Begleitforschung der geförderten Reallabore in Baden-Württemberg

Die Reallabor-Forschung in Baden-Württemberg gewinnt zunehmend an Fahrt. Zum 01.01.2015 nahmen an sieben baden-württembergischen Hochschulen Reallabore zur Transformation von Städten, Regionen oder Sektoren ihre Arbeit auf, finanziert durch Mittel des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Anwendungsbereiche und Zielsetzungen der Reallabore sind divers: Sie wollen beispielsweise Produktionsketten in der Textilindustrie transparenter gestalten und damit Impulse zur Veränderung des Konsums geben oder Visionen einer nachhaltigen Mobilität in Städten gemeinsam mit Beteiligten vor Ort entwickeln.

Auf einer Auftaktveranstaltung „BaWü-Labs Go“ am 30.04.15 in Stuttgart präsentierten die Reallabore erstmals ihre Vorhaben einer breiteren Öffentlichkeit. Bereits auf dieser Veranstaltung zeigte sich eine breite Beteiligung wissenschaftsexterner ProjektpartnerInnen – ihre Einbindung ist ein Ziel der Reallabor-Forschung.

Wie setzen die Reallabore dieses und ihre weiteren Ziele um? Was können sie voneinander oder von ähnlichen Forschungsvorhaben lernen?
Und welche Erkenntnisse hinsichtlich des methodischen Vorgehens oder der konkreten Projektumsetzung sind für andere Forschungssettings interessant?
Diesen Fragen widmet sich die Begleitforschung, die die Reallabore über die Projektlaufzeit bis Ende 2017 unterstützen wird.
Die Begleitforschung besteht aus zwei Teilprojekten. Die beiden Projektteams wirken – in engem Austausch mit den Reallaboren – auf zwei miteinander verschränkte Zielsetzungen hin:

(1) Begleitende Unterstützung und Vernetzung der Reallabore mit Blick auf die Prozessgestaltung, die Erarbeitung übergreifender Ergebnisse sowie die nationale und internationale Vernetzung der Reallabore.
(2) Gewinnen von Einsichten über die Prozesse in den Reallaboren, vor allem hinsichtlich Methoden, Qualitätsmerkmalen und transdisziplinärer Wissensintegration.

Das Team „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren (ForReal)“ (Kooperation aus Leuphana Universität Lüneburg / Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt / Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie) möchte:

  • die BaWü-Labs durch Bereitstellung strukturierter und praxisorientierter Grundlagen zur „Reallaborforschung“, gezielte Inputs und interner/externer Vernetzung unterstützen,
  • die eingesetzten Methoden in den Reallaboren zur Verwirklichung der konzeptionellen Reallabor-Ideen ermitteln, beschreiben und strukturieren,
  • übergreifende Qualitätsmerkmale von Reallaboren als Trans- formationsvorhaben identifizieren,
  • zur Übertragbarkeit von Prozessen und Ergebnissen sowie in der nationalen und internationalen Vernetzung zum Austausch von Good Practices beitragen.

Das Team „Reallabore vernetzen, verstehen und verstetigen“ (Universität Basel) möchte

  • inter- und transdisziplinäre Prozesse in den BaWü-Labs unterstützen,
  • dazu beitragen, dass das übergreifende Erfahrungswissen der BaWü-Labs zu verallgemeinerbaren Aussagen führt, sowie
  • einen moderierten Rahmen bieten für Austausch, gemeinsames Lernen, Vergemeinschaftung und Generalisierung der Erfahrungen und Einsichten.

Bearbeitet werden dabei von dem Projektteam in Basel Themen, die alle BaWü-Labs interessieren können:

  • Verstetigung: Kontextspezifische Stärkung der einzelnen BaWü-Labs
  • Methodologie: Hinweise zur Gestaltung der Prozesse in Reallaboren
  • Förderung: Wissenschaftspolitische Empfehlungen für Reallabore
  • Epistemologie: Erkenntnisse zu „Co-Design“ und „Co-Production“ von Wissen
  • Bildung: Stärkung BaWü-Labs als Lernorte einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Beide Teams der Begleitforschung bauen auf einem reichhaltigen Erfahrungsschatz über Forschungs- und Vernetzungsprozesse in transdisziplinären Projekten mit Beteiligung wissenschaftsexterner Akteure auf.

Über die Arbeit der Reallabore und deren Begleitforschung wird in Zukunft auf den Seiten des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums sowie auf dem Blog Transformative Wissenschaften (Reallabore) berichtet.

Veranstaltungsbericht «BaWü-Labs Go» am 30.04.2015 in Stuttgart

von Mandy Singer-Brodowski (Begleitforschungs-Team „ForReal“ – „Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren“

Mit rund 250 BesucherInnen aus Wissenschaft und Praxis war die Auftaktveranstaltung für die baden-württembergischen Reallabore «BaWü-Labs Go!» am 30.04.2015 in der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste ein gelungener und gut besuchter Auftakt.

 

Frau Petra von Olschowski, Rektorin der Akademie der bildenden Künste (ABK), eröffnete die Veranstaltung, in dem sie die verschiedenen Studiengänge der ABK (Architektur, Industrie-Design, Kommunikations-Design etc.) und ihren jeweiligen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit darstellte. Sie zeigte anhand der eigenen Hochschule auf, wie die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Reallaboren sowohl nach innen (mehr Lehrveranstaltungen) als auch nach außen (Wirkung der Hochschule in die Stadt) aktuell eine intensive Dynamik entfaltet.

Reallabore als Ort des gemeinsamen Lernens

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer stellte anschließend dar, warum und wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst das Konzept der Reallabore in die eigene Förderung aufgenommen hat. Ihre Ausführungen begann sie mit einer Beschreibung von Reallaboren. Diese sind aus ihrer Sicht notwendig, weil 1. die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einen umfassenden Veränderungsprozess unserer Gesellschaften in nur kurzer Zeit erforderten, 2. Wissenschaft in der Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren auch neue Wege gehen soll und 3. damit gesellschaftliche Akteure eingeladen werden, in konkreten Forschungs- und forschungsgestützten Veränderungsprozessen zu partizipieren. Etablierte Formen der Grundlagenforschung werden durch eine Forschung in Reallaboren nicht etwa verdrängt, sondern weiterhin notwendig seien. Theresia Bauer wies auf das aktuelle Positionspapier des Wissenschaftsrates zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen hin, das am 24.04.2015 in Stuttgart veröffentlicht wurde und das Grundlagenforschung und Innovationsförderung als zwei wesentliche wissenschaftspolitische Zielvorstellungen darstellt, die durch eine Forschung zu den Großen gesellschaftlichen Herausforderungen ergänzt werden. Dazu sollte in Forschungs- und Innovationsprozessen vermehrt mit Akteuren ausserhalb der Wissenschaft zusammengearbeitet werden. Als positive Beispiele solcher Kooperationen nennt der Wissenschaftsrat die Reallabore in Baden-Württemberg.

3 BaWü-Labs Stuttgart_DSC06854 Vortragssaal in der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart

Theresia Bauer machte in ihrem Vortrag weiterhin deutlich, dass die Beteiligung von gesellschaftlichen Akteuren in transdisziplinären Forschungsprozessen von allen Akteuren ein gemeinsames Lernen erfordert, in dessen Rahmen die bisherigen Rollen nicht aufgelöst, sondern aufeinander bezogen werden. Dies kennzeichnet auch das Konzept des Reallabors, in dem durch eine enge Kooperation der Forschenden mit Beteiligten aus Verbänden, Kommunen oder Unternehmen gesellschaftliche Lern- und Veränderungsprozesse vorangetrieben und so wissenschaftliches Wissen und ausserwissenschaftliches Wissen integriert wird.

Eröffnung des „Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft“ des Reallabor 131 in der Karlsruher Oststadt am 13.06.

Am 13. Juni wird der „Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft“ des Reallabor 131 in der Karlsruher Oststadt feierlich eröffnet. Auf Basis des „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ und als Bestandteil des „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“ wird der Zukunftsraum künftig vielen Interessierten als Treffpunkt zum Austausch und als gemeinsamer Arbeitsort für WissenschaftlerInnen und Akteure in der Oststadt zur Verfügung stehen. Neben der Bereitstellung von Beratungsangeboten zu Mobilitäts- und Energiefragen wird hier ein Raum für Ideen und Umsetzungen einer nachhaltigen Entwicklung der Oststadt (und darüber hinaus) entstehen. Die Eröffnung und Etablierung des Zukunftsraums wird in Politik, Wissenschaft und Stadtgesellschaft weithin und prominent wahrgenommen. Das verdeutlicht die Teilnahme von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, KIT-Bereichsleiter Karl-Friedrich Ziegahn und Oberbürgermeister Frank Mentrup, die dem offiziellen Teil der Eröffnung beiwohnen werden.
Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig, für Getränke und einen kleinen Snack ist gesorgt.

Kick-Off Veranstaltung des EnSign Reallabors am 12.06. in Stuttgart

Das EnSign RealLabor erhält als eines von sieben BaWü-Labs die Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg für die Erarbeitung von Antworten auf transdisziplinäre Forschungsfragen rund um das Thema „Nachhaltige Konzepte für einen klimaneutralen Innenstadt-Campus“. Unter dem Motto: „HFT Stuttgart als Nachbar der Region“ soll ein intensiver Austausch mit internen und externen, lokalen und regionalen Partnern entstehen und darauf aufbauend weitere Kooperationsprojekte initiiert werden. Ziel dabei ist, gemeinsam unterschiedlichste Konzepte, Szenarien und Lösungen zu erarbeiten, die eine möglichst hohe Übertragbarkeit auf weitere Liegenschaften aufweisen.
Am 12.06.2015 von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr soll das Reallabor in der Aula der HFT Stuttgart (Schellingsstrasse 24, Bau 1) offiziell eröffnet werden. Eine Anmeldung kann unter diesem Link vorgenommen werden. Um Anmeldung bis zum 08.06.2015 wird gebeten.
Das Programm zur Eröffnungsveranstaltung finden Sie hier:

Programm_Kick_off_RealLabor

Fuer eine erweiterte Governance von Wissenschaft – Ein wissenschaftspolitischer Rueckblick auf das Jahr 2014 von Uwe Schneidewind

Auf den NaWis-Seiten der aktuellen GAIA gibt Prof. Dr. Uwe Schneidewind einen wissenschaftspolitischen Rückblick auf das Jahr 2014, zeichnet aktuelle Entwicklungen in den Bundesländern NRW, Baden Württemberg und Niedersachsen sowie auf Bundesebene nach. Schwerpunkt des Beitrages sind die aktuellen wissenschaftspolitischen Konfliktlinien im Kontext einer „Nachhaltigen Wissenschaft“. Diese beziehen sich insbesondere auf die „Governance“ von Wissenschaft und Gesellschaft.  Auf drei Governance-Ebenen verlaufen dabei die Konflikte: 1. der Ebene der Governance „in“ der Wissenschaft, also diejenigen institutionellen Strukturen, die eine nachhaltigkeitsorientierte Wissenschaft langfristig im Wissenschaftssystem verankern, 2. der Governance „von“ Wissenschaft durch neue gesellschaftliche Kräfte, die die gesellschaftlichen Einfluss- Möglichkeiten auf die Wissenschaft umfasst und 3. der Ko-Governance von Gesellschaft „durch“ Wissenschaft als das weitreichendste Form des Zusammenspiels von Wissenschaft und Gesellschaft. In allen drei Governance-Bereichen haben sich im Jahr 2014 erhebliche Kontroversen ergeben.
Der Beitrag ist in GAIA 24/1 (2015) erschienen und kann hier heruntergeladen werden.

Forschung für Nachhaltigkeit: 8 Millionen Euro für die nachhaltige Entwicklung von Städten in Baden-Württemberg

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg fordert Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen des Landes zur Teilnahme an der Ausschreibung „Reallabor Stadt“ auf. Mit dieser zweiten Ausschreibungsrunde im Rahmen der Strategie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ werden Projekte gefördert, die in Zusammenarbeit mit Kommunen gesellschaftliche Herausforderungen des urbanen Raumes wissenschaftlich bearbeiten und die Stadtentwicklung aktiv vorantreiben.
„Viele gesellschaftliche Herausforderungen zeigen sich besonders deutlich in unseren Städten. Dazu gehören Einwanderung, neue Formen von Wohnen und Mobilität, Digitalisierung, die Alterung unserer Gesellschaft“, so Wissenschaftsministerin Bauer. Zugleich werde in Städten an Lösungen für diese Probleme gearbeitet: „Städte sind Labore der Zukunft, weil hier Wissenschaft, Kommunen, die Wirtschaft und Bürger gemeinsam Lösungsansätze entwickeln können“. Diese Form der Zusammenarbeit soll die ausgeschriebene neue Förderlinie des Wissenschaftsministeriums stärken. Dafür stehen insgesamt 8 Mio. Euro zur Verfügung, die nach Begutachtung durch ExpertInnen im November 2015 vergeben werden. Die Frist zum Einreichen von Anträgen ist der 26.06.2015. Die vollständige Ausschreibung finden Sie unter diesem Link.

Auftaktveranstaltung zum Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab Januar 2015 sieben Reallabore, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen im Land wissenschaftlich bearbeiten. Themen sind unter anderem nachhaltige Mobilitätsstrukturen, nachhaltige Stadtentwicklung, der Nationalpark Nordschwarzwald oder nachhaltiger Textilkonsum. Zum Start der Projekte lädt das Ministerium zu einer öffentlichen Veranstaltung, in der die Reallabore vorgestellt und die Besonderheiten dieser Forschung in ihren Teilaspekten beleuchtet werden: BaWü-Labs GO! Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg am Donnerstag, 30. April 2015, 13.00 – 18.00 Uhr in der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Um Anmeldung wird gebeten bis 21. April 2015 unter: nachhaltigkeit@mwk.bwl.de

Reallabore in Baden-Württemberg ausgewählt – 7 Millionen Euro für die Stärkung der Nachhaltigkeitsforschung

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert ab 2015 mit insgesamt bis zu 7 Mio. Euro Projekte zur Einrichtung von Reallaboren an Hochschulen im Land. Eine Kommission mit externen Gutachtern hat jetzt über die Anträge der Vorauswahl-Runde entschieden. Bei den jetzt geförderten Reallaboren werden praktische Fragen großgeschrieben: so ist es z. B. Ziel des Reallabors Nordschwarzwald, ökologische, soziale und ökonomische Wirkungsbeziehungen zwischen dem neu gegründeten Nationalpark und der Region Nordschwarzwald mit Blick auf eine regionale Nachhaltigkeitstransformation gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu analysieren, zu bewerten und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten und umzusetzen. „Weil Wissenschaft heute nicht mehr nur im abgeschlossenen Labor stattfinden kann, machen wir unsere unmittelbare Umgebung zum Labor“, sagte Ministerin Bauer anlässtlich der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zur Vernetzung der einzelnen Reallabore, auch über die Landesgrenzen hinaus, sind Konferenzen geplant, eine erste öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Projekte wird es im Frühjahr 2015 geben.
Die letztlich ausgewählten Projekte können Sie hier sehen.
Zur Pressemitteilung des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst gelangen Sie hier.

Begleitforschung zu Reallaboren in Baden-Württemberg ausgeschrieben

Um die Hochschulen in Baden-Württemberg in ihrem Beitrag für nachhaltige Entwicklung zu stärken, hat die Landesregierung 2013 im Rahmen des Innovations- und Qualitätsfonds ein Förderprogramm im Umfang von 5 Mio. € zur Einrichtung sogenannter Reallabore ausgeschrieben. Im Rahmen einer ersten Auswahlrunde wurden 10 Projektanträge ausgewählt und die Antragsteller aufgefordert Vollanträge einzureichen. Die endgültige Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt bis Herbst 2014. Die abschließend ausgewählten Projekte sollen wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Ziele der Begleitforschung sind die Einbindung der Projektfragestellungen und -ansätze in eine Gesamtbetrachtung und die Unterstützung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Praxis. Anträge zur Begleitforschung können bis zum 30.06.2014 eingereicht werden.
Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

Forschung für Nachhaltigkeit: 10 Projekte für die Einrichtung von Reallaboren an baden-württembergischen Hochschulen für Endrunde qualifiziert

In der Bewerbung für Fördermittel des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums zur Einrichtung von so genannten Reallaboren haben insgesamt zehn Projekte die Vorrunde erfolgreich bestanden und können nun mit Vollanträgen an der entscheidenden Endauswahl teilnehmen. Mit dem Förderprogramm Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ nimmt Baden-Württemberg eine Pionierrolle ein, da dieser Ansatz bisher wenig verbreitet ist.

In Reallaboren begeben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in reale Veränderungsprozesse. Sie begleiten z. B. die Sanierung von Stadtteilen oder die Einführung nachhaltiger Mobilitäts- oder Energiesysteme vor Ort. Reallabore helfen gesellschaftliche Veränderungsprozesse besser zu verstehen, mitgestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Sie bieten Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und freien Forschungsinstituten sowie zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Die zehn in der Vorrunde erfolgreichen Projekte können nun bis zum 18. Juli 2014 Vollanträge einreichen, über die im Herbst 2014 gutachterlich entschieden wird. Für die Erstellung der Vollanträge können die Projekte bereits jetzt mit bis zu 50.000 Euro gefördert werden. Förderbeginn für die in der Endauswahl erfolgreichen Projekte ist voraussichtlich Dezember 2014. Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Stellenausschreibung Universität Hohenheim – Professur für Gesellschaftliche Transformation und Landwirtschaft

Zunehmend werden in Deutschland Stellen für Transformationsforschung ausgeschrieben. Hier zeigt sich vermutlich auch die Wirkung der (landes)politischen Kulissen für eine „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben. So ist zum kommenden Wintersemester an der Universität Hohenheim die Professur (W3) für Gesellschaftliche Transformation und Landwirtschaft ausgeschrieben. „Die Stelleninhaberin /der Stelleninhaber soll das Fachgebiet in Forschung und Lehre vertreten und sich mit der gesellschaftlichen Transformation zur Nachhaltigkeit in Bezug auf den Agrar- und Ernährungssektor befassen. Es wird eine Bewerberin/ein Bewerber mit fundierten sozialwissenschaftlichen Kenntnissen gesucht, die/der das Fachgebiet interdisziplinär auch in Zusammenarbeit mit der Fakultät Naturwissenschaften und der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften etabliert und vertritt. Die Fakultät legt besonderen Wert auf die Exzellenz der angewendeten Methodik und die internationale Sichtbarkeit der Bewerberin/des Bewerbers.“ (aus der Ausschreibung).
Die Bewerbungsfrist endet am 15.02. Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

Diskussionsbeitrag: Reallabore weiter denken – ein Kommentar zum Expertenbericht „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ des Baden-Württembergischen Wissenschaftsministeriums

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Prof. Dr. Andreas Löschel

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

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Dr. Daniel Römer

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Im Bericht der Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ wird als eine wichtige Aufgabe der Aufbau von Reallaboren genannt, um  „Transformationsprozesse zu einer Nachhaltigen Entwicklung gezielt wissenschaftlich anzuregen und zu begleiten.“ Weiterhin soll es in diesem Rahmen möglich sein, „Veränderungsprozesse zu beobachten, in ihren Ursachen und Wirkungen besser zu verstehen, Probleme ggf. früh zu erkennen und gemeinsam mit den vor Ort Betroffenen Maßnahmen zu ihrer Lösung zu entwickeln.“ Aus dieser Sicht dienen Reallabore daher zwei Zielen: Zum einen beinhaltet die Ausrichtung eine starke Ergebnisorientierung, d.h. das Ziel, konkrete Veränderungsprozesse zu erreichen und zu dokumentieren. Zum anderen wird aber auch ein Erkenntnisgewinn angestrebt, d.h. die Identifikation von Kausalzusammenhängen, die sich auf zukünftige Herausforderungen übertragen lassen. Wenn beide Ziele ernst genommen werden, sollte somit sichergestellt werden, dass Reallabore nicht nur einen Wissenstransfer in die Praxis darstellen, sondern auch aus wissenschaftlicher Perspektive einen Erkenntnisgewinn generieren.

Die im Bericht erwähnten Beispiele für Reallabore erwecken beim Lesen den Eindruck, dass sie eher Fallbeispiele einer erfolgreichen Transformation darstellen. Durch die Analyse erfolgreicher Transformation können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Allerdings ist die Generalisierbarkeit dieser Erkenntnisse durchaus kritisch zu hinterfragen. Der Nachweis von Kausalzusammenhängen ist auf Grundlage eines Einzelfalles nicht möglich. Nur durch Vergleich mit einer geeigneten Kontrollgruppe kann ein wissenschaftlich fundierter Erkenntnisgewinn erzielt werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre die  Gegenüberstellung von Reallaboren mit einer Kontrollgruppe, d.h. mit vergleichbaren Orten, an denen keine Eingriffe vorgenommen werden. Hierbei stellt die benötigte Vergleichbarkeit der Kontrollgruppe allerdings eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, insbesondere bei einer kleinen Anzahl an Beobachtungen. In jedem Fall sollte diese Einschränkung bei der Entwicklung des Konzepts beachtet werden. Aufgrund der beschriebenen Identifikationsprobleme wäre ein grundsätzlich weiter gefasstes Verständnis von Reallaboren sinnvoll, das über die Betrachtung von Fallbeispielen hinausgeht und natürliche Experimente und feldexperimentelle Studien mit einschließt. Natürliche Experimente entstehen durch die Veränderung der institutionellen oder politischen Rahmenbedingungen, beispielsweise aufgrund einer neu eingeführten Politikmaßnahme. Auch hier ist eine ideale Kontrollgruppe häufig nicht zu beobachten. Aufgrund der typischerweise umfangreicheren Anzahl an Beobachtungen lassen sich hier jedoch mit Hilfe moderner ökonometrischer Verfahren (wie z. B. Propensity Score Matching oder Synthetische Kontrollgruppen) Kausaleffekte identifizieren. Feldexperimente hingegen werden gezielt zur Beantwortung einer praxisbezogenen Forschungsfrage gestaltet. Bei dieser Methodik, die sich in den Sozialwissenschaften einer steigenden Beliebtheit und Anwendung erfreut, wird durch systematische Randomisierung eine geeignete Kontrollgruppe generiert und somit eine saubere Kausalanalyse möglich. Beide methodischen Ansätze wahren den starken Bezug zur politischen und wirtschaftlichen Realität, genügen jedoch auch den Ansprüchen wissenschaftlicher Forschung. Sie bieten die Gelegenheit, individuelles Entscheidungsverhalten in einem natürlichen Umfeld und unter einer systematischen Veränderung der Rahmenbedingungen beobachten zu können. Im Vergleich zu einem leicht als Untersuchungsobjekt identifizierbaren Reallabor ist den Beteiligten hier zudem in der Regel weniger bewusst, dass ein wissenschaftlicher Begleitprozess stattfindet.

„Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ – Veranstaltungsprogramm online

Am 27. September 2013 findet in Stuttgart die öffentliche Veranstaltung „Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Reallabore als Erpobungsräume für Transformation“ mit der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, und dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Prof. Dr. Wolfgang Marquardt, statt. Der Veranstalter, das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat nun das Programm veröffentlicht.

„Die Landesregierung möchte Projekte fördern, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen vor Ort bearbeiten. Damit greift sie die Idee der Reallabore auf, die von der Expertengruppe formuliert wurde. Die Veranstaltung bietet ein Forum für Akteure aus Wissenschaft und Gesellschaft, die Empfehlungen der Expertengruppe zu diskutieren und weiter zu konkretisieren. Diese sollen dabei anhand nationaler und internationaler Beispiele von Reallaboren verdeutlicht werden.“ (Aus der Veranstaltungsankündigung)

Anmeldung bis zum 13. September 2013 unter nachhaltigkeit(at)mwk.bwl.de oder Fax: 0711/279-3210.
Das Programm kann hier heruntergeladen werden:
Programm_MWK_130927

Veranstaltungsdokumentation „Schafft Wissenschaft die große Transformation?“ online

Mit knapp 200 TeilnehmerInnen in der Baden-Württembergische Landesvertretung bildete die Veranstaltung „Schafft Wissenschaft die große Transformation?“ einen erfolgreichen Abschluss der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“. Veranstalter waren das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen, der Runde für Nachhaltige Wissenschaft (NaWis) und dem Ecological Research Network (Ecornet). Die Veranstaltungsdokumentation besteht aus einer schriftlichen Dokumentation (erstellt durch das MWK Baden-Württemberg) und einer multimedialen Dokumentation.


Impressionen der Abschlussveranstaltung und Stimmen zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“

„Wissenschaft für Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg“ – Eröffnung der Veranstaltung durch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer/Baden Württemberg

Die besondere Rolle der Wissenschaft, so die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, liege zum einen darin, Wege für eine Transformation zu erarbeiten, und zum anderen müsse sich die Wissenschaft auch selbst verändern. Schlussendlich gehe es um eine gute Balance: Die Freiheitsrechte der Wissenschaft seien wichtig, würden sie doch nicht zuletzt für Ergebnisoffenheit und Vielfalt sorgen, doch trage die Wissenschaft auch eine Verantwortung in der und für die Gesellschaft. Zur Rolle der Wirtschaftswissenschaften erklärte Bauer, es bedürfe dringend sozialer Innovationen, die in die Gesellschaft hineinwirken. So müsse neu gefragt werden, was Wohlstand und Gerechtigkeit heute und in Zukunft heißt, in einem Bewusstsein um die Endlichkeit der Ressourcen und die enormen Herausforderungen globaler Veränderungen. Schulze stimmte bei, die Wissenschaft müsse sich auf die berechtigen Erwartungen der Gesellschaft einstellen und das Wohlergehen der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Es brauche Systeminnovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette nach sozialen und ökologischen Maßgaben. Dafür sei Kooperation über nationale Grenzen und akademische Disziplinen hinweg zentral. Es sei Aufgabe der Politik, hierfür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Dem Konzept der Nachhaltigkeit wies Bauer klar eine ökologische Kerndimension zu, die aber mit einer wirtschaftlichen, sozialen, globalen und zeitlichen Dimension verbunden sei. In Baden-Württemberg habe sich die gesamte Regierung das Ziel der Nachhaltigkeit gesetzt, so Bauer. Sie verwies auf den vom Ministerpräsidenten einberufenen Nachhaltigkeitsbeirat, der ressortübergreifend Lösungsansätze erarbeiten soll. Das Wissenschaftsministerium habe seit April 2012 eine Expertengruppe zu Nachhaltigkeit eingesetzt, die im kommenden Jahr Ergebnisse vorlegen werde. Eine Verordnung von oben hält Bauer für den falschen Weg. Vielmehr setze man darauf, dass die Wissenschaft sich selbst den dringenden Fragen unserer Zeit zuwendet, und dies umso mehr tut, wenn die Politik den Rahmen dafür stärkt. In Baden-Württemberg arbeite man thematisch konkret an den Themen Mobilität, vor allem Elektro-Mobilität, Energiewende, Leichtbau, Bioökonomie und Ressourcenschutz. Nachhaltigkeit sei aber auch eine Herausforderung für das Hochschulsystem. Im Rahmen einer Ausschreibung zu der Thematik seien zahlreiche Anträge mit Ideen eingegangen, die derzeit ausgewertet würden. Die hochschulpolitischen und universitären Strukturen müssten von einer guten Balance aus sichernder Grundfinanzierung und wichtigen Impulsen durch Projektförderung und Drittmittel geprägt sein, an der man gemeinsam mit Bund und Ländern arbeiten wolle. Mit Blick auf 2013 skizzierte Bauer einen umfänglichen Mehrebenenansatz, bei dem Initiativen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen heraus gefördert, Impulse vom Land ausgehen, und auch Studierende aktiv in die Transformation einbezogen werden sollen. Es brauche im Sinne der Perspektivenvielfalt mehrere Orte des Austauschs, nicht nur unter universitären Akteuren sondern auch mit Kommunen, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Akteuren.

Expertengruppe „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ in Baden-Württemberg einberufen

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: Das Wissenschaftsland Baden-Württemberg soll Vorreiter für nachhaltige Entwicklung werden

Die Verhandlungen in Rio de Janeiro über Nachhaltigkeit sind gerade erst vorbei. „So wichtig die Verhandlungen auf internationaler Ebene sind. Die entscheidenden Fortschritte können hierbei nicht allein aus der Politik kommen. Die Wissenschaft muss zum zentralen Katalysator für die zukünftigen Veränderungen werden“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. „Baden-Württemberg ist ein hervorragender Wissenschaftsstandort. Wir möchten das Land jetzt in die Lage versetzen, eine Führungsrolle beim Thema Nachhaltigkeit zu übernehmen.“

Das Wissenschaftsministerium hat deshalb eine Expertenkommission einberufen, die Anregungen für die Stärkung von Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und im Betrieb von Hochschulen erarbeiten soll. Sprecher des siebenköpfigen Gremiums ist Professor Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Im Frühjahr 2013 wird die Kommission ihre Empfehlungen vorlegen.

Weiter Informationen finden Sie hier.

Stellenausschreibung für Nachhaltige Wissenschaft im Baden- Württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat sich zum Ziel gesetzt,
den Beitrag der Wissenschaft für die nachhaltige Entwicklung zu verstärken. Mit einer 
eigenen Förderlinie für Nachhaltige Entwicklung setzt die Regierung auf eine innovative
und zukunftsfähige Wissenschaftspolitik.
Für die Entwicklung und Umsetzung der Strategie Wissenschaft für Nachhaltigkeit
wird daher eine Person mit Hochschulabschluss, die über Erfahrungen und Kenntnis-
se in der Wissenschaftspolitik und im Themenfeld Nachhaltige Entwicklung verfügt gesucht.
Von Vorteil sind Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung von Programmen.

Zur Stellenausschreibung geht es hier.
Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 03.02.2012 eingereicht werden.

Auftaktveranstaltung zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ mit den Wissenschaftsministerinnen Svenja Schulze/NRW und Theresia Bauer/Baden Württemberg am 06.02.2012 in Berlin

Die Auftaktveranstaltung leitet die Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ für das vom BMBF ausgerufene Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ ein. Sie ist gleichzeitig der erste größere öffentliche Auftritt der NaWis-Runde sowie des Ecological Research Networks (Ecornet) der freien Umweltforschungsinstitute. Die Veranstaltung findet in der Landesvertretung NRW unter Teilnahme der Wissenschaftsministerinnen des Landes NRW und des Landes Baden Württemberg statt. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über den Stand und Herausforderungen an Wissenschaft und Wissenschaftssystem, um die Transformation zu einer Nachhaltigen Entwicklung aktiv zu unterstützen.

Programm (Stand 31.01.2012)

11:15 Uhr: Begrüßung durch die Gastgeber der Veranstaltung

Vorstellung der Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ im Wissenschaftsjahr 2012

11:30 Uhr: Einstimmung in den Tag – Prof. Dr. Uwe Schneidewind (für das NaWis-Netzwerk und EcoRNet)

11:45 Uhr: Podiumsdiskussion zur Initiative mit den Initiatoren (Moderation: R. Andreas Kraemer/ Ecologic Institut)

  • Prof. Dr. Alexander Roßnagel/ Universität Kassel
  • Dr. Thomas Jahn/ ISOE
  • Michael Sailer/  Öko-Institut
  • Reiner Braun/ Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW)
  • Stephan Ertner/ Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg

13:00 Uhr: Mittagspause 

Anforderungen an eine transformative Wissenschaft

14:00 Uhr: Die Zivilgesellschaft als wissenschaftspolitischer Akteur
Moderierte Podiumsdiskussion –
(Moderation: R. Andreas Kraemer/ Ecologic Institut)

  • Prof. Dr. Angelika Zahrnt/ Rat für Nachhaltige Entwicklung
  • Prof. Dr. Wilfried Kühling/ BUND
  • Reiner Hoffmann/ IGBCE NRW
  • Dr. Steffi Ober/ Nabu
  • Alejandro Esguerra/Initiative Greening the University/Tübingen

15:15 Kaffeepause

15:30 Uhr Anforderungen und Best Practices einer transformativen Wissenschaft – moderierte Podiumsdiskussion

(Moderation: Thomas Korbun/ IÖW)

  • Prof. Dr. Claus Leggewie/ WBGU
  • Prof. Dr. Daniel Lang/ Leuphana Universität Lüneburg
  • Dr. Matthias Bergmann/ ISOE
  • Dr. Marie Loibl/ Sparkling Science – Österreich
  • Ute Zander/ VISION RD4SD
  • Thorsten Menne/ Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW – Initiative Fortschritt NRW

16:30 Kaffeepause

Öffentliche Nachmittags-/Abendveranstaltung

17:00 Uhr: Begrüßung durch die Veranstalter – Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Nawis-Runde und das EcoRNet) und Dr. Mario Tobias (IASS) 

17:15 Uhr: Grand Challenges als Grundlage künftiger Innovationspolitik – das Beispiel NRW/Svenja Schulze – Wissenschaftsministerin des Landes NRW

17:40 Uhr: Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Ausblick auf die Wissenschaftsintiative in Baden Württemberg/Theresia Bauer – Wissenschaftsministerin des Landes Baden Württemberg

18:00 Uhr Perspektiven einer transformativen Wissenschaft – wie bringen wir ökologischen, sozialen und ökonomischen Fortschritt zusammen?
Podiumsdiskussion mit (Moderation: Thomas Korbun/ IÖW)

  • Svenja Schulze/  Wissenschaftsministerin des Landes NRW
  • Theresia Bauer/ Wissenschaftsministerin der Landes Baden Württemberg
  • Prof. Dr. Hubert Weiger/ Vorsitzender des BUND
  • Kathrin Menges/ Vorstand, Henkel AG & Co. KGaA
  • Prof. Dr. Dirk Messner/ WBGU

19:30 Uhr: Schlusswort und Empfang in der Landesvertretung

Anfahrt: http://www.mbem.nrw.de/landesvertretungen/landesvertretung-berlin/service-landesvertretung.html

Anmeldung:
Anmeldungen bitte bis zum 27.01.2012  hier per Mail oder an wissenschaftsjahr2012(at)wupperinst.org.

Programm zum Ausdrucken: Nawis_INV_01_2012_01x

Pressemeldung zum Ausdrucken: Pressemeldungs_Transform_Wissen_7_Feb_2012

Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“.

Sammelband „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung!“ erschienen

Mit dem Buch „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung! – Multiperspektivische Beiträge zu einer verantwortungsbewussten Wissenschaft“ möchte die StudierendenInitiative Greening the University e.V. den Diskurs über die Rolle und Bedeutung von Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung weiter voranbringen.

Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung! – Dieser Ausruf soll Zweifaches bedeuten: Mit Bezug auf das normative Leitbild der nachhaltigen Entwicklung werden die Wissenschaften in die Pflicht genommen und aufgefordert, sich gemäß den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Zugleich drückt dieser Ausruf aus, dass die Wissenschaften selbst aktiv ihre Verantwortung wahrnehmen und ihren Beitrag zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung leisten wollen.

Der Sammelband setzt hierbei drei Schwerpunkte. Die Beiträge tragen erstens zum Verständnis des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung bei. Zweitens fragen sie, wie sich das Wissenschaftssystem verändern muss, um auf die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung antworten zu können. Drittens wird aus der Perspektive verschiedener Disziplinen thematisiert, welchen Beitrag Hochschulen in Lehre und Forschung zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können.


Herausgegeben von der
StudierendenInitiative Greening the University e.V., Tübingen
Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung!
Multiperspektivische Beiträge zu einer verantwortungsbewussten Wissenschaft

447 Seiten | 29,80 EUR
978-3-89518-823-7 (Dezember 2011)
http://www.metropolis-verlag.de/Wissenschaft-fuer-nachhaltige-Entwicklung!/823/book.do

Erster Nachhaltigkeitstag der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim

Am 11.11.2011 haben die sechs Hochschulen im Rahmen des Projektes „Rendevouz mit der Zukunft“ den ersten Nachhaltigkeitstag der Hochschulregion begangen. Zu ihnen gehören die Universität Tübingen, die Universität Hohenheim, die Hochschule Albstadt-Sigmaringen, die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, die Hochschule Reutlingen sowie die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Alle sechs Hochschulen sind in unterschiedlichen Feldern im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung und -lehre aktiv. Die Universität Tübingen feierte an dem Tag ihre EMAS-Umweltzertifizierung und ist damit die erste EMAS-zertifizierte Hochschule in Baden Württemberg. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung in Baden Württemberg und wird durch die Landesregierung aktiv unterstützt.

Baden Württembergisches Wissenschaftsministerium stellt 8 Mio. Euro für Förderlinie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ zur Verfügung

Auf dem heutigen Tag der nachhaltigen Entwicklung an der Hochschule Konstanz hat die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer eine mit 8 Mio. Euro ausgestattete Förderlinie „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ angekündigt. Damit setzt die Landesregierung einen ersten wichtigen Baustein der in der Koalitionsvereinbarung beschlossenen Nachhaltigkeitsinitiativen im Wissenschaftsbereich um.

Hochschultag „Rendezvous mit der Zukunft – Nachhaltige Wertschöpfung am Bodensee“ am 14.10.2011 – Perspektiven Nachhaltiger Entwicklung an Hochschulen

Wie können Hochschulen auf die komplexen Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung eingehen? Wie organisiert man Lehre, Forschung und Transfer inter- und transdisziplinär? Wie können Hochschulen an bereits vorhandenes Wissen aus Unternehmen und Bürgerorganisationen anschließen – und wie können Hochschulen ihre Kompetenzen in die Prozesse Nachhaltiger Entwicklung aktiv einbringen?

Das haben Studierende, Professoren sowie Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz ein Jahr lang praktisch ausprobiert. Das Projekt „Rendezvous mit der Zukunft: Nachhaltige Wertschöpfung am Bodensee“ (im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württembergs) kommt am 14.10.2011 mit einem Hochschultag zum Ende, bei dem die Erfahrungen ausgewertet sowie Empfehlungen für Hochschulen und Politik formuliert werden.

Nähere Informationen finden sich auf folgender Website, auf der auch eine Anmeldung zur Veranstaltung möglich ist:
http://www.htwg-konstanz.de/hochschultag-ne

Die Teilnahme ist kostenlos, für Schüler und Studierende besteht die Möglichkeit zur Fahrtkostenerstattung.

Kontakt/Fragen an:
Frau Juliane Dross ( juliane.dross[at]htwg-konstanz.de )
07531-206433

Nachhaltigkeitspreis für Abschlussarbeiten an der Universität Tübingen

Zum kommenden Wintersemester wird erstmalig der Nachhaltigkeitspreis für Abschlussarbeiten von der Universität Tübingen vergeben. Das Konzept dieses Preises wurde von dem seit einem Jahr bestehenden Beirat für Nachhaltige Entwicklung entwickelt, auf Initiative von und in Zusammenarbeit mit der StudierendenInitiative Greening the University e.V. Tübingen.

Mit dem Nachhaltigkeitspreis für Abschlussarbeiten sollen jährlich jeweils bis zu drei Bachelor- und Masterarbeiten (bzw. äquivalente akademische Leistungen wie z.B. Zulassungsarbeiten, Diplomarbeiten etc.) prämiert werden. Bis zum 1. September diesen Jahres können sich alle Studierenden und Alumni der Universität Tübingen für den Preis bewerben, die ihre Abschlussarbeit in den vergangenen beiden akademischen Jahren verfasst haben. Die Preise sind mit 300€ für Bachelorarbeiten und 500€ für Masterarbeiten dotiert und werden jedes Jahr im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vergeben.

Mit der Vergabe des Nachhaltigkeitspreises möchte die Universität erreichen, dass Themen der Nachhaltigen Entwicklung vermehrt in Forschungsprojekten aufgegriffen werden. Hierbei richtet sich die Herausforderung einer Nachhaltigen Entwicklung – also der Frage, wie sich unsere Gesellschaft ökologisch, ökonomisch sowie sozial-kulturell global- und generationengerecht weiterentwickeln kann – explizit an alle Fachbereiche! Mit der Ausschreibung des Nachhaltigkeitspreises möchte die Universität also sowohl Anreize für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema der Nachhaltigen Entwicklung schaffen als auch bestehende gute Lehre und Forschung an der Universität Tübingen sowie deren Relevanz für die Gesellschaft sichtbar machen.

Die Verleihung des Preises wird am 11.11.2011 im Rahmen des Nachhaltigkeitstages der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim in einer Vorabendveranstaltung stattfinden; Prof. Dr. Klaus Töpfer wird dabei die erste Sustainability Lecture der Universität Tübingen halten.

Wie oben bereits angemerkt können sich (leider) nur Studierende und Alumni bewerben, welche ihre Abschlussarbeiten an der Universität Tübingen abgefasst haben. Als Initiatoren dieses Preises hoffen wir natürlich darauf, dass weitere Hochschulen über Tübingen hinaus diesem Beispiel folgen werden, um verstärkt Anreize zur Erforschung von Themen der Nachhaltigen Entwicklung zu schaffen.

Den vollständigen Auschreibungstext sowie alle Bewerbungskriterien für den Nachhaltigkeitspreises für Abschlussarbeiten finden sich unter http://www.uni-tuebingen.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin/Uni_Tuebingen/Fakultaeten/WiSo/Wiwi/Uploads/Karriere/Stipendien/Aushang_Nachhaltigkeitspreis_2011.pdf&t=1312629062&hash=f483d2acd8d254dfc3a9c2995e1b40bdf589f158

Wissenschaftsstandort Ulm als Motor für eine Nachhaltige Entwicklung

Der Wissenschaftsstandort Ulm hat eine lange Tradition in der inter- und transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Durch die Einrichtung einer von der Stadt Ulm und zahlreichen Unternehmen der Region getragenen Stiftungsprofessur „Nachhaltiges Wissen, nachhaltige Bildung, nachhaltiges Wirtschaften“ im Jahr 2008 hat dieser Prozess zusätzliche Dynamik bekommen. So besteht an der Universität Ulm eine enge fächerübergreifende Zusammenarbeit in Lehre und Forschung zwischen der Informatik (Prof. Radermacher, FAW Ulm), der Biologie (Prof. Kazda), dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (Prof. Tillmetz) und der bereits erwähnten Stiftungsprofessur (Prof. Müller). Dabei bezieht sich die Zusammenarbeit in der Forschung u.a. auf Projekte im Bereich regenerativer Energien (Biogasanlagen), der Elektromobilität (Marktchancen) oder des Mobilitätsverhaltens (car2go). Auch zu ethischen Fragen der Nachhaltigkeit wird an der Universität Ulm (Prof. Fangerau) und dem Humboldt Studienzentrum geforscht.

In der Lehre existieren übergreifende Module zur Nachhaltigkeit (Biologie/Wirtschaftswissenschaften). Im November letzten Jahres wurde ein erster Hochschultag zur Nachhaltigkeit durchgeführt.

Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit der Hochschule Ulm in Fragestellungen der Energieforschung. Sie drücken sich in Projekten zur Energieeffizienz (Prof. Kleiser) oder zu Photovoltaik (Prof. Heilscher) aus.

Ein wesentliches Kennzeichen der Nachhaltigkeitsforschung der Ulmer Hochschulen ist die enge Vernetzung mit Unternehmen der Region. Die Offenheit der Ulmer Unternehmen zu Fragen der Nachhaltigkeit ist dem bereits seit 15 Jahren bestehenden Ulmer Initiativkreis Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e.V. zu verdanken. In diesem Netzwerk sind zahlreiche Unternehmen der Region versammelt, um gemeinsam mit der Wissenschaft Projekte zur Nachhaltigen Entwicklung durchzuführen. Es wurden Projekte zum Stoffstrommanagement, zur Ökobilanzierung oder zum zivilgesellschaftlichen Engagement für nachhaltige Entwicklung bearbeitet (http://www.unw-ulm.de/sites/251.html). Finanziert wurden die Projekte u.a. von der EU, dem BMBF und der DBU. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.

Fachhochschulen in Baden Württemberg für Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Anläßlich des Regierungswechsels in Baden Württemberg haben die 21 staatlichen Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg ihr Angebot, eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auszubauen, bekräftigt. Die Initiative ist als Netzwerk konzipiert, das an jeder Hochschule einen Knoten in Gestalt eines Senatsbeauftragten für Nachhaltige Entwicklung und mittlerweile ca. 180 Kolleginnen und Kollegen umfasst. Bei der Gründung des „HNE-Netzwerks“ am 28. Oktober 2005 in Ulm wurde das Referat für Technik- und Wissenschaftsethik (rtwe) als geschäftsführendes Institut und Prof. Dr. Michael Wörz als Sprecher des Netzwerks gewählt.

Das gesamte Projekt wurde erstmals im April 2006 und zuletzt im Februar 2010 von der UNESCO als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“ ausgezeichnet. Unter http://www.rtwe.de/hne findet sich ein aktueller Stand der Initiative.

Theresia Bauer wird neue Wissenschaftsministerin in Baden Württemberg – erfreuliche Perspektiven für eine Nachhaltige Wissenschaft

Nachdem schon im Koalitionsvertrag der neuen baden-württembergischen Landesregierung das Thema Nachhaltige Wissenschaft eine zentrale Rolle spielt, lässt die heutige Benennung von Theresia Bauer als künftige Wissenschaftsministerin auf eine engagierte Umsetzung dieser Programmatik in der künftigen Legislaturperiode hoffen. Theresia Bauer war in den letzten Jahren eine der engagierten Vordenkerinnen und Vorkämpferinnen für eine nachhaltigkeits-orientierte Wissenschaftspolitik in Baden-Württemberg.

„Nachhaltige Wissenschaft“ im grün-roten Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg

Der grün-rote Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg enthält einen expliziten Passus zur „Nachhaltigen Wissenschaft“. Auf S. 13 zu den „Leitideen für ein zukunftsfähiges Landeshochschulgesetz“ heißt es gleich an erster Stelle:

Nachhaltige Wissenschaft
Nachhaltigkeit soll in Lehre und Forschung eine größere Rolle spielen. Wir wollen eine Wissenschaftskultur fördern, die über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg die großen Zukunftsprobleme der Gesellschaft bearbeitet. Wir werden dazu ein landesweites Netzwerk „Nachhaltigkeit erlernen, erforschen, umsetzen“ ins Leben rufen, ein Landeskompetenzzentrum „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, das Impulse für den gesamten Bildungsbereich setzen soll und die Nachhaltigkeitsforschung stärken.“

Der Text des gesamten Koalitionsvertrages findet sich hier.

Auflistung studentischer Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit

Studierenden liegt das Thema Nachhaltigkeit am Herzen. Deutschlandweit findet sich eine Vielzahl an studentischen Gruppen, die hierfür selbst die Ruder in die Hand genommen haben: Sie organisieren Vorlesungsreihen und Seminare, setzen sich für eine faire Mensen und klimagerechte Gebäude an den Universitäten ein.

Hier eine Auflistung der Gruppen:

Hamburg
Oikos Hamburg
sneep Hamburg

Niedersachsen

Clausthal
Oikos Clausthal
Lüneburg
sneep Lüneburg
Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ Ökologiereferat des AStA
Oldenburg
sneep Oldenburg

Berlin
sneep Berlin
Initiative für Nachhaltige Entwicklung
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Uni Solar

Brandenburg
Cottbus
Solar University/Uni Solar
Potsdam
Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ Ökologiereferat des AstA

Sachsen-Anhalt

Halle
sneep Halle
BURGgrün KH/ Netzwerk Klimagerechte Hochschule Halle

Nordrhein-Westfalen
Bielefeld
AK Ökologie (AStA)
Duisburg-Essen
Initiative für Nachhaltigkeit
Köln
Oikos Cologne
Münster
sneep Münster
Studenteninitiative Wirtschaft und Umwelt e.V.
Paderborn
Oikos Paderborn
Witten/Herdecke
Oikos Witten/Herdecke

Hessen
Marburg
Phlink

Thüringen
Erfurt
AG Nachhaltigkeit
Ilmenau
Referat für Umwelt des StuRa Ilmenau/ Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Nordhausen
Mission Sustainability

Sachsen
Dresden
TU – Umweltinitiative
Leipzig
Netzwerk Klimagerechte Hochschule

Rheinland Pfalz
Trier
sneep Trier

Baden-Württemberg
Friedrichshafen
Oikos Friedrichshafen
Heidelberg
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Karlsruhe
sneep Karlsruhe
Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ kine e.V.
Global Marshall Plan Initiative
Konstanz
Oikos Constance
Stuttgart
sneep Stuttgart
Tübingen
Greening the University e.V.
Oikos Tübingen
Global Marshall Plan Initiative

Bayern
Bayreuth
Oikos Bayreuth
Eichstätt-Ingolstadt
sneep EI
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Nürnberg
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
München
Sneep München
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Passau
sneep Passau
Würzburg
AK Ökologie/ Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ Ö-Pro e.V

Einige dieser Gruppen gehören nationalen wie internationalen Netzwerken an. Siehe hierfür auch:
Oikos international: students for sustinable economics and management
sneep: Studentisches Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik
Netzwerk klimagerechte Hochschule
Uni Solar
Initiative für Psychologie im Umweltschutz

Falls eure Hochschulgruppe hier fehlt, hinterlasst einen Kommentar oder wendet euch an den Administrator.

Außer bei den hier aufgeführten Gruppen spielen Aspekte „Nachhaltiger Hochschule“ auch bei den Campus-Grün und den Grünen Hochschulgruppen sowie weiteren politischen Hochschulgruppen eine wichtige Rolle.

Öffentliche Anhörung „Nachhaltige Wissenschaft“ im baden-württembergischen Landtag am 05.07.2010

Am Mo, dem 05.07.2010 veranstaltet die Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ im baden-württembergischen Landtag eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Nachhaltige Wissenschaft“. Die Veranstaltung findet von 12:30-17:00 Uhr im Stuttgarter Landtag statt. Weitere Informationen finden sich unter: http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/themen/dok/326/326969.hochschultour_2010.html.

16 für einen nachhaltigen Streich – eine Übersicht über die Nachhaltigkeitsorientierung in den Wissenschaftssystemen der 16 Bundesländer

Das Weblog „Nachhaltige Wissenschaft“ greift in regelmäßigen Abständen Schwerpunktthemen auf. Im ersten „Schwerpunkt“ geht es um den Stand einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ in den 16 deutschen Bundesländern. Die Ausdifferenzierung des deutschen Wissenschaftssystems fordert nicht nur die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen heraus, sich zu positionieren. Auch jede Landesregierung als die zentrale wissenschafts- und hochschulpolitische Instanz steht vor der Frage, mit welcher Form der Wissenschafts- und Hochschulpolitik sie ihr Land fit für das 21. Jahrhundert macht.

Der Aufbau transdisziplinärer Wissenschaftsstrukturen und die Ausrichtung an zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen kann dabei eine interessante Option sein, um im Profilwettbewerb der Länder den eigenen Wissenschaftsstandort für zukünftige Studierende und Wissenschaftler(inn)en attraktiv zu halten. „Nachhaltigkeit“ als ein übergeordnetes Wissenschaftsleitbild mit einem hohen Integrationspotenzial bietet hier vielfältige Chancen. Die Ausrichtung am Leitbild einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft hat alle Ingredienzien für eine zukunftsweisende Wissenschaftspolitik: Sie kann bestehende Forschungsspitzen aufgreifen und sie in einen gesellschaftlich relevanten Kontext einbetten, sie stärkt die gesellschaftliche Vermittlung von Wissenschaft, fördert die Integration zwischen Disziplinen und Hochschulen (insbesondere auch von unterschiedlichen Hochschultypen) sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie integriert auf überzeugende Weise Forschung und Lehre. Der Blick auf die 16 Bundesländer zeigt, dass einige für eine solche Strategie hervorragende Voraussetzungen besitzen.

Die folgenden Blog-Beiträge zu den einzelnen Bundesländern sind bewusst kurz und provokant verfasst. Allein die Idee, dass einzelne Bundesländer ihre Wissenschaftspolitik an einzelnen gesellschaftlich relevanten Leitthemen ausrichten, ist an sich schon diskussionswürdig. All dies soll Sie zu Ergänzungen und Kommentierungen anregen.

Neben unmittelbaren Kommentierungen zu den einzelnen Beiträgen („Kommentar schreiben“) sind zu dem Thema ganz herzlich auch Gastbeiträge eingeladen. Wenn Sie einen eigenen Weblog-Beitrag zu Ihrem Bundesland oder der Diskussion insgesamt verfassen möchten, dann wenden Sie sich an die Weblog-Administration, damit Ihnen die entsprechenden Rechte eingerichtet werden. Wir freuen uns besonders über Beiträge mit kontroversen Positionen oder solchen, die neue Blicke auf die Debatte werfen.

Leiten Sie den Link auf die Weblog-Diskussion gerne an andere hochschulpolitisch interessierte Akteure in ihrem Umfeld weiter, um die Diskussion für einen breiten Kreis von Diskutaten zugänglich zu machen.

Hier die Übersicht über die Beiträge zu den einzelnen Bundesländern:
o Baden-Württemberg: „Erdrückt von Exzellenz“
o Bayern: „Wüste jenseits der TU München?“
o Berlin: „Wo bleibt die nachhaltige politische Kraft der Universitäten?“
o Brandenburg: „Advanced Studies als Motor?“
o Bremen: „Hoffnungsvoller Kandidat mit historischem Balast“
o Hamburg: „Potenziale – versunken in Konflikten“
o Hessen: „Ein Ökosystem spannender Davids“
o Mecklenburg-Vorpommern: „Meer- und Ökosystemforschung in schwierigem Umfeld“
o Niedersachsen: „Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration“
o NRW: „Schwergewichte mit nur zarter Vernetzung“
o Rheinland Pfalz: „Perlen in schwierigem hochschulpolitischen Umfeld“
o Saarland: „Voran mit externer Förderung“
o Sachsen:“Flagschiff ohne Kontext“
o Sachsen-Anhalt: „Zu klein für Sustainability?“
o Schleswig Holstein: „Über die Meeresforschung den globalen Wandel verstehen“
o Thüringen: „Energie und Nachhaltigkeit nur im Grenzbereich“

Baden Württemberg: Erdrückt von Exzellenz

Baden Württemberg ist als der eindeutige Sieger aus der Exzellenzinitiative vorgegangen. Vier der neun gekürten Eliteuniversitäten stammen von hier (Karlsruhe, Konstanz, Freiburg, Heidelberg). Angesichts dieser geballten Kraft klassischer wissenschaftlicher Exzellenz, haben es Perspektiven einer eher thematischen Ausrichtung des Wissenschaftssystems schwer – auch wenn an vielen der ausgezeichneten Universitäten starke Bereiche einer mindestens interdisziplinären Umweltforschung (z.B. am KIT, Karlsruhe oder dem Zentrum für Erneuerbare Energie (ZEE) an der Universität Freiburg) präsent sind.

Einige kleinere Hochschulen (z.B. die vom Stifterverband ausgezeichnete Fachhochschule Rottenburg) nutzen dies für ganz bewusste Nischenstrategien. Mit dem Öko-Institut Freiburg verfügt Baden Württemberg zudem über die Pionierinstitution im Bereich der nachhaltigkeits-orientierten freien Forschungsinstitute.

Man wird in den kommenden Jahren sehen, ob es bei solchen Nischenstrategien bleibt oder Baden-Württemberg außer Hochdeutsch wirklich alles kann – eben auch seine Spitzenforschung noch stärker auf die gesellschaftlichen Schlüsselherausforderungen des 21. Jahrhunderts hin auszurichten.

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