Stellenausschreibungen an der TU München zum Aufbau eines politikwissenschaftlichen Schwerpunkts – auch mit Fokus auf Nachhaltigkeitsforschung

Die Hochschule für Politik München mündete zum 01.12.2014 in die Trägerschaft der Technischen Universität München (TUM). Mit diesem Transfer ist eine konzeptionelle Erneuerung verbunden, die zeitgemäß den Dialogbedarf zwischen Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Technik aufnimmt. Um den politikwissenschaftlichen Kernbereich auszustatten und mit dem breiten, differenzierten TUM-Portfolio der Ingenieur- Natur-, Lebens- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Medizin zu verbinden, sind an der TUM fünf Professuren open rank als Tenure Track Assistant, Associate oder Full Professorships zum nächstmöglichen Zeitpunkt mit folgenden Ausrichtungsoptionen zu besetzen:
  • Politische Theorie und Innovationsforschung
  • Vergleichende Politikfeldanalyse mit Schwerpunkt Technologie-, Energie- und Umweltpolitik
  • Empirische Methodenlehre und Big Data-Analyse
  • Politische Akzeptanzforschung und Kommunikation im Zeitalter der digitalen Medien
  • Partizipationsforschung und politische Regulierung
  • Internationale und transnationale Politik in der globalen Wissens- und Technologiegesellschaft 
  • Data-Sicherheit im Zeitalter globaler Digitalisierung
  • Transdisziplinäre politikwissenschaftlich-orientierte Nachhaltigkeitsforschung.
Gesucht werden Persönlichkeiten aus einem transdisziplinären Forschungsumfeld, die sich mit ihren Leistungen ein international anerkanntes Forschungsprofil erarbeitet haben. Besondere Management,- Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten, insbesondere auch auf dem Gebiet der Politikberatung, werden bei der Berufung berücksichtigt. Bewerbungsschluss ist der 15.02.15

Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

Internationaler studentischer Kongress „Sozial-Ökologische Hochschule“ vom 05. bis 07.06. in Berlin

Vom 04. bis 07. Juni 2015 wird an der TU Berlin der „Internationale Studentische Kongress Sozial-Ökologische Hochschule“ stattfinden. Er soll in Kooperation mit Uni-internen & -externen Akteuren aus sozialen, ökologischen bzw. nachhaltigen Zusammenhängen organisiert werden. Die OrganisatorInnen wollen möglichst viele studentisch Engagierte zusammen bringen, zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung:

  • aktuelle Umschau studentischer Nachhaltigkeits-Initiativen inner- und außerhalb der Hochschulen
  • Kooperation von Uni und Gesellschaft
  • neue Themen, Inhalte bzw. Ansätze an die Hochschulen bringen
  • Selbstbestimmung – studentische Lehre und Forschung – eigene Motivation finden
  • coole Projekte kennenlernen und weiterentwickeln
  • mehr Praxis & Spaß im Studium – SoftSkills
  • Diskussion über eine Verbesserung der Lehre & Beiträge zu einer sozialökologischen Gesellschaft
  • Empowerment– Wie können sich Initiativen besser aufstellen (Orga, Methoden, Finanzierung etc.)
  • Entschleunigung des Studiums & mehr Flexibilität
  • eigene Ideen entwickeln & gemeinsam verwirklichen
  • kritisches Denken und echte Alternativen entwickeln

Mehr Informationen zum Kongress und zur Beteiligung bei der Kongressorganisation gibt es hier.

Ausschreibung W3 Professur „Sustainable Governance“ an der Universität Freiburg

An der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen im Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist eine W3-Professur für Sustainability Governance zum 01.10.2015 zu besetzen. Diese Professur eignet sich insbesondere als Einstiegsposition für hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler.
Die/Der Bewerber/in soll über ein international ausgewiesenes Forschungsprofil und Lehrerfahrung an der Schnittstelle zwischen Nachhaltigkeitswissenschaft sowie inter- und transdisziplinärer Wissenschaftsforschung verfügen. Sie/Er soll wesentliche konzeptionelle und methodische Beiträge leisten zur Analyse und Bewertung von Instrumenten und Prozessen von Nachhaltigkeitsgovernance, zur Evaluation verschiedener Formen wissenschaftlicher Politik- und Gesellschaftsberatung sowie zur Konzeption inter- und transdisziplinärer Lehr- und Forschungsformate.
Zu den weiteren Aufgaben zählen Lehr- und Koordinationstätigkeiten insbesondere im MSc.-Studiengang Environmental Governance sowie das Mitwirken an weiteren deutsch- und englischsprachigen Studiengängen und Promotionsprogrammen innerhalb und außerhalb der Fakultät (v.a. MSc. Forstwissenschaften, Umweltwissenschaften und Renewable Energy Management sowie Graduate School Environment, Society and Global Change).
Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 23.01.2015. Die vollständige Ausschreibung können Sie hier einsehen.

Stellenausschreibung im Projekt „Zivilgesellschaft und Forschung für nachhaltige Entwicklung“

Zum Programm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ des Landes Niedersachsen und des VW-Vorab wird von der LMU München (Lehrstuhl Mensch-Umwelt-Beziehungen) gemeinsam mit der Universität Basel (Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität, MGU) die wissenschaftliche Begleitforschung im transdisziplinären Forschungsprojekt ZiFoNe (Zivilgesellschaft und Forschung für Nachhaltige Entwicklung: Transdisziplinarität fordern und fördern) durchgeführt. In diesem Rahmen ist erneut eine wissenschaftliche MitarbeiterInnenstelle ausgeschrieben. Aufgabe des Projektes wird es sein, die Rolle und den Einfluss von Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Gruppen auf Konzeption, Begutachtung und Durchführung der Projekte im Rahmen des Programms zu untersuchen.

Warum die Forschung Werte schaffen muss – kritischer Beitrag von Patrick Illinger in der Süddeutschen Zeitung

In der Süddeutschen Zeitung vom 04.01.2015 wirft Patrick Illinger, Leiter des Ressorts Wissen der SZ, die Frage auf ob Forschung und Wissenschaft ihrer Verantwortung nachkommen zu einer allgemeinen Aufklärung beizutragen. Zwar steigen die weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung stetig, die Anzahl akademischer Publikationen erreicht an manchen Orten Rekordwerte und der Beitrag von Forschung und Bildung wird zum Erfolgsmotor ganzer Regionen und Länder. Dennoch mehren sich die öffentlichen Zweifel an einem angemessenen Umgang der Wissenschaft mit ihrem eigenen Erfolgskurs. Patrick Illinger plädiert daher für einen weniger selbst-fixierten Kurs der Wissenschaft. Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.

Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Sachsen-Anhalt mit thematischem Block zum Beitrag der Wissenschaft

Am 28.01.2015 wird in Mageburg die Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Sachsen-Anhalt stattfinden. Hintergrund der Veranstaltung ist auch die Veröffentlichung des „Indikatorenberichtes zur nachhaltigen Entwicklung des Landes Sachsen-Anhalt 2014“ als eine der Grundlagen für die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. In einem thematischen Block des Tagungsprogramms wird besonders die Rolle der Wissenschaft für die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundeslandes diskutiert. Eine Anmeldung zur Konferenz ist noch bis zum 19.01. möglich. Das vollständige Programm können Sie hier herunterladen:

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Zukunftsfähige Entwicklung und generative Organisationskulturen (ZEGO) – Tagung am 12./13.02. in Bochum

Am 12./13. Februar 2015 findet in Bochum die Tagung „Zukunftsfähige Entwicklung und generative Organisationskulturen (ZEGO)“ statt. Im Zentrum der Veranstaltung stehen Ansätze, die dazu in der Lage sind, die Ebene des individuellen Handelns von Akteuren sowie des systemischen Operierens von Organisationen nicht nur als dynamisch verbundene Bereiche zu erschließen, sondern auch als kulturell konfundierte Bereiche, die zusammen eine Sphäre diskursiver Bedeutungen und gemeinsamer Sinnstiftung bilden. Die Veranstaltung wird vom Institut für Bildung, Kultur und Nachhaltige Entwicklung (IBKN) der Hochschule Bochum gemeinsam mit dem Wuppertal Institut und dem Institut für Technikfolgenabschätzung des KIT Karlsruhe durchgeführt.
Um auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Gelegenheit zur Teilnahme einzuräumen, werden für interessierte NachwuchswissenschaftlerInnen zwei Plätze bereitgestellt. Als Veranstalter der Tagung übernimmt das IBKN der Hochschule Bochum für diese beiden Plätze die Übernachtungskosten sowie die Teilnahmegebühr; die Fahrtkosten sind von den beiden TeilnehmerInnen selbst zu finanzieren. Von den beiden TeilnehmerInnen wird erwartet, je einen Tagungsbericht zu verfassen, der in ausgewählten Newslettern veröffentlicht wird.
InteressentInnen bewerben sich bitte bis zum 12.01.2015 unter Beilage ihres CVs sowie eines kurzen Motivationsschreibens in elektronischer Form bei Herrn Dr. Mario Lucas, mario.lucas@hs-bochum.de.
Mehr Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie hier.

Baden-Würrtembergische Landesregierung fördert Pilotprojekte für ein „Leistungszentrum Nachhaltigkeit“ in Freiburg

Die Landesregierung Baden-Württemberg fördert Pilotprojekte zum Aufbau eines „Leistungszentrums für Nachhaltigkeit“ in Freiburg mit rund fünf Millionen Euro. Die Projekte sollen Antworten auf Fragen zu den Themen nachhaltige Werkstoffe, Energiesysteme, Resilienzforschung sowie ökologische und gesellschaftliche Transformation liefern. Die Förderung übernehmen die Ministerien für Finanzen und Wirtschaft sowie für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gemeinsam. Die Albert-Ludwigs-Universität und die fünf Fraunhofer-Institute (Ernst-Mach-Institut, Institut für Angewandte Festkörperphysik, Institut für Physikalische Messtechnik, Institut für Solare Energiesysteme, Institut für Werkstoffmechanik) am Standort Freiburg streben eine Allianz unter dem Dach des gemeinsamen Leistungszentrums Nachhaltigkeit an. Die Universität und die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligen sich an der Finanzierung ebenfalls mit insgesamt rund fünf Millionen Euro. Außerdem wird die Wirtschaft eigene Projekte am Leistungszentrum in Höhe von sechs Millionen Euro in Auftrag geben.
Zur Pressemitteilung über die Förderung des Leistungszentrums Nachhaltigkeit gelangen Sie hier.

„Urbane Reallabore – ein Blick in die aktuelle Forschungswerkstatt“ – Grundlagenartikel von Uwe Schneidewind veröffentlicht

„Reallabore“ und hierbei insbesondere „urbane Reallabore“ spielen beim Verständnis komplexer Transformationsprozesse zu einer nachhaltigen Entwicklung als methodischer Zugang eine zunehmend bedeutsame Rolle. So hat das Land Baden- Württemberg erst vor kurzem im Rahmen einer eigenen Förderlinie sieben solcher Reallabore auf den Weg gebracht. In einem Grundlagenbeitrag in der Zeitschrift Planung Neu Denken (pnd online) führt Uwe Schneidewind in das Konzept und die aktuelle Debatte zu urbanen Reallaboren ein und bettet dort u.a. auch die baden- württembergischen Reallabore ein. Der Beitrag „Urbane Reallabore ein Blick in die aktuelle Forschungswerkstatt“ kann online hier abgerufen werden.

Auftaktveranstaltung zum Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab Januar 2015 sieben Reallabore, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen im Land wissenschaftlich bearbeiten. Themen sind unter anderem nachhaltige Mobilitätsstrukturen, nachhaltige Stadtentwicklung, der Nationalpark Nordschwarzwald oder nachhaltiger Textilkonsum. Zum Start der Projekte lädt das Ministerium zu einer öffentlichen Veranstaltung, in der die Reallabore vorgestellt und die Besonderheiten dieser Forschung in ihren Teilaspekten beleuchtet werden: BaWü-Labs GO! Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg am Donnerstag, 30. April 2015, 13.00 – 18.00 Uhr in der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Um Anmeldung wird gebeten bis 21. April 2015 unter: nachhaltigkeit@mwk.bwl.de

Dokumentation der Tagung „Sustainable Science?- Zur Nachhaltigkeit in der Wissenschaftsförderung“ online

Am 01. und 02.12.2014 fand die 7. Jahrestagung des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Unter dem Titel „Sustainable Science?- Zur Nachhaltigkeit in der Wissenschaftsförderung“ diskutierten knapp 200 TeilnehmerInnen, ob die Wissenschaft in Deutschland und in anderen Ländern nach Kriterien der Nachhaltigkeit organisiert ist oder sein sollte. Unter den ReferentInnen war auch Prof. Dr. Uwe Schneidewind, der in seinem Vortrag „Klimawandel in der Wissenschaft: Impulse für eine nachhaltige Hochschul- und Forschungslandschaft“ für eine stärkere Orientierung der Wissenschaft an Nachhaltigkeit plädierte und einige der aktuellen Kontroversen um die Transformative Wissenschaft beleuchtete. Alle Vorträge der Tagung sind als Powerpoint und Audio-Mitschnitt auf der Homepage des iFQ online verfügbar.

NRW-Wissenschaftsministerin Schulze zeichnet das Wuppertal Institut als Ort des Fortschritts aus

Das Wuppertal Institut wurde von der Wissenschaftsministerin Nordrhein-Westfalens, Svenja Schulze, als „Ort des Fortschritts NRW 2014“ ausgezeichnet. Zusammen mit dem NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin vergibt die Wissenschaftsministerin diese Auszeichnung an Einrichtungen, denen es in hervorragender Weise gelingt, im Rahmen ihrer Projekte ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte zu berücksichtigen und Lösungsbeiträge zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu liefern. Gewürdigt werden Projekte, die die Lebenswelt der Menschen spürbar verbessern. 121 Orte hatten sich um die Auszeichnung „Ort des Fortschritts 2013/2014“ beworben, 19 wurden ausgewählt. Die Auszeichnung ist Teil der landesweiten Forschungsstrategie „Fortschritt NRW“. Anlässlich der Auszeichnung sagte Svenja Schulze: „Das Wuppertal Institut liefert äußerst wichtige Impulse für die Wissenschafts- und Innovationslandschaft in NRW und stößt Projekte an, die den Klima- und Umweltschutz voranbringen“. Sie verwies auf die vielen wichtigen Forschungsprojekte für das Land, insbesondere aber auch in Zusammenarbeit mit Städten in NRW.

Die Pressemitteilung zur Auszeichnung können Sie hier einsehen.

Ergebnisse des aktuellen Wissenschaftsbarometers online

Zeitgleich zum Forum Wissenschaftskommunikation in Berlin wurde die Herbstumfrage des Wissenschaftsbarometers veröffentlicht. Sie zeigt, wie bereits die letzte Umfrage des Wissenschaftsbarometers, erneut das hohe Interesse von BügerInnen an Forschung. Das Wissenschaftsbarometer ist eine repräsentative Umfrage, über die die Dialogplattform „Wissenschaft im Dialog“ zweimal jährlich die Einstellung der Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung ermittelt. 84 % der Befragten betrachten die Rolle der Wissenschaft und Forschung zur Lösung gesellschaftlicher Probleme, beispielsweise der Stadtentwicklung, als ziemlich/ sehr wichtig. 47% der Befragten sind der Meinung, dass die Öffentlichkeit (eher) nicht genügend in Entscheidungen über Wissenschaft und Forschung einbezogen wird und 52 % wünschen sich einen größeren Einfluss der Wissenschaft auf die Politik.
Die gesamten Ergebnisse des Wissenschaftsbaromters können Sie hier einsehen.

Initiativkreis Hochschulpolitik der Grünen Landtagsfraktion NRW legt Ideen für strategische Hochschulplanung vor

Der Initiativkreis Hochschulpolitik zur Beratung der Grünen Landtagsfraktion in NRW hat Ideen und Handlungsoptionen für die Weiterentwicklung der NRW-Hochschullandschaft vorgelegt. Der Kreis aus grünen WissenschaftspolitikerInnen und ExpertInnen der nordrhein-westfälischen Universitäten und Fachhochschulen wurde mit der Intention gegründet, „Ideen zu entwickeln, die für eine langfristige strategische Hochschulplanung von Interesse sein könnten“. Er hat sich in sechs Gesprächsrunden mit den Themen „Differenzierung des Hochschulsystems“, „Transformative Wissenschaft“, „Bund-Länder-Finanzierung“, „Finanzierung und Partizipation im niederländischen Hochschulsystem“, „Qualität der Lehre“ und „Gleichstellung an Hochschulen“ beschäftigt.
Das im November veröffentlichte Abschlusspapier des Initiativkreises beinhaltet eine Zusammenfassung von zentralen Diskussionen im Initiativkreis in Form von Thesen, sowie Beiträge einzelner Mitglieder. Die ExpertInnen sprechen sich unter anderem für eine Wissenschaft  auf Augenhöhe mit der Gesellschaft aus und stärken damit die Idee der „Bürgeruniversität“. Darüber hinaus wird für einen Wandel der Lehr-/Lernkulturen an den Hochschulen plädiert, der durch ein forschendes und transformatives Lernen unterstützt werden soll.
Das Abschlusspapier steht hier zum Download bereit.

netzwerk n im Gespräch mit Angela Merkel

Angela Merkel sprach in ihrem Podcast „Die Kanzlerin direkt“ anlässlich des Zukunftsforums „EINEWELT“ am 24.11.14 in Berlin mit Michael Flohr vom studentischen Nachhaltigkeitsnetzwerk „netzwerk n“. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Vision der Kanzlerin einer zukunftsfähigen Welt, die Einbindung der jungen Generation in den Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), die Pluralität in den Wirtschaftswissenschaften und die Frage nach der Vereinbarkeit von Wachstum und Nachhaltigkeit. An dem Zukunftsforum „EINEWELT“ nahm auch Johannes Geibel vom netzwerk n teil. Er stellte dort in einer fiktiven Staatssekretärsrunde mit Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramtes, und Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt eine mögliche Strategie vor, um das Engagement Studierender in Nachhaltigkeitskontexten zu stärken: einen Innovationsfond „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ für studentisch-initiierte Projekte im Kontext ihrer Hochschule in Kombination mit der Partizipation junger Erwachsener in den Nachhaltigkeitsgremien der Bundesregierung. Diese Idee geht auf die Bildungskonferenz „Vom Piloten zum Standard: Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb implementieren“ des Nachhaltigkeitsrates vom 13. bis 14. Oktober 2014 in Berlin zurück, auf der gefordert wurde, VertreterInnen von Jugendorganisationen in den Rat zu berufen. Auch Angela Merkel begrüßte in ihrem Interview ausdrücklich, junge Menschen in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen und möchte „bei der nächsten Berufung darauf noch mal ein stärkeres Augenmerk haben“.

„Zeitdiagnose Anthropozän – Konsequenzen für die Wissenschaft“ – Rückschau auf die 25 Jahresfeier des ISOE

Die 25 Jahresfeier des ISOE –  Instituts für sozial-ökologische Forschung Frankfurt Lost in the Anthropocene? Nachhaltige Wissenschaft in der Epoche der Menschheit stellte die Frage nach der Rolle der Wissenschaft im Zeitalter der Menschheit (Anthropozän) in den Mittelpunkt. Rund 130 TeilnehmerInnen hörten und diskutierten unter anderem Vorträge von Dr. Thomas Kluge, Mitbegründer des ISOE,  Prof. Dr. Heike Egner, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Prof Dr. Harald Welzer, Mitbegründer und Direktor der gemeinnützigen Stiftung FUTURZWEI.  Die Frage nach der Zukunft der Wissenschaft hatte am Vorabend der Tagung auch Helga Nowotny, frühere Präsidentin des Europäischen Forschungsrates ERC aufgegriffen. In ihrem Festvortrag „Die Welt von Morgen“ im Frankfurter Museum Angewandte Kunst anlässlich des 25-jährigen Bestehens des ISOE zeigte sie sich überzeugt, dass eine disziplinäre Abgrenzung nicht zeitgemäß und nicht hilfreich sei, um Herausforderungen zu begegnen, die ihrer Art nach ja auch nicht disziplinär seien. Nowotny betonte die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Sichtweise, die Komplexität erfassen kann, um die unbeabsichtigten Folgen menschlichen Handelns besser verstehen zu können: „Alle zukünftige Geschichte wird auf dem Verständnis von gesellschaftlichen Naturverhältnissen und auf einer adäquaten Umsetzung in Handeln beruhen, oder es wird sie nicht geben.“ Auch Thomas Jahn, Mitbegründer des ISOE und Sprecher der Institutsleitung, griff den Gedanken einer sich verändernden Wissenschaft auf. „Die Idee vom Anthropozän wird die Diskussion um Nachhaltigkeit und auch die Wissenschaft verändern“, sagte Jahn. Er gehe davon aus, dass die Notwendigkeit von Transformationen noch deutlicher erkennbar werde. Ein geeigneter Wissenschaftsmodus sei hierfür die Transdisziplinarität, eine problemorientierte Herangehensweise, die nicht nur Disziplinen überschreitet, sondern neben dem wissenschaftlichen Wissen auch das Praxiswissen gesellschaftlicher Akteure in den Forschungsprozess einbezieht. Diese Herangehensweise werde in Zukunft zum „Referenzrahmen für eine Wissenschaft, die sich mit Fragen nachhaltiger Entwicklungen beschäftigt.“

Das ISOE gehört zum Netzwerk der unabhängigen Nachhaltigkeitsforschungsinsitute, Ecornet, und feiert aktuell sein 25 jähriges Bestehen. Eine detailliertere Rückschau auf die Tagung erhalten Sie hier.

Zwölf Millionen € für acht Forschungsprojekte zu Nachhaltigkeit an niedersächsischen Hochschulen bewilligt

Eine Kommission aus FachgutachterInnen hat im Auftrag des niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Volkswagenstiftung acht Forschungsprojekte im Rahmen der Förderlinie „Wissenschaft für nachhaltige Wissenschaft“ ausgewählt. Die bewilligten Forschungsprojekte haben ein Gesamtvolumen von 12,1 Mio €. Allein die Leuphana Universität Lüneburg hat vier Forschungsprojekte in einer Höhe von insgesamt 4,5 Mio € bewilligt bekommen und damit einmal mehr ihre wissenschaftliche Exzellenz in der Nachhaltigkeitsforschung bewiesen.
Im Oktober hatten die 15 vorausgewählten Antragsteller die Möglichkeit sich auf einer großen Veranstaltung einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und auch die Fragen von VertreterInnen der Zivilgesellschaft zu beantworten – damit hat Niedersachsen einen neuen Weg in der Beteiligung außeruniversitärer Akteure im Rahmen der Forschungsförderung eingeschlagen. Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, kündigte anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse an: „Weil die Resonanz auf unser Förderprogramm außerordentlich hoch ist, und die Projekte gesellschaftlich sehr bedeutend sind, stellen wir weitere 15 Millionen Euro zu den nächsten Ausschreibungsfristen in Aussicht.“
Eine Übersicht über die bewilligten Projekte erhalten Sie hier.

Verantwortung der Wissenschaften für Nachhaltiges Wirtschaften – Vortrag von Angelika Zahrnt auf der Göttinger Tagung „Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit – wie passt das zusammen?“

Vom 14.-16.11.2014 veranstaltete die Universität Göttingen zusammen mit der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) das inzwischen 3. Symposium „Wissenschaft für Frieden und Nachhaltigkeit“. Nach den Themenschwerpunkten Ernährungssicherheit („Sicherung der Welternährung und Armutsbekämpfung als Herausforderung für Frieden und Nachhaltigkeit“) im Jahr 2012 und Nachhaltigkeit („Nachhaltigkeit – Verantwortung für eine begrenzte Welt“) im Jahr 2013 stand in dem diesjährigen Symposium das Thema „Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit – wie passt das zusammen?“ im Zentrum. Das Symposium wurde gemeinsam mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Göttingen veranstaltet.

In ihrem Vortrag auf der Abschlussveranstaltung am 16.11.2014 spannte die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Zahrnt, u.a. Autorin der Bücher „Postwachstumsgesellschaft“ und „Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik“, Ehrenvorsitzende des BUND und langjähriges Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung einen Bogen von den inhaltlichen Herausforderungen der Wirtschaftswissenschaften im Kontext Nachhaltiger Entwicklung bis zu den daraus folgenden institutionellen Konsequenzen für das Wissenschaftssystem. Mit ihren pointierten Forderungen zur künftigen Berufungspolitik, der nötigen Diversifizierung in den Hochschulen aber auch der Landschaft der außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie einer Demokratisierung der Forschungsförderpolitik löste sie in Göttingen eine lebhafte Debatte aus.

Die Universität Göttingen wird zeitnah einen Videomitschnitt des Vortrages und der anschließenden Diskussion zur Verfügung stellen (Eine Information darüber erfolgt ebenfalls hier auf dem Blog). Zudem greift auch der Blog www.postwachstum.de die Debatte über das Thema Wirtschaftswissenschaften und Nachhaltigkeit auf.

Koalitionsvertrag Thüringen sieht Stärkung der Nachhaltigkeit in Hochschulen vor

In den Thüringer Hochschulen könnte die Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre unter der sich abzeichnenden rot-rot-grünen Landesregierung an Kontur gewinnen. In dem, am 20.11. veröffentlichten, Koalitionsvertrag der drei Parteien heißt es:

„Nachhaltigkeit soll in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen. Wir wollen eine Wissenschaftskultur fördern, die über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg die großen Zukunftsprobleme der Gesellschaft bearbeitet. Wir werden daher mit dem Beirat für Nachhaltige Entwicklung Thüringen, Empfehlungen erarbeiten, die geeignet sind, den Beitrag der Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung in Thüringen zu stärken und Impulse für den gesamten Bildungsbereich zu geben.“ (S. 51)

Der Beirat für Nachhaltige Entwicklung berät die Thüringer Landesregierung in Nachhaltigkeitsfragen und hat sich in den vergangenen Jahren für die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich gezeichnet.

Der komplette Koalitionsvertrags ist hier verfügbar.
Aktuelle Informationen aus anderen Bundesländern erhalten Sie hier.

Neuer Blog zur Schnittstelle Wissenschaft und Politik

Mit einem neuen Blog zu SciencePolicyAffairs greift Dr. Carsten von Wissel aktuelle wissenschaftspolitische Debatten in Deutschland auf. Carsten von Wissel ist Politikwissenschaftler mit wissenschaftssoziologischer Zusatzausbildung und hat seine Promotion zum Wandel hochschulpolitischer Geltungsansprüche geschrieben. In den Beiträgen seines neuen Blogs thematisiert er unter anderem die Fortführung der Exzellenzinitiative, die neue Debatte um die Autonomie der Hochschulen sowie die aktuelle Kritik an den Wirtschaftswissenschaften und deren Gegenkritik.

Zum Blog gelangen Sie unter diesem Link.

Aufruf zur 2. Runde Wandercoaching für studentische Nachhaltigkeitsinitiativen

Das netzwerk n hat den Aufruf für die 2. Runde des Wandercoachings veröffentlicht. Im Rahmen zweitägiger bedarfsgerecht konzipierter Workshops werden studentische Nachhaltigkeitsinitiativen durch zwei Wandercoaches mit Wissen, Erfahrung und Kompetenzen rund um das Thema nachhaltige Hochschule unterstützt. Die Coaches kom­men selber aus Nachhaltigkeitsinitiativen und wurden im Vorfeld inhaltlich und methodisch dafür ausgebildet. Bei den Workshops werden mit den TeilnehmerInnen konzeptionelle Grundlagen erarbeitet, erfolgreiche Beispiele aus den Bereichen Betrieb, Lehre, Forschung und Governance reflektiert und eine Nachhaltigkeitsstrategie für die eigene Hochschule entworfen.

Bewerbungen für das Wandercoaching können bis zum 21.11.2014 eingereicht werden.

Green Academic Footprint Workshop vom 25. bis 27.03.2015 an der FU Berlin

Die Freie Universität Berlin und das UNICA Academic Footprint Network (UGAF) führen vom 25. bis zum 27. März 2015 den fünften UNICA Green Academic Footprint Workshop durch. Der Workshop behandelt das Thema „Sustainability at Universities – How to Combine Management and Participation?“. Aktuell werden Beiträge für eine Poster-Session zu folgenden Themen gesucht: Sustainable Campus Management, Education for Sustainable Development sowie Involvement of Stakeholders at All Levels of the University. Die Beiträge können bis zum 30.11. angemeldet werden. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Lesetipp: Implementing Sustainability in Higher Education. Learning in an age of transformation von Matthias Barth

Bildung spielt zunehmend eine Schlüsselrolle um die aktuellen gesellschaftlichen Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit zu gestalten und Pioniere des Wandels zu unterstützen. In diesem Buch geht Prof. Dr. Matthias Barth, Prof. für Sachunterricht und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung an der Leuphana Universität Lüneburg, der Frage nach, wie Studierende und WissenschaftlerInnen die Komptenzen erlangen, sich für Nachhaltigkeit zu engagieren und in ihren eigenen Hochschulen, den notwendigen Paradigmenwandel herbeizuführen.

Internationational machen sich eine Reihe von Hochschulen und WissenschaftlerInnen auf den Weg auf die Anforderungen großer gesellschaftlicher Transformationen im Rahmen ihrer eigene Lehre, des eigenen Lernens oder der Lehrpläne zu reagieren. In dem Buch untersucht Matthias Barth Fallstudien über innovative Lehr-/Lernsettings oder Veränderungen der Lehrpläne; er skizziert darüber hinaus Schlüsselprinzipien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Hochschulsektor und identifiziert Treiber und Hemmnisse der Implementierung von Nachhaltigkeit in den Hochschulen. Hier erhalten Sie einen Blick ins Buch.

Das Buch ist im Routledge Verlag erschienen.

Lesetipp: Perspektiven nachhaltiger Entwicklung – Theorien am Scheideweg – Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung

Ein im Dezember 2012 erschienener Sammelband „Perspektiven von nachhaltiger Entwicklung – Theorien am Scheideweg – Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung“ von Judith C. Enders und Moritz Remig dokumentiert die Ergebnisse eines Workshops am Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) im Mai 2011. Das IASS ist ein interdisziplinäres und internationales Institut, in dem WissenschaftlerInnen Nachhaltigkeitsthemen wie Klimastabilität,Energiesicherheit, Ressourceneffizienz, umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsdynamik, Koevolution urbaner und ruraler Räume und nachhaltige technologische Entwicklungen erforschen. Es ist Teil der NaWis-Runde.

Zum Sammelband:

Braucht es eine Theorie der Nachhaltigkeit? Gibt es die eine oder eine Vielzahl theoretischer Herangehensweisen, um Ökologie, Soziales und Ökonomie dauerhaft und global in Einklang zu bringen? Welche theoretischen Ansätze stehen uns zur Verfügung, und wo herrscht weiterer Forschungsbedarf? Dieser Band resümiert die Theorieentwicklung zum Begriff der Nachhaltigkeit.
Schon seit der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen von Stockholm im Jahre 1972 zeichnet sich auch eine theoretische Auseinandersetzung mit Themen der Menschheitsentwicklung in den Grenzen unseres Planeten ab. Dabei sind die Auseinandersetzungen mit der Nachhaltigkeit als Gegenstand theoretischer Überlegungen nicht so einheitlich, wie die inflationäre Nutzung des Begriffs vermuten lässt. Das Wort Nachhaltigkeit ist in aller Munde, was genau gemeint ist, darüber gibt es eine Vielzahl kontroverser Auffassungen. Hier setzt der Sammelband an und bietet eine Sammlung von Nachhaltigkeitskonzepten und Theorien, die die theoretische Vielfalt des Begriffs insbesondere im deutschen Diskurs abbildet.

Das Buch kann hier bestellt werden: http://www.metropolis-verlag.de/Perspektiven-nachhaltiger-Entwicklung/934/book.do

Die englischsprachige Ausgabe des Sammelbandes ist im November 2014 Routledge-Verlag erschienen.

Weitere Lesetipps erhalten Sie hier.

Wissenschaftsstandort Freiburg bündelt seine Nachhaltigkeitsaktivitäten im „Leistungszentrum Nachhaltigkeit“

Die Universität Freiburg baut gemeinsam mit 5 Fraunhofer Instituten ein gemeinsames Leistungszentrum für Nachhaltigkeit auf. In dem Zentrum werden die Forschungsaktivitäten der beteiligten Organisationen gebündelt, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit befördert und die Verknüpfung mit den regionalen Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft unterstützt. Der Aufbau von regionalen Leistungszentren ist Teil der wissenschaftspolitischen Strategie der Fraunhofer Gesellschaft und soll die Forschung von Fraunhofer-Instituten mit den jeweiligen Partneruniversitäten und der regionalen Wirtschaft zu regionalen Schwerpunktthemen bündeln. Die konkrete Zusammenarbeit in Freiburg soll nun entlang von vier Forschungsschwerpunkten angegangen werden: Sustainable Materials, Energy Systems, Resilience Engineering sowie Ecological and Societal Transformation.

„Dialoge zwischen Wissenschaft und Praxis“ – Veranstaltung des Climate Service Center 2.0/ Helmholtz-Zentrum Geesthacht am 25./26. November

Das Climate Service Center 2.0/Helmholtz-Zentrum Geesthacht wird einen Workshop zum Thema „Dialoge zwischen Wissenschaft und Praxis“ am 25. und 26. November 2014 veranstalten. Der Workshop zielt darauf ab, WissenschaftlerInnen, Praxisakteure aus Wirtschaft und Verwaltung sowie PolitikerInnen zusammen zu bringen, um zu erarbeiten, wie Forschung und Praxis erfolgreich miteinander kommunizieren können. Stakeholder-Dialoge sowie alle Formen der Einbindung von Praxisakteuren in den Forschungsprozess im Sinne der Transdisziplinarität stehen dabei im Vordergrund. Begrifflichkeiten, Herangehensweisen und Praxisbeispiele transdisziplinärer Forschung aus ganz unterschiedlichen Themenfeldern und Disziplinen (darunter der Klimaforschung) sollen besser verstanden und untereinander verglichen werden.

Das Ziel dieses Workshops ist es, dass WissenschaftlerInnen, Fachleute und politische EntscheidungsträgerInnen aller Disziplinen sich austauschen über die Good-Practice-Beispiele und Methoden einer wirkungsvollen Kommunikation im Bereich Corporate Social Responsibility, im Dialog mit Interessengruppen, an der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft und bei transdisziplinären Prozessen.

Mehr Information, Registrierung und Programm zum Workshop Dialoge zwischen Wissenschaft und Praxis erhalten Sie hier.

Forschung zur Energiewende – Interaktive Landkarte zu 33 Energieforschungsprojekten startet

Nach den ersten Schritten in Richtung Energiewende müssen Politik und Gesellschaft nun weitere wichtige Themen angehen. Wissen zum Handeln ist zentral für das Gelingen dieser Transformation. Eine neue Online-Plattform stellt jetzt die 33 Projekte des BMBF- Programms „Umwelt- und gesellschafts- verträgliche Transformation des Energiesystems“ übersichtlich und interaktiv dar.

Unter www.transformation-des-energiesystems.de werden die Forschungsergebnisse von 33 Forschungsvorhaben zur Energiewende sowie die begleitende wissenschaftliche Koordination kommuniziert. Diese Koordination liegt beim Öko-Institut e.V., Freiburg und dem ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main – beide Institute sind Mitglied im Ecornet.

Die Online-Plattform bietet dem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich über aktuelle Ergebnisse aus der sozial- ökologischen Forschung zur Energiewende zu informieren. Die Besucher der interaktiven Landkarte erfahren Neues über Forschungsergebnisse, Veranstaltungen, Stellungnahmen zu aktuellen Entwicklungen und Veröffentlichungen aus den Forschungsprojekten.

Mehr Informationen zur Plattform erhalten Sie hier.

Fraunhofer- Gesellschaft legt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor

Als eine der weltgrößten Organisationen für anwendungsorientierte Forschung trägt die Fraunhofer-Gesellschaft mit nachhaltigen Lösungen zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft bei. Sie hat den Anspruch Problemlösungen zu entwickeln, die über die Anforderungen der Gegenwart hinaus in die Lebenswelten künftiger Generationen reichen. In den vergangenen Jahren hat das Thema Nachhaltigkeit zunehmend in der Unternehmenspolitik an Bedeutung gewonnen. Bereits 2009 erfolgte der Zusammenschluss von 20 Fraunhofer-Instituten und -Einrichtungen zum Netzwerk Nachhaltigkeit. Aus dieser Bottom-up-Initiative hat sich mittlerweile ein im Präsidialstab angesiedelter und strukturiert geführter Prozess entwickelt. In dem jetzt veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht der Fraunhofer-Gesellschaft sind zum ersten Mal das Nachhaltigkeitsverständnis der Fraunhofer Gesellschaft, ihre Ziele und Maßnahmen dargelegt. Dies stellt einen Einstieg in eine transparente Nachhaltigkeitskommunikation und ein Instrument für ein langfristig angelegtes Nachhaltigkeitsmanagement dar, so Professor Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, anlässlich der Veröffentlichung.

 Den kompletten Nachhaltigkeitsbericht, sowie die Pressemitteilungen zur Veröffentlichung können Sie hier einsehen.

„Lost in the Anthropocene? – Nachhaltige Wissenschaft in der Epoche der Menschheit“ – Tagung des ISOE am 21.11.14 in Frankfurt am Main

Die Menschheit formt die Natur in einem Ausmaß, sodass nicht länger natürliche, sondern gesellschaftliche Prozesse die treibende Kraft auf unserem Planeten sind – so lautet kurzgefasst die These vom Anthropozän. In den Geowissenschaften steht sie für nicht weniger als einen Epochenwechsel und wird hier entsprechend intensiv diskutiert. Welche Bedeutung und welche Folgen die Diagnose von der „Epoche der Menschheit“ außerhalb dieses Diskurses hat, zeichnet sich dagegen erst in Ansätzen ab. Dabei beschreibt die Zeitdiagnose des Anthropozän einen der wichtigsten Perspektivwechsel der vergangenen 100 Jahre: Gesellschaft und Natur sind so eng verwoben, dass sie nicht mehr unabhängig voneinander untersucht werden können. Eine fundierte Rezeption dieser Erkenntnis fehlt bislang vor allem dort, wo zu Übergängen in eine nachhaltige Entwicklung geforscht wird. Unklar ist zum Beispiel, ob aus dem Blickwinkel des „Anthropozän“ ein neues Grundverständnis der Beziehungen zwischen Natur und Gesellschaft erkennbar wird und welche Rückwirkungen diese Zeitdiagnose für die Gestaltung einer Nachhaltigen Entwicklung hat. Und nicht zuletzt: Ändern sich Rolle und Verantwortung von Wissenschaft bei der Entwicklung von Zukunftsvisionen? Muss gesellschaftliche Partizipation am wissenschaftlichen Erkenntnisprozess neu gedacht werden? Mit der Tagung wollen die OrganisatorInnen des Instituts für sozial-ökologische Forschung der Suche nach Antworten auf diese und weitere Fragen Raum geben. Kurze Fachvorträge und unterschiedliche Dialogformate sollen zum Austausch, zum Nachdenken und zur Positionsbestimmung anregen.
Zum Programm der Tagung und zur Anmeldung gelangen Sie hier.

Weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Call for Papers und Save the Date: Forschungskolloquium „Forschung fuer Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen“ am 11.06.2015 in der HAW Hamburg

Nachhaltigkeitsforschung hat in Deutschland bereits Tradition und einen hohen Stellenwert. Doch die Vielfalt von Akteuren und Forschungsprojekten zum Thema Nachhaltigkeit in Deutschland hat mittlerweile eine solche Dimension erreicht, dass das „Wer macht was?“ schwer zu überblicken ist. Es besteht also ein realer Bedarf, die Akteure, die im Bereich Forschung für Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen tätig sind, zusammen zu bringen, um als „Gemeinschaft“ über den neuesten Stand der Forschung sowie über zukünftige Trends zu diskutieren.

Aus diesem Grund wird das Forschungskolloquium „Forschung für Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen“ organisiert. Die Veranstaltung findet am 11.06.2015 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) statt. Gastgeber ist das Forschungs-und Transferzentrum „Applications of Life Sciences“, Initiator der „Sustainability 2.0“ Initiative und des „World Symposium on Sustainability in Higher Education“, welches aus dem UN Gipfel in Rio de Janeiro im Jahr 2012 entstanden ist.

Als Dokumentation und Output der Veranstaltung wird das Buch „Forschung für Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen“ als Teil der Buchreihe „World Sustainability Series“ (Springer, Berlin) veröffentlicht. Die Buchreihe, die 2015 startet, ist bereits mit einer Reihe von hochwertigen Publikationen besetzt und wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit bieten, ihre Arbeit zu dokumentieren und sie im ganzen deutschsprachigen Raum zu verbreiten. Weitere Informationen zum Call for Paper und zur Veranstaltung finden Sie hier.

Transformative Wissenschaft als Teil der Weltbürgerbewegung

Rechtzeitig zum UN-Weltklimagipfel Ende September in New York hat der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) sein Sondergutachten „Klimaschutz als Weltbürgerbewegung“ vorgelegt. Darin spielt wie schon im 2011 erschienenen Transformationsgutachten die Wissenschaft und Forschung für Transformationsprozesse eine zentrale Rolle. Im Kapitel 4.4.  auf den Seiten 93 ff. geht der WBGU im Kapitel „Von Reallaboren bis zur Citizen Science – zum unterschätzten Potenzial einer transformativen Wissenschaft“ auf die Rolle von Wissenschaft in der vom WBGU eingeforderten Weltbürgerbewegung ein. Auf den Seiten 109 ff. erfolgen umfassende Forschungsempfehlungen für eine so konzipierte Transformations- und transformative Forschung über den Klimawandel. Das gesamte Gutachten kann hier heruntergeladen oder als Papierfassung beim WBGU bestellt werden.

campusWELTbewerb – Wettbewerb für globale Nachhaltigkeit an baden-württembergischen Hochschulen startet

Der campusWELTbewerb möchte Initiativen für eine global nachhaltige Entwicklung fördern. Diese sollen zur Bewusstseinsschaffung dienen und praktisches Handeln anstoßen. Alle baden-württembergischen Hochschulangehörigen können mit einer überzeugenden Projektskizze rund um das Thema global nachhaltige Entwicklung einen Förderbetrag von bis zu 5.000 Euro zur Umsetzung ihres Projekts gewinnen. Wettbewerbsbeiträge in Form einer Projektskizze können bis zum 31.01.2015 eingereicht werden. Gefördert wird der Wettbewerb vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat die Schirmherrschaft übernommen.

Ausführliche Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Reallabore in Baden-Württemberg ausgewählt – 7 Millionen Euro für die Stärkung der Nachhaltigkeitsforschung

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab 2015 mit insgesamt bis zu 7 Mio. Euro Projekte zur Einrichtung von Reallaboren an Hochschulen im Land. Eine Kommission mit externen Gutachtern hat jetzt über die Anträge der Vorauswahl-Runde entschieden. Bei den jetzt geförderten Reallaboren werden praktische Fragen großgeschrieben: so ist es z. B. Ziel des Reallabors Nordschwarzwald, ökologische, soziale und ökonomische Wirkungsbeziehungen zwischen dem neu gegründeten Nationalpark und der Region Nordschwarzwald mit Blick auf eine regionale Nachhaltigkeitstransformation gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu analysieren, zu bewerten und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten und umzusetzen. „Weil Wissenschaft heute nicht mehr nur im abgeschlossenen Labor stattfinden kann, machen wir unsere unmittelbare Umgebung zum Labor“, sagte Ministerin Bauer anlässtlich der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zur Vernetzung der einzelnen Reallabore, auch über die Landesgrenzen hinaus, sind Konferenzen geplant, eine erste öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Projekte wird es im Frühjahr 2015 geben.
Die letztlich ausgewählten Projekte können Sie hier sehen.
Zur Pressemitteilung des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst gelangen Sie hier.

„The long ride towards sustainability at universities: How to accelerate on a bumpy road?“ Podiumsdiskussion am 17.10. an der HU Berlin

Im Rahmen des ersten europäischen Green Office Summit an der HU Berlin wird am 17.10.14 um 18Uhr die Podiumsdiskussion „The long ride towards sustainability at universities: How to accelerate on a bumpy road?“ stattfinden. Als Gäste werden unter anderem erwartet:
  • Charlotte Bonner (National Union of Students UK)
  • Alex Baker-Shelley (PhD Student an der Maastricht University)
  • Anjelle Rademakers (Manager Green Office Utrecht)
  • Miriam Block (Campus Grün Universität Hamburg)
  • Moderation: Felix Spira (PhD Student am Dutch Research Institute for Transitions in Rotterdam und Mitgründer von rootAbility)

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wird es eine Poster Präsentation zu studentisch geleiteten Green Offices in verschiedenen europäischen Ländern geben.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Diskussionsbeitrag: Wie weit muss die Reform des Wissenschaftssystems gehen? Uwe Schneidewind antwortet auf den Aufsatz von Jürgen Mittelstraß in der FAZ vom 22.09.2014

Prof. Dr. Uwe Schneidewind
von Prof. Dr. Uwe Schneidewind
Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt
In der FAZ vom 22.09.2014 hat Jürgen Mittelstraß zu einem radikalen Neudenken der institutionellen Struktur des deutschen Wissenschaftssystems aufgerufen. Unter Rückgriff auf die „Verhältnisse, die es zum Tanzen zu bringen“ gilt, scheut sich Jürgen Mittelstraß nicht vor radikalen Reformvorschlägen: die Auflösung der Leibniz-Gemeinschaft, die Verkleinerung der Universitäten, der massive Ausbau der Fachhochschulen sind nur einige seiner Forderungen. Uwe Schneidewind antwortet auf diesen Aufsatz und wirft Jürgen Mittelstraß vor, in seiner Kritik nicht weit genug zu gehen. Die komplette Replik lesen sie hier:„Die Wissenschaft braucht eine neue Melodie“ oder warum das Wissenschaftssystem nicht nur einer Struktur- sondern auch einer Orientierungsrevolution bedarf

In der FAZ vom 22.09.2014 hat Jürgen Mittelstraß zu einem radikalen Neudenken der institutionellen Struktur des deutschen Wissenschaftssystems aufgerufen. Unter Rückgriff auf die „Verhältnisse, die es zum Tanzen zu bringen“ gilt, scheut sich Jürgen Mittelstraß nicht vor radikalen Reformvorschlägen: Auflösung der Leibniz-Gemeinschaft, Verkleinerung der Universitäten, massiver Ausbau der Fachhochschulen sind nur einige seiner Forderungen.Jürgen Mittelstraß geht es im Kern darum, der „materialen Idee“ von Wissenschaft eine institutionelle Form zu geben, die ihr eine angemessene Entfaltung ermöglicht. Mittelstraß bemängelt die verengte institutionelle Selbstbeschäftigung von Hochschulen und Forschungsorganisationen. Er kritisiert zu Recht, dass selbst der Wissenschaftsrat in seinem jüngsten Empfehlungen zur Zukunft des Wissenschaftssystems nicht mehr als ein „Weiter-so“ mit nur marginalen Verbesserungsvorschlägen vorgelegt hat. Der Blick auf die oft bemüht wirkenden Abgrenzungsdebatten zwischen unterschiedlichen Hochschultypen in der Hochschulrektor-enkonferenz oder zwischen den großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen legen ein beredtes Zeugnis davon ab.Wissenschaft ist mehr als Erkenntnisgewinn und WohlstandsmotorMittelstraß´ Philippika gegen die institutionelle Erstarrung trifft einen zentralen Schwachpunkt des Wissenschaftssystems. Aber sie greift zu kurz, weil sie sich zu wenig mit der „Melodie“ auseinandersetzt, nach der die Verhältnisse künftig tanzen sollen. Denn nicht nur im Hinblick auf die institutionelle Verfasstheit steht das Wissenschaftssystem vor einem Umbruch, sondern auch bei der dahinter liegenden materialen Idee.

Zwei grundlegende Ideen von Wissenschaft spielen bei Mittelstraß und der aktuellen Wissenschaftsdiskussion eine Rolle: Wissenschaft als Ort des Erkenntnisgewinns. Mittelstraß diesbezüglichen Vorschlägen zur Stärkung der Universitäten oder der Max-Planck-Gesell-schaft ist hier wenig hinzufügen.

Ein zweite materiale Idee adressiert Mittelstraß eher implizit: Wissenschaft als Motor zur Wohlstandsmehrung. In seinem Lob für die Fraunhofer-Gesellschaft kommt diese Mission zum Ausdruck. Die konsequente Ausrichtung von Wissenschaft an ökonomisch-technologischer Verwertung, wie sie in der Fraunhofer-Gesellschaft idealtypisch umgesetzt ist, treibt neben dem losgelösten Erkenntnisgewinn die Wissenschaftsentwicklung in den letzten rund 200 Jahren.

GAIA Masters Student Paper Award – Einreichung von Bewerbungen bis zum 17.11. möglich

Studierende, die eine inter- oder transdisziplinäre Masterarbeit geschrieben haben, können sich für den GAIA Masters Student Paper Award bewerben. Mit ihrer Bewerbung erhalten sie die Chance, einen Artikel zu ihrem Thema in einer internationalen Peer-Review-Zeitschrift zu veröffentlichen. Außerdem erhält der/die Gewinner(in) ein Jahresfreiabo von GAIA (inkl. Free Open Access) sowie ein Preisgeld in Höhe von 1.500,– Euro (gestiftet von der Andrea von Braun Stiftung).

Den Preis schreiben die Leuphana Universität Lüneburg und GAIA zusammen aus. Der Einsendeschluss ist der 17. November 2014.
All eingereichten Beiträge werden von einer Jury einer Vorauswahl unterzogen – die ausgewählten Beitrage durchlaufen anschließend den Peer-Review-Prozess von GAIA.
Mehr Informationen zum Award gibt es hier.

„Wissenschaft der Transformation – Transformationen der Wissenschaft“ – Sammelrezension von Stefan Böschen in der aktuellen GAIA

In der aktuellen GAIA (3/2014) hat PD Dr. Stefan Böschen, Mitarbeiter am ITAS, drei aktuelle wissenschaftspolitische Bücher rezensiert. Der Sammelband „Neue Governance der Wissenschaft – Reorganisation – externe Anforderungen – Medialisierung“ (2013) von Edgar Grande und anderen stellt eine Zusammenfassung der Ergebnisse der gleichnamigen wissenschaftspolitischen Förderinitiative des BMBF dar und macht nach Stefan Böschen deutlich, dass die „Zahl und Reichweite von Steuerungsimpulsen zunimmt, dass aber das Wissenschaftssystem institutionell so organisiert ist, dass es die Wirkkraft solcher Impulse bremst“ (S. 278). Das Buch „Citizen Science – Das unterschätzte Wissen der Laien“ von Peter Finke weist auf die grundlegende Bedeutung von BürgerInnen in der Produktion wissenschaftlichen Wissens hin. Die LaienwissenschaftlerInnen unterstützen die „Wissenschaft paradoxerweise auch bei der Realisierung ihres ureigensten Ziels – dem der Wahrheitssuche“ (S. 279). Nicht zuletzt bespricht Stefan Böschen das Buch „Transformative Wissenschaft – Klimawandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem“, in dem er „ungewöhnlich vielfältige Maßnahmen für die Neuorientierung und institutionelle Umbettung des Wissenschaftssystems“ (S. 278) sieht. In allen drei Büchern manifestiert sich nach Böschen eine neue öffentliche Diskussion über die Rolle der Wissenschaft in der Orientierung an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen, wobei sich die Wissenschaft selbst in einer Double-Bind Situation zwischen der Orientierung an diesen Herausforderungen und dem Streben nach wissenschaftlicher Exzellenz sieht.

Die gesamte Rezension können Sie hier herunterladen .

4 Professuren an der Fakultät Nachhaltigkeitswissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg ausgeschrieben

An der Leuphana Universität Lüneburg sind aktuell 4 Professuren an der Fakultät Nachhaltigkeitswissenschaften ausgeschrieben.

Juniorprofessur für Didaktik der Naturwissenschaften (W1)
Juniorprofessur für Sustainability Science (W1)

Professur „Human Behaviour and Sustainable Development“ (W3)
Professur für „Sustainable Economics“ (W3)

Der Bewerbungsschluss für alle vier Stellenausschreibungen ist der 26.10. bzw. der 03.11.2014.
Mehr Informationen erhalten Sie hier.

ZEIT-Streitgespräch zur zivilgesellschaftlichen Teilhabe an Wissenschaft zwischen Günter Stock und Uwe Schneidewind jetzt auch online verfügbar

In der ZEIT-Ausgabe vom 18.09.2014 stritten der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft (BBAW), Prof. Dr. Günter Stock, und Prof. Dr. Uwe Schneidewind über das Für und Wider zivilgesellschaftlicher Beteiligung in der Wissenschaft und in der Wissenschaftspolitik. Das vollständige Streitgespräch ist jetzt auch auf den Online-Seiten der ZEIT verfügbar. Sie finden es unter diesem Link.

Stellenausschreibung in Projekt „Zivilgesellschaft und Forschung für nachhaltige Entwicklung“

Das Land Niedersachsen und der VW-Vorab haben mit dem Programm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ neue Wege beschritten: die Zivilgesellschaft bekommt bei der Auswahl von Forschungsprojekten Mitsprache-Recht. Zum Programm wird von der LMU München (Lehrstuhl Mensch-Umwelt-Beziehungen) gemeinsam mit der Universität Basel (Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität, MGU) die wissenschaftliche Begleitforschung im Rahmen des transdisziplinären Forschungsprojektes ZiFoNe (Zivilgesellschaft und Forschung für Nachhaltige Entwicklung: Transdisziplinarität fordern und fördern) durchgeführt. In diesem Rahmen ist aktuell eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle ausgeschrieben. Aufgabe des Projektes wird es sein, die Rolle und den Einfluss von Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Gruppen auf Konzeption, Begutachtung und Durchführung der Projekte im Rahmen des Programms zu untersuchen.

Bewerbungsschluss ist der 03.11.2014.

Sustainability erreicht den Mainstream in der Forschung – Artikel von Manfred Ronzheimer in der taz vom 26.09.

In der Rückschau zur 11. FoNa-Konferenz am 23./24. September in Berlin hat Manfred Ronzheimer einen Artikel in der taz vom 26.09. veröffentlicht. Seine Bilanz: Nachhhaltigkeit hat in den Mainstream der Forschung Eingang gefunden. Die neue Stufe der Weiterentwicklung in der Nachhaltigkeitsforschung besteht jetzt in der noch stärkeren Erforschung gesellschaftlicher Prozesse und in der Partizipation von VertreterInnen der Zivilgesellschaft. Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.

Erste Baden-Württembergische Service Learning – Fachtagung: „Wie Hochschulen gesellschaftliche Aufgaben nachhaltig mitgestalten“

Service Learning ist in Deutschland ein junges Phänomen. An vielen Hochschulen in Baden-Württemberg werden Service Learning Projekte bereits erfolgreich umgesetzt – auch mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Auf der ersten Baden-Württembergischen Service Learning – Fachtagung am 28.11.2014 in Stuttgart werden Best Practice Projekte der Bucerius Law School und der Universität Duisburg-Essen sowie erfolgreiche Service Learning Projekte weiterer Hochschulen vorgestellt. Beim Fachvortrag von Prof. Dr. Anne Sliwka und bei der Podiumsdiskussion mit Theresia Bauer MdL, Ministerium für Wissenschaft, Forschungund Kunst Baden-Württemberg, wird über das Potenzial der Lehrmethode für Studierende und Hochschulen diskutiert: Wie stärkt Service Learning demokratisches Bewusstsein und gemeinwohlorientiertes Engagement von Studierenden?Wie trägt es zur Persönlichkeitsbildung bei? Wie lässt sich Service Learning im Kontext nachhaltiger Entwicklung in die Studiengänge implementieren? Und, wie können Hochschulen Service Learning für ihre Profilbildung nutzen?

Das Programm der Tagung und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung – Netzwerktreffen des BNE-Hochschulnetzwerks Baden-Würrtemberg am 16.10.14

Das BNE-Hochschulnetzwerk in Baden-Württemberg gestaltet am 16. Oktober 2014 von 10:00 -16:00 Uhr an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sein kommendes Netzwerktreffen zum Thema BNE in der LehrerInnenbildung. Das Netzwerktreffen ist Teil der diesjährigen BNE-Aktionstage und offen für alle Interessierten aus Baden-Württemberg und darüber hinaus. Das Programm des Netzwerktreffens können Sie hier herunterladen.

Studentische „konferenz n – Hochschule weiter denken“ am 10.10. in Bochum

Das netzwerk n e.V. lädt ein zur „konferenz n – Hochschule weiter denken“ am 10. Oktober 2014 an der Hochschule Bochum. Wie gelingt die umfassende Transformation der Hochschulen vor dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung? Welche innovativen Ansätze, Rahmenbedingungen und Projekte gibt es bereits oder werden noch benötigt? Wie können Studierende und Pionier_innen des Wandels zur Transformation ihrer Hochschule beitragen?

Um diese Fragen zu diskutieren, möchte das netzwerk n sich gemeinsam mit den Konferenz-Teilnehmer_Innen einen Tag lang mit Nachhaltigkeit an Hochschulen beschäftigen und diese in all ihrer Vielfalt erlebbar machen. Eingeladen sind alle Akteur_innen, insbesondere Studierende, die sich für eine nachhaltige Hochschullandschaft engagieren. Zu den Impulsgeber_Innen auf der Konferenz zählen u.a. Bianca Bilgram (Leiterin des Sekretariats der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, Deutsche UNESCO-Kommission e.V.), Prof. Dr. Günther Bachmann (Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung) und Dr. Karl Eugen Huthmacher (Abteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Das vollständige Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.

Eine Anmeldung ist bis zum 5. Oktober hier möglich. Da die Plätze begrenzt sind, wird eine baldige Anmeldung empfohlen.

„Die unfertige Demokratie“ – Beitrag von Peter Finke in der Deutschen Universitätszeitung

In der Septemberausgabe der Deutschen Universitätszeitunig (duz) greift Peter Finke die aktuelle Debatte über die Demokratisierung der  Wissenschaft auf. Er kritisiert aktuelle Äußerungen des Bonner Universitätsrektors Günter Fohrmann, des neuen Leibniz-Präsidenten Matthias Kleiner, des DFG-Präsidenten Peter Strohschneider und des BBAW-Präsidenten Günter Stock und zeigt das Potenzial einer Bürgerwissenschaft vor diesem Hintergrund auf. Der Beitrag ist jetzt online verfügbar unter diesem Link.

Memorandum zur LehrerInnenbildung für nachhaltige Entwicklung veröffentlicht

Das Netzwerk LeNa – LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung hat ein Memorandum „LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung – von Modellprojekten und Initiativen zu neuen Strukturen“ veröffentlicht. Das Netzwerk arbeitet seit 2013 unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg) und hat sich zum Ziel gesetzt durch den Austausch von Erfahrungen und Konzepten, sowie durch die Beteiligung am bildungspolitischen Diskurs Bildung für eine nachhaltige Entwicklung strukturell in der LehrerInnenbildung zu verankern. Inzwischen gehören dem Netzwerk 24 Hochschulen/ Universitäten und vier Institutionen der LehrerInnenbildung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. In dem Memorandum werden Forderungen für eine Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der LehrerInnenbildung aufgestellt und konkrete Empfehlungen zur Umsetzung abgegeben. Das Memorandum bettet sich in den internationalen Diskurs um eine Weiterführung der Aktivitäten im Rahmen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. In dem kommenden Weltaktionsprogramm wird die Stärkung der „Educators“ eine von fünf strategischen Prioritäten sein.

Das Memorandum finden Sie hier.

Gesellschaftliche Transformation und die Verantwortung der Wissenschaften – Tagung am 25./26.10.

In der Evangelischen Akademie Villigst findet vom 25. bis 26.10.2014 die Tagung „Gesellschaftliche Transformation und die Verantwortung der Wissenschaften. Klimawandel und Bioökonomie als gemeinsame Aufgabe von Gesellschaft, Politik und Wissenschaft“ statt. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler organisiert und soll am Beispiel der beiden Problemfelder Klimawandel und Bioökonomie ausloten, wie sich die Wissenschaft dem gesellschaftlichen Dialog stellen und die Ideen, Erfahrungen und Beiträge von BürgerInnen in die Lösungen konstitutiv mit einbeziehen kann.
Um eine Anmeldung zur Veranstaltung wird hier gebeten.
Das Tagungsprogramm können Sie hier herunterladen:

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Mehr Veranstaltungen finden Sie hier.

Forschung für die Energiewende – Jahrestagung des Forschungsverbundes Erneuerbare Energien am 06./07.11.14

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung wird das Energiesystem verschiedene Phasen durchlaufen und sich dabei in seinen technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Komponenten verändern. Die Vorträge der Jahrestagung des Forschungsverbundes Erneuerbare Energien am 06./07.11. 14 im Umweltforum Berlin thematisieren die Entwicklungsphasen des Energiesystems für die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität sowie die ökonomischen und die politisch-gesellschaftlichen Phasen der Energiewende. Die Tagung zeigt, wie die Forschung zur Lösung der jeweiligen Herausforderungen beitragen und die Phasenübergänge proaktiv mitgestalten kann. Die Wissenschaftliche Leitung der Tagung liegt bei Prof. Dr. Manfred Fischedick (Wuppertal Institut).
Die Anmeldung zur Tagung kann hier vorgenommen werden.
Das Programm finden Sie hier.

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15 Projekte im Niedersächsischen Förderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ vorausgewählt

Das niedersächsische Wissenschaftsministerium hat gemeinsam mit dem VW-Vorab erstmals eine eigene Richtline „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ aufgelegt. Aus den 66 Projekt-Anträgen, die im Frühjahr 2014 eingegangen sind, wurden nun 15 Forschungvorhaben vorausgewählt. Die verantwortlichen WissenschaftlerInnen werden im Rahmen einer öffentlichen Anhörung am 13./14.10 in Schloss Herrenhausen die Gelegenheit haben, ihre Vorhaben einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und die Fragen von Akteuren aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu beantworten. Mit diesem Vorgehen beschreitet das Land Niedersachsen neue Wege in der Partizipation von interessierten BürgerInnen an Wissenschaft, denn diese sind explizit eingeladen im Rahmen der Veranstaltung die Forschungsvorhaben kritisch zu reflektieren und deren gesellschaftlichen Mehrwert zu prüfen. Am Ende der Veranstaltung wird die Gutachterkommission in einer nichtöffentlichen Sitzung über die Bewilligungen oder Ablehnungen der Anträge entscheiden. Am 21. November stellen Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, sowie Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, das Ergebnis der Begutachtung der Öffentlichkeit vor.

Eine Veranstaltungsankündigung für die öffentliche Anhörung finden Sie hier.

Eine Liste der vorausgewählten Projekte können Sie hier einsehen.

Diskussionsbeitrag: Zur Gründung des „Haus der Zukunft“ – Kommentar von Reinhold Leinfelder zum Diskussionsbeitrag von Steffi Ober

leinfelderNov2012 Prof. Dr. Reinhold Leinfelder

Gründungsdirektor des „Haus der Zukunft“

Steffi Ober schreibt in ihrem Beitrag vom 9.9. im Hinblick auf die Vorstellung der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung u.a.:

„Deshalb solle die Gesellschaft „Technologieaufgeschlossener“ werden. Man könnte es auch anders formulieren: sie solle weniger technologiekritisch sein.“ …. „Leider zieht sich im gesamten (Anm:letzten) Kapitel (Anm.: der Hightechstrategie) der überholte Ansatz durch, dass Wissenschaft nur gut aufbereitet und erklärt werden muss, damit das ‚von den Menschen verstanden, angenommen und angewendet wird‘. Dies trifft auch für das Haus der Zukunft zu …“  
Da Frau Obers Einschätzung nach dieser Ansatz also auch auf das Projekt Haus der Zukunft zutrifft, erlaube ich mir hier eine Stellungnahme. Ich sehe zum einen ein gewisses Missverständnis – so ist eine grundsätzliche Technologieaufgeschlossenheit meines Erachtens nicht automatisch gleichzusetzen mit „weniger technologiekritisch“. Zum anderen ist es natürlich legitim und notwendig, die kommunikativen Aufgaben des Haus der Zukunft  zu hinterfragen. Es wäre auch aus meiner Sicht tatsächlich völlig falsch, wenn Wissenschaftskommunikation für die Zukunft nur in einer aufbereitenden und didaktischen Weise „von oben herab“ betrieben würde. Natürlich geht es nun darum, das Haus der Zukunft, bei dem ja gerade erst die Trägergesellschaft gegründet wurde und ich als Gründungsdirektor erst seit einigen Tagen (d.h. seit 1.9.2014) im Amt bin, sukzessive mit Inhalt und Leben zu erfüllen. Hier ein paar erste Gedanken dazu: Beim Haus der Zukunft ist es mir als Gründungsdirektor selbstverständlich ganz besonders wichtig, ALLE, d.h. insbesondere auch die Zivilgesellschaft intensiv mit einzubinden. „Die“ Politik, aber auch „die“ Wissenschaft, „die“ Wirtschaft oder „die“ NGOs/Initiativen werden eine Transformation in die Zukunft nicht jeweils alleine, sondern nur im Zusammenspiel  mit der gesamten Zivilgesellschaft hinbekommen, so wie dies auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen in seinem Gutachten „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ auf den Punkt gebracht hat. (An diesem sowie weiteren Gutachten habe ich als damaliges WBGU-Mitglied selbst mitgearbeitet, natürlich sehe ich es damit auch für mein Wirken als verpflichtend an).

Landtag NRW verabschiedet Hochschulzukunftsgesetz

Der Landtag in NRW hat in seiner Sitzung am 11.09.2014 das neue Hochschulzukunftsgesetz (HZG) verabschiedet. Es tritt zum Beginn des Wintersemesters 2014/15 in Kraft. „Das Gesetz ist ein Meilenstein bei der Gestaltung der Hochschullandschaft in NRW. Es bringt an den Hochschulen Freiheit und Verantwortung ins Gleichgewicht“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Der Gesetzentwurf hatte in den vergangenen Monaten bundesweit für Kontroversen über die Rolle der Politik in der Hochschulentwicklung gesorgt. In einem breit angelegten Dialogprozess hatten Hochschulen und Verbände immer wieder Gelegenheit, mündlich und schriftlich Stellung zu nehmen. Viele der Anregungen sind in die Verbesserung des Gesetzentwurfes eingeflossen.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums.
Einen Überblick zu weiteren Aktivitäten in einzelnen Bundesländern erhalten Sie hier
.

Global Sustainability Research Conference 2015: The Interface between Sustainability Research and Policy

Vom 26. bis 27. Januar 2015 wird in Cambridge/ UK die 2. internationale „Global Sustainability Research Conference“ stattfinden. Auf der Konferenz sollen gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und der Zivilgesellschaft die Schnittstellen zwischen Nachhaltigkeitsforschung und Politik diskutiert werden. Abstracts zu Beiträgen können bis zum 17.10. in folgenden fünf Themenschwerpunkten eingereicht werden.

  • Improving the evidence for action
  • Dealing with uncertainty
  • Sustainability policy in 2015
  • Exploring the policy / research interface
  • Achieving impact through communication and dialogue

Mehr Informationen finden Sie hier.

Diskussionsbeitrag: Veröffentlichung der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung – von Steffi Ober

Dr. Steffi Ober Dr. Steffi Ober

NABU/ Plattform Forschungswende

Anfang September wurde die neue Hightech-Strategie, die zentrale und interministeriell organisierte Innovationsstrategie der Bundesregierung, im Bundeskabinett verabschiedet. Allein 2014 sollen für diese Strategie 11 Milliarden € zur Verfügung stehen um Wohlstand und Wachstum durch Forschung zu befördern. In einem Kommentar aus der Perspektive der organisierten Zivilgesellschaft diskutiert Steffi Ober positive und kritische Aspekte der neuen Innovationsstrategie.

„Nicht weniger als “ Innovationspolitik aus einem Guss “ verspricht die Bundesregierung mit der neuen Hightech-Strategie, die mit 11 Mrd. Euro startet. Obwohl geschickt in der Darstellung immer wieder auf „Lebensqualität“ und „qualitatives Wachstum“ verwiesen wird, scheinen die kritischeren Überlegungen der Enquete – Kommission des Deutschen Bundestages zu „Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität“ wenig Spuren hinterlassen zu haben.  Die Green Economy soll als Wachstumsmotor dienen und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken. Als prioritäre Zukunftsaufgaben für Wohlstand  und Lebensqualität werden fünf Kernelemente vorgestellt:

·       Innovationsdynamik in der Wirtschaft
·       Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen
·       Vernetzung und Transfer
·       Partizipation und Transparenz
Innovation brauche die Mitte der Gesellschaft, so die Erkenntnis der Bundesregierung. Deshalb solle die Gesellschaft „Technologieaufgeschlossener“ werden. Man könnte es auch anders formulieren: sie solle weniger technologiekritisch sein. Dabei steht doch gerade die technologiekritische Haltung der Gesellschaft für einen reflektierten Umgang mit Technologie, der auf einer hohen Bildung und Kritikfähigkeit beruht. Dabei stellt das seitens des BMWI in Auftrag gegebene Gutachten fest, dass die vermeintliche Technologieverweigerung der Deutschen nicht zutrifft. Menschen sind dann technologieaufgeschlossen, wenn sie einen deutlichen Nutzen erkennen können und wenn sie in die Mitgestaltung der Technologieentwicklung von Anfang ein mit einbezogen werden. Diesen Gedanken  nimmt die Hightech Strategie in ihrem letzten Punkt auf. Informationen sollen neutral vermittelt und die Diskussion sachlich geführt werden. Wir erinnern uns – mit diesem Konzept ist bereits die Diskussion um die Grüne Gentechnik krachend gescheitert, da mit solchen Formulierungen unterschiedliche Werthaltungen und Interessen der Akteure verschleiert anstatt dem Dialog zugänglich gemacht werden. Leider zieht sich im gesamten Kapitel der überholte Ansatz durch, dass Wissenschaft nur gut aufbereitet und erklärt werden muss, damit der das „von den Menschen verstanden, angenommen und angewendet wird“. Dies trifft auch für das Haus der Zukunft zu, das mit Millionenbeträgen gebaut und im Jahr 2017 eröffnet werden soll.

Workshop „Nachhaltigkeit.Klimawandel.Transformation – Mediale Kommunikationskonzepte und Kommunikationspraxis“

Die AG Medien der BNE-Dekade lädt zu einem Fach-Workshop „Nachhaltigkeit, Klimawandel, Transformation – Mediale Kommunikationskonzepte und Kommunikationspraxis“ am 16. und 17. September nach Berlin, in die Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, ein.

Die erfolgreiche mediale Kommunikation großer Nachhaltigkeitsherausforderungen erfordert neue Konzepte und Praktiken. Dies beinhaltet auch eine erweiterte Wissenschaftskommunikation und wirft viele zusätzliche Fragen an die Wissenschaft selbst auf. Wie kann durch PromotorInnen der Transformation robustes, mittragendes Wissen zur Transformation entstehen? Gibt es eine Abhängigkeit zwischen Transdisziplinarität und Transformation für die Erkenntnis – d.h. brauchen große Transformationsprozesse unbedingt transdisziplinäre Begleitung für ihren Erfolg? Und wie kann eine gute (Wissenschafts-)Kommunikation bspw. im Bereich des Klimawandels gestaltet werden?

Der Fachworkshop soll aus der Sicht von Medienerfahrung verschiedener Projekte und Ansätze dazu eine Bestandsaufnahme machen und lessons learnt aus den Anforderungen der Transformationskommunikation ableiten.

Mehr Informationen zum Workshop und die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie hier.

Konferenz des RNE am 13./14.10. in Berlin: „Vom Piloten zum Standard: Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb implementieren“

Am 13. und 14. Oktober 2014 jeweils von 10.00 bis 17.15 Uhr wird im af Auditorium Friedrichstraße – Im Quartier 110 eine Konferenz des Rates für nachhaltige Entwicklung stattfinden: „Vom Piloten zum Standard: Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb implementieren“.
Mit Blick auf verschiedene Funktionsbereiche und Akteure in den Hochschulen soll im Rahmen der Konferenz ausgelotet werden, wie eine stärkere Implementierung von Nachhaltigkeit in den deutschen Hochschulen gelingen kann. Eine Teilnahme zur Konferenz ist nur auf Einladung möglich.
Interessierte können sich an Riccarda Retsch wenden: riccarda.retsch(at)nachhaltigkeitsrat.de

Weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Lesetipp: Nachhaltigkeit als soziale Innovation – Eine Anwendung der Diffusionstheorie auf Hochschulen

Die Implementierung von Nachhaltigkeit an Hochschulen wird zunehmend von studentischen Initiativen vorangetrieben. Sie können Brücken zwischen den verschiedenen Statusgruppen an den Hochschulen bauen und Nachhaltigkeitsprojekte initiieren und vorantreiben. In der Abschluss-Arbeit von Nadine Richter (FH Dortmund, Sozialwesen) wird die Wirkweise dieses studentischen Nachhaltigkeitsengagements im Sinne der Verbreiterung der sozialen Innovation Nachhaltigkeit in der Hochschule beschrieben und empirisch untersucht. Dazu wurden auf Grundlage der Diffusionstheorie von Rogers leitfadengestützte ExpertInneninterviews mit Mitgliedern aus studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen geführt und ausgewertet.
Die Arbeit kann auf dem Server der Fachhochschule Dortmund hier heruntergeladen werden.

Wissenschafts- und Hochschulfreiheit und die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – Videos des Workshops „Autonomie der Hochschulen“ an der Universität Bonn

Wie sich die gesellschaftliche Aufgabe der Wissenschaft und die Autonomie der Hochschulen zueinander verhalten, wird häufig sehr zugespitzt diskutiert. Der Workshop „Autonomie der Hochschulen“ in der Diskussionsreihe „Zur Zukunft der Universität“ hat am 7. Juli 2014 in Bonn das multidimensionale Beziehungsgeflecht von Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Politik der Wissenschaft beleuchtet. Die Workshop-Beiträge sind als Videos im YouTube-Kanal der Universität Bonn verfügbar. Darunter auch der Vortrag von Prof. Dr. Uwe Schneidewind „Wissenschafts- und Hochschulfreiheit und die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – Liebes- oder Konfliktbeziehung?“ sowie seine anschließende Diskussion mit Prof. Dr. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Die per Video aufgezeichneten Vorträge und Diskussionen können über die Veranstaltungs-Seite der Universität Bonn angesehen werden.

Diskussionsbeitrag von Armin Grunwald über die Rolle der Nationalen Akademie der Wissenschaften

Aktuell findet eine intensive Debatte über das Für und Wider eines Chief Scientific Advisors auf europäischer Ebene statt. Im Kern geht es um die Frage, ob es die eine bündelnde Stimme der Wissenschaft auf europäischer oder nationaler Ebene geben kann. Armin Grunwald hat im Jahr 2008 anlässlich der Gründung der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften, die mit einem ähnlichen Anspruch gegründet wurde, eine treffende Analyse zu dieser Frage vorgelegt. Darin macht er deutlich, dass die Idee der „einen Stimme“ eine gefährliche Illusion ist. Aufgabe von Wissenschaft kann nur „aufklärende Vorarbeit“ im Sinne einer „Vorwegnahme einer allgemeinen gesellschaftlichen Debatte“ mit all ihren (inter)disziplinären Widersprüchen, offenen Flanken und involvierten Werturteile sein.
Der ganze Beitrag von Armin Grundwald in der GAIA 3/ 2008 kann hier heruntergeladen werden.

Leuphana Energie-Forum am 17.09.2014 an der Universität Lüneburg

Unter dem Titel „Vernetzt. Regionale Lösungen für die Energiewende“ öffnet das Leuphana Energieforum am 17. September 2014 zum dritten Mal seine Pforten. Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer, die SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer sowie der Leiter der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen Lothar Nolte haben ihre Teilnahme zugesagt. Basierend auf aktuellen Entwicklungen und neuen Forschungsergebnissen werden Lösungsvorschläge zur nachhaltigen Umgestaltung des Energiesystems aufgezeigt. Dazu sind Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft auf den Campus Scharnhorststraße der Leuphana Universität Lüneburg eingeladen. Das Programm bietet insbesondere regionalen Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten zur Vernetzung.
Informationen zum Programm und zur Anmeldung erhalten Sie hier.

Diskussionsbeitrag: Die Wissenschaft braucht mehr Demokratie – Essay in „Bild der Wissenschaft“

Vor einem stärkeren Einfluss der Zivilgesellschaft auf die Wissenschaft warnte Professor Günter Stock, Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, auf dem diesjährigen Leibniztag. Er sieht die Autonomie der Wissenschaft in Gefahr. In der neuen Ausgabe von „Bild der Wissenschaft“ widerspricht Uwe Schneidewind in seinem Essay „Die Wissenschaft braucht mehr Demokratie“: Eine Rechtfertigungspflicht gegenüber nicht-wissenschaftlichen gesellschaftlichen Perspektiven würde der Wissenschaft intellektuell nicht schaden, sondern nützen.

Der komplette Beitrag ist abrufbar unter: http://wupperinst.org/info/details/wi/a/s/ad/2711/

Call for Abstracts zur Konferenz „Education for Sustainability in Higher Education – Achievements and Prospects“

Am 8. Januar 2015 findet an der Plymouth University, England, die Konferenz „Education for Sustainability in Higher Education – Achievements and Prospects“ statt. Sie wird vom „Centre for Sustainable Futures“ und „PedRIO“ organisiert. Die Konferenz wird eine Rückschau auf 10 Jahre „Higher Education for Sustainable Development“ in Großbritannien geben und vor allem die Ebenen von innovativer und kreativer Lehre für Nachhaltigkeit in den Blick nehmen. „This conference will bring together, showcase, and celebrate achievements in sustainability-related teaching and learning, Continuing Professional Development (CPD), pedagogic research, resource development, hybrid learning space design, and whole institutional change.“ (Konferenz-Ankündigung)
Abstracts zu wissenschaftlichen Beiträgen im Umfang von maximal  500 Wörtern können bis zum 12.09. eingereicht werden, zu folgenden Themen:

  • ESD Pedagogy: Criticality, Creativity and Collaboration
  • Innovative Learning Spaces for sustainability education 
  • Towards the Sustainable University 
Mehr Informationen zur Konferenz und zum Einreich-Prozedere für Abstracts erhalten Sie hier.

Internationale Studie zu Higher Education for Sustainable Development

Ein internationales Expertenkonsortium aus österreichischen, deutschen und japanischen Hochschulen, sowie der International Association of Universities führt derzeit eine Studie zum Stand der Integration Nachhaltiger Entwicklung in Hochschulen durch. Vor dem Hintergrund des Auslaufens der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und dem Übergang in das kommende Weltaktionsprogramm soll die Befragung Erkenntnisse zum Stand, den relevanten Stakeholdern und den Erfolgskriterien für eine Integration von Nachhaltiger Entwicklung in der internationalen Hochschullandschaft geben und Empfehlungen zu weiteren Strategien generieren.
Zur Umfrage gelangen Sie hier.

BürgerInnen wollen mehr Beteiligung an Wissenschaft – Ergebnis des Wissenschaftsbarometers

Das Wissenschaftsbarometer im Auftrag von Wissenschaft im Dialog zeigt, dass die deutsche Bevölkerung ein großes Interesse an Forschung und Wissenschaft hat und stärker in Entscheidungen über Wissenschaft einbezogen werden möchte.

„Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie manchmal oder oft Artikel zu wissenschaftlichen Themen lesen und 40 Prozent besuchten im vergangenen Jahr mindestens einmal ein Wissenschafts- oder Technikmuseum. Ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, aktiv an einem Citizen Science-Projekt mitzuarbeiten und gemeinsam mit Wissenschaftlern ein Forschungsprojekt voranzubringen. Diese enorme Bereitschaft und das allgemein große Interesse an Forschung wertet Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog, als Hinweis dafür, „dass die Wissenschaftskommunikation mit ihren Angeboten auf eine große Nachfrage trifft und die Bürger stärker in die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingebunden werden sollten“. (IDW Meldung vom 28.07.2014)

Interessant sind auch die Aussagen zum Vertrauen der Befragten in spezielle Forschungsbereiche. Während ca. 40% der Befragten den Aussagen der wissenschaftlichen ExpertInnen im Bereich Erneuerbare Energien oder Klimawandel trauen, sind es im Bereich der Grünen Gentechnik nur 16 %. Darüber hinaus haben 47 % der Befragten den Eindruck nicht genügend in Entscheidungen über Forschung und Wissenschaft mit einbezogen zu werden.

Die gesamte Umfrage kann hier eingesehen werden.

Research for a Post-Carbon Future, 17.09.2014, Berlin

Das Ecologic Institute lädt ein zu der wissenschaftlichen Konferenz Research for a Post-Carbon Future am 17.09.2014 in Berlin. Die EU hat die Reduktion von CO2 als wesentliches Ziel für die europäischen Gesellschaften formuliert. Manche Staaten haben in diesem Bereich bereits einige Fortschritte gemacht. Dennoch gibt es viele technologische, politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und verhaltensbezogene Hürden um solch eine umfassende Transformation zu erreichen. Auf der Konferenz soll mit ExpertInnen aus Politik und Wissenschaft diskutiert werden, wie die Energie-Transformation gelingen kann, welche Treiber und Hürden es gibt und wie der Fortschritt in diesem Prozess gemessen werden kann.
Die Konferenzsprache ist englisch. Eine Anmeldung zur Konferenz kann hier vorgenommen werden.
Fragen können an diesen Adresse gesandt werden: post-carbonconference@ecologic-events.eu.

Save the Date: „konferenz n – Hochschule weiter denken“ am 10.10. in Bochum

Wie können Bildung und Forschung für eine nachhaltige Entwicklung gestaltet werden und welche Rolle spielen Studierende dabei? Dieser Frage möchte das netzwerk n im Rahmen der „konferenz n – Hochschule weiter denken“ am 10.10. in Bochum gemeinsam mit allen Interessierten diskutieren. Im Rahmen einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre sollen Akteure, die sich für eine nachhaltige Hochschullandschaft engagieren, in einen gemeinsamen Austausch kommen und positiv-gestaltend in die Zukunft blicken.

„Durch diese Konferenz möchten wir dazu beitragen, sowohl die Motivation für die eigene Arbeit in den jeweiligen lokalen Initiativen und Projekten zu stärken als auch Inspiration für neue Projekte und Kooperationspartner_innen liefern. Insbesondere möchten wir aufzeigen, wie bereits heute Studierende den Wandel von unten initiieren und mitgestalten und darauf aufbauend Wege aufzeigen, wie dieser Wandel zukünftig weiter forciert werden kann.

Das im Anschluss an die Konferenz stattfindende Netzwerktreffen (11. – 12. Oktober 2014) bietet allen Interessierten, insbesondere Studierenden und Promovierenden, die Möglichkeit, gemeinsam an der Konzeption neuer und der Umsetzung bestehender Projekte des netzwerk n arbeiten und dabei die Impulse der konferenz n – Hochschule neu denken direkt einzubinden.“ (Ankündigungstext)

Mehr Informationen können hier eingesehen werden. Eine Anmeldung ist unter diesem Link möglich.

11. BMBF Forum für Nachhaltigkeit am 23./24.09. in Berlin

Vom 23. bis 24. September findet im Ludwig Erhard Haus Berlin das 11. Forum für Nachhaltigkeit des BMBF statt. Im Fokus der Konferenz steht die Präsentation und Diskussion zum Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA³), welches 2015 veröffentlicht wird. Vor einem Jahr auf dem 10. FONA-Forum 2013 in Leipzig wurde gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zum Auftakt des Agendaprozesses FONA³ über die zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen für die Nachhaltigkeitsforschung diskutiert.

In diesem Jahr lädt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Präsentation der Struktur und Hauptmerkmale und einer gemeinsamen Diskussion zur Umsetzung des FONA³-Programms ein.

Ziel der Konferenz ist es, im Dialog inhaltliche Synergien aufzuzeigen, neue Formen der zukünftigen Zusammenarbeit und Mitwirkung zu diskutieren und die Umsetzung des neuen Rahmenprogramms voranzubringen.

Das Programm zum Forum Nachhaltigkeit finden Sie hier.
Eine Anmeldung ist hier möglich.

Veranstaltungsbericht „Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“

Matthias Wanner

Wissenschaftlicher Assistent der Geschäftsleitung

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Diskussionsbeiträge
zur Transformativen Wissenschaft

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Am 10. und 11.07.2014 veranstaltete das Institut für urbane Entwicklungen in Kassel zusammen mit der NaWis-Runde ein Symposium zum Thema „Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“. Im Zentrum der Diskussionen standen damit nicht nur der hochaktuelle Raum der Stadt (sowie der Region), sondern auch ein, die Nachhaltigkeitsdiskussion seit mehreren Jahren stark begleitendes Konzept, nämlich die (große) Transformation, sowie zwei aktuell stark diskutierte Begriffe: Resilienz und Reallabore.

 
Die einleitenden Beiträge widmeten sich dementsprechend dem Brückenschlag von den bekannten großen Herausforderungen (Klimawandel, Ressourcenknappheiten, demografischer Wandel) zum Verständnis einer großen Transformation und den hiermit geforderten Veränderungen im wissenschaftlichen System (transformative Forschung/ Transformationsforschung (WBGU 2011), transformative Wissenschaft (Schneidewind/ Singer-Brodowski 2014)). Neben den vielfältigen methodischen und strukturellen Veränderungen im Wissenschaftssystem könnten Reallabore eine innovative und integrative Form guter transdisziplinärer Forschung sein, die robustes, reflektiertes und anwendungsorientiertes Wissen und Erfahrungen erzeugt. Reallabore und auch Resilienz sind also Modi und Konzepte des Zwischenraums zwischen einer wachstumsorientierten, nicht-nachhaltigen Ist-Transformation und einer erwünschten Soll-Transformation. Diese These wurde im Lauf der Tagung eingehend diskutiert, sowohl auf begrifflich-methodischer Ebene, als auch verstärkt unter dem praktisch-empirischen Blickwinkel konkreter Projekte vor Ort.
 
Unter anderem wurde das scheinbar neue Konzept der Reallabore verschiedentlich angebunden an teils jahrzehntealte wissenschaftliche Konzepte realer Experimente mit hoher ökologischer Validität oder an die langjährige Praxis des BBSR, Modellvorhaben durchzuführen. Ebenso wurde einerseits die Ambivalenz des Begriffs (Labore als pragmatische Werkstätten oder als „aseptische“ Experimentalräume) und die Gefahr vor Missverständnissen (Beteiligte als unwissend Manipulierte oder Labore als unsaubere „soziale Experimente“) diskutiert, andererseits die Stärke eines attraktiven und pointierten Begriffs, der als Kristallationspunkt für Methoden- und Qualitätsdiskussionen im transdsiziplinären Kontext dient.
Über verschiedene Vorträge hinweg wurden die Konturen eines Reallabors deutlicher:
  • ein RL strebt Veränderungen in der „realen Welt“ (also zusätzlich zu akademischem Wissenszuwachs) an -> real-world impact UND scientific impact,
  • RL verankern sich in der transdisziplinären Forschung und versuchen deshalb, die mit Co-Design und Co-Produktion formulierten Ansprüche weitgehend einzulösen,
  • RL richten ihren Fokus verstärkt auf Transformationsprozesse und transformative Fähigkeiten der beteiligten Akteure,
  • RL sollten Beiträge zur Transformation zur Nachhaltigkeit sein, die deutlich über Projekte zur reinen Effizienzsteigerung hinausgehen

Stellenausschreibung der Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler e.V. (VDW e.V.)

Die Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler e.V. (VDW.e.V.) hat sich in den letzten beiden Jahren in der Wissenschafts- und Forschungspolitik engagiert. Für eine befristete Stelle wird nun ein/e Mitarbeiter/in als Projektassistenz für den Zeitraum von 24 Monaten gesucht. Bewerbungen können bis zum 30.07. per Mail eingereicht werden. Die komplette Ausschreibung kann hier herunter geladen werden.

Ausschreibung  Vereinigung der Deutschen Wissenschaftler

„Science, technology and innovation in the context of development“ – ein wissenschaftspolitischer Diskussionsbeitrag aus entwicklungspolitischer Perspektive

 

Anna Schwachula

 Zentrum für Entwicklungs-

forschung/
Universität Bon

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Vila Seoane
Zentrum für Entwicklungs-
forschung/
Universität Bon
image.cid Dr. Anna- 
Katharina 
Hornidge Zentrum für Entwicklungs-
forschung/
Universität Bonn
Wissenschaft und Innovation können nicht nur zu wirtschaftlicher, sondern auch zu sozialer und ökologischer Entwicklung beitragen. Dies würde aber eine Wissenschafts- und Innovationspolitik voraussetzen, die auch diese Dimensionen von Entwicklung begünstigt. Zwar haben sich verschiedene Autoren in der Vergangenheit bereits mit einzelnen Auswirkungen von Wissenschaft und Innovation auf Entwicklung beschäftigt. Ein umfassender Überblick und eine Systematisierung der möglichen Einflussbereiche von Wissenschaft und Innovation auf die verschiedenen Dimensionen von Entwicklung fehlte jedoch bisher. Im Arbeitspapier zu „Science, technology and innovation in the context of development – an overview of concepts and corresponding policies” stellen Anna Schwachula, Maximiliano Vila Seoane und Anna-Katharina Hornidge deshalb die verschiedenen wissenschaftlichen Konzepte von Wissenschaft, Innovation und deren potentiellen Auswirkungen auf Entwicklung vor und zeigen auch die Rolle der Forschungspolitik auf. Entlang idealtypischer Entwicklungsdimensionen – Wissenschaft und Innovation für wirtschaftliche, soziale und ökologisch-nachhaltige Entwicklung – werden die Politikempfehlungen von OECD, Weltbank und UNESCO analysiert. Dabei wird klar, dass die internationalen Organisationen häufig noch einem linearen und wirtschaftlich geprägten Verständnis von Innovation und Entwicklung anhängen.

Das Working Paper kann hier herunter geladen werden: http://www.zef.de/uploads/tx_zefportal/Publications/zef_wp_132.pdf

Öffentliche Anhörung zu den vorausgewählten Projekten im Rahmen des Niedersächsischen Förderprogramms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“

Am 13./14.10.2014 findet in Schloss Herrenhausen die öffentliche Anhörung der vorausgewählten Projekte im Rahmen der niedersächsischen Förderstrategie „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ in Kooperation mit der VolkswagenStiftung statt. Zu der ersten Ausschreibungsrunde sind 66 Projekte mit durchschnittlich fünf Antragstellern aus fast allen niedersächsischen Hochschulen eingegangen. Die interdisziplinären Projektanträge zur Erforschung der großen Herausforderungen werden über den Sommer von einer Gutachterkommission sondiert und einige Projekte vorausgewählt. Mit der Präsentation im Herbst 2014 soll für die Endauswahl ein neues Format ausprobiert werden. Die Vorstellung der vorausgewählten Projekte findet in einer öffentlichen Veranstaltung statt, an der sich auch interessierte BürgerInnen beteiligen können. „Damit verfolgen wir das Ziel, mehr Transparenz und Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft herzustellen. Besonders bei der wissenschaftlichen Behandlung von drängenden gesellschaftlichen Fragen ist es mir wichtig, dass die Erwartungen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger frühzeitig mit einbezogen werden“, so die Wissenschaftsministerin Niedersachsens Gabriele Heinen-Kljajić in der Pressemitteilung zur Resonanz auf die Ausschreibung.
Weitere Informationen zur Veranstaltung werden in Kürze veröffentlicht.

Bericht zu europäischen Entwicklungen der Citizen Science

Die europäische Debatte um Citizen Science gewinnt Kontur und Kraft – dies zeigt ein aktueller Bericht des Joint Research Centre der Europäischen Kommission, Institute for Environment and Sustainability. Der Bericht stellt eine Zusammenfassung der Beiträge auf einem europäischen Summit zu Citizen Science and Smart Cities im Februar in Italien dar. Neben einer Vorstellung von 28 laufenden europäischen Citizen Science Projekten, werden in dem Bericht konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Citizen Science in Europa abgegeben. Diese umfassen neben konkreten Empfehlungen zu Veröffentlichungsstrategien von Forschungsergebnissen, auch die Differenzierung in verschiedene Arten der Citizen Science. Nach Haklay (2011) werden in dem Bericht verschiedene Formen der Citizen Science Projekte unterschieden: 1. Crowdsourcing, 2. Distributed Intelligence, 3. Participatory Science und 4. „Extreme Citizen Science“, die eine gleichberechtigte Kooperation mit Laien-Wissenschaftlern bei Problemdefinition, Datenkollektion und -analyse beschreibt (vgl. Report, S. 41). Insbesondere diese letzte Form der Citizen Science bietet auch für die deutsche Diskussion einen spannenden Impuls und schafft Anschluss an die differenzierte methodische Diskussion innerhalb der transdisziplinären Forschung. Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden:

taz Artikel über die aktuellen Spannungsfelder von Citizen Science

Am 08.07.2014 fand in Berlin die Auftakt-Veranstaltung zum Projekt GEWISS (Bürger schaffen Wissen) statt. Die BMBF geförderte Plattform soll die Citizen Science in Deutschland voran treiben und sowohl für wissenschaftlich engagierte BürgerInnen als auch für WissenschaftlerInnen eine Vernetzungsmöglichkeit schaffen. Ob diese Form aktuelle Unterstützung der Beteiligung an Forschungsprojekten eine echte Partizipation von BürgerInnen in der Wissenschaft darstellt, wird zunehmend kontrovers diskutiert. Befürchtet wird die Gefahr einer Scheinbeteiligung, die eine echte Demokratisierung der Wissenschaft z.B. in der Co-Definition von Forschungsfragen oder der Mitbestimmung in der Erstellung von Forschungsagenden eher verhindert. Darüber hinaus wird gefragt, ob die aktuelle Institutionalisierung der Citizen Science den gerade nicht instiutionalisierten Forschungsprojekten vieler BürgerInnen ein entscheidendes Maß an Unabhängigkeit und Freiheit nimmt. Dies betont der Citizen Science Experte, Prof. Dr. Finke, der im Frühjahr das Buch „Citizen Science -Das unterschätzte Wissen der Laien“ veröffentlicht hat und die Chancen der Citizen Science vor allem in ihrem, vom Mainstream des Wissenschaftssystems unabhängigen, Bestreben nach mehr Unabhängigkeit, mehr Nachhaltigkeitsforschung, mehr Transdisziplinarität und mehr bürgerfreundliche Kommunikationsweisen sieht. In einem aktuellen taz Artikel zieht Manfred Ronzheimer ein Fazit zur GEWISS- Auftakveranstaltung und zeigt das Spannungsfeld der aktuellen Debatte um Citizen Science differenziert auf.
Der Artikel wurde am 11.07. veröffentlicht und kann hier gelesen werden.

„Sustainable Science? Zur Nachhaltigkeit in der Wissenschaftsförderung“ – Jahrestagung des IFQ am 01./02.12. in Berlin

Das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) lädt sowohl Wissenschaftler als auch Förderer und Entscheider des Wissenschaftssystems zu seiner 7. Jahrestagung am 1. und 2. Dezember 2014 in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ein. Unter dem Titel „Sustainable Science?“ wird versucht, den Begriff der ‚Nachhaltigkeit‘ auf das Wissenschaftssystem und seine Förderbedingungen zu übertragen.
In der Tagungsbeschreibung heißt es, Wissenschaft soll „einerseits durch Forschung auf unterschiedlichen Gebieten (Klima-, Energie-, Geo-, Demografie-, Gesundheitsforschung usw.) selbst Technologien bereitstellen (…), die zugleich ökologisch sinnvoll, sozial verantwortlich und wirtschaftlich effizient sind. Andererseits soll sie auch über die Technologieentwicklung hinaus zur Vermittlung von Denk- und Handlungsmustern beitragen, die Nachhaltigkeit zum Ziel haben. Nachhaltigkeit kann daher selbst als ein wissenschaftliches Paradigma betrachtet werden.
Die Betrachtungsweise lässt sich aber auch umkehren, sodass die Frage nach der Nachhaltigkeit der Wissenschaft selbst im Brennpunkt steht. Ist das Wissenschaftssystem selbst ökologisch sinnvoll und sozioökonomisch effektiv und effizient? Kann es innerhalb bestimmter räumlicher Grenzen (z. B. Staaten), unter Berücksichtigung seiner allgemeinen Rahmenbedingungen (z. B. sektorale Aufteilungen, gesetzliche Grundlagen, Organisationstypen oder Fachkulturen) und nicht zuletzt gemessen an seiner Ausstattung (z. B. unterschiedliche Förderinstrumente oder personelle Rekrutierungschancen) als nachhaltig bezeichnet werden? Geht die Wissenschaft also alles in allem schonend mit ihren materiellen, aber auch personellen Ressourcen um? Ist sie langfristig organisiert? Berücksichtigt sie die Interessen künftiger Generationen? Und schließlich: Ist eine Wissenschaft, die in diesem Sinn nachhaltig wäre, überhaupt wünschenswert?
Das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) möchte im Rahmen seiner 7. Jahrestagung diesen interessanten Perspektivwechsel – von der Wissenschaft für Nachhaltigkeit zur Nachhaltigkeit von Wissenschaft – wagen.“

Das Programm der Tagung ist ab sofort online. Die Anmeldung ist hier möglich.

Die Debatte um eine transformative Wissenschaft gewinnt an Schärfe – Prof. Dr. Günter Stock warnt vor den Gefahren einer „transformativen Wissenschaft“ auf dem Leibniztag

Auf dem diesjährigen „Leibniztag“ (28.06.14) der Berlin-Brandenburgischen Akademie, auf dem die Akademie ihre wichtigsten Auszeichnungen verleiht, hat ihr Präsident Prof. Dr. Günter Stock seine Grußansprache für grundlegende wissenschaftspolitische Überlegungen genutzt.

Er setzt sich dabei mit der aktuellen Debatte über Autonomie und Demokratisierung der Wissenschaft auseinander. Dabei werden insbesondere der Entwurf des aktuellen nordrhein-westfälischen Hochschulgesetzes und das Konzept einer „transformativen Wissenschaft“ kritisiert.

Die Schärfe des gewählten Tons ist eindrucksvoll. So heißt es zur Demokratisierung:

„Nein, mit der „Demokratisierung von Wissenschaft“ ist hingegen etwas ganz anderes gemeint, nämlich dass die Gewährung von Forschungsmitteln und die Definition von Forschungszielen sehr viel stärker an einem wie auch immer gearteten gesellschaftlichen Interesse ausgerichtet werden soll. (….) Im 20. Jahrhundert haben wir in Deutschland zweimal auf bittere Weise erfahren, was es bedeutet, wenn Forschung und Wissenschaft ausschließlich in den Dienst sogenannter gesellschaftlicher Interessen gestellt werden.“

Und unter Bezugnahme auf die Debatte um eine „transformative Wissenschaft“ sowie die aktuelle Diskussion über eine stärkere zivilgesellschaftliche Beteiligung an den Wissenschaftsprozessen heißt es dann:

„Diejenigen, die eine „Demokratisierung der Wissenschaft“ einfordern, sind jedoch bestrebt, Partikularinteressen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen durch Einflussnahme auf die öffentliche Meinung und mittels partizipativer Strukturen in den Entscheidungsgremien durchzusetzen. Plakativ formuliert könnte folgendes eintreten: Gesellschaftlich relevante Gruppen halten Einzug in den Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft, um dort – u.a. im Rhythmus von Landtagswahlen – Forschungsziele zu definieren. Immerhin gibt es für diese Art der Definition von Forschung schon eine akademische Debatte und auch Begrifflichkeiten: So sprechen wir von „transformativer Wissenschaft“ sowie von „Solutionismus“. – Grund genug, sorgfältig aufzupassen.“

Es ist bemerkenswert, dass sich Spitzenvertreter des deutschen Wissenschaftssystems mit solchen Tönen in die Diskussion um das angemessene Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts einbringen. Statt einer offenen Auseinandersetzung damit, dass es heute natürlich schon erhebliche Einflussnahmen – gerade bei der Forschungsprogrammgestaltung – von zumeist ökonomischen Partikularinteressen im Wissenschaftssystem gibt, und dass der Umgang ganzer Fachdisziplinen wie den Wirtschaftswissenschaften mit den aktuellen gesellschaftlichen Umbruchssituationen als sehr ernüchternd wahrgenommen wird, wird die Diskussion über eine pluralisierte Form der Wissenschaftssteuerung in die Nähe nationalsozialistischer Einflussnahme auf das Wissenschaftssystem gerückt. Gleichzeitig erklärt Stock den „Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft“ quasi zur unantastbaren Heiligenstätte der wissenschaftlichen Autonomie. Auch das überrascht angesichts der Debatte über den Reformbedarf innerhalb der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die derzeit geführt wird.

 

Weiterführende Links:

Impressionen der Tagung „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“

Mandy Singer-Brodowski Mandy Singer-Brodowski

Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt

Am 17. und 18. Juni 2014 veranstaltete die Stiftung Mercator in Berlin die Tagung „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“. Mit vielen hoch-karätigen und internationalen ReferentInnen und knapp 200 TeilnehmerInnen war die Tagung ein Ort des inspirierenden Austauschs. Der vorliegende Bericht bietet eine knappe und notwendigerweise reduzierte Zusammenfassung der komplexen und vielschichtigen Impulse und Diskussionen der Tagung aus Sicht der Autorin.
In seiner Begrüßungsredeerläuterte Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, den Hintergrund des Engagements der Stiftung und machte deutlich, dass mit den internationalen Tagungsgästen ein neues Niveau in die Diskussion gebracht wurde. Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Universität Bonn, zeigte in seinem kurzen Statement, aus der Perspektive eines Universitäts-Rektors auf, dass die Schnittstelle von Wissenschaft und Politik auch für eine einzelne Hochschule ein komplexes Phänomen im Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz sei.
1. Analysing linkages between science and politics
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, zeichnete in seinem Impulsvortrag als Ziel der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik eine Kartographie verschiedener politischer Pfade, die aufgrund wissenschaftlichen Wissens skizziert werden können. Am Beispiel des letzten IPPC, in dem er die Leitung einer Arbeitsgruppe verantwortete, verdeutlichte er warum die Arbeit in solch einem Gremium medial und politisch so sensibel ist. Besonders wichtig schien ihm daher eine Modellierung, Berechnung und Bewertung verschiedener Zukunftszenarien mit ihren jeweiligen Folgekosten und Implikationen (beispielsweise für die verschiedenen Annahmen über eine Erhöhung des Weltklimas von 2°, 3° und 5° Celsius). Dann können PolitikerInnen unter den Bedingungen unsicherer Wissensbestände mithilfe einer Karte unterschiedlicher wissenschaftlicher Expertise manövrieren.
Prof. Sir Peter Gluckmann, Chief Science Advisor des Neuseeländischen Ministerpräsidenten, erläuterte in seinem Vortrag die Rolle eines Chief Science Advisors als konkretes, angelsächsisch geprägtes Modell die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik zu gestalten. Als knowledge broker müssen die Science Adivors sehr genau zwischen wissenschaftlich produziertem Wissen und (politischen) Werten unterscheiden und Vertrauen zwischen Netzwerken der verschiedenen Stakeholder schaffen. In den vergangenen Jahren lässt sich nach Peter Gluckmann international die Tendenz beobachten, dass sich ein utilitaristischeres Verständnis von Wissenschaft im Sinne der Förderung nationaler Interessen und gesellschaftlich eingeforderter Forschung durchsetzt. Vor diesem Hintergrund sei es für die Glaubwürdigkeit des Wissenschaftssystems zentral, dass WissenschaftlerInnen sich nicht als Anwälte spezieller Positionen verkaufen.

Anmeldungen zur Sommerakademie „Spreading degrowth“ noch bis 15.06. möglich

Auch in diesem Jahr lädt die Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) gemeinsam mit dem netzwerk n zu einer Sommerakademie nach Berlin ein. Nach den erfolgreichen Veranstaltungen der letzten Jahre werden dieses Mal Strategien für die Verankerung neuer Konzepte (z.B. degrowth) in Wissenschaft und Lehre gesucht. Die Erfahrungen der Nachhaltigkeitsbewegung bieten dabei ein hervorragendes Fallbeispiel für die Gestaltungsmöglichkeiten von Studierendeninitiativen.

Eine anregende Mischung von Refrent_innen aus institutionalisierten Formen alternativer Wissenschaft (NaWis, Ecornet) und vielen nicht-institutionalisierten Formen (meist studentische Initiativen) ist angefragt. Die Sommerakademie wird von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm begleitet, welches viel Raum und Zeit bietet, mit Referent_innen und Teilnehmer_innen ins Gespräch zu kommen.

Zeitraum: 30. Juli bis 2. August 2014
Ort: Lobetal, bei Berlin.

Die Ergebnisse der Sommerakademie werden im September in die Diskussionen auf der internationalen Degrowth Konferenz in Leipzig einfließen.

Insgesamt sind 25 Plätze verfügbar. Die Organisator_Innen freuen sich besonders über Bewerber_innen, die eigene themenrelevante Arbeiten vorstellen möchten und haben die Anmeldefrist bis 15.06. verlängert.

Mehr Informationen und die Anmeldebögen finden Sie hier.
Fragen und Bewerbung können direkt an sommerakademie@voew.de geschickt werden.

„Deutschland – Europa – Welt 2042- Transformation ist möglich“ – Forschungsprojekt der Leuphana Universität Lüneburg

In der aktuellen GAIA wird auf den Seiten der NaWis-Mitteilungen das Forschungsprojekt „Deutschland – Europa – Welt 2042- Transformation ist möglich“ von WissenschaftlerInnen der Leuphana Universität Lüneburg vorgestellt. Das Projekt ist als transdisziplinäre Längsschnittstudie über einen Zeitraum von ca. 30 Jahren angelegt und hat zum Ziel das konzeptionelle und theoretische Verständnis über Bedingungen, Mechanismen und Potentiale von Nachhaltigkeitstransformationen in verschiedenen Felden zu analysieren. Die 27 beteiligten ProfessorInnen der Fakultät Nachhaltigkeitswissenschaft wollen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene den Forschritt von Nachhaltigkeitstransformationen erfassen und über einen „Transformations-Radar“ in regelmäßigen Abständen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Darüber hinaus soll durch konkrete Transformations-Forschungsprojekte, die auf den Analysen aufbauen, ein konkreter Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Problemstellungen geleistet werden.

Mehr Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Den Artikel können Sie hier herunterladen:
GAIA2_2014_132_134_NaWis

„Interdisziplinär und transdisziplinär forschen“ – Einblick in die „Klagenfurter Schule“ für transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung

An der Alpen Adria Universität Klagenfurt (mit Außenstandorten in Graz und Wien) befindet sich mit der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung ein – insbesondere durch die disziplinäre Zusammensetzung – besonders interessanter Fachbereich für eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung im deutschsprachigen Raum. Mit dem von Gert Dressel, Wilhelm Berger, Katharina Heimerl und Verena Winiwarter herausgegebenen Buch „Interdisziplinär und transdisziplinär forschen. Praktiken und Methoden“ stellen die Klagenfurter aktuell die methodische Basis ihrer transdisziplinären Forschungsarbeiten vor. Das Buch markiert nach dem schon im Jahr 2012 von Larissa Krainer und Ruth E. Lerchster herausgebenen Band „Interventionsforschung“ aus dem „Institut für Interventionsforschung und kulturelle Nachhaltigkeit“ der Fakultät die zweite eindrucksvolle Positionsbestimmung aus Klagenfurt.

Aktuelle Artikel zum Wandel des Wissenschaftssystems und Forschungslücken zum Rebound-Effekt

In den aktuellen Ausgaben der Zeitschriften des oekom-Verlags finden sich einige Artikel von wissenschaftspolischer Relevanz.  In dem Artikel „Wandel im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem“ der aktuellen Ausgabe „Ökologisches Wirtschaften“ argumentiert Hellmuth Lange, Mitarbeiter am artec-Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen, dass eine gesellschaftliche Transformation in Richtung Nachhaltigkeit auch eine verstärkte Forschung zum Umsetzen dieser Transformation, besonders hinsichtlich steuerungspolitischer und institutioneller Innovationen benötigt. Wenn sich die WissenschaftlerInnen und vor allem die Förderorganisationen nicht stärker engagieren, bleiben vor allem die Fragen nach dem Wie der Nachhaltigkeitstransformation unterbeleuchtet (vgl. Lange 2014, S. 10) .

Deutlich wird dies am aktuellen Defizit in der Forschung zu Rebound-Effekten, die Tillman Santarius in seinem aktuellen GAIA-Artikel „Der Rebound-Effekt: ein blinder Fleck der sozial-ökologischen Gesellschaftstransformation“ in den Blick nimmt. Während die Rebound-Effekte auf Ebene der KosumentInnen empirisch mittlerweile relativ gut belegt sind, bestehen weiterhin große Forschungslücken in der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion über den makro-ökonomischen Rebound-Effekt, also „ein „energieproduktivitätsbedingtes Wirtschaftswachstum“ , infolgedessen sich die Energienachfrage vergrößert (Santarius 2014, S. 113). Dessen Rolle wird bis heute kontrovers diskutiert und in den wirtschaftswissenschaftlichen Modellrechnungen unterschätzt. In den Nachhaltigkeitsstrategien daher allein auf Effizienz-Strategien zu setzen, reicht nach Santarius nicht aus und es müssen die Effizienzpolitiken durch Suffizienz- und Lebensstilpolitiken (vgl. ebd. S.116) ergänzt werden. Diese neuen Politikstrategien müssen wiederum wissenschaftlich untersucht werden.

„Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“ – Tagung am 10./11.07. in Kassel

Vom 10.07. bis 11.07. findet an der Universität Kassel die Tagung „Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation“ statt. Städte sind ein idealtypischer Raum für das Forschen in Reallaboren. In ihnen können Realexperimente zur Beförderung einer nachhaltigen Entwicklung initiiert und wissenschaftlich begleitet werden. Die vielfältigen Erfahrungen und wissenschaftlichen Projekte über den Stadtumbau hin zu resilienten Strukturen sollen in dem wissenschaftlichen Symposium zusammengeführt werden. Dabei wird zunächst bilanziert, wo die Forschung zur Resilienz und Transformation von Städten und Regionen steht, um dann über zukünftige Aufgaben und das systematische Implementieren von Reallaboren und ihrer Erforschung zu diskutieren. Es werden dabei auch konkrete Beispiele derartiger Labore einbezogen, die unter anderen durch die Impulse der ExpertInnen des Institut für urbane Entwicklungen der Universität Kassel und den kooperierenden NaWis-Institutionen vorgestellt werden.
Das vollständige Programm und mehr Informationen zur Tagung finden Sie hier.

„Universitäten – Botschafter für Nachhaltigkeit und Effizienz?“ Vortrags- und Diskussionsabend an der Bergischen Universität Wuppertal

Im Rahmen der Vorlesungsreihe „Nachhaltige Hochschule“ der Heinrich-Böll-Stiftung NRW fand am 13.05. ein Vortrags- und Diskussionsabend „Universitäten – Botschafter für Nachhaltigkeit und Effizienz“ an der Bergischen Universität Wuppertal statt. Dort wurden die Fragen beleuchtet, wie Universitäten in Forschung Lehre positiv auf die Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft einwirken können, ob sie dabei Unterstützung und Impulse von außen benötigen und wie die Arbeit von außeruniversitären Instituten mit den Hochschulen konkret aussieht.

Im ersten Teil hat Dr. Philip Schepelmann vom Wuppertal Institut für Umwelt, Klima und Energie die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der transformativen Forschung vorgestellt. Er erläuterte, wie aus ökologischen Problemanalysen technische und ökonomische Innovationen entwickelt werden können und wie durch Implementation und Wissenstransfer diese Innovationen zu größerem Nutzen für Umwelt und Mensch gebracht werden können. Bezogen auf die Thematik des Abends stellte er die These auf, dass Universitäten alleine kein praxisbezogenes Verständnis von Nachhaltigkeit entwickeln können und hierzu eine Kooperation mit externen Stellen notwendig ist.

Im zweiten Teil bereicherte Sonja Stracke von der Bergischen Gesellschaft für Ressourceneffizienz (Neue Effizienz), wie zum einen Nachhaltigkeits- und Effizienzkonzepte innerhalb der Wirtschaft spürbare Vorteile erzeugen und sich eine Vereinbarkeit von ökologischen Notwendigkeiten mit ökonomischen Nutzen ergibt. Dabei sind vor allem Netzwerk- und Vermittlungsarbeit die Haupttätigkeit der Neuen Effizienz. Dies geschieht nicht nur zwischen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Akteuren, sondern immer mehr auch für eine breitere Öffentlichkeit durch eine weit angelegte Bildungsarbeit. Insgesamt soll die Machbarkeit einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation im Rahmen ökologischer Grenzen deutlich gemacht werden. Die Möglichkeiten von Hochschulen wurden gerade in einer Kooperation mit außeruniversitären Instituten gesehen und betont. So können Universitäten über ihren direkten Einflussbereich hinaus Veränderungen bewirken.

In der anschließenden Diskussion wurde vor allem die wissenschaftliche Tätigkeit zwischen den Instituten und den Hochschulen näher besprochen. Auch die z.T. schwierigen Bedingungen, unter denen Forschung und Lehre stattfindet, wurden kontrovers diskutiert. Meist hielten sich die Beiträge zwischen skeptischer Betrachtung der Erfolgsaussichten und Begeisterung über die Chancen der transformativen Bildung und Forschung.

Überblick über Nachhaltigkeits-Aktivitäten der rheinland-pfälzischen Hochschulen

Die rheinland-pfälzischen Hochschulen zeigen ein beachtliches Engagement für eine Orientierung an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen in Lehre, Forschung und Verwaltung – dies belegt eine aktuelle umfassende Darstellung des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK). Im Leitbild der Hochschule Trier ist beispielsweise die Orientierung an einem nachhaltigen Handeln zentral verankert, die Verpflichtung für eine Ausrichtung der Hochschule am Nachhaltigkeitsleitbild wird ebenfalls in den kommenden Hochschulentwicklungsplan eingehen.
Besonders im Bereich des Studiums gibt es eine Reihe von innovativen Ansätzen und Studiengängen. Laut einer Erhebung des MBWWK ist die Anzahl einschlägiger Studiengänge in den vergangenen Jahren von 4 Studiengängen (2009) auf 33 (2012) gestiegen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Veranstaltungs-Formaten, wie Summer-Schools, Ringvorlesungen, Massive Open Online Courses (MOOCs) oder interdisziplinäre Studium Generale mit dem Schwerpunkt Nachhaltige Entwicklung.
Auch im Bereich Forschung fokussieren die rheinland-pfälzischen Hochschulen in den letzten Jahren stärker eine interdisziplinäre Bearbeitung von Frage- und Problemstellungen der Nachhaltigkeit. Im Rahmen des landesweiten Forschungs- und Technologie-Programms und der Forschungsinitiative des Wissenschaftsministeriums werden aktuell fünf Projekte mit konkretem Nachhaltigkeitsbezug in Höhe von jährlich rund 2 Millionen Euro gefördert. Die Projekte zielen auch auf eine Strukturbildung und thematische Profilierung der einzelnen Hochschulen. Im Rahmen dieser zunehmenden Vernetzung von WissenschaftlerInnen, wurden auch neue Forschungskooperationen, wie das interdisziplinäre Forschungscluster Nachhaltige Entwicklung der Hochschule Koblenz initiiert.
Das aktuelle Papier des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministeriums mit Informationen zu den vielfältigen Projekten und Initiativen der rheinland-pfälzischen Hochschulen kann hier eingesehen werden.
Nachhaltigkeit in den rheinland-pfälzischen Hochschulen

Bundesregierung legt Schwerpunktbericht zu Forschung und Innovation 2014 vor

Das Bundeskabinett hat in der vegangenen Woche den „Bundesbericht Forschung und Innovation 2014“ beschlossen. Der Bericht bietet einen umfassenden Überblick der Entwicklungen in den Bereichen Forschung und Innovation auf Bundes- und Landesebene mit Bezug auf den europäischen und internationalen Kontext. Mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von drei Prozent des BIP sowie knapp 600.000 Menschen, die in wissenschaftlichen Einrichtungen beschäftigt sind, ist Deutschland „zu einem der attraktivsten Standorte für Forschung und Innovation geworden“ sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka in der Pressemitteilung zum Bericht.

Auch im Hinblick auf die Entwicklungen der Nachhaltigkeitsforschung ist der Bericht interessant. Auf Bundesebene wird die Forschungsstrategie des Bundes im Bereich Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit sowie das Rahmenprogramm FONA (Forschung für Nachhaltigkeit) mit seinen einzelnen Schwerpunkten vorgestellt (S. 131ff.). Weiterhin findet eine ausführliche Darstellung der Landesaktivitäten statt. In Baden-Württemberg stellt die Förderung der nachhaltigen Wissenschaft und Forschung einen Schwerpunkt der landesweiten Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen dar (S. 258). In Nordrhein-Westfalen rahmt die Forschrittsstrategie NRW eine Forschung zu den gesellschaftlichen Herausforderungen (S. 321f.). Auch in dem dem Teilbericht aus Niedersachen wird konstatiert, dass Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre eine der Leitideen künftiger Hochschulentwicklung sein soll (S. 315). 

Die Tabellen zu den Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung nach Förderschwerpunkten und Förderbereichen für die Jahre 2011 bis 2014 (S. 286ff.) zeigen, dass die Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland insgesamt einen Aufschwung erfährt.

Buchpräsentation „Partizipation in der Wissenschaft“ am 19.06.2014

Am 19. Juni 2014 von 18:00 bis 21:00 Uhr lädt die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler ein zur Buchpräsentation „Partizipation in der Wissenschaft“ im Konferenzraum der Geschäftsstelle der VDW, Marienstr. 19/20 10117 Berlin

Die Autorin, Dr. Steffi Ober, beleuchtet das Verhältnis von Forschungspolitik und Zivilgesellschaft am Beispiel der Hightech-Strategie. Ihr Ansatz beschreibt nur einen Ausschnitt der Forschungspolitik, der jedoch große Summen und zentrale gesellschaftliche Themen bewegt. Große Herausforderungen wie Klimawandel, sich erschöpfende Ressourcen und die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung werfen neue Fragen an die Wissenschaft auf. Von ihr werden Antworten auf die Transformationen in der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft erwartet. Forschung soll die notwendigen Innovationen in Infrastruktur und Produktion voranbringen. Die Bundesregierung unterstützt Wissenschaft und Wirtschaft in der Gestaltung der Zukunft mit der Hightech-Strategie. Bislang wurde jedoch noch wenig untersucht, inwieweit diese Strategie mit der Gesellschaft verzahnt ist und ob sie im ausreichenden Maße dazu beiträgt, die globalen Zukunftsprobleme zu lösen. Die Untersuchung »Partizipation in der Wissenschaft« kommt hier zu einem kritischen Ergebnis.

Ein Blick auf die Strukturen in der Forschungspolitik schärft das Bewusstsein, wie man eine nachhaltige und transdisziplinäre Wissenschaft für die Lösung einer solch großen Herausforderung stärken kann. Die Zivilgesellschaft und ihre Akteure spielen in der Problemformulierung und -bearbeitung eine wesentliche Rolle. Wie dies besser gelingen kann, soll mit dieser Veranstaltung aus mehreren Perspektiven und mit unterschiedlichen ReferentInnen diskutiert werden.

Prof. Dr. Gesine Schwan lebt und verteidigt die Demokratie mit aller Kraft. Wissenschaft und Forschung müssen in ihrer Ausrichtung demokratisch mitbestimmt und kontrollierbar sein, da sie die Gesellschaft ganz wesentlich heute und in Zukunft prägen.

Prof. Dr. Dirk Messner bringt als Mitglied des WBGU und vor allem als Direktor des DIZ den Blick auf internationale Erfahrungen mit ein. Dort sind transdisziplinäre Wissenschaftsansätze schon wesentlich besser etabliert und strukturell verankert als in Deutschland.

Prof. Dr. Ulrich Bartosch ist Professor für Pädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und als solcher intensiv in die Diskussionen um Partizipation in der Wissenschaft eingebunden.

Im Anschluss an die Diskussion wird es einen kleinen Empfang geben. Bitte melden Sie sich möglichst zeitnah, mit Angabe des Veranstaltungstitels unter veranstaltungen@vdw-ev.de an.

Lesetipp: Zwischen Marketing und Citizenship. Zivilgesellschaftliches Engagement von Hochschulen von Stefanie Groll

Was haben Wissenschaft, Hochschulmanagement, Lehre und Forschung mit zivilgesellschaftlichem Engagement zu tun? Inwiefern kann eine Hochschule als zivilgesellschaftlicher Akteur beansprucht werden? Welche Perspektive haben Studierende auf Engagement? Dies sind Kernfragen der empirischen Untersuchung von Stefanie Groll, die an der Schnittstelle von politikwissenschaftlicher Engagementforschung und organisationssoziologischer Hochschulforschung angesiedelt ist. Die Rekonstruktion programmatischer Konzeption der Hochschulentwicklung zeigt den institutionellen Wandel der Universität und ihre multikontextuelle Einbettung in die Gesellschaft auf. Am Ende steht die Erkenntnis, dass zivilgesellschaftliches Engagement an Hochschulen einerseits politisch wünschenswert ist, aber andererseits zum obligatorischen Bestandteil von Marketing und Profilbildung wird.
Das Dissertation von Stefanie Groll kann hier bestellt werden.

Begleitforschung zu Reallaboren in Baden-Württemberg ausgeschrieben

Um die Hochschulen in Baden-Württemberg in ihrem Beitrag für nachhaltige Entwicklung zu stärken, hat die Landesregierung 2013 im Rahmen des Innovations- und Qualitätsfonds ein Förderprogramm im Umfang von 5 Mio. € zur Einrichtung sogenannter Reallabore ausgeschrieben. Im Rahmen einer ersten Auswahlrunde wurden 10 Projektanträge ausgewählt und die Antragsteller aufgefordert Vollanträge einzureichen. Die endgültige Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt bis Herbst 2014. Die abschließend ausgewählten Projekte sollen wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Ziele der Begleitforschung sind die Einbindung der Projektfragestellungen und -ansätze in eine Gesamtbetrachtung und die Unterstützung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Praxis. Anträge zur Begleitforschung können bis zum 30.06.2014 eingereicht werden.
Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

Konferenz „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“ am 16./ 17. Juni

Was sind die neusten Entwicklungen im Verhältnis Wissenschaft und Politik? Wie stellt sich die Wissenschaft auf die veränderten Ansprüche und den sich wandelnden Bedarf der Politik ein? Und welche Rolle spielen Stiftungen, die sich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik bewegen? Die internationale Konferenz „Interfaces of Science and Policy and the Role of Foundations“, die am 16. und 17. Juni 2014 im Humboldt-Carrée in Berlin stattfindet, soll helfen die Fragen zu beantworten.

Die Konferenz wird von der Stiftung Mercator, dem Forum Internationale Wissenschaft der Universität Bonn, der University of Sussex und dem Stanford Center on Philanthropy and Civil Society gemeinsam ausgerichtet. Fünf verschiedene Diskussionsrunden und vier Einführungsvorträge sollen dazu dienen, das Verhältnis von Wissenschaft und Politik systematisch zu untersuchen. Betrachtet werden soll unter anderem wie sich die Wissenschaft in Bezug auf ihre Auswahl- und Bewertungskriterien für Forschungsagenden, ihre Kommunikationsformen, die von ihr geleistete Beratung sowie ihre Institutionen und Funktionen verändert. Daneben wird auch die Rolle von Stiftungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik besondere Beachtung finden.

Informationen zur Anmeldung und das vollständige Programm können Sie hier einsehen.

Lesetipp: „Partizipation in der Wissenschaft“ von Steffi Ober

Von der Wissenschaft werden aktuelle Antworten auf die großen Herausforderungen sowie die Transformationen in der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft erwartet. Forschung soll die notwendigen Innovationen in Infrastruktur und Produktion voranbringen. Die Bundesregierung unterstützt Wissenschaft und Wirtschaft in der Gestaltung der Zukunft mit der Hightech-Strategie. Bislang wurde jedoch noch wenig untersucht, inwieweit diese Strategie mit der Gesellschaft verzahnt ist und ob sie im ausreichenden Maße dazu beiträgt, die globalen Zukunftsprobleme zu lösen. Die Untersuchung »Partizipation in der Wissenschaft« von Dr. Steffi Ober kommt hier zu einem kritischen Ergebnis. Demnach ist die Hightech-Strategie der Bundesregierung unzureichend legitimiert, ihre Errungenschaften reichen für eine nachhaltige Entwicklung nicht aus. Wenige Lobbygruppen beeinflussen Ziele und Ergebnisse und verhindern eine am Gemeinwohl orientierte Entwicklung.
Das Buch „Partizipation in der Wissenschaft“ ist im oekom Verlag erschienen und kann unter folgendem Link bestellt werden.

Was darf die Klimaforschung? – Bericht zur Diskussion über gesellschaftliche Verantwortung der Forschung im WZB

Die internationale Klimaforschung befindet sich, wie andere Forschungsschwerpunkte der Nachhaltigkeitswissenschaften auch, in einer ständigen Debatte um das Verhältnis von wissenschaftlich neutraler Forschung und Politikberatung. Mit der Veranstaltung „Die gesellschaftliche Verantwortung der Klimaforschung – ein Streitgespräch“ hat das WZB Berlin am 12.05. diese öffentliche Diskussion aufgegriffen. Die Diskutanten waren Prof. Dr. Hans von Storch, Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz Zentrum in Geesthacht, und Prof. Dr. Uwe Schneidewind. Manfred Ronzheimer, Wissenschaftsjournalist aus Berlin, hat einen Bericht über das Streitgespräch verfasst, der hier gelesen werden kann.

Weitere Veranstaltungen in der Reihe des  WZB „Gesellschaftliche Verantwortung oder Neutralität der Wissenschaft“ können Sie hier finden.

Forschung für Nachhaltigkeit: 10 Projekte für die Einrichtung von Reallaboren an baden-württembergischen Hochschulen für Endrunde qualifiziert

In der Bewerbung für Fördermittel des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums zur Einrichtung von so genannten Reallaboren haben insgesamt zehn Projekte die Vorrunde erfolgreich bestanden und können nun mit Vollanträgen an der entscheidenden Endauswahl teilnehmen. Mit dem Förderprogramm Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ nimmt Baden-Württemberg eine Pionierrolle ein, da dieser Ansatz bisher wenig verbreitet ist.

In Reallaboren begeben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in reale Veränderungsprozesse. Sie begleiten z. B. die Sanierung von Stadtteilen oder die Einführung nachhaltiger Mobilitäts- oder Energiesysteme vor Ort. Reallabore helfen gesellschaftliche Veränderungsprozesse besser zu verstehen, mitgestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Sie bieten Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und freien Forschungsinstituten sowie zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Die zehn in der Vorrunde erfolgreichen Projekte können nun bis zum 18. Juli 2014 Vollanträge einreichen, über die im Herbst 2014 gutachterlich entschieden wird. Für die Erstellung der Vollanträge können die Projekte bereits jetzt mit bis zu 50.000 Euro gefördert werden. Förderbeginn für die in der Endauswahl erfolgreichen Projekte ist voraussichtlich Dezember 2014. Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Mehr als 15 Millionen Euro für ‚Fortschrittskollegs NRW‘

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat die sechs Gewinner im neuen Förderprogramm „Fortschrittskollegs NRW“ bekanntgegeben. Bei ihrer Entscheidung folgte sie den Empfehlungen einer Gutachterjury unter Leitung von Professor Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag. In den nun ausgewählten Fortschrittskollegs arbeiten die Doktorandinnen und Doktoranden in inter- und transdisziplinären Forschungsumfeldern wie z.B. den regionalen Innovationsnetzwerken an komplexen Fragestellungen.

Die sechs Fortschrittskollegs werden über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren mit 2,6 Millionen Euro je Kolleg vom Wissenschaftsministerium gefördert, insgesamt also 15,6 Millionen Euro. Die Förderung beginnt am 1. Juli 2014. Vor wenigen Tagen erst hatte Ministerin Schulze ein weiteres Programm für den Forschungsnachwuchs vorgestellt, dotiert mit 14,4 Millionen Euro: Zwölf herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen eigene Forschungsgruppen auf. Die Gesamtförderung beider Nachwuchsprogramme beträgt also 30 Millionen Euro.

Beide Programme sind Bestandteil von „Fortschritt NRW“, der Forschungsstrategie des Landes NRW. Diese Strategie ist auf Forschung für nachhaltige Entwicklung auf den Feldern der großen Zukunftsfragen ausgerichtet: Klimaschutz, Energieversorgung und Mobilität ebenso wie Ernährung, Gesundheit und soziale Sicherheit. Ziel ist dabei stets, die Lebenswelt der Menschen spürbar zu verbessern.

DIe geförderten Projekte können Sie hier einsehen.

Transformative Wissenschaft – Perspektiven für eine Volluniversität

Am 6. Mai hielt Uwe Schneidewind im Rahmen des ersten „Göttinger Sternwartengesprächs“ an der Universität Göttingen einen Vortrag zum Thema „Transformative Wissenschaft – Perspektiven für eine Volluniversität?“ Die Sternwartengespräche sind eine neue Veranstaltungsreihe der Universität Göttingen, die einen internen Diskurs zwischen interessierter Hochschulöffentlichkeit, Präsidium und Gremienmitgliedern am Göttingen Research Campus über die Zukunft von Universität, Wissenschaft und Wissenschaftspolitik anregen sollen.
In dem Vortrag ging Uwe Schneidewind auf den Begriff der transformativen Wissenschaft ein, thematisierte das damit verbundene neue Wissenschaft-Gesellschaftsverhältnis und die mit einer transformativen Wissenschaft zusammenhängenden Prinzipien und Methoden. Dabei wurde deutlich, dass exzellente disziplinäre und interdisziplinäre Forschung sich in hohem Masse zu einer transformativen und transdisziplinären Forschung komplementär verhalten, wenn die Forschungsfragen in den Kontext gesellschaftlicher Herausforderungen eingebettet sind. Dieses Potenzial wird von vielen Volluniversitäten erst in Ansätzen genutzt.
 
Die Folien zum Vortrag sind hier abrufbar:
140506-Uni-Goettingen-Transformative-Wissenschaft-Voll-Universitaet

Die ursprüngliche Vortragsankündigung der Universität Göttingen finden Sie hier.

Weitere Aktivitäten von Vorreiter-Instituten und Pilothochschulen finden Sie hier.

Neue Allianzen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft – Veranstaltungsbericht zur Tagung der Plattform Forschungswende

„Nicht Ob sondern Wie“ – Zwischenbilanz der zivilgesellschaftlichen Beteiligung in der Wissenschaft

Mit ca. 100 TeilnehmerInnen zogen die OrganisatorInnen der Zivilgesellschaftichen Plattform Forschungswende am 07.05. in der BBAW ihre Zwischenbilanz. Seit Start der Plattform im Sommer 2012 hat die Plattform mit einer Reihe von Veranstaltungen, einem Gutachten zur Transparenz und Partzipation in der Wissenschaftspolitik und eigenen Forderungen der zivilgesellschaftlichen Verbände das Thema der Beteiligung der organisierten Ziviligesellschaft auf die wissenschaftspolitische Agenda gebracht. Nicht zuletzt die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankerte Einbindung der Zivilgesellschaft in der Diskussion neuer Forschungsprogramme zeigt, dass es bei diesen Forderungen nicht mehr um die grundsätzliche Frage des „Ob“, sondern um die Fragen des „Wie“ der zivilgesellschaftlichen Partizipation in der Wissenschaftspolitik geht.

„Die Wissenschaftspolitik braucht die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft“

Die Plattform Forschungswende bündelt dabei die wissenschaftspolitischen Anliegen der einzelnen Verbände und bildet damit auch für die wissenschaftspolitischen Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung einen wichtigen Ansprechpartner. So sprach Dr. Karl-Eugen Huthmacher, Abteilungsleiter im BMBF, in seiner Rede den Plattform-OrganisatorInnen explizit seinen großen Dank für die geleistete Aufbauarbeit aus und betonte, dass die Wissenschaftspolitik den Dialog und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft brauche. Die neue Hightech-Strategie werde zum ersten Prüfstein, inwiefern die Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit und Beteiligung, sowie sozialer und ökologischer Innovationen, in die Wissenschaftspolitik Eingang gefunden habe. Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, forderte dabei, dass für eine solche Zusammenarbeit auch ein capacity building in den einzelnen Verbänden gefördert werden müsse, sonst drohe der Prozess die Verbände zu überfordern. Der Aufbau einer zivilgesellschaftlichen Agora könnte zu diesem capacity building entscheidend beitragen. Auch die Förderung des strukturierten Dialogs mit zivilgesellschaftlichen VertreterInnen vor Antragstellung eines konkreten Forschungsprojektes wäre ein wirksames Instrument zur stärkeren Beteiligung, so der Publikums-Beitrag von Herrn Joachim Spangenberg.

„Es bleibt ein Kampf auf allen Steuerungsebenen“

Die Integration zivilgesellschaftspolitischer Positionen in konkrete transdisziplinäre Forschungsprozesse oder ganze Forschungsagenden bleibt damit aber ein harter Kampf auf allen Steuerungsebenen, auch dies wurde durch Publikumsbeiträge zur Forschungspolitik der EU und der Bundesländer deutlich. Die Fortschreibung der Schwerpunktlinie „Wissenschaft in der Gesellschaft“ des 7. FRP der EU zur Richtline „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“ im 8. FRP der EU konnte, so die Aussage von Claudia Neubauer, nur unter massivem Eingriff beteiligter Organisationen sicher gestellt werden. Auch auf Länderebene gibt es trotz einiger Erfolge mit neuen Förderrichtlinien, weiterhin viel Arbeit: Till Westermayer, Referent für Wissenschaft der Grünen in Baden-Würrtemberg, betonte dass die vergleichsweise kleine Änderung der Verwaltungspraxis mit einer Verankerung von pluralistisch besetzten Hochschulräten im neuen Landeshochschulgesetz zu massiven Widerständen der bisherigen Hochschulrats-Mitglieder geführt habe.

Der Nachmittag der Veranstaltung stand dann auch im Zeichen erfolgreicher Beispiele und der Geschichten des Gelingens, wie zum Beispiel des Next Hamburg oder der Vorstellung beginnender Prozesse, wie dem Forschungsforum Energiewende. Dr. Ernst Dieter Rossmann, Sprecher der AG Bildung und Forschung der SPD-Bundestagfraktion, verwies darüber hinaus auf den laufenden politischen Prozess, in den es sich aktiv einzubringen lohnt. Die SPD hat in einem 2013 erschienen Positionspapier die Idee eines Bürgerzukunftsfonds gestärkt. Die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende will, im Falle einer Weiterförderung durch das UBA, stärker die Zusammenarbeit mit den Bundesländern und den dortigen zivilgesellschaftlichen Landesverbänden suchen.

Erster studentischer Kongress „Nachhaltige Hochschulen“ vom 29.05. bis 01.06.2014

Vom 29.05. bis 01.06.2014 gestalten die drei bundesweit aktiven studentischen Nachhaltigkeitsnetzwerke, der Arbeitskreis Nachhaltigkeit des FZS, das Netzwerk Klimagerechte Hochschule und das Netzwerk studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen (netzwerk n) erstmals einen gemeinsamen Kongress „Nachhaltige Hochschulen“. Ziel der Veranstaltung ist es studentische Initiativen, Referate und Arbeitsgemeinschaften die sich mit Umwelt, Ökologie, globaler Gerechtigkeit und/oder Nachhaltigkeit beschäftigen, miteinander zu vernetzen. Dabei wird es die Möglichkeit geben sich zu verschiedenen Themen und Problemen im Rahmen eines studentischen Nachaltigkeitsengagements an der eigenen Hochschule auszutauschen. Im Rahmen des partizipativen Formats der Veranstaltung soll auf die Interessen der anwesenden Teilnehmenden eingegangen werden und im Laufe des Kongresses eine gemeinsame Kampagne erarbeitet werden.
Stattfinden wird das Treffen in der „Freien Alternativ Schule Dresden“ . Für das gesamte Wochenende wird ein Beitrag von 25 € erhoben. Ist es nicht möglich diesen Beitrag über die eigene Hochschule zu finanzieren, besteht die Möglichkeit über einen Härtefall-Antrag einen Zuschuss zu erhalten. Eine frühzeitige Anmeldung ist erwünscht an folgende Mailadresse: anmeldung.knh.oeko@stura.htw-dresden.de
Auch Programmvorschläge werden noch entgegen genommen: programm.knh.oeko@stura.htw-dresden.de

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

„Spreading Degrowth“ – Sommerakademie der VÖW und des netzwerk n

Vom 30. Juli bis 2. August 2014 lädt die Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) und das studentische Netzwerk der Nachhaltigkeitsinitiativen (netzwerk n) zur diesjährigen Sommerakademie „Spreading Degrowth“ in Lobetal bei Berlin ein. Nach den erfolgreichen Veranstaltungen der letzten Jahre werden dieses Mal Strategien für die Verankerung neuer Konzepte (z.B. degrowth) in Wissenschaft und Lehre gesucht. Die Erfahrungen der Nachhaltigkeitsbewegung bieten dabei ein hervorragendes  Fallbeispiel für die Gestaltungsmöglichkeiten von Studierendeninitiativen. Die Ergebnisse der Sommerakademie werden im September in die Diskussionen auf der internationalen Degrowth Konferenz in Leipzig einfließen.

Die interdisziplinäre Akademie ist offen für Studierende, Absolvent_innen und Doktorand_innen aller Fachrichtungen. Voraussetzung ist ein gewisses Grundwissen und Interesse an alternativen Ansätzen im Bereich degrowth. Eine Bewerbung mit einem kurzen Lebenslauf und einem halbseitigen Motivationsschreiben (Anmeldeformular auf der Homepage) ist bis zum 25. Mai 2014 möglich. Die Bewerbung oder Fragen können an folgende Adresse gerichtet werden: sommerakademie(at)voew.de

Die komplette Ausschreibung der Sommerakademie finden Sie hier.

 

„Gesellschaftliche Verantwortung oder Neutralität der Wissenschaft?“ Veranstaltungsreihe des WZB und des INCHER

Die Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und das International Centre for Higher Education Research (INCHER-Kassel) der Universität Kassel gestalten von Mai bis Juli 2014 eine Kolloquienreihe zum Thema „Gesellschaftliche Verantwortung oder Neutralität der Wissenschaft?“. In drei Veranstaltungen werden aktuelle Entwicklungen des Wissenschaftssystems und Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung an der Schnittstelle von Wissenschaftsforschung und Wissenschaftspolitik diskutiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe steht die Frage, wie sich die Orientierung der Wissenschaft an den gesellschaftlichen Herausforderungen mit dem Postulat der gesellschaftspolitisch unabhängigen wissenschaftlichen Expertise vereinbaren lässt. Die drei Veranstaltungen finden jeweils montags um 18Uhr im WZB statt und haben im einzelnen folgende Schwerpunkte:

Montag, 12. Mai 2014

Die gesellschaftliche Verantwortung der Klimaforschung – ein Streitgespräch

Professor Dr. Uwe Schneidewind, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie Professor Dr. Hans von Storch, Leiter des Instituts für Küstenforschung, Helmholtz Zentrum Geesthacht

Montag, 26. Mai 2014

Public, Polis and the Social Sciences

Professor Craig Calhoun, Direktor der London School of Economics (LSE)

Montag, 14. Juli 2014

Honest Engagements: The Integrity of Policy-Relevant Science

Professorin Sheila Jasanoff, Ph.D., Pforzheimer Professor of Science and Technology Studies

Ein komplettes Veranstaltungsprogramm kann hier heruntergeladen werden.

Universtitäten – Botschafter für Nachhaltigkeit und Effizienz? Vortrag am 13.05. an der Bergischen Universität Wuppertal

Am 13.05.2014 um 18.00 bis ca. 20.00 Uhr findet an der Bergischen Universität Wuppertal (Campus Grifflenberg, Raum K.11.20) eine Diskussionsveranstaltung zu Nachhaltigkeit und Effizienz an Universitäten statt.
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile allgegenwärtig. Doch was genau meint nachhaltige Entwicklung und wie wird sie angestoßen? Universitäre Wissenschaft kann die verschiedenen Auffassungen von Nachhaltigkeit untersuchen und strukturieren. Darüber hinaus können Universitäten zwischen Politik, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft vermitteln und sogar eine transformierende Wirkung entfalten. Sonja Stracke von der Agentur Neue Effizienz und Dr. Philipp Schepelmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie erläutern im Rahmen der Veranstaltung praktische Konzepte für Nachhaltigkeit und Effizienz und wie sich die Bergische Universität daran beteiligt.

„True University Sustainability “ – Artikel von Uwe Schneidewind im UmweltWirtschaftsForum

In einem Artikel der kommenden Ausgabe der Zeitschrift UmweltWirtschaftsForum entwickelt Uwe Schneidewind das Konzept einer „True University Sustainability“. Vor dem Hintergrund, dass die Perspektive einer nachhaltigen Hochschule  sich bisher häufig auf die ökologische und soziale Qualität des Betriebs der Einrichtung sowie die Umorientierung der Inhalte von Forschung und Lehre konzentriert, fordert der Autor, dass es bei der Idee einer nachhaltigen Hochschule um weit mehr gehen sollte. Eine True University Sustainability stellt die grundlegenderen Fragen nach der Beziehung von Gesellschaft und Hochschule: „Wie geht eine Hochschule mit zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen um? Wie interagiert sie mit den gesellschaftlichen Akteuren in ihrem Umfeld? In welcher Form bringt sie sich in nachhaltigkeits-orientierte Transformationsprozesse ein? Diese Dimensionen spielen bisher in der Diskussion um die nachhaltige Hochschule eine untergeordnete Rolle“ (Abstract des Artikels). In dem Artikel zeichnet Uwe Schneidewind die Konturen einer „True University Sustainability“ und argumentiert, dass in verschiedenen deutschen Hochschulen (bspw. Leuphana Universität Lüneburg, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Bergische Universität Wuppertal) Ansätze dieser „True University Sustainability“ bereits zu finden sind. Der Artikel ist bereits online erschienen.

FCKW, Tschernobyl, Brundtland, Kyoto, Nagoya: zum Einfluss globaler Themen auf die deutsche Umweltpolitikforschung, Veranstaltung am 12.05. im Ecologic Institut

„FCKW, Tschernobyl, Brundtland, Kyoto, Nagoya: zum Einfluss globaler Themen auf die deutsche Umweltpolitikforschung“ lautet die sechste und vorerst letzte Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Die Geschichte der Umweltpolitikberatung“ des Ecornet und des Ecologic Instituts. Sie findet am 12.05. um 18.30Uhr im Ecologic Institut statt.

Die Liste globaler Umweltprobleme ist lang und uns heute allgemein geläufig: Artensterben, Klimawandel, Ozonloch, Müllaufkommen und die Grenzen natürlicher Ressourcen. In Deutschland stehen viele dieser Themen hoch in Kurs. Diverse wissenschaftliche Einrichtungen beschäftigen sich dezidiert mit deren Auswirkungen und möglichen Lösungsansätzen.

Auf der Veranstaltung soll sich mit der Frage beschäftigt werden, wie sich dieser Status Quo historisch entwickelt hat. Auf welche Weise haben globale Entwicklungen und Umweltprobleme die Umweltpolitikforschung in Deutschland beeinflusst? Und: Welche Wechselwirkungen hat es gegeben? Inwiefern haben deutsche Forschung und politische Ansätze wiederum eine Auswirkung auf dem globalen Parkett gehabt – und welche Rolle spielten deutsche Institutionen und Institute dabei?


Folgende ExpertInnen sind eingeladen:

Prof. Dr. Edda Müller war stellvertretende Vorsitzende des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE)
Prof. Dr. Meinard Schulz-Baldes war Generalsekretär des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)
Dr. Hans-Joachim Ziesing war Abteilungsleiter Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Moderiert wird die Veranstaltung durch Matthias Duwe, Leiter des Bereichs Klimaschutz am Ecologic Institut.
Sie können sich zu der Veranstaltung unter diesem Link anmelden:

Transdisziplinaritäts-Summerschool an der Leuphana Universität Lüneburg

Vom 01. bis 09. September 2014 findet an der Leuphana Universität Lüneburg die dritte Summerschool „Transdisciplinary Research at the Science | Society Interface“ statt. Die diesjährige Summerschool beinhaltet ein fünf-tägiges Intensiv-Training zu theoretischen und methodischen Fragen der transdisziplinären Forschung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft. Zusätzlich wird ein zweitägiges Training „mutual learning in urban climate change adaptation“ in Kooperation mit dem Climate Service Center, Hamburg angeboten. Zielgruppe der Summerschool sind sowohl WissenschaftlerInnen aller Disziplinen als auch Praxisakteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Eine Anmeldung zur Summerschool ist bis zum 15. Juni möglich.

Das komplette Programm und mehr Informationen zur Summerschool erhalten Sie hier.