Die Umweltpolitikforschung wird erwachsen/1980er Jahre – Dritter Teil der Veranstaltungsreihe des Ecologic Institutes und des Ecornet

Waldsterben, saurer Regen, Wasserverschmutzung und Verkehr waren in den frühen 80er Jahren die bestimmenden Umweltthemen in der Bundesrepublik, bis 1986 der Reaktorunfall in Tschernobyl die Debatte um die Atomkraft neu entfachte und die öffentliche Aufmerksamkeit bündelte. Diese Zeit bedeutete eine Phase des „Erwachsenwerdens“, der Professionalisierung und Institutionalisierung der unabhängigen Forschungsinstitute.

In der dritten Veranstaltung der Veranstaltungsreihe „Die Geschichte der Umweltpolitikberatung“ am 19. September 2013, 18.15 – 20.00 Uhr möchten die Veranstalter den Blick auf die Entwicklung der Umweltforschungsinstitute in den achtziger Jahren werfen und insbesondere Themen diskutieren, die weiterhin Aktualität besitzen.

Die Ehrengäste sind dieses Mal:

Dr. Volker Hauff (SPD) war von 1978 bis 1980 Bundesminister für Forschung und Technologie und von 1980 bis 1982 Bundesminister für Verkehr unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Von September 2001 bis Juni 2010 war Volker Hauff Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung.

Michael Sailer ist Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts e.V. in Freiburg. Das Öko-Institut wurde aus dem Widerstand gegen das damals geplante Atomkraftwerk in Wyhl gegründet.

Moderiert wird die Veranstaltung durch R. Andreas Kraemer, Direktor des Ecologic Instituts. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Ecornet statt und wird durch die Deutsche Bundestiftung Umwelt gefördert. Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, registrieren Sie sich bitte unter diesem Link. Die Veranstaltung findet statt im:

Ecologic Institut
Pfalzburger Str. 43/44
10717 Berlin

Weitere Veranstaltungen im Themenfeld finden Sie hier.

Oral History: Die Anfänge der Umweltpolitikberatung am 18. Oktober 2012, im Ecologic Institut

„Das Ecologic Institut steht als Umweltpolitikinstitut in der Tradition der kritischen Wissenschaft. Wenn Martin Jänicke als Zeitzeuge der Anfänge der wissenschaftsbasierten Politikberatung in der deutschen Umweltpolitik spricht, dann ist das auch Teil der Vorgeschichte des Ecologic Instituts.“ (Andreas Kreamer, Geschäftsführer Ecologic Insitut) Das Interview mit Martin Jännicke am findet am 18.10. um 17 Uhr im Ecologic Institut, Pfalzburger Str. 43/44, 10717 Berlin statt. Es wird der Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen mit Zeitzeugen unter dem Namen „Oral History“ sein. Die Veranstaltungen werden in Kooperation mit dem Ecornet organisiert.

Im Anschluss an die Veranstaltung bietet sich die Gelegenheit, den Abend bei einem Dinner (Selbstzahler) in einem naheliegenden Restaurant ausklingen zu lassen. Bitte informieren Sie Jana Siemonsmeier (oral-history@ecologic.eu, Tel. 030/86880-129), wenn Sie Interesse haben, teilzunehmen.

Ecological Research Network (Ecornet) – der freien Umwelt-/Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland

Das „Ecological Research Network“ (Ecornet) versteht sich als Netzwerk von Pioniereinrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Aus den konkreten Herausforderungen der ökologischen und nachhaltigkeitsorientierten Wende ist in den letzten 30 Jahren der Bedarf in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nach einer Forschung und Forschungseinrichtungen entstanden, die die entsprechenden Transformationsprozesse wissenschaftlich begleiten und befördern. Durch die existierende Wissenschaftslandschaft konnte dieser Bedarf nicht befriedigt werden. Dies führte zur Gründung einer Reihe von freien Forschungsinstituten (vgl. Übersicht der beteiligten Institute weiter unten) mit besonderen Spezifika:

  • Konsequente Orientierung an einer Forschung für Nachhaltige Entwicklung und damit Ausrichtung der Forschung an konkreten gesellschaftlichen Problemlagen. Die Forschung der Institute soll gesellschaftlich relevante Fragestellungen thematisieren, die Forschungsergebnisse Eingang in das Handeln der betroffenen Akteure finden. Der Umgang mit dieser normativen Dimension ihrer Forschung erfolgt explizit.
  • Problemdefinition der Forschungsvorhaben gemeinsam mit betroffenen Akteuren/Auftraggebern. Ein besonderes Charakteristikum der Umweltforschungs-Institute ist das breite Spektrum ihrer Förderer, die von Politik über Unternehmen bis zu Umweltverbänden und der Wissenschaft selbst reichen.
  • Umsetzung einer hohen Interdisziplinarität in der Forschungsarbeit – insbesondere ein intensiver Brückenschlag zwischen Natur-, Technik- und Sozialwissenschaften.
  • Besondere strukturelle Bedingungen (geringe/keine Grundförderung, Ausrichtung an Drittmittelmärken), die ständigen Anreiz zu hoher Innovationsfähigkeit, Flexibilität und Anschlussfähigkeit an die Adressaten der Forschung führen.
  • Hohes Maß an Reflexität über Inhalte und Art der eigenen Forschung.

Die Institute verkörpern damit in besonderen Maße die Anforderungen an eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft. Durch die Förderung in spezifischen Forschungsprogrammen, insbesondere der sozial-ökologischen Forschung (SÖF) des BMBF wurden die inhaltlichen und insbesondere methodischen Standards dieser Forschung entscheidend weiterentwickelt.

Im deutschen Wissenschaftssystem stellen die führenden freien gemeinnützigen Umweltforschungsinstitute heute eines der inhaltlich und methodisch am besten entwickelten Zentren transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung dar.

Mitglied des Ecornet sind folgende Institute:

Zur Homepage des Ecornet gelangen Sie unter: http://ecornet.de/