IZT stärkt nachhaltige Zukunftsforschung im Ecological Research Network

Das Netzwerk führender außeruniversitärer, gemeinnütziger Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland (Ecornet) heißt sein achtes Mitglied willkommen: Das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung aus Berlin. Seit 1981 zeigt das Institut ökologische, soziale und wirtschaftliche Chancen und Risiken neuer Technologien auf und bringt darüber hinaus Expertise in beteiligungsorientierten Methoden der Zukunftsforschung mit. „Wir freuen uns, mit dem IZT einen neuen Partner im Ecornet zu haben, dessen Impulse aus der Zukunftsforschung unser Netzwerk stärken werden“, heben die beiden Ecornet-Sprecher Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), und Andreas Kraemer, Direktor des Ecologic Instituts, hervor.

Das IZT arbeitet anwendungsorientiert und forscht – ähnlich wie die anderen Ecornet-Partner – in interdisziplinären Teams eng mit Ministerien, Stiftungen, Branchenverbänden, Unternehmen und Zivilgesellschaft zusammen. In das Netzwerk einbringen will das IZT auch seine Erfahrungen aus der Konsortialträgerschaft des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, in dem das IZT Dialogprozesse und Diskursanalysen entwickelt.

Dr. Roland Nolte, Geschäftsführer des IZT: „Wir freuen uns sehr auf den Austausch und die enge Kooperation mit den anderen Pionieren der Nachhaltigkeitsforschung.“ Auch Prof. Dr. Michael Opielka, Wissenschaftlicher Direktor des IZT, ist optimistisch: „Der schwarz-rote Koalitionsvertrag sieht ausdrücklich mehr vorausschauende Kompetenz in den Ministerien vor und fordert mehr Wirkungsanalysen. Wir freuen uns darauf, hier unsere Expertise einzubringen.“

www.ecornet.eu

Weitere Aktivitäten von Vorreiter-Instituten und Pilothochschulen finden Sie hier.

„Raus aus dem Elfenbeinturm – Umweltforschungsinstitute und die Zivilgesellschaft“ – Fünfter Teil der Veranstaltungsreihe des Ecologic Instituts und des Ecornet

Am 04. Dezember 2013 um 18.30Uhr findet im Ecologic Institut in Berlin der fünfte Teil der Veranstaltungsreihe „Geschichte der Umweltpolitikberatung“ des Ecologic Instituts und des Ecornet statt. Thema des Abends: Raus aus dem Elfenbeinturm – Umweltforschungsinstitute und die Zivilgesellschaft.

„Wissenschaft und Gesellschaft sind auf vielfältige Weise miteinander verflochten. Wissenschaftliche Erkenntnisse wirken auf die Gesellschaft ein, gleichzeitig bestimmen gesellschaftliche Diskurse mit, welche Wissenschaft nötig ist. Wissenschaft „im Elfenbeinturm“ findet gesellschaftlich wenig Anerkennung – gefordert werden Antworten auf gesellschaftsrelevante Fragen. In der fünften Veranstaltung unserer Veranstaltungsreihe möchten wir uns unter dem Thema „Umweltforschungsinstitute und die Zivilgesellschaft“ mit zwei Fragekomplexen befassen: Zum einen der Wirkung der Gesellschaft auf die Forschungsinstitute und zum anderen, wie gesellschaftlich relevante Forschung gestaltet werden muss.“ (Aus der Veranstaltungsankündigung)

Diskutanten:

Prof. Dr. Dieter Rucht, Vorstandsvorsitzender des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung.

Dr. Thomas Jahn, Mitbegründer des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und Sprecher der Institutsleitung.

Moderiert wird die Veranstaltung durch Prof. R. Andreas Kraemer, Direktor des Ecologic Instituts.

Die Einladung zu der Veranstaltung finden Sie hier:
Einladung_Geschichte der Umweltpolitikberatung_5

Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, registrieren Sie sich bitte hier.

Nachhaltigkeit braucht strukturelle Veränderungen im Wissenschaftssystem – Erklärung des Ecornet anlässlich des Symposiums „Sustainability in Science“

Wie muss Wissenschaft gestaltet werden, damit sie wesentliche Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann? Das Ecological Research Network (Ecornet) betont anlässlich des vom BMBF veranstalteten Symposiums „Sustainability in Science“ am 23.04.2013 in Berlin, dass neben den inhaltlichen Fragen der Nachhaltigkeitsforschung notwendige strukturelle Veränderungen im Wissenschaftssystem ein besonderes Augenmerk verdienen.

Eine der großen Aufgaben des 21. Jahrhunderts ist die Gestaltung von Übergängen in eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. Vor diesem Hintergrund begrüßt das Forschungsnetzwerk Ecornet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstaltete Symposium „Sustainability in Science“ am 23. April 2013 in Berlin. Das Forschungsministerium will mit dieser Veranstaltung den im Wissenschaftsjahr 2012 ins Leben gerufenen Prozess „Zukunftsprojekt Erde“ fortsetzen. Zugleich ist das Symposium Startschuss für die „Sustainability in Science Initiative“, die die Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Forschung stärken soll.

Dr. Thomas Jahn betont, dass neben den inhaltlichen Fragen der Nachhaltigkeitsforschung notwendige strukturelle Veränderungen im Wissenschaftssystem ein besonderes Augenmerk verdienen. Es seien weitergehende Anpassungen des Wissenschaftssystems als bisher unerlässlich. Jahn ist Sprecher der Institutsleitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und war Mitglied des Programmbeirates des Symposiums. Er verantwortet im Rahmen der Veranstaltung den Workshop „Nachhaltigkeit in Forschungsprozessen“.

Eine weitere wichtige Aufgabe sei die Intensivierung der Kooperationen von Hochschulen mit staatlichen und unabhängigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen – sowohl in der Verbundforschung als auch in der Hochschulbildung, sagt Thomas Korbun, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und einer der Ecornet-Sprecher. Ziel müsse es sein, die Durchlässigkeit zwischen den Sektoren zu verbessern. Die unabhängigen außeruniversitären Institute, und insbesondere die Mitgliedsinstitute des Ecornet, bringen hier langjährige Erfahrungen in der inter- und transdisziplinären Forschung mit. Gerade diese Erfahrungen sollten in der Forschung wie auch in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zukünftig verstärkt gefordert werden. Und schließlich sollte die Zusammenarbeit zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften einerseits und die Kooperation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft andererseits im Rahmen von inter- und transdisziplinären Kooperationen stärker als bisher in die Forschungs- und Nachwuchsförderung aufgenommen werden. Damit Karrierepfade am Ende nicht wieder in disziplinären Strukturen enden, bedarf es zudem verstärkt der Einrichtung von Lehrstühlen und Fakultäten mit einer transdisziplinären Ausrichtung.

Die Erklärung und weitere Informationen zum Ecornet können Sie hier lesen.

Nachhaltige Bewegung im Wissenschaftssystem – Bericht über die Veranstaltung „Wohin läuft das Wissenschaftssystem?“

„Wohin läuft das Wissenschaftssystem?“ – darüber diskutierten 80 Teilnehmer(innen) am 07.05.2012 im ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ im Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“. Die Tatsache, dass im Publikum neben zahlreichen Multiplikatoren nicht nur Bundestagsabgeordnete unterschiedlicher Fraktionen, sondern auch Fachministerien neben dem Bundes-Wissenschaftsministerium sowie die Vertreter(innen) von den Landeswissenschaftsministerien aus Baden Württemberg, NRW und Niedersachsen (vertreten durch den Staatssekretär) anwesend waren, unterstrich, wie breit die Diskussion inzwischen angekommen ist und verfolgt wird.

Podium Wohin läuft das Wissenschaftssystem? 07.05.12
v. l. n. r.: Prof. Dr. Armin Grunwald, MinDir. Dr. Karl-Eugen Huthmacher, Dr. Dagmar Simon, Thomas Korbun, Dr. Wolfgang Rohe, Prof. Dr. Dieter Lenzen und Prof. Dr. Uwe Schneidewind, (FOTO: Michael Miethe)

Für einen neuen Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft – Erfolgreiche Auftaktveranstaltung der Initiative Transformatives Wissen schaffen im Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“

Die Wissenschaftsministerinnen der beiden großen Wissenschaftsstandorte NRW (Svenja Schulze) und Baden Würtemberg (Theresia Bauer), der Vorsitzende des größten deutschen Umweltverbandes (Hubert Weiger), eine der wenigen Frauen im Vorstand eines DAX-Unternehmen (Kathrin Menges/Henkel) und einer der Autoren des Hauptgutachtens zur „Großen Tranformation“ (Prof. Dr. Dirk Messner/WBGU): besser hätte das Podium der ersten größeren im – vom BMBF ausgerufenenen – Wissenschaftsjahr Nachhaltigkeit/ Zukunftsprojekt Erde organisierten Veranstaltung nicht zusammengesetzt sein, um über den neuen „Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“ zu diskutieren.

Knapp 200 Teilnehmer besuchten am 06. Februar die Auftaktveranstaltung zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ in der NRW-Landesvertretung in Berlin.

Die Veranstaltung nahm die Aufforderung des BMBF, das Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit“, auch für kontroverse Diskussion über die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems zu nutzen, ernst. Mit der fast zeitgleichen Veröffentlichung des wissenschaftspolitischen Positionspapiers des BUND und der Broschüre zu Hochschulen und Nachhaltigkeit der AG Hochschule des Deutschen Unesco Komitees (DUK) brachten zudem zentrale Akteure der Zivilgesellschaft ihre Anforderungen und positiven Beispiele einer Nachhaltigen Wissenschaft in die Auftaktveranstaltung ein.

Die Initiatoren der Reihe – der NaWis-Verbund und das Ecornet – selber Netzwerke der Pioniere einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung wollen mit ihrer Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ eine Plattform für diese Debatten im Wissenschaftsjahr bieten.

Im ersten Podium stellten die Initiatoren das Anliegen der Reihe vor. Ein Blick auf die Gründungsgeschichte von vielen freien Nachhaltigkeitsforschungsinstituten zeigt, dass Veränderungen des Wissenschaftssystems häufig von außerhalb des Wissenschaftssystems kamen und ein offener Dialog helfen kann, Bewegung im gesamten Wissenschaftssystem auszulösen.

In einem zweiten Podium stellten unterschiedliche Vertreter zivilgesellschaflicher Organisationen ihre Anforderungen ans Wissenschaftssystem vor. Weil Wissenschaft zum großen Teil aus Steuergeldern finanziert würde, sollte sie sich stärker am Gemeinwohl orientieren. Der BUND – größter deutscher Umweltverband – forderte daher eine Wissenschaft für statt über die Gesellschaft : „Public money for public goods“, um auch mutige und unabhängige Forschung voranzubringen.  Auch Studierende positionierten sich als innovative Ideengeber und Pioniere des Wandels, was sich in der Initiative Greening the University beispielhaft zeigt. Sie forderten ihr eigenes Engagment stärker in den Prozess der Umsteuerung des Wissenschaftssystems einzubeziehen und zugleich auch anzuerkennen.

Im dritten Podium lag der Fokus auf länderweiten, nationalen und internationalen Perspektiven einer Transformativen Wissenschaft, bei der die Selbstreflexion des Wissenschaftssystems und die Anerkennung anderer Formen des Wissens im Vordergrund stehen. In Nordrhein-Westfalen wird dieser Prozess in der Fortschrittsinitiative NRW organisiert, bei der ein qualitativer (auf Mensch und Natur ausgerichteter) Fortschritt angesteuert wird. National müsse es um die Entwicklung gemeinsamer methodischer Standards für die transdisziplinäre Forschung bei gleichzeitiger disziplinärer Rückgebundenheit gehen. Die internationalen Impulse zeigten deutlich die Vorreiterschaft anderer Länder und gaben spannende Impulse zur Weiterentwicklung für Deutschland. Der schweizerische Nationalfonds (Pendant zur deutschen DFG) trug durch eine programmunabhängige Förderung transdisziplinärer Projekte entscheidend zu der Verbreiterung nachhaltiger Wissenschaftsprojekte bei. Im österreichischen Projekt Sparkling Sciene wird eine echte Beteiligung von Jugendlichen in der Forschung zu Konsumverhalten praktiziert. Insgesamt ist ein Kreis aus europäischen Experten dabei zu diskutieren, wie eine Forschungsförderung für eine Nachhaltige Entwicklung aussehen kann (RD4SD). Die Atmosphäre des dritten Podiums zeigte deutlich: es gibt hervorragende Beispiele für transdisziplinäre und transformative Wissenschaft, die  aus der Nische  heraus müssen. Für dieses Mainstreaming sind Experimente mutiger Pioniere entscheidend, damit die Akteure durch engagiertes Handeln dazu kommen neues transformatives Wissen zu schaffen.

Die Wissenschaftsministerin von NRW Svenja Schulze als Gastgeberin betonte das starke Signal, das die Veranstaltung durch die Zusammensetzung der Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft ausstrahle. An verschiedenen Beispielen aus NRW erörterte sie, wie sich wissenschaftspolitische Maßnahmen an den Grand Challenges – den epochalen Herausforderungen der Gesellschaft – orientieren könne. Mit der Fortschritts-Initiative setzt NRW auf eine Innovationsstrategie, die sich an ökologischer Verträglichkeit und sozialer Gerechtigkeit orientiert, bspw. durch die Förderung von klugen Kooperationsstrukturen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft so genannte regionale nnovationsnetzwerke, sowie die Auszeichnung von Pionieren des Fortschritts.

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, griff ein Schlagwort aus dem Gutachten des WBGU auf und forderte einen Umbau aus Einsicht, Umsicht und Vorraussicht. Zur Bewältigung der epochalen Aufgaben habe die Landesregierung das Thema Nachhaltige Entwicklung zur Chef-Sache gemacht und eine Steuergruppe beim Ministerpräsidenten eingerichtet. Dieser Expertenrat soll strategische Handlungsfelder einbgrenzen und innovative Anreize in der Forschungsförderung setzen. Die Wissenschaftspolitik in Baden-Württemberg ziele auf eine Veränderung von Forschung, Lehre und Verwaltung der Institutionen, in der auch die Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren entscheidend sei. Politische Veränderungen seien dann erfolgreich, wenn sie gesellschaflich vorgedacht seien.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter(innen) aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft war man sich nahezu einig, dass das Engagement und der Druck der verschiedenen Akteure in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass die Notwendigkeit einer Nachhaltigen Entwicklung in der Mitte von Wissenschaft und Gesellschaft angekommen sei. Jetzt sei die gemeinsame Kernarbeit aller notwendig um die große Transformation in die Breite zu tragen. Dazu seien eine offene, kontroverse und positive Diskussion quer durch die verschiedenen Milieus genauso notwendig wie die Stärkung und der Ausbau der vorhandenen Netzwerke der Vorreiter. Ein nationaler Masterplan für eine transformative Wissenschaft könne für die weitere Diskussion wichtige Impulse setzen.

All dies verspricht eine spannende Perspektive auf die weiteren Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ und des Wissenschaftsjahres.

Links zu Berichten über die Veranstaltung

Die Initiatoren der Reihe zusammen mit Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (NRW) und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Baden Württemberg), Bild: Michael Miethe

„Was bewegt? – Von sozial-ökologischen Experimenten im Alltag“ – Tagung des Instituts und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung

„Was bewegt? Von sozial-ökologischen Experimenten in den Alltag“ – so lautet die gemeinsame Jahrestagung von IÖW und VÖW vom 08. bis 09. März im Umweltforum Berlin.

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die immer weiter um sich greifende Feststellung, dass weitreichende gesellschaftliche Transformationen erforderlich sind, um den gekoppelten gesellschaftlichen und ökologischen Krisen zu begegnen. Wesentliche Ideengeber und Treiber dieses Wandels sind sozial-ökologische Pioniere etwa in der nachhaltigen Energieerzeugung, im Unternehmertum oder im Wandel des Konsums. Was bewegt solche Pioniere und wie sehen ihre Zukunftsentwürfe aus? Könnten ihre sozialen Innovationen zur alltäglichen Praxis vieler Menschen werden? Welche neuen politischen Strategien und Rahmenbedingungen sind dafür erforderlich?
Auf der Tagung kommen Pioniere sozial-ökologischer Lebensweisen zusammen, um ihre Visionen zu präsentieren und gemeinsam mit Wissenschaftler/innen, Vertreter/innen von NGOs, Politiker/innen und Unternehmer/innen zu diskutieren. Im Zentrum stehen dabei die Fragen, wie die politischen Handlungsstrategien und Forschungsansätze so gestaltet werden können, dass sie dazu beitragen, nachhaltige Lebensweisen substanziell zu verbreiten. Raus aus der Experimentierphase, rein in den Alltag! Nachhaltige Lebensweisen ? wie können sie tauglich für den Mainstream werden?
Anmeldeschluss ist der 28.02., direkt zur Anmeldung geht es hier.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ des NaWis-Verbundes und des Ecornet, die sich als Beitrag für das BMBF- Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/ Zukunftsprojekt Erde“ versteht.

Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“.

Ecological Research Network (Ecornet) – der freien Umwelt-/Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland

Das „Ecological Research Network“ (Ecornet) versteht sich als Netzwerk von Pioniereinrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Aus den konkreten Herausforderungen der ökologischen und nachhaltigkeitsorientierten Wende ist in den letzten 30 Jahren der Bedarf in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nach einer Forschung und Forschungseinrichtungen entstanden, die die entsprechenden Transformationsprozesse wissenschaftlich begleiten und befördern. Durch die existierende Wissenschaftslandschaft konnte dieser Bedarf nicht befriedigt werden. Dies führte zur Gründung einer Reihe von freien Forschungsinstituten (vgl. Übersicht der beteiligten Institute weiter unten) mit besonderen Spezifika:

  • Konsequente Orientierung an einer Forschung für Nachhaltige Entwicklung und damit Ausrichtung der Forschung an konkreten gesellschaftlichen Problemlagen. Die Forschung der Institute soll gesellschaftlich relevante Fragestellungen thematisieren, die Forschungsergebnisse Eingang in das Handeln der betroffenen Akteure finden. Der Umgang mit dieser normativen Dimension ihrer Forschung erfolgt explizit.
  • Problemdefinition der Forschungsvorhaben gemeinsam mit betroffenen Akteuren/Auftraggebern. Ein besonderes Charakteristikum der Umweltforschungs-Institute ist das breite Spektrum ihrer Förderer, die von Politik über Unternehmen bis zu Umweltverbänden und der Wissenschaft selbst reichen.
  • Umsetzung einer hohen Interdisziplinarität in der Forschungsarbeit – insbesondere ein intensiver Brückenschlag zwischen Natur-, Technik- und Sozialwissenschaften.
  • Besondere strukturelle Bedingungen (geringe/keine Grundförderung, Ausrichtung an Drittmittelmärken), die ständigen Anreiz zu hoher Innovationsfähigkeit, Flexibilität und Anschlussfähigkeit an die Adressaten der Forschung führen.
  • Hohes Maß an Reflexität über Inhalte und Art der eigenen Forschung.

Die Institute verkörpern damit in besonderen Maße die Anforderungen an eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft. Durch die Förderung in spezifischen Forschungsprogrammen, insbesondere der sozial-ökologischen Forschung (SÖF) des BMBF wurden die inhaltlichen und insbesondere methodischen Standards dieser Forschung entscheidend weiterentwickelt.

Im deutschen Wissenschaftssystem stellen die führenden freien gemeinnützigen Umweltforschungsinstitute heute eines der inhaltlich und methodisch am besten entwickelten Zentren transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung dar.

Mitglied des Ecornet sind folgende Institute:

Zur Homepage des Ecornet gelangen Sie unter: http://ecornet.de/

Nachhaltig forschen – transformatives Wissen schaffen: Veranstaltungsreihe im Wissenschaftsjahr 2012

Das deutsche Bundesforschungsministerium (BMBF) hat das Jahr 2012 zum Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ ausgerufen. Die Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ nimmt dies zum Anlass, mit einer Reihe von Veranstaltungen zu diskutieren, vor welchen Herausforderungen das Wissenschaftssystem selber steht, um seine Motorfunktion für die notwendigen Transformationsprozesse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft auszufüllen.

Getragen wird die Initiative zum Wissenschaftsjahr von wissenschaftlichen Vorreiter-Einrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft. Dazu gehören neben dem NaWis-Verbund aus den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie dem Wuppertal Institut und dem Institute of Advanced Sustainability Studies (IASS), das Ecological Research Network (Ecornet) der freien Umwelt-/Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland, die seit über 20 Jahren eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung als Pioniere betreiben. Dem EcoRNet gehören an: das Öko-Institut, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU), das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), das Ecologic Institute, das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Viele weitere Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen u.a. aus der Arbeitsgruppe Hochschule des Deutschen UNESCO-Komitees unterstützen das Netzwerk.

Für 2012 ist ein breites Spektrum an Veranstaltungen geplant.

Den Auftakt macht eine Tagung am 6. Februar 2012 in der Landesvertretung NRW in Berlin mit den Wissenschaftsministerinnen aus Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze und Baden-Württemberg, Theresia Bauer. In der ganztägigen Veranstaltung soll unter Einbeziehung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft darüber diskutiert werden, wie Wissenschaft, Wissenschaftssystem und Wissenschaftspolitik künftig gestaltet sein müssen.

Neben der großen Auftaktveranstaltung werden über das gesamte Jahr verteilt Tagungen und Workshops zu bestehender nationaler und internationaler Best Practice einer transformativen Nachhaltigkeitswissenschaft in den Bereichen Forschung, Lehre und Wissenschaftsförderung stattfinden.

Einen weiteren wichtigen Höhepunkt des Jahres bildet der Sustainability Summit vom 29. Februar bis zum 2. März 2012 in Lüneburg. Auf diesem internationalen Kongress werden führende Nachhaltigkeitswissen-schaftler/innen zusammenkommen, um zu verorten, wo die transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung heute steht und wie sie sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln muss.

Die Koordination der Veranstaltungsreihe durch das Berliner Büro des Wuppertal Instituts wird von der Stiftung Mercator gefördert.

Eine Übersicht über die Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

Die Pressemeldung zum Auftakt der Reihe finden Sie unter: http://idw-online.de/de/news456261