschaft, noch Wirtschaft oder Politik) Problemlösungen und Zukunftsentwürfe formulieren. Die Vielfalt der Ansätze stärkt die Idee einer deliberativen Demokratie, in der sich Bürgerinnen und Bürger partizipativ in den Diskurs einbringen.

Die zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende lädt alle Interessierte herzlich ein, ihre Anliegen einzubringen, denn die Herausforderungen der „Großen Transformation(en)“ unserer Gesellschaft fordern uns alle gemeinsam zum Nachdenken und Handeln auf. Wissenschaft und Forschung für eine nachhaltige Gesellschaft sind Querschnittsthemen, die Anknüpfungsmöglichkeiten in alle Bereich bieten. Vorschläge können zu Themen wie die Energiewende, Mobilitätssysteme, Ernährung oder die Wachstumsdebatte eingebracht werden. Dabei geht es weniger darum konkrete Lösungen durchzusetzen als gemeinsam nach Forschungsfragen zu suchen und mögliche Alternativen zu formulieren. Senden Sie uns ihre Forschungsfragen und Forschungskritik unter: http://forschungswende.adhocracy.de

„Forschungswende für die große Transformation“ – Workshop am 19. Februar in Berlin

Die zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende hat sich zum Ziel gesetzt die Transparenz und Partizipation in der Forschungslandschaft und im Wissenschaftssystem insbesondere für zivilgesellschaftliche Organisationen zu erhöhen. Der Plattform gehören Umweltverbände (BUND, NABU, DNR), Entwicklungshilfeorganisationen, Gesundheitsorganisationen, Kirchen (ev., kath.), Gewerkschaften (DGB, ver.di) und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen an. Die Geschäftsstelle der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende befindet sich unter dem Dach der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und arbeitet seit der Auftaktveranstaltung dem Runden Tisch Zivilgesellschaft im Juli 2012 zusammen.

Nachdem im 2. Workshop erfolgreich die Kernforderungen der Verbände zu strukturellen Änderungen in der Wissenschafts-­ und Forschungspolitik diskutiert wurden, sollen mit dem 3. Workshop am 19.02. die großen Herausforderungen, die „Grand Challenges“, im Mittelpunkt stehen. Der Verlust der Biodiversität und die Erderwärmung sind unbestreitbare Zeichen dafür, wie sehr die Menschheit die planetaren Grenzen in einigen Bereichen bereits überschritten hat. Es drohen ernsthafte Konsequenzen für die Menschheit. Um die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu gestalten, braucht es fundamentale Änderungen, die unsere Art zu leben ebenso betreffen wir unsere Bewertungsraster von Innovationen in sozialer wie technischer Hinsicht.

Dies wird nicht ohne eine Transformation unserer bisherigen ökonomischen Vorstellungen und öffentlicher Infrastrukturen gehen. Doch die Mainstreamforschung bietet dazu bislang nur wenige Ansätze. Daher soll in diesem Workshop diskutiert werden, was diese Herausforderungen für die Ausrichtung der Wissenschafts-­ und Forschungspolitik bedeuten. Welche neuen Pfade sollen mit Hilfe der Wissenschaft beschritten werden? Wie können wir diese Themen in den Verbänden umgesetzt werden?

Ort: NABU-­Bundesverband, Charitéstrasse 5, 10117 Berlin
Lageplan unter http://www.nabu.de/nabu/portrait/bundesgeschaeftsstelle/
Zeit: 10.00 bis 17.00 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten unter: forschungswende@vdw‐ev.de
Die Veranstaltung ist kostenfrei, um eine Spende für das Catering wird gebeten.

Das Programm zum Workshop und weitere Informationen finden Sie hier.

Umweltverband BUND richtet Kommission „Wissenschaftspolitik“ ein

Der BUND hat im Februar letzten Jahres als erster deutscher Umweltverband ein wissenschaftspolitisches Diskussionspapier unter dem Titel „Nachhaltige Wissenschaft“ vorgelegt. Im Sommer 2012 erfolgte ein erstes Treffen wissenschaftspolitisch interessierter und aktiver Verbandsmitglieder. Am 18.01.2013 hat sich nun offiziell eine Kommission „Wissenschaftspolitik“ des Wissenschaftlichen Beirates des BUND konstituiert. Der Wissenschaftliche Beirat des BUND ist der Zusammenschluss von rund 1000 Expertinnen und Experten -organisiert in 20 Facharbeitskreisen-, die die Fachpolitik des Umweltverbandes wissenschaftlich unterstützen.

Geleitet wird die Kommission von einem Koordinatorenkreis aus Prof. Dr. Rudi Kurz, Wirtschaftswissenschaftler an der Hochschule Pforzheim und langjähriger Sprecher des Arbeitskreises Wirtschaft und Finanzen des BUND, Prof. Dr. Vera Luthardt, Hochschullehrerin für Pflanzenökologie an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde sowie Sine Schnitzer, Master-Studierende für Geographie an der Universität Halle und langjährige Vertreterin der BUND Jugend im Bundesvorstand .

Die Kommission Wissenschaftspolitik im BUND wird die wissenschaftspolitische Arbeit des BUND auf Bundes- und Landesebene koordinieren. Auf Bundesebene erfolgt dabei eine enge Zusammenarbeit mit der zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende, in der derzeit eine Reihe zivilgesellschaftlicher Organisationen zusammenarbeiten, um ihre wissenschaftspolitische Arbeit miteinander abzustimmen.

Gutachtenausschreibung: Strukturelle und programmatische Hindernisse für eine Partizipation der Umweltverbände in der staatlichen Forschungspolitik

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderten Projektes „Voraussetzungen und Ziele zivilgesellschaftlicher Partizipation an der nationalen Forschungsagenda“ (Laufzeit 8/2012 bis 7/2014) wird hiermit ein Gutachten ausgeschrieben.

Um die Partizipationsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft angemessen zu erfassen, wird eine Potenzialanalyse zu den institutionellen Rahmenbedingungen der öffentlichen Forschungsförderung hinsichtlich Transparenz und Partizipationsmöglichkeiten benötigt. Dieses Gutachten sollte die gegenwärtigen Debatten und Veränderungen im Wissenschaftsbetrieb mit aufnehmen und mögliche Ansatzpunkte für Veränderungen identifizieren. Ein Schwerpunkt der Analyse soll sich auf die Frage richten, wo im Wissenschaftssystem Abläufe und Strukturen erkennbar sind, die eine effektive Partizipation ermöglichen.

Gegenstand der Gutachten

Die Gutachten sollen an Hand der Themenfelder ‚Bio‐Ökonomie‘ oder ‚Energiewende‘ strukturelle und programmatische Hindernisse für eine qualifizierte und wirksame Partizipation der Umweltverbände in der staatlichen Forschungspolitik untersuchen. Dabei soll der Stand des Wissens repräsentativ erfasst werden. Der Schwerpunkt soll auf der Untersuchung der staatlichen Forschungsstrukturen (Agenda-­‐Setting, Finanzierung, Programm-­‐Entwicklung, Evaluation) liegen einschließlich der bestehenden Partizipationen von externen Akteuren, die nicht Umweltverbände sind. Der zu erfassende Zeitraum sind etwa die Jahre ab 2000. Jüngere Entwicklungen und Veränderungen sind zu berücksichtigen. Es ist erwünscht, dass aus der Analyse auch begründete Ansatzpunkte und Optionen für eine Partizipation von Zivilgesellschaftlichen Organisationen abgeleitet werden, ggf. unter Einbeziehung schon erprobter Beispiele.

Die Gutachten sollen so abgefasst sein, dass sie auch für die inner-­ und zwischenverbandlichen Diskussionen der Umweltverbände geeignet sind. Zu diesem Zweck sollen sie auch Literatur übersichtlich ausweisen, die für vertiefende Lektüre im Sinne der Zielsetzung geeignet ist.

Ansatzpunkte der Analyse sind u.a.:

  • Betrachtung der institutionellen Forschungsförderung, die seitens BMBF, BMU, BMWi einschließlich der Ressortforschung betrieben wird. Dazu kommen die mit staatlichen Mitteln geförderten Großforschungseinrichtungen und die DFG.
  • Partizipationsfragen der Zivilgesellschaft sollen auch in Bezug auf Gremien wie Kuratorien, Senate, Hochschulräte usw. analysiert werden, in denen neben den Wissenschaften und der
  • Wissenschaftsadministration auch andere gesellschaftliche Gruppen oder Bereiche repräsentiert sind.
  • Zudem sollen die Evaluierungs-­‐ und Vergabekriterien sowie Beteiligungspflichten im Blick auf partizipative Prozesse beleuchtet werden.
  • Die Rolle des Wissenschaftsrates als übergreifendes, gesamtstaatliches und standardsetzendes Gremium des Hochschul-­ und Wissenschaftsbetriebes soll in die Analyse einbezogen werden, insbesondere mit der Frage, inwieweit Ansätze für eine stärkere programmatische Ausrichtung der Förderung an transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung erkennbar sind.
  • Das Gutachten zielt nicht allein darauf ab, den Status Quo zu erfassen, sondern ebenso die inneren Widersprüche in den Institutionen und sich daraus abzeichnenden Ansatzpunkte für Handlungsmöglichkeiten zu beschreiben.
  • Das Gutachten 2011 des WBGU soll in die Analyse einbezogen werden.

Anträge zu Transparenz und Partizipation in der Forschung der Bündnis 90/ Die Grünen

Forderungen nach mehr Transparenz und mehr Partizipation in Forschungs- und Vergabeprozessen gewinnen im Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“ an Kraft und Deutlichkeit. Dies zeigten nicht zuletzt viele Veranstaltungen in den vergangenen Monaten und der Aufbau der ziviligesellschaftlichen Plattform „Forschungswende“.

Die Bundestagsfraktion der Bündnis 90/ Die Grünen veranstaltete im September ein eigenes Fachgespräch zu den „Chancen und Grenzen von mehr gesellschaftlicher Partizipation, aber auch über Ansatzpunkte für mehr Transparenz in der Forschung“.

Mit zwei Anträgen werden von den Grünen die vielzähligen Impulse aus den öffentlichen Debatten nun aufgegriffen. „Während der erste Antrag auf Transparenz als verbindliches Grundprinzip in der öffentlich finanzierten Wissenschaft abhebt, konzentriert sich der zweite Antrag ganz auf das Thema Partizipation.“

Die Anträge sollen am 13. Dezember im Bundestag behandelt werden. Die vollständige Meldung der Sprecherin der Bundesfraktion zu Wissenschafts- und Forschungspolitik, Krista Sager, finden Sie hier: http://bit.ly/VhFZ2h

Eine vollständige Version der Anträge als Download finden Sie hier:

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Sicherung der Welternährung und Armutsbekämpfung als Herausforderung für Frieden und Nachhaltigkeit

Aus Anlass ihres 275. Gründungsjubiläums initiiert die Georg-August-Universität Göttingen in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe, die dem Thema: „WISSENSCHAFT FÜR FRIEDEN UND NACHHALTIGKEIT“ gewidmet sein wird. Die Universität Göttingen möchte mit diesem Vorhaben in mehrfacher Hinsicht ihre Tradition als Ort der Aufklärung und wissenschaftlichen Verantwortung fortsetzen.

Die in Kooperation mit der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) durchgeführte Konferenz „SICHERUNG DER WELTERNÄHRUNG UND ARMUTSBEKÄMPFUNG ALS HERAUSFORDERUNG FÜR FRIEDEN UND NACHHALTIGKEIT“ bildet die Auftaktveranstaltung, der in den kommenden Jahren regelmäßig weitere Veranstaltungen in einem ähnlichen Rahmen folgen werden. Die Veranstalter möchten mit der Auftaktveranstaltung auch an das Lebenswerk und an die Leitgedanken des Physikers und Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker anknüpfen, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Er war der führende Kopf der Göttinger Erklärung aus dem Jahr 1957, die sich gegen die atomare Bewaffnung der Bundesrepublik Deutschlands richtete. Schon heute spielt der Zugang zu Ressourcen in vielen Gewaltkonflikten eine wichtige Rolle. Folgt man den verschiedenen Szenarien einer künftigen Verknappung natürlicher Ressourcen, z.B. durch ihre nicht-nachhaltige Ausbeutung oder durch den globalen Klimawandel induzierte Veränderungen, so werden die Konflikte um den Zugang und die Verteilung von Ressourcen in der Zukunft deutlich zunehmen. Kreative Konzepte zur Nachhaltigkeit und zur Friedenssicherung müssen verstärkt aus interdisziplinären Forschungsansätzen entwickelt werden. Die Tagung will in diesem Sinne die Diskussion zwischen den verschiedenen Disziplinen ermöglichen.

Die Konferenz wird sich mit zwei zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auseinandersetzen: der Ernährungssicherung und Armutsbekämpfung. Nicht zufällig bilden die Reduzierung von Hunger und Armut zentrale Aufgabenfelder der Millennium Development Goals (MDGs) der Vereinten Nationen. Die Lösung der damit verbundenen Probleme ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, ein friedliches Zusammenleben der Menschen auch in der Zukunft zu sichern.

Weitere Informationen zur Anmeldung und zum Programm entnehmen Sie bitte dem folgenden Programmheft.Sicherung der Welternährung und Armutsbekämpfung als Herausforderung für Frieden und Nachhaltigkeit

„Nachhaltige Universität“ Hamburg – Diskussion von Uni-Präsident Lenzen mit Vertretern der Zivilgesellschaft

In einer Diskussionsveranstaltung am 23. Oktober um 19:00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses stellt sich der Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vertretern der Zivilgesellschaft zu den Herausforderungen einer „Nachhaltigen Universität“.

In einem Eingangsreferat wird Dieter Lenzen, das Konzept der „Nachhaltigen Universität“ vorstellen, während in einem zweiten Teil dieses Konzept mit gesellschaftlichen Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Gewerkschaften, Umwelt und Soziales auf seine Relevanz hin überprüft werden soll. An der Podiumsdiskussion werden neben Prof. Dr. Lenzen teilnehmen:

  • Dr. Wilma Simon, Vorsitzende des Verbandsrates des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
  • Dr. Andreas Keller, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes und Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
  • Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg und
  • Heinrich Lieser, Geschäftsführer Notus Energy.

Die GAL bittet um Anmeldung unter Tel: 42831-1397 oder per Mail: info@gruene-fraktion-hamburg.de.

Kommission Wissenschaftspolitik im Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschlands (BUND) eingerichtet

Nach einem Auftakttreffen vom 16. Juni 2012 mit im BUND organisierten Professor_innen unterschiedlicher Fachrichtungen in Fulda hat der Bundesvorstand des BUND die Einrichtung einer „Kommission Wissenschaftspolitik“ des Wissenschaftlichen Beirates des BUND beschlossen. Die Kommission wird die in der vom BUND im Februar vorgelegten wissenschaftspolitischen Position entwickelten Forderungen weiter ausarbeiten und die politische Umsetzung beraten.

Weitere Informationen bei: Prof. Dr. Wilfried Kühling, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des BUND (wilfried.kuehling@bund.net)

Wissen von der Basis für den globalen Wissenschaftsrat für Biodiversität – Plädoyer für ein transdisziplinäres Wissenschaftsverständnis vom neuen Leiter des Museums für Naturkunde in Berlin

Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversität

Die Rettung der Biodiversität ist eine soziale und wissenschaftliche Herausforderung. Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde, spricht sich im neuesten Artikel im renommierten Wissenschaftsmagazin „Nature“ dafür aus, Wissen von der Basis stärker im globalen Wissenschaftsrat für Biodiversität, IPBES, zu berücksichtigen. „Wenn Menschen die Probleme beim Klimawandel und Biodiversitätsverlust verursachen, dann ist ein Umdenken der Menschen auch der Schlüssel zum Erfolg. Für die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz von IPBES ist es wichtig, dass verschiedene Quellen von Wissen berücksichtigt werden. Dazu gehören nicht nur wissenschaftliche Publikationen in hochrangigen Zeitschriften, sondern auch Erfahrungen und Erkenntnisse normaler Bürger“, so Vogel. „Wir müssen offen sein und neue Wege finden.“

Ein wichtiger Schritt hierfür ist der Ausbau einer Partnerschaft zwischen Forschungseinrichtungen und Bürgern, wo derartige Beziehungen experimentell entwickelt werden können.

Weitere Informationen unter: idw-online.de und biodiversity.de

Fachgespräch „Transparenz und Partizipation in der Forschung“

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen lädt ein zum Fachgespräch „Transparenz und Partizipation in der Forschung“ am 18. September 2012 in Berlin.

In der Diskussion um eine gesellschaftsorientierte und transdisziplinäre Forschung gewinnt das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Freiheit und Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure bspw. in Forschungspolitischen Schwerpunkten mehr und mehr an Bedeutung. Die Bundestagsfraktion 90/Die Grünen planen aus diesem Grund ein öffentliches Fachgespräch, u.a. zu den Fragen:

„Wie verhält sich dieser Ansatz zu dem Anspruch, Wissenschaft von Vereinnahmungen durch spezifische Interessen freizuhalten? Wer ist gemeint, wenn davon die Rede ist, Vertreterinnen und Vertreter „der“ Zivilgesellschaft partizipativ einzubeziehen? Und in welchem Verhältnis stehen Mitgestaltungsinteressen zu den Besonderheiten des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses Welche Instrumente und Methoden, welche Erfahrungen und Probleme partizipativer Einbeziehung von zivilgesellschaftlichen Gruppen und Stakeholdern gibt es? 

Im Wissenschaftsjahr 2012 sind Sie eingeladen gemeinsam mit folgenden Experten die Chancen und Grenzenzivilgesellschaftlicher Partizpation in der Forschung zu diskutieren:

Chancen und Grenzen von Transparenz und Partizipation in der Forschung

Gesprächsrunde mit Eingangsstatements

Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel
acatech – EU-Beauftragter des Präsidiums; Ehemaliger Präsident der Leibniz Gemeinschaft

Prof. Dr. Armin Grunwald
Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag; Institutsleiter ITAS

Dr. Steffi Ober
Projektleiterin „Forschungswende“ für die Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler

Dr. Gerd Stadermann
Ehemaliger Geschäftsführer des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien

Moderation: Krista Sager MdB

Nähere Informationen erhalten Sie hier.

Die Beteiligung der organisierten Zivilgesellschaft am Wissenschaftsprozess – neue Anforderung an das Wissenschaftsmanagement?

Bild Mandy Singer-Brodowski
Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt
bild Dr. Steffi Ober
Projektleiterin „Forschungswende“ für die
Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler e.V.
Schneidewind Prof. Dr. Uwe Schneidewind
Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt
Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffen

Wissenschaft im 21. Jahrhundert differenziert sich zunehmend aus. Sie erforscht komplexer werdende gesellschaftliche und naturwissenschaftliche Phänomene und ist aufgerufen, entscheidend zur Lösung großer Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Sicherstellung der Ernährung von 9 Milliarden Menschen beizutragen.

Durch diese Orientierung an gesellschaftlichen Herausforderungen gewinnen neue Wissensformen an Bedeutung: Neben „Systemwissen“ gewinnt „Zielwissen“ und kontextspezifisches „Transformationswissen“ an Bedeutung. Ein solches „transdisziplinäres“ Wissen lässt sich nicht mehr allein im wissenschaftlichen Elfenbeinturm erzeugen. Es erfordert die enge Einbeziehung der Akteure, die Veränderungsprozesse mitgestalten.

Aus diesem Grund gewinnt die Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure im Wissenschaftssystem eine besondere Bedeutung. Die Diskussion über die Energiewende zeigt dies deutlich deutlich: Technologische Innovationen mit einer nachgeschalteten Akzeptanzforschung alleine reichen nicht aus, um diese Transformation zum Erfolg zu bringen. Es gilt hier technologisches und sozialwissenschaftliches Transformationswissen zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen zu generieren.

Deswegen fordern zivilgesellschaftliche Verbände die Beteiligung in wissenschaftspolitischen Entscheidungsprozessen zunehmend ein (Vgl. z.B. BUND-Position). Die Breite der interessierten Akteure zeigt die neu gegründete Plattform „Wissenschaftspolitik“ aus Vertretern der Kirchen, Umweltverbänden, Verbraucherschutzorganisationen und Gewerkschaften, die in den kommenden Jahren unter dem Dach der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) organisiert wird. Der Ausschuss für Forschung und Technologieentwicklung sowie einzelne Parteien haben die Diskussion über die Beteiligung der Zivilgesellschaft im Wissenschaftssystem aufgenommen, wie ein Fachgespräch im Bundestag am 27.06. 2012 deutlich zeigte. Eine Frage bleibt jedoch: Wie wird diese Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure in Wissenschaftspolitik und -praxis organisiert? Welche Anforderungen erwachsen darauf für das Wissenschaftsmanagement und für die Politik?

Wohlwissend, dass sich hinter der „Zivilgesellschaft“ ein breites Spektrum an Organisationen und Initiativen verbringt, scheint es wichtig, sich diesen neuen Beteiligungsformen zu stellen. Dabei ist sowohl die einzelne Forscherin und Forscher gefragt als auch Wissenschaftsorganisationen als Ganzes und die Wissenschaftspolitik. Konkrete Aufgaben sind dabei z.B.:

  • die Entwicklung und Umsetzung neuer Qualitätsstandards für eine partizipative Forschung,
  • die Konzipierung gemeinsamer Forschungsdesigns,
  • die Moderation der Kommunikationsprozesse von wissenschaftlichen Partnern unterschiedlicher Disziplinen und außerwissenschaftlichen Partnern,
  • die Integration partizipativer Forschungsdesigns in der Lehre.

Hier entsteht ein wichtiges neues Aufgabenfeld für das Wissenschaftsmanagement an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, das künftig an Bedeutung gewinnen wird.

Nachhaltige Wissenschaft – Wie kommen wir voran? Dokumentation zur Veröffentlichung des Memorandums der Deutschen UNESCO Kommission

Zuerst erschienen bei: www.unesco.de

Memorandum Forschung für nachhaltige Entwicklung in Berlin vorgestellt

Der Vorstand der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) hat das Memorandum „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ aus Anlass des Wissenschaftsjahres 2012 verabschiedet und am 14. Juni in Berlin vorgestellt. Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden und Politik diskutierten über die Forderungen ( begleitende Broschüre).

Prof. Dr. Gerd Michelsen, Vorsitzender des Fachausschusses Wissenschaft der Deutschen Wissenschaft und einer der Autoren des Memorandums, stellte die Forderungen des Memorandums zusammenfassend vor. Anschließend diskutierten auf dem Podium Dr. Thomas Jahn, Prof. Dr. Thomas Lang und Dr. Lutz Möller über die Forderungen. Daniel Lang hat den ersten deutschen Lehrstuhl für transdisziplinäre Forschung an der Uni Lüneburg inne, Thomas Jahn ist Sprecher der Institutsleitung am ISOE in Frankfurt und leitet dort den Forschungsschwerpunkt „Transdisziplinäre Konzepte und Methoden“. Lutz Möller ist Fachbereichsleiter der DUK. Trotz kurzfristiger Absagen aus Ministerien und Bundestag entwickelte sich eine äußerst lebhafte, kenntnisreiche und neue Bezüge eröffnende Diskussion mit dem Publikum. Heike Leitschuh moderierte die Veranstaltung in der „Denkerei“ in Berlin-Kreuzberg gewohnt gekonnt.

Worüber sprechen wir?

Ausgangspunkt der Wissenschaft für Nachhaltigkeit ist, dass trotz gegenteiliger Vermutung ganz grundlegende Fragen der Wechselwirkung von menschlichem Handeln und natürlichen Systemen und den entsprechenden Transformationsprozessen bislang nicht verstanden sind – es geht also um wissenschaftliche und nicht nur um gesellschaftliche Herausforderungen. Ein Beispiel ist die Frage warum die steigende Umweltwahrnehmung nicht zu anderen Verhaltensarten führt. Ein anderes Beispiel lautet, wie Transformationsprozesse überhaupt funktionieren. Transdisziplinäre und sozial-ökologische Forschung forscht gerade oft auch über die Forschung selbst, was anders und besser geforscht hätte werden können.


Transdisziplinäre Wissenschaft zielt ab auf die Etablierung neuer Organisations- und Bewertungsformen der Forschung, neuer Karrieremöglichkeiten und einer neuen Bewertung des gesellschaftlichen Nutzens. Es geht nicht um eine „systemsprengende Revolution“, sondern um die bewusste Gestaltung eines bereits laufenden, eher zufällig oder ungerichtet stattfindenden Transformationsprozesses des Wissenschaftssystems selbst.

Bildung einer zivilgesellschaftlichen Plattform zur transformativen Wissenschaftspolitik erfolgreich vorbereitet

Am 03.07.2012 kamen ca. 50 Vertreter_innen von Umweltverbänden, Kirchen, Gewerkschaften, Verbraucherschutz- und entwicklungspolitischen Verbänden in der Bundesgeschäftsstelle des NABU zusammen, um über gemeinsame Positionen innerhalb der Wissenschafts- und Forschungspolitik zu diskutieren. Die Konstellation dieses breiten Bündnisses kurz nach den Transformationskongress des DNR, des DGB und der EKD in Berlin zeigt, dass sich in der Zivilgesellschaft ein zunehmendes Unbehagen über die aktuellen wissenschaftspolitischen Antworten auf die wirtschaftlichen und ökologischen Krisen breitmacht. Der Begriff der Transformation erweist sich dabei für die Rahmung der Debatte als sehr geeignet, denn es geht nicht um kosmetische Korrekturen bisheriger Politik, sondern um strukturelle Weichenstellungen.

Nach einem Impulsvortrag von Dr. Steffi Ober „Warum brauchen wir eine Transformation des Wissenschaftssystems und eine Partizipation der Zivilgesellschaft?“ erörterten die Teilnehmer_innen in vier verschiedenen Arbeitsgruppen zunächst die zentralen Defizite der aktuellen Forschungs- und Wissenschaftspolitik. Neben einer mangelnden gesellschaftlichen Problemorientierung der aktuellen Wissenschaftspolitik, sowie einer Technologie-Fixierung innerhalb großer Förderprogramme wurde von den Teilnehmer_innen das Fehlen von Möglichkeiten und der Bereitschaft zur Partizipation der (organisierten) Zivilgesellschaft an wissenschaftspolitischen Entscheidungen kritisiert.

Der Nachmittag wurde mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Uwe Schneidewind „Warum braucht die Forschungslandschaft die Zivilgesellschaft?“ eingeleitet. In diesem Vortrag thematisierte der Referent die Bedeutung der organisierten Zivilgesellschaft zur Ausbalancierung verschiedener Interessen(sgruppen) an die Wissenschaft und die damit einhergehende Wahrung der Forschungsfreiheit. Anschließend suchten die Teilnehmer_innen wiederum in vier Arbeitsgruppen nach möglichen Strategien auf dem Weg zu einer transformativen Forschungs- und Wissenschaftspolitik. Neben einer ehöhten Transparenz und der gezielten Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure in wichtige wissenschafts- und forschungspolitische Entscheidungsprozesse, fanden die Teilnehmer_innen das Capacity Buildiung und die Knüpfung eines breiten Netzwerks Wissenschaftspolitik besonders wichtig. Zentrales Ergebnis der Veranstaltung war daher, dass ab August 2012 ein regelmäßiger Austausch zwischen den Teilnehmenden zum Aufbau solch einer zivilgesellschaftlichen Plattform führen soll.

Forschung und Innovation für den Erhalt von Biodiversität und gegen den Hunger

Olaf Tschimpke Olaf Tschimpke
Präsident des NABU
Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffen

Dr. Steffi Ober Dr. Steffi Ober
NABU

Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffen

Zuerst erschienen im Gegenblende.

Wie können wir in Zukunft 9,5 Milliarden Menschen ernähren, Hunger und Armut verringern, die ländlichen Räume lebenswert halten, Biodiversität und Gesundheit stabilisieren – und all dies sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig?

Die wesentlichen Einflussfaktoren sind heterogen und komplex, ich werde sie im Folgenden schlagwortartig beleuchten: Wie groß ist die verfügbare Anbaufläche für Nutzpflanzen? Können wir degradierte Flächen, die heute nicht in der Produktion sind, wieder urbar machen? Wie schaffen wir es, neben den Nahrungspflanzen noch Biomasse für Energie und nachwachsende Rohstoffe anzubauen? Wie erhalten wir die völlig unberührte Natur, die Hotspots der Biodiversität, aus denen nichts entnommen und nichts von Menschenhand verändert werden sollte? Dieser Gedanke scheint sich ganz den modernen Anforderungen nach Effizienz und Gewinn zu verweigern. Und doch muss es auch diese Oasen der ungestörten Entwicklung geben, um dem rasanten Verlust der Biodiversität zu begegnen. Wie schwierig es ist, die widerstrebenden Interessen dahinter in Einklang zu bringen, zeigen alle Verhandlungen zur Biodiversität in den letzten Jahrzehnten. Unsere Ernährungsmuster verändern sich weltweit. Der Fleischkonsum zeugt von Wohlstand und wächst mit dem Einkommen. Die Nutztiere mit Soja, Mais und Getreide zu füttern, erhöht den Landverbrauch, da je nach Nutztier drei bis sieben pflanzliche Nahrungskalorien verbrannt werden, um eine tierische Nahrungskalorie zu erzeugen. Welchen Beitrag kann und soll die Pflanzenzüchtung in Zukunft leisten, um mehr Ertrag sicher zu produzieren? Auf welche Pflanzen soll sie setzen und sind wir da in Deutschland und anderswo auf dem richtigen Weg? Welchen Beitrag können gentechnologische Verfahren leisten, die seit zwanzig Jahren als Hoffnungsträger von Wissenschaft, Politik und Industrie hochgejubelt werden?

Viele weitere Faktoren spielen dabei noch eine Rolle, wie die Entwicklung der passenden Agrartechnik; die Stärkung der rechtlichen und sozioökonomischen Situation von Frauen; ein faires und transparentes Bodenrecht; die Bekämpfung der Korruption; die „Governance“ der Länder, (also wie gut ihre Institutionen ausgebildet sind, wie gut sie regiert werden); wie der Zugang zu Wasser gewährleistet ist und welche Zukunftsvorsorge für die Versorgung mit Wasser getroffen wird und so weiter. Um diesen mannigfaltigen Herausforderungen zu begegnen, brauchen wir Forschung und Innovationen, die nicht nur mehr technologische Entwicklung bringen sondern vor allem kulturelle und soziale Innovationen ermöglichen.

„Wissenschaft für Nachhaltigkeit: Der Durchbruch muss gelingen“ – Vorstellung des Memorandums der Deutschen UNESCO-Kommission am 14. Juni in Berlin

2012 ist das Jahr der Nachhaltigkeitsforschung. Der Rio+20-Gipfel und das Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung setzen das Thema ganz oben auf die Agenda. Der Vorstand der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) hat aus diesem Anlass ein Memorandum zu Wissenschaft für Nachhaltigkeit mit dem Untertitel „Der Durchbruch muss gelingen“ verabschiedet.

Im Vorfeld des Rio+20-Gipfels wird die DUK dieses Memorandum am 14. Juni 2012 in der „Denkerei“ in Berlin-Kreuzberg (Oranienplatz 2, 10999 Berlin) öffentlich vorstellen. Nach einer Präsentation der Forderungen des Memorandums durch den Vorsitzenden des DUK-Fachausschusses Wissenschaft, Prof. Dr. Gerd Michelsen, werden Vertreter aus Wissenschaft und Politik Stellung beziehen und im Anschluss mit dem Publikum diskutieren:

Ulla Burchardt, MdB
Dr. Karl-Eugen Huthmacher, BMBF
Dr. Volker Meyer-Guckel, Stifterverband (angefragt)
Prof. Dr. Daniel Lang, Leuphana Universität Lüneburg
Dr. Thomas Jahn, Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt a.M.

Die Veranstaltung am 14. Juni findet statt von 16 bis 18.30 Uhr. Ein kurzer Empfang schließt sich an.

Um Anmeldung unter www.unesco.de/anmeldung-memorandum.html wird gebeten.

Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“.

5. Living Knowledge-Konferenz vom 10.-12.05.2012 in Bonn

Während der letzten 10 Jahre haben Science Shops und community-based Research ihren Platz innerhalb der wissenschaftlichen politischen Agenda gefunden. Der Fokus auf Innovation zur Betreibung von Forschung erfordert es, sich Forschungsbeziehungen immer wieder bewusst zu machen und zu prüfen, wie über die kommenden Jahre die Generierung von Wissen vorangetrieben werden kann.
Die 5te Living Knowledge Konferenz zielt auf unterschiedliche Themen zur Stärkung des Einblicks in Prozesse und das Entwickeln spezifischer Politikempfehlungen, die öffentliches Bedenken und ausgesprochenen Forschungsbedarf berücksichtigen. Sie ist eine Möglichkeit, einige wichtige Denker und Praktiker der Zivilgesellschaft und akademischer Forschungsgruppen im Bereich der community-based Research zusammenzubringen, Universität/gesellschaftliche Partnerschaften und Scinece Shops, sie zielt auf die Bereitstellung von Möglichkeiten und Optionen für die Zusammenarbeit und gewährleistet, dass dieser Arbeitsbereich von nationalen und internationalen politischen Agenden priorisiert wird.

Die 5te Living Knowledge Konferenz ist außerdem eine Diskussions- und Austauschplattform für die Befunde und Ergebnisse der ersten Hälfte des PERARES-Projekts (Public Engagement with Research and Research Engagement with Society).

Mehr dazu unter: http://www.livingknowledge.org/conference/about-the-conference/

Wer entscheidet über unsere Zukunft? Zur Mittelvergabe in der Forschungs- und Investitionspolitik

Dr. Steffi Ober Dr. Steffi Ober

NABU

Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffen

Das verfassungsrechtliche Recht des Abgeordneten umfasst nicht nur das Recht im Deutschen Bundestag abzustimmen (zu beschließen vgl. Art 42, Abs:2 GG) sondern auch das Recht zu beraten (zu verhandeln vgl. Art 42.Abs.1.GG). Grundlage einer sinnvollen Beratung muss dabei eine hinreichende Information des Abgeordneten über den Beratungsgegenstand sein (vgl. BVerfGE 70, 324). Der Grundsatz der Parlamentsöffentlichkeit ist ein wesentliches Element des demokratischen Parlamentarismus. Er ermöglicht dem Bürger die Wahrnehmung seiner Kontrollfunktion gegenüber dem Parlament.1
Meine These lautet, dass Zielsetzung und Ausrichtung der Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung ohne ausreichende Beteiligung und unter Verletzung der formalen Entscheidungswege getroffen werden.

Eine ausreichende Beteiligung des Bundestages wäre dann gewährleistet, wenn die Abgeordneten im Vorfeld der Entscheidungen über die Ausrichtung der Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung in einen grundsätzlichen Diskurs mit einbezogen würden, wenn die Überlegungen und Konzepte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) dem zuständigen Ausschuss zur Verfügung stünden, bevor die entsprechenden Rahmenprogramme aufgelegt werden. Ebenso gehört dazu, dass die Abgeordneten in der Lage sind, die Erfolge oder Misserfolge der Forschungsprogramme zu bewerten. Dazu müsste das BMBF eine Evaluation der Programme vornehmen und den Abgeordneten diese Daten zur Verfügung stellen. Wie soll das Parlament die Regierung kontrollieren, wenn diese keinerlei Daten zur Verfügung stellt? Eine hinreichende Information der Abgeordneten wird durch die gängige Praxis des BMBF, bildreiche und textarme Broschüren2 vorzulegen, nicht gewährleistet.

Runder Tisch „Wissenschaftspolitik” – Start einer zivilgesellschaftlichen Plattform am 03.07.2012 in der NABU Geschäftsstelle, Berlin

Das Wissenschaftssystem ist in Zeiten von Klimaveränderungen und Finanzkrisen zunehmend aufgefordert, Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu geben. In den letzten Jahren zeigt sich immer deutlicher, dass dies dem Wissenschaftssystem nur teilweise gelingt. Im Brennpunkt der Kritik steht die häufig methodisch zu enge und an zu einseitigen Verwertungsinteressen orientierte Wissenschaft.

Eine „Wissenschaft für und mit der Gesellschaft” bedarf der aktiven Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure wie Umweltverbände, Kirchen, Sozial- und Gesundheitsverbände und Gewerkschaften. Für die nachhaltige Neuausrichtung des Wissenschaftssystems können sie zentrale Impulse geben – dies haben einzelne Initiativen, wie die Veröffentlichung eines wissenschaftspolitischen Positionspapiers des BUND und Tagungen des NABU gezeigt. Alle fordern, von einer Wissenschaft ÜBER zu einer Wissenschaft FÜR die Gesellschaft zu kommen.

Die heutigen forschungspolitischen Institutionen und Strukturen sind jedoch auf eine zivilgesellschaftliche Mitarbeit und Beteiligung gar nicht angelegt. Hier gibt es einen echten Reformbedarf, kreative Ansätze und Ideen sind gefragt. Eigene Kapazitäten und die verbandsinterne Expertise in zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen erst aufgebaut werden, um dauerhaft Einfluss auf die wissenschaftspolitischen Entscheidungsprozesse zu nehmen. Aus diesem Grund streben wir eine übergeordnete zivilgesellschaftliche Plattform für eine veränderte Wissenschaftspolitik an. Das vom BMBF ausgerufene Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde/ Nachhaltigkeit“ bietet hierfür einen hervorragenden Rahmen.

In einem Workshop am Dienstag, dem 03.07.2012 soll durch Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Gruppen eine entsprechende zivilgesellschaftliche Plattform auf den Weg gebracht werden. In der Diskussion miteinander sowie mit Vertretern aus wissenschaftlichen Vorreitereinrichtungen und der Politik sollen bestehende Aktivitäten abgeglichen und gemeinsame wissenschaftspolitische Positionen sowie das Programm einer großen zivilgesellschaftlichen Konferenz im Herbst des Jahres erarbeitet werden. Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) sowie die Reihe „Transformatives Wissen schaffen” stellen dafür den organisatorischen Rahmen bereit.

Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:
Wie muss eine zukunftsfähige Wissenschaftspolitik aus der Sicht zivilgesellschaftlicher Organisationen aussehen?
Was sind die inhaltlichen Hauptelemente und Gemeinsamkeiten zivilgesellschaftlicher Positionen zu einer nachhaltigkeitsorientierten Reform der Wissenschaftspolitik?
Wie stärken wir das wissenschaftspolitische Engagement, die Mitspra
chefähigkeit und die personelle Kapazität in den Verbänden? 
Wie kann eine zivilgesellschaftliche Plattform zu den Forderungen an eine zukünftige Wissenschaftspolitik organisiert sein?

Weitere Informationen unter: wissenschaftsjahr2012@wupperinst.org

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Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“.

Einbindung von zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Forschungsprozess – Call for Papers der Society for Social Studies of Science

Die Copenhagen Buisness School veranstaltet zusammen mit der European Association for the Study of Science and Technology (EASST) vom 17.-20.10.2012 das jährliche Meeting der Society for Social Studies of Science.

Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftler_innen, sowie Vertreter_innen von Industrie, Politik und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Zentales Thema der Konferenz ist die stärkere Einbindung dieser Organisationen in Forschungsprozesse. Zu diesem Zweck wurde das CONSIDER Projekt gegründet, an dessen Themenschwerpunkten sich die Konferenz orientiert. CONSIDER untersucht die speziellen Aspekte der Partizipation der zivilgesellschaftlichen Organisationen an Forschung. Das Projekt sucht nach Modellen und Richtlinien, welche die Teilnahmemöglichkeiten zivilgesellschaftlicher Organisationen an der Forschung verbessern.

Im Rahmen der Konferenz wird um die Zusendung von Papers gebeten, die die Partizipationsmöglichkeiten zivilgesellschaftlicher Organisationen an der Forschung thematisieren oder die Dynamiken und Wechselbeziehungen zwischen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft analysieren.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://4sonline.org/meeting

Die Einreichung der Papers wird bis zum 18.März 2012 erbeten.

Informationen zur Veranstaltungen finden sie auf folgender Homepage: http://www.4sonline.org/meeting
sowie http://www.easst.net/

Präsident des Bauernverbands will mehr Forschung für Öko-Landbau

„Wir wollen einen möglichst großen Anteil am Öko-Wachstum.“ Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, hat sich für die Aufstockung der Forschungsmittel für die ökologische Landwirtschaft ausgesprochen. Denn der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln hat sich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zwar verdreifacht. Die Anbaufläche für Öko-Betriebe habe sich im selben Zeitraum jedoch nur verdoppelt.

Die Inlandsnachfrage wird deswegen zunehmend durch Importe gedeckt. Importanteil von Lebensmitteln aus Öko-Landbau in Deutschland bei Getreide bei 15 Prozent, bei Kartoffeln bei 26 Prozent und bei Möhren und Äpfeln bei etwa 50 Prozent.

Mit der Forderung die Forschungsmittel für die ökologische Landwirtschaft aufzustocken, stellt sich der deutsche Bauerpräsident an die Seite des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Dieser hatte der Bundesregierung im Sommer vergangenen Jahres empfohlen, 20 Prozent des nationalen Agrarforschungsbudgets für den Öko-Landbau zu verwenden. Begründet hat der RNE das unter anderem mit Nachholbedarf bei produktionstechnischen Entwicklungen und beim betrieblichen Wissensmanagement.

Bauernverband:
www.bauernverband.de

Rat für nachhaltige Entwicklung:
www.nachhaltigkeitsrat.de

BUND legt wissenschaftspolitisches Positionspapier vor – Forderung nach einer „Nachhaltigkeitsmilliarde“

Der größte deutsche Umweltverband BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hat heute in Berlin ein wissenschaftspolitisches Positionspapier vorgelegt. Passend zum Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ bringen sich damit die Umweltverbände aktiv in die Debatte über die künftige Forschungs- und Wissenschaftspolitik ein.

Seine Forderung bringt der BUND dabei auf die prägnante Formel einer „Nachhaltigkeitsmilliarde“, d.h. das Ziel, eine Milliarde Euro für eine gesellschaftsorientierte Forschung zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen umzuwidmen. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger griff in der heutigen Pressekonferenz die Engführung im Wissenschaftssystem durch die zu starke Drittmittel-, Technik- und disziplinäre Exzellenzorientierung auf und machte deutlich, dass es hier eine konsequente Umsteuerung braucht.

Das Positionspapier des BUND ist in mehrfacher Hinsicht beachtenswert:

o Es liefert eine sehr gute Analyse der aktuellen Defizite im Wissenschaftssystem und schließt dabei u.a. an die bestehenden Kritiken z.B. des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) aus dem letzten Jahr an.

o Mit diesem Schritt des BUND tritt ein weiterer wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur in der wissenschaftspolitischen Debatte auf. Dies nährt die Hoffnung einer künftig breiteren und pluralistischer getragenen Wissenschaftspolitik.

o Die Formel der „Nachhaltigkeitsmilliarde“ ist im Positionspapier mit eine Reihe an innovativen Vorschlägen hinterlegt. Es wird deutlich, dass die auf den ersten Blick ehrgeizig wirkende Größenordnung durchaus erreichbar ist.

Die Pressemeldung des BUND findet sich hier.

Das Positionspapier des BUND kann heruntergeladen werden unter: www.bund.net/pdf/nachhaltige_wissenschaft

Research for CSO´s weiterentwickeln

Im Rahmen der Forderungen vieler europäischer zivilgesellschaftlicher Organisationen nach einer Neuorientierung der europäischen Forschungspolitik richtet sich derzeit der Blick auch wieder stärker auf eine Policy-Initiative, die die EU im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogrammes im Jahr 2007 aufgelegt hat: In dem Programm „Research for CSO´s (Civil Society Organizations)“ schafft die EU die Möglichkeit für zivilgesellschaftliche Organisationen, eigene Forschungsvorhaben zu beauftragen oder Maßnahmen für einen besseren Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu fördern.

Die bisherigen Erfahrungen mit diesem eigentlich hervorragend konzipierten Ansatz zeigen jedoch, dass die Antragshürden (mindestens 3 Partner aus unterschiedlichen Ländern) die Nutzung dieses Instrumentes für viele CSO´s sehr schwierig machen. Dies spricht dafür, entsprechende Instrumente auch auf nationaler und Bundesland-Ebene einzuführen, um zivilgesellschaftlichen Organisationen die Chance zu geben, den Zugriff auf wissenschaftliche Ressourcen intensiv zu erproben und auszubauen.

NABU-Studie zum Bioökonomierat

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat sich kritisch in einer Studie mit dem Forschungsrahmenprogramm „Bio-Ökonomie“ der Bundesregierung auseinandergesetzt, in das in den kommenden Jahren 2,4 Mrd. Euro fließen werden. Ein Kritikpunkt zielt auf die Tatsache, „dass der Forschungs- und Technologierat Bioökonomie sich nahezu ausschließlich auf technologische Lösungen beschränkt“. Damit weist die Kritik Parallelen zu den im Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats Globale Veränderungen (WBGU) geäußerten Zweifeln an der aktuellen Forschungspolitik für Nachhaltigkeit auf.

Am 12.09.2011 diskutieren der NABU und die Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) auf einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin das Gutachten des Bioökonomierates sowie die wesentlichen Kritikpunkte der NABU-Studie.

Damit wird die Diskussion um eine Forschungsagenda für eine Nachhaltige Entwicklung fortgesetzt, die der NABU zusammen mit der VDW und dem Umweltverband BUND in einem Workshop am 10.03.2011 begonnen hatte.

Aufbruchstimmung beim Workshop „Eine neue Forschungsagenda für Nachhaltige Entwicklung“

Mit dem gestrigen Workshop „Eine neue Forschungsagenda für nachhaltige Entwicklung“ in Berlin hat sich ein gesellschaftspolitisches Bündnis für eine nachhaltigkeits-orientierte Forschungspolitik konstituiert. Zu dem Hintergrundworkshop hatten die beiden Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammen mit der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) und dem Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) eingeladen. Rund 40 Teilnehmer diskutieren über Anforderungen an eine künftige nachhaltigkeits-orientierte Forschungspolitik und konzentrierten sich dabei insbesondere auf die Felder der Energiepolitik sowie den Bereich Agrarforschung/Bio-Ökonomie. Es wurden Bausteine für ein forschungspolitisches Programm und konkrete Maßnahmen zusammengetragen. Auf dieser Grundlage soll die koordinierte Arbeit der Verbände in dem von Ihnen bisher kaum bearbeiteten Feld der Wissenschafts- und Forschungspolitik fortgesetzt werden.

Workshop „Eine neue Forschungsagenda für nachhaltige Entwicklung“ von BUND, NABU, BÖLW und VDW am 10.03.2011 in Berlin

Am 10.03.2011 veranstalten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) einen ganztätigen Workshop „Eine neue Forschungsagenda für nachhaltige Entwicklung“ in Berlin. Der Workshop will die gegenwärtigen Prämissen und Konsequenzen der Forschungspolitik und Forschungsförderung analysieren und Grundzüge eines Konzeptes entwerfen, das auf eine nachhaltige Entwicklung und vielfältige Forschungspfade hin orientiert ist. Ein vorläufiger Programmentwurf ist am Ende des Beitrages abrufbar. Anmeldungen und weitere Informationen bei Steffi.Ober@NABU.de.

110310-Nabu-Workshop-Nachhaltige-Forschung

VDW-Positionspapier „Für eine verantwortbare und zukunftsorientierte Forschungspolitik in Deutschland“

  • Die 1959 von Carl Friedrich von Weizsäcker gegründete Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) fordert in ihrem aktuellen Positionspapier „Für eine verantwortbare und zukunftsorientierte Forschungspolitik in Deutschland“ ein umfassendes wissenschafts- und forschungspolitisches Umdenken. Die Kritik der VDW setzt daran an, dass heute umfassende Forschungsgelder ohne öffentliche Diskussion in (technologischen) Großprojekten z.T. auf Jahrzehnte gebunden sind, andere gesellschaftliche Herausforderungen z.T. nur sehr ungenügend in der aktuellen Forschungspolitik abgebildet sind. Die VDW fordert daher u.a. dazu auf:
  • die Förderschwerpunkte einem systematischen Monitoring und Reporting zu unterziehen,
  • die Förderschwerpunkte im BMBF vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Fragen neu zu strukturieren,
  • die Verwendung der öffentlichen Mittel für Forschung & Entwicklung in den Gestaltungsraum der Politik zu bringen,
  • das Übergangsfeld zwischen Forschungsförderung und Markteinführung neu zu bestimmen,
  • einen wirklichen Dialog mit der Öffentlichkeit zu entwickeln,
  • Bürgerinnen und Bürgern sowie Nichtregierungsorganisatinen an forschungspolitischen Fragen zu beteiligen.

Vermutlich am 10. März 2011 wird es eine Tagung der VDW geben, in der die Themen des Positionspapieres im Mittelpunkt stehen werden.

Gemeinsame Erklärung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung

Am 1. März 2010 haben die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) eine gemeinsame Erklärung zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung öffentliche vorgestellt und damit ein wichtiges Signal für die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit auch in Hochschulen gesetzt (zur Presseerklärung vom 01.03.2010). Am 15.04.2010 wird in Bremen eine eigene Veranstaltung zu der Erklärung stattfinden. Organisatoren sind die HRK, die DUK und die Universität Bremen.