Lesetipp – Transdisziplinär und transformativ forschen

Defila, Rico; Di Giulio, Antonietta (Hrsg.) 2018: Transdisziplinär und transformativ forschen – Eine Methodensammlung.  Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß. Wiesbaden, Springer VS, 406 Seiten.

Nachdem bereits 2016 das Überblickswerk: „Transdisziplinär forschen – zwischen Ideal und gelebter Praxis“ von Defila und Di Giulio erschienen ist und großes Interesse wie positive Resonanz erzeugte (die Publikation ist hier zu finden), folgt nun eine stärker methodisch orientierte Arbeit zu transdisziplinärer und transformativer Forschung und Wissenschaft. Die Arbeit speist sich aus den Erkenntnissen der baden-württembergischen Reallabore und wurde gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und ist daher frei zum Download verfügbar.

Es werden Methoden der Wissenserzeugung, Wissensintegration und Transformation ausführlich beschrieben. Dabei wird der Blick geweitet, um sowohl transformative wie nicht-transformative Forschung miteinander in Bezug zu setzen und die Forschung innerhalb wie außerhalb von Reallaboren methodisch analysieren und bewerten zu können. Die Ergebnisse haben dabei einen klaren Praxisbezug und sind für die wissenschaftliche Umsetzung zukünftiger Forschungsvorhaben gedacht und geeignet. Schwerpunkte der Publikation sind die Reflexion über den Stellenwert der Partizipation in der Reallaborforschung und anderer partizipativer Forschungsdesigns sowie die Rolle von Praxisakteuren und praxisrelevantem Wissen im wissenschaftlichen Prozess. Die Erkenntnisse, die aus der Reallaborforschung gewonnen wurden, sind dabei auch über dieses Forschungsformat hin anwendbar und bereichern damit den methodologischen und wissenschaftlichen Diskurs insgesamt.

Der Inhalt gliedert sich in zwei Teile:
  • Worauf achten: Kriterien, Prinzipien, Fragen für Planung und Reflexion
  • Wie vorgehen: Methoden für Co-Design und Co-Produktion
Die Zielgruppen sind vor allem:
  • Forschende, Dozierende und Studierende aus allen Disziplinen, die transdisziplinär und/oder transformativ forschen
  • Praxisakteure, die sich an transdisziplinärer und/oder transformativer Forschung beteiligen
Der Herausgeber, die Herausgeberin
Fürspr. Rico Defila und Dr. Antonietta Di Giulio leiten die Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität, Programm MGU (Mensch Gesellschaft Umwelt), Universität Basel.
Sofern nicht anderweitig angegeben, wird dieses Buch unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht.

Lesetipp – Zehn wesentliche Punkte für eine wirkungsvollere Klimawandel- und Nachhaltigkeitsforschung

Um zu erklären, wie wir eine sich wandelnde Welt besser verstehen und uns in ihr effektiver zurecht finden können und gleichzeitig sicher zu stellen, dass die Wissensproduktion gezielter gesellschaftliche Bedürfnisse adressiert, haben 40 Wissenschaftler*innen und Praktier*innen zu diesen frei verfügbaren Forschungsartikel beigetragen “Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change researchund dabei verschiedene Einsichten aus einer reichen und vielfältigen Tradition anwendungsorientierter Forschung zusammengebracht.

Diese Arbeit hebt hervor, dass Wissenschaft vorrangig Ansätze nutzt, die nicht genug  auf das Lernen und Verstehen eines transformativen Wandels fokusiert sind und zu wenig dazu beitragen, diesen zu erreichen. Meist bezieht sich die Forschung eher darauf Probleme zu verstehen, als Lösungen und deren Umsetzung zu identifizieren und zu bewerten. Das kann auf die Tendenz konventioneller Wissenschaft und Forschung zurück geführt werden, sich auf abstraktes Wissen zu konzentrieren, dass man lehren kann, als auf praktisches Wissen, dass man anwenden kann.

Zum Beispiel wissen wir bereits viel über die Probleme des Klimawandels. Die kritische Frage ist jetzt aber, wie innovative, transformative Lösungen entwickelt und Wissen zu deren erfolgreichen Implementierung gefunden werden. Die benötigte Forschung zur Erlanung dieser Art des Wissen benötigt eine andere Art des Lernens. Das involviert Versuch und Irrtum und die praktische Einbindung in das, was in der realen Welt geschieht. Um das zu erreichen müssen Forscher*innen anerkennen, dass sie Teil der Systeme (und der Probleme) sind, die einer Veränderung bedürfen. Wissenschaftliche Ansätze, die das erkennen, können auf eine viel größere Auswahl und auf vielfältigere Arten von Wissen zugreifen und dadurch zu einem tieferen und anderen Verständnis der transformativen Prozesse kommen, von denen die Forscher*innen ein Teil sind.

In diesem Forschungsartikel werden zehn wesentliche Punkte herausgearbeitet, die man beachten sollte für Forschung und Wissenschaft die darauf abzielt einen größeren Einfluss auf Wandel und Nachhaltigkeit zu erreichen. Diese wesentliche Punkte sind:
1 Fokus auf Transformationen für CO2-arme, resiliente Lebensführung;
2 Fokus auf Lösungsprozesse;
3 Fokus auf praktisches Wissen;
4 Begreifen von Forschung als aus dem System entspringend, in das eingegriffen wird;
5 Arbeit mit normativen Aspekten;
6 Versuch zur Überschreitung des aktuellen Denkens;
7 Auswahl facettenreicher Ansätze um Wandel zu verstehen und zu gestalten;
8 Anerkennen des Wertes alternativer Rollen für Forscher*innen
9 Weiterführenden Experimenten ermutigen; und
10 Reflektiert sein.

Es wird gezeigt, dass diese Punkte bei einer kombinierten Anwendung, eine Beschleunigung dieser Arten des Lernens bewirken, die benötigt wird, um eine Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu stärken. Aber ein Wandel wird auch gebraucht in den Forschungsinstitutionen, den fest verwurzelten Disziplinen und den Wegen in welchen Wissen generiert und genutzt wird.

Bibliographische Angaben:
Fazey, I., Schäpke, N., Caniglia, G., Patterson, J., Hultman, J., van Mierlo, B., Säwe, F., Wiek, A., Wittmayer, J., Aldunce, P., Al Waer, H., Battacharya, N., Bradbury, H., Carmen, E., Colvin, J., Cvitanovic, C., D’Souza, M., Gopel, M., Goldstein, B., Hämäläinen, T., Harper, G., Henfry, T., Hodgson, A., Howden, M.S., Kerr, A., Klaes, M., Lyon, C., Midgley, G., Moser, S., Mukherjee, N., Müller, K., O’Brien, K., O’Connell, D.A., Olsson, P., Page, G., Reed, M.S., Searle, B., Silvestri, G., Spaiser, V., Strasser, T., Tschakert, P., Uribe-Calvo, N., Waddell, S., Rao-Williams, J., Wise, R., Wolstenholme, R., Woods, M., Wyborn, C. (2018) Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change research. Energy Research and Social Science 40, 54-70.

Recommended reading: Ten essentials for more impactful climate change and sustainability-related research

To explain how we can understand and navigate our way through a world of change more effectively and ensure knowledge production contributes more directly to societal needs 40 researchers and professionals have contributed to this freely accessible research paper “Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change research” and brought together different insights from the rich and diverse traditions of action-oriented research.

This work highlights that science is predominantly using approaches that do not sufficiently focus on, and contribute to, learning and understanding about how to achieve transformative change. Mostly, research focuses on understanding problems rather than identifying and examining solutions or their implementation. This can be traced back to the tendency of conventional science and research focuses on abstract knowledge that is teachable, rather than practical know how that is applicable.

For instance, we already know a lot about the problems of climate change. The critical question now, however, is about how to develop innovative, transformative solutions and the knowledge to implement them successfully. The research needed to attain this kind of knowledge requires a different kind of learning. It involves trial and error and practical involvement in actions happening in the real world. To do that, researchers have to acknowledge they are part of the systems (and problems) that need chaining. Scientific approaches that recognize this can access a much wider range and more diverse kinds of knowledge and therefore lead to a deeper and different understanding of the transformative processes that the researchers are indeed part of.

In this research paper ten essentials are highlighted that need to be considered for research and science that aims at a greater impact towards achieving change and sustainability. These essentials are:
1. Focus on transformations to low-carbon, resilient living;
2. Focus on solution processes;
3. Focus on ‘how to’ practical knowledge;
4. Approach research as occurring from within the system being intervened;
5. Work with normative aspects;
6. Seek to transcend current thinking;
7. Take a multi-faceted approach to understand and shape change;
8. Acknowledge the value of alternative roles of researchers;
9. Encourage second-order experimentation; and
10. Be reflexive

The paper shows how these essentials, when to be applied combined, can ultimately accelerate the kinds of learning needed to enhance transformations for sustainability in society. But changes will also be required in the research institutions, the entrenched disciplines and the ways in which knowledge is produced and used.

 

Bibliographical indication:
Fazey, I., Schäpke, N., Caniglia, G., Patterson, J., Hultman, J., van Mierlo, B., Säwe, F., Wiek, A., Wittmayer, J., Aldunce, P., Al Waer, H., Battacharya, N., Bradbury, H., Carmen, E., Colvin, J., Cvitanovic, C., D’Souza, M., Gopel, M., Goldstein, B., Hämäläinen, T., Harper, G., Henfry, T., Hodgson, A., Howden, M.S., Kerr, A., Klaes, M., Lyon, C., Midgley, G., Moser, S., Mukherjee, N., Müller, K., O’Brien, K., O’Connell, D.A., Olsson, P., Page, G., Reed, M.S., Searle, B., Silvestri, G., Spaiser, V., Strasser, T., Tschakert, P., Uribe-Calvo, N., Waddell, S., Rao-Williams, J., Wise, R., Wolstenholme, R., Woods, M., Wyborn, C. (2018) Ten essentials for action-oriented and second order energy transitions, transformations and climate change research. Energy Research and Social Science 40, 54-70.

Im „Zeitgespräch“: Expertenwissen und Wirtschaftswissenschaften im postfaktischen Zeitalter

Das aktuelle „Zeitgespräch“ des „Wirtschaftsdienst“ der Leibniz-Gemeinschaft, einer der der traditionsreichsten Zeitschriften für aktuelle Debatten zur deutschen Wirtschaftspolitik, widmet sich dem Thema „Expertenwissen im postfaktischen Zeitalter“ – mit Beiträgen von Lars Feld (Sachverständigenrat), Reint Gropp (Leiter des Leibniz-Forschungsinstitutes für Wirtschaftswissenschaften in Halle), Karl-Heinz Paqué (Magdeburg und Mitglied der Wachstums-Enquete), Oliver Geden/Lars Brozus (Stiftung Wissenschaft und Politik) und Uwe Schneidewind (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie). Ein Überblick über die Beiträge findet sich hier. Das gesamte PDF mit allen Beiträgen kann hier heruntergeladen werden.

Der Beitrag „Von der Reparatur-Ökonomik zur Orientierungswissenschaft“ von Uwe Schneidewind baut dabei eine Brücke zu den Forderungen nach einer „transformativen Wirtschaftswissenschaft“. Er macht deutlich, dass die Herausforderung der Ökonomie nicht lediglich bei einer verbesserten Politikberatung, sondern am Grundverständnis des Faches ansetzen muss.
Er beleuchtet dabei vier Aspekte:
(1) die Begrenzungen durch den methodologischen Individualismus als erkenntnistheoretische Grundlage der Wirtschaftswissenschaften,
(2) die Annahme exogen gegebener Präferenzen,
(3) die Berührungsangst mit Normativität,
(4) das Ausblenden ihres performativen und sozialwissenschaftlichen Charakters und zeigt u.a. die institutionellen Konsequenzen für eine sich erneuernde Wirtschaftswissenschaft auf.

Der Beitrag von Uwe Schneidewind kann hier heruntergeladen werden.

Beitrag im Merton Magazin „Wissenschaft darf sich nicht auf Fakten reduzieren“

In einem weiteren Beitrag in seiner Kolumne „Transformative Wissenschaft“ plädiert Prof. Dr. Uwe Schneidewind für ein erweitertes Wissenschaftsverständnis moderner Gesellschaften im Sinne einer Öffnung zur Gesellschaft und dem aktivem Einbringen in gesellschaftliche Diskurse.

In seinem Kolumnenbeitrag wendet er sich dabei auch gegen Peter Strohschneider, der in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung „Wissenschaft muss für die Demokratie streiten“ zwar treffend die Herausforderungen von Wissenschaft im wissenschaftsskeptischen Klima analysiert, dabei aber lediglich für die Wissenschaftskommunikation Verbesserungsbedarf sieht.
Dem setzt Prof. Schneidewind 5 Kernforderungen für einen neuen Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft entgegen.

Den Beitrag finden Sie hier.

Themenschwerpunkt „Transformative Wissenschaft“ in den ARL-Nachrichten für Raumforschung

Die neu erschienene Ausgabe 2/2016 der Nachrichten der Akademie für Raumforschung und Landesplanung – ARL (Leibniz-Forum für Raumwissenschaften) widmet sich in ihrem Themenschwerpunkt „Transformative Wissenschaft“ dem Mehrwert des Wissenschaftsmodus für die Raumwissenschaften.

Neben einer Einführung in Form von fünf Thesen zur Verbindung von Wissenschaftsdiskurs und Raumforschung und der möglichen Bedeutung transformativer Methoden in den Raumwissenschaften, schildert im Heft u.a. Prof. Uwe Schneidewind in einem Interview seine Sichtweise auf das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft und die Bedingungen für transformative Forschung in Deutschland – inklusive Verbesserungspotenzialen.
Weitere Beiträge zu „transdisziplinären Antworten auf globale Fragen“, „Forschen in gesellschaftlicher Forschung“ und der “ Evaluierung transdisziplinärer Forschung“ machen das Heft dabei nicht nur für Raumforscher_innen interessant.

Die komplette Ausgabe ist hier im Volltext verfügbar.

Bibliographische Angaben
Nachrichten der ARL 2/2016 – Transformative Wissenschaft / ISSN 1612-3905. Akademie für Raumforschung und Landesplanung.

Lesetipp: Reallabore im Kontext transformativer Forschung

Im Rahmen der Begleitforschung der geförderten Reallabore in Baden-Württemberg ist ein neues Diskussionspapier „Reallabore im Kontext transformativer Forschung“ mit Ansatzpunkten zur Konzeption und Einbettung von Reallaboren in den internationalen Forschungsstand erschienen. Der Beitrag steht hier zum Download.

Das Projektteam von Wuppertal Institut, Leuphana Universität und ISOE möchte mit dem Beitrag durch Herausarbeitung eines Begriffsverständnis sowie charakteristischer Merkmale von Reallaboren deren Beitrag zu Transformationsprozessen herausarbeiten. Dazu beschäftigen sie sich in dem Beitrag mit dem Experiment als Forschungsmethode und transdisziplinärem Forschungsmodus sowie der Übertragbarkeit und Skalierbarkeit der Erkenntnisse aus der Reallaborforschung; jeweils unter Berücksichtigung einschlägiger Fachliteratur und den im Rahmen der Begleitforschung zahlreich geführten Gesprächen.

Um eine Einordnung und Abgrenzung im internationalen Kontext zu schaffen, erfolgt ein Vergleich mit den ähnlichen Ansätzen der „Living Labs“, „Urban transitions Labs“ und „Niche Experiments“, um Forschenden und Praktikern der Reallaborforschung eine theoretische Orientierung zu ermöglichen und im Sinne eines Diskussionspapiers zur konzeptionellen Diskussion des Forschungsmodus beizutragen.

Bibliographische Angabe:

Schäpke, N., Stelzer, F., Bergmann, M., Singer-Brodowski, M., Wanner, M., Caniglia, G., Lang, D.J. (2017). Reallabore im Kontext transformativer Forschung. Ansatzpunkte zur Konzeption und Einbettung in den internationalen Forschungsstand. (No. 1/2017) Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Ethik und Transdisziplinäre Nachhaltig- keitsforschung. doi:10.13140/RG.2.2.28604.23687
Download: Reallabore im Kontext transformativer Forschung.

Lesetipp: Reallaborforschung für nachhaltige Entwicklung an Hochschulen

In einer Case Study im kürzlich erschienen Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education (Filho et al., 2017), stellt das Reallabor EnSign (Zweite Förderlinie der Reallabore Baden-Württemberg) an der HfT Stuttgart seinen Ansatz vor, die nachhaltige Entwicklung der Hochschule im Rahmen eines Reallabor-Forschungsprojektes  zu übertragbaren Konzepten für einen klimaneutralen Hochschulbetrieb voranzutreiben.

Das Buchkapitel präsentiert die Entwicklung eines iterativen und integrativen Projekt- und Wissensmanagements zur Einbindung interner und externer Stakeholdern, welches im Zentrum des Forschungsvorhabens steht. Ziel ist es, die Transformation des Campus durch ein Maßnahmenbündel u.a. von angepasstem Benutzerverhalten, höherer Enenergieeffizienz durch neue Gebäudeverwaltungskonzepte, neuen Finanzierungsmodellen für Gebäuderenovierungen, die Integration von Stakeholdern sowie institutionelle Managementstrukturen zu fördern.

„While the technical project results will be of transferable to other public buildings, the study of the transformation process catalyzed by EnSign, including the definition of development scenarios, methods, indicators, and assessment protocols, is perhaps of greater value to the societal SD transition than singular energy efficiency achievements.“ (Filho et al., S. 85)

Nach einer Einordung und Reflexion der Relevanz des Forschungsmodus werden anhand von ersten Ergebnissen die angewandte Kommunikationsstrategie und Wege der partizipativen Ausgestaltung des Projektes, verbunden mit einer Einschätzung des institutionellen Transformationspotenzials diskutiert. Bis zum Projektabschluss bleibt noch die weitere Bündelung des Engagements in einem möglichen Green Office offen, sowie eine Ergänzung von Nachhaltigkeitskriterien und EMAS, um neben der ökologischen auch der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Das Kapitel sowie das Handbuch sind über den Springer-Verlag erhältlich:

Botero, Lisa, Michael Bossert, Ursula Eicker, Jan Cremers, Nansi Palla, und Christiane Schoch. „A Real-World Lab Approach to the Carbon Neutral Campus Transition: A Case Study.“ Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education World Sustainability Series (2016): 73-88. doi:10.1007/978-3-319-47895-1_5

in: Filho, Walter Leal. et al. Handbook of Theory and Practice of Sustainable Development in Higher Education. Volume 3. Springer, 2017. http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-319-47895-1

Zum weiterlesen: Die Folien einer ersten Zwischenpräsentation des Reallabors EnSign im Juni 2016 stehen hier zum Nachlesen zu Verfügung.

Lesetipp: Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“

Im Dezember ist das Schwerpunktheft „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“ der Zeitschrift Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis des KIT erschienen, welches neben konzeptionellen Beiträgen auch erste Ergebnisse aus vier Reallaboren der Förderlinien Baden-Württembergs vorstellt.

Im Schwerpunkt wird durch zwei einführende Beiträge mit konzeptionellen Überlegungen zum Forschungsformat und einer Diskussion der Schlüsselbegriffe des Forschungsmodus der Kontext für die Vorstellung der 4 Reallabor Case-Studys gegeben, wodurch wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reallaborprojekte deutlich werden.

In den vier Case-Studies stellen dann die Reallabore „Wissensdialog Schwarzwald„, „Urban Office – Nachhaltige Stadtenwicklung in der Wissensgesellschaft„, „Quartier Zukunft – Reallabor 113“ und „Energielabor Tübingen – Gemeinsam zur Energiewende“ ihre jeweiligen Forschungsdesigns und erste gewonnene Erkenntnisse aus der partizipativen Zusammenarbeit in den Reallaboren vor Ort vor.

Abschließend stellt das Begleitforschungsteam ForReal konzeptuelle, praxisorientierte und reflexive Thesen zur Diskussion, welche sich auf die Bedeutung zielorientierter Methodennutzung und das Thematisieren von Lernprozessen als Kerncharakteristiken von Reallaboren stützen.

Das Heft (Open-Access) kann hier heruntergeladen werden.

Factsheet des WBGU zur „Forschung für die Transformation der Städte zu Nachhaltigkeit“

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat in einem neuen Factsheet die wichtigsten wissenschaftspolitischen Empfehlungen des WBGU-Städtegutachens „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ (2016) zusammengefasst.

Bereits im Hauptgutachten kommt Forschung eine bedeutende Rolle als Mittler zu, einen gesellschaftlichen Lern- und Suchprozess zu unterstützen. Die Empfehlungen zielen dabei darauf ab, sowohl die Datenlage für Stadtforschung durch bessere Rahmenbedingungen und Kooperation mit gesellschaftlichen Schlüsselakteuren, als auch global mit anderen Städten und Organisationen zu verbessern. Auch soll Stadtforschung in Reallaboren selbst zur nachhaltigen Entwicklung der Städte beitragen. Dabei macht das Gutachten nicht bei der Nord-Süd Grenze halt sondern fordert auch hier eine globale Perspektive.

Kernforderungen stellen ein „Max-Planck-Institut für urbane Transformation“, „50 urbane Reallabore für 50 Jahre“, sowie die gezieltere Erfassung sozialer, politischer und ökonomischer Indikatoren dar.

„Nachhaltigkeit sollte querschnittsmäßig in allen Programmen der Bundesregierung mit Stadtfokus verpflichtend aufgenommen werden, ohne dabei zur Floskel oder Worthülse degradiert zu werden.“

Der Factsheet steht hier zum Download.