Was ist eine „transformative Wissenschaft“?

Transformative Wissenschaft ist ein vom WBGU in die wissenschaftspolitische Debatte eingebrachter Begriff. Die Studie Transformative Wissenschaft greift ihn in ihrer Analyse auf und entwickelt damit den 2009 vorgestellten Ansatz einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ weiter:

„Transformative Wissenschaft versteht sich dabei als eine Wissenschaft, die als Katalysator für gesellschaftliche Veränderungsprozesse wirkt (…). Der Begriff der transformativen Wissenschaft lehnt sich an die vom WBGU (2011) geprägte Definition einer >transformativen Forschung< an. Transformative Wissenschaft ist demnach eine Wissenschaft, die >Umbauprozesse durch spezifische Innovationen (…) befördert. Sie unterstützt Transformationsprozesse konkret durch die Entwicklung von Lösungen sowie technischen und sozialen Innovationen; dies schließt Verbreitungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Möglichkeiten zu deren Beschleunigung ein und erfordert zumindest in Teilen systemische Betrachtungsweisen sowie inter- und transdisziplinäre Vorgehensweisen, darunter die Beteiligung von Stakeholdern< (WBGU 2011, S. 374.)“

Eine transformative Wissenschaft ist eine Antwort auf die Herausforderungen einer „reflexiven Moderne“. Sie macht den bewussten Umgang mit den ökologischen, sozialen und ökonomischen Nebenfolgen ausdifferenzierter Gesellschaften möglich. Mit ihr gehen drei „Wenden“ im Wissenschaftsystem einher: ein „normative turn“, ein „experimental turn“ und ein „institutional turn“.

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Konzept einer transformativen Wissenschaft findet sich im Buch „Transformative Wissenschaft“ auf den Seiten 67-76.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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