Kommission Wissenschaftspolitik im Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschlands (BUND) eingerichtet

Nach einem Auftakttreffen vom 16. Juni 2012 mit im BUND organisierten Professor_innen unterschiedlicher Fachrichtungen in Fulda hat der Bundesvorstand des BUND die Einrichtung einer „Kommission Wissenschaftspolitik“ des Wissenschaftlichen Beirates des BUND beschlossen. Die Kommission wird die in der vom BUND im Februar vorgelegten wissenschaftspolitischen Position entwickelten Forderungen weiter ausarbeiten und die politische Umsetzung beraten.

Weitere Informationen bei: Prof. Dr. Wilfried Kühling, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des BUND (wilfried.kuehling@bund.net)

Runder Tisch „Wissenschaftspolitik” – Start einer zivilgesellschaftlichen Plattform am 03.07.2012 in der NABU Geschäftsstelle, Berlin

Das Wissenschaftssystem ist in Zeiten von Klimaveränderungen und Finanzkrisen zunehmend aufgefordert, Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu geben. In den letzten Jahren zeigt sich immer deutlicher, dass dies dem Wissenschaftssystem nur teilweise gelingt. Im Brennpunkt der Kritik steht die häufig methodisch zu enge und an zu einseitigen Verwertungsinteressen orientierte Wissenschaft.

Eine „Wissenschaft für und mit der Gesellschaft” bedarf der aktiven Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure wie Umweltverbände, Kirchen, Sozial- und Gesundheitsverbände und Gewerkschaften. Für die nachhaltige Neuausrichtung des Wissenschaftssystems können sie zentrale Impulse geben – dies haben einzelne Initiativen, wie die Veröffentlichung eines wissenschaftspolitischen Positionspapiers des BUND und Tagungen des NABU gezeigt. Alle fordern, von einer Wissenschaft ÜBER zu einer Wissenschaft FÜR die Gesellschaft zu kommen.

Die heutigen forschungspolitischen Institutionen und Strukturen sind jedoch auf eine zivilgesellschaftliche Mitarbeit und Beteiligung gar nicht angelegt. Hier gibt es einen echten Reformbedarf, kreative Ansätze und Ideen sind gefragt. Eigene Kapazitäten und die verbandsinterne Expertise in zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen erst aufgebaut werden, um dauerhaft Einfluss auf die wissenschaftspolitischen Entscheidungsprozesse zu nehmen. Aus diesem Grund streben wir eine übergeordnete zivilgesellschaftliche Plattform für eine veränderte Wissenschaftspolitik an. Das vom BMBF ausgerufene Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde/ Nachhaltigkeit“ bietet hierfür einen hervorragenden Rahmen.

In einem Workshop am Dienstag, dem 03.07.2012 soll durch Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Gruppen eine entsprechende zivilgesellschaftliche Plattform auf den Weg gebracht werden. In der Diskussion miteinander sowie mit Vertretern aus wissenschaftlichen Vorreitereinrichtungen und der Politik sollen bestehende Aktivitäten abgeglichen und gemeinsame wissenschaftspolitische Positionen sowie das Programm einer großen zivilgesellschaftlichen Konferenz im Herbst des Jahres erarbeitet werden. Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) sowie die Reihe „Transformatives Wissen schaffen” stellen dafür den organisatorischen Rahmen bereit.

Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:
Wie muss eine zukunftsfähige Wissenschaftspolitik aus der Sicht zivilgesellschaftlicher Organisationen aussehen?
Was sind die inhaltlichen Hauptelemente und Gemeinsamkeiten zivilgesellschaftlicher Positionen zu einer nachhaltigkeitsorientierten Reform der Wissenschaftspolitik?
Wie stärken wir das wissenschaftspolitische Engagement, die Mitspra
chefähigkeit und die personelle Kapazität in den Verbänden? 
Wie kann eine zivilgesellschaftliche Plattform zu den Forderungen an eine zukünftige Wissenschaftspolitik organisiert sein?

Weitere Informationen unter: wissenschaftsjahr2012@wupperinst.org

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Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“.

BUND legt wissenschaftspolitisches Positionspapier vor – Forderung nach einer „Nachhaltigkeitsmilliarde“

Der größte deutsche Umweltverband BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hat heute in Berlin ein wissenschaftspolitisches Positionspapier vorgelegt. Passend zum Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ bringen sich damit die Umweltverbände aktiv in die Debatte über die künftige Forschungs- und Wissenschaftspolitik ein.

Seine Forderung bringt der BUND dabei auf die prägnante Formel einer „Nachhaltigkeitsmilliarde“, d.h. das Ziel, eine Milliarde Euro für eine gesellschaftsorientierte Forschung zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen umzuwidmen. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger griff in der heutigen Pressekonferenz die Engführung im Wissenschaftssystem durch die zu starke Drittmittel-, Technik- und disziplinäre Exzellenzorientierung auf und machte deutlich, dass es hier eine konsequente Umsteuerung braucht.

Das Positionspapier des BUND ist in mehrfacher Hinsicht beachtenswert:

o Es liefert eine sehr gute Analyse der aktuellen Defizite im Wissenschaftssystem und schließt dabei u.a. an die bestehenden Kritiken z.B. des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) aus dem letzten Jahr an.

o Mit diesem Schritt des BUND tritt ein weiterer wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur in der wissenschaftspolitischen Debatte auf. Dies nährt die Hoffnung einer künftig breiteren und pluralistischer getragenen Wissenschaftspolitik.

o Die Formel der „Nachhaltigkeitsmilliarde“ ist im Positionspapier mit eine Reihe an innovativen Vorschlägen hinterlegt. Es wird deutlich, dass die auf den ersten Blick ehrgeizig wirkende Größenordnung durchaus erreichbar ist.

Die Pressemeldung des BUND findet sich hier.

Das Positionspapier des BUND kann heruntergeladen werden unter: www.bund.net/pdf/nachhaltige_wissenschaft

Aufbruchstimmung beim Workshop „Eine neue Forschungsagenda für Nachhaltige Entwicklung“

Mit dem gestrigen Workshop „Eine neue Forschungsagenda für nachhaltige Entwicklung“ in Berlin hat sich ein gesellschaftspolitisches Bündnis für eine nachhaltigkeits-orientierte Forschungspolitik konstituiert. Zu dem Hintergrundworkshop hatten die beiden Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammen mit der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) und dem Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) eingeladen. Rund 40 Teilnehmer diskutieren über Anforderungen an eine künftige nachhaltigkeits-orientierte Forschungspolitik und konzentrierten sich dabei insbesondere auf die Felder der Energiepolitik sowie den Bereich Agrarforschung/Bio-Ökonomie. Es wurden Bausteine für ein forschungspolitisches Programm und konkrete Maßnahmen zusammengetragen. Auf dieser Grundlage soll die koordinierte Arbeit der Verbände in dem von Ihnen bisher kaum bearbeiteten Feld der Wissenschafts- und Forschungspolitik fortgesetzt werden.

Workshop „Eine neue Forschungsagenda für nachhaltige Entwicklung“ von BUND, NABU, BÖLW und VDW am 10.03.2011 in Berlin

Am 10.03.2011 veranstalten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) einen ganztätigen Workshop „Eine neue Forschungsagenda für nachhaltige Entwicklung“ in Berlin. Der Workshop will die gegenwärtigen Prämissen und Konsequenzen der Forschungspolitik und Forschungsförderung analysieren und Grundzüge eines Konzeptes entwerfen, das auf eine nachhaltige Entwicklung und vielfältige Forschungspfade hin orientiert ist. Ein vorläufiger Programmentwurf ist am Ende des Beitrages abrufbar. Anmeldungen und weitere Informationen bei Steffi.Ober@NABU.de.

110310-Nabu-Workshop-Nachhaltige-Forschung